Fahrradschloss Test: Alle Fahrradschloesser

Fahrradschlösser im Test : Schutz vor Fahrraddieben

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Veröffentlicht 01.07.2020

Wer im Alltag häufig Fahrrad fährt, braucht dafür ein gutes Schloss. Diese gibt es in verschiedensten Bauweisen, wobei sich die beste immer noch nicht herauskristallisiert hat. Oft sind schwere Schlösser sicher, aber nicht so alltagstauglich, während leichtere Modelle einfacher zu knacken sind.

Lars Schönewerk
Lars Schönewerk
testet als Technik-Redakteur vorwiegend Elektrokleingeräte und Fahrrad-Zubehör.

Fahrradschlösser müssen so einiges aushalten: Diebe kommen schließlich stets auf neue Ideen, auf die sich die Hersteller wiederum vorbereiten müssen. Die klassischen Diebeswerkzeuge sind aber vermutlich immer noch Seiten- oder Bolzenschneider und Metallsägen. Viele Fahrradschlösser lassen sich leider mit der passenden Waffe relativ leicht knacken, weswegen man sich vor dem Kauf gründlich informieren sollte.

Auf dem Markt gibt es einige Arten von Fahrradschlössern, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Am aufbruchsichersten sind in der Regel Bügel- und Faltschlösser, die sich jedoch im Alltag oft als nicht besonders handlich erweisen. Kettenschlösser sind nur dann unknackbar, wenn sie wirklich schwer sind, was sie aber wiederum unpraktisch macht.

Angenehmer mitzuführen sind leichte Panzerkabelschlösser, hier können Diebe allerdings je nach Modell mit einem Seiten- oder Bolzenschneider erfolgreich sein. Eine futuristische Option stellen smarte Fahrradschlösser dar, die aber einen Akku brauchen, den man regelmäßig laden muss. Auch hapert es bei einigen Modellen noch an der Umsetzung, sodass etwa die Verbindung zum Handy noch nicht so zuverlässig funktioniert.

Wir haben mittlerweile insgesamt 75 Fahrradschlösser aus allen Kategorien getestet und sie mit verschiedenen Werkzeugen bearbeitet. Viele Modelle hielten dem Aufbruchtest leider nicht Stand.

Fahrradschloss Test: Fahrradschlösser Gruppenfoto Pile
Unsere erste Testrunde: Zu Beginn hatten wir erst einmal 42 Fahrradschlösser im Test.

Kabelschlösser

Die erste Gattung, die wir nun näher anschauen, sind die Kabelschlösser. Sie bestehen aus mit Gummi ummantelten, geflochtenen Stahlseilen und sind häufig an Kinderfahrrädern zu finden, weil sie leicht und flexibel sind. Dafür hat man sie aber auch schnell mit einem Seitenschneider geknackt. Für Gelegenheitsdiebe ist man so zwar gewappnet, Profis haben jedoch leichte Beute.

Deshalb wurden Panzerkabelschlösser entwickelt: Hier bekommt das Stahlseil eine zusätzliche Ummantelung aus Stahlhülsen, was die Sicherheit drastisch verbessert, da Diebe nun mehrere Materialschichten durchtrennen müssen. Angenehm ist besonders, dass die Panzerkabelschlösser nicht besonders schwer sein müssen, um Widerstand zu bieten.

Sicher und leicht: Abus Ivera Steel-O-Flex 7200

Sicher und leicht

Abus Ivera Steel-O-Flex 7200

Test besten Fahrradschlösser: Abus Ivera Steel-O-Flex 7200
Das Panzerkabelschloss ist ein ernstzunehmender Widersacher, nur mit viel Mühe zu öffnen und trotz seiner Länge relativ leicht.

Als sehr sicheres Fahrradschloss hat sich das Abus Ivera Steel-O-Flex 7200 erwiesen. Im drei-Minuten-Test kamen wir noch nicht einmal bis zum Stahlkabel – am Ende erforderte es viel Geduld und unser gesamtes Werkzeugreservoir, bis das Schloss geknackt war. Trotzdem ist es leicht und handlich.

Fahrraddieben wird das Ivera Steel-O-Flex 7200 einige Nerven rauben. Das äußere Textil ist mit einer Metallsäge noch recht gut kleinzukriegen, aber danach wird es erst richtig schwierig. Besonders die Stahlhülsen, die ja die Panzerkabelschlösser ausmachen, sind zum Verzweifeln. Mit dem Seitenschneider ist man hier machtlos, egal wie pfiffig man ihn anzusetzen versucht. Um die Hülsen zu zerdrücken brauchte es schließlich einen Bolzenschneider. Dann hat man es aber immer noch nicht geschafft, da noch die Stahlkabel vor einem liegen. Beinahe Faser für Faser mussten wir diese wiederum mit dem Seitenschneider bearbeiten, bis die Gegenwehr schließlich gebrochen war.

Der ganze Prozess dauerte somit weit, weit mehr als drei Minuten und erforderte verschiedenstes Werkzeug. Mit anderen Worten: Für Diebe ist das Risiko hier viel zu hoch und das Schloss kann getrost als sicher bezeichnet werden.

 

Ein wenig zu bemängeln ist die Ausstattung des Ivera Steel-O-Flex 7200. Mitgeliefert werden lediglich zwei Schlüssel, von denen keiner eine LED-Beleuchtung besitzt. Ebenso muss man auf einen Staubschutz verzichten, was besonders vor dem Hintergrund verwunderlich ist, dass selbst sehr günstige Fahrradschlösser wenigstens einen manuellen Schieber verbaut haben.

Dank der hervorragenden Aufbruchsicherheit und der aufgrund des geringen Gewichts angenehmen Nutzung im Alltag trifft man mit dem Abus Ivera Steel-O-Flex 7200 trotzdem immer eine gute Wahl. Es ist zudem lang genug und ordentlich verarbeitet. Für nur rund 30 Euro ergibt das ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Auch für größere Gefährte: Contec PowerLoc

Auch für größere Gefährte

Contec PowerLoc

Test besten Fahrradschlösser: Contec PowerLoc
Das dicke Panzerkabelschloss ist hervorragend verarbeitet und löblich ausgestattet, aber nicht gerade kompakt.

Keine Preise gefunden.

Besonders für Motorradfahrer dürfte das Contec PowerLoc interessant sein. Beim Thema Sicherheit macht ihm kein anderes Schloss etwas vor, dafür ist es allerdings ziemlich groß und schwer, was für viele Fahrradfahrer etwas störend sein könnte.

Allein die Stahlmanschetten weisen schon einen Durchmesser von über zwei Zentimetern auf, womit sie zu breit für einen Bolzenschneider sind. Da anderes Werkzeug hier aber auf die Schnelle auch nicht hilft, kommt man gar nicht erst zum Stahlkabel. Die einzige Möglichkeit wäre eine passende Säge, aber bis man so erfolgreich ist, wird man sicher vorher ertappt.

Die massive Bauweise bringt allerdings auch Nachteile mit sich. Beim Transport ist man immer auf eine Tasche angewiesen, die groß genug ist, um das schwere und unflexible PowerLoc zu beherbergen. Da wird auch die eigentlich sehr gute Länge des Schlosses bald zum Problem.

