Test: Fahrradträger

Fahrradträger im Test : Mit dem Rad in den Urlaub

Veröffentlicht 11.12.2020

Fahrradträger ermöglichen es, den Drahtesel auch in den Urlaub oder auf Ausflüge mitzunehmen. Aber welche Modelle sind am praktischsten – Heckträger oder doch die Alternativen fürs Dach? Wir haben 10 Fahrradträger getestet.

Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Als Transportmittel boomt das Rad. Egal, ob als klassisches Velo mit Muskelantrieb oder als trendiges E-Bike. Viele Nutzer wollen aber nicht nur in heimischer Umgebung fahren, sondern auch neue, weiter entfernte Wege erkunden oder im Urlaub nicht auf ihren geliebten Drahtesel verzichten.

Hier kommt der Fahrradträger für das Auto ins Spiel. Es gibt Trägermodelle, die auf der Anhängerkupplung oder der Dachreling Platz finden. Maximal vier Räder können dann gleichzeitig transportieren werden.

Wir haben 10 Fahrradträger ausgiebig getestet. Überzeugt hat uns die Fraktion der Heckträger für die Anhängerkupplung, die Dachträger hingegen haben so ihre Schwächen.

Sehr stabil: Thule VeloCompact 924

Sehr stabil

Thule VeloCompact 924

Test: Thule Velocompact 924
Beim Thule VeloCompact 924 stimmt nicht nur das Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch für Montage, Bedienkomfort und Haltemechanismus gibt es Bestnoten.

Der VeloCompact 924 von Thule ist eine sehr stabile Lösung zu einem anständigen Verhältnis von Preis und Leistung. So können zwei Räder (mit dem Modell VeloCompact 926 drei) bequem und sicher transportieren werden.

In ausgeklapptem Zustand hat der Träger eine Abmessung von 130 x 56 x 76 Zentimetern. Wird das Reifenaufnahmesystem nach innen geschoben und der Bügel nach unten geklappt, verkleinert sich der Träger auf 106 x 66 x 30 Zentimeter. So kann er mit einem Gewicht von 14,2 Kilogramm gut getragen werden. Somit können auch Nicht-Kraftsportler den Fahrradträger ohne Probleme vom Unterstellplatz zum eigenen Auto transportieren.

Fahrradträger Test: Fahrradträger September2020 Thule Velocompact
In zusammengeklapptem Zustand beträgt die Breite ein wenig mehr als 100 Zentimeter und eine Höhe von circa 30 Zentimeter.

Der Käufer bekommt den Thule vormontiert nach Hause geliefert. Die Arme der Haltebacken, die den Rahmen der aufgenommenen Fahrräder festhalten, müssen lediglich an einem Bügel aus Metall befestigt werden. Dieser wird dann nur noch in die Halterung gesteckt und festgeschraubt. Fertig!

Der Aufbau ist kinderleicht. Dazu setzt man den VeloCompact auf die Hängerkupplung des Autos auf. Vorher muss der kleine Bügel zuerst nach oben und anschließend nach unten geklappt werden. Mögliche Diebstähle werden durch ein Schloss verhindert. Die Installation bekommt man locker allein hin. Bei unserem Testwagen, einem Volvo, ließ sich dieser Bügel anfangs nicht komplett herunterdrücken. Über eine Arretierschraube, die das Spiel reguliert, ist diese Problematik jedoch schnell gelöst. Die Halterung des Thule sitzt bombensicher auf der Anhängerkupplung des Wagens, ohne zu wackeln oder sich zu verdrehen. Unser Ersteindruck ist: perfekt.

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Der Thule VeloCompact wird auf der Anhängerkupplung montiert.

Nachdem wir den 13-poligen Verbindungsstecker in die Stromdose der Hängerkupplung gesteckt haben, ist die Versorgung mit Elektrizität gesichert. Wird der Stecker nicht benötigt, kann er sauber am VeloCompact eingeklinkt werden.

Zwei Fahrräder können vom Modell 924 aufgenommen werden. Die Höchstzuladung des Trägers beträgt 46 Kilogramm. Das bedeutet: zwei elektrifizierte Bikes ohne ihre Akkus. Hersteller Thule empfiehlt als ideale Rahmengröße 22 bis 80 Millimeter. Der Schienenabstand zwischen den Aufnahmeschienen für die Räder hat eine Breite von 19 Zentimetern. Bei größeren Rädern muss man eventuell den Achsbereich polstern und die Lenkstange um 90 Grad drehen, um Schrammen zu vermeiden.

Die gebogenen Träger bestehen aus verwindungssteifem und stabilem Aluminium. Die Radaufnahmen aus Kunststoff sind äußerst robust und geben keinen Deut nach. Die schwarzen Aufnahmen für die Räder können rechts und links separat nach innen oder außen geschoben werden, um die Fahrradaufnahme auch an größere Räder optimal anzupassen.

Die Reifen halten in den 1,3 Meter langen Schienen exzellent: Sie wackeln nicht und stehen sicher. So können die Haltearmbacken bequem auseinandergeschraubt, um den Fahrradrahmen gelegt und festgestellt werden. Auch dickere Rahmen bereiten keine Schwierigkeiten. Langfinger haben dank Schloss kaum eine Chance.

Fahrradträger Test: Fahrradträger September2020 Thule Velocompact Beladen
Das Kinderfahrrad und das e-Mountainbike stehen fest in der Trägerhalterung.

