Test: Vaude Aufmacher

Fahrradrucksäcke im Test : Gut gepolstert

Veröffentlicht 23.12.2020

13 Fahrradrucksäcke wurden von uns einem Praxistest unterzogen. Welches Modell einen leicht ins Schwitzen bringt und wo das Innere des Rucksacks vor Regen sicher ist, zeigt unser Test.

Karin Bünnagel
schreibt als freie Journalistin überwiegend über Gesundheits- und Fitnessthemen, unter andere für das Fitnessmagazine Wanderlust und RADtouren. Sie testet überwiegend Produkte rund um Sport, Fitness und Gesundheit.

Fahrradrucksäcke sind besonders gut für kurze Distanzen geeignet. Im Vergleich zur Fahrradgepäcktasche entfällt nämlich das Ab- und Anmontieren am Gepäckträger. Außerdem sind die Rucksäcke viel alltagstauglicher: Egal ob beim Einkaufen oder auf einer Erkundungstour, man hat sein Gepäck einfach auf dem Rücken und die Hände dafür frei. Die Rucksäcke eignen sich also auch dann gut, wenn man gerade mal nicht mit dem Fahrrad unterwegs ist. Wir haben 13 Modelle mit Gepäck befüllt und probegetragen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
KomfortabelKlein und leichtViel StauraumFür kleine Ausflüge
Test: Vaude Clubride IiTest: Bildschirmfoto 2020 11 20 Um 17.46.13Test: Deuter Trans Alpine 30Test: Jack Wolfskin Velocity 12
Modell Vaude Clubride II Ortlieb Velocity 17 Deuter Trans Alpine 30 Jack Wolfskin Velocity 12
Pro
  • Angenehm zu tragen
  • Belüftungskanal am Rücken
  • Wasserdichtes Material
  • Reflektoren
  • Klimaneutral hergestellt
  • Angenehm zu tragen
  • Belüftungskanal am Rücken
  • Wasserdichtes Material
  • Reflektoren
  • Angenehm zu tragen
  • Belüftungskanal am Rücken
  • Regenhülle
  • Viele Extra-Features
  • Hüftflossen
  • Angenehm zu tragen
  • Belüftungskanal am Rücken
  • Regenhülle
  • Helmhalterung
  • Brust- und Hüftgurt
Contra
  • Wenig Fächer
  • Nicht für Touren geeignet
  • Wenig Fächer
  • Nicht für Touren geeignet
  • Für kurze Touren zu groß und schwer
  • Leicht feucht außen nach Wasser-Test
Bester Preis

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Komfortabel: Vaude Clubride II

Komfortabel

Vaude Clubride II

Test: Vaude Clubride Ii
Moderner und großer City-Rucksack im mimalistischen Design.

Der Vaude Clubride II hat einen sehr hohen Tragekomfort, den er auch im vollgepackten Zustand noch beibehält. Verantwortlich dafür sind die kleinen, mit Mesh bezogenen Polster am Kontaktrücken des Rucksacks, von denen er insgesamt sechs Stück besitzt. Durch die Polster liegt der Rucksack nicht direkt auf, sondern es entsteht zwischen Rücken und Rucksack ein Belüftungskanal. Der Vaude ist auf seiner Rückseite mit einer recht stabilen Platte verstärkt.

Wie der Kontaktrücken sind auch die beiden Schultergurte gepolstert sowie mit Mesh überzogen. Die ergonomischen Schultergurte lassen sich zudem sehr einfach auf die passende Länge einstellen. Brust- und Hüftgurt des Clubride II bestehen aus recht schlichten Riemen. Ein wenig überflüssig erschien uns die kleine MP3- bzw. Handytasche, denn für ein Smartphone ist sie viel zu klein.

Zum Schließen des Rucksacks gibt es einen Rollverschluss. Dieser wird mit mit einer Schnalle zusammengehalten, was ein einfaches Öffnen und Schließen des Rucksacks erlaubt. Auf der Vorderseite ist ein kleines Fach in dem man Handy, Portemonnaie und Schlüssel unterbringen kann. Dieses ist mit einem verdeckt eingenähten Reißverschluss versehen, der den Inhalt bei Regen trocken hält.