Sehr gut gelungen ist die Verarbeitung: Die Ummantelung ist aus Kunststoff, mattschwarz, wasserabweisend und macht optisch doch einiges her. Geöffnet wird das Schloss per Schlüssel, der schön glattläuft und das dank des doppelseitigen Staubschutzes auch in Zukunft tun wird. Im Lieferumfang sind gleich fünf Schlüssel enthalten, von denen einer sogar leuchtet – sehr angenehm, wenn man sein Fahrrad im Dunkeln aufsperren möchte.

Wer Sicherheit als oberste Priorität hat, bekommt mit dem Contec PowerLoc ein ideales Fahrradschloss. Man muss sich allerdings überlegen, wie man es transportiert, da es doch sehr sperrig ist. Gerade für E-Bikes, Mopeds oder S-Pedelecs bietet es sich aber an.

Kurzzeitiger Schutz: Hiplok Z-Lok

Kurzzeitiger Schutz

Hiplok Z-Lok

Test: Hiplok Z Lok
Das Z-Lok hält nicht viel fest, eignet sich als kurzzeitige Sicherung aber vor allem für Sportradler.

Streng genommen ist das Hiplok Z-Lok gar kein Kabelschloss, es ähnelt diesen aber in vielen Punkten. Besonders für kurze, unbeaufsichtigte Momente, wie etwa beim Geld abheben, eignet es sich hervorragend. Viel mehr Zeit sollte man Dieben allerdings nicht geben.

Im Prinzip ist das Z-Lok eine Art metallverstärkter Kabelbinder. Im Inneren befindet sich eine bandartige Schiene, außen ist diese mit Kunststoff umhüllt. An einem Ende befindet sich eine Lasche, in die man einfach das andere Ende hereinsteckt. Dann zieht man das Ganze nur noch fest. Zum Öffnen ist nur ein einziger Schlüssel beigelegt, der eigentlich kein echter Schlüssel ist, sondern eher eine zweidornige Klammer. Ein Bollwerk darf man also nicht erwarten – für kurze Zeit ist das Material aber erstaunlich widerstandsfähig.

Auf den ersten Blick mag man glauben, dass das dünne Z-Lok einem ernsthaften Dieb niemals standhält. Damit liegt man nur halb richtig, denn nicht mit jedem Werkzeug ist man hier erfolgreich. Der Bolzenschneider kommt mit dem elastischen Material nicht zurecht, die Metallsäge durchtrennt das Schloss zwar ziemlich schnell, ist dabei aber sehr laut. Einzig der Seitenschneider machte kurzen Prozess. Übrigens erscheint auch der Verschluss bei der Draufsicht nicht besonders sicher, jedoch konnten wir ihn weder mit kleinen Nägeln noch mit Schraubendrehern öffnen.

Möchte man sein Fahrrad also etwa während der Arbeit stehen lassen und absichern, so ist das Hiplok Z-Lok die falsche Wahl. Den ganzen Tag über wird ein Dieb nämlich irgendwann eine unbeobachtete Minute finden, um das Z-Lok schnell zu knacken. Wenn man allerdings weiß, dass man sein Fahrrad ohnehin immer nur kurzzeitig abschließt, um beispielsweise zum Bäcker zu gehen, macht das Schloss auf jeden Fall seinen Job. Dann spielt es auch seine anderen Vorteile aus: Es ist klein und damit leicht zu transportieren, angenehm in der Handhabung, und vor allem sehr günstig.

Außerdem getestet

Beim Nean Panzerschloss lässt sich die Textilummantelung ein wenig verschieben, ist also nicht komplett fixiert. Dieben erleichtert das die Arbeit, da man direkt am äußeren Gummischlauch ansetzen kann. Mit dem Seitenschneider hatten wir bei den Stahlmanschetten etwas zu kämpfen, weshalb das Panzerschloss länger als drei Minuten hielt. Ein bisschen besser lief es mit dem Bolzenschneider, mit dem uns aber das Stahlsteil einiges an Kraft kostete. Sägen konnten dem Schloss jedoch gar nichts anhaben. Das Panzerschloss sichert also recht gut, ist aber leider nur dürftig ausgestattet. Nur zwei Schlüssel ohne Beleuchtung sowie ein fehlender Staubschutz sind hier zu bemängeln.

Ein klassisches, mattschwarzes Spiralkabelschloss bekommt man mit dem Bigo Kabelschloss. Hier gibt es gar keinen Schlüssel – es wird stattdessen nämlich ein Zahlenverschluss eingesetzt. Mit 1,80 Metern zählt es zu den längsten Fahrradschlössern im Test, ist dabei aber trotzdem noch sehr leicht. Das klingt alles erstmal sehr gut, leider bietet es aber keinen ernstzunehmenden Schutz. Der Seitenschneider braucht nur wenige Sekunden, um das dünne Kabel zu durchtrennen. Da konnten wir uns den Test mit der Säge glatt sparen.

Wie der Name schon vermuten lässt, ist das Kryptonite Kryptoflex Loop Cables kein wirkliches Fahrradschloss, sondern eher ein Schlaufenkabel. Eigentlich sind die dazu gedacht, ein echtes Schloss zu ergänzen. Gerade das Kryptoflex erweist sich jedoch als überraschend zäh, denn sowohl mit dem Seitenschneider als auch mit dem Bolzenschneider mussten wir einige Male beherzt zudrücken und teilweise Faserteil für Faserteil vorgehen, bis der Widerstand gebrochen war. Knapp eine Minute dauerte das in beiden Fällen. Als Unterstützung etwa für ein Bügelschloss stellen die Loop Cables eine gute Option dar.

Bügelschlösser

Unter Experten gelten Bügelschlösser als am aufbruchsichersten. Auch in unserem Test erwiesen sich die U-förmigen Stahlbügel, als am schwersten zu knacken – etwa für Bolzenschneider ist der Stahl einfach zu dick. Für zusätzliche Sicherheit sind viele Bügelschlösser doppelt verriegelt, also an beiden Enden des Bügels einzeln abgeschlossen. Diebe müssten den Stahl somit nicht nur einmal, sondern zweimal durchtrennen.

Bügelschlösser sind also in der Regel sicher, aber dafür eben schwer und sperrig. Viele Hersteller legen deshalb eine Aufhängung bei, damit man das Schloss am Rahmen anbringen kann. Außerdem ist man beim Finden eines passenden Gegenstands zum Anschließen nicht besonders flexibel. Für Laternenpfähle ist der Durchmesser der Schlösser meist zu klein, Zäune sind ohnehin nicht geeignet, da Diebe im Notfall einfach auch den Zaun durchschneiden. So bleiben hauptsächlich Pfosten von Verkehrsschildern oder spezielle Stahlbügel zum Anketten der Räder.

Quasi unknackbar: Abus Granit X-Plus 540

Quasi unknackbar

Abus Granit X-Plus 540

Test besten Fahrradschlösser: Abus Granit X-Plus 540
Hier beißt man auf Granit: Das Schloss ist mit gängigen Mitteln nicht zu überwinden.

Unter den sowieso schon sehr stabilen Bügelschlössern bekommt man mit dem Abus Granit X-Plus 540 das insgesamt massivste. Es wird mit einer Halterung geliefert und hat einen cleveren Staubschutz integriert: Nach Abziehen des Schlüssels wird das Schlüsselloch nämlich automatisch verschlossen, sodass sich darin kein Schmutz ansammeln kann.