Die hinteren und vorderen Riemen haben eine schöne Länge und bieten selbst bei Reifen von Mountainbikes genug Spiel. Das Lösen, wie auch das Festzurren, gelingt dank des Ratschensystems ohne besondere Kraftanstrengung spielend einfach.

Wir waren begeistert, wie fest die Fahrräder im Thule VeloCompact standen. Hier kann während der Autofahrt nichts passieren. Die Montage konnte risiko- und mühelos allein durchgeführt werden. Kleine Info: Werden die Haltebacken vom Fahrradrahmen gelöst, bleiben die Haltearme in der letzten ausgesuchten Stellung stehen. Bei den anderen Trägern klappten die Haltearme augenblicklich wieder um und schlugen gegen die Karosserie des Autos. Die Haltearme lassen sich blitzschnell wieder anbringen und abnehmen, um das Beladen des Autos leichter zu machen. Die Rücklichter des Fahrradträgers können bedarfsweise noch weiter in den Außenbereich verschoben werden, damit die Lichter bei herausgezogenem Felgenhalter präzise mit dem Träger abschließen.

Weil der Kofferraumzugang durch den Träger nicht behindert werden soll, verfügt der Thule-Träger über eine Kippfunktion. Mittels Fußtritt auf das stabile und groß dimensionierte Pedal am Heck lässt sich der VeloCompact am Haltegriff nach unten abklappen.

Der Trägerneigungswinkel beträgt dabei circa 60 Grad: Ausreichend Platz, damit beim Testwagen die Heckklappe problemlos nach oben geöffnet werden kann. Beim Abklappen machte der 924 einen sehr robusten Eindruck: Hier wackelte und klapperte nichts. Der Träger hat genug Power, auch bei einer schwereren Beladung das Abkippen zu meistern. Hierzu wurde nur wenig Kraft benötigt.

Fahrradträger Test: Fahrradträger September2020 Thule Velocompact Gekippt
Per Fußtritt können die Fahrräder komfortabel weggekippt werden.

Auch der entgegengesetzte Weg funktioniert ebenso einfach: Den Bügel aus Metall nach hinten drücken, bis er deutlich hörbar einrastet.

Der VeloCompact 924 von Thule besitzt einen moderaten Preis und ist ein stabiler und ausgereifter Fahrradträger. Er überzeugt mit seinem Haltekonzept und besitzt keine wirkliche Schwäche. Damit sollte er für fast jeden eine gute Wahl sein.

Kompakt: Uebler i21

Kompakt

Uebler i21

Test Mit dem Rad in den Urlaub: Uebler i21
Der Uebler i21 ist teuer, aber ein toller Träger für die Anhängerkupplung. Er transportiert bis zu 60 Kilo, ist super einfach zu installieren und sehr robust.

Wer sich vom hohen Anschaffungspreis von über 600 Euro nicht abschrecken lässt, bekommt mit dem i21 von Uebler einen sehr guten Träger für die Anhängerkupplung. Er wird schon komplett montiert geliefert. Mit einer Abmessung von 61 x 20 x 60 Zentimetern ist er im zusammengeklappten Zustand schön kompakt. Mit seinen 13 Kilogramm Gewicht lässt sich der Träger ohne Probleme transportieren.

 Test: Fahrradträger September2020 Uebleri21 Heck
Selbst ein elektrifiziertes Mountainbike sitzt fest auf dem Fahrradträger.

Der Träger von Uebler wird zusammengefaltet auf die Hängerkupplung gesteckt. Dann muss er nur noch heruntergeklappt, der Bügel aus Aluminium nach oben gestellt und die Rücklichter nach außen geklappt werden. Möchten Sie die Beleuchtung nutzen, stecken Sie den Stecker in die 13-polige Steckdose der Anhängerkupplung. Fertig!

Der i21 machte auf uns einen hochwertigen und stabilen Eindruck. Dass seine maximale Zuladung 60 Kilogramm beträgt, nimmt man dem Träger ohne Bedenken ab. Somit ist er ideal für Elektro-Bikes geeignet.

 Test: Fahrradträger September2020 Uebleri21 Gefaltet
Einstecken, runterklappen, fertig!

Der i21 kann zwei Modelle aufnehmen, das Modell i31 sogar drei Fahrräder. Der Abstand der Schienen bietet mit 22 Zentimetern ausreichend Platz. Wir hatten das Gefühl, dass es sich bei dem Fahrradträger von Uebler um ein ausgewachsenes Modell handelt. Dafür spricht auch der Achsabstand von 130 Zentimetern. Die Rundrohre der Fahrräder dürfen einen maximalen Durchmesser von 75 Millimetern aufweisen.

Träger- und Fahrrad-Diebstahlsicherung lassen sich abschließen, der Fahrradträger kann auch mit eingesetzten Rädern abgekippt werden. So gelangt man immer noch bequem an seinen Kofferraum. Wenn Sie sich für das Modell mit der Artikelnummer 15900 entscheiden, können Sie den Träger 60 Grad abklappen, das 15930er Modell schafft sogar 90 Grad.

 Test: Fahrradträger September2020 Uebleri21 Geklappt
Der Träger von Uebler lässt sich sehr leicht nach hinten wegkippen.