Um ein Blinklicht aufzuhängen, gibt es eine Aufhängung an der Vorderseite. Für zusätzliche Sicherheit sorgt das reflektierende Logo. Das Innere des Rucksacks beherbergt drei weitere Fächer, von denen eines deutlich größer als die anderen Beiden ist. Das Volumen des Vaude ist mit 27 Litern ausreichend groß dimensioniert, aber ein Laptopfach mit entsprechender Polsterung hat der Hersteller dem Rucksack nicht spendiert.

Den Wassertest überstand der Rucksack von Vaude ohne Probleme, Wasser perlte an seinem wasserdichten Material einfach ab. Die Herstellung des Clubride II erfolgt in Deutschland und ist klimaneutral.

Klein und leicht: Ortlieb Velocity 17

Klein und leicht

Ortlieb Velocity 17

Der Velocity 17 von Ortlieb sieht aus wie die klassische Kuriertasche – nur in klein. Das macht ihn für kleine Menschen ebenso geeignet wie für all jene, die nur wenig zu transportieren haben. Was den Stauraum angeht, reicht er mit seinem Volumen von 17 Litern natürlich nicht an den Clubride II von Vaude heran.

Auf dem Rücken macht der Rucksack einen angenehm leichten Eindruck. Damit sich spitze Gepäckecken nicht durch den Rücken bohren, verfügt der Ortlieb über eine verstärkte Rückenplatte. Für Abstand zwischen Rucksack und Rücken sorgen fünf Rückenpolster, gute Luftzirkulation ist damit garantiert.

Für zusätzlichen Tragekomfort sorgen die Schultergurte, die ergonomisch geformt, gepolstert und an der Innenseite mit einem Mesh-Überzug ausgestattet sind. Das Einstellen der Schultergurte hat sich im Test als intuitiv und einfach herausgestellt. Einen Hüft- und Brustgurt hat Ortlieb dem Rucksack ebenfalls spendiert. Beide Riemen sind sehr einfach gehalten.

Der Rollverschluss des Rucksacks wird mithilfe eines Klettverschlusses verschlossen. Etwas weiter unten kann man eine Helmhalterung oder ein Blinklicht befestigen. Das Hersteller-Logo reflektiert, wenn Licht darauf fällt. Im Inneren des Rucksacks befindet sich ein Laptopfach mit Polsterung, sowie ein großes Fach, das mithilfe eines Reißverschlusses geöffnet und geschlossen werden kann. Im Wassertest hat der Rucksack dicht gehalten. Die Herstellergarantie des in Deutschland gefertigten Velocity 17 beträgt fünf Jahre.

Viel Stauraum: Deuter Trans Alpine 30

Viel Stauraum

Deuter Trans Alpine 30

Test: Deuter Trans Alpine 30
Toller Rucksack mit vielen Features für Tourenfahrer.

Keine Preise gefunden.

Der Trans Alpine 30 hat ein Volumen von 30 Litern. Damit ist er einer der größten Rucksäcke im Test. Zudem verfügt er dank seines Kontaktrückens über einen Belüftungskanal. Die beiden Rückenpolster schonen die Wirbelsäule und sind wie auch die Schultergurte ergonomisch geformt. Letztere sind zudem mit Mesh überzogen. Auf Schulterhöhe befinden sich Lageverstellriemen, über die man die Belüftung regulieren kann. Auch für zusätzliche Stabilität lässt sich damit sorgen, indem sie an den Rücken herangezogen werden.

Der Brustgurt lässt sich sehr einfach in seiner Höhe verstellen. Der Hüftgurt ist mit Hüftflossen versehen, die über kleine Taschen verfügen. Das Einstellen des Riemens geht leicht von der Hand und im Boden des Rucksacks befindet sich eine Regenhülle. Rechts und Links sind Netztaschen eingenäht, die sehr elastisch sind. An der linken Seite befindet sich zudem ein Luftpumpenfach. Die gegenüberliegende Seite bietet ein Einschubfach fürs Handy, das mit einem Reißverschluss versehen ist.

Das Hauptfach verfügt nicht nur über die nötige Vorrichtung, um ein Trinksystem mit drei Litern Fassungsvermögen in den Rucksack zu integrieren, sondern man findet dort auch zwei weitere Fächer. Eine Sitzmatte ist in der Rückwand verstaut. Um im Dunkeln sichtbar zu sein, sind am Rucksack und an der Regenhülle Reflektoren angebracht. Erhältlich ist der Trans Alpine 30 von Deuter in drei verschiedenen Farben.