Wie am Markennamen »Granit« schon erkennbar ist, besteht das Abus-Schloss aus extrem stabilem Stahl. Das hat sich auch in unserem Test bemerkbar gemacht. Man bekommt den Bolzenschneider zwar um die Stahlstrebe, aber beim Zudrücken ist man dann chancenlos. Selbst einen Arm des Werkzeugs auf den Boden drücken und sich mit dem gesamten Körpergewicht auf den anderen Arm lehnen half nichts.

Also starteten wir einen neuen Versuch, diesmal mit der Metallsäge. Aber auch hier zeigte sich das Schloss wenig beeindruckt, nicht mal Kratzer bekamen wir in den Bügel. Nun mag man sich vielleicht fragen: Schön und gut, aber warum sollte ich viel Geld für ein Abus-Schloss ausgeben, wenn viele andere Bügelschlösser auch nicht zu knacken sind?

Die Antwort: Wegen des ausgeklügelten Schließmechanismus. Die X-Plus Verriegelung ist nämlich laut unseres Lockpicker-Experten für Diebe ebenfalls nicht zu öffnen, egal welches Werkzeug diese ausprobieren.

Somit ist man mit dem Abus Granit X-Plus 540 nicht nur gegen rohe Gewalt geschützt, sondern auch gegen Fingerspitzengefühl. Wer also Dieben überhaupt keine Chance geben will, sollte hier zugreifen. Es gibt allerdings auch günstigere Alternativen, die ebenfalls guten Schutz bieten.

Schön verarbeitet: Hiplok DX

Schön verarbeitet

Hiplok DX

Test: Hiplok Dx
Ein rundum gelungenes Schloss mit Top-Verarbeitung, hervorragender Handhabung und pfiffiger Transportklammer zu einem überdurchschnittlichen Preis.

Häufig steht man bei Bügelschlössern vor dem Problem, wie man sie am besten transportieren soll. Das Hiplok DX bietet eine kreative Möglichkeit: Hier gibt es eine Halteklammer, die man am Hosenbund oder der Gesäßtasche befestigen kann und die dann das über ein Kilogramm schwere Schloss überraschend zuverlässig hält.

Als einer der wenigen Hersteller kann Hiplok auch den Abus-Schlössern das Wasser reichen. Das beginnt schon bei der Verarbeitungsqualität, wo man einfach nichts kritisieren kann, selbst wenn man es unbedingt wollte. Für modebewusste Radler ist beim Hiplok DX schön, dass man es in verschiedensten Farben erwerben kann, wobei der Bügel aber immer schwarz und mit einer Art Vinyl überzogen ist. Der Schließmechanismus ist dank einer robusten Gummiklappe vor Schmutz und Wasser geschützt – das funktioniert sogar so gut, dass nicht nur Regen keine Chance hat, sondern selbst bei einem Tauchgang alles dicht hält.

Da Bügelschlösser sowieso schwer zu knacken sind und mit dem Hiplox DX ein besonders gut verarbeitetes Modell vorliegt, kann man sich vorstellen, wie der Praxistest endete. Den Vinylmantel schafft man noch, aber danach hilft keines der Diebeswerkzeuge mehr, nicht einmal Kratzer oder Dellen entstehen am Bügel. Stark!

Der einzige Wermutstropfen beim Hiplok DX ist der Preis. Hier bewegt man sich im Bereich von Abus, man kann allerdings noch ein paar Groschen sparen, wenn man eine nicht so populäre Farbe auswählt. Ansonsten können wir aber eine absolute Kaufempfehlung aussprechen, denn sicher ist dieses Fahrradschloss auf jeden Fall.

Günstig und sicher: Nean Bügelschloss

Günstig und sicher

Nean Bügelschloss

Test besten Fahrradschlösser: Nean Bügelschloss
Das günstige Schloss hat einen angenehm langen und dicken Bügel.

von 143 Lesern gekauft

Sowohl mit Zahlencode als auch mit Schlüssel ist das Bügelschloss von Nean erhältlich. Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, aber trotzdem ein absolut aufbruchsicheres Fahrradschloss sucht, ist bei Nean an der richtigen Adresse.

16 Millimeter Durchmesser machen den Bügel zu einem der dickeren Modelle im Test, außerdem ist er nicht rund, sondern in Vierkantform gefertigt. Warum das so ist, wird nicht ganz klar, denn prinzipiell bieten die Kanten gute Angriffsfläche für Bolzenschneider. So konnten wir den Bügel im Praxistest mit dem Bolzenschneider etwas eindellen, mehr ging allerdings nicht.

Auch die Sägen hinterließen zwar einige Kratzer im Metall, um es aber zu durchtrennen bräuchte man vermutlich einige Stunden – vor allem weil das Bügelschloss doppelt verriegelt ist und man daher beide Seiten bearbeiten muss. Niemand wird einen solchen Aufwand auf sich nehmen, um ein Fahrrad zu stehlen.

Der Bügel wie auch das Gehäuse wurden mit Gummi überzogen, was nicht nur Kratzern vorbeugt, sondern nebenbei auch ziemlich wertig aussieht. Optisch erinnert das Bügelschloss so ein wenig an das Abus Granit X-Plus 540, allerdings mit Kanten und dickerem Stahl.

Im Lieferumfang befindet sich zwei Schlüssel, von denen leider keiner beleuchtet ist, sowie eine Transporthalterung. Ein Staubschutz ist ebenso vorhanden, und zwar in Form eines Schiebers, den man manuell öffnen und schließen muss.

Qualitativ merkt man also schon gewisse Unterschiede zu den teureren Fahrradschlössern von Abus und Hiplok, aber wer für ein aufbruchsicheres und solide ausgestattetes Bügelschloss nicht allzu viel Geld ausgeben möchte, liegt mit dem Nean Bügelschloss goldrichtig.

Außerdem getestet

Das Abus Granit 460 ist quasi der kleine Bruder des Granit X-Plus 540, aber deswegen nicht weniger sicher. Weder die Metallsäge noch der Bolzenschneider konnten gegen den extrem harten Bügel etwas ausrichten, obwohl dieser mit zwölf Millimetern etwas schmaler ist. Typisch für ein Mittelklassemodell muss man aber doch auf einige Kleinigkeiten verzichten. So gibt es weder Staubschutz noch beleuchtete Schlüssel, außerdem setzt Abus hier nicht auf die supersichere X-Plus-Verriegelung. Dafür spart man sich mit dem Granit 460 aber einiges an Geld.

Sternförmige Schrauben befinden sich am Gehäuse vom Trelock BS 650 ZB 401. Gute Angriffsfläche für Diebe möchte man meinen, aber wir hatten zumindest kein passendes Werkzeug, um sie herauszudrehen. Mit 16 Millimetern Durchmesser bei nur einer dünnen Gummischicht ist der Bügel auf jeden Fall einer der dickeren Sorte, dem naturgemäß weder Säge noch Bolzenschneider etwas anhaben konnte. Zwar verfügen die beiden Schlüssel über keine LED, dafür gibt es aber einen manuellen Schieber als Staubschutz. Angenehm ist außerdem, dass eine 90-Grad-Schlüsseldrehung statt der üblichen 180 Grad zum Öffnen ausreicht.

