Für den perfekten Schwung Test: Nordic Walking Stöcke

Nordic-Walking-Stöcke im Test : Für den perfekten Schwung

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Veröffentlicht 22.03.2020

Nordic-Walking-Stöcke eignen sich nicht nur für den Sport, einige nutzen sie auch als stylische Alternative zur Gehhilfe. Welchen Einsatz auch immer sie letztendlich haben sollen – der Stock sollte gut verarbeitet und stabil sein. Wir haben 9 Modelle getestet, darunter waren fünf Stöcke mit fester Länge von 115 Zentimetern und vier Teleskop-Stöcke.

Karin Bünnagel
Karin Bünnagel
schreibt als freie Journalistin überwiegend über Gesundheits- und Fitnessthemen, unter andere für das Fitnessmagazine Wanderlust und RADtouren. Sie testet überwiegend Produkte rund um Sport, Fitness und Gesundheit.

Nordic-Walking-Stöcke, Wanderstöcke und Skistöcke sind das Gleiche? Nein, ganz und gar nicht. Wer also Wert auf einen richtigen Nordic-Walking-Stock legt, sollte auf ein paar Kriterien beim Kauf achten. Wofür man die Stöcke dann benutzt, bleibt aber jedem selbst überlassen.

Wir haben uns 9 Stöcke angesehen und sie ausführlich draußen getestet, dabei haben wir auch einige empfehlenswerte Modelle gefunden und können Tipps zum Kauf geben.

Hochwertig: Leki Response

Ein guter Nordic-Walking-Stock ist der Leki Response, wie wir finden. Er eignet sich nicht nur für Anfänger, sondern auch für Fortgeschrittene und gleichermaßen für Asphalt und Gelände. Auch der Preis ist in Ordnung und wir sehen in ihm ein gutes Gesamtpaket.

Hochwertig

Leki Response

Test Nordic-Walking-Stock: Leki Response
Der Aluminiumstock von Leki ist hochwertig verarbeitet und perfekt zum Nordic Walking geeignet.

Der Stock wirkt hochwertig und der Korkgriff liegt angenehm und gut in der Hand. Die minimalistische Handschlaufe ist durchdacht, es gibt einen Hautschutz zwischen Zeigefinger und Daumen, hier scheuert kein Riemen an der Haut. Auch das Material finden wir angenehm. Die Verarbeitung des Klettverschlusses finden wir ebenfalls gut und auch für schmale Handgelenke eignet er sich, hier steht kein Verschluss über, er liegt schön fest an.

Der Stock schwingt beim Nordic-Walking mit, ohne dass er vibriert. Auch wenn man den Griff am Ende eines Armschwungs loslässt, kann man den Stock leicht wieder greifen. Das sorgt für einen gleichmäßigen Bewegungsablauf.

Die Asphalt-Pads können leicht ausgewechselt werden. Sie greifen gut auf Asphalt. Für lockeren Untergrund geben Metallspitzen guten Halt. Indem bei der Kunststoffkappe der orange Hebel gedrückt wird, kann die Handschlaufe einfach gelöst werden. Ist man darin geübt, funktioniert das auch mit einer Hand. Man kann die Lasche auch leicht zurück in die Öffnung führen, dazu muss der Griff umfasst werden. Rastet die Lasche ein, kann es weitergehen.

Wir finden vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis hier toll, denn für diesen guten Stock muss man nicht zu viel Geld ausgeben.

Spitze-Pad-System: One Way Team 15

Spitze-Pad-System

One Way Team 15

Test Nordic-Walking-Stock: One Way Team 15
Team 15 bietet eine pfiffige Lösung für den Wechsel von Metallspitze zu Asphalt-Pads.

Auch die Stöcke Team 15 von One Way sehen hochwertig aus. Vor allem das Spitze-Pad-System gefällt uns gut.

Hier gibt es ebenfalls einen Kork-Griff, der angenehm in der Hand liegt. Hier ist die Handschlaufe aber ein wenig steif. Auch gibt es zwischen Zeigefinger und Daumen einen Hautschutz. Selbst bei schmalen Handgelenken steht der solide verarbeitete Klettverschluss nicht über, da er fest anliegt.

Den Abstand zwischen der Schlaufe und dem Griff kann man individuell einstellen, dazu aus der Kunststoffkappe die Halterung  ziehen und Länge anpassen. Damit funktioniert der Bewegungsablauf reibungslos. Zum Fixieren der Einstellung muss die Halterung dann nur nochmal fest in die Kappe gedrückt werden. Wird die Schlaufe nahe am Griff positioniert, entsteht eine Öse, die hat uns im Test aber nicht gestört. Wir finden es aber schade, dass man deshalb die Schlaufe nicht vom Stock lösen kann.

Vor allem das Spitze-Pad-System gefällt uns gut, wenn man die Spitze nicht braucht, kann man den Pad-Aufsatz nach oben knicken, dann rastet er ein. Das erfordert aber ein wenig Druck, daher sollte aufpassen, dass man sich dabei nicht verletzt, denn der Metallstift ist spitz. So kann man keine Pads verlieren oder vergessen. Sollten die Pads mal abgenutzt sein, so können sie einfach gegen ein Ersatzteil getauscht werden.

Mit der Spitze hat man guten Halt und die Pads finden wir ebenfalls griffig. Wer häufig das Terrain wechselt, bekommt mit diesem Stock eine einfache Möglichkeit, zwischen Stift und Pads zu wechseln.

Extrem leicht: Komperdell Carbon Featherlight

Extrem leicht

Komperdell Carbon Featherlight

Nordic-Walking-Stock Test: Komperdell Featherlight
Federleichter Nordic-Walking-Stock aus Carbon.

Der Komperdell Carbon Featherlight ist seinem Namen entsprechend wirklich extrem leicht. Auch hier findet sich ein Korkgriff. Für diese Leichtigkeit muss man zwar mehr Geld zahlen, wir finden die Stöcke aber empfehlenswert.

Der Stock ist in Schwarz gehalten und hat einen kupferfarbenen Streifen, er wirkt fast schon elegant. Die Handschlaufe fühlt sich auf der Haut angenehm an und wirkt robust. Auch hier wird die Haut zwischen Zeigefinger und Daumen geschützt, durch ein elastisches Band. Auch bei diesem Stock steht der Klettverschluss selbst bei schmalen Handgelenken nicht ab und liegt schön fest an. An der Innenseite der Schlaufe findet sich außerdem eine Markierung für rechten und linken Stock. Da die nahe am Griff liegt, sind beim Armschwung flüssige Bewegungsabläufe möglich.

Damit die Schlaufe vom Stock gelöst wird, muss man nur an der Lasche ziehen, auf deren Kunststoffkappe der Firmenname steht. Um die Schlaufe dann erneut an den Stock zu setzen, einfach die Halterung in die Kappe drücken, dann schließt der Mechanismus. Dafür braucht man aber zwei Hände und das Auslösen bzw. Verbinden ging nicht immer gleich einfach.

Die Pads kann man schnell auswechseln, sie sind fußförmig und haben auf Asphalt einen guten Grip. Auch die abgeflachte Metallspitze funktioniert gut.

Der Stock ist leicht, aber auch recht teuer, wir empfehlen ihn daher vor allem, wenn Sie besonderen Wert auf geringes Gewicht legen.

Teleskop-Stock: Leki Traveller Alu

Teleskop-Stock

Leki Traveller Alu

Test Nordic-Walking-Stock: Leki Traveller Alu
Toller Teleskop-Stock fürs Nordic Walking.

Mit dem Leki Traveller Alu bekommt man einen Teleskopstock, der dank Schnellspanner auf die richtige Länge eingestellt werden kann. Wir finden ihn vor allem gut, wenn man mit der Standard-Stocklänge nicht zurechtkommt und sie gerne individuell einstellen möchte.

Die Stocklänge kann dabei mit Hilfe einer Skala angepasst werden, die zeigt mögliche Einstellungen in Schritten von fünf Zentimetern an.

Auch hier liegt der Griff aus Kork angenehm in der Hand und auch das Gewicht empfinden wir nicht als negativ. Der Stock vibriert bei der Benutzung nicht, wenn der Griff losgelassen wird, hat man ihm beim Armschwung dann auch schnell zurück in der Hand. Wie bei den anderen Empfehlungen, liegt auch hier der Klettverschluss selbst bei dünnem Handgelenk fest an.

Von den Asphalt-Pads waren wir zunächst verwundert, denn laut Internet sollten sie fußförmig sein, unsere hätten wir eher bei Wanderstöcken vermutet. Auch das Austauschen gestaltete sich ein wenig schwierig. Die Metallspitze bietet im Gelände aber guten Halt und ist abgeflacht.

Uns gefällt, wie sich die Handschlaufe vom Griff lösen lässt. Dazu muss der roten Hebel der Kunststoffkappe zu sich nach unten gedrückt und die Hand nach oben geschoben werden. Das Andocken geht noch leichter, hierzu die Öse der Handschlaufe über die Halterung streifen und schon ist man fertig. Hat man mehr Übung und kräftige, gelenkige Daumen, klappt das auch einhändig.

Wir empfehlen diesen Stock für alle, die ein robustes Traveller-Modell suchen.

Was gibt es sonst noch?

Beim Carbon-Stocks von Alpidex gibt es fußförmige Pads mit verschiedenen Profilen und eine Halterung dafür, die kann am Stock angebracht werden. Den Klettverschluss kann man einfach befestigen, im Gegensatz zu unseren Empfehlungen steht die Lasche hier aber ab, wenn die Handgelenke nicht so breit sind. Zwischen der Schlaufe und dem Stock kann der Abstand individuell eingestellt werden, das ist aber nicht so einfach. Die Handschlaufe kann gelöst werden, indem auf die Kunststoffkappe gedrückt wird. Der Abstand bis zum Griff kann dann eingestellt werden. Das Band hat im Test unangenehm gegen die Haut zwischen Zeigefinger und Daumen gerieben. Hierfür gibt es aber Handschuhe zu kaufen. Der Preis dagegen kann sich sehen lassen.

Der Gipfelsport Nordic-Walking-Stock kommt mit Schneetellern, Tasche und Pads. Hier kann die Länge der Teleskopstöcke mit einem Schnellverschluss eingestellt werden. Dabei wird die Stocklänge per Skala pro Zentimeter angezeigt. Beim Korkgriff gibt es zwischen Mittel- und Zeigefinger eine Erhebung, beim Armschwung hat das gestört. Beim Klettverschluss, mit dem die Handschlaufe befestigt wird, steht nichts über. Die Verarbeitung hat uns aber nicht gefallen, denn während dem Test riss eine Lasche ab, auf welcher die Markierung der Stockseite zu sehen war. Einen Hautschutz gibt es, im Test war der Stock aber wackelig und wir haben nur manchmal runde Abläufe hinbekommen. Mit beiden Händen lässt sich die Schlaufe vom Stock lösen. Fürs Wandern oder Spazierengehen mag dieser Stock gut sein, fürs Nordic-Walking empfehlen wir ihn eher nicht.

Bei den Steinwood Carbon-Nordic-Walking-Stocks gibt es ebenfalls eine Tasche, Schneeteller und unterschiedliche Pads. Der Teleskopstock kann durch zwei Schnellverschlüsse verstellt werden. Hier gibt es eine Skala mit Abständen von fünf Zentimetern. Der Klettverschluss steht etwas ab beim Befestigen, der Kork-Griff ist aber angenehm. Wir fanden aber auch diesen Stock ein wenig wackelig und beim Armschwung haben wir ihn nach dem Öffnen nicht sofort wieder gefunden. Die Handschlaufe kann einhändig vom Stock gelöst werden, aber nur mit zwei Händen lässt sich der Haken dann in der Kunststoffkappe wieder verankern. Hier gibt es außerdem keinen Hautschutz.

Die Pads und auch die Spitze sorgen für guten Halt, aber auch diesen Stock empfehlen wir eher für Spaziergänge und Wanderungen.

Der Attrac Classic wirkt hochwertig mit seiner schwarzen Optik. Auch hier fixiert man den Teleskopstock durch zwei Drehverschlüsse und die Skala zeigt ebenfalls Abstände von fünf Zentimetern. Der Griff aus Kork liegt angenehm in der Hand, der Klettverschluss ist aber für schmale Handgelenke eher nicht geeignet. Hier steht die Lasche ziemlich über, die Verbindung ist kurz. Den Abstand zwischen Griff und Schlaufe kann man mit einem Keil einstellen, der ist in der Kunststoffkappe. Stößt man mit dem Stock kräftiger auf, drückt sich dieser Keil aber nach oben. Spitze und Pads bieten aber guten Halt.

Wissenswertes über Nordic-Walking-Stöcke

Nordic-Walking Stöcke sind keine Ski- oder Wanderstöcke. Beim Nordic-Walking handelt es sich um ein Ganzkörpertraining, bei dem mehr Muskelpartien gekräftigt werden. »Aufgrund der Stöcke werden die Fußgelenke entlastet. Und auch die Belastung für die Kniegelenke ist geringer als beispielsweise beim Joggen«, so Andrea Martens, Nordic-Walking-Instruktorin und ehemalige Redakteurin des Magazins »Nordic Walker«.  Der Einsatz der Stöcke fördert außerdem die Koordinationsfähigkeit und bringt Trittsicherheit.

Nordic-Walking-Stock Test: Nordic Walking
Die natürlichen Bewegungen werden unterstützt.

Man stößt sich mit den Stöcken ab, so können Rücken- und Armmuskulatur gestärkt werden, außerdem können sich dabei auch Schulter- und Nackenverspannungen lösen. Vorausgesetzt, man benutzt die Stöcke richtig und hat den geeigneten Stock.

Welche Stocklänge?

Die ist von der Körpergröße abhängig, Andrea Mertens beschreibt folgendes: »Stellen Sie aufrecht hin, umfassen Sie mit der Hand den Stock am Griff, und stellen Sie ihn senkrecht vor sich. Der Winkel in der Armbeuge sollte einen 90-Grad-Winkel beschreiben.«  Der Winkel sollte bei Anfängern nicht kleiner sein, Fortgeschrittene können aber auch längere Stöcke benutzen.

Nordic-Walking-Stock Test: Nordic Walking Stocklänge
Hier sieht man einen Stock mit der idealen Länge.

Eine Formel dafür gibt es auch: Man nimmt die Körperlänge – in Zentimeter– mal 0,68, das wären etwa 166 cm x 0,68 = 112,88 cm. Mit diesen Maßen gibt es natürlich keine Stöcke, daher sollte auf- oder abgerundet werden, hier wäre das etwa ein Stock mit 110 Zentimeter Länge. Daneben gibt es auch Teleskopstöcke, die können individuell eingestellt und für den Transport auch kleiner gemacht werden.

Schneeteller, Pads, Spitzen

Fürs Gelände eignen sich Spitzen, Pads dafür für den Asphalt. Die Spitze ist dabei aus Hartmetall und sorgt für Halt bei losem Untergrund. »Damit sie nicht unnötig auf hartem Asphalt abgenutzt werden, sollten man in diesen Situationen die Pads aus Gummi verwenden«, so Andrea Martens.

Nordic-Walking-Stock Test: Nordic Walking Spitzen
Verschiedene Aufsätze eignen sich fürs Gelände oder Asphalt.

All unsere Test-Stöcke hatten abnehmbare Pads, bei manchen waren sogar Schneeteller dabei. Will man die Pads nicht verlieren, sollten sie fest angebracht werden, One Way bietet hierfür z. B. ein Drehsystem an. Die meisten Test-Pads waren angeschrägt oder fußförmig, so lässt es sich besser mit dem Stock abstoßen.

Der richtige Halt

Ein Griff dient beim Nordic-Walking nicht nur zum Festhalten: »Beim Nordic Walking öffnet man beim Ende des Armschwungs die Hand und lässt den Stock kurze Zeit los, um ihn dann wieder zu greifen«, erklärt Andrea Martens. »Daher sollte die Handschlaufe gut sitzen, damit der Schwung nicht verloren geht.«

Nordic-Walking-Stock Test: Nordic Walking
Die Technik ist entscheidend, der Stock wird kurz losgelassen.

Deshalb muss man die Handschlaufe individuell einstellen können, damit sie der Hand angepasst wird. Manche Hersteller bieten die Schlaufen in verschiedenen Größen. Es ist daher wichtig, welcher Stock links oder rechts sitzt, die Test-Produkte hatten hierfür Hinweise angebracht.

Die Handschlaufe sollte die Hand nicht einschnüren und genügend Bewegungsfreiheit bieten. Beim Armschwingen sollte die Hand geöffnet werden können, ohne dabei den Stock zu verlieren und mit dem Schwung muss der Stock zurück in der Hand landen.

Der Griff sollte außerdem eine ergonomische Form haben, wir hatten im Test ausschließlich Korkgriffe mit einer Kunststoffkappe. Das hat den Vorteil, dass die Stöcke auch noch gut in der Hand liegen, wenn man schwitzt.

So haben wir getestet

All unsere Testprodukte hatten abnehmbare Pads für Asphalt. Die Griffe waren aus Kork mit Kunststoffkappe, die Stöcke selbst aus Carbon, Aluminium oder Carbon-Glasfaser-Mischung. Wir haben Stöcke mit 115 Zentimetern Länge und auch Teleskopstöcke getestet.

Nordic-Walking-Stock Test: Nordic Walking
Unsere Test-Stöcke aus 2019/10.

Angesehen haben wir uns, wie schwer der Stock ist, wie er schwingt, wie die Gummipads auf uns wirken – leicht anzubringen und abzunehmen– und wie gut der Grip auf Asphalt und losem Grund ist.

Alle Handschlaufen wurden per Klettverschluss am Handgelenk angebracht. Außer bei zwei Modellen können sie auch einfach wieder vom Stock gelöst werden. Auch das Material der Schlaufen haben wir uns angesehen.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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