Fernglas Test: 22 Ferngläser im Test

Ferngläser im Test : Immer einen scharfen Durchblick

Update 17.03.2021

Ferngläser sind wahre Allround-Werkzeuge. Sie sind universell einsetzbar und bieten eine große Anzahl an Einsatzmöglichkeiten. Unabhängig von den Lichtverhältnissen liefern sie stets gestochen scharfe Bilder. Wir haben 36 Ferngläser getestet.

Update 17. März 2021

Gleich elf weitere Ferngläser haben wir getestet, darunter haben uns drei Modelle besonders überzeugt: Das Kowa BD II 8×32, das Celestron TrailSeeker ED 8×42 und das Steiner Nighthunter 8×56.

Sven Kloevekorn
ist Technik-Journalist und Fotograf. Er schreibt unter anderem für Giga, AndroidNext und Notebookcheck. Er testet regelmäßig Drucker, Scanner, Speichergeräte und mehr.

Ferngläser sind ein altbewährtes Hilfsmittel bei der Erfüllung unseres Wunsches, die natürliche Barriere unserer Augen überwinden zu können und weit Entferntes nah heranzuholen.

Ganze Berufszweige wären ohne Fernglas nicht denkbar: Vogelforscher, Förster, Feuerwehrleute und Seeleute könnten ihren Beruf gar nicht oder nur schlecht ausüben. Der Anziehungskraft, die von Ferngläsern ausgeht, konnte sich auch der Tester nicht entziehen. Einige Besucher, die kurzerhand, wenn auch nicht immer ganz freiwillig, als Mittester eingespannt wurden, verfielen der Faszination ebenso. Da Ferngläser auf vielen Wunschzetteln nicht zu finden sind, macht sie das oft zu einer guten Geschenkidee.

Ein vernünftiges Fernglas sollte in keinem Haushalt fehlen. Allerdings sollte man sich vor Kaufabschluss umfassend informieren und nicht allzu sparsam sein. Da jedes Augenpaar unterschiedlich ist, können mehrere Testblicke durch die verschiedenen Okulare hilfreich sein. Wer auf diese Dinge bei der Anschaffung achtet, bekommt einen treuen Weggefährten, der auch von der technischen Weiterentwicklung nicht ins Aus gedrängt wird. Zum Teil sind noch alte, über Jahrzehnte genutzte Binokulare im Gebrauch, die ihre erfahrenen Besitzer gegen nichts Neues eintauschen würden.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Ausgezeichnete AbbildungsleistungAllroundfernglasFür JägerGünstig und ergonomischHervorragende optische EigenschaftenSehr gute Ergonomie
Test [Entwurf] Fernglas: Kowa BD 8x25Test: Celestron Trailseeker Ed 8x42Test: Steiner Nighthunter 8x56Test [Entwurf] Fernglas: Omegon Talron HD 10x42Test Fernglas: Zeiss Terra ED 8x25Test [Entwurf] Fernglas: Kowa SV 8x25 DCF
Modell Kowa BD II 8x32 XD Celestron TrailSeeker ED 8x42 Steiner Nighthunter 8x56 Omegon Talron HD 10x42 Zeiss Terra ED 8x25 Kowa SV 8x25 DCF
Pro
  • Kompakt
  • Sehr weites Sehfeld
  • Hervorragende optische Eigenschaften
  • Sehr gute Ergonomie
  • Solide
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Sehr gute optische Eigenschaften
  • Sehr weites Sehfeld
  • Viel gutes Zubehör
  • Extrem lichtstark
  • Scharf ab 20 Meter
  • Ausgeprägter Stereo-Effekt (Porro)
  • Weites Sehfeld
  • Sehr günstig
  • Gute Ergonomie
  • Gute Klarheit, Schärfe & Auflösung
  • Viel Zubehör, sehr gute Tasche
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Recht weites Sehfeld
  • Hervorragende optische Eigenschaften
  • Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Sehr gute bis gute Ergonomie
  • Gute Optik ohne Probleme
Contra
  • Etwas lichtschwach
  • Einfache Tasche, kaum Zubehör
  • Generisch schlicht
  • Starke Verzeichnung an den Rändern
  • Kleinere ergonomische Schwächen
  • Sehr groß und schwer
  • Keine Brillenträger-Okulare
  • Unscharf unter 20 Meter
  • Ergonomisch suboptimal
  • Neigung zu Farbsäumen
  • Relativ schwer
  • Schmales Sichtfeld
  • Farbsäume mittelmäßig kontrolliert
  • Sehr lichtschwach
  • Keine Kappen
  • Fokusrad etwas fummelig
  • Wenig Zubehör
  • Sehr lichtschwach
  • Nur 2 Kappen ohne alles
  • Nichtige Tasche, kaum Zubehör
Bester Preis
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Ausgezeichnete Abbildungsleistung: Kowa BD II 8×32

Ausgezeichnete Abbildungsleistung

Kowa BD II 8x32 XD

Test [Entwurf] Fernglas: Kowa BD 8x25
Wer hauptsächlich bei gutem Licht unterwegs ist, findet hier einen kompakten Begleiter, der optisch und ergonomisch voll überzeugt.

Das BD II 8×32 von Kowa bietet eine sehr gute Abbildungsleistung, tolle Handhabung, saubere Verarbeitung und ein robustes Design. Außerdem besitzt das Kowa das größte Gesichtsfeld bei den 8×32-Gläsern. Das Fernglas konnte uns im Test mit einem tadellosen Verhältnis von Preis und Leistung sowie hoher Qualität überzeugen. Aufgrund der kleinen Objektive fehlt trotz einer achtfachen Vergrößerung eine hohe Lichtstärke.

