Test: Fahrradhose

Fahrradhosen im Test : Bequem und gut gepolstert

Update 22.11.2021

Wer viel Rad fährt, wird den Komfort einer Fahrradhose zu schätzen wissen. Sie sollte bequem und von guter Qualität sein und unabhängig vom gefahrenen Rad und verwendeten Sattel ihren Zweck erfüllen. Dabei gibt es allerdings ganz unterschiedliche Modelle.

Update 22. November 2021

Wir haben fünf neue Fahrradhosen getestet. Die Gore C5 Trail Light Shorts und die Löffler Bikehose Light Hotbond sind neue Empfehlungen.

Arnold Zimprich
ist Autor und Outdoor-Freak und testet für verschiedene Magazine Sportartikel und Outdoor-Produkte. Er schreibt unter anderem für Alpin, das Bergzeit-Magazin und die Alpenvereins-Magazine Panorama und Bergauf.

Eine Fahrradhose kaufen – schon beim Gedanken an diese Aufgabe verdrehen die meisten die Augen. Es gibt eine Vielzahl an Einsatzbereichen, Formen und Marken. Und doch verbindet alle eine Gemeinsamkeit: Sie müssen eine guten Sitz haben. Während einer Testphase von zwei Monaten haben wir uns unterschiedliche Hosen genauer angeschaut – von der Luxus Pant bis zur günstigen Hose.

Beim Ringen um die Gunst der Käufer lassen sich die Hersteller eine Menge einfallen, um auf ihre Produkte aufmerksam zu machen: Grazile Silikon-Applikationen werden mit Flachnähten kombiniert, Materialien aus Stretch treffen auf abriebfeste und robuste Stoffe. Wir haben 21 teilweise ganz unterschiedliche Fahrradhosen getestet und für jeden eine passende Empfehlung parat.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
LeistungsfähigBella ItaliaFlexibelUnterziehhoseFür die Kurzstrecke
Test: Cycorld Mtb Hose Herren RadhoseFahrradhose Test: Alé Bibshort Solid Picture 6 WhiteTest: Gore Herren C5 Trail Light ShortsTest  Fahrradhose: Löffler Herren Bikehose Light HotbondTest: Nooyme Radlerhose Herren Mit Sitzpolster 3d
Modell Cycorld MTB Hose Herren Radhose Alé Solid Corsa Bib Short Gore Herren C5 Trail Light Shorts Löffler Herren Bikehose Light Hotbond Nooyme Radlerhose Herren mit Sitzpolster 3D
Pro
  • Unschlagbarer Preis
  • Integrierte Innenhose
  • Angenehmer Stoff
  • Umfassende Ausstattung
  • Gutes Klimamanagement
  • Optimal dimensioniertes Sitzpolster
  • Komfortable Träger
  • Gute Atmungseigenschaften
  • Ausgereifter Schnitt
  • Dezentes Design
  • Fairer Preis
  • Sehr flexibel und leicht
  • Komfortabler Bund mit Kordelzug
  • Mesheinsätze zur Belüftung
  • Sehr schöne Verarbeitung
  • Komfortables Polster
  • Made in EU
  • Günstigste Hose im Test
  • Ausreichend komfortables Sitzpolster
  • Zufriedenstellende Materialeigenschaften
Contra
  • Mängel bei der Vernähung am Hüftsaum
  • Etwas wulstige Silikonapplikationen
  • Ohne Innenhose
  • Nur als Unterziehhose nutzbar
  • Etwas wulstiger Bund
  • Zweifelhafte Haltbarkeit
Bester Preis
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Leistungsfähig: Cycorld MTB Hose Herren

Leistungsfähig

Cycorld MTB Hose Herren Radhose

Test: Cycorld Mtb Hose Herren Radhose
Toll ausgestattete Mountainbike- und Tourenhose zu unschlagbarem Preis. Kleine Abstriche bei der Verarbeitung – für Gelegenheitsfahrer und Wochenendtouren jedoch absolut ausreichend.

Was der chinesische Hersteller Cycorld bei seinem Modell MTB Herrenhose für so wenig Geld bietet, erstaunte uns. Ein Blick auf die Internetseite des Unternehmens wirkte auf uns allerdings wenig vertrauenserweckend: Die Gründung durch eine gewisse »Amy« und einen »Bourne« nehmen wir der Firma nicht so richtig ab. Dafür beeindruckte die Hose während unseres Tests – auf einer Bike&Hike-Radtour mit circa 1.200 Höhenmetern – mit einer tollen Leistung.

Das bequeme Innenhosenpolster ist stark vorgeformt, besitzt eine gewisse Steifheit und ist irgendwie ein bisschen störrisch. Für Touren bis 30-40 Kilometer und Kurzstrecken ist es aber angemessen komfortabel. Das Material der Innenhose besteht zu 100 Prozent aus Mesh-Material. Daher sollte sie nur als Unterziehhose getragen werden. Wird sie allein getragen, kann sie unerwünschte »Einblicke« gewähren. Obwohl der Innenhosenbund relativ schmal ist, schnitt er während unserer Tour nicht ein. Beim Reißverschluss im Hosenschritt setzt die Firma auf die Qualitätsmarke YKK. Die restlichen Reißverschlüsse sind von No-Name-Anbietern. Hier ist deutlich ein Sparzwang zu spüren.

Bei der »Haupthose« wird dem Käufer einiges geboten: Oberschenkeltaschen, die mittels zwei unterschiedlicher Reißverschlüsse zu öffnen sind und seitliche Eingrifftaschen ohne Reißverschluss. Fahrradfahrer, die viel Kleinkram mit sich herumschleppen, werden von diesem Taschenaufgebot wohl begeistert sein. Praktisch: Trotz der Gürtelschlaufen am Hüftbund hat Cycorld zwei zusätzliche Klettverschlüsse eingebaut, über die sich die Hose anpassen lässt. Da der Verstellbereich etwas klein ist, hätte die Länge der Klettbänder hier gern etwas länger dimensioniert sein können. Ein weiterer kleiner Nachteil sind die Nähte des Einsatzes aus Stretch unter dem Bund der Hüfte. Diese wirken sehr filigran und ließen bei uns die Frage aufkommen, wie viel Belastung die Nähte aushalten, ohne dabei kaputt zu gehen.

 Test: Cycorld (2)
Die Cycorld-Radhose überzeugt mit einer praktischen Klettverstellung am Saum, einer Vielzahl von Taschen und einem bequemen Sitz.

Im Großen und Ganzen überzeugte uns die Cycorld-Hose aber. Egal ob man auf einem E-Bike, einem Tourenrad oder einem Mountainbike sitzt, der Stoff war komfortabel und der Schnitt bewegungsfreundlich. Perfekt finden wir außerdem, dass die Hose für Radtouren mit unterschiedlichen Längen ausgestattet ist. Allerdings sollten Ausdauerprofis und qualitätsbewusste Langstreckenfahrer lieber auf die Anschaffung der Cycorld verzichten, denn die qualitative Verarbeitung wirkt bei der Hose an manchen Stellen billig. Die Klettverstellung hätte etwas sorgfältiger durchdacht sein können, und mit der Innenhose sind wahrscheinlich auch nur eher kürzere Strecken möglich.

Bella Italia: Alé Corsa Solid Bib Short

Bella Italia

Alé Solid Corsa Bib Short

Fahrradhose Test: Alé Bibshort Solid Picture 6 White
Eine schön verarbeitete Hose direkt aus Bella Italia – Alé macht vor, woran sich andere die Zähne ausbeißen: komfortabel, leicht, tolles Klimamanagement.

Im Unterschied zu vielen anderen der von uns getesteten Radlerhosen wird die Corsa Solid Bib Short von Alé im europäischen Raum hergestellt. Nämlich in einer, wenn nicht der Radsport-Nation schlechthin – in Italien. Hersteller Alé zeigt damit, dass Bekleidung im Radsport-Sektor nicht zwangsläufig aus Fernost kommt.

Wir stürzten uns sofort in den Test und trugen die Hose während einer Gravelbike-Fahrt auf einer 155-km-Tour über verschiedene Alpenpässe. Auf so einer Tour werden schnell die Unterschiede zwischen den Radhosen deutlich. Hinterher waren wir von der Hose mehr als angetan. Das dünne Polster arbeitet so, wie es soll: Es rieb nicht, war komfortabel und blieb optisch unauffällig. Die Träger der Hose sind perfekt dimensioniert. Sie besitzen eine gute Breite und lassen sich beispielsweise besser tragen als die extrem schmalen Hosenträger der Rh+. Die Fahrradhose verfügt an ihren Beinen über einen etwas längeren Schnitt als die Mehrheit der anderen Konkurrenzmodelle. Das ist aber kein Nachteil – bei zugigen Abfahrten hält sie so etwas wärmer.

Nach einem Gewitterschauer trocknet das Material sehr schnell – wesentlich schneller als bei günstigen Modellen. Ein kleiner Nachteil fiel uns aber doch auf: Die Applikationen aus Silikon an den Beinabschlüssen der Hose neigten im Test etwas zum Reiben. Die etwas wulstigere Form im Vergleich zu den Hosenmodellen von Rh+, Pearl Izumi und Shimano scheint der Grund dafür zu sein. Ungeachtet dessen mögen wir die Alé Solid Corsa Bib Short. Bei dem preiswerten italienischen Modell stimmt einfach der Gesamteindruck.

Flexibel: Gore C5 Trail Light Shorts

Flexibel

Gore Herren C5 Trail Light Shorts

Test: Gore Herren C5 Trail Light Shorts
Flexible Rad- und Sporthose zum "Drüberziehen" ohne Innenhose. Locker sitzender, schnell trocknender Stoff. Perfekt zum Kombinieren!

Zugegeben, beim flüchtigen Hinsehen wirkt die Gore Herren C5 Trail Light Shorts eher wie eine Laufhose – in Wahrheit ist sie aber einfach eine locker geschnittene und leichte Fahrradhose.

Und genauso fühlt sie sich auf dem Rad auch an: Sie engt nicht ein, fühlt sich stets schön luftig an und überzeugt mit Flexibilität. Obwohl wir auf unserer Testausfahrt nur eine Funktionsunterhose ohne weiteres Sitzpolster unter der Gore getragen haben, waren wir vom Komfort verblüfft. Klar, wer maximalen Wert auf Komfort legt, sollte zusätzlich eine dünne Innenshorts anziehen – aber wessen Sitzfleisch lange Touren schon gewöhnt ist, kann im Falle der Trail Light Shorts auch durchaus darauf verzichten.

Dass Gore viel Erfahrung mit Sportbekleidung hat, merkt man sofort an den Materialen bzw. Materialmischungen. Stretchige Abschnitte hier, Mesh für mehr Luftzufuhr da – das ist Bodymapping wie man sich es wünscht. Am Hinterteil wurde eine Art Ripstop verwendet, das auch stetiges Gereibe am Sattel gut wegsteckt.

Praktisch sind darüber hinaus die kleine Reißverschlusstasche sowie der elastische Bund samt Kordel. Dank der Flexibilität überzeugt die Gore mit ausgezeichneter Passform.

Für wen eignet sich die Gore Herren C5 Trail Light Shorts nun? Unserer Meinung nach eher weniger für Leute, die einfach und schnell losradeln wollen – sondern eher für bereits gut ausgestattete Radler, die eine clevere Ergänzung für ihren Kleiderschrank suchen. Denn wie gesagt, am besten performt die Gore in Kombination mit einer weiteren Hose zum Drunterziehen.

Unterziehhose: Löffler Herren Bikehose Light Hotbond

Unterziehhose

Löffler Herren Bikehose Light Hotbond

Test  Fahrradhose: Löffler Herren Bikehose Light Hotbond
Unter einer Shorts oder langen Hose getragen, sorgt die Bikehose Light Hotbond für mehr Komfort – zum Beispiel beim Pendeln oder wenn man eine Bikeshorts trägt, bei der keine Innenhose mitgeliefert wurde.

Eine gewisse Sonderstellung in unserem Test nimmt die Löffler Herren Bikehose Light Hotbond ein. Denn sie ist keine richtige Tight, die man ohne zusätzliche Hose trägt, sondern eine Unterziehhose. Okay, theoretisch könnte man die Löffler auch alleine anziehen, aber dann sollte man aufpassen, dass man keine ungewollten Einblicke gewährt – vor allem am Bund, wo Mesh-Material verwendet wurde.

Ein mögliches Einsatzgebiet für die Löffler ist etwa das Berufspendeln. Zum Drunterziehen für ein paar Kilometer ins Büro oder auch zum Einkaufen eignet sie sich super, schließlich will man es immer bequem haben.

Im Praxistest haben wir die Light Hotbond daher auch mal unter Jeans oder Chino-Shorts getragen – und festgestellt, dass sie eine gute Balance zwischen Komfort und Flexibilität bietet. Das Gel-Air-Sitzpolster ist ziemlich dünn, sodass es beim Laufen nicht allzu sehr aufträgt, und auch sonst gibt sich die Hose in Sachen Materialverarbeitung keine Blöße. Dank der Hotbond-Technologie sucht man Nähte vergeblich, stattdessen werden die Textilteile einfach verschweißt.

Wie gesagt – zum Alleinetragen eignet sich die Löffler Bikehose Light Hotbond nicht. Sie ist allerdings eine tolle Ergänzung für Radler, die das ganze Jahr über komfortabel unterwegs sein möchten und bereits andere Fahrradhosen zum Kombinieren besitzen.

Für die Kurzstrecke: Noomye Radlerhose Herren

Für die Kurzstrecke

Nooyme Radlerhose Herren mit Sitzpolster 3D

Test: Nooyme Radlerhose Herren Mit Sitzpolster 3d
Günstige, aber erstaunlich komfortable trägerlose Rennradhose mit bequemem Sitzpolster. Perfekt für Kurzstreckenausritte und kleine Budgets.

Die Noomye Radlerhose Herren ist die preisgünstigste Tight in unserem Testfeld. Die Haptik der Hose erinnerte uns an das Hosenmodell von Souke, Hersteller Noomye verwendet jedoch weniger Nähte. Die Hose kommt in komplett schwarzer Farbe daher. Wenn man sich das Sitzpolster anschaut, fällt auf den ersten Blick kein Unterschied zwischen den Radlerhosen auf.

Spontan testen wir die Hose auf einer morgendlichen 40 Kilometer-Runde auf einem Rennrad. Der Eindruck: Die Hose bietet mehr als ihre im Billigsektor beheimatete Gegenspielerin von Souke. Die Polster mögen zwar eine ähnliche Dicke haben, das Polster der Noomye fühlt sich für uns aber nicht so voluminös und schwammig an. Die Radlerhose wurde bei unserem »Ausritt« ziemlich gefordert, denn die kleine morgendliche Testrunde hatte es fraglos in sich: Zügige Abfahrten, schnelle Antritte, steile Anstiege. Das günstige Modell absolvierte alles mit Bravour, Grund zur Kritik gab es wenig.

In einem Satz: die Noomye Radlerhose hat die Tester auf der gefahrenen Kurzstrecke absolut überzeugt. Allerdings nur bis zu einem bestimmten Grad, denn in Sachen Qualität kann die Radlerhose nicht mit preislich teureren Konkurrenzmodellen mithalten. Der etwas voluminöse, schmale Stretchbund wird wahrscheinlich bei längeren Strecken ab etwa 80 Kilometer dann einschneiden. Aber wir mutmaßen nur, denn manchmal reicht einfach eine unproblematische, günstige und gut funktionierende Radlerhose für eine Tour mit der Familie an den nahen See oder eine schnelle, morgendliche Ausfahrt. An dieser Stelle punktet die Noomye. Sie bekommt von uns daher den Tipp für den sparsamen Radfahrer.

Was gibt es sonst noch?

Die Radhose Endura Hummvee II wirkt förmlich ein Panzer. Das aber nur beim ersten Hinsehen, denn die Hose besitzt eine äußerst angenehme, komfortable und softe Seite. Der Hosenschnitt rangiert hier zwischen weit und leger, die herausnehmbare, mitgelieferte Innenhose sorgt für ein bequemes Tragegefühl und punktet in unserem Test mit Silikonapplikationen die Rutschsicherheit garantieren. Die Ausstattung lässt bei uns keine Wünsche offen: Der einstellbare, innen weiche Gürtel, der über einen mit Clip ausgestatteten Bund verfügt, lässt sich angenehm tragen.

Anfangs haben wir die Humvee II mit dem Prädikat »zu schwer« erstmal zur Seite gelegt. Ist sie erst mal angezogen, überzeugt die Hose dann schnell mit einem angenehmen Tragekomfort, mit reißverschluss-regulierbaren Öffnungen zur Belüftung und einer sinnvollen Auswahl an Taschen mit zwei rückseitigen Klett-Stautaschen, zwei RV-Seitentaschen sowie zwei weitere Taschen am Hosenbein-Abschluss.

Der Hosenstoff fühlt sich nicht allzu steif, aber robust an. Da merkt man, dass die Hose für den Mountainbike-Einsatz entwickelt worden ist. Der fein gearbeitete, breite Einsatz mit Stretch an der Hosenrückseite macht sie dabei offenkundig komfortabler. Und das zu einem ehrlichen Kaufpreis – das muss die Konkurrenz dem Hersteller erst mal nachmachen. Das macht die Hose zu einer Empfehlung für Mountainbike-Radler.

Pearl Izumi oder »Pearli«, wie das Label von vielen Kennern bezeichnet wird, blickt auf über 70 Jahre Fertigungs-Erfahrung von Radbekleidung zurück, was wir der Pro Bib Shorts im Test sofort anmerkten. Durch die Fertigung aus sieben einzelnen »Pro Transfer«-Stücken passt sie sich nahezu perfekt dem Radlerkörper an und besitzt leicht zusammenziehende Eigenschaften. Beinabschlüsse und Träger sind mit dem Laser geschnitten, was beim Tragen sofort erfreulich fühlbar ist. Schon das Anziehen der Hose ist eine Wohltat, ganz abgesehen von den Eigenschaften beim Tragen, wenn man  unterwegs ist. Davon konnten wir uns selbst auf einer 80-Kilometer-Tour überzeugen.

Die Träger kommen mit wenigen Nähten aus und tragen sich aufgrund des Materials sehr angenehm. Am Saum der Beine wurden gar keine Nähte verarbeitet. So trägt dieser nicht auf. Eine Ausstattung mit Silikonapplikationen verhindert ein Hochrutschen. Besondere Begeisterung löste das wenig strukturierte und weiche Sitzpolster bei uns aus. Es schmiegt sich dem Gesäß auf optimale Weise an, hat genau die optimale Dicke, um dabei nicht aufzutragen und nicht zu reiben. Die herausragenden Stretcheigenschaften gefielen uns sehr gut.

Wer sich bisher mit einer zu unflexiblen Hose herumgeplagt hat, wird mit der Pearl Izumi Pro Bib Shorts sehr begeistert sein. Die Hose glänzt zwar bei Verarbeitung und Tragekomfort, dafür ist der Verkaufspreis nicht gerade allzu günstig. Im Internet bekommt man sie mittlerweile etwas günstiger.

Von der Logo Bibshort des aus Italien stammenden Produzenten Rh+ sind wir mehr als hingerissen. Sie begeistert mit dem »Summus Pad«- Polster, das über mehr Struktur verfügt als etwa beim Hersteller Pearl Izumi. Das Ergebnis ist eine festere Haptik und ein kompakterer Sitz am Körper, was uns bei mehreren Testläufen mit bis zu 90 Kilometer Länge äußerst gut gefiel. In seinem Produkttext kündigt Hersteller Rh+ an, dass die Logo Bibshort besonders für Langstrecken geeignet ist.

Das flotte Design stach uns besonders ins Auge. Die Hose besitzt farblich abgesetzte Streifen an ihren Beinen, bei unserem Testmodell war das ein knalliger Rot-Ton. Das sorgt zusätzlich für eine bessere Sichtbarkeit im Straßenverkehr. An den Beinen besitzt die Hose eine Rundum-Beschichtung aus Silikon, was für Rutschbeständigkeit sorgt. Durch den nicht einengenden, körperbetonten Schnitt und die breiten Beinabschlüsse sitzt die Rh+ ausgezeichnet.

Beim Design der Träger gibt sich die Logo Bibshort graziler als manch anderes Modell. Sie bestehen komplett aus Mesh-Material, tragen sich angenehm und lassen den Schweiß des schnell entweichen. Dafür müssen diese beim Anziehen sorgfältiger geführt beziehungsweise angelegt werden. Die breitere Träger der Konkurrenzmodelle fanden schneller den richtigen Platz. Obwohl die Logo Bibshort insgesamt gut abschneidet, haben uns die Trägerdetails der Konkurrenzmodelle besser gefallen.

Wir freuten uns, mit der C5 Trägerhose auch ein Modell aus dem Hause Gore im Test zu haben. So bietet der Hersteller schon seit einigen Jahren für Radfahrer mit verschiedensten Leistungsansprüchen eine große Anzahl an Bekleidungsstücken.

Die verarbeitete Qualität der in der Mittelklasse platzierten Hose lässt zunächst einmal keinerlei Wünsche offen. Etwas festere, breite Bänder aus Stoff an den Abschlüssen der Beine sorgen für einen guten Halt, eine Fülle von Reflektoren sorgt für eine erhöhte Sicherheit im öffentlichen Straßenverkehr. An der Hosen-Rückseite hat der Hersteller am Anfang der Schulterträger ein Fach für Energieriegel eingearbeitet.

Diese Hose absolvierte ebenfalls eine Testrunde von 80 Kilometern Länge. Das bot uns genug Zeit, um den Einsatz und das Material der Hose zu bewerten. Der Gore-Einsatz überzeugte uns auf der ersten Testausfahrt nicht so sehr. Der Einsatz neigte etwas zum Auftragen, darüber hinaus hatte die verarbeitete Naht die lästige Eigenschaft, etwas zu scheuern.

Da wir mit dem Hersteller Gore in unseren bisherigen Tests deutlich bessere Erfahrungen gemacht hatten, gaben wir der Hose eine weitere Chance. Bei regnerischem Wetter nahmen wir sie auf eine 60-Kilometer Testrunde mit. Und siehe da: Bei diesen unbeständigen Wetterverhältnissen machte die C5 einen viel besseren Eindruck. Der Einsatz funktionierte im durchnässten Zustand »reibungsloser«und sie trug sich auch bequem. Trotzdem kommt das Tragegefühl nicht an das der Rh+ Logo Shorts oder Pearl Izumi Pro Bib heran. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis muss sich Hersteller Gore dem Alé-Modell geschlagen geben.

Bei flüchtigem Hinsehen ist die Radhose von Ally ein Preisschlager. Sie besteht aus einem schön stretchigen, sehr angenehmen Stoff, der sich schon fast nach Baumwolle anfühlt. Unter den etwas weiter geschnittenen Mountainbike-Hosen in unserem Test ist das etwas Besonderes. Da ist Wohlfühlen garantiert. Der Hosenbund wird mittels zweier Klettverschlüsse reguliert. Das System empfanden wir als gelungen, da der Verstellbereich sinnvoll gewählt und die vernähten Klettverschlüsse optimal dimensioniert worden sind.

Ein Manko der Ally ist die nicht vorhandene Innenhose, die aber extra dazugekauft werden kann. Die Hose ist zwar bequem, für die ernsthafte Nutzung als Radlerhose sollte aber die Innenhose dazu gekauft werden. In Bezug auf die Ausstattung haben wir kaum etwas zu meckern. Alle verarbeiteten Reißverschlüsse kommen vom Marktführer YKK. Die Radlerhose besitzt zwei RV-Oberschenkeltaschen und zwei RV-Seitentaschen.

Für noch mehr Tragekomfort ist an der Hosenrückseite ein breiter schwarzer Einsatz aus Stretch eingearbeitet. Wie beim Cycorld-Modell prognostizieren wir eine eher kurze Lebensdauer, da der Stoff sehr dünn und filigran wirkt.

Wissenswertes über Fahrradhosen

Fahrradhosen sind nicht alle gleich. Tourenradler haben andere Anforderungen an eine Fahrradhose als etwa Rennradler oder Mountainbiker.  Die Hersteller haben darauf reagiert, weshalb besondere Modelle für den jeweiligen Bereich angeboten werden.

Weite Short oder enge Bib? Es kommt auf den Einsatzbereich an

Die knallenge Tights gehört eher in die sportliche Kategorie. Sie werden in Hosen mit Trägern (»Bibtights«) und trägerlose Hosen eingeteilt. Diese Modelle werden in erster Linie beim Fahren mit einem Rennrad getragen, in einzelnen Fällen aber auch beim Tourenradfahren und Mountainbiken. Der enge Schnitt gewährleistet einen besseren Sitz und eine verbesserte Aerodynamik.

Fahrradhose Test: Noomye (1)
Ein typisches Exemplar für eine Tights: Die Noomye-Fahrradhose, die auch unsere Empfehlung für Sparfüchse ist.

Andere Hosen verfügen über einen weiteren Schnitt und erinnern eher an Wander- oder Laufshorts. Sie sind für E-Biker, Touren-Mountainbiker und Tourenradler entworfen. Eine sehr gute Belüftung und Komfort stehen hier im Vordergrund, die Aerodynamik ist eher zweitrangig.

Fahrradhose Test: Cycorld (2)
Die Cycorld-Tourenshorts überzeugte in unserem Test komplett – auch was Preis und Leistung angeht.

Zur letzten Kategorie gehören strapazierfähigere Hosen, die extra für den fordernden Einsatz auf dem Mountainbike gefertigt wurden. Sie bestehen aus einem scheuerfesten Material, besitzen einen Bund, der verstellbar ist und haben intelligent positionierte Taschen, die auch während der Fahrt leicht zu erreichen sind.

Fahrradhose Test: Endura Hummvee (1)
Mountainbike-Fahrer, die Wert auf die Belastbarkeit der Hose legen, werden in der Endura Hummvee II ihre perfekte Hose finden.

Mit oder ohne Innenhose?

Bei den weit geschnittenen Radler-Shorts fragt man sich anfangs, ob man jetzt eine Innenhose drunter zieht oder nicht. Viele der von uns getesteten Hosen werden ja ebenfalls ohne eine Innenhose angeboten. Wir meinen: Rad fahren ohne Innenhose ist ein No-Go! Wer das Extra an Bequemlichkeit, das durch die Polsterung geliefert wird, einmal erlebt hat, wird darauf nicht mehr verzichten. Auch wenn es anfänglich vielleicht etwas zwicken mag. Da verwundert es umso mehr, dass es Produzenten gibt, die Fahrradhosen mit einem weiten Schnitt ohne eine Innenhose anbieten. Das führte in unserem Test zu einer schlechteren Bewertung.

Das Sitzpolster

Das wichtige Thema des Sitzpolsters ist auch so ein Thema. Manche mögen es dünn, andere mögen es lieber dicker. Die einen lieben einen schmalen Sitz-Einsatz, die schwören auf einen breiten Einsatz. Fakt ist: Jedes Gesäß ist anders geformt. In unserem Test haben wir auf einen guten Mittelweg geachtet: Abzüge gab es für schlecht vernähte, wulstige oder lieblos gearbeitete Sitzpolster. Pluspunkte gab es für nicht zu sehr auftragende, flach eingenähte Sitzpolster, deren Profil sich an der Anatomie des verlängerten Rückens orientierte.

Thema Bodymapping

Auch bei der Fahrradbekleidung hat das Bodymapping Einzug gehalten, wenn auch nur in erster Linie bei den sorgfältiger verarbeiteten und teureren Modellen. Bodymapping bedeutet, dass die Fahrradhosen an verschiedenen Bereichen wie den Beinen, an den Seiten, dem Gesäß und den Trägern aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sind, um den mannigfaltigen Anforderungen wie Abriebfestigkeit, Luftdurchlässigkeit und Schweißtransport in jeder Situation Genüge zu leisten. So wird an den Hosenträgern häufig feuchtigkeitsdurchlässiges Mesh-Material vernäht, während am Hintern abriebfestere Materialien zum Einsatz kommen.

So haben wir getestet

Alle Fahrradhosen wurden auf Fahrradtouren zwischen 10 bis 160 Kilometern ausgiebig von uns getragen. Sie wurden von uns auf dem Tourenrad, dem Gravelbike und dem Mountainbike getestet, bei Sonne und Regen, unter einer wasserundurchlässigen Regenhose und natürlich auch allein. Der getestete Zeitraum betrug dabei etwa 60 Tage zwischen Spätfrühling und Frühsommer. Einige der Modelle wurden lediglich auf einer sehr langen Radtour getragen. Bei andere Hosen waren mehrere kleine Touren nötig, um auf ein befriedigendes Ergebnis zu kommen.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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