Für kleine Ausflüge: Jack Wolfskin Velocity 12

Für kleine Ausflüge

Jack Wolfskin Velocity 12

Test: Jack Wolfskin Velocity 12
Kleiner Tourenrucksack mit tollem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Für kleinere Radausflüge empfiehlt sich der Velocity 12 von Jack Wolfskin, der mit einem Volumen von zwölf Litern zu den kleinsten Rucksäcken im Test gehörte. Überzeugen konnte uns der kleine Jack Wolfskin mit seinem hohen Tragekomfort. Dafür mitverantwortlich sind zwei länglich geformte Polster, die für einen guten Belüftungskanal sorgen und deren Form ergonomisch ist. Die verstärkte Rückseite sorgt dafür, dass die Wirbelsäule geschützt ist.

Zwar sind die ergonomisch geformten Schultergurte des Rucksacks nur leicht gepolstert, weil er aber so klein und dementsprechend leicht ist, ist das vollkommen ausreichend sein. Das Einstellen des Brustgurts geht leicht von der Hand. Ebenso verhält es sich bei den Riemen des Hüftgurts. Im Boden des Velocity 12 ist eine Regenhülle versteckt. Trinkflasche, Helm, oder Luftpumpe lassen sich dort ebenso fixieren wie ein Blinklicht. Einziger Wermutstropfen: Befestigt man den Helm am Rucksack, kann man das Zusatzfach, das sich vorne befindet, nicht mehr erreichen.

Was gibt es sonst noch?

Der Radial von Osprey fasst 34 Liter. Zusammen mit seinen 1,5 Kilogramm Gewicht gehört er damit zu den größten und schwersten Rucksäcken in unserem Testfeld. Für lange Fahrradtouren ist er dennoch gut geeignet. Neben ergonomisch geformten und gepolsterten Schultergurten hat der Rucksack einen Lageverstellriemen, sowie einen Hüft- und Brustgurt. Zudem verfügt er über einen Netzrücken, der dafür sorgt, dass kein direkter Kontakt zwischen Rucksack und Rücken herrscht. Neben einer in seinem Boden versteckten Regenhülle bietet der Rucksack eine Licht sowie eine Helmhalterung. Ein Handyfach sorgt dafür, dass man auch während der Fahrt stets Zugang zum Smartphone hat.

Der Flex von Basil bleibt kerzengerade stehen, wenn man ihn abstellt. Das liegt an seinem verstärkten Boden. Zudem hat der Rucksack einen Kontaktrücken auf dem sich vier Polster befinden, die für eine gute Belüftung sorgen. Mithilfe eines Systems namens »Hook on« lässt sich der Rucksack auch am Gepäckträger anbringen. Voll beladen störte uns allerdings die Aufhängung des Rucksacks, die sich im Nacken befindet. Zusätzfächer gibt es außen und innen. Weil sich der Rucksack nach unten hin zwar verbreitert, aber nicht dementsprechend weit aufmachen lässt, erschwert das die Suche nach bestimmten Gepäckstücken.

Das A-Lab Modell D ist ein klassischer City-Rucksack, der aus LKW-Plane gefertigt und dementsprechend wasserdicht ist. Der relativ breite Rucksack verfügt über gepolsterte Schultergurte, die, wie der Einsatz am Rücken, mit Mesh überzogen sind. Lediglich einen Hüftgurt vermisst man bei diesem Modell. Für zusätzliche Stabilität sorgt ein Brustgurt. Mit einem Volumen von 26 Litern bietet der Rucksack viel Stauraum. Im Zusatzfach an der Vorderseite ist ein herausnehmbares und gepolstertes Laptopfach untergebracht. Oben und an der Seite befindet sich jeweils ein Tragegriff.

Der Spgood Fahrradrucksack wirkt recht billig, was durch die fehlende Rückenstabilisierung weiter verstärkt wird. Das Airflow-System ziert zwar in großen Lettern den Rücken, hält sich aber im Praxistest unangenehm zurück. Grund hierfür dürfte sein, dass die harten Polster zu niedrig positioniert sind, um einen Luftstrom hindurch zu lassen. Die Schultergurte sind ergonomisch geformt und verfügen über eine Tasche, in der sich Smartphone und Schlüssel unterbringen lassen. Etwas unglücklich ist die Platzierung der Schultergurte, denn sie befinden sich in der Nähe des Rucksack-Rückens und machen so die ein oder andere Verrenkung nötig, um den Rucksack richtig einzustellen.