 Fernglas Test: Img
Das Kowa BD II 8×32 XD wird in China gefertigt.

Die Firmentradition des in Japan ansässigen Unternehmens reicht bis in das Jahr 1894 zurück. Es stellt neben optischen Instrumenten auch Foto-Objektive und Ferngläser her. Auf ihre Produkte aus dem Bereich der Sportoptik gewähren die Japaner zehn Jahre Garantie. Der Schriftzug »Made in China«, der auf dem Gehäuse angebracht ist, fällt gut sichtbar ins Auge.

Als wir das kleine Kompaktfernglas das erste Mal in die Hand nehmen, vermittelt die Verarbeitung sofort einen hochwertigen und soliden Eindruck. Das stoß- und wasserfeste Gehäuse ist aus einer Legierung aus Magnesium gefertigt. Es ist mit Stickstoff gefüllt und fühlt sich ergonomisch und griffig an. Das Mittelgelenk weist einen für uns perfekten Widerstand auf. Mit einem Gewicht von 0,54 Kilogramm ist das Kowa das gewichtigste der 8×32-Ferngläser in unserem Test. Links und rechts gibt es Ösen beziehungsweise Befestigungsmöglichkeiten für Tragebänder, die sehr stabil wirken. Die mitgelieferten Gummikappen machen den Eindruck, als ob sie den empfindlichen Linsen Schutz vor leichteren Stößen geben können. Dasselbe gilt auch für das unerwünschte Eindringen von Staub und Wasser. Beide Okular-Kappen sind miteinander verbunden. Mittels Ringen können die Objektiv-Abdeckungen am unteren Teil des Binokulars befestigt werden.

Das griffige Stellrad, mit dem die Zentralfokussierung eingestellt wird, hat uns sehr gut gefallen: Es ist genügend breit, damit es mit Mittel- und Zeigefinger gleichzeitig gedreht werden kann. Es hat eine gute Übersetzung und einen sehr gut abgestimmten Widerstand, um eine genaue Fokussierung zu erlauben.

Die Augenmuscheln des Glases sind schön groß und dank hautfreundlichem Latex/Gummi angenehm. Wie bei der Konkurrenz wird die Distanz zum Okular durch Drehen justiert. An vier verschiedenen Positionen mit jeweils unterschiedlichem Abstand können die Augenmuscheln festgestellt werden und bleiben dann bombenfest in ihrer jeweiligen Position arretiert.

Der Ring für die Korrektur der Dioptrien ist mit einem Rändelring versehen und befindet sich direkt unter dem rechten Okular. Jeder Nutzer kann sich mithilfe von Markierungen seine Einstellungen merken. Dadurch muss er nicht jedes Mal wieder seinen Lieblingsstand suchen. Das Gleichgewicht zwischen der Leichtigkeit der Verstellbarkeit und dem Widerstand ist dem Hersteller gut gelungen.

Das Kowa bringt ein Sehfeld von 154 auf 1.000 Meter mit. Andere getestete 8×32 Gläser kommen auf Werte von 131, 135, 136 und 151 Meter (Angaben laut Hersteller). Das führt normalerweise zu Begleiterscheinungen wie Verzeichnungen am Bildrand und Randunschärfen. Beim Kowa 8×32 werden diese Abbildungsfehler gut korrigiert. Selbst Freunde von Architekturen sollten Ihren Spaß haben.

Abbildungsfehler der optischen Linsen werden fast völlig unterdrückt. Koma findet sich nur am Bildrand in schwacher Ausprägung.

Formatbedingt und wegen der geringen Lichtstärke ist das Fernglas weniger für Beobachtungen bei Nacht, Dämmerungen und dunklem Wetter geeignet. Davon abgesehen besticht das BD II 8×32 XD von Kowa durch eine große Klarheit auch abseits des zentralen Sichtfelds und einer hervorragenden Schärfe und Auflösung. Beim Detailkontrast ist das Modell vielen Konkurrenten in unserem Test überlegen.

Der Umfang des Zubehörs ist übersichtlich. Neben einer Kurzanleitung, einem Tragegurt, einer Tasche und brauchbaren Kappen bleibt der Karton leer. Das können wir aufgrund des guten Verhältnisses von Preis und Leistung aber gut verkraften.

Allroundfernglas: Celestron TrailSeeker ED 8×42

Allroundfernglas

Celestron TrailSeeker ED 8x42

Test: Celestron Trailseeker Ed 8x42
Der lichtstarke Universal-Sieger punktet mit sehr guten optischen Eigenschaften und einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis.

8×42-Universalferngläser sind relativ lichtstark und sind bei Naturbeobachtungen beliebt. Der hierzulande wenig bekannte, aber renommierte US-Hersteller Celestron gehört zu den weltweit größten Produzenten von Teleskopen samt Zubehör für Amateurastronomen.

Haptisch und optisch macht das wasserdichte Celestron TrailSeeker ED 8×42 einen hochwertigen und robusten Eindruck. Mängel bei der Verarbeitung sind uns keine aufgefallen. Für einen Vertreter dieser Klasse ist das Gewicht moderat. Am Gehäuse des Fernglases sind Ösen für Trageriemen zu finden. Die Kappen verfügen über die selbe Ausstattung wie beim Kowa-Modell, fallen aber ein wenig steifer und dicker aus. Das kann aber ihre Schutzwirkung verbessern.

