Test: Wetterstation

Wetterstationen im Test : Donnerwetter

Veröffentlicht 06.05.2021

Um sich ein Bild vom aktuellen Wetter zu machen, reicht ein Blick in den Himmel. Wer es aber genau wissen will, der braucht eine Wetterstation. Ob sich die Anschaffung eines teuren Systems lohnt oder ob man eventuell auch mit einer günstigen Variante glücklich wird, erfahren Sie im Test.

Stefan Schmid
ist Autor und hat eine Vorliebe für smarte Technik, die den Alltag erleichtert. Bei AllesBeste testet er Gadgets und alles, was ihm sonst noch unter die Finger kommt.

Es gibt viele Gründe, sich seine eigene kleine Wetterstation zuzulegen. Abseits von Liebhaberei ist einer davon die Genauigkeit: Man ist nicht auf die für ein großes Gebiet zusammengefassten Temperaturanzeigen vom Wetterbericht oder der Wetter-App angewiesen, sondern misst exakt die Temperatur, die gerade vor Ort herrscht. Die Suche nach einer geeigneten Wetterstation gleicht allerdings der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen, zu unterschiedlich sind die Modelle und die Auswahl in diesem Bereich.

Wir haben 15 Modelle getestet, die ein breites Spektrum des verfügbaren Angebots abdecken. Von der semi-professionellen Wetterstation, die auf das Dach gehört, bis zur smarten Alternative, die quasi schon als Einrichtungsgegenstand gelten kann, ist in diesem Test alles dabei.

Im Test mussten die Wetterstation die korrekten Messwerte hinsichtlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit ermitteln. Ebenso wurde getestet, wie einfach die Installation gelingt und sich die Messwerte auf dem Display ablesen lassen. Schließlich hilft es nichts, wenn man zwar die richtigen Daten hat, diese aber nicht ablesen kann. Deshalb haben wir im Test untersucht, wie kontrastreich das Display ist und wie gut es sich noch ablesen lässt, wenn man seitlich davor steht.

Kann alles: Eurochron RC Pro Funk-Wetterstation

Kann alles

Eurochron RC Pro Funk-Wetterstation

Test: Eurocron Rc Pro Funk Wetterstation
Der Eurochron erfüllt alle Wünsche, die man an eine Wetterstation stellt.

Der Elektronikriese Conrad verbirgt sich hinter der RC Pro Funk-Wetterstation und beweist damit einmal mehr, dass gute Technik nicht teuer sein muss. Die Funk-Wetterstation des Herstellers beschränkt sich nicht nur auf die Ermittlung von den klassischen Wetterdaten in Form von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck, sondern verwöhnt ihren Besitzer darüber hinaus auch mit einem Regen- und Windsensor. Die ermittelte Windrichtung wird mithilfe einer Graphik dargestellt. Daneben wird die aktuelle Windstärke in Kilometern pro Stunde angezeigt.

Neben der Quantität stimmt bei den Messsensoren der RC Pro Wetterstation aber vor allem auch deren Qualität. In unserem Test erlaubte sich die Wetterstation bei keinen der von ihr angezeigten Messwerte einen Schnitzer und lieferte stets ein exaktes Messergebnis ab.

Ein weiterer Pluspunkt der Wetterstation ist ihr kontrastreiches Display. Damit ist es einfach, die Messergebnisse von der Seite, ja sogar beim Vorbeigehen durch einen flüchtigen Blick, zu erkennen. Daran hat auch die übersichtliche Anordnung der Messwerte im Display ihren Anteil.

Die Installation der Wetterstation gelang in unserem Test spielend einfach, was umso mehr überrascht, handelt es sich hier doch um ein Gerät mit semi-professionellen Ambitionen. Gut gefallen hat uns auch, dass man nicht nur die Farbdarstellung des Displays ändern kann, sondern dass sich die farbliche Darstellung zudem an der Temperatur orientiert und sich Laufe des Tages entsprechend ändert.

