Test: Laufband

Laufbänder im Test : Laufen bei Wind und Wetter

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Veröffentlicht 26.02.2021

Mit einem Laufband kann man unabhängig von Wind, Wetter und Glatteis trainieren. Daher haben Laufbänder eine treue Fangemeinde. Wir haben 4 Modelle getestet, um herauszufinden, mit welchem Modell man sein Training am abwechslungsreichsten gestalten kann.

Arnold Zimprich
Arnold Zimprich
ist Autor und Outdoor-Freak und testet für verschiedene Magazine Sportartikel und Outdoor-Produkte. Er schreibt unter anderem für Alpin, das Bergzeit-Magazin und die Alpenvereins-Magazine Panorama und Bergauf.

Für ein Laufband kann man viel Geld ausgeben – muss man aber nicht: Bei Amazon finden sich Modelle für 200 bis hin zu 12.000 Euro. Dabei gibt es vom günstigen Laufrad für Zuhause bis zum vollausgestatteten Highend-Gerät mit 21,5-Zoll-LC-Touchscreen und umfangreichen Smart-Funktionen alles.

Damit die Auswahl der Testgeräte einigermaßen repräsentativ ist und vor allem Laufbänder getestet werden, die auch im weitesten Sinne zu Hause genutzt werden können, finden sich im Testfeld Laufbänder in der 200-Euro-, 600-Euro-, 1.000-, sowie aus der 1.500-Euro-Klasse. Dabei lag das Hauptaugenmerk darauf, wie leicht es die Hersteller es dem Nutzer machen, mit den Geräten zu interagieren und quasi einen Kaltstart hinzulegen. Hier gibt es große Unterschiede.

Intuitive Bedienung: Reebok Jet 300

Intuitive Bedienung

Reebok Jet 300

Test: Reebok Jet 300
Einfach bedienbares Laufband mit großer Programmmauswahl und mehreren Betriebsmodi, Lautsprecher und Neigungsverstellung.

Keine Preise gefunden.

Das Bedienpult des Reebok Jet 300 begrüßt den Nutzer mit vielen Tasten, einem riesigem Display und einem futuristischen, anachronistisch wirkenden Design. Bereits beim ersten Eindruck bietet das Laufband eine Vielzahl an Funktionen. Jedoch ist hier die Handhabung der vielfältigen Trainingsprogramme die einfachste im Test.

Die meisten der Basisfunktionen wie Zeit- und Geschwindigkeitseinstellung erschließen sich intuitiv. Es gibt die Möglichkeit, das rund 90 Kilo schwere Laufband per USB oder Kabel mit dem MP3-Player oder dem Handy zu verbinden und Musik abzuspielen. Bluetooth ist allerdings nicht vorhanden. Das Ventilationssystem des Bands ist aufgrund der recht schwachen Leistung eher unnötig.

Sobald das Laufband aufgebaut ist, kann man einfach drauflos trainieren: Über das manuelle Program,m bestehend aus Start und Speed-Steuertaste, kann man auch ohne große Einarbeitung anfangen und so schnell und lange trainieren wie gewünscht. Die Geschwindigkeit lässt sich beim Laufen über die Speed-Taste anpassen, möchte man das Training beenden, drückt man auf Stopp. Zusätzlich gibt es 24 leicht ansteuerbare Trainingsprogramme, mit denen man ein Intervalltraining in unterschiedlichsten Intensitätsstufen absolvieren kann.

Zudem gibt es die Möglichkeit, benutzerdefinierte Programme einzurichten. Trainiert man auf ein festgelegtes Ziel hin, kann man drei unterschiedliche Programme einstellen, wo in den Intervallen Steigung und Geschwindigkeit variieren. Es gibt auch die Option, das Körperfett gezielt abzubauen. Dieser Effekt konnte aber in der kurzen Testzeit nicht begutachtet werden.

Digital Natives mag das Reebok Jet 300 eventuell durch seine »analoge« Bedienung langweilen. Verglichen mit dem Horizon Fitness Omega Z ist dieses Laufband aber deutlich einfacher zu bedienen. Das Modell braucht zwar viel Platz und ist zudem kein Leichtgewicht, dafür bietet es aber auch genügend Abwechslung.