Problemlos passen selbst die voluminösen Reifen eines E-Mountainbikes in die robusten Halteschienen-Aufnahmen. Die Sicherung der Räder erfolgt über Spannriemen, der Rahmen wird mittels Drehgriff-Klemme gesichert. Obwohl der Fahrradrahmen unseres Testrades recht klobig war, ließ sich dieser ohne Probleme in die Haltevorrichtung spannen. Der Haltearm ist problemlos mit einem Handgriff vom Alubügel entfernbar.

Ein Fußtritt auf den hinteren Hebel genügt, um den Träger abzukippen. Nun lässt sich der Träger mit minimalem Kraftaufwand abklappen, wenn man den Zugang zum Kofferraum benötigt. Das Rad wird vom Träger absolut fest gehalten, nichts klappert oder wackelt. Klappt man den Träger nach oben, ist er wieder aufgestellt.

Das Modell von i21 von Uebler ist super verarbeitet, lässt sich schnell montieren, und ist kompakt und leicht. Auch schwere Elektro-Bikes werden vom Träger locker geschultert. Auch wenn er vom Preis nicht sonderlich günstig ist, bekommt er von uns eine bedingungslose Empfehlung.

Alternative fürs Dach: Menabo Juza

Alternative fürs Dach

Menabo Juza

Test Mit dem Rad in den Urlaub: Menabo Juza
Wer nicht gerade ein schweres E-Bike auf seinem Autodach transportieren möchte, findet im Menabo Juza einen praktischen Helfer.

Bei Fahrraddachträgern taten wir uns schwer. Alle getesteten Modelle hatten im großen und ganzen Nachteile. Auch beim Menabo Juza müssen Kompromisse eingegangen werden, möchte man sein Rad auf dem Dach des PKWs transportieren.

Fahrradträger Test: Fahrradträger September2020 Menao Juza
Fertig montiert wird der Menabo geliefert und ist sofort einsatzbereit.

Der Juza von Menabo wurde für ein einzelnes Fahrrad entwickelt. Selbstredend lassen sich diverse Modelle des circa 80 Euro teuren Trägers kombinieren. Der Menabo kommt in komplett vormontiertem Zustand, nerviges Basteln entfällt damit. Die Metallschiene von 1,29 Meter Länge erweckt einen soliden Eindruck. Sie eignet sich für Autodachträger mit den minimalen Abmessungen von 30 x 20 und 65 x 30 maximaler Abmessung bei einem Gewicht von 3,5 Kilogramm. Wahlweise können Sie den Menabo in den Dachträgerspalt einschieben – wie bei unserem Test-Volvo – oder mittels Metallbügel festschrauben.

Die maximale Zuladung des Menabo beträgt 17 Kilo. Allein damit ist er schon für eine Vielzahl der E-Bikes ungeeignet. Die beiden Backen lassen sich außerdem nicht breit genug öffnen, sodass letztendlich kein Fahrrad mit Motorisierung befördert werden kann. Der Mechanismus ähnelt dem des Dach-Fahrradträgers von Fischer und ist keine Inspiration. Wird die Gewindeschraube zu weit herausgedreht, um beide Haltebacken größtmöglich zu öffnen, kann diese herausspringen. Die Schraube wieder zurück in die Halterung zu fummeln, ist ein absoluter Krampf. Der Durchmesser der Rahmenstrebe des Velo sollte 4,5 Zentimeter nicht überschreiten.

Fahrradträger Test: Fahrradträger September2020 Menao Juza Rad
Die maximale Zuladung von 17 Kilogramm ist nicht viel.

Die Velo-Halteschiene bietet selbst Mountainbike-Reifen einen festen Halt. Die Aufnahmen für die Reifen sind frei schiebbar und können an der passenden Position festgeschraubt werden. Die Klappbügel, mit dem die Träger festgemacht werden, sind mit Schlössern versehen. Die Länge der Spannriemen ist ausreichend. Diese lassen sich ohne weiteres lösen und festziehen.

Insgesamt erweckt der Juza von Menabo einen soliden Eindruck. Vorsicht ist bei großen Rädern geboten, die klappbaren Haltebügel mit Backen sind manchmal nicht ausreichend lang genug. Der Juza war schnell auf dem Dach unseres Testwagens installiert. Die Zuladung ist mit 17 Kilogramm leider deutlich limitiert. E-Bikes können daher nicht transportiert werden. Das galt aber auch für alle anderen getesteten Dachträger dieser Runde.

Was gibt es sonst noch?

Der SR7 von Bullwing, ein Träger für die Anhängevorrichtung, kommt bereits fertig montiert nach Hause und sticht mit seinen kompakten Abmessungen von 30 x 55,5 x 67 Zentimetern erfreulich heraus. Mit seinem Gewicht von happigen 17 Kilogramm ist der SR7 allerdings kein Leichtgewicht. Anfangs hatten wir ein paar Probleme, den Träger auf der Kugel der Autoanhängerkupplung zu befestigen. Der seitlich angebrachte Arretierbügel ließ sich erst nicht komplett nach unten drücken, um den Bullwing abschließend zu montieren. Nach Abziehen der seitlichen Schutzkappe und der Korrektur der Stellschraube klappte das dann aber doch.