Zudem protokolliert die Station die Tagestiefst- und -höchstwerte und versieht sie mit einem Zeitstempel. So weiß man beispielsweise genau, zu welcher Uhrzeit es am kältesten war. Auch ein Alarm lässt sich programmieren, der sich aktiviert, sobald der eingestellte Wert für Niederschlag, Temperatur oder Windgeschwindigkeit über- oder unterschritten wird. Einziges Manko des Semi-Professionellen Allrounders: Das Display der RC Pro Funk-Wetterstation muss dauerhaft an den Strom angeschlossen sein, auf ein Batteriefach hat der Hersteller leider verzichtet.

Smart & gutaussehend: Netatmo smarte Wetterstation (NWS01-EC)

Smart & gutaussehend

Netatmo Smarte Wetterstation (NWS01-EC)

Die Smarte Wetterstation von Netatmo ist eine Wetterstation, die einen Anzug aus Aluminium trägt und richtig schick aussieht. Dass sie aber nicht nur das Zeug zum Deko-Artikel hat, sondern auch mit ihren inneren Werten überzeugen kann, hat sie in unserem Test bewiesen. Die Messdaten waren nicht nur durch die Bank sehr präzise, sondern wurden auch graphisch sehr schön dargestellt.

Möglich ist eine solche graphische Wiedergabe des Temperaturverlaufs, weil die Netatmo bestens mit der dazugehörigen App harmoniert. Auf diese Weise kann man schön sehen, wie es abends abkühlt und wie die Temperatur morgens wieder steigt. Besonders erfreulich: Die Inbetriebnahme und Installation der smarten Wetterstation ist spielend einfach und gelingt auch absoluten Technik-Laien ohne große Probleme.

Weil die Netatmo auch einen CO2-Sensor verbaut hat, ist es mit der Basisstation sogar möglich, die CO2-Konzentration in der Luft zu messen. So hat man stets im Auge, wann es Zeit zum Lüften ist. Den Wert für den Luftdruck ermittelt das System selbstständig, den für die Installation nötigen Referenzwert ermittelt es übrigens auch völlig selbstständig via GPS.

Netatmo bietet für seine smarte Wetterstation nicht nur eine Reihe von Sensoren, mit denen sich das System erweitern lässt, sondern auch die Möglichkeit, die ermittelten Daten mit Apps wie beispielsweise Smart Things, Imerihome, oder Instaweather Pro zu teilen, um so ihren Teil zu einem smarten Zuhause beizutragen. Auch die Benachrichtigung via Push für verschiedenste Szenarien kann man  in der App einstellen. Wer auf der Suche nach einer Wetterstation ist, die mit vielen Smart-Home-Lösungen zusammenarbeitet, der kann bei der Netatmo also bedenkenlos zugreifen.

Einfach einzurichten: TFA Dostmann WeatherHub

Einfach einzurichten

TFA Dostmann WeatherHub

Der WeatherHub aus dem Hause TFA Dostmann kommt mit einem Sammelsurium unterschiedlicher Sensoren daher. Im Test konnten wir uns ein Bild vom Regen- , Wind- und Klimasensor machen. Diese drei Sensoren zusammen sorgen dafür, dass dem passionierten Hobbymeteorologen nichts mehr entgeht, was sich oben am Himmel zusammenbraut. Die  Sensoren senden ihre Messwerte an das Gateway. Durch ein Kabel mit dem Router verbunden sorgt das Gateway dafür, dass man jederzeit Zugriff auf die ermittelten Messwerte hat – Smartphone, Internetzugang und die TFA-Dostmann-App vorausgesetzt.

Die App ist aber gleichzeitig auch der größte Nachteil des Systems von TFA-Dostmann. Während die Installation der App ebenso spielend leicht von der Hand geht, wie das Einrichten der verschiedenen Sensoren, indem man einfach den beigelegten QR-Code abfotografiert, kommt die Oberfläche der App reichlich antiquiert daher. Symbole erscheinen ein wenig pixelig, Schrift und Gestaltung sind nicht mehr zeitgemäß. Hier sollte der Hersteller dringend nachbessern.

Von der Oberfläche einmal abgesehen, verrichtet die App aber einen soliden Dienst. Die Messwerte lassen sich dort, dank der übersichtlichen Gestaltung, gut ablesen und die Bedienung erfolgt intuitiv. Besonders gelungen ist die Auswertung der Messergebnisse mithilfe einer Grafik. Legt man nun den Finger auf eine Stelle im Verlauf des Graphen, sieht man den exakten Messwert zu genau jenem ausgewählten Zeitpunkt. Auch das Einstellen eines Alarms ist in der App möglich.

