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E-Scooter im Test : Flexibel und unabhängig unterwegs

Update 12.10.2021

17 E-Scooter sind wir probegefahren. Im Fokus stand neben der Akkulaufzeit das Verhalten im Straßenverkehr: Lässt sich mit dem Roller sicher abbiegen, wie gut kann man damit bremsen und welches Modell bietet so viel Fahrkomfort, dass man damit auch über Kopfsteinpflaster düsen kann?

Update 12. Oktober 2021

Wir haben sechs neue E-Scooter getestet. Der Xiaomi Mi E-Scooter Pro 2 ist eine neue Empfehlung, genauso wie der Soflow S03 Gen 2.

Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Die Vorteile der elektrifizierten Tretroller liegen auf der Hand: Sie sind klein, (relativ) leicht und bringen ihren Fahrer ohne Kraftanstrengung und Schweißproduktion von A nach B. Diese Eigenschaften machen die kleinen Flitzer auch zunehmend für Pendler interessant, die dem öffentlichen Nahverkehr entfliehen wollen und die berüchtigte letzte Meile individuell und an der frischen Luft zurücklegen möchten. Durch ihre kompakten Maße sind sie dafür wie geschaffen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Tolles GesamtpaketFür den AlltagRundum gelungenKraftpaketBlinker inklusive
Test: Xiaomi Mi Scooter Pro 2Test: Micro ExplorerTest: The Urban #rvltnTest: FgfgTest: Soflow So3 Gen 2
Modell Xiaomi Mi Scooter Pro 2 Micro Emicro Explorer Walberg Urban Electrics The-Urban #RVLTN Walberg Urban Electrics Egret-Ten V4 36V Soflow SO3 Gen 2
Pro
  • Hoher Fahrkomfort
  • Flotte Beschleunigung
  • Gute Bremsen
  • Zusatzinfos per App
  • Wegfahrsperre
  • Lange Akkulaufzeit
  • Sehr starker Antrieb
  • Ausgezeichnete Beschleunigung
  • Robuste Bauweise
  • Gute Bremsen
  • Noch problemlos zu transportieren
  • Zusatzfeatures per App
  • Verstellbare Federung
  • Starker Antrieb
  • Gute Fahreigenschaften
  • Stabile Bauweise
  • Ordentliche Bremsen
  • Noch problemlos zu transportieren
  • Sehr hoher Fahrkomfort
  • Massive Konstruktion
  • Starker Antrieb
  • Gute Bremsen
  • Blinker
  • Flotte Beschleunigung
  • Gutes Fahrverhalten
  • Wegfahrsperre
  • Zusatzinfos per App
Contra
  • Lange Ladezeit
  • Lenkung etwas hakelig
  • Für Fahrer über 1,80 Meter ist der Lenker etwas niedrig
Bester Preis
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Tolles Gesamtpaket: Xiaomi Mi Scooter Pro 2

Tolles Gesamtpaket

Xiaomi Mi Scooter Pro 2

Test: Xiaomi Mi Scooter Pro 2
Für rund 500 Euro kann man nicht mehr E-Scooter bekommen: Der Xiaomi Mi Pro 2 beschleunigt flott, fährt sich sehr komfortabel und schafft mit einer Akkuladung locker 30 Kilometer.

Der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 bietet einen starken Akku, hohen Fahrspaß und ist dennoch für viele erschwinglich. Gewichtstechnisch liegt der E-Scooter mit seinen 14,2 Kilogramm im Mittelfeld der Testkandidaten. Mit dieser Masse liegt er satt auf dem Asphalt, kann aber trotzdem noch gut in der Straßenbahn mitgenommen werden. Im zusammengeklappten Zustand liegen die Maße bei 113 x 43 x 49 Zentimetern.

Das Chassis ist aus einer stabilen Alulegierung. Die Verwindungssteifigkeit der Lenkung sowie die Robustheit des Trittbretts überzeugt, hier klapperte oder vibrierte nichts. Die Lenkstange ist zweifach gesichert und der Lenker ist aus einem Stück, die Griffe können nicht abgeklappt werden. Dadurch wird zwar das Packmaß erhöht, aber auch die Stabilität gesteigert. Der klappbare Ständer sorgt für einen festen Stand. Hinten und vorne sind jeweils Reflektoren an den Seiten, zudem befindet sich ein weiterer an der Vorderseite. Die Ladebuchse auf der Vorderseite ist leicht zu erreichen.

Mit 118 Zentimetern Höhe ist dieser E-Scooter auch sehr gut für größere Menschen geeignet. Die Höhe lässt sich nicht verstellen. Das gummierte Trittbrett bietet auch im nassen Zustand genügend Grip. Unterhalb der Beleuchtung auf der Rückseite wird die Versicherungsplakette aufgeklebt.

Bedienung

Das Display lässt sich sehr gut ablesen und ist recht auskunftsfreudig: Man erhält hier acht Infos, darunter zum eingestellten Fahrmodus, Verriegelungsstatus, zur Geschwindigkeit und Akku-Restkapazität. Die Bedienung erfolgt vollständig über nur eine Taste.

Die Lampen können unmittelbar vom Cockpit aus ein- und ausgeschaltet werden. Das simple Handling lenkt beim Fahren nicht groß ab. Mit einem kleinen Gasdrehgriff wird beschleunigt, so kann man auch längere Strecken entspannt fahren. Die Geschwindigkeit lässt sich feinfühlig dosieren.

 E-Scooter Test: E Scooter August2021 Xiaomi Mi Pro2 Display
Auch draußen ist das Display gut ablesbar und bietet einen hohen Bedienkomfort.

Xiaomi hat den E-Scooter mit einem Energieumwandlungssytem ausgestattet: Das kann kinetische Energie aus jeder Bremsung sowie jedem Freilauf ohne Unterstützung des Motors in nutzbare elektrische Energie umwandeln, wodurch die Motorunterstützung eine höhere Reichweite bekommt. Mit der App Mi Home kann die Effizienz der Energie-Rückgewinnung angepasst werden.

Motor und Akku

Motor und Akku des Mi Scooter Pro 2 machen viel Spaß: Der Lithium-Ionen-Akku mit 36 Volt bietet ganze 474 Watt und 12.800 mAh. Leider dauert das Laden 8 bis 9 Stunden. Dafür ist er aber auch ein echtes Kraftpaket. Nach der Testfahrt von 15 Kilometern stehen noch immer 3 von 5 Balken auf dem Display. Laut Hersteller liegt die Reichweite bei maximal 45 Kilometern. Der Akku wurde im Test nie vollständig leer gefahren, der E-Scooter war nach 30 Kilometern noch immer einsatzbereit. In der Spitze liefert der Motor maximal 600 Watt, durchschnittlich sind es 300. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 Stundenkilometer.

 E-Scooter Test: E Scooter August2021 Xiaomi Mi Pro2 Hinterrad
Hinten ist eine gelochte Scheibenbremse verbaut.

Fahr- und Bremsleistung

Trotz des geringen Anschaffungspreises ist der Xiaomi erstaunlich agil, er fährt dynamisch, in der Ebene erreicht er maximal 22 km/h. Dank der Steigfähigkeit von höchstens 20 Prozent quält man sich mit dem E-Scooter auch bergauf nicht.

Die 8,5-Zoll-Reifen sind weich, liegen gut auf dem Asphalt, haben einen guten Grip und einen guten Abrollkomfort. Obwohl es hier keine zusätzliche Federung gibt, sind Unebenheiten und Schlaglöcher kein Problem – der Mi bügelt beinahe alles weg. Im Fußgängermodus beträgt die Spitzengeschwindigkeit 5 Stundenkilometer, im Standardmodus sind es maximal 15 Stundenkilometer und im hier überwiegend getesteten Sportmodus kommt man sogar auf über 20 km/h.

Der E-Scooter lässt sich im engen Stadtverkehr ebenfalls perfekt pilotieren sowie zielsicher um die Kurven steuern. Mit den beiden Handbremsen kommt das Gefährt sicher und schnell zum Halten. Das Bremsverhalten ist vollkommen unkritisch, das gefällt uns. Das Hinterrad verfügt über eine gelochte Bremsscheibe, am Vorderrad gibt es sogar eine Antiblockierfunktion.

 E-Scooter Test: E Scooter August2021 Xiaomi Mi Pro2 Vorderrad
Die Luftreifen bieten optimalen Grip.

Extras

Per Bluetooth kann man den Mi-Roller mit der kostenlosen App Mi Home für Apple und Android verbinden. Dann lässt sich die Wegfahrsperre einstellen und Akkulaufzeit und Kilometerstand einsehen. Darüber hinaus kann man die im Schnitt gefahrene Geschwindigkeit einsehen und auf die Effizienz der Rekuperation zugreifen.

Der Xiaomi lässt sich problemlos zusammenklappen, im Gelenkbereich ist er doppelt gesichert. Nachdem man den Lenker umgelegt hat, rastet er am Schutzblech des Hinterrads ein und lässt sich so als Tragegriff nutzen.

 E-Scooter Test: E Scooter August2021 Xiaomi Mi Pro2 Zusammengefaltet
Umgeklappt lässt sich der Lenker am Schutzblech befestigen und so als Tragegriff nutzen.

Der Mi Scooter Pro2 von Xiaomi übertrifft die teureren Konkurrenzmodelle zwar nicht, für seine etwa 500 Euro ist dieser Roller aber um einiges günstiger und hat ein sehr gutes Gesamtpaket aus toller Verarbeitung, exzellentem Fahrspaß sowie überzeugenden Bremsen zu bieten.

Für den Alltag: Micro Emicro Explorer

Für den Alltag

Micro Emicro Explorer

Test: Micro Explorer
So viel Fahrspaß wie der Micro Emicro Explorer bietet kaum ein anderer E-Scooter, zudem ist er auf Langlebigkeit ausgelegt.

Der Micro Emicro Explorer schafft einen gelungenen Spagat zwischen Leichtbau und Fahrkomfort. Mit einem Gewicht von 13,5 Kilogramm lässt er sich bequem transportieren und liegt dennoch satt auf der Straße. Dazu kommt, dass der Roller äußerst robust und verwindungssteif ist, was angesichts der Aussage des Schweizer Herstellers, er habe den Roller für eine Lebensdauer von mindestens 5.000 Kilometer ausgelegt, nicht weiter überrascht.

 E-Scooter Test: E Scooter Test7 2020 Micro Explorer
Nicht kaputt, nur geparkt: Der Parkmechanismus des Emicro ist optisch gewöhnungsbedürftig.

Etwas gewöhnungsbedürftig war für uns der fehlende Ständer, der durch einen Klappmechanismus kompensiert wurde, bei dem das Vorderrad so weit nach vorne geklappt wird, bis der Roller mit der Unterseite des Trittbretts auf der Straße aufliegt. Das sieht zwar etwas unorthodox aus, erfüllt aber seinen Zweck. Der Lenker des Micro lässt sich in der Höhe verstellen, und um beim Transport möglichst platzsparend zu sein, lassen sich auch seine Griffe zusammenfalten.

Der Roller erfüllt alle Kriterien für einen Betrieb im Straßenverkehr mit Bravour, das Licht ist vorhanden und reichlich hell und die beiden Trommelbremsen sind kräftig und lassen sich gut dosieren. Der größte Vorteil des Rollers ist allerdings sein agiles Fahrverhalten. Der Emicro Explorer würde, hätte man ihn nicht für den deutschen Markt gedrosselt, 30 Kilometer in der Stunde schaffen, was man ihm deutlich anmerkt.

Selbst bergauf, wenn so manchem Roller die Puste ausgeht und bestenfalls noch erhöhte Schrittgeschwindigkeit leistungstechnisch machbar ist, hängt das Gefährt noch am Gas, als gäbe es diese Steigung gar nicht. Nach unserem 15-Kilometer-Test waren noch 2/5 der Akkuladung vorhanden. Sofern man sich beim Fahren etwas zurückhält, sind die vom Hersteller angegebenen 30 Kilometer also durchaus realistisch.

 E-Scooter Test: E Scooter Test7 2020 Micro Explorer App
In der Micro-App lassen sich nicht nur Fahrparameter abrufen. Auch eine Sperr- und eine Navigationsfunktion stehen zur Verfügung.

Diese Leistung wird von einem durch und durch stimmigen Fahrverhalten flankiert. Die Räder sind angenehm groß und sorgen für eine gute Straßenlage, der eingebaute Stoßdämpfer am Vorderrad bügelt so manches Schlagloch aus. Das i-Tüpfelchen der durchwegs guten Leistung des Micro Emicro Explorer bildet die App, mit der sich nicht nur zahlreiche – mehr oder weniger relevante – Fahrdaten abrufen lassen, sondern auch ein Navigationssystem zur Verfügung steht.

Rundum gelungen: Walberg Urban Electrics The-Urban #RVLTN

Rundum gelungen

Walberg Urban Electrics The-Urban #RVLTN

Test: The Urban #rvltn
Ein starkes Gesamtpaket zum attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis erwirbt man mit dem The-Urban #RVLTN.

Eine Preisklasse tiefer ist der Walberg Urban Electrics The-Urban #RVLTN angesiedelt. Mit seinen 14 Kilo ist er ausreichend leicht, um noch überall hin mitgenommen zu werden, macht aber gleichzeitig, was die Verarbeitung anbelangt, einen mehr als soliden Eindruck. So sind beispielsweise die Kabel mit einem Gewebeband ummantelt und während des Fahrens sind keinerlei störende Klappergeräusche oder Ähnliches wahrzunehmen gewesen.

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Seine Stärken spielt der Elektroroller von Walberg vor allem auf der Langstrecke aus.

In unserem Test spielte der Walberg seine Stärken vor allem bei etwas längeren Überlandfahrten aus. Das gefederte Vorderrad sorgt hier, zusammen mit den ergonomisch gestalteten Lenker, für zusätzlichen Fahrkomfort. Das angeraute