Das breite Fokusrad besitzt eine Gummierung und überzeugt von der Haptik her auf ganzer Linie. Wir finden die Übersetzung des Rädchens erstmals zu hoch. Selbst kleinste Drehbewegungen haben eine große Wirkung auf die Fokuseinstellung. Die Fokussierung des Celestron gelingt mit ein wenig Übung dann aber nach kurzer Zeit. Das in drei Positionen verstellsichere Okular rastet etwas unpräzise ein. Mit seinen großen und ergonomischen Augenmuscheln ist es auch für Brillenträger geeignet. Der Widerstand des Rings ist gut auf die Dioptrienkorrektur abgestimmt. Die schlecht erkennbaren Markierungen und die fehlende Skala sind für uns ein Manko.

Das TrailSeeker ED 8×42 verfügt mit einem Sehfeld von 142 Metern über das größte aller 8x42er-Gläser in unserem Test. Leider zeigen sich aber partiell leichte Randunschärfen und eine ausgeprägte Verzeichnung in den Randbereichen. Architekturliebhaber sollte sich nach einem anderen Modell umsehen. Das sind aber die einzigen Kritikpunkte. Der Detailkontrast war sogar noch einen Tick besser als beim gleichwertigen 8×32 von Kowa.

Farbsäume oder chromatische Aberrationen waren an den kontrastreichen Kanten tadellos, aber nicht komplett kontrolliert. Da das Glas bei einer kleinen Pupille, beispielsweise hellem Wetter ein wenig disponiert für Abschattungen ist, benötigt es eine kurze Eingewöhnungszeit, um das Glas korrekt zu halten.

Beim Zubehör hat der Hersteller nicht gegeizt: Neben Kappen und einem Tragegurt findet sich noch eine Tasche im Karton.

Für Jäger: Steiner Nighthunter 8×56

Für Jäger

Steiner Nighthunter 8x56

Test: Steiner Nighthunter 8x56
Für Jäger und Nachteulen eignet sich das große, schwere und teure Nighthunter. Optisch muss man kaum Kompromisse machen, ergonomisch schon.

Das verhältnismäßig teure und gegenüber den meisten Konkurrenzmodellen gigantische Nighthunter 8×56 von Steiner wendet sich besonders an Waidmänner, die im Dämmerlicht Wild beobachten möchten. Dazu bringt es einen Objektivdurchmesser von 56 Millimetern bei einer gleichzeitigen achtfachen Vergrößerung mit. Die Lichtstärke des Steiner ist damit fast zwei mal so hoch wie bei 8×42-Gläsern. Und das merkt man: Wo man bei anderen Modellen in der Dunkelheit kaum noch was erkennt, lassen sich dank des Kontrasts des Steiner Nighthunter 8×56 immer noch gut Details ausmachen.

Aber nicht nur die immense Lichtstärke hebt das Fernglas von den Konkurrenzmodellen ab: Auf ein Fokusrad hat der Hersteller verzichtet. Unter einer Entfernung von 20 Metern bleibt so alles unscharf, darüber alles scharf. Bei den Berufsgruppen Seemann, Förster oder Jäger dürfte das nicht weiter störend auffallen, kann für Otto Normalverbraucher aber Einschränkungen mitbringen. Das Fernglas setzt außerdem auf die immer seltener verwendete Porro-Bauweise, bei der 3D-, beziehungsweise Stereo-Effekt stärker ausgeprägt ist.

Bei fast allen optischen Eigenschaften spielt der Bolide im Spitzenfeld mit. Das Sehfeld von 131 Metern ist durchgehend sehr scharf und verfügt über einen exzellenten Detailkontrast. Bei der Korrektur von Farbsäumen und Verzeichnungen platziert sich das Modell nur im mittleren Feld.

Neben der Größe des Nighthunter 8×56 müssen Sie sich leider mit weiteren ergonomischen Kompromissen anfreunden. Okulare für Brillenträger sind nur Wunschdenken und die auf beiden Seiten vorhandene Dioptrienkorrektur ist zwar mit ästhetischen Skalen versehen, ist aber so schwergängig, dass wir keine echte Rechtfertigung dafür haben. Die Magnesium-Gehäusekonstruktion ist wasserdicht und robust. Einige kleinere Unregelmäßigkeiten weist der Korpus auf, nach denen aber gezielt gesucht werden muss.

Die Augenmuscheln aus Latex schützen gegen seitlichen Lichteinfall. Die unteren Schutzkappen können mithilfe eines ausgeklügelten Mechanismus an das Objektiv gesteckt werden. Eine deutlich bessere Lösung als die Befestigungsmöglichkeit mit der Ringvariante. Zwei Tragegurte, Kappen für vorn und eine schlichte Tasche runden das Zubehör ab.

Günstig und ergonomisch: Omegon Talron HD 10×42

Günstig und ergonomisch

Omegon Talron HD 10x42

Test [Entwurf] Fernglas: Omegon Talron HD 10x42
Wer zugunsten von viel Vergrößerung auf Übersicht verzichten kann und nicht so viel ausgeben möchte, ist hier richtig.

Die kleinen Sehfelder der 10×42-Gläser bieten nicht viel Übersicht. Keine Ausnahme stellen da die 106 Meter Sehfeld des Talron HD 10×42 von Omegon dar. Es besitzt eine mittelmäßige Lichtstärke und eine 10-fach-Vergrößerung. Wenn Sie also ruhige Hände haben, und bei der Beobachtung in der Natur ausgesprochen nah »ran« möchten, sollte Sie sich das Fernglas allein schon wegen des exzellenten Preis-Leistungsverhältnisses näher anschauen.