Wissenswertes über Fahrradrucksäcke

Besonders bei schweren Lasten ist ein Rucksack mit hohem Tragekomfort wichtig. Am besten ist es, wenn der Rucksack dabei körpernah anliegt. Idealerweise sollte der Rucksack deshalb über einen recht stabilen Rücken verfügen und ergonomisch geformt sein. Ein stabiler Rücken verhindert zudem, dass Gegenstände in des Fahrers Rücken drücken.

Fahrradrucksack Test: Fahrradrucksack
Das Fahrrad bringt einen an schöne Naturschauplätze.

Weil es beim Fahrradfahren auch mal etwas anstrengend werden kann, sollte man darauf achten, dass der Rucksack über eine Belüftung verfügt. Zu den besten Lösungen gehören dabei Kontaktrücken, die mit Belüftungskanälen versehen sind, sowie Netzrücken. Mit Letzterem ist ein gespanntes Netz gemeint, das für einen gewissen Abstand zwischen Körper und Rucksack sorgt.

Ebenso sollte man darauf achten, dass die Schultergurte des Rucksacks gepolstert und ergonomisch geformt sind. Sinnvoll sind auch Brust- und Hüftgurte, da mit ihnen der Rucksack besser fixiert werden kann. Zudem zehrt ein lose sitzender Rucksack nach einer gewissen Zeit auf dem Rad auch an den Kräften des Fahrers, da es zusätzlich Kraft kostet die Balance mit einem wackelnden Rucksack zu halten.

Während Wanderrucksäcke oft mit Hüftflossen versehen sind, sucht man die bei Fahrradrucksäcken vergebens, weil sie beim Radeln leicht stören können.

Wasserdichtigkeit

Weil man beim Radfahren schnell einmal in einen kleinen Regenschauer geraten kann, sollte man darauf achten, dass der Fahrradrucksack wasserdicht ist oder zumindest nicht von wenigen Tropfen gleich durchnässt wird.

Um das Innere eines Rucksacks vor Regen zu schützen, kann man entweder eine Regenhülle verwenden oder einen Rucksack wählen, der aus wasserdichtem Material gefertigt wurde. Hierfür werden gerne LKW-Planen verwendet. Während eindringender Regen für Rucksäcke mit Rollverschluss keine Gefahr darstellt, sollte man bei Modellen mit Reißverschluss darauf achten, dass dieser zusätzlich verschweißt ist.

City-Rucksäcke

Im Gegensatz zu einem Tourenrucksack werden an einen City-Rucksack andere Maßstäbe angelegt. Ein Rucksack für die Stadt sollte zum Beispiel Platz für das Laptop bieten und schick genug aussehen, um damit auch im Büro eine gute Figur zu machen. Ein Laptopfach bieten mittlerweile viele Rucksäcke. Das sollte natürlich groß genug für den eigenen Laptop und gepolstert sein, damit der mobile Rechner ideal geschützt ist.

Tourenrucksäcke

Für eine längere Tour sollte man einen Rucksack wählen, der viele verschiedene Fächer hat. Damit lässt sich das Gepäck gut sortiert einräumen und unterwegs schnell finden.

Bei vielen Rucksäcken ist eine Helmhalterung mit dabei. Dabei handelt es sich entweder um ein Netz, oder auch ein Klicksystem. Damit kann der Helm gut aufbewahrt werden. Zudem findet man bei Tourenrucksäcken auch häufig eine integrierte Vorrichtung, um ein Trinksystem mitzuführen. Dafür benötigt man ferner eine Trinkblase, die nicht im Lieferumfang enthalten ist.

So haben wir getestet

Getestet wurden Touren- und City-Rucksäcke mit einem Volumen zwischen 10 und 34 Litern und einem Preis zwischen 25 und 130 Euro. Beim Testen haben wir den Fokus auf den Tragekomfort gelegt. Um den zu testen, haben wir eine Radtour mit vollgepacktem Rucksack durch die Stadt und den Stadtpark gemacht.

Fahrradrucksack Test: Vaude 1a

Im Test haben uns auch die Features der Rucksäcke interessiert. Dazu zählen eine Helmhalterung, Reflektoren und Sitzmatten. Um die Regentauglichkeit der Rucksäcke zu prüfen, haben wir sie einer intensiven Behandlung mit dem Gartenschlauch unterzogen.

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