Auffällig am Master Lock 8195EURDPRO ist der Bügel, der unten noch ein wenig aus dem Gehäuse herausragt. Die Oberfläche ist komplett von Vinyl überzogen, was dem Fahrradschloss einen hochwertigen Eindruck verschafft. Master Lock vergibt seinen Schlössern Sicherheitseinstufungen, das 8195EURDPRO erreicht hierbei Stufe 10 von 15. Uns ist allerdings nicht ganz klar, warum es nicht noch besser eingestuft wird, denn im Praxistest konnten wir mit der Säge genauso wenig ausrichten wie mit dem Bolzenschneider – egal ob an den Bügeln selbst oder am Gehäuse. Mitgeliefert werden übrigens ganze vier Schlüssel, allerdings ohne LEDs. Als Staubschutz fungiert ein manueller Regler.

Zusammen mit einem Schlaufenkabel wird das Via Velo angeboten. Grund dafür ist das Problem, dass Bügelschlosser in der Regel nicht besonders lang sind. Mit dem 1,80 Meter langen Kabel kann man also zusätzlich die Räder anbinden und es Dieben noch schwer machen, als sie es ohnehin schon mit einem Bügelschloss haben. Dennoch sollte man den Rahmen immer nur per Bügelschloss an ein Objekt anketten. Dank dem anthrazitfarbenen Vinylüberzug fühlt sich das Schloss sehr angenehm an. Der ansonsten schicke Look wird jedoch ein wenig durch einen drehbaren Ring getrübt, der etwas billig aussieht: der Staubschutz. Trotzdem bekommt man hier ein ordentliches Bügelschloss zu einem guten Preis.

Faltschlösser

Gegenüber Bügelschlössern haben Faltschlösser den Vorteil, dass man sie dank der beweglichen Gelenke schön kompakt falten und somit leichter verstauen kann. Trotzdem ist die Handhabung manchmal etwas trickreich, weswegen sie nicht bei jedem Radfahrer beliebt sind.

Faltschlösser bestehen aus ähnlich dickem Stahl wie Bügelschlösser, haben jedoch eine Schwachstelle: die Scharniere. Diese lassen sich manchmal gut per Brecheisen aufhebeln. Es kommt bei der Aufbruchsicherheit aber auch auf die Qualität des Stahls an. Während günstige Faltschlösser sich dem Bolzenschneider beugen müssen, hat dieser gegen manch andere Modelle überhaupt keine Chance.

Sehr sicher: Abus Bordo 6000

Sehr sicher

Abus Bordo 6000

Test besten Fahrradschlösser: Abus Bordo 6000
Das Abus Bordo ist ein Klassiker und ein Musterbeispiel eines Faltschlosses. Es ist stabil verarbeitet, extrem hart und deutlich günstiger als der große Bruder mit X Plus.

Ein Klassiker unter den Faltschlössern ist das Abus Bordo 6000. Das Modell wurde von Abus über die Jahre immer weiter verfeinert, sodass auch die Gelenke keine wirkliche Sicherheitslücke mehr darstellen. Die einzelnen Glieder hat man nämlich so nah zusammen gebaut, dass ein Bolzenschneider nicht mehr an die Scharniere dazwischen herankommt.

Daher haben wir den Versuch, das Bordo an den Scharnieren zu durchtrennen, bald wieder abgebrochen. Auch mit großer Kraftanstrengung tut sich da nichts. Da die Glieder aber im Vergleich zu einem Bügelschloss aus ziemlich dünnem Stahl bestehen, könnte man meinen, dass man hier mit dem Bolzenschneider erfolgreicher ist. Aber Fehlanzeige: Der Stahl ist so hart, dass man außer ein paar kleinen Dellen nichts bewirken kann. Selbst wenn man das Werkzeug auf dem Boden abstützt, kommt man bald nicht mehr weiter.

Genauso verpuffte die Wirkung der Stahlsäge. Bevor das Bordo durchtrennt worden wäre, hätte wohl zuerst das Sägeblatt den Geist aufgegeben. Gegen Gewalt ist das Faltschloss also bestens gerüstet, aber wie sieht es gegen Fingerspitzengefühl aus? Unser Lockpicker schaffte es tatsächlich, das Bordo mit cleveren Methoden zu öffnen – er brauchte dafür allerdings satte 25 Minuten. So lange möchte sich natürlich kein Dieb am Tatort aufhalten.

Wie leider bei vielen anderen Abus-Schlössern auch ist das Bordo nur mit zwei Schlüsseln, jeweils ohne LED, ausgestattet. Ebenfalls gibt es keinen Staubschutz. An der Aufbewahrungstasche befinden sich immerhin Schlaufen, mit denen man das Schloss wie bei einer Halterung am Fahrrad anbringen kann.

Abus bietet übrigens noch eine Premium-Variante des Bordo an: das Bordo Granit X-Plus. Dank der X-Plus-Verriegelung ist man noch besser gegen Lockpicking geschützt, dafür fällt das Schloss allerdings nicht nur schwerer und etwas kürzer aus, sondern vor allem gleich deutlich teurer. Unserer Meinung nach ist es das nicht wert, weswegen man im Zweifel zur normalen Variante greifen sollte.

Insgesamt ist das Abus Bordo 6000 aber, in welcher Version auch immer, ein sehr empfehlenswertes Faltschloss, mit dem man sein geliebtes Fahrrad bedenkenlos abstellen kann.

Angenehm lang: Trelock FS 460 Cops Long

Angenehm lang

Trelock FS 460 Cops Long

Test: Trelock Fs 460 Cops Long
Gut verarbeitet und sehr stabil: Das FS 460 Cops Long ist eine exzellente Alternative zum Abus Bordo.

Keine Preise gefunden.

Das »long« in Namen des Trelock FS 460 Cops Long steht absolut zu Recht dort, denn mit einem Meter hat es mehr Umfang als normale Faltschlösser. Trotzdem besteht es nur aus sechs Gliedern, die aber wiederum ziemlich lang sind.

Im Vergleich zum Bordo ist das Trelock etwas schwerer und mit dickeren Faltgliedern ausgestattet. Sowohl optisch als auch haptisch gibt es nichts zu mäkeln: Das Fahrradschloss liegt schwer, aber noch angenehm in der Hand und wirkt sehr hochwertig verarbeitet. Eine robuste Gummischicht dient als Ummantelung der Faltglieder und verhindert so Kratzer im Lack. Zum Schutz des Schlüssellochs vor Staub ist ein manueller Schieber angebracht.

Transportiert wird das Trelock in der mitgelieferten Halterung beziehungsweise Tasche, wo ein dickes Gummiband dafür sorgt, dass nichts verrutscht. Man mag darüber streiten, wie praktisch das ist oder ob man das auch eleganter lösen kann, aber es funktioniert auf jeden Fall.

Schließlich kam im Praxistest der Bolzenschneider zum Einsatz, der aber wenig Erfolg hatte. Ähnlich erging es der Metallsäge, die gegen den harten Stahl nicht ankam. Für ein Faltschloss – besonders wenn es nicht von Abus kommt – ist das nicht selbstverständlich.

Insgesamt liefert das Trelock FS 460 Cops Long also sehr ähnliche Ergebnisse wie das Abus Bordo. Letztendlich sind hier im direkten Vergleich Details entscheidend, etwa wo man welches Schloss günstiger angeboten bekommt oder welche Ausstattungsmerkmale man bevorzugt.