Das mit einem Gewicht von 720 Gramm eher schwere Universal-Binokular mit einem Dachkantprisma muss sich weder in ergonomischer noch in optischer Hinsicht vor der zum Teil ein Vermögen kostenden Konkurrenz verstecken. Die gummierte mattschwarze Farbe des Glases ist farblich sehr schlicht gehalten. Einzig die beiden silberfarbenen Ringe unter den beiden Okularen und das auffallende Fokusrad in silberner Farbe setzen einen starken optischen Akzent.

Das griffige Fokusrad hat einen weichen Lauf, bietet einen makellosen Widerstand und ist perfekt erreichbar. Die Dioptrienkorrektur rechtsseitig finden wir ein wenig zu schwergängig. Auch die Muscheln für die Augen sind etwas hakelig, aber verstellsicher. Die Abschattungstoleranz ist dagegen äußerst hoch und vom leicht durchwachsenen Detailkontrast mal abgesehen hatten wir an Schärfe und Auflösung nichts wenig auszusetzen. Frei von Farbsäumen und Verzeichnungen und so klar wie das beispielsweise mehr als dreifach so kostspielige Terra ED 10×42 von Zeiss ist das Omegon dagegen dann aber nicht.

Hervorragende optische Eigenschaften: Zeiss Terra ED 8×45

Hervorragende optische Eigenschaften

Zeiss Terra ED 8x25

Test Fernglas: Zeiss Terra ED 8x25
Das kleine Zeiss hat zwar keine Kappen und etwas fummelige Einstellräder, in Sachen Abbildungsleistung bleiben aber keine Wünsche offen.

Das kleine Fernglas Terra ED 8×25 von Zeiss wird in den Farbtönen Schwarz und Grau angeboten. Ein optischer Hingucker sind das Logo des Herstellers unter dem großen Fokusrad und die beiden farblich blauen Ringe an den Okularen. Im Großen und Ganzen macht das preislich im mittleren Bereich angesiedelte kleine Terra ED einen hochwertigen, aber keinen professionellen Eindruck.

Gespart hat der Hersteller bei den Extras. Im Verpackungskarton befinden sich außer einem Mikrofasertuch, nur ein Trageriemen, eine Schnellstartanleitung und ein Hardcase mit gutem Schutz. Im Lieferumfang sind keine Kappen enthalten. Dank des Hardcase ist das auch nicht nötig, im Einsatz aber schon.

Das Zeiss punktet bei der Ergonomie. Beim Fokusrad hätten wir einen flexibleren Lauf und einen größeren Durchmesser erwartet, allerdings lässt es sich dafür ohne Probleme erreichen. Die Augenmuscheln können bequem herausdreht und in komplett ausgefahrener Stellung eingerastet werden, was ein versehentliches Verstellen bei brillenlosen Nutzern verhindert.

Nicht gefallen hat uns die Positionierung der Dioptrienkorrektur, die sich an einem Steg zwischen den beiden Tuben jenseits des Fokusrads befindet. Das kann die Korrektur fummelig werden lassen. Nutzt nur eine Person das Fernglas, ist das allerdings unerheblich.

Die optischen Eigenschaften sowie die Ergonomie des Zeiss haben uns voll und ganz zufriedengestellt. Das Problem der Abschattungen trat beim Zeiss deutlich weniger auf als bei den getesteten Konkurrenzgläsern. Das Terra lieferte für ein 8×25 Fernglas ein beständig scharfes Bild mit viel Kontrast und großer Klarheit, trotz des mit 119 Metern weiten Sehfelds. Die Verzeichnung hielt sich am äußeren Bildrand in sehr engen Grenzen und die Farbsäume waren sehr gut kontrolliert.

Durch seine kompakte Bauform mit seinem kleinen Objektivdurchmesser ist der Wert der errechneten Lichtstärke äußerst gering. Das führt bereits bei Eintritt der Dämmerstunde zu ausgeprägten Einbußen. Für Sichtsituationen bei Tageslicht ist die Austrittspupille von 3,1 Millimetern aber normalerweise ausreichend.

Sehr gute Ergonomie: Kowa SV 8×25 DCF

Sehr gute Ergonomie

Kowa SV 8x25 DCF

Test [Entwurf] Fernglas: Kowa SV 8x25 DCF
Klein, leicht, gute Optik und extrem günstiger Preis: Wer sparen will, ist hier richtig.

Wenn Sie ein Faible für kompakte Modelle haben und preisbewusst sind, können wir Ihnen das überaus günstige und kleine Kowa Sv 8×25 DCF empfehlen. Ösenlose Kappen sind nur für die Okulare mit dabei. Wichtiger sind der gute Widerstand der Zentralfokussierung und die einwandfreie Erreichbarkeit. Dass das Kowa nicht die Qualität einer Leica hat, fällt an den leisen Knistergeräuschen beim Justieren auf.

Die Verarbeitungsqualität des gummierten Fernglases, das sich durch zwei Gelenke klein falten lässt, macht einen wirklich anständigen Eindruck. Die leichtgängige Objektive verstellen sich manchmal zu leicht, sind in komplett ausgefahrener Position aber arretiert. Wie beim Modell von Talron empfanden wir den Widerstand der Dioptrienanpassung als zu hoch. Das fällt aber nur bei mehreren Benutzern ins Gewicht. Für Benutzer mit einem besonders großem Abstand zwischen den Augen könnte es hier allerdings etwas knapp werden.

Obwohl es nicht mit dem Detailkontrast und der Auflösung des Zeiss Terra ED 8×25 mithalten kann, ist von der Optik alles in Ordnung. Die Schärfe des kleinen Fernglases reicht vom Rand bis zur Mitte. Die Verzeichnung fällt moderat aus, während die Farbsäume an kontrastreichen Kanten beeindruckend gut unter Kontrolle sind. Für den Einsatz bei Dämmerung ist das extrem lichtschwache Fernglas nicht geeignet.

