Test: Fahrradpumpe

Fahrradpumpen im Test : Schnell aufgepumpt

Veröffentlicht 22.01.2021

Ein platter Reifen kann einem schnell die Radtour vermiesen. Mit einer Luftpumpe bekommt man ohne große Anstrengung schnell wieder Luft in den Schlauch. Aber jeder hat andere Anforderungen an eine Pumpe – daher haben wir Empfehlungen für den Alltag, Pumpfaule, Rennradler und den Einsatz unterwegs.

Karin Bünnagel
schreibt als freie Journalistin überwiegend über Gesundheits- und Fitnessthemen, unter andere für das Fitnessmagazine Wanderlust und RADtouren. Sie testet überwiegend Produkte rund um Sport, Fitness und Gesundheit.

Luftgefüllte Reifen sind leichter und dämpfen Stöße und Erschütterungen deutlich besser als Reifen aus Hartgummi. Deshalb sind sie schon seit langer Zeit fester Bestandteil von Fahrrädern. Leider verlieren Fahrradreifen mit der Zeit Luft und müssen regelmäßig aufgepumpt werden. Hier kommen Fahrradpumpen ins Spiel.

Je nachdem, wieviel Reifendruck benötigt wird, kann das Aufpumpen ziemlich schweißtreibend sein. Neuerdings gibt es auch elektrische Kompressoren, die per Akku betrieben werden und einem diese Arbeit abnehmen. Im Test haben uns diese Geräte allerdings nicht wirklich überzeugt. Für alle, die nicht mehr pumpen möchten, oder für ältere Menschen, können sie aber eine gute Alternative sein. Insgesamt haben wir 22 Fahrradpumpen getestet.

Einfach zu bedienen: Topeak JoeBlow Sport III

Einfach zu bedienen

Topeak JoeBlow Sport III

Test: Topeak Joe Blow Sport Iii
Unsere Empfehlung für Alltagsradler: Die Joe Blow Sport III ist eine Standpumpe mit großem Manometer.

Optimal für Alltagsradler geeignet ist die JoeBlow Sport III von Topeak. Die Pumpe besitzt ein hohes Eigengewicht und hat dank eines gehärteten und stabilen Fußes aus Stahl einen guten Stand. Der Pumpenzylinder ist ebenfalls aus Stahl gefertigt. Der Hersteller gibt eine maximale Druckleistung mit elf bar (160 PSI) an.

Die 26-Zoll-Reifen wurden von uns mit nur geringem Kraftaufwand und 37 Hüben auf einen Luftdruck von vier bar aufgepumpt. Der Vorgang des Pumpens war angenehm. Wir mussten wenig Druck aufwenden, um Luft in den Reifen zu pressen. Die oben gummierten Griffe lagen angenehm in der Hand.

 Test: Topeak Sport Iii
Die Topeak Joe Blow Sport III.

Die Fahrradpumpe besitzt einen sogenannten Twin Head, mit einem schwarzen und einem grauen Kopf. Schrader-Ventile können mit dem schwarzen Kopf aufgepumpt werden – gut am Stift im Inneren zu erkennen. Der graue Kopf eignet sich für Dunlop- und Presta-Ventile. Ein Werkzeug befindet sich zwischen den beiden Pumpköpfen, mit dem Sie Fahrradreifen mit einem Presta-Ventil entlüftet können.

Zum Pumpen wird der Kopf der Pumpe auf das Radventil gedrückt und der Pumpenschlauch mit einem Hebel festgeklemmt. Das ließ sich sehr leicht bewerkstelligen. Während des Pumpvorgangs saß der Hebel fest und gut. Der Pumpenschlauch kann durch eine 360 Grad-Drehung unterhalb des Druckluftmessers flexibel gedreht und gehandhabt werden.

Die Größe des Manometers ist gut und kann selbst im Stand einwandfrei abgelesen werden. Auf der Anzeige finden sich innen der Bar-Wert, außen die Werte in PSI. Der individuelle Zielwert kann mit einem Zeiger hervorgehoben werden. Der Schlauch kann nach der Verwendung am Zylinder festgemacht werden.

Die Pumpe besitzt eine sehr hochwertige Verarbeitung und macht einen stabilen Eindruck. Sollten Sie die Pumpe im Wohnraum einsetzen, könnten empfindliche Bodenbelege und Böden etwas leiden, da der Fuß der Pumpe nicht gummiert ist.

Auch wenn die JoeBlow Sport III eine tolle Stabilität bietet, zum Mitnehmen ist sie zu unhandlich und zu schwer. Für uns ist das kein wirklicher Nachteil, da Pumpen dieser Art nicht wirklich dafür konzipiert sind. Als störend und nicht üblich empfanden wir den Pumpenfuß, der unserer Meinung nach etwas zu scharfe Kanten besitzt.

Leicht und klein: Zaeel Honor

Leicht und klein

Zaeel Honor

Test: Zaeel Honor
Minipumpe mit Manometer für den richtigen Luftdruck. Für unterwegs und Gelegenheitsfahrer.

Schmal und lang kommt die beste Minipumpe im Test daher: Die Zaeel Honor. Sie verfügt über ein Manometer und einen Schlauch, der sich ausziehen lässt – eine Rarität bei den Geräten.

Mit der Honor von Zaeel konnten wir den Reifen in unserem Test bis vier bar (60 PSI) hervorragend aufpumpen, benötigten dafür allerdings 230 Hübe. Das geringe Gewicht würde sie zu einem idealen Begleiter für unterwegs machen. Bauartbedingt ist das Pumpen mit diesem Modell jedoch zu langwierig, daher empfehlen wir sie doch eher für den häuslichen Gebrauch. Auch der Luftdruck kann zuhause damit bequemer kontrolliert werden.

Per Schnellspannverschluss lässt sich die Honor am Ventil befestigen. Damit die Manometer-Anzeige abgelesen werden kann, muss sich während des Pumpvorgangs das Ventil unten befinden. Für uns bedurfte das etwas an Gewöhnung, da wir während des Pumpvorgangs das Ventil des Reifens lieber oben bevorzugen, um das Rad beim Pumpen besser halten zu können.

Allerdings verhindert ein Schlauch zwischen Ventil und Pumpe das versehentliche Umstoßen des Velos. Ein dünner roter Strich auf dem sehr kleinen Manometer kennzeichnet den erreichten Bar- und PSI-Wert. Da man sich zum Ablesen hinunterbeugen muss, ist der Druckmesser nicht mehr gut sichtbar.

Wollen Sie den Ventilaufsatz wechseln, muss die kleine Kappe am Schlauch abgeschraubt werden. Wird der Schnellspanner bewegt, gleitet das Gummistück heraus. Möchten Sie einen Reifen mit Schrader-Ventil aufpumpen, wird die größere Öffnung mit innenliegenden Metallstift benötigt. Für Reifen mit Presta-Ventil nehmen Sie die dünnere Öffnung. Das hintere Teil aus Kunstoff wird dafür in das Ende aus Gummi der größeren Öffnung gesteckt. Danach werden die beiden Teile wieder in die Pumpe eingeführt und die Kappe wieder aufgeschraubt.

Die Pumpe wird mit einem Schwimmringaufsatz, einer Nadel für die Ventile von Bällen, sowie einer Halterung mit zwei Schrauben geliefert. Mit einem im Lieferumfang enthaltenen Gummiband wird die Pumpe abgesichert. Darüber hinaus findet sich ebenfalls ein Multitool im Paket.

Die Zaeel Honor hat uns von allen Minipumpen im Test am besten gefallen – sowohl bei der Verarbeitung als auch bei der Handhabung.

Der Klassiker: SKS Germany Rennkompressor

Der Klassiker

SKS Germany Rennkompressor

Test: Sks Germany Rennkompressor
Solider Klassiker für Rennradfahrer, die viel Druck im Reifen brauchen.

Die beste Wahl für Radrennfahrer ist die SKS Germany Rennkompressor: Sie ist in der Lage, einen Druck von bis zu 16 bar beziehungsweise 230 PSI aufzubauen. Der Fuß und der dünne Zylinder sind aus Metall gefertigt. Angenehm ließ sich der Holzhandgriff der Pumpe umfassen. Der Rennkompressor macht einen soliden und gut verarbeiteten Eindruck. Das klassische Design wirkt schick.

Durch die ausklappbaren und schmalen Füße kann das Gerät transportiert oder platzsparend verstaut werden. Werden die Füße eingeklappt, steht die Fahrradpumpe trotzdem stabil. Der Gummischlauch der Pumpe ist lang bemessen. Am Ende des Schlauches befindet sich ein Kopf mit zwei Ventilöffnungen, eine für Dunlop- und Presta-Ventile und eine für Schrader-Ventile. Die Orientierung wird durch auf der linken Seite befindliche Symbole erleichtert.

Der dünne Pumpenkolben eignet sich für schmale Reifen von Rennrädern besser als für breitere Trekkingreifen. Damit kann mehr Druck aufgebaut werden, aber man muss deutlich öfter pumpen. 45 Hübe wurden von uns benötigt, um den Fahrradreifen auf vier bar aufzupumpen. Der Kopf der Pumpe ließ sich leicht auf dem Reifenventil anbringen und sicher mit einem Hebel fixieren.

Die in weiß gehaltenen Bar-Werte ließen sich am kleinen Manometer gut ablesen, die in grau gehalten PSI-Werte waren dagegen deutlich schwerer zu entziffern. Mittels einer Klammer kann der schwarze Schlauch am selbigen befestigt und um den Pumpengriff gelegt werden. Damit betont SKS Germany das minimalistische Design des Werkzeugs.

Sind Sie ein Rennradfahrer oder sollten Sie eine zeitlose und schöne Pumpe für Ihr Fahrrad suchen, empfehlen wir Ihnen den SKS Germany Rennkompressor.

Für Pumpfaule: Brandson Elektrischer Kompressor

Für Pumpfaule

Brandson Elektrischer Kompressor

Test: Brandson Elektrischer Kompressor
Für alle, die nicht selbst pumpen wollen die beste Wahl.

Gleich einmal vorweg: Von den elektrischen Pumpen hatten wir mehr erwartet. Vor allem ihre Lautstärke hat uns überrascht. Für Pumpfaule oder ältere Menschen kann ein elektrisch betriebener Kompressor aber trotzdem eine ausgezeichnete Wahl sein. In unserem Test überzeugte uns der elektrische Kompressor von Brandson am meisten.

Für eine volle Aufladung benötigte die Pumpe fast zwei Stunden. Der größte Pumpdruck beträgt etwa 10 bar (150 PSI). Nach 1:45 Minuten war der Reifen auf vier bar aufgepumpt. Damit war die Brandson schneller als alle anderen elektrischen Modelle im Test.

Wollen Sie Reifen mit Presta-Ventil aufpumpen, drehen Sie einfach den dazugehörigen Adapter der Pumpe auf das Reifenventil. Danach wird der Luftschlauch mit dem passenden Ende daran festgeschraubt. Zu guter Letzt wird der Luftschlauch mit dem Kompressor verbunden. Der Autoventiladapter muss für Schrader-Ventile benutzt werden: Verbinden Sie diesen mit der Brandson, bringen Sie das Ventil am Adapter an.

Über einen Druck auf die Taste »Units« wird die Pumpe eingeschaltet. Oben rechts auf dem Pumpendisplay kann der Akku-Ladestand abgelesen werden. Als Messgröße stehen Kg/cm2 , KPA, Bar und PSI zur Wahl. Über die Minus-/Plus-Tasten (Länger gedrückt oder einzeln drücken) geben Sie den gewünschten Wert ein. Die Anzeige blinkt dann dreimal zur Bestätigung auf und wird dann zu Null zurückgesetzt. Anschließend kann der Pumpvorgang beginnen.

Über die Taste »On/Off« am Boden der Pumpe wird der Pumpvorgang gestartet. Wie alle getesteten elektrischen Kompressoren ist auch die Brandson ziemlich laut.

Sobald der angestrebte PSI/Bar-Wert erreicht ist, stoppt die Pumpe automatisch. Möchten Sie den Pumpvorgang vorzeitig stoppen, genügt ein Druck auf den On-/Off-Knopf. Anschließend wird der Schlauch samt Adapter gelöst. In unserem Test fanden wir es leichter, zuerst den Pumpenschlauch zu entfernen und dann erst den Pumpenadapter vom Reifenventil abzudrehen.

Die E-Pumpe hat einen Adapter für aufblasbares Freizeitzubehör, einen Konverter für Bälle, einen Automobiladapter, den Presta-Ventiladapter und den Luftschlauch im Gepäck. Ebenfalls finden sich ein Netzadapter und ein Ladegerät für das Auto im Karton.

Sehr effektiv: Topeak JoeBlow Twin Turbo

Sehr effektiv

Topeak JoeBlow Twin Turbo

Test: Topeak Joe Blow Twin Turbo
Extrem effektive Pumpe für Profis, Werkstätten oder Clubs.

In unserem Test war die Topeak JoeBlow Twin Turbo die mit Abstand teuerste Pumpe. Circa 190 Euro müssen Sie dafür auf den Ladentisch legen. Aber das ist sie auch wert. Empfehlenswert ist sie in erster Linie für Mountainbike-und Rennrad-Profis sowie für Vielpumper in Rennradclubs und Werkstätten, aber auch für jeden, dem es nichts ausmacht, für ein großartiges Werkzeug mehr auszugeben.

Die Pumpe ist nicht nur das Gerät mit dem höchsten Preis in unserem Luftpumpentest, sondern auch das effizienteste, größte und schwerste. Der Zylinder der Pumpe ist ebenso wie der Pumpenfuß aus Aluminium gefertigt. Lobenswert: Der Pumpenfuß besitzt am Boden eine Gummierung. Der Schlauch besitzt einen metallischen Twin Head mit zwei Öffnungen für Presta- und Schrader-Ventile. Ein Werkzeug zum Ablassen der Luft findet man ebenfalls. Der lange Schlauch ermöglicht ein komfortables Aufpumpen.

Die Twin-Turbo-Technik ist kraft- und zeitsparend. Sie verteilt die gepumpte Luft zwischen zwei Zylindern: Wird der Griff hochgezogen, wird aus dem größeren Zylinder Luft in den kleineren Zylinder gedrückt. Beim nachfolgenden Herunterdrücken wird die bereits komprimierte Luft aus dem kleineren Zylinder in den Fahrradreifen gepumpt.

Zum Füllen des 26-Zoll-Reifens mit vier bar Druck benötigten wir nur 19 Hübe. Beim Hochziehen wird allerdings deutlich mehr Kraft benötigt als bei regulären Standpumpen: Manchmal waren wir nicht in der Lage, den Griff komplett hochzuziehen.

Wir fanden es praktisch, dass der Druckmesser am Pumpengriff angebracht ist. Die groß bemessenen Ziffern können gut abgelesen werden. Eine gelbe Nadel fördert eine bessere Ablesbarkeit der Werte. Bis zu 200 PSI beziehungsweise 14 bar können angezeigt werden, damit sollten auch Rennradler und Profis glücklich sein. Ein Adapter für aufblasbare Freizeitartikel und Bälle ist ebenfalls im Lieferumfang dabei.

Die JoeBlow Twin Turbo ist auf jeden Fall eine tolle Pumpe für Liebhaber hervorragenden Werkzeugs und Radprofis.

Was gibt es sonst noch?

Die Airworx 10.0 von SKS Germany ist eine Standpumpe mit einem breiten Metallfuß. Das Manometer befindet sich praktischerweise oben am Pumpengriff. Da der Pumpengriff mit Mulden versehen ist, lässt er sich gut handhaben und ist angenehm weich. Der Multi-Valve-Kopf der Pumpe eignet sich für Presta- und für Dunlop- beziehungsweise Schrader-Ventile. Der Schlauch lässt sich mit einem Hebel fest und gut arretieren. Um den gewünschten Druck von vier bar zu erreichen, benötigten wir 37 Hübe. Praktisch: Der Schlauch kann am Handgriff eingehakt werden. Die SKS Germany ist für uns eine hervorragende Standpumpe. Die JoeBlow Sport III von Topeak hatte in unserem Test aber einen leichten Vorsprung.

Stabil und hochwertig verarbeitet kommt die Standpumpe One Sport von Aaron daher. Der Standfuß besitzt eine Rutschhemmung und der Zylinder der Pumpe ist aus Edelstahl gefertigt. Der Griff liegt dank seiner ergonomischen Form und seiner Gummibeschichtung gut und sicher in den Händen. Durch die Verwendung eines Twin-Head-Kopfs entfällt das lästige Wechseln von Ventiladaptern. Der schwarze Pumpenkopfist für Schrader-Ventile geeignet, der graue für Dunlop- beziehungsweise Presta-Ventile. Der Twin-Head-Kopf ließsich hervorragend auf dem Reifenventil befestigen.

Als wir die Pumpe rauszogen, klang sie sehr nach billigem Kunststoff. Das schmälerte den guten Ersteindruck. Ohne viel Kraftaufwand waren unsere Testreifen nach 44 Hüben auf vier bar aufgepumpt. Eine gelbe Nadel und eine große Ziffernbeschriftung unterstützen ein bequemes Ablesen des großen Manometers.

Die CMP-115SG6 von Beto besitzt einen Stahlzylinder. Der Standfuß und die Griffe sind aus Kunststoff gefertigt. Zur besseren Sichtbarkeit besitzt das Manometer einen roter Zeiger, der auf einen gewünschten Wert gelegt werden kann. Aufgrund von Machart und Design wirkte das Manometer auf uns etwas billig.

Ein Multi-Valve-Kopf mit zwei Öffnungen für Dunlop-, beziehungsweise Presta-Ventile und für Schrader-Ventile, befindet sich an der Pumpe. Der Pumpenkopf ließ sich gut am Ventil festmachen. In unserem Test verhakte sich die Pumpe allerdings des öfteren beim Hochziehen in die höchste Position. Die 26 Zoll Testreifen waren nach insgesamt 34 Hüben auf die gewünschten vier bar aufgepumpt.

Mit der Air-X-Press von SKS Germany war unser 26-Zoll-Testreifen nach wenigen Hüben voll aufgepumpt. 35 Hübe benötigten wir mit der Standpumpe, um den gewünschten Druck von vier bar zu erreichen. Der Multi-Valve-Kopf der Pumpe ließ sich mühelos auf das jeweilige Dunlop-, Presta- oder Schrader-Ventil drücken und mittels Hebel befestigen. Während des Pumpvorgangs wackelt die Air-X-Press allerdings ein wenig. Der Griff aus Kunststoff besitzt eine gute Griffigkeit. Das gut ablesbare Manometer besitzt eine orangefarbene Nadel, für eine verbesserte Sichtbarkeit.

Die kleinste der Standpumpen in unserem Test war die CMP-074S von Beto. Bei einer Körpergröße von 1,70 Meter mussten wir beim Aufpumpen immer ein wenig in die Kniebeuge gehen. 33 Hübe benötigten wir, um den Testreifen auf den gewünschten Druck von vier bar zu bekommen. Für die letzten Hübe mussten wir schon einiges an Kraft aufwenden. Fuß und Griff der Pumpe sind aus Kunststoff und wirken billig.

Der Multi-Valve-Kopf der Pumpe ließ sich gut auf die jeweiligen Ventile drücken und mit einem Hebel einfach lösen und festmachen. Ist der Hebel nach oben gedrückt, kann man mit dem Pumpvorgang beginnen. Die Größe des Manometers ist klein, ein Pfeil kann auf den gewünschten Wert gelegt werden und verbessert die Sichtbarkeit.

Mit der soliden und leichten Standpumpe Hayatec III von Alaskaprint pumpten wir ohne große Anstrengung die 26-Zoll-Fahrradreifenin unserem Test mit 37 Hüben auf. Dennoch wirkte die Alaskaprint in Teilen billig: beispielsweise beim Pumpengriff.

Nicht so gut gefiel uns, dass die Havatec III beim Herunterdrücken am Pumpenrohr entlangschleifte. Zumindest hatten wir den optischen Eindruck. Der Multi-Valve-Kopf der Pumpe ließ sich angenehm leicht auf das Reifenventil drücken und mit einem Hebels befestigen, sodass er sehr fest auf dem Reifenventil saß. Der Pumpenfuß gibt der Pumpe eine sehr gute Stabilität, die Trittfläche ist mit einem Profil versehen. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten, sind Adapter für aufblasbare Freizeitartikel und Bälle.

Was Sie über Luftpumpen wissen sollten

Ist der Reifen platt? Befindet sich nicht genug Druck im Fahrradreifen? Dann ist Aufpumpen angesagt. Ein zu geringer Luftdruck ist nicht nur schlecht für Reifen und Felge – gerade, wenn Sie über Bodenunebenheiten und Bordsteine fahren – der Kraftaufwand beim Fahren ist auch höher. Aufgrund eines zu hohen Drucks, leidet deutlich der Komfort beim Fahren über eine unebene Landschaft.

Mit der Zeit verliert jeder Fahrradreifen Luft. Radler, die ihr Velo täglich nutzen, sollten daher vor Fahrtantritt regelmäßig den Luftdruck ihrer Reifen überprüfen. Auch wenn das Rad über einen längeren Zeitraum nicht bewegt wurde, wäre es gut, vor Antritt einer Tour den Luftdruck zu überprüfen. Eine Fahrradpumpe muss einfach Bestandteil eines jeden Haushalts sein.

Arten von Pumpen

Zur Grundausstattung vieler Fahrräder gehört schon beim Kauf eine Luftpumpe. Mit einem kleinen Test kann man die Leistung der Pumpe selbst überprüfen: Verschließen Sie mit ihrem Daumen die Auslassöffnung des Werkzeugs und pumpen Sie. So kann der Druckaufbau leicht überprüft werden.

Elektrische Kompressor-Pumpe ohne oder mit Akku, Pumpen mit CO2-Kartusche, Handpumpen und Standpumpen sind für Fahrräder erhältlich.

Fahrradpumpe Test: Alle Standpumpen
Weniger schweißtreibend und schnell geht das Pumpen mit Standpumpen.

Standpumpen eignen sich optimal für zuhause. Durch ihr höheres Kolbenvolumen ist der Pumpvorgang deutlich schneller als bei Handpumpen.

Bauartbedingt kann mit diesen Modellen mehr Druck aufgebaut werden: So ist es möglich, seine Reifen bei Bedarf praller als mit einem Handmodell aufzupumpen. Eine Vielzahl der Standpumpen sind mit einem Manometer ausgestattet. Ihre Schwäche: Sie besitzen ein hohes Gewicht und sind vergleichsweise groß, somit auf Tour eher eine Belastung.

Fahrradpumpe Test: Alle Minipumpen
Gut für unterwegs geeignet: Minipumpen.

Minipumpen und Handpumpen sind ideal für Radtouren geeignet. Mit diesen Pumpen kann ein Fahrradreifen ohne Luft wieder hinreichend befüllt werden, sodass die Tour fortgesetzt werden kann. Traditionelle Minipumpen bauen aber weniger Druck als Standpumpen auf. Bei Handpumpen ist ein Manometer eher selten verbaut. Teleskoppumpen lassen sich, vergleichbar mit einem Fernrohr, auseinanderziehen.

Fahrradpumpe Test: Alle Elektrischen Pumpen
Akku-Pumpen müssen vor Gebrauch fast immer zuerst geladen werden – sind aber handlich und klein.

Elektrische Luftpumpen sind unserer Meinung nach für den Gebrauch zu Hause überdimensioniert. Sie sind primär in Werkstätten zu finden. Mittlerweile sind aber auch handliche, kleine Akku-Luftpumpen erhältlich. Sie sind praktisch und befüllen den Fahrradreifen ohne Anstrengung. Über ein Display kann der Druck bequem eingestellt werden. Die Geräte haben aber auch einen Nachteil: Der Akku muss immer zuerst geladen werden. Und da eine Fahrradpumpe nicht andauernd gebraucht wird, ist bei Bedarf mit Sicherheit der Akku der Pumpe leer. Bis zur vollen Aufladung vergehen Stunden. Zweiter Kritikpunkt: Kompressorpumpen mit Akku sind beim Pumpvorgang vergleichsweise ziemlich laut. In unserem Test haben wir eine Lautstärkeminimum von 90 Dezibel gemessen. Manche der Modelle lärmen sogar mit 93 Dezibel, das kommt in etwa einem vorbeifahrenden LKW gleich.

Fahrradpumpe Test: Co2 Kartuschenpumpe
Innerhalb weniger Sekunden ist der Reifen mit einer Kohlendioxid-Kartuschenpumpe aufgepumpt.

CO2-Inflatoren – oder auch CO2-Kartuschenpumpen genannt – erscheinen anfangs vielversprechend: Sie sind sehr kompakt und benutzen gebräuchliche CO2-Kartuschen, um die Fahrradreifen innerhalb von Sekunden aufzupumpen.

Für jeden Pumpvorgang werden allerdings eine oder sogar mehrere der Patronen benötigt. Diese kosten gern mal mehrere Euro pro Patrone. Das Konzept hat weitere Fallstricke: Das CO2 entweicht schnell wieder aus dem Reifen, nach 24 Stunden ist meist nur noch 50 Prozent des Reifendrucks vorhanden. Als Pannenhelfer für unterwegs sind CO2-Kartuschenpumpen aber durchaus sinnvoll. Hat man eine Reifenpanne, kann das Velo wieder vorläufig fahrtüchtig gemacht werden, bis der Reifen an der Tankstelle oder zuhause dann wieder richtig befüllt wird.

In Gebrauch können Kartuschenpumpen problematisch sein. Beim Aufpumpen werden die Kartuschen so kalt, dass bei unvorsichtigem Gebrauch die Gefahr von Erfrierungen besteht. Macht man nicht alles korrekt, landet der Kartuscheninhalt möglicherweise nicht im Fahrradreifen. Hat man unterwegs nur ein Kartusche dabei, war es das dann mit dem Befüllen. Eine herkömmliche Pumpe können CO2-Kartuschenpumpen nicht ersetzen. Daher haben wir diese Pumpen nicht berücksichtigt. Nützlich und beliebt sind diese Modelle vor allem bei Radsportlern, die Rennwettbewerbe absolvieren, denn dort zählen Gewicht und Schnelligkeit.

Der richtige Reifendruck

Ein komplett mit Luft gefüllter Reifen besitzt nicht zwangsläufig ausreichend Druck. Im Durchschnitt verliert ein Fahrradreifen in 30 Tagen ein bar. Der Luftdruck sollte daher regelmäßig überprüft werden. Schläuche aus Latex sollten vor jedem Fahrtantritt überprüft werden.

Bei Fahrrädern für Kinder sollte eine Probe mit Zeigefinger und Daumen ausreichen: Hier drücken Sie an der Seite des Fahrradreifens. Bei Rädern für Erwachsene ist diese Messmethode zu ungenau. Ab einem Reifendruck von zwei bar fühlt sich ein Reifen prall an. Allerdings kann nicht erfühlt werden, ob der Druck 4,8 oder 1,8 bar beträgt.

Um den exakten Reifendruck zu messen, sollte eine Pumpe mit einem Druckmessgerät (Manometer) verwendet werden. Zuerst wird die Ventilkappe gelöst, dann setzt man die Pumpen-Auslassöffnung auf das Fahrradventil und befestigt sie. Auf der Anzeige des Druckmessers kann nun der Reifendruck abgelesen und bei Bedarf entsprechend korrigiert werden.

Fahrradpumpe Test: Sks 5
Mindestens einmal bis maximal zweimal pro Monat sollte der Reifendruck überprüft werden. Für den Testreifen unseres 26-Zoll-Trekking-Rads sind vier bar ein guter Orientierungswert.

Besitzen Sie ein Rad mit Autoventil, kann der Reifendruck bequem an einer Tankstelle getestet werden. Apropos: Der Reifendruck bei Fahrrädern ist sehr viel höher als der Druck bei einem Automobilreifen.

Den optimalen Luftdruck kann man normalerweise an der Reifenflanke ablesen. Die Angaben mit Maximal- und Minimaldruck sind dort aufgedruckt. Der Maximaldruck sollten dabei nicht überschritten werden.

Grundsätzlich lässt sich folgende Aussage treffen: Je schmaler ein Fahrradreifen ist, desto mehr Reifendruck ist für ein bequemes Fahrgefühl notwendig. Einen umfassenden Richtwert gibt es leider nicht, da der Reifendruck von unterschiedliche Faktoren beeinflusst wird, zum Beispiel dem individuellen Komfortgefühl, dem Eigengewicht des Radlers oder der Breite des Reifens.

Zur allgemeinen Orientierung: Die schmalen Reifen der Rennräder benötigen etwa acht bar Druck, Radprofis pumpen die Reifen auf zwölf bar oder mehr auf. Ein normaler Fahrradreifen wird gewöhnlich mit 2,5 bis 4 bar befüllt. Die dicken Reifen von Fatbikes, die auf Schnee oder Sand gefahren werden, benötigen nur einen Druck von 0,5 bis ein bar. Gewöhnlich verträgt der Reifen des Hinterrads mehr Luftdruck als der vordere Reifen, da dort mehr Last aufliegt.

Maßeinheiten: PSI und Bar 

Für den Luftdruck – also die Gewichtskraft, die auf eine bestimmte Fläche wirkt – finden Sie auf den Reifen des Fahrrads die Einheit PSI oder Bar, ersteres bedeutet »pound per square inch«, übersetzt »Pfund pro Quadrat-Zoll«. Alle Fahrradpumpen, die mit einem Manometer ausgestattet sind, können Sie vorwiegend beide Einheiten ablesen, ohne umrechnen zu müssen. Wir haben die Formel hier noch einmal für Sie aufgeschrieben:

1 PSI = 0,0689 bar 

1 bar = 14,50 PSI

Ventilarten

Für Fahrräder sind drei Ventilarten relevant: das Dunlop-, Presta- oder Schrader-Ventil. Beinahe alle Handpumpen besitzen Aufsätze für Schrader- oder Presta-Ventile. Aufsätze für Dunlop-Ventile finden sich nicht bei allen Pumpen, müssen sie auch nicht, denn Dunlop-Ventile lassen sich ebenfalls mit Presta-Ventil-Aufsätzen aufpumpen.

Das Presta-Ventil (SV)

Das Presta-Ventil hat viele Namen: Sclaverand-Ventil, Rennrad- oder auch französisches Ventil. Die Abkürzung dafür lautet SV. Dieses Ventilart findet sich normalerweise bei Trekkingrädern, hochwertigen Mountainbikes oder Rennrädern.

Das Presta-Ventil ist schmal und besitzt am Kopf eine Rädelmutter. Diese muss aufgedreht werden, um den Schlauch mit Luft zu befüllen. Die Rädelmutter verhindert, dass der Schlauch Druck verliert. Nach dem Aufpumpen wird die Mutter wieder zugedreht und die Ventilkappe aufgesetzt.

Für diese Art benötigt die Fahrradpumpe einen speziellen Aufsatz mit schmaler Öffnung. Bei Tubeless-Reifen (schlauchlose Reifen) kommen Aufsätze für Presta-Ventile ebenfalls zum Einsatz.

Das Schrader-Ventil (AV)

Diese Ventilart ist ebenfalls als Mountain-Bike oder Auto-Ventil bekannt, da es auch für PKW verwendet wird. Als Abkürzung wird AV verwendet. Das Ventil besteht aus einem Schaft, der einen versenkten Stift im Inneren hat.

So können Räder mit Autoventil praktischerweise auch an Tankstellen mit Luftdruckgeräten aufgepumpt, beziehungsweise überprüft werden. Hier sollten Sie mit Sorgfalt agieren, da der Reifen durch einen zu hohen Druck innerhalb von Sekunden platzen kann.

An manchen Tankstellen ist die Verwendung der Luftkompressoren für Rollstuhl- und Fahrradfahrer wegen Unfallgefahr verboten. Ob das Füllen ihrer Reifen an der gewählten Tankstelle erlaubt ist, verrät ein Aufkleber am Gerät.

Ein Aufsatz mit Pendant im Inneren wird an der Fahrradpumpe benötigt, um den versenkten Stift im Ventilinneren herunterzudrücken und es zu öffnen.

Dunlop-Ventil (DV)

Blitz-, Fahrrad oder Normal-Ventil sind weitere Begriffe für das Dunlop-Ventil, das DV abgekürzt wird. Dieses Ventil ist bei modernen Touren-, Alltag- und älteren Rädern zu finden. Die weiteste Verbreitung hat es in den Niederlanden, Österreich und Deutschland gefunden. Charakteristisch für das Dunlop-Ventil ist die Überwurfmutter, die abgeschraubt werden kann, um das Ventil heraus zu ziehen. Möchte man den Fahrradreifen aufpumpen, ist das aber nicht notwendig.

Fahrradpumpe Test: Ventilart Dunlop
Die Überwurfmutter des Dunlop-Ventils ist gut zu erkennen. Fahrradreifen mit dem Dunlop-Ventil können auch mit dem Presta-Ventil der Fahrradpumpe aufgepumpt werden.

Das Ventil wird durch den Druck beim Pumpvorgang automatisch geöffnet. Allerdings kann dann der Luftdruck nur gemessen werden, wenn die Pumpe betätigt wird. Selbst mit einer hochwertigen Standpumpe kann der exakte Wert so nicht ermittelt werden.

Ein Dunlop-Ventil kann mit Aufsätzen für Presta-Ventile aufgepumpt werden.

So haben wir getestet

Wir haben aus einem großen Angebot der auf dem Markt befindlichen Fahrradpumpen im Ganzen 22 Modelle ausgewählt: fünf elektrische Pumpen und fünf Minipumpen sowie zwölf Standpumpen. Die meisten Modelle liegen preislich zwischen zehn und 50 Euro, ein Pumpenmodell ist mit einem Preis von 190 Euro besonders teuer. In unserem Testlauf haben wir die 26-Zoll-Veloreifen unseres Test-Trekkingrads mit einem Presta-Ventil auf vier bar aufgepumpt. Bei den händischen Fahrradpumpen haben wir die Anzahl der Hübe gezählt und bei den elektrischen Geräten die Pumpzeit gemessen. Bei den Modellen, die kein Manometer besaßen, wurde mit einer Standpumpe mit Druckmesser (kein Testmodell) den Luftdruck ermittelt. Bei diesen Checks entwich immer wieder etwas Luft aus dem Ventil, sodass der Wert nur als Orientierung dienen kann.

Fahrradpumpe Test: Alle Pumpen
Alle getesteten Modelle auf einem Fotos.

Bei einem Modell der Minipumpen hatten wir nach 400 Hüben aufgehört zu pumpen, da sich kein Effekt mehr bei unserem Reifen gezeigt hatte. Eine der elektrischen Pumpen hatte bereits nach drei kurzen Sekunden den Dienst quittiert.

Wir haben auch ausprobiert, wie bequem man zwischen den verschiedenen Ventilarten wechseln kann, da alle Testmodelle für Dunlop-, Presta- und Schrader-Ventile zu verwenden sind. Auch die Verarbeitungsqualität wurde von uns beurteilt. Ebenfalls spielte der Preis beim abschließenden Testurteil eine Rolle.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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