So erhält man mit dem WeatherHub und seinen hochpräzisen Messinstrumenten einen zuverlässigen, digitalen Wetterfrosch, dessen einzige Schwäche in der Software, namentlich der TFA-Dostmann-App, liegt. Wer hier nicht anspruchsvoll ist und nicht immer das neueste App-Design braucht, dem sei der WeatherHub wärmstens ans Herz gelegt.

Großes Display: Newentor Q3-BK-F-IV-DE

Großes Display

Newentor Q3-BK-F-IV-DE

Test: Newentor Q3 Bk F Iv De
Klar strukturiert und farblich gekennzeichnet: Das Ablesen der Messwerte klappt mit dieser Wetterstation sehr gut.

Großes Display und kein unnötiger Schnickschnack: Die Wetterstation von Newentor gefällt mit ihrem reduzierten Design auf Anhieb. Auch die Darstellung der Messwerte, allen voran der Temperatur, profitiert vom großen Display der Wetterstation. Weil die Zahlen nicht nur groß, sondern auch weiß sind und sich so deutlich vom dunklen Hintergrund abheben, fällt das Ablesen der Messwerte noch einmal deutlich leichter. So lässt sich die Außentemperatur auch von weit weg noch gut ablesen.

Große Zahlen darstellen zu können ist das Eine, die übersichtliche Darstellung der Zahlen das Andere. Und auch hier konnte uns die Newentor mit ihrem symmetrischen Aufbau der dargestellten Elemente im Display, aber auch der farblichen und ikonographischen Gestaltung, beispielsweise der Wetterprognose, überzeugen. Um die Beleuchtung des Displays zu aktivieren, muss man keinen Knopf betätigen, sondern lediglich einen Finger auf den an der Gehäuseoberseite angebrachten Sensor legen und schon leuchtet das Display auf.

Wie viele andere Wetterstationen auch, ist die Newentor mit einer Alarmfunktion ausgestattet. Wird ein zuvor definierter Messbereich über- beziehungsweise unterschritten, meldet die Wetterstation das. Auch eine Wetterprognose der nächsten 24 Stunden liefert die schicke Wetterstation.

Was gibt es sonst noch?

Das 5-in-1 Comfort Wetter Center von Bresser besitzt die gleiche Sensoreinheit wie die Eurochron. Dementsprechend gleich sind auch die Messwerte der beiden Wetter-Tower. Im Vergleich zur Eurochron ist allerdings das Display der Bresser einen Tick schlechter. Ein Vorteil des Systems von Bresser ist allerdings, dass sich hinter dem Display ein Batteriefach befindet. Somit ist die Wetterstation nicht an eine Steckdose gebunden, sondern kann im Batteriebetrieb beliebig positioniert werden.

Die Wetterstation von BALDR ist eine der günstigsten und kleinsten im ganzen Testfeld. Mit ihrem gelungenen Paket, bestehend aus einem gut ablesbaren und kontrastreichen Display, sowie der präzisen Ermittlung von Messergebnissen, konnte die kleine Station aber dennoch überzeugen und braucht sich nicht hinter der großen Konkurrenz zu verstecken. Was das Ablesen von der Seite angeht, so machte der BALDR keiner etwas vor: Die Messdaten konnte man stets gut ablesen. Gefallen hat uns auch die übersichtliche Anordnung der Messdaten. Lediglich einen Netzstecker und damit einen Betrieb via Netzteil, haben wir im Test vermisst.

Ein Trumpf der Season Funk-Wetterstation aus dem Hause TFA-Dostmann ist ganz eindeutig ihr großes und übersichtlich gestaltetes Farbdisplay. Die Werte für Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit werden übersichtlich dargestellt, lediglich die Farbgebung erschien uns nicht ideal, da die grünen und roten Zahlen auf dem schwarzen Hintergrund nicht immer ideal abzulesen waren. Die ermittelten Daten stimmten mit unseren Referenzwerten überein und auch das Einrichten der Wetterstation klappte sehr gut. Man merkt dem Hersteller TFA Dostmann seine jahrelange Erfahrung in diesem Bereich einfach an. Negativ ist uns nur die etwas wackelige Standfuß-Konstruktion in Erinnerung geblieben.