Jetzt rastete der Arretierbügel ordentlich ein. Der Bullwing hat jedoch leichtes Spiel und saß nicht sehr fest auf der Anhängerkupplung. Die Trägerschienen, die zweigeteilt sind, werden nach außen geklappt. Die beiden Leuchten des Trägers müssen danach hochgedreht werden, bis diese einrasten. Mit dem linken Rücklicht funktioniert das gleich, anschließend muss aber erst das Schild des Autokennzeichens um 180 Grad ins Zentrum geschwenkt werden. Zum Schluss wird die rechte Leuchte an seinen Platz gedreht. Allerdings gab es beim Drehen des Nummernschilds ein Problem. Es war sehr fest eingeklickt, sodass wir es lieber unterließen, es gewaltsam zu lösen. Also blieb es in seiner rechten Position und der Scheinwerfer konnte somit nicht in seine korrekte Stellung gebracht werden.

Die zwei Halterungen aus Kunststoff für die Aufnahme des Fahrrads sind verschiebbar und auf eine Reifenbreite von bis 2,35 Zoll konstruiert. Für die Reifen unseres Mountainbikes wurde es etwas eng. Die Reifen passten nicht so ganz in die Halterung und stehen größtenteils auf der Aufnahmeschiene, die mittig gern tiefer ausfallen sollte. So fehlt es dem Fahrradträger an Standfestigkeit. Die höchste Zuladung beträgt etwa 60 Kilogramm. Für Fahrräder mit dickerer Bereifung wären längere Riemen aus Kunststoff wünschenswert gewesen. Die vorhandenen erlauben leider keinerlei Spiel und sind eher grenzwertig.

Die Festhalteklammer des Arretierbügels fasst auch breitere Rahmen ohne Mühe. Über einen Abklappmechanismus lassen sich die Räder per Fußpedal bedienen und nach hinten umklappen. Dann macht der SR7 allerdings einen unstabilen Eindruck. Gerade wenn zwei Mountainbikes transportiert werden, hinterlässt der Träger ein mulmiges Gefühl. Den SR7 nach dem Hochklappen einrasten zu lassen, erforderte etwas Gewalt unsererseits.

Der SR7 ist ein grundsolider Fahrradträger mit ein paar kleineren Mankos und kann somit leider nicht mit teureren Markenprodukten konkurrieren.

Der Alcor 2 von Menabo ist ein preiswerteres Modell für die Anhängerkupplung. Mit seinen Maßen von 120 x 21,5 x 79 Zentimeter benötigt er beträchtlichen Platz. Außerdem lässt er sich nicht zusammenklappen. Mit seinem Gewicht von 20 Kilogramm ist er kein Leichtgewicht. Was uns positiv auffiel: Der Fahrradträger ist bis auf einige kleine Details vormontiert und besitzt eine maximale Traglast von 60 Kilogramm.

Die Anhängerkupplung sollte zu zweit installiert werden, um Kratzer am Auto oder Boden zu vermeiden. Uns gelang erst im zweiten Versuch die Montage. Wir mussten dazu das Schloss entriegeln und den Kunststoffgriff lockern. Damit der Griff nicht den Stoßfänger berührt, sollte man etwas Vorsicht walten lassen.

Nachdem wir den Menabo auf der Hängerkupplung unseres Test-Volvos befestigt hatten, hatte er immer noch etwas Spiel und ließ sich zu leicht nach rechts und links drehen. Das Gewicht der geschulterten Fahrräder behebt dieses Problem weitgehend. Die Schienen haben eine schöne Breite, die Reifenvertiefungen dürften aber gern noch deutlich ausgeprägter ausfallen, um den Fahrradreifen mehr Stabilität und Halt zu verleihen. Der Fahrradrahmen darf ausladend sein, da die Haltearmbacken sich sehr weit auseinanderschrauben lassen.

Mittels Fußhebel kann der Träger rücklings abgeklappt werden. Da ist allerdings Vorsicht geboten: Da die Trägerschienen kaum Seitenhalt bieten, sollten die Fahrradreifen mit den Träger-Spanngurten straff befestigt werden. Unser festgeschnalltes E-Bike hatte noch ein bisschen zu viel Spiel und rutschte beim Absenken des Trägers bedenklich tief nach unten. Im Ganzen fiel auf, dass der Träger von Menabo nicht sehr stabil war. Außerdem konnte die Wertigkeit des Kunststoffs mit der teuerer Träger einfach nicht mithalten.

Auch das Herausnehmen des Fahrrads aus der Führungsschiene war nicht ganz komplikationsfrei. Wenn die Reifen von den Sicherungsspanngurten befreit sind und die Haltebacken nur halb gelöst, kann das Elektro-Bike aus der Führungsschiene gen Boden rutschen, während es noch oben festhängt und der Haltearm sich nicht schnell genug öffnen lässt.

Für Räder mit wenig Gewicht ist der Alcor 2 von Menabo ein guter Träger. Wer deutlich schwerere E-Bikes transportieren möchte und über nur wenig Stauraum in der heimischen Garage verfügt, sollte aber bedenken, ob er nicht vielleicht doch etwas mehr Geld ausgeben möchte.

Auch das Modell Bikelander von Westfalia ist ein Träger für die Kupplung, der zusammenklappbar ist. Dann verkleinert er sich auf die Abmessungen von 58 x 22 x 69 Zentimetern. Die 17,2 Kilogramm Gewicht sind beim Tragen aber deutlich zu spüren. 60 Kilogramm Maximalgewicht kann der Bikelander schultern. Nichts muss montiert werden, aus der Packung nehmen und loslegen lautet das Motto.