Basisausstattung: Newgen Medicals LF203 Mini

Basisausstattung

Newgen Medicals LF 203

Test: Newgen Medicals Lf 203
Etwas antiquiert wirkendes, aber funktionales Laufband für Gelegenheitsläufer. Sehr klein und vergleichsweise leicht.

Mit rund 22 Kilo ist das Newgen Medicals LF 203 schön leicht. Man kann es relativ leicht auf- und wieder abbauen. Zusammengeklappt lässt es sich mit seinen 125 x 25 x 60 Zentimetern gut verstauen und findet sogar hinter dem Bett oder neben dem Schrank Platz. Besonders wichtig: Das Laufband kann man auch alleine auspacken und aufstellen.

Das Design erinnert eher an die späten 80er oder frühen 90er Jahre. Das schlichte LC-Display ist aber gut lesbar. Das Modell besteht aus einem simplen Stahlrahmen, einem relativ kleinen Laufband, sowie einem gummierten Griffbügel. Die kompakte Displaybox kann man beim Zusammenfalten einklappen.

Das LF203 bietet eine Grundausstattung für Gelegenheitsnutzer, die nicht so viel Wert auf umfangreiche oder ausgefeilte Trainingsprogramme legen, sondern nur hin und wieder trainieren möchten. Es gibt drei zehnminütige Trainingsprogramme, die eine Kombination aus unterschiedlich abgestuften Geschwindigkeitsintervallen bieten. Zudem kann man eine Geschwindigkeit auswählen und direkt drauflos laufen. Die Geschwindigkeit lässt sich beim Laufen per Knopfdruck verändern. Das Display zeigt die Anzahl der verbrannten Kalorien, sowie die zurückgelegte Streckenlänge an.

Nachteil ist die mit 10 km/h geringe Höchstgeschwindigkeit. Zumindest für ehrgeizige Läufer ist das zu wenig. Doch für dieses Klientel ist das Laufband auch nicht gedacht, sondern eher für Menschen, die das Gerät schnell aufbauen und nur gelegentlich nutzen möchten. Für Variations-Fans und Dauer-Trainierer ist es aber zu simpel und bietet nicht genug Abwechslung.

Daher ist das Newgen Medicals LF203 für alle geeignet, die nicht allzu viel Platz zur Verfügung haben und gelegentlich bei mäßigen Geschwindigkeiten trainieren möchten.

Edel: Horizon Fitness Omega Z

Edel

Horizon Fitness Omega Z

Test: Horizon Fitness Omega Z
Technisch umfassend ausgestattetes, vielseitig programmierbares Laufband mit Smartfunktionen auch für anspruchsvollere Läufer.

Edel kommt das knapp 100 Kilo schwere Horizon Fitness Omega Z daher. Es ist völlig in schwarz und weiß gestaltet und bietet eine raffinierte Kombination aus geschickt platzierten Rundungen und scharfen Kanten.

Der zentrale Kritikpunkt bei diesem Modell ist die Bedienung, die nicht selbsterklärend ist, denn das Display ist wenig aussagekräftig und ebenso wenig selbsterklärend. Ohne Anleitung wäre man hier komplett aufgeschmissen, allerdings ist die mitgelieferte Gebrauchsanweisung mangelhaft: Sie besteht aus wenigen zusammengehefteten, schwarz-weißen DIN A4-Blättern, ist nicht sonderlich einladend gestaltet und nicht wirklich informativ. Für ein so kompliziertes Modell ist sie schlicht zu undetailliert und kurz.

Durch die dünne Anleitung entsteht der Eindruck, dass dieses Modell weniger für den Heimgebrauch, sondern eher für die Verwendung im Fitnessstudio konzipiert ist, wo man in die Bedienung eingewiesen wird. Wenn man sich etwas eingelesen hat, erschließen sich viele der umfangreichen Trainingsmöglichkeiten und -programme nach und nach. In den Modi P3 (Intervalle) sowie P4 (Leistung) fordern die Trainingsprogramme heraus, das Display ist gut ablesbar und das Laufband kann mit zwei Nutzerprofilen gesteuert werden.

Für die Modi P1 (Pulszug) und P5 (Herzfrequenz) haben wir extra einen Herzfrequenzgurt erstanden, da dieser nicht mitgeliefert wird. In der Gebrauchsanleitung ist zwar angegeben, dass man für den P1-Modus einen solchen kabellosen Herzfrequenzgurt tragen muss, doch im Test konnte dieser nicht gekoppelt und genutzt werden, da die Gebrauchsanleitung nicht angibt, ob der Gurt mit dem Smartphone oder direkt mit dem Laufband verbunden werden muss.

Ähnlich irritierend ist die Kopplung des Bands mit Apps: In der Anleitung wird empfohlen, dass Modell über Bluetooth mit dem Smartphone und der fitDisplay-App zu verbinden – diese öffnet sich aber dann mit chinesischer Bedienoberfläche. Erst nach dem Test haben wir herausgefunden, dass man das Band auch mit weiteren Apps, wie der Kinomap-Trainingsapp, koppeln kann. Auf diese App wird nur auf der Website hingewiesen, nicht aber in der offiziellen Anleitung.

Für einen unwissenden Endnutzer hinterlässt das Horizon Fitness Omega Z einen gemischten Eindruck. Man sollte Zeit und Interesse haben, sich in die Funktionstiefe des Modells einzuarbeiten. Die Funktionen erschließen sich nicht sofort, sodass das Laufband im Test hinter den Möglichkeiten zurückbleibt. Dennoch ist es empfehlenswert für Smart-Training-Fans und alle Frickler mit dem Aufruf an den Hersteller die Anleitung zu verbessern.

Was gibt es sonst noch?

Das Mittelklasse-Modell Fitifito ST500 verfügt über keine vorinstallierten Trainingsprogramme. Man kann lediglich die Geschwindigkeit sowie die Trainingszeit einstellen. Diese Basisausstattung bietet auch das günstigere und leichtere Gerät von Newgen Medicals. Bei dem Modell handelt es sich laut Hersteller um ein sogenanntes »Walking Pad«, das sich im zusammengeklappten Zustand zum Walken nutzen lässt und dafür braucht man tatsächlich keine Trainingsprogramme. Auf der anderen Seite wird das Modell als »Laufband« vermarktet, es hat eine Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h und eignet sich somit zum Laufen. Wer auf Trainingsprogramme verzichten kann oder auf der Suche nach einem Walking Pad ist, für den ist dieses Modell durchaus interessant, jedoch ist der aufgerufene Preis für so ein nur eindimensional nutzbares Laufband zu hoch.

Das Laufband verfügt über eine Fernbedienung, mit der man es auch im Tablet-Modus steuern kann – das Touch-Display ist in diesem Modus nach unten abgeklappt und verdeckt. Allerdings müssen die Griffe abmontiert werden. Zudem kann man über die Fernbedienung auch den Puls messen. Außerdem lässt sich das Laufband per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden, um über die integrierten Lautsprecher Musik abzuspielen.

Im aufgeklappten »Normalmodus« findet das Band mit 147 x 76 Zentimetern auch im Wohnzimmer und weniger großen Räumen Platz. Mit seinem Gewicht von 41 Kilo lässt sich das Modell auch gut alleine verstauen und ist dadurch auch für schwächere Personen und Singles geeignet.

Anstelle der Fernbedienung oder der Bluetooth-Lautsprecher wären Trainingsprogramme wünschenswerter. Dass das auch bei kleinen, kompakten Laufbändern möglich ist, sieht man bei dem Modell von Newgen Medicals.

Wissenswertes über Laufbänder

Grundsätzlich sind Laufbänder für eine breite Käufer- und Läuferschicht geeignet. Nur eingefleischte Freiluft-Läufer werden vom Trainieren im Wohnzimmer oder Keller weniger begeistert sein. Doch auch für Natur-Läufer kann es Spaß machen, die Funktionstiefe der Modelle einzuarbeiten und die verschiedenen Trainingsprogramme auszuprobieren. Und dann ausgepowert nach erfolgreichem 45-Minuten-Training vom Band zu steigen, hat auch durchaus seinen Reiz.

Anfänger können mit allen getesteten Modellen trainieren, für Fortgeschrittene wird es auf dem Fitifito und dem Newgen Medicals mit ihren geringen Höchstgeschwindigkeiten bereits nach wenigen Trainingseinheiten zu langsam. Möchte man regelmäßig mit einem Schnitt von 4:30 min/km oder schneller trainieren, bieten sich im Testfeld nur Horizon Fitness und Reebok an.

Sind Laufbänder für zu Hause geeignet?

Ob ein Laufband für den Heimgebrauch geeignet ist oder nicht, hängt zum einen vom zur Verfügung stehenden Raum, zum anderen von der Zahl der Personen ab, die beim Auspacken und Manövrieren helfen können. Nicht zuletzt ist auch die eigene Körperkraft entscheidend, da Laufbänder oft ganz schön schwer sind.

Für Einraumwohnungen, kleinere Räume oder die Nutzung in höheren Stockwerken eignen sich im Grunde lediglich das Newgen Medicals und eventuell das Fitifito. Das Modell von Newgen Medicals lässt sich auch von schwächeren bzw. kleiner gebauten Personen gut bedienen, das Fitifito ist schwerer, bewegt sich aber dennoch in einem bewältigbaren Rahmen.

Die rund 90 Kilogramm schweren Reebok und Horizon Fitness, die zusätzlich auch klobig sind, lassen sich schon beim Auspacken nur zu zweit manövrieren. Eine Nutzung dieser Modelle in höheren Stockwerken bietet sich auch nur an, wenn mehrere Personen beim Tragen helfen können oder ein Aufzug zur Verfügung steht. Zudem nehmen sie auch in der Wohnung deutlich mehr Platz ein.

Somit sollte man vor dem Kauf sorgfältig überlegen, wo man das Laufband nutzen möchte. Im Test mussten einige Modelle aufgrund ihrer Größe in der Garage getestet werden, was aber keine Dauerlösung ist.

Wie trainiert man mit Laufbändern?

Mit allen Laufbändern im Test kann man einfach drauflos laufen: Man muss nur eine Streckenlänge und die Geschwindigkeit einstellen und los geht’s. Wer gezielt trainieren möchte, sollte jedoch nach System bzw. Trainingsplan trainieren: Variationen bei Geschwindigkeit und Streckenlänge, zeitlich abgestimmte Sprints oder strategisch aufgebaute Intervalltrainings sind hier das A und O. Diese lassen sich beim Reebok und dem Horizon Fitness unproblematisch umsetzen, da es möglich ist, Trainingsprogramme selbst zu entwerfen oder mit voreingestellten Programmen zu trainieren.

Der »Suchtfaktor« ist bei Laufbänder hoch und wenn man sich nicht sicher ist, welches Programm das beste oder vielleicht zu viel ist, sollte einen Experten zu Rate ziehen. Zudem sollte Menschen über 35, die noch nie oder nur selten Ausdauersport betrieben haben, vor dem Trainingsbeginn einen medizinischen Checkup machen. Diese Checkups werden in der Regel ab 35 Jahren alle zwei Jahre in der Regel von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Generell gilt: Lieber langsam starten und intensivieren als zu schnell und so ein Übertraining oder eine Verletzung zu riskieren.

So haben wir getestet

Alle Modelle wurden über mehrere Monate umfassend getestet. Dabei wurden vor allem folgende Punkte bewertet: Wie leicht lässt sich das Laufband auspacken, aufstellen und verstauen? Wie einfach ist die Bedienung und welche Programme sind verfügbar? Lässt sich das Modell mit dem Smartphone oder anderen Geräten verbinden? Dadurch stellte sich schnell heraus, welche Bedienoberfläche am benutzerfreundlichsten ist und wo man sich länger einarbeiten muss.

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