Im Gegensatz zur Konkurrenz verfügt die Wireless Wetterstation von ELEGIANT über einen berührungsempfindlichen Bildschirm. Den damit in der Regel einhergehende Bedienkomfort gibt es bei dieser Wetterstation allerdings nicht, im Gegenteil: Für die Inbetriebnahme wären Knöpfe deutlich präziser und angenehmer gewesen, denn die Bedienung via Touchscreen ist alles andere als präzise. Auch die Display-Qualität war bei der ELEGIANT unterdurchschnittlich, was das Ablesen von Messdaten unnötig erschwert. Positiv ist allerdings, dass die Angaben für Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Luftdruck stets richtig waren.

Wissenswertes über Wetterstationen

Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung, Temperatur und Luftströmung: Das alles hat Einfluss auf das Wetter. Um das Zusammenspiel der einzelnen Wetter-Komponenten verstehen zu können und eine Prognose abzugeben, wie sich das Wetter entwickeln wird, helfen Wetterstationen. Sie wandeln die verschiedenen Naturphänomene in Zahlen um.

Wetterstationen sind dafür mit einem Messinstrumenten wie einem Barometer ausgestattet, das den Luftdruck misst. Fällt der nun innerhalb kurzer Zeit stark ab, kann man recht sicher davon ausgehen, dass das Wetter bald »schlechter« wird.

Wetterstation Test: Barometer
Auch mithilfe eines klassischen Barometers lassen sich recht präzise Wettervorhersagen treffen.

Damit eine Wetterstation dazu in der Lage ist, muss sie zunächst mit den richtigen Daten gefüttert werden. Bei der Inbetriebnahme muss man dann meistens den aktuellen Luftdruck, sowie die Höhe über Meeresspiegel manuell eingeben.

Abgesehen vom Barometer ist in einer Wetterstation auch ein Hygrometer zum Ermitteln der Luftfeuchtigkeit und ein Thermometer zum Ermitteln der Temperatur verbaut. So bekommt man ein recht genaues Bild von der aktuellen Wetterlage.

Aufstellen der Wetterstation

Alle getesteten Wetterstationen kommen mit einem Innen- und einem Außensensor. Damit der für den Außenbereich zuständige Sensor richtige Messdaten liefert, muss er so positioniert werden, dass er vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist. Auch sollte die Elektronik in seinem Inneren vor Wasser geschützt werden, indem man den Sensor an einem regengeschützten Ort aufstellt.

Die Sensoren für den Innenbereich sind in der Regel in der Station selbst verbaut. Deshalb sollte man beim Aufstellen der Wetterstation darauf achten, dass sie in ausreichendem Abstand zu Wärmequellen (Heizkörper!) aufgestellt wird.

So haben wir getestet

Das wichtigste Kriterium einer Wetterstation ist, dass sie die Wetterdaten möglichst genau ermittelt. Um herauszufinden, wie genau die jeweilige Wetterstation ist, haben wir die jeweils aktuelle Temperatur mit einem geeichten Messgerät gemessen und mit dem von der Wetterstation angezeigten Wert verglichen. Betrug die Abweichung mehr als ein halbes Grad Celsius, haben wir das im Test-Protokoll vermerkt. Ebenso sind wir beim Luftdruck vorgegangen, den entsprechenden (aktuellen) Referenzwert haben wir im Internet recherchiert.

Weil einige Wetterstationen auch in der Lage sind die Windstärke, oder die Niederschlagsmenge zu ermitteln, haben wir auch die Genauigkeit dieser Werte ermittelt und das lobend erwähnt, ein Qualitätskriterium war es allerdings nicht.

Um die Qualität des Displays zu ermitteln, haben wir den Winkel, von dem aus das Display betrachtet wird, variiert und im Hinblick auf Übersichtlichkeit, Blickwinkelstabilität und Helligkeit untersucht. Ein weiteres wichtiges Kriterium im Test war die Inbetriebnahme der Wetterstation, also wie leicht sie sich auch von einem Laien installieren lässt.

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