Die Installation gelang uns ziemlich problemlos. Der Bikelander wird einfach auf die Kupplung gesetzt und mittels Spannhebel, der heruntergeklappt werden muss, arretiert. Dafür ist etwas Muskelkraft nötig. Sowohl die Räder als auch der Träger können abgeschlossen werden. Dann klappt man den silberfarbenen Bügel aus Aluminium nach oben. Dieser rastet nicht von selbst ein, sondern muss dann festgeschraubt werden. Danach werden die Rückleuchten an die Außenseiten geklappt. Das Ein- und Ausklappen hätten wir uns ein wenig geschmeidiger gewünscht.

Zum Schluss werden die Aufnahmen für die Velos ausgeklappt. Deutlich hörbar rasten diese ein. Beim Platzieren eines Mountainbikes wird uns dann schnell klar: Die Schiene für die Radaufnahme ist einfach nicht lang genug. Das Fahrrad steht zwar gerade, aber beide Achsen stehen deutlich sichtbar über. Das hinterließ bei uns kein sonderlich gutes Gefühl. Dazu kommt: Die breiten Reifen des Mountainbikes sind von der Halterung nicht aufgenommen worden, sondern stehen lediglich oben drauf. Die Rad-Aufnahmen, die verschiebbar sind, können laut Westfalia zwar Breiten von 60 Millimeter aufnehmen, aber unser Test-Mountainbike stand insgesamt relativ unsicher, weil es auf der Aufnahme stand und nicht in ihr.

Die zwei Halteklammern können verschiedene Rahmendurchmesser von bis zu 80 Millimetern aufnehmen. Deswegen hatten wir keinerlei Probleme, diese fest und sicher am Rahmen des Cube anzubringen. Der Westfalia kann mit den eingesetzten Fahrrädern um 90 Grad abgeklappt werden, mittels Hand über den Kipphebel. Einen Fußmechanismus hätten wir allerdings praktischer gefunden.

Vom Westfalia Bikelander hatten wir uns insgesamt mehr Handlingqualität gewünscht. Die Festigkeit des Trägers ist solide, große Räder lassen sich allerdings nicht gut auf der Aufnahmeschiene befestigen. So finden wir den Preis von circa 500 Euro zu hoch.

Nach dem ersten Eindruck hatten wir gehofft, den Proline Evo von Fischer für Sparer empfehlen zu können. Doch auch hier zeigt sich mal wieder: Qualität hat einfach ihren Preis. Fischer kann für unter 300 Euro diese leider nicht so liefern, wie wir es erwartet hätten.

Der Träger, der auf die Anhängerkupplung aufgesetzt wird, kommt vormontiert. Einzig und allein die Haltearme müssen noch selbst zusammengesetzt werden. Die maximale Zuladung des Proline Evo beträgt 60 Kilogramm, sein Eigengewicht 14,6 Kilogramm. Im zusammengefalteten Zustand schrumpfen die Maße des Trägers auf gedrungene 63 x 28 x 61 Zentimeter.

Die Installation war unkompliziert. Einfach den Träger auf die Kupplung des Anhängers setzten, den Metallbügel runterdrücken, einrasten lassen, fertig. Der Proline Evo hält bombenfest. Jetzt nur noch den Metallbügel hochklappen und arretieren, der Mechanismus ist etwas schwergängig. Abschließend werden die beiden Rückleuchten rücklings geschwenkt und gut festgedreht. Das ist ein Zwischenschritt mehr als bei etlichen der teureren Konkurrenten, aber problemlos und schnell erledigt.

Die Kunstoff-Radaufnahme hat eine Länge von 110 Zentimetern und wirkt nicht allzu stabil. Um größere Fahrräder zu befördern, müssen Verlängerungsstücke benutzt werden. Dabei handelt es sich um zwei Teile aus Kunstoff, die rechts und links verhakt werden. Jetzt beträgt die Breite des Trägers ganze 146 Zentimeter.

Die Aufnahme für die Räder ist sehr wackelig und an den Seiten beträchtlich geneigt. Zwar passen hier auch die breiteren Reifen von Mountainbikes, allerdings haben solche und auch schmalere Reifen keinen Seitenhalt, außerdem geben die Plastikträger nach. Auch wenn wir das Elektro-Mountainbike schon an der oberen Seite des Trägerrahmens befestigt hatten (die Halteklammer ist für einen Rahmendurchmesser von sechs Zentimetern geeignet), mussten wir um den sicheren Halt des Rades kämpfen, bevor die Riemen um die Fahrradreifen gespannt wurden. Trotzdem geriet das Vorderrad des Bikes außer Kontrolle und schlug in Richtung Auto. Das größte Manko des Proline Evo ist das Tragesystem. Und das, obwohl der Schienenabstand mit seinen 25 Zentimetern großzügig dimensioniert ist.

Der Abklappmechanismus bereitete uns ebenfalls wenig Freude. Hier muss ein Bügel aus Metall getreten werden, der Mechanismus ist sehr schwergängig und mit teureren Konkurrenzmodellen nicht zu vergleichen. Die Träger-Rückleuchten machten einen recht wackeligen Eindruck. In dieser preislichen Klasse wäre das aber alles zu verschmerzen gewesen. Insgesamt ist der Träger für uns – gerade beim Transport schwerer Rädern – einfach zu instabil. Deshalb können wir den Proline Evo nur mit deutlichen Einschränkungen empfehlen.