Leider kann Kowa mit dem wirklich kümmerlichen Zubehörumfang und der schlichten Tasche keinen Blumentopf gewinnen. Insgesamt bietet das SV 8×25 DCF aber ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis in unserem Test.

Was gibt es sonst noch?

Das Kowa BD II 6,5×32 XD ist das ausgesprochen weitwinkelige Schwestermodell des BD II 8×32 XD und ist diesem äußerlich und von der Ausstattung her zum Verwechseln ähnlich. Mit einem in unserem Test unerreichten Sehfeld von 175 Metern bei einer 6.5-fachen Vergrößerung bietet das Glas eine große Übersicht. Auch im optischen Bereich liegen die beiden Ferngläser sehr nahe beieinander. Das 6,5×32 XD bildet allerdings gegenüber dem 8er Randunschärfen ab.

Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die kompaktere 8×32-Variante von Celestron. Die gute Gesamt-Performance spiegelt sich in der mäßigen Dioptrien-Anpassung und der Ergonomie der Augenmuscheln wieder. Eine sichtbare Randunschärfe und eine gemäßigte Verzeichnung ist dabei in den Randbereichen zu beobachten.

Keine Empfehlung ist das Explorer WA ED-R 8×32 von Opticron, da können Sie bessere Modelle für Ihr Geld bekommen. Die gute Abbildungsleistung erreicht aber leider nicht das Level der besseren Konkurrenzmodelle. Problematisch gestalteten sich vor allem ergonomische Aspekte, wie die Dioptrienanpassung, die Friktion und Erreichbarkeit des Fokusrades sowie der Augenmuscheln.

Das Imagic IS 12×30 von Opticron ist eines von zwei Testmodellen mit Bildstabilisator in unserem Test. Es ist sehr lichtschwach und unergonomisch. Die zwölffache Vergrößerung ist sehr verwackelungsanfällig, sodass der Nutzer auf den Bildstabilisator dringend angewiesen ist. Kein anderes Test-Fernglas bot eine so hohe Vergrößerung, dass der hohe Preis aufgrund der optischen Eigenschaften absolut gerechtfertigt ist. Allerdings erfordert die Handhabung des für den speziellen Einsatz konzipierte Glases gute Nerven.

Trotz des bekannten Herstellersnamens, bietet das Aculon A30 10×25 von Nikon leider nur eine schlechte Ausstattung und ist extrem lichtschwach. Es ist ein billiges Fernglas mit ergonomischen und optischen Schwächen und einer hohen Vergrößerung. Die nur mäßige Auflösung in der Bildmitte, um nur eines der Mankos zu nennen, steht exemplarisch für die Qualität des ganzen Testmodells. Wenn Sie mit einer achtfachen Vergrößerung auskommen, investieren Sie ein wenig mehr und greifen stattdessen zum besseren SV 8×25 DCF von Kowa.

Beim Safari Ultra Sharp 10×26 von Steiner stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis leider gar nicht. Das Binokular ist äußerst lichtschwach, Ergonomie und Abbildungsleistung lassen keine Freude bei uns aufkommen. Chromatische Aberrationen hat der Hersteller gut in den Griff bekommen. Das wasserdichte, leichte und kompakte Glas können wir trotz der mehr als 1.000 positiven 4,5 Sterne-Bewertungen aber nicht nachvollziehen. Gute Eigenschaften sind: Es ist sehr kompakt und leicht, wasserdicht und hat chromatische Aberrationen gut im Griff. Ansonsten müssen wir Abbildungsleistung und Ergonomie als recht freudlos beschreiben.

Wissenswertes über Ferngläser

Ein Binokular oder Fernglas ist im Prinzip ein zweiäugiges (binokulares) transportables Fernrohr, das das räumliche Sehen in der Entfernung mit einer Vergrößerung des Bildes ermöglicht. 7- bis 10-fach sind gebräuchliche Vergrößerungsfaktoren. »Normale« handelsübliche Ferngläser haben meistens ein Gewicht von 200 bis 1.000 Gramm. Die Frontlinse und die vordere Gruppe von Linsen tragen die Bezeichnung Objektiv. Die Augenlinsen werden Okular genannt.

In unserem Test wurden zwei Porro-Ferngläser getestet, der Großteil der Testkandidaten waren jedoch Dachkant-Prismen-Gläser. Die Bauweise der Porrogläser ermöglicht einen größeren Abstand der Objektive, die so auf besondere Weise das plastische Sehen ermöglichen und den Stereoeffekt verbessern. Im Unterschied zur Porro-Bauweise mit versetzten Objektiven und Okularen ermöglichen die heutzutage dominierenden Dachkant-Prismen eine kompakte und gerade Bauweise.

Die verschiedenen Ferngläsern-Arten

Taschen oder Kompaktferngläser dienen üblicherweise eher zu Amateurzwecken. Das minimales Eigengewicht macht sie zu perfekten Reisebegleitern, allerdings zu Lasten ihrer Leistungsfähigkeit. Ein sehr gutes Beispiel für diese Fernglas-Kategorie ist das leichte und wirklich kompakte Leica Ultravid 8×20, das eine sehr gute Optikqualität bietet. Der bedingte Makel der markanten Lichtschwäche aufgrund der Bauart dieser Modell trifft auch hier zu.

Museums- oder Theaterferngläser müssen nicht allzu lichtstark sein. Sie benötigen kein großes Objektiv. Der Vergrößerungsfaktor um 5 reicht hier aus beziehungsweise ist bereits zu viel. Das kommt der Lichtstärke entgegen. Im Test lag der kleinste Faktor der Vergrößerung der Gläser bei 8.

Test Ferngläser: Universalfernglas im Einsatz
Ein Universalfernglas.

Klassische Feldstecher sind Universalferngläser, die beim Jagen, beim Militär oder sonstigen Beobachtungen benutzt werden können. Das Gewicht dieser Gläser liegt zwischen 500 und 1.000 Gramm. Das Gewicht am Gürtel sollte aber 500 Gramm nicht überschreiten. Gängige Objektivdurchmesser sind 42 und 50 Millimeter. Die typische Vergrößerungen sind 8- und 10-fach.

Mit einem Stativ benutzte Gläser – wie sie von Beobachtungspunkten für Touristen bekannt sind – oder fest installierte Gläser fallen unter die Kategorie Großferngläser. Auch auf Fahrzeugen installierte, in der Astronomie, der Grenzsicherung oder dem Militär eingesetzte Geräte fallen darunter.

Spezielle Ferngläser

Binocom der Nautic-Ferngläser sind extra für den Wassersport oder nautischen Bedarf optimiert. Das Eindringen von Wasser wird bei diesen Sichtgeräten meist durch eine Füllung mit Nitrogengas verhindert. Sie verfügen über eine besondere Druckresistenz und besitzen oft  (Glas-) Oberflächen, die daran angepasst sind.

Nachtferngläser haben eine höhere Lichtstärke und sind für Einsätze mit einer geringen Umgebungshelligkeit konzipiert. Hier ist meistens ein Vergrößerungsfaktor von weniger als 9 und Objektive mit großen Durchmessern anzutreffen.

Nachtfernrohre oder Ferngläser mit einem Restlichtverstärker verstärken geringste Wärme- oder Lichtquellen auf Hilfe von Elektronik um das bis zu Mehrtausendfache. Einige Geräte verfügen zusätzlich noch über ein Infrarotlicht.

Ferngläser mit Zoom bieten eine änderbare Vergrößerung, was allerdings meistens mit ein paar Nachteilen bei der Optik wie einer geringeren Lichtstärke verbunden ist. Außerdem erhöht das aufwändige Linsensystem das Gewicht zusätzlich.

Das Gewicht der Ferngläser

Kompaktferngläser wiegen in der Regel weniger als 300 Gramm und finden oft in der Tasche der Hose bequem Platz. Für ein bequemes Tragen, wie beispielsweise am Gürtel, sollte das Gewicht nicht mehr als 500 Gramm betragen. Für Universalferngläser mit mehr Gewicht sollte bei etwas längeren Touren einen Rucksack oder eine Tragetasche dabei haben.

Im Test waren Ferngläser mit einem Gewicht von 220 bis 980 Gramm vertreten. Auch beim Größenunterschied der Gläser sah es ganz ähnlich aus. Es muss nicht von Nachteil sein, wenn ein Fernglas ein größeres Gewicht als eines gleicher Größe hat. Eine höhere Anzahl an Linsen bedeutet gleichzeitig auch mehr Gewicht, können aber auch ein Anzeichen für ein aufwändiges Optiksystem sein. Ausführungen aus Metall bedeuten zwangsläufig auch ein Mehr an Gewicht. Schwere und größere Ferngläser lassen sich einfacher in einer ruhigen Position halten als leichte beziehungsweise kleine.

Objektivdurchmesser und Vergrößerung

Die allgemeine Leistungsfähigkeit eines Binokulars geben die zwei maßgebenden Werte an. Die Bezeichnung 10×50 besagt, dass eine Zehnfachvergrößerung vorliegt und der Durchmesser des Objektives 50 Millimeter beträgt. Diese Werte geben jedoch wenig Auskunft über die grundsätzliche Qualität des Fernglases. Sie nehmen erst einmal auf Größe und Brennweite der Linsen Bezug. Aus diesen beiden Werten lassen sich Werte für Lichtstärke und Dämmerungszahl und die Austrittspupillengröße errechnen lassen.

Die Austrittspupille oder Austrittsblende

Für das Nacht- und Dämmerungsehen ist die Austrittspupille von essenzieller Bedeutung. Sie schreibt den Lichtaustritts-Durchmesser am Okular und wird durch Teilung des Durchmessers durch die Vergrößerung berechnet. Ein 10×50 Fernglas hat also eine 5 Millimeter Austrittspupille. Allgemein ermöglichen geringere Vergrößerungen und größere Objektivdurchmesser eine Vergrößerung der Austrittspupille.

Die Augenpupille des Menschen weist bei Tageslicht nur einen Gesamtdurchmesser von zwei bis drei Millimetern auf, sodass ein Teil des einfallenden Lichts von beispielsweise einer Austrittspupille mit einer Größe von 5 Millimetern nicht in das Auge eintreten kann. Bei guten Lichtverhältnissen ist mit einem schweren und großen Fernglas im Vergleich zu einem kompakten Fernglas für die Tasche mit einer Austrittspupille von 3,1 Millimeter (8,25) erstmal nicht allzu viel dazu gewonnen.

Dämmerungszahl und Lichtstärke

Die Lichtstärke gibt die rein rechnerische Fernglas-Helligkeit ohne qualitative Berücksichtigung der verwendeten Prismen und Gläser und deren Vergütungen an. Bei einem 7×50-Glas wird sie folgend berechnet: Lichtstärke = ( 50/7)² = 51.

Aus dem Objektivdurchmesser und der Vergrößerung wird die Dämmerungszahl berechnet. Die Rede ist von der Quadratwurzel des Produkts von Objektivdurchmesser und Vergrößerung. Hier gilt die Faustregel: Ein höherer Wert ist immer besser. Dämmerungszahl = Quadratwurzel (7 x 50) = 18,7.

Fernglas Test: Universal-Ferngläser
Aufgrund der größeren Objektive gelangt mehr Licht in die Universal-Ferngläser.

Die Transmission ist der Lichtdurchlässigkeitwert der verbauten Gläser und Linsen. Ein natürlicher Transmissions-Gegner sind Spiegelungen an den Oberflächen der Linsen.

Hier werden Vergütungen eingesetzt, um diese zu verringern. Das sind technisch aufwendige Beschichtungen, die außer der Transparenz auch noch weitere der optischen Merkmale verbessern. So können Ferngläser mit qualitativ hochwertig vergüteten Linsen einen besseren Lichtstärkewert als schlechter vergütete Exemplare mit den gleichen Eckdaten bieten.

Aus den blumigen Hersteller-Marketing-Bezeichnungen ihrer Vergütungen ist die Qualität nicht ableitbar. Hier ist eventuell eine ergänzende Nachforschung erforderlich. Als Regel gilt, dass Vergütungen der höherpreisigen Gläser von renommierten Optik-Herstellern wie beispielsweise Zeiss wahrscheinlich besser sind, wohingegen Sie bei einem billigen 3o-Euro-Modell froh sein können, wenn das Glas überhaupt eine Vergütung bekommen hat. Spricht man von der Vollvergütung, sollten alle Linsenoberflächen vergütet sein. Gegenwärtig ist das bei Gläsern an der Tagesordnung.

Ins Gewicht fällt auch die Qualität und Bauart der Spiegel-Prismen. Diese sind erforderlich, um das Bild in eine aufrechte Position zu stellen und bei den Gläsern in Porro-Bauweise mit den weiter auseinander stehenden Objektiven den Strahlengang umzuleiten.

Das Sichtfeld (oder Sehfeld)

Das Sehfeld ist die Bezeichnung für die optisch sichtbare Breite auf eine Entfernung von 1.000 Metern. Die Angabe von 120 Meter/1000 Meter meint, dass in einer Entfernung von einem Kilometer ein Sichtfeld mit einem Durchmesser von 120 Metern zu sehen ist. Je stärker die Gerätevergrößerung ist, desto enger ist im Allgemeinen das Sichtfeld. Manchmal wird die Größe des Sehfeldes ebenfalls in Winkelgrad angegeben.  Wird dieser Gradwert mit 17,45 multipliziert, ergibt das den Wert in Meter. Ein 120-Meter-Sehfeld kann also außerdem eine Bezeichnung von 6,88 Winkelgrad besitzen.

Ein höhere Breite des Sehfelds hat den Vorteils eines besseren Überblicks und das bedeutet eine Erhöhung des Sehkomforts. Um das Sehfeld zu erhöhen, werden bei manchen Gläsern Weitwinkelokulare verbaut. Diesen verdankt das DDoptics EDX Fieldstar 8×30 sein auffallend weites Sehfeld. Da im optischen Bereich nichts umsonst ist, haben Weitwinkelokulare auch Nachteile wie eine zunehmende Randunschärfe oder eine stärkere Verzeichnung.

Bei weitwinkligen Ferngläsern kann es außerdem zu Abschattungen im Sichtfeld kommen (»Kidney Beans«), wenn sich beispielsweise die Pupille nicht exakt in der optischen Achse der Linse oder zu nah am Okular befindet. »Wandern« die Augen im Sehbereich, kann dies der Fall sein. Da die Pupille des Auges sich bei schwächer werdendem Licht vergrößert, kann auf gewisse Weise ein Toleranzbereich entstehen. Das Strahlenbündel kann dann auch noch komplett in die Pupille des Auges eintreten, wenn im Okular zur Seite, nach unten oder nach oben geschaut wird.

Die Pupillen-Distanz

Die Entfernung zwischen den Okularen wird als Pupillendistanz bezeichnet. Diese kann durch die Anzahl der Knickgelenke eines Fernglases verändert werden. Bei kompakten Ferngläsern ist der Abstand für einige Benutzer zu klein. Das kam in unserem Test allerdings nicht vor.

Fernglas Test: Kompaktferngläser
Alle von uns getesteten Kompaktferngläser.

Abbildungsfehler

Im Gegensatz zu einem Foto-Zoomobjektiv ist ein Fernglas ein vergleichsweise simpel aufgebautes Optiksystem. Auch Binokulare weisen, wie alle optischen Systeme, sogenannte Aberrationen oder Abbildungsfehler auf.

Als chromatische Aberrationen werden Farbsäume oder Farbfehler an den kontrastreichen Objektkanten bezeichnet. Diese finden sich vor allem an günstigeren Optiken.

Das menschliche Auge sieht lediglich in einem äußerst engen Winkelbereich richtig scharf, der allerdings deutlich geringer als das Okular-Gesichtsfeld ist. Die Randschärfe des Fernglases ist daher auch von gewisser Wichtigkeit. Ist sie vermindert, handelt es sich auch um einen Abbildungsfehler.

Koma ist eine Besonderheit, bei der die Lichtbündel von einem punktförmigen Beleuchtungskörper wie etwa den Sternen ungleichmäßig abgebildet werden. Das ist besonders am Sichtfeldrand zu bemerken. Sterne lassen sich nicht scharf stellen, wirken diffus und haben beispielsweise eine Art optischen Schweif. Stichproben in unserem Test haben nur kleinere Probleme mit Koma aufgezeigt. Da dieser Abbildungsfehler eher in der Weltraumforschung wichtig ist, haben wir ihn in unserem Test nicht berücksichtigt.

Die Verzeichnung ist ein weiterer maßgeblicher Abbildungsfehler, die meist in einer Kissen- oder tonnenförmigen Form auftritt und gerade Linien am Bildrand krümmt. Bei den getesteten Ferngläsern konnte von uns nur die erste Variante beobachten werden, für die gerade die Binokulare mit Weitwinkel anfällig sind.

So haben wir getestet

Wir haben eine große Menge von Binokularen in einem preislichen Bereich von 30 bis über 600 Euro eingehend überprüft und 36 Gläser für den Test ausgewählt. Dabei wurden von uns sowohl namhafte Hersteller als auch vielversprechende, aber weniger bekannte Produzenten berücksichtigt.

Im Testrahmen wurden die Ferngläser von uns auf zahlreiche qualitative, ergonomische und optische Kriterien überprüft und eine Bewertungstabelle mit unterschiedlichen Priorisierungen erstellt. Auf einige für die Bewertung relevante Eigenschaften gehen wir hier kurz ein.

Fernglas Test: Panorama
Ein Panorama auf der Südseite bietet fast alles Nötige für eine Beurteilung der Optik-Qualität der Ferngläser.

Der von einem Fotoobjektiv bekannte Bild-Stabilisierer (»Image Stabilizer«, oder »IS«) findet sich lediglich bei einem von 22 getesteten Modelle. Aufgrund seines Vergrößerungsfaktors lässt sich das Canon 8X25 IS Binocular so schon ziemlich ruhig halten. Wenn man den Schalter für die Stabilisierung gedrückt hält, scheint das Bild fast wie eingefroren zu wirken. Sinn ergibt diese Konzept erst bei einer noch stärkeren Vergrößerung.

Von Vorteil ist es, wenn es bei den Gläsern hinten und vorne Schutzkappen gibt. Die Kappen sollten Ösen für individuelle Lösungen bieten oder sich zu mindestens am Glas befestigen lassen.

Das Rad für die Zentralfokussierung ist das zentrale Bedienelement jedes Binokulars. Dazu sollten Sie wissen, dass 10-fach-Ferngläser im Test grundlegend mehr Angleichung brauchen, wenn von einem nahen Objekt auf ein Fernes geschwenkt wird. Der Grund ist, dass die Tiefenschärfe bei einer stärkeren Vergrößerung geringer wird. Wir haben uns Übersetzung, Lauf und Erreichbarkeit der verschiedenen Fokusräder angesehen.

Eine gewöhnliche Fehlsichtigkeit ohne eine stärkere Verkrümmung der Hornhaut oder andere Charakteristiken lassen sich durch die Zentralfokussierung an einem Binokular ausgleichen. Für Nutzer, deren linkes und rechtes Auge eine abweichende Fehlsichtigkeit aufweist, verfügen viele der Gläser über eine integrierte Dioptrienkorrektur. Die jeweiligen Lösungen wurden von uns auf ihre Ergonomie überprüft.

Diese befindet sich gemeinhin direkt am rechten der Okulare, wo sie nach unserer Erfahrung auch hingehört. Man schließt sein rechtes Auge, visiert ein nahestehendes Objekt oder einen Gegenstand an und justiert mit dem mittigen liegenden Fokusrad scharf. Dann wird das linke Auge geschlossen und das rechte geöffnet, um mit der Dioptrienkorrektur die Sicht für das andere Auge ebenso scharf einzustellen.

Wie weit die Entfernung des Auges vom Okular betragen muss, gibt der Brennpunkt an. Durch justierbare Naturkautschuk- oder Gummi-Augenmuscheln kann der Abstand angepasst werden. Bei »Brillenträger-Okularen« (für Träger von stärkeren Brillengläsern) muss der Brennpunkt weiter hinten liegen. Wichtig ist hier, ob das Glas durch das Andrücken an Brille oder Gesicht wieder ins Gehäuse des Binokulars geschoben werden und ob der Widerstand beim Verstellen angenehm ist.

Da es beim Wasserschutz große Unterschiede gibt, war uns relevant, ob das Binokular in alltäglichen Situationen wetterfest ist. Im Test traf das auf beinahe jedes Modell zu. Sollte mit Unterwassersituationen oder harten, dauerhaften Wettereinsätzen gerechnet werden, empfehlen wir die Webseiten der Hersteller zu konsultieren.

Einen Stativanschluss brauchen die meisten Nutzer wahrscheinlich eher nicht. Schaden kann es aber ebenfalls nicht. So findet er zum Beispiel bei der Sternbeobachtung Anwendung. Bei den getesteten Gläsern war er gegebenenfalls mit einer entsprechenden Abdeckschraube ausgestattet.

Eine Tasche lag jedem der getesteten Ferngläser bei. Sonstiges Zubehör, welches wir oft antrafen, bestand beispielsweise aus Mikrofasertüchern, Garantieunterlagen, Trageriemen, Abdeckkappen und mehr oder weniger ausführliche Bedienungsanleitungen. Qualität und Umfang sind ebenfalls zu einem kleinem Teil in unsere Bewertung eingeflossen.

Die Abschnitte Austrittspupille, Dämmerungszahl und Lichtstärke haben wir schon näher beleuchtet. Hier wurden von uns die errechneten Werte herangezogen. Zusätzliche (subjektiv) maßgebende Kriterien sind der Detailkontrast, die Klarheit, Schärfe und natürlich die Auflösung. Außerdem wurde von uns bewertet und geprüft, wie stark eventuelle Abbildungsfehler sind und ob sie überhaupt vorliegen.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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