Außerdem getestet

Vom ohnehin schon sehr guten Abus Bordo 6000 gibt es noch eine Premium-Version: das Abus Bordo Granit X-Plus 6500. Die Unterschiede sind nicht gravierend, aber dennoch vorhanden. Beim Granit X-Plus 6500 sind die einzelnen Glieder nochmal ein kleines bisschen dicker und damit auch etwas schwerer. Nachdem sich schon das Bordo 6000 als unknackbar erwiesen hatte, war es nicht verwunderlich, dass auch sein großer Bruder unseren Angriffen problemlos standhielt. Dank der X-Plus-Verriegelung sind Diebe direkt an der Verriegelung ebenso chancenlos. Nur aufgrund des geringeren Preises bei ähnlicher Sicherheit hat das Bordo 6000 gegenüber dem Bordo Granit X-Plus 6500 die Nase vorn.

Auf einer Skala von eins bis sechs vergibt Trelock seinem FS 500 Toro den Sicherheitswert fünf – und zwar mit Recht. Das Faltschloss ist schön verarbeitet und besteht aus stabilem Stahl, weswegen es aber auch recht schwer ist. Man kann es daher schon erahnen: Der Bolzenschneider konnte nicht mehr als ein paar kleine Dellen anrichten. Ausgestattet ist das FS 500 Toro mit zwei unbeleuchteten Schlüsseln und einem Staubschutz, den Abus nicht bietet. Ob dieser kleine Vorteil den höheren Preis rechtfertigt, ist jedoch fraglich.

Mit einem interessanten Konzept sticht das Litelok Gold Wearable hervor. Auch hier gibt der Name schon einen Hinweis – man kann das Schloss zum Transport nämlich als Gürtel anziehen. Es besteht aus einer Kombination von Stahl und Polymer und ist daher biegsam – deshalb ist es eigentlich kein klassisches Faltschloss. In der Praxis wurde die kreative Idee allerdings nicht perfekt umgesetzt, da das Schloss eher einem Kreis als einem Gürtel gleichkommt und daher immer irgendwo übersteht. Außerdem erfordert das Schließen ein wenig Konzentration, da die Schnalle nur greift, wenn beide Teile komplett gerade ineinander gesteckt werden.

Das Innere des Litelok Gold Wearable besteht, ähnlich wie bei einem Kabelschloss, aus Stahlseilen, die jeweils von Gummischläuchen umhüllt sind. Metallsägen und Seitenschneider sind daher die aussichtsreichsten Werkzeuge zum Durchtrennen. Tatsächlich werden Diebe damit irgendwann zum Erfolg kommen, aber sicherlich nicht in weniger als drei Minuten.

Kompakt, aber trotzdem relativ schwer ist das Kohlburg Wien. Acht Glieder mit jeweils sieben Millimeter Durchmesser sind hier verbaut, insgesamt kommt es auf eine Länge von 89 Zentimetern. Sehr praktisch ist die mitgelieferte, verschließbare Tasche, die zur guten Handhabung beiträgt. Ein manueller Schieber bekämpft Schmutz und Wasser im Schlüsselloch. Im Praxistest konnte der Bolzenscheider die Stahlstreben etwas eindrücken, aber irgendwann kam man einfach nicht mehr weiter. Alles in allem ein solides Faltschloss, bei dem man bedenkenlos zugreifen kann, allerdings hat die Konkurrenz von Abus und Trelock noch knapp die Nase vorn.

Obwohl das Dinoka Faltschloss mit nur 700 Gramm ziemlich leicht ist, hielt es der drei-Minuten-Tortur stand. Gerade der Bolzenschneider hinterließ seine Spuren, zum Durchtrennen reichte es aber nicht. Mit 70 Zentimetern ist das Schloss außerdem ziemlich kurz und besteht daher nur aus fünf Gliedern. Die haben allerdings leicht Spiel, weswegen es beim Transportieren immer ein wenig klappert. Für den vergleichsweise geringen Preis ist es ziemlich robust, kommt aber qualitativ nicht an kostspieligere Faltschlösser heran.

Kettenschlösser

Durchaus beliebt unter Radlern sind Kettenschlösser. Sie sind in verschiedenen Längen erhältlich und dank der vielen Glieder sehr flexibel, weshalb man immer einen geeigneten Gegenstand zum Anketten findet.

Leider muss man bei einigen Kettenschlössern Abstriche machen, was die Sicherheit angeht. Entscheidend ist hier der Durchmesser der Kettenglieder: Mit bis zu sechs Millimetern hat ein Bolzenschneider selbst bei hartem Stahl wenig Probleme. Je dicker und schwerer die Ketten aber werden, desto aufbruchsicherer sind sie auch. Diese Tendenz bestätigte sich genauso in unserem Test.

Transportierbar als Gürtel: Hiplok Gold

Transportierbar als Gürtel

Hiplok Gold

Test: Hiplok Gold
Hochwertig, hart und ziemlich praktisch: Das Hiplok Gold kann während der Fahrt wie ein Gürtel um die Hüfte getragen werden.

Ähnlich wie das Litelok Wearable kann man auch das Hiplok Gold als Gürtel tragen, weswegen es auf den ersten Blick eher wie ein Sicherheitsgurt wirkt. Das liegt unter anderem an der Textilummantelung, die aus recht harter und wasserabweisender Kunstfaser besteht. Aber auch der Verschluss ist ähnlich groß wie der eines Auto-Gurts – nur funktioniert er per Vorhängeschloss.

Dessen Bügel kommt auf zwölf Millimeter Durchmesser, die Kettenglieder auf zehn. Entsprechend schwer ist das Kettenschloss am Ende: Bei 85 Zentimetern Länge bringt es 2,2 Kilo auf die Waage. Das klingt nach sehr viel, ist aber für ein Kettenschloss noch in Ordnung.

Als Gürtel trägt sich das Hiplok Gold überraschend komfortabel, sodass man das Transportproblem auf diese Weise recht angenehm lösen kann. Übrigens muss man dafür keinen Hüftumfang von unter 85 Zentimetern haben, denn die Gürtelbefestigung lässt sich weiter festziehen oder lockern.

An der Verarbeitung gibt es nichts zu bemängeln, Fransen findet man genauso wenig wie Schweißnähte oder überstehende Teile. Selbst der Schlüssel läuft absolut rund. Dementsprechend war es auch wenig überraschend, dass wir mit unseren Werkzeugen rein gar nichts ausrichten konnten. Nicht einmal Spuren haben wir hinterlassen, das Schloss sieht immer noch wie neu aus.

Das klingt soweit erst einmal nach einem rundum guten Kettenschloss. Der Vollständigkeit halber sei allerdings erwähnt, dass das Hiplok Gold bei Stiftung Warentest in den Kategorien »Schadstoffe« (4,2) und »Haltbarkeit« (4,0) relativ schlecht bewertet wurde. Zur Schadstoffbelastung können wir nichts sagen, da wir keinen Labortest durchgeführt haben. Um Erkenntnisse zur Haltbarkeit zu gewinnen, haben wir einen Langzeittest begonnen. Sollte es hierzu nennenswerte Ergebnisse geben, werden wir diese selbstverständlich nachreichen.