Der Woltu FZU1118 löste nach kurzer Zeit einen Wutanfall bei uns aus: Die »Bedienungsanleitung« fällt so klein aus, dass wir die einzelnen Schritte der Dachträger-Montage nur mit Mühe und Not erkennen konnten. Außerdem fiel uns erschwerend auf, dass die recht kleinen Muttern sich mit den Händen nach einigen wenigen Drehungen nicht mehr bewegen ließen, ein eigener Werkzeugkoffer ist also nötig.

Den FZU1118 gibt es in Varianten für ein, zwei oder maximal vier Fahrräder. Eigentlich handelt es sich jeweils um einzelne Fahrradträger, die nacheinander zusammengebaut werden müssen. Da müssen wir uns einer Amazon-Rezension voll anschließen. Diese betitelt den FZU als ein »Spielzeug«, und das ist er auch. Die Haltebleche sind ziemlich instabil, wie das gesamte Konstrukt. Die Laufschiene erweist sich für unser Cube-Mountainbike als zu schmal, ein normales Trekkingrad passt aber rein.

Die Höchstzuladung beträgt nur 20 Kilogramm. Viele Elektro-Bikes scheiden damit aus. Unser E-Velo konnte ebenfalls nicht gesichert werden, da der Haltemechanismus viel zu schmal war. Sonderlich viel Vertrauen setzen wir aber auch so nicht in den Halter. Das Verstellen mittels Drehrad gestaltet sich nervig und die Halteschrauben lösen sich von selbst. Da sind selbst die 30 Euro für den Einzelträger viel zu viel. Unser Fazit: Lassen Sie die Finger vom Woltu FZU1118! Damit macht der Transport des Fahrrads keinen Spaß!

Als wir den Dach-Fahrradträger von Fischer aus der Verpackung nehmen, bekommen wir erstmal einen Schreck: An beiden Schienen ist der Träger verbogen und der obere Falz ist auch eingedrückt. Vertrauenserweckend scheint das Material nicht zu sein. Wir wissen aber auch nicht, was mit dem 40 Euro-Träger auf dem Weg zu uns passiert ist.

Der Zusammenbau gelingt schnell. Aber der erste Frust folgt auch schnell. Eine Schraube reguliert die Breite des Greifarmes. Wird diese zu weit herausgedreht – es gibt keine Sperre – muss man die Schraube samt der Feder wieder fummelig eindrehen. Wie man Kundenkommentaren im Netz entnehmen kann, ging es anderen Nutzern auch so.

Der Rahmen des Fahrrads sollte eine Breite von 4,7 Zentimeter nicht überschreiten, sonst springt die Schraube aus dem Greifarm. Damit fallen viele E-Bike und Mountainbikes aus. Die Höchstbeladung von 15 Kilogramm ist ziemlich dürftig. Die größte Reifenbreite darf sechs Zentimetern betragen, die Schiene hat eine Länge von 117 Zentimetern. Sehr große Räder könnten Probleme bei der Standfestigkeit im Träger bekommen.

Insgesamt wirkt der Dach-Fahrradträger von Fischer instabil. Seine Verwindungssteifigkeit lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Ein Kinderfahrrad von leichtem Gewicht sollte keine Probleme bereiten. Bei schweren Rädern raten wir eher davon ab.

Der 532 FreeRide von Thule ist als Träger für nur ein Velo konzipiert, es können jedoch mehrere kombiniert werden. Die Höchstzuladung beträgt 17 Kilogramm. Runde Rahmen dürfen einen Durchmesser von 2,2 bis 7 Zentimeter aufweisen, ovale Rahmen können mit dem maximalen Durchmesser von 65 x 80 Millimeter gehalten werden. Obwohl der Free Ride den Transport relativ breiter Rahmen ermöglicht, scheidet das Modell trotzdem für einen Großteil der E-Bike aus. Der Grund ist die geringe Maximal-Belastbarkeit. Unsere Elektro-Bikes von Giant und Cube konnten am Trägerrahmen nicht befestigt werden.

Die stabile Laufschiene, bestehend aus zwei Metallrohren, nimmt drei Zoll breite Reifen auf. Damit sollte sich die Mehrheit der Mountainbikes schultern lassen.

Bevor der 532 eingesetzt werden kann, muss noch etwas geschraubt werden: Je nachdem, ob man ovale oder runde Querträger mit einer Laufschiene hat. Bei eckigen wird mit Metallbügeln befestigt. Hier sollte man vorsichtig sein, da diese auf das Dach des Autos klappen und den Wagenlack verkratzen können. Insgesamt ist viel Kunststoff verbaut worden. Eine der insgesamt drei Halteplatten wird nicht verschraubt, sondern nur aufgelegt. Hier sollten Sie aufpassen, dass die Platte nicht den Lack trifft. Wichtig: Mittels Adapterstücken legt man während des Aufbaus fest, ob die Halterung für Rahmenbreiten von 22-58 Millimeter, 59-70 oder 65-80 Millimeter angepasst werden sollen.

Gut gefallen hat uns die Kompatibilität zu Fremdherstellern. So lässt er sich auch mit anderen Trägersystemen kombinieren, allerdings sollte man vorher probieren, ob das auch wirklich funktioniert. Kunden kritisieren auf Amazon, dass bei Audi oder Volkswagen keine Möglichkeit der Installation bestand. Mit einem Adapter-Kit kann hier Abhilfe geschaffen werden. Auf den Träger unseres Volvos kann der Thule montiert werden, nachdem die dünne Schiene eingezogen wurde. Vorher muss die Gummilippe entfernt werden.

