Fahrrad-Navi Test: Garmin Edge Explore Lifestyle (c) Garmin Deutschland Gmbh

Fahrrad-Navis im Test : Immer auf dem richtigen Weg

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Veröffentlicht 05.05.2020

Wer mit dem Rad häufig Touren fährt, will nicht immer eine Karte mitnehmen, als Alternative gibt es Fahrrad-Navis, die einem den richtigen Weg weisen. Wir haben 10 davon getestet.

Florian Glott
Florian Glott
ist am liebsten in den Bergen und im Wald unterwegs, egal ob zu Fuß oder auf dem Mountainbike. Er testet Sport- und Outdoor-Produkte unter anderem für das Bergzeit-Magazin.

Ob Bikepacking oder Trekking-Tour, den richtigen Weg muss man bei allem finden, wenn man mit oder ohne Gepäck auf dem Rad unterwegs ist. Will man dabei auf das Kartenmaterial verzichten und Platz sparen, so kann man ein Navi fürs Rad benutzen. Das Smartphone ließe sich theoretisch auch nutzen, ein Navi bringt aber Wasserfestigkeit, Robustheit und einfache Bedienung mit. Wir sind mit allen 10 Test-Navis auf dem Lenker gefahren und können einige empfehlen.

Vollwertiges Navi: Garmin Edge Explore

Garmin steht für Outdoor-Navis, so kommt auch eine unserer Empfehlungen wenig überraschend von dieser Marke. Das Garmin Edge Explore hat uns definitiv überzeugt als vollwertiges Navigationsgerät.

Vollwertiges Navi

Garmin Edge Explore

Test Fahrrad-Navigationsgerät: Garmin Edge Explore
Mit dem Edge Explore bekommt man ein vollwertiges Navi, das sicher am Lenker sitzt und sich intuitiv bedienen lässt.

Das Gerät wiegt nur 115 Gramm und hat ein großes 3-Zoll-Display. Im Lieferumfang gibt es Halterungen für den Lenker plus Gummiunterlage und Spanngummis mit unterschiedlicher Länge, das alles dient der Montage am Lenker. Mit dabei sind außerdem noch Handschlaufe und USB-Kabel zum Laden.

Die Montage funktioniert schnell und intuitiv am Lenker. Hierzu muss man den Halter plus Gummiunterlage nur in die richtige Position bringen und der Breite des Lenkers entsprechend einen Gummi wählen, der wird in zwei Haltenasen gelegt. Gummi um den Lenker herumziehen und in die anderen Nasen legen. Schon ist die Halterung fertig montiert. Per Bajonettverschluss kann das Navi dann darin fixiert werden.

Nach unserem Abfahrtstest war die Position am Lenker kaum verändert und das Display währenddessen gut ablesbar. Fast nichts hat hier gewackelt, wir führen das auf die niedrige Montagehöhe zurück. Wir nehmen aber an, dass dauernder Regen die Reibung verringern und das Gerät so zum Rutschen bringen könnte.

Wie bedient man es?

Das Garmin ist einfach zu bedienen, es gibt eine Runden- und eine Powertaste und auf der Unterseite eine mit Start/Stop zum Aufzeichnen der Route. Der Startbildschirm ist übersichtlich und per großem Button kommt man zur Aktivität, zwei andere dienen der Navigation.

Unten gibt es dann Einstellungen, bei denen man z. B. fürs Mountainbiken oder Wandern Profile laden kann und eine Taste für Connect IQ App. Damit lädt man GPX-Tracks aufs Gerät, drahtlos, die man etwa mit der Komoot-App erstellt hat.

Ohne App geht es aber auch. GPX-Daten aus dem Netz können auf das Gerät geladen werden, indem man den Ordner /Garmin/NewFiles auf dem PC öffnet und die Daten dort speichert. Über »Strecken« können diese Daten am Navi dann ausgewählt werden. Außerdem kann man auch einfach eine Zieladresse eingeben über »Zieleingabe«, die Route wird vom Gerät dann erstellt.