Sicher, aber sperrig: Abus Ivy 9100

Sicher, aber sperrig

Abus Ivy 9100

Test besten Fahrradschlösser: Abus Ivy 9100
Groß, schwer, hart und sicher: Das Ivy 9100 ist einfach nur gewaltig. Mit normalen Werkzeugen hat man gegen dieses Monstrum keine Chance.

von 40 Lesern gekauft

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich das Abus Ivy 9100 näher anschauen. Wie für ein aufbruchsicheres Kettenschloss üblich, ist es dafür auch sperrig und schwer – für viele Leute wahrscheinlich zu schwer.

Im Inneren befindet sich eine massive, goldene Kette, die von einem schwarz-roten Kunstfasermantel umhüllt ist. Der wiederum wirkt hochwertig, ist wasserabweisend und bietet mehr Widerstand, als einem Dieb lieb ist. Spätestens an der Kette ist aber sowieso Schluss, egal welches Werkzeug man bemüht. Weder Bolzenschneider noch Säge hinterlassen auch nur eine Spur auf den Gliedern.

Wenn rohe Gewalt nichts hilft, mag man es vielleicht mit Fingerspitzengefühl probieren. Aber auch den Lockpickern machte das Ivy 9100 das Leben wirklich schwer. Leider fällt die Ausstattung – wie so oft bei Abus – ziemlich spartanisch aus. Lediglich zwei Schlüssel sind im Lieferumfang, wobei keiner beleuchtet ist. Eine Halterung braucht es bei einem solch schweren Kettenschloss sowieso nicht unbedingt, aber gerade ein Staubschutz wäre doch praktisch gewesen.

Mit normalen Mitteln ist das Abus Ivy 9100 auf jeden Fall nicht zu knacken. Freunde der Sicherheit müssen sich dann nur überlegen, wie sie das Ungetüm transportieren wollen.

Macht seinem Namen alle Ehre: Kohlburg Alcatraz

Macht seinem Namen alle Ehre

Kohlburg Alcatraz

Test: Kohlburg Alcatraz
Das Alcatraz ist ein Monstrum mit klaren Prioritäten: Aufbruchsicherheit ist alles, Mobilität spielt keine Rolle.

Sogar noch wuchtiger als das Abus Ivy 9100 kommt das Kohlburg Alcatraz daher. Hier findet man im Inneren eine 140 Zentimeter lange Kette, wobei ein einzelnes Glied schon einen Durchmesser von stolzen 13 Millimetern aufweist. An einem Ende der Kette ist ein Stahlring angebracht, durch den man das andere Ende hinduchführt und im Verschlussteil sichert. Allein dieses Verschlussteil, das aussieht wie ein Mini-Bügelschloss, ist dank des 14 Millimeter dicken Bügels vermutlich schon sicherer als viele andere, ganze Fahrradschlösser.

Bei diesen Voraussetzungen ist es keine große Überraschung, dass man – egal mit welchem Werkzeug – keine Chance hat, das Alcatraz zu knacken. Allein der Stahl ist schon so dick, dass der Bolzenschneider kaum noch Halt findet. Damit sprengt das Kettenschloss sogar die herstellereigene Sicherheitsskala, denn von 10 möglichen Punkten vergibt Kohlburg 10+. Mehr geht also wirklich nicht.

Die maximale Sicherheit geht aber natürlich mit hohem Gewicht einher. Ganze 6,4 Kilogramm bringt das Alcatraz auf die Waage, weswegen sogar der Hersteller darauf hinweist, dass es sich nicht zum Transport eignet, sondern nur dafür, das Fahrrad für längere Zeit an einem festen Platz anzuketten. In Fahrradkellern von Mehrparteienhäusern sowie in dunklen Hinterhöfen macht es sich also besonders gut.

Es kommt also ganz auf den Einsatzbereich an, und auf den persönlichen Geschmack. Für viele Leute wird jedoch ein leichteres und etwas preiswerteres Fahrradschloss vollkommen ausreichen.

Außerdem getestet

Das Hiplok Original ist dem Hiplok Gold ziemlich ähnlich. Es lässt sich genauso als Gürtel tragen, der aber hier per Klettfläche geschlossen wird. Neben dem obligatorischen Schwarz bietet Hiplok das Original auch in »Superbright« an, was einem hellen Grauton entspricht, der im Verkehr besser zu erkennen sein soll. Die Glieder der Vierkantkette kommen lediglich auf 8 Millimeter Durchmesser, was aber überhaupt nicht schlimm ist, da das Material trotzdem so stabil ist, dass der Bolzenschneider nicht mehr als ein paar kleine Kratzer verursachen kann. Sicherheitstechnisch ist es also auf jeden Fall empfehlenswert, beim Hiplok Gold finden wir allerdings den Gürtelverschluss etwas gelungener.

Eines der kostspieligsten Kettenschlösser überhaupt ist das Abus Granit City Chain X-Plus. Dementsprechend stuft Abus es als maximal sicher ein, was sich auch in unserem Praxistest bestätigte. Der massiven Sechskant-Stahlkette kann man nämlich weder mit der Säge, noch mit dem Bolzenschneider etwas anhaben. Ausgestattet ist das Granit City Chain mit der X-Plus-Mechanik, die gegen Lockpicking schützt, sowie einem Staubschutz und zwei Schlüsseln, von denen einer eine LED besitzt.

Beim Kauf hat man die Wahl zwischen vier Versionen, die sich zwischen 85 und 170 Millimetern Länge befinden. Gerade mit den größeren Modellen hat man so eine breite Auswahl an geeigneten Gegenständen zum Anketten, selbst Bäume kommen da infrage. Allerdings fällt das Schloss selbst mit kürzerem Umfang recht klobig aus, allein das Verschlussteil ist schon sehr sperrig. Man findet auf dem Markt auch günstigere und leichter zu handhabende Fahrradschlösser, die ähnlich aufbruchsicher sind.

Gar nicht so kompakt wie man anhand des Namens denken mag, ist das Axa Cherto Compact Neo. Die Kette fällt nämlich genauso dick aus wie bei den Schwergewichten aus dem Hause Abus. Entsprechend stabil ist sie auch, weswegen die Säge uns nicht weiterbrachte. Beim Einsatz des Bolzenschneiders ging dann allerdings etwas kaputt – nur war es nicht das Schloss, sondern der Bolzenschneider selbst, der eine leichte Delle verzeichnete und ein Stück seines Schneideblatts verlor.

Zum Thema Sicherheit ist damit alles gesagt, leider weist das Cherto Compact Neo aber bei der Verarbeitung ein paar Defizite auf. Nicht nur sind auf der Kette klare Schweißnähte erkennbar, sondern vor allem machen die Schließmechanismen einem zu schaffen. Hakende Schlüssel scheinen bei vielen Axa-Schlössern ein Problem zu sein, hier kommt außerdem noch der klemmende Staubschutz hinzu. Das Potenzial zu einem Top-Kettenschloss ist also da, bei den Details muss Axa allerdings noch ein bisschen Feinarbeit betreiben.

Sichere Schlösser sind also oft schwer, wenn nicht zu schwer. Daher mag man sich fragen, wie es mit leichteren Kettenschlössern bestellt ist. Ein Beispiel für ein solches ist das Abus Web 1500, das aufgrund seiner kleinen Maße und den vielen, verfügbaren Farben auch als Kinderschloss durchgehen könnte. Leider erwies sich das Web 1500 als gefundenes Fressen für den Bolzenschneider, dem sogar ein einziger Schnitt genügte. Kein gutes Zeichen, wenn man länger für den Textilmantel braucht als für die eigentliche Kette. Immerhin hat das Schloss die Metallsäge überlebt. Nachteilig ist im Übrigen, dass die Kette ziemlich kurz ausfällt, womit man bei den Anschlussmöglichkeiten beschränkt ist.