Die Träger-Konstruktion ist stabil, aber nicht bombenfest. Die Befestigung am Dachträger des Wagens erfolgt mit drei Knebeln. Der Rahmen sollte zusätzlich geschützt werden, damit die Kunststoff-Haltebacken hier keine Beschädigungen hinterlassen. Erwachsenen- und Kinderräder lassen sich gleichermaßen unproblematisch befestigen.

Wissenswertes über Fahrradträger

Es gibt drei Arten von Fahrradträger-Modellen. Am beliebtesten sind Modelle für die Anhängerkupplung und die Dachreling. Heckträger, die nur mit Gurten an der Heckklappe des Autos befestigt werden, wurden von uns aufgrund der Schwächen nicht im Test berücksichtigt.

Träger für die Anhängerkupplung lassen sich problemlos mit den Rädern beladen und sind einfach zu montieren. Die Fahrräder müssen nur wenige Zentimeter angehoben werden. Die Montage ist somit ohne viel Kraftaufwand möglich. Viele der Modelle bieten dank eines Abklappmechanismus außerdem ungehinderten Zugang zum Kofferraum. Mittels Schraubverbindungen, Ösen und Riemen werden die Fahrräder befestigt.

Fahrradträger Test: Fahrradträger September2020 Anhaengerkupplung
Die Montage eines Fahrradträgern auf die Anhängerkupplung eines Autos ist ein Kinderspiel.

Während einige der Fahrradträger schon komplett zusammengebaut nach Hause geliefert werden, müssen andere Modelle erst montiert werden. Je nach Trägermodell kann das bis zu 60 Minuten benötigen. Modelle für Anhängerkupplungen sind teurer als die anderen zwei Varianten.

Eine Anhängerkupplung wird von Dachgepäckträgern logischerweise nicht benötigt. Dafür aber eine Dachreling und dementsprechende Querstreben. Diese Modelle sind meistens sehr günstig zu bekommen. Bis zu vier Fahrräder können so gleichzeitig transportiert werden.

Die Gefahr, dass bei der Montage Lackschäden am Wagen entstehen, ist jedoch groß. Schließlich wird das Fahrrad auf das Dach des Wagens gewuchtet. Räder mit mehr als 20 Kilogramm sind da kein Vergnügen. Gerade bei Vans, SUVs oder Geländewagen, die auch schon mal 1,70 oder 1,80 Meter hoch sind, kann es blitzschnell passieren, dass man mit dem Bike gegen das Auto knallt. Deshalb sollte man sehr vorsichtig agieren, eine Hilfsperson ist quasi unerlässlich.

Fahrradträger Test: Fahrradträger September2020 Dach
Hier sind Kraft und Konzentration gefragt: Wer sein Rad auf dem Dach befestigen will, muss gut aufpassen, damit er sein Auto nicht beschädigt.

Durch die schlechtere Aerodynamik schnellt der Kraftstoffverbrauch bei Fahrradträgern generell in die Höhe. Die Auto Bild hat bei Windkanalversuchen herausgefunden, dass mit einem Mercedes C 200 Kombi der Mehrverbrauch mit Heckträger bei 0,2 Litern (120 km/h), bei der Limousine indes bei 0,8 Litern und damit höher als beim Dachträger (0,7 l) lag.

Fahrradträger für die Heckklappe sind ebenfalls schon für unter 100 Euro zu haben. Wir raten von diesen Modellen jedoch ab. Heckklappen-Träger hakt man in die Fuge zwischen Kofferraumklappe und Karosserie ein und fixiert sie mit Spanngurten. Die Gefahr, dass das Auto zerkratzt wird, ist dabei groß – sowohl durch das Beladen, wie auch durch die andauernde Bewegung der Fahrräder während der Autofahrt.

Fahrradträger Test: Fahrradträger September2020 Heck
Fahrradträger für die Heckklappe sind zum Teil recht labil. Des weiteren ist ziemlich wahrscheinlich, dass das Auto zerkratzt wird.

Dass sich die Spanngurte während der Fahrt lockern können, ist ein weiteres Problem. Eine gewohnheitsmäßige Kontrolle ist daher unerlässlich. Außerdem wird der Kofferraumzugang, durch Räder die an der Heckklappe angebracht sind, deutlich erschwert oder unmöglich. Wir raten: Verzichten Sie bitte auf derartige Konstruktionen.

Das sollten Sie beim Kauf beachten

Wenn Sie sich einen Fahrradträger für die Anhängerkupplung zulegen möchte, muss zuerst die äußerste Stützlast der Anhängerkupplung kontrolliert werden. Diese Angabe finden Sie im Fahrzeugschein unter der Ziffer 13. Sind hier beispielsweise 75 Kilo eingetragen, dürfen Räder und Träger im Ganzen nicht mehr als die eingetragenen 75 Kilo wiegen.

Sollen zwei E-Bikes transportiert werden und die maximale Stützlast liegt beispielsweise bei maximal 75 Kilo, sollte man eine leichte Halterung verwenden. Das Überschreiten dieses Wertes ist gefährlich und wirkt sich nachteilig auf das Fahrverhalten des Autos aus. Wird man vom Auge des Gesetzes erwischt, ist ein Bußgeld fällig.

Überprüfen Sie den Abstand der Schienen. Ist dieser zu gering, besteht die Gefahr, dass die Gabeln der Räder aneinander scheuern. Ein Mindestabstand von 190 Millimetern sollte Minimum sein. Die Breite der Führungsschienen sollte außerdem kontrolliert werden. Besonders bei Mountainbikes können diese zu eng sein und die Reifen nicht in diese hineinpassen. Ein nützliches Feature ist eine Diebstahlssicherung am Fahrradträger.

Fahrradträger Test: Fahrradträger September2020 Bullwing Sr7
Bei Trägern, die abgeklappt werden können, ist der Kofferraum weiterhin frei zugänglich.

Ein großes Manko vieler Dachträgermodelle ist uns im Test aufgefallen: E-Bikes, die einen dickeren Rahmen besitzen, passen oft nicht in die dafür vorgesehenen Halterungen. Eine mögliche Alternative sind Trägermodelle, die Pedale als Haltepunkt nehmen oder das Vorderrad festhalten. Bei Fahrradträgern die für die Anhängerkupplung konzipiert sind, passiert sowas fast nie, da hier die Haltebügel die obere Stange des Fahrradrahmens umklammern, die bei den E-Bikes ähnlich dick wie bei herkömmlichen Rädern sind.

Das Nummernschild darf von Heckfahrradträgern oder Kupplungsfahrradträgern nicht verdeckt werden. Sollte das passieren, muss ein drittes Schild am Fahrradträger montiert werden. Laut StVZO darf die zusätzliche Ladung nicht weiter als 40 Zentimeter über den äußeren Rand der Rückleuchten hinausragen. Ist die Breite der Fahrräder zu groß, müssen die Träger mit zusätzlichen Leuchten ausgestattet werden. Diese erhält man im Zubehörhandel schon ab etwa 30 Euro.

Sie sollten darauf achten, mit welcher Steckverbindung die Stromversorgung ihrer Anhängerkupplung ausgestattet ist (7- oder 13-polig). Für kleines Geld sind passende Adapter zu bekommen. Bei Trägern, die auf der Anhängerkupplung sitzen, sollte man ein klappbares Modell kaufen, um weiter den Kofferraum öffnen zu können.

Fahrradträger Test: Fahrradträger September2020 Dachmontage
Die zulässige Dachlast sollte bei der Beladung des Autodaches nicht überschritten werden. Bei diesem klappbaren Träger mit Liftfunktion von Fischer können die Räder beispielsweise auch in liegendem Zustand transportiert werden.

Wenn Sie das Rad auf dem Dach transportieren, muss die zulässige maximale Dachlast eingehalten werden. Zuerst wird der Fahrradträger an den Querträgern oder der Reling befestigt. Im Anschluss daran werden die Räder montiert. Beachten Sie bei der Einfahrt in ein Parkhaus oder die Garage die deutlich größere Höhe des Fahrzeugs.

Das ist beim Fahren mit einem Fahrradträger wichtig

Bevor Sie mit dem Auto losfahren, sollten Teile, die leicht verloren werden können, wie beispielsweise die Luftpumpe, vom Rad entfernt werden. Die E-Bike-Akkus haben ein extra Gewicht und gehören im Auto transportiert. Kontrollieren Sie vor der Fahrt die Beleuchtung des Heckträgers und die gute Sichtbarkeit des KFZ-Kennzeichens. Im Notfall installieren Sie ein zusätzliches drittes.

Nach 50 Kilometern Fahrt sollte man überprüfen, ob Spanngurte oder Schrauben immer noch fest sitzen. Das Fahrverhalten des mit Velos beladenen Autos kann sich deutlich unterscheiden, vor allem wenn die Fahrräder am Heck befestigt sind. Überschreiten Sie die Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern nicht und seien Sie in extremen Situationen, wie engen Kurven oder bei abruptem Abbremsen auf eine veränderte Reaktion ihres PKWs vorbereitet.

Vor Auslandsfahrten sollten Sie überprüfen, ob überstehende Ladung beziehungsweise am Heck transportierte Räder besondere Kennzeichnungen benötigen.

Fahrradträger Test: Fahrradträger September2020 Gruppenbild
Die zehn Fahrradträger unserer aktuellen Testrunde – vier sind für den Dachtransport geeignet, sechs für den Transport auf der Anhängerkupplung.

So haben wir getestet

Die von uns getesteten Fahrradträger, die preislich zwischen 30 und 600 Euro liegen, wurden mit dem aktuellen Modell des Volvo XC 90 getestet. Dieser verfügt über eine Dachreling und eine elektrisch ausklappbare Anhängerkupplung. So konnten wir sowohl die Dachträger als auch die Kupplungsträger montieren und testen.

Wir haben uns angeschaut, ob die Träger noch zusammengebaut werden mussten oder schon vormontiert waren, wie fix die Träger am Auto die Installation am Volvo gelingt, wie die Stabilität der Halterungen ist und mit welcher Sicherheit die Fahrräder stehen. Uns war es außerdem wichtig, dass nützliche Extras, wie Schlösser oder eine Abklappfunktion vorhanden waren. Außerdem wurden von uns die maximale Belastbarkeit, Gewicht und Maße gecheckt. Zuletzt haben wir Auslegung und Belastbarkeit für jeweilige Reifenbreiten oder Rahmengrößen überprüft.

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