Auch kann man auf der Karte Punkte setzen und so die Strecke ohne PC oder App selbst erstellen und speichern. Spontan während der Tour kann so die Route umgestellt oder neu erstellt werden. Wir finden das Gerät intuitiv und einfach navigierbar, Neulinge sollten beim Bedienen keine Probleme haben.

Mit Wischbewegungen können Infos angefordert werden wie Höhenprofil oder Informationen über die Strecke, das Ganze geht ebenfalls während der Fahrt. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Display schön lesbar und auch Herzfrequenzmesser oder andere Sensoren können mit dem Garmin gekoppelt werden.

Wir finden das intuitiv bedienbare Gerät toll und vielseitig und empfehlen es auch Einsteigern.

Viel Zubehör: Tahuna Teasi One 4

Viel Zubehör

Tahuna Teasi One 4

Test Fahrrad-Navigationsgerät: Tahuna Teasi One 4
Das Teasi One 4 bietet viel Zubehör für wenig Geld. Neben dem Navi ist sind auch Herzfrequenzsensor und Schutzfolien enthalten.

Beim Teasi One 4 wird viel Zubehör mitgeliefert für einen ähnlichen Preis wie beim Garmin-Gerät. Wir empfehlen es für alle, die kein zusätzliches Geld in Zubehör investieren wollen.

Mit dabei ist natürlich die Haltevorrichtung, außerdem ein Ladegerät, extra Schutzfolien und ein USB-Ladekabel, zudem noch ein Brustgurt zur Herzfrequenzmessung. Für unter 200 Euro gibt es das Gerät aber auch ohne das alles.

Die Montage ist leicht, das Moosgummiband einfach dort an den Lenker kleben, wo die Halterung hin soll. Die Halterung fixiert man anschließend mit den enthaltenen Kabelbindern, die lassen sich auch wiederverwenden.

Die Auflagefläche vom Halter wirkt aber alles anderes als groß und ist zudem eher hoch gebaut, so rutschte und wackelte es beim Abfahrtstest ziemlich. Dieses Navi eignet sich also mehr für befestigte Straßen und die Ablesbarkeit im Sonnenlicht war bei Garmin auch besser, hier spiegelt es ziemlich. Dafür gibt es aber die matten Schutzfolien fürs Display.

Bedient werden kann der Teasi leicht und wir finden das Startdisplay sehr übersichtlich. An den Ecken des Displays gibt es Buttons für die Einstellungen und man kann auch unterschiedliche Fahrerprofile auswählen.

Auch die Navigation damit ist leicht. Entweder man erstellt die Route direkt am Gerät oder man gibt ein Ziel oder eine Adresse ein. Aus dem Netz heruntergeladene Tracks können ebenfalls verwendet werden, heruntergeladene und selbst erstellte Tracks legt man im Ordner BikeNavImportedTrips ab.

Es gibt ein kostenloses Tahuna-Tool, das selbsterklärend ist und mit dem man auch eine Route erstellen und dann aufs Navi übertragen kann. Mit der App können gefahrene oder gespeicherte Routen zudem analysiert werden.

Um die gespeicherten Tracks am Navi zu öffnen, nutzt man den Speicher-Button und dann »Go«, schon geht es los.

Wir finden Halterung und Display nicht so gut, zumindest für Mountainbiker, ansonsten ist hier aber viel dabei und die Bedienung ist einfach.

Luxusmodell: Sigma ROX 12.0 Sport

Luxusmodell

Sigma ROX 12.0 Sport

Fahrrad-Navigationsgerät Test: 61+surpezml. Sl1229
Hier hat man die Wahl zwischen der Bedienung per Touchdisplay und Tasten. Das ROX 12.0 überzeugt mit einfacher Bedienung.

Das ROX 12.0 von Sigma ist teuer und nicht nur ein Radcomputer, sondern ein vollwertiges Navi. Zusätzlich ist es aber auch noch Radcomputer inklusive Trainingssystem. Das erklärt den Preis. Wer also mehr als einen Fahrrad-Computer sucht, wird hier fündig.

Im Lieferumfang befindet sich alles nötige für die Befestigung sowie ein USB-Kabel und die optionale Aero-Halterung.

Das Gerät hat Ähnlichkeiten mit einem Smartphone. An der Seite und unter dem Display gibt es Tasten, die eine Bedienung sogar mit dickeren Handschuhen ermöglichen. So ist das Navi aber auch dementsprechend klobig.

Montiert wird es mit Kabelbindern und Halter am Lenker oder alternativ mit dem Aero-Halter. Das klappt schnell und es sitzt auch nach dem Abfahrtstest noch sicher. Das Display misst 3 Zoll und ist gut lesbar, bei Sonne spiegelt es aber doch mehr als das Navi von Garmin.

Bedient werden kann es einfach und logisch, wenn man sich daran gewöhnt hat. Auswählbare Profile sind farbig hinterlegt, so vergisst man nicht, in welcher Einstellung man gerade ist.

GPX-Tracks können mit der Software SIGMA DATA CENTER aufs Navi geladen werden, das ist kostenlos uns schnell und ermöglicht zudem die Auswertung bereits gefahrener Strecken. Koppeln kann man das Navi auch mit ANT+ Sensoren, so begleitet es einen gut im Training.

Die Navigation auf dem Gerät selbst ist ebenfalls durchdacht, man kann eine Adresse eingeben oder die Route mit Draw-myRoute auf dem Display zeichnen und dann speichern. Das klappt, aber das Display ist dafür recht klein. Tracken kann man Strecken auch, hierzu gibt es links und rechts zwei Tasten bei der Home-Taste, die stoppen oder starten das Ganze. Eine direkte Anbindung an Komoot ist ebenfalls vorhanden.

Wir finden dieses Navi ist auch empfehlenswert, auch wenn man dafür etwas tiefer in die Tasche greifen muss.

Was gibt es sonst noch?

Von Garmin kommt auch das eTrex Touch 25 und lässt sich wie auch das eTrex Touch 35 mit wiederaufladbaren Batterien betreiben. Mit dabei ist die Lenkerhalterung, die kann einfach montiert werden und bleibt, wo es ist. Das Navi selbst lässt sich leicht bedienen, um GPX-Tracks aufzuspielen braucht man keine Software, sie können einfach im Ordner gespeichert werden. Das Display hat 2,6 Zoll aber mit 160 x 240 Pixeln die schlechteste Auflösung der vollwertigen Test-Navis. Gut ablesen bei direktem Sonnenlicht kann man es aber dennoch.

Gibt man eine Adresse ein, werden Routen vom Gerät erstellt, alternativ kann man auch Punkte setzen und die Route so erstellen. Es gibt Radprofile und auch welche wie Geocaching und Bergsteigen, außerdem hat das Gerät einen elektrischen Kompass und eignet sich damit auch hervorragend für Outdoor-Fans und Bikepacker. Das Gehäuse ist dick und die Auflösung nicht so toll, ansonsten schneidet es aber ganz gut ab.

Das Falk TIGER evo ist ebenfalls ein vollwertiges Navi und man bekommt es für weniger als 200 Euro mit einem Display von 3,5 Zoll. Mit enthalten ist eine 4QuickFix Fahrradhalterung und ein USB-Kabel. Die Halterung fanden wir aber nicht so toll, denn zwischen Lenker und Halter ist die Auflagefläche gering und außerdem zu hoch. Das Gerät wiegt 180 Gramm und verrutscht bei der Abfahrt.

Dafür ist die Bedienung einfach, entweder man gibt ein Ziel ein – Postleitzahlen funktionieren nicht – oder man nutzt die importierten GPX-Tracks. Man kann fertige Routen auch am Gerät verändern, indem man Wegpunkte umsetzt. Tracks werden in »GPXImport« geschoben und finden sich im Ordner »Übertragene Tracks«, zu den Routen werden noch Streckeninformationen eingeblendet. Das Display mit Touch-Funktion reagiert aber langsam. Wir finden das Navi gut, aber zur Empfehlung hat es nicht gereicht.

Der Elemnt Bolt  kommt von Wahoo und diesmal handelt es sich nicht um ein vollwertiges Navi, sondern um einen GPS-Radcomputer. Per App können darauf GPX-Tracks gespielt werden, die man dann fahren kann. An das Gerät lassen sich Sensoren koppeln und das schwarz/weiß-Display hat 2,5 Zoll. Dafür lässt es sich aber auch in der Sonne gut lesen. Auch mit dicken Handschuhen kann man die großen Tasten noch gut bedienen.

Montiert ist der Radcomputer auch leicht per mitgelieferter Halterung, zudem recht aerodynamisch, denn das Gerät ist nur halb in der Halterung integriert. Fährt man los, so startet das Gerät die Aufzeichnung und pausiert, wenn man wieder stoppt. Das klappt sogar in der Hosentasche beim Wandern. Wir finden ihn vor allem für Rennradfahrer gut, für alle anderen dürfte das Display aber zu klein sein.

Wissenswertes über Fahrrad-Navis

Das perfekte Navi gibt es nicht, denn jedes hat seine Vorteile und Schwächen. Möchte man ein vollwertiges Navi, das sich leicht bedienen lässt oder lieber einen Radcomputer mit GPS? Oder will man das Gerät mit Sensoren an Körper und Rad koppeln? Ist der Preis entscheidend? Für alles gibt es ein passendes Gerät.

Ein echtes Navi ist eines, bei dem Touren am PC oder Gerät erstellt werden können und bei dem man ein Ziel oder eine Adresse eingeben kann, durch die dann die Route berechnet wird und die Strecken inklusive Details gespeichert wird. So kann man sie nach der Fahrt auswerten. Für Backpacker und Reisende oder alle, die Wert auf eine eigene Route legen, ist das toll. Das Display sollte sich dabei einfach ablesen lassen und das Gerät leicht zu bedienen sein.

Fahrrad-Navigationsgerät Test: Dsc00678
Genaue Routenführung klappt nur bei echten Navigationsgeräten.

Auf GPS-Fahrradcomputer kann man dagegen Tracks laden, die man heruntergeladen oder am PC erstellt hat. Die Tour wird dann nachgefahren, wirklich navigieren kann man mit ihnen aber nicht. Sie eignen sich etwa für Radrennfahrer und sind leicht und klein und natürlich einfach in der Bedienung.

Mit Akku oder Batterien?

Das hängt vom Einsatzzweck ab. Denn wer Wert auf schlankes Design legt und Zugang zu Steckdosen hat nach der Tour, der wird mit einem Akku glücklich. Die Laufzeit reicht meist für eine Tour aus.

Abhängig von den Einstellungen etwa bei der Helligkeit des Bildschirms kommt man damit sieben Stunden hin. Ist man länger unterwegs, braucht man eine Powerbank.

Für mehrere Tage eignen sich Batterien, die wieder aufgeladen werden können, aber besser.

So haben wir getestet

Wir haben uns den Markt der Fahrrad-Navis angesehen und einige ausgesucht. Angesehen haben wir uns die Geräte sowie den Lieferumfang. Wie ist die Verarbeitung und ist es gegen Spritzwasser geschützt? Ist genug zum Befestigen und Navigieren dabei? Hier konnten alle Geräte überzeugen, dabei war immer das Nötigste und die Verarbeitung war allgemein gut.

Außerdem haben wir ausprobiert, wie leicht die Montage klappt und ob das Gerät auch nach holpriger Abfahrt noch da sitzt, wo es soll. Wir sind dazu auf einem holprigen Trail mit dem Mountainbike gefahren und haben die Position vor und nach der Fahrt geprüft.

Fahrrad-Navigationsgerät Test: Dsc00746
Einige unserer Test-Navis warten auf den Einsatz.

Vor allem ist aber die leichte Bedienung wichtig, schließlich will man schnell loslegen können. Wir haben getestet, wie die Routenplanung unterwegs oder von zuhause aus klappt und auf die Bedienfreundlichkeit bei der Fahrt geachtet.

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