Smarte und alarmgesicherte Schlösser

Inzwischen setzen immer mehr Hersteller auch auf Schlösser mit einer eingebauten Alarmanlage. Sobald sich ein Dieb am Schloss zu schaffen macht, ertönt dann eine Sirene. Die soll für so viel Aufmerksamkeit sorgen, dass der Dieb die Flucht antritt.

Neben den alarmgesicherten Schlössern findet man auf dem Markt heutzutage auch smarte Schlösser, die sich per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden lassen und in einer entsprechenden App ge- und entsperrt werden. Hier liegt natürlich viel technisches Potenzial, allerdings braucht es dafür auch eine gut funktionierende Herstellersoftware.

 Fahrradschloss Test: Fahrradschlösser Alarm 2
Die sieben alarmgesicherten Schlösser im Test: Oben Abus Bordo Alarm 6000A, Olympia ULA 400, Olympia S 200 und Semptec NX-1448-675, unten Trelock SL 460, I Lock It Intelligentes Fahrradschloss und VGEBY Y797.

Im Detail sollen die smarten Schlösser automatisch schließen, wenn man sich mit seinem Smartphone vom Fahrrad entfernt und genauso wieder öffnen, wenn man zurückkommt. Leider funktioniert das in der Praxis bei noch keinem Schloss besonders reibungslos. Einerseits muss man in der Regel schon sehr weit weg sein, bis es endlich abschließt, andererseits dauert es auch, bis das Schloss verstanden hat, dass man wieder da ist. Mit Zahlenkombination oder Schlüssel geht das schneller.

Außerdem benötigen die smarten Locks natürlich einen Akku. Das Aufladen ist jedoch etwas umständlich, da man entweder das Fahrrad mit in die Wohnung nehmen, oder eine Powerbank ans Schloss hängen muss. Beides ist nicht ideal, weswegen wir zurzeit noch kein smartes Fahrradschloss guten Gewissens empfehlen können. Alarmgesicherte Schlösser ohne smarte Funktionen hingegen sind da schon etwas weiter.

Alarmgesichert: Olympia S 200

Alarmgesichert

Olympia S 200

Fahrradschloss Test: Olympia S 200
Das Olympia S 200 ist ein simples Schloss, das durch seine einfache Handhabung und seine Zuverlässigkeit besticht.

Äußerlich sieht das Olympia S 200 aus wie ein Panzerkabelschloss, in Wirklichkeit ist unter dem Kunststoffmantel aber nur ein einfaches Stahlseil ohne Manschetten verbaut. 60 Zentimeter Länge sind nicht die Welt, aber doch alltagstauglich genug. Positiv fällt vor allem die Dicke auf: Seiten- und Bolzenschneider kommen nicht richtig um das Schloss herum.

Bringt man genug Geduld und einen ordentlichen Seitenschneider mit, so wird man das Stahlseil vermutlich irgendwann durchtrennen. Das ist aber gar nicht schlimm, da es ja noch die Alarmsicherung gibt. Die Sirene wird nämlich ausgelöst, sobald das Schloss bewegt wird, und das ist beim Knacken natürlich nicht zu vermeiden.

Die Funktionsweise des Alarms ist schön simpel gehalten: Schiebt man den Sicherungsbolzen nur zur Hälfte in den vorgesehenen Schacht, so kann man das S 200 wie ein ganz gewöhnliches Fahrradschloss benutzen. Ist er aber bis zum Anschlag im Schacht, so wird mit einem kurzen Piepsen quittiert, dass der Alarm aktiv ist. Bewegt man das Schloss oder das Fahrrad dann, geht die Sirene direkt los. In einem halben Meter Entfernung haben wir 90 Dezibel gemessen, das sollte jeden Dieb abschrecken.

Auch sonst ist alles sehr angenehm zu handhaben: Nichts hakt, nichts klemmt und auch Fehlalarme treten keine auf. Wenn man etwas kritisieren möchte, dann höchstens, dass das Schloss gerne etwas biegsamer sein dürfte und keinen Staubschutz besitzt. Beides ist aber besonders in Anbetracht des kleinen Preises akzeptabel.

Wichtig ist aber unterm Strich, dass der Alarm funktioniert – und das tut er ausgezeichnet. Auf großes Beiwerk wird verzichtet, smarte Funktionen gibt es auch nicht, aber solange das Essentielle läuft ist alles in Ordnung. Besonders schön ist übrigens, dass man das Olympia S 200 schon für einen vergleichsweise sehr kleinen Preis bekommt.

Außerdem getestet

Wie man schon vermuten kann, ist das Abus Bordo Alarm 6000A im Prinzip das Faltschloss Abus Bordo 6000, nur eben mit Sirene. Daher gelten die Vor- und Nachteile des Bordo 6000 genauso auch bei der alarmgesicherten Version. Wie beim Olympia S 200 wird der Alarm über einen Verschlussbalken reguliert, den man unterschiedlich tief in den vorgesehenen Schacht schieben kann. In der mittleren Position ist der Alarm noch deaktiviert, drückt man aber bis ganz unten durch, so signalisiert ein Piepton, dass der Alarm scharf ist. Mit einem halben Meter Entfernung haben wir 85 Dezibel gemessen.

Leider benötigt man etwas Fingerspitzengefühl, um die mittlere Position zu finden, was die ansonsten durchdachte Konstruktion etwas abwertet. Denn selbst ohne den Alarm braucht man sich wenig Sorgen um sein Fahrrad zu machen, da man mit dem Bordo 6000 immer noch ein sehr gutes Faltschloss hat. Der Aufpreis für den Alarm fällt jedoch vergleichsweise hoch aus, weswegen man sich hier entscheiden muss, ob es das wirklich wert ist.

Das »Intelligente Fahrradschloss« ist bislang das einzige Schloss von I Lock It, weswegen man auch keine spezifischere Bezeichnung vergeben hat. Es ist schön verarbeitet und ist mit einem USB-Port zum Aufladen ausgestattet, wofür man am besten eine Powerbank nutzt. Eine Gummiabdeckung schützt den Port außerdem vor Schmutz. Auf- und zugesperrt wird das Schloss natürlich nicht per Schlüssel, sondern mit der App »I LOCK IT – das smarte Bluetooth Fahrradschloss«. Die ist in den jeweiligen App-Stores von Google und Apple im Vergleich zu ähnlichen Anwendungen sehr gut bewertet, und das auch zurecht. Es finden sich hier nämlich viele Einstellungsmöglichkeiten, unter anderem für den Alarm, und trotzdem findet man sich schnell zurecht.

Klingt in der Theorie sehr gut – in der Praxis gibt es leider ein paar Schwierigkeiten, und zwar ausgerechnet beim automatischen Öffnen und Schließen. Die Entfernung, ab der die App tätig wird, variiert nämlich zu stark: Manchmal schließt das Schloss schon, wenn man sich zwei Meter entfernt, dann wiederum passiert hin und wieder nichts, obwohl man schon im nächsten Gebäude ist. Daher kann man sich leider noch nicht auf die App verlassen. Das Potenzial ist also da, deswegen wäre das I Lock it durchaus empfehlenswert, sobald diese technischen Probleme überwunden sind.

