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Fußbälle im Test : Auf den Spuren von Messi und Ronaldo

Veröffentlicht 04.09.2020

Als Kind war man auf dem Bolzplatz der Größte, wenn man einen schicken Fußball hatte – oder am besten einen offiziellen Spielball von internationalen Wettbewerben. Natürlich kommt es bei einem guten Ball nicht nur auf die Optik an, sondern auch auf Spiel- und Flugeigenschaften sowie Wasserresistenz.

Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Kein anderer Sport ist in Deutschland so beliebt wie Fußball. Quasi jeder hat es schon einmal ausprobiert, in den meisten Haushalten wird man einen Fußball finden. Grund für die Popularität ist sicher auch die Unkompliziertheit: Die Regeln sind klar, man braucht nur einen Ball, etwas Platz und mindestens einen Mitspieler.

Ob im Garten, am Strand oder auf dem Bolzplatz: Vielerorts kann man sich mit Freunden zum hobbymäßigen Kicken verabreden, oder aber man spielt gleich in einer (Amateur-)Mannschaft. Ein guter Ball ist da – egal für welchen Zweck – gar nicht so unwichtig. Neben einer schicken Optik kommt es auf das Material, die Spieleigenschaften und einige andere Faktoren an. Dabei gibt es doch erstaunliche Unterschiede zwischen einzelnen Modellen. Wir haben 12 Fußbälle getestet.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Stark wasserabweisendGolfball-OptikWeiche OberflächeGutes ReplikLeichtball
Test Fußball: Adidas Uniforia Pro Fußball EK 2020Test: Derbystar Brilliant Bundesliga 19/20Test: Puma Teamfinal 211 Fifa Quality Pr Puma White Rose Red Ocean Depths Puma Black Omphalodes 83236 01 Gr 5Test: Molten Europa League Ball Replika 2020Test: Nike Strike Team
Modell Adidas Uniforia Pro Derbystar Brilliant APS Bundesliga 19/20 Puma Team Final 21.1 Molten Europa League 2020 Replika Nike Team Strike
Pro
  • Extrem runde Oberfläche
  • Sehr hochwertig verarbeitet
  • Angenehm weiche Außenhaut
  • Extrem stark wasserabweisend
  • Hervorragende Spieleigenschaften
  • Golfball-Optik
  • Weiche und robuste Oberfläche
  • Hervorragend verarbeitet
  • Wasserabweisend
  • Exzellente Spieleigenschaften
  • Strukturierte Oberfläche
  • Sehr guter Grip
  • Angenehm weich
  • Exzellent verarbeitet
  • Ausgezeichnete Spieleigenschaften
  • Strukturierte Oberfläche
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Gutes Spielverhalten
  • Wasserabweisend
  • Preiswert
  • Sehr leicht
  • Angenehm zu schießen
  • Ordentlich verarbeitet
  • Wasserabweisend
Contra
  • Teuer
  • Teuer
  • Teuer
  • Minimale Dellen in der Oberfläche
  • Windanfällig, eingeschränkte Präzision bei weiten Schüssen
  • Empfindliche Oberfläche
Bester Preis

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Stark wasserabweisend: Adidas Uniforia Pro

Stark wasserabweisend

Adidas Uniforia Pro

Test Fußball: Adidas Uniforia Pro Fußball EK 2020
Der offizielle EM-Ball 2020/21 begeistert durch seine extrem runde und hochwertige Oberfläche, nimmt kein Wasser auf und spielt sich vorzüglich.

Wegen des Coronavirus musste der Adidas Uniforia Pro sein Debüt auf der internationalen Fußball-Bühne verschieben. Er ist nämlich der offizielle Spielball für die Fußball-Europameisterschaft, die eigentlich im Sommer 2020 in ganz Europa stattfinden sollte und schließlich auf 2021 verschoben wurde. Mit hohem Spielkomfort, schönem Design und guter Regenresistenz weiß der Uniforia Pro zu überzeugen.

Fußball Test: 20200505
Die sechs Panels sind quasi lückenlos verklebt, weshalb der Ball einer perfekten Kugel sehr nahe kommt.

Unter allen getesteten Spielgeräten ist der Uniforia der rundeste. Bei einigen anderen Fußbällen gibt es leichte Übergange in den Bereichen, wo die einzelnen Panels miteinander verklebt oder vernäht sind, weswegen sie keine perfekte Kugelform aufweisen. Das ist hier anders: Die Außenhaut ist nahezu homogen, weil die sechs Polyester-Panels thermisch verklebt sind und die Zwischenräume somit minimal ausfallen. Da sie außerdem sehr robust wirkt, darf man lange Lebensdauer erwarten.

Die Oberfläche ist mit einer dezenten Struktur versehen. Das sorgt für Griffigkeit und verbessert die Flugeigenschaften, da Verwirbelungen reduziert werden. Angenehm ist darüber hinaus, dass der Ball sich immer noch leicht anfühlt, wenn er komplett aufgepumpt ist. Verantwortlich dafür ist die etwas federnde Außenhaut, die nicht nur den Komfort beim Schießen verbessert, sondern auch wohltuend für Keeper ohne Handschuhe sein dürfte.

Fußball Test: 20200506
Flattern ist beim Adidas Uniforia kein Thema, außerdem ist die Oberfläche schön griffig. Sehr angenehm für Torhüter.

Unser 90-minütiges Wasserbad überstand der EM-Ball quasi ohne Gewichtszunahme. Lediglich zwei Gramm mehr brachte er danach auf die Waage, das ist ein Top-Wert. Die Spieleigenschaften verschlechtern sich also auch bei Regen nicht, wobei der Uniforia aber auf nassem Rasen ziemlich schnell wird. Standesgemäß für einen offiziellen FIFA-Spielball hat er folglich auch das FIFA Quality Pro Logo bekommen.

Fußball Test: 20200506 Fgfg130949
Dank der weichen Oberfläche sind Ballannahme sowie präzises Passen und Schießen kein Problem.

Überhaupt ist an den Spieleigenschaften nichts zu bemängeln. Der Ball springt und fliegt sehr natürlich, ist leicht zu beherrschen und lässt sich somit auch präzise schießen und passen. Hier wirkt sich natürlich auch seine extrem runde Form positiv aus. Dank der strukturierten Oberfläche hat es der Schütze außerdem leichter, den Ball anzuschneiden.

Alles in allem bekommt man beim Adidas Uniforia Pro einen schönen, aktuellen Fußball ohne wirkliche Schwächen. Ganz im Gegenteil: Verarbeitung, Material und Form sind herausragend, weshalb es wirklich Spaß macht, mit ihm zu kicken.

Golfball-Optik: Derbystar Brilliant APS Bundesliga 19/20

Golfball-Optik

Derbystar Brilliant APS Bundesliga 19/20

Test: Derbystar Brilliant Bundesliga 19/20
Als offizieller Bundesliga-Spielball überzeugt der Derbystar Brilliant APS Bundesliga 19/20 in Golfball-Optik auf ganzer Linie.

Von einem Ball, der jede Woche in der Bundesliga rollt, darf man einiges erwarten. Seine Vorschusslorbeeren konnte der Derbystar Brilliant APS Bundesliga 19/20 auch in unserem Test bestätigen.

Bei genauerer Betrachtung sieht die Oberfläche des Derbystar aus wie die eines Golfballs. Sie ist nämlich mit sogenannten Dimples, also vielen, vielen kleinen Dellen versehen, die den Luftwiderstand minimieren sollen. Tatsächlich fliegt der Ball nicht nur weit, sondern auch sehr sauber.

Fußball Test: 20200505
Mit ihm wird in der Bundesliga gekickt: der Derbystar Bundesliga Brilliant APS.

Vernäht sind insgesamt 32 Panels. Der Ball rollt gerade und ohne Holperer, selbst wenn er nur ganz leicht angestupst wird. Er ist aber nicht ganz so perfekt rund wie der Adidas Uniforia. Nähte oder Zwischenräume zwischen den Panels sind dennoch nicht erkennbar. Die Oberfläche ist aus Polyurethan-Mikrofaser gefertigt, wodurch sich der Ball beim Fangen und Schießen schön weich anfühlt und gleichzeitig griffig ist. Insgesamt also beste Voraussetzungen für lange Lebensdauer.

Fußball Test: Derbystar Brilliant Aps Bundesliga 19:20
Die Golfball-Struktur vom Derbystar.

Unter der Oberfläche versteckt sich die sogenannte Null-Flügel-Blase. Sie besteht aus Naturlatex ist stellt sicher, dass der Derbystar immer rund läuft und nicht eiert. Bevor der Ball in die Wanne musste, wog er 429 Gramm – 90 Minuten später waren es immerhin 13 Gramm mehr.

Der Derbystar Brilliant APS Bundesliga 19/20 wirkt insgesamt sehr stabil und stellt weder Feldspieler noch Torhüter vor böse Überraschungen. Seine Flugbahn ist gerade und daher gut kalkulierbar, dennoch kann man ihm auch guten Schnitt verleihen. Das FIFA Quality Pro Siegel ist da wenig überraschend. In Sachen Spielkomfort gibt es also nichts zu mäkeln, gegenüber dem Adidas Uniforia nimmt er allerdings etwas mehr Wasser auf.

Weiche Oberfläche: Puma Team Final 21.1

Weiche Oberfläche

Puma Team Final 21.1

Test: Puma Teamfinal 211 Fifa Quality Pr Puma White Rose Red Ocean Depths Puma Black Omphalodes 83236 01 Gr 5
Die strukturierte und weiche Oberfläche des Puma Team Final 21.1 garantiert hohen Spielkomfort und sehr gutes Flugverhalten.

Schon wenn man den Puma Team Final 21.1 mit den Händen berührt, kann man seine hochwertige Verarbeitung anhand der besonderen Oberfläche erfühlen. Er besteht aus acht Panels, wodurch nicht allzu viele Nähte gebraucht werden, die seine Kugelform beeinträchtigen könnten. Überhaupt sind weder die Nähte, noch unerwünschte Zwischenräume sichtbar – dafür prangt aber das FIFA Quality Pro Logo auf einem der Panel.

Entsprechend rund kommt der Team Final 21.1 daher, wobei der Polyurethan-Oberfläche jedoch eine spezielle 3D-Struktur verliehen wurde, die bessere Aerodynamik und mehr Grip gewährleisten soll. Das funktioniert in der Praxis ziemlich gut, sodass der Ball selbst bei nassen Bedingungen noch sicher kontrollierbar ist.

Fußball Test: 20200505
Die Oberfläche des Puma Team Final 21.1 ist speziell für gute Aerodynamik strukturiert.

Beim Spielen fällt schnell auf, wie weich der Ball ist. Grund dafür ist der sogenannte POE-Schaum, der sich auch positiv auf das Sprungverhalten und die Beschleunigung des Balles auswirkt. Die Mixtur aus Synthetic-Leder, Gummischaumstoff, synthetischem Gummi und Polyester garantiert trotz der vergleichsweise weichen Oberfläche mehr als genügend Stabilität.

Ursprünglich hat der Team Final 21.1 mit 443 Gramm eingewogen, nach dem 90-minütigen Wasserbad brachte er allerdings schon 458 Gramm auf die Waage. Das ist leider eher mittelmäßig, andere Bälle seiner Preisklasse haben sich teilweise deutlich weniger mit Wasser vollgesaugt. Immerhin konnten wir dank des Puma Air Lock Ventils in unserer Testphase keinen wirklichen Druckverlust erkennen.

Fußball Test: 20200505
Schön verarbeitet: Keine Zwischenräume zwischen den einzelnen Panels.

Keine Schwächen fielen uns bei den Spieleigenschaften auf. Das Spielgerät rollt schön geradeaus und lässt sich angenehm stoppen und wieder passen. Ebenso fliegt er schön ruhig, Torhüter müssen also keine Angst vor Flatterbällen haben. Dank der Struktur auf der Oberfläche kann man ihm auch leicht Effet mitgeben.

Vom Handling her weiß der Puma Team Final 21.1 also zu überzeugen, was gerade an der guten Verarbeitung liegt. Bei sorgsamem Umgang sollte er so lange Zeit halten. Schade ist allenfalls, dass er bei nassen Bedingungen ziemlich viel Wasser aufnimmt und nicht ganz günstig ist.

Gutes Replik: Molten Europa League 2020 Replika

Gutes Replik

Molten Europa League 2020 Replika

Test: Molten Europa League Ball Replika 2020
Die Replika von Moltens Europa-League-Ball überzeugt durch die angenehme Oberfläche, die gute Verarbeitung und das tolle Spielverhalten.

Bälle, die auf nationaler oder internationaler Ebene eingesetzt werden, sind im Handel meist ziemlich teuer. Hersteller bieten deshalb in der Regel günstige Versionen an, die aber qualitativ nicht mit den Originalen mithalten können. Als eine Nachbildung mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis erwies sich der Molten Europa League 2020 Replika

Fußball Test: 20200505
Für ein Replika ist der Molten 3600 Official Matchball Replica erstaunlich rund.

Die preiswerte Variante des offiziellen Balles der UEFA Europa League 2019/20 ist aus 32 genähten und geklebten Panels gefertigt. Von Nähten ist allerdings nichts zu sehen, überhaupt wirkt die Oberfläche bis auf zwei, drei minimale Dellen schön gleichmäßig. Für diese Preisklasse ist das absolut in Ordnung.

Dank der wabenförmigen Struktur auf der Oberfläche ist der Ball für Schützen und Torhüter gleichermaßen griffig und dabei noch schön weich, was wiederum die Ballkontrolle erleichtert – egal ob bei der Annahme oder beim Schuss.

Fußball Test: 20200505
Viel Grip und gutes Ballgefühl dank der wabenartigen Oberfläche.

An der Kunststoffhaut perlt Nässe gut ab, auch an den Nähten hat Wasser keine Chance. Unser Wasserbad überstand der Molten daher mit einer Gewichtszunahme von nur 13 Gramm – wiederum sehr ordentlich für ein Replik. Ebenso überzeugt der Ball mit beachtlichem Flugverhalten: Effet mitgeben ist kein Problem, gerade Schüsse flattern nur sehr wenig. Wirklich hohe Schussgeschwindigkeiten wird man allerdings nicht erreichen, dafür bräuchte es ein Original.

Wenn man aber die Qualität des Molten Europa League 2020 Replika in Relation zu seinem Preis setzt, so wird man bald feststellen, dass man hier nicht viel falsch machen kann, denn an Verarbeitung, Oberfläche sowie Spieleigenschaften gibt es überraschend wenig auszusetzen.

Leichtball: Nike Team Strike

Leichtball

Nike Team Strike

Test: Nike Strike Team
Mit nur 276 Gramm ist der Nike Team Strike das ideale Spielgerät für Kinder.

Keine Preise gefunden.

Für kleinere Kinder oder lockeres Spielen im Garten eignet sich der Nike Team Strike. Bei der Draufsicht erkennt man schon, wieso: Unter den Namen prangt die Aufschrift »Lightweight« – ein Leichtball also, der aber trotzdem so groß ist wie die anderen Testkandidaten. Genauer gesagt bringt er 276 Gramm auf die Waage, damit fehlen ihm gut 130 Gramm für eine FIFA-Zertifizierung.

Fußball Test: 20200505
Das Leicht: Nur 276 Gramm bringt der Nike Team Strike auf die Waage.

Entsprechend genügt weniger Kraft, um den Team Strike mit Nachdruck zu schießen, was auch kleineren Kindern ermöglicht, schon früh mit einem normalgroßen Ball zu kicken. Ebenso wichtig ist es, dass der Ball aufgrund seines Gewichts auch nicht so weh tut, wenn man ihn einmal abbekommt. Selbst bei nassen Bedingungen wird er die 300-Gramm-Marke nicht überschreiten.

Die Oberfläche besteht aus einer Mixtur aus Gummi, Polyester und Polyurethan und ist in zwölf Panels aufgeteilt, die dem Ball eine schön runde Form verleihen. An den Nähten gibt es weitgehend wenig auszusetzen, im Inneren befindet sich eine Butyl-Blase. Mit einem solchen Leichtball darf man natürlich keine punktgenauen Pässe erwarten, aber für sein Gewicht rollt er doch sehr ordentlich.

Fußball Test: 20200505
Für einen günstigen Leichtball sind die Nähte solide, auch die Kugelform ist gut gelungen.

Sogenannte Aerow Trac-Kerben sollen dem Leichtgewicht helfen, eine stabile Flugbahn zu halten. Schießt man aber mal etwas weiter oder kommt Wind in die Quere, so ist es doch ein kleines Glücksspiel, wo der Ball landet. Dann sollte besser keine Dornenhecke in der Nähe sein – Berichten zufolge hält die Außenhaut scharfen Ästen nicht unbedingt stand.

Für ernsthafte Spiele ist der Nike Team Strike der falsche Ball. Besonders Kinder werden an ihm aber ihre Freude haben – und damit auch die Eltern, denn mit dem Leichtball sollte nichts zu Bruch gehen und niemand verletzt werden.

Außerdem getestet

Der Molten F5U5003 ist der offizielle Spielball der Europa League Saison 2019/20 und damit das originale Pendant zum bereits vorgestellten Replika. Qualitativ ist er dem kleinen Bruder natürlich überlegen und kann selbst mit anderen Top-Bällen von Adidas, Derbystar und Puma gut mithalten. Die Golfball-Struktur auf der schön runden Oberfläche garantiert gute Flugeigenschaften und bietet genug Griffigkeit, außerdem glänzt er auch mit seinen Wassereigenschaften: In der gefüllten Badewanne nahm sein Gewicht in 90 Minuten nur um zwei Gramm zu – ein Spitzenwert. Alles in allem ein sehr guter Ball, den man bedenkenlos kaufen kann.

Ein ziemlich günstiges Modell ist der Hummel Energizer. Wie für andere preiswerte Bälle gilt auch hier: Eigentlich kann man bei solch einem Preis nicht viel falsch machen. Zum entspannten Kicken im Park oder am Strand ist er auf jeden Fall gut genug, gleichzeitig ist es auch nicht schlimm, wenn er dreckig wird oder ein paar Schrammen davonträgt. Seine Oberfläche ist leider etwas faltig und die Nähte sind nicht perfekt verarbeitet, folglich sind auch Flatterbälle keine Seltenheit. Im Wasserbad nahm er satte 31 Gramm zu, das ist ziemlich viel. Für gelegentliches Spielen in der Freizeit mag der Energizer ausreichen, eine langfristige Lösung stellt er aber nicht dar.

Retro-Feeling kommt mit dem Tango Rosario von Adidas auf, denn Modifikationen des schwarzen Tango-Musters kamen bei den Weltmeisterschaften von 1978 bis 1998 regelmäßig zum Einsatz. Auf der schön glatten, aus Polyurethan genähten Oberfläche prangt daher auch das FIFA Quality Logo. Seine Spieleigenschaften sind in Ordnung, aber nicht perfekt: Manchmal läuft er nicht ganz rund, beim Schuss fühlt er sich nicht so geschmeidig an wie die Top-Bälle. Angesichts des ziemlich kleinen Preises ist das aber akzeptabel – gerade für Fußballromantiker.

Optisch unterscheidet sich der Derbystar Brilliant Bundesliga 19/20 Replica kaum vom entsprechenden Original, die Oberfläche besteht nämlich ebenso aus Polyurethan und weist die typische Golfball-Struktur auf. Leider sind im Gegensatz zur offiziellen Version die Nähte zwischen den 32 Panels teils klar sichtbar. Auch im Spiel- und Flugverhalten hat die Nachbildung deutlich das Nachsehen. Beim Schuss fühlt sich der Replica härter an, am Boden und in der Luft bewegt er sich nicht so gleichmäßig. Nach seinem Aufenthalt in der Badewanne wog er satte 37 Gramm mehr – beim Original waren es lediglich 13 Gramm. Wer etwas regelmäßiger spielt, sollte daher lieber in den offiziellen Bundesliga-Spielball von Derbystar investieren.

Zunächst erinnert der Adidas Team Training Pro noch an einen traditionellen Lederball, jedoch ist das Spielgerät recht rutschig und damit undankbar für Torhüter. Logischerweise besteht die Oberfläche daher nicht aus Leder, sondern schlicht aus Polyurethan. Die Panels sind handgenäht und qualitativ zumindest für die niedrige Preisklasse sehr ordentlich. Obwohl der Ball mit seinem 405 Gramm knapp zu leicht für FIFA-Standards ausfällt, fühlt er sich beim Schießen und Köpfen recht hart an. Auch das Flugverhalten kommt nicht an die Premium-Bälle heran. Immerhin rollt er schön gerade und weist Wasser zuverlässig ab.

Wissenswertes über Fußbälle

Wurden einst noch Fußball-Weltmeisterschaften mit Bällen aus Leder ausgetragen, kam bei der WM 1986 in Mexiko erstmals ein vollsynthetischer Ball zum Einsatz, der sich bei Nässe logischerweise nicht mehr so sehr mit Wasser vollsaugt wie ein Lederball. Inzwischen bestehen Fußbälle aus thermoelastischem Kunststoff wie etwa Polyurethan, womit quasi gar kein Wasser mehr aufgenommen wird.

Um gleiche Trainings- und Wettkampfbedingungen zu gewährleisten, sind die Maße der Bälle heutzutage genormt: Kinder- und Jugendmannschaften spielen mit leichteren und kleineren Bällen der Größen 3 oder 4, die sich zwischen 19 und 21 Zentimeter Durchmesser bewegen und 290 bis 350 Gramm schwer sind.

Fußball Test: Puma Footballs
Fußbälle der Größe 5 gibt es in den unterschiedlichsten Farben und Preisklassen.

Im Profibereich ist durch den Weltverband FIFA die Größe 5 festgelegt worden. Die Bälle müssen demnach einen Umfang zwischen 68 und 70 Zentimetern und ein Gewicht von 410 bis 450 Gramm aufweisen. Weitere Kriterien sind Druck von 0,6 bis 1,1 bar und, wenig überraschend, die Form einer Kugel. Bälle, die man üblicherweise in Shops findet, entsprechen diesen Angaben in der Regel.

Vor dem Kauf sollte man sich Gedanken machen, wo und wie der Ball eingesetzt werden soll. Fü einen Sechsjährigen, der hin und wieder im Garten Fußball spielt, tut es meist ein günstiger, einfacher Ball, der im Idealfall auch etwas kleiner und leichter ist. Erfahrene Mannschaftsspieler hingegen wollen normalerweise auch in ihrer Freizeit oder im Training mit einem wettkampfkonformen Ball spielen, der dann entsprechend etwas teurer sein kann.

Schon für rund 10 Euro bekommt man die günstigsten Fußbälle. Allerdings sind die dann häufig nicht so gut verarbeitet, was man vor allem an den Nähten sehen kann.

Fußball Test: Logos
Bälle, die eines der beiden FIFA-Logos tragen, erfüllen in der Regel wichtige Prüfkriterien.

Gute Qualität erkennt man am FIFA Quality Siegel: Ein Ball mit dem entsprechenden Aufdruck hat einige Tests hinsichtlich, Gewicht, Umfang, Rundheit und einigen anderen Kriterien bestanden. Noch besser ist das FIFA Quality Pro Siegel, das Bälle ziert, die in der Bundesliga oder bei Welt- und Europameisterschaften rollen.

Solche offiziellen Spielbälle bewegen sich preislich im hohen zweistelligen Bereich. In der Regel bieten Hersteller aber günstige Replicas an, die schon für etwa 20 Euro erhältlich sind. Optisch sind sie absolut gleich, jedoch gibt es Unterschiede bei der Oberfläche. Die Originale sind meist langlebiger und überzeugen mit besseren Spieleigenschaften.

So haben wir getestet

Im Test kam es zunächst auf die Äußerlichkeiten an, also auf Verarbeitung, Materialen und eine saubere Kugelform. Anschließend ging es für die Bälle in den Praxistest, wo wir Spiel- und Flugeigenschaften überprüft haben. Manche Bälle lassen sich schön präzise passen und schießen, während andere in der Luft zum flattern tendieren. Angenehm ist es beim Spielen außerdem, wenn der Ball sich nicht zu hart und schwer anfühlt.

Des Weiteren haben wir uns gefragt: Was passiert, wenn es regnet? Früher saugten sich die Bälle dann mit Wasser voll, heute sollte das bei einem guten Ball nicht mehr passieren. Um solche Bedingungen zu simulieren, haben wir die Testmodelle 90 Minuten lang in die gefüllte Badewanne gelegt, regelmäßig gewendet und davor und danach gewogen.

Auch für die Torhüter macht die Qualität des Balles einen Unterschied, besonders bei der Oberfläche. Im Idealfall sollte die griffig, aber trotzdem weich sein, denn bei Freizeitkicks hat man vielleicht nicht immer Torwarthandschuhe dabei.

Schließlich haben wir bei unseren Trainingseinheiten schon überprüft, ob die Fußbälle erste Gebrauchsspuren davontragen. Wirklich aussagekräftig in dieser Hinsicht kann aber erst der Langzeittest sein.

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