Ebenso ein Rahmenschloss ist das Trelock SL 460. Es kommt ohne Alarm aus, ist dafür aber smart – wenigstens ein bisschen. Die Kommunikation zwischen Schloss und Smartphone läuft ausschließlich über NFC, was aber problematisch für Besitzer älterer oder günstigerer Smartphones ist, da die oft kein NFC unterstützen. Apple-Nutzer sind ebenso aufgeschmissen, da es noch keine entsprechende App für iOS gibt. Als Alternative kommt dann nur das herstellereigene Schlüsselgerät ZR SL 460 E-Key infrage.

Aber auch wenn man ein Smartphone hat, auf dem die App voll funktionsfähig ist, bietet das Ganze wenig Mehrwert. Mehr als auf- und zusperren und das Schloss mit anderen Leuten teilen kann man nämlich nicht. Zum Zusperren hält man das Handy sehr nah ans Schloss, aber schließen muss man das Schloss per Hand. Wo genau dann der Vorteil zu einem normalen Schlüssel liegt, ist nicht ganz klar. Wenigstens ist das Trelock SL 460 stabil und solide verarbeitet, allerdings sind die technischen Möglichkeiten fast zu einfach, um es als Smart Lock zu bezeichnen.

Mit einem schrillen Alarm versucht das Semptec NX-1448-675 Diebe abzuschrecken. 92 Dezibel aus einem halben Meter Entfernung war der lauteste, gemessene Wert im Test. Da ist es nicht so schlimm, dass das Kabelschloss einem Seitenschneider schnell zum Opfer fallen würde. Die dazugehörige App »Semptec SmartLock« sieht ziemlich altbacken aus und bietet dementsprechend auch wenig Funktionen. Da ist es dann besonders schade, dass nicht einmal die vorhandenen Möglichkeiten funktionieren. Beim automatischen (Ent)-Sperren verloren Schloss und Smartphone immer wieder die Verbindung zueinander. In Rezensionen bei Google Play berichten andere Nutzer vom gleichen Problem. Hier gilt also: Bei der App besteht massiver Nachholbedarf, weswegen das Semptec aktuell nicht empfehlenswert ist.

Wissenswertes über Fahrradschlösser

Als Faustregel für die Sicherheit von Fahrradschlössern gilt: Je schwerer, desto unwahrscheinlicher ist ein Aufbruch. Deshalb schleppen Besitzer von teureren Rädern häufig schwere Stahlbügel mit sich herum. Es kommt aber nicht nur auf das Material an, sondern auch auf den Schließmechanismus an sich. Ist der nicht gut konstruiert, bietet er natürlich ein gefundenes Fressen.

Diebe haben somit im Großen und Ganzen zwei Möglichkeiten, ein Schloss zu knacken: mit roher Gewalt oder mit Fingerspitzengefühl. Das sogenannte »Lockpicking« beschreibt genau das gezielte Aussuchen von schlechten Schließmechanismen, die man dann mit etwas Erfahrung, Gefühl und notfalls auch bestimmten Hilfsmitteln öffnen kann. In der Praxis erfreut sich Lockpicking allerdings keiner großen Beliebtheit mehr, da Schließmechanismen immer sicherer werden und sich noch dazu immer mehr voneinander unterscheiden.

 Fahrradschloss Test: Werkzeug
Die klassische Ausrüstung der Fahrraddiebe: Seiten- und Bolzenschneider sowie verschiedene Sägen.

Mit Gewalt hat man also meistens mehr Erfolg. Als unterstützende Werkzeuge steht den Dieben eine große Palette zur Verfügung. Von den klassischen Seiten- und Bolzenschneidern über verschiedene Sägen bis hin zu Bohrern, Hämmern und Brecheisen hat alles schon das ein oder andere Fahrrad geknackt. Spätestens mit einer »Flex«, also einem Winkelschleifer, kriegt man jedes Schloss auf – das ist dann aber entsprechend auffällig.

Ein Fahrradschloss muss also nicht unbedingt völlig unknackbar sein, stattdessen reicht es, wenn es lange genug Widerstand bietet, denn kein Fahrraddieb möchte länger als ein paar Minuten am selben Objekt verbringen. Laut den Normen des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.) sollte ein gutes Schloss mindestens drei Minuten standhalten.

Auf legalem Wege werden Fahrradschlösser meist per Schlüssel oder Zahlenkombination geöffnet. Beide Varianten sind nicht ganz ohne Gefahren: Beim Schlüssel hat man ein Problem, wenn er im Schloss abbricht oder man ihn schlicht verliert. Auch wenn sich mit der Zeit Schmutz im Schlüsselloch ansammeln, kann es zum Haken und Klemmen tendieren. Zahlenkombinationen hingegen können leichter herausgefunden und erraten werden – oder aber man vergisst nach längerer Zeit ohne Nutzung selbst den Code.

 Fahrradschloss Test: Fahrradschlosser Zahlen
Bei der Frage Schlüssel oder Zahlenschloss kommt es auf die persönlichen Präferenzen an.

Eine dritte, neuere Möglichkeit stellen elektronische Lösungen wie Apps oder Fernbedienungen dar. Nähert man sich dem Rad, sollen sie automatisch das Schloss öffnen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass man mit leerem Akku wohl nach Hause laufen muss.

Wie bereits angedeutet, ist man selbst mit dem besten Schloss nicht komplett vor Diebstahl abgesichert. Man hat jedoch auch selbst Einfluss auf die Sicherheit seines Fahrrads. Am besten sollte man es an einen festen, stabilen Gegenstand anketten, der von vielen Menschen einsehbar ist, damit Diebe abgeschreckt werden. Das Schloss selbst führt man im Idealfall sowohl durch eines der Räder, als auch durch den Rahmen. Besonders der Rahmen ist wichtig, da man Räder oft ziemlich schnell abmontieren kann. Möchte man es ganz sicher haben, so kann man zwei in der Bauweise verschiedene Fahrradschlösser gleichzeitig verwenden. 

So haben wir getestet

Wir haben bei jedem Fahrradschloss drei Minuten lang versucht, es aufzubrechen. Als Werkzeuge standen ein Seitenschneider, eine Handstahlsäge und ein Bolzenschneider zur Verfügung – eine »Flex« kam nicht zum Einsatz, da Diebe damit ohnehin zu viel Aufsehen erregen würden. Zwar würde hier jedes Schloss irgendwann kapitulieren, aber in der Praxis spielt sie keine große Rolle. Die Schlösser, die roher Gewalt standhielten, haben wir anschließend von einem Experten eines Lockpicking-Vereins überprüfen lassen.

Neben der Sicherheit kam es noch auf Ausstattung und Verarbeitung an: Wie viele Schlüssel sind beigelegt, und ist wenigstens einer davon beleuchtet? Ist das Schlüsselloch durch einen Staubschutz sicher vor Schmutz und Wasser? Wichtig sind letztendlich auch Handhabung und Gewicht, denn niemand möchte auf Dauer ein Schloss benutzen, das zwar sicher, aber für den Alltag viel zu schwer oder zu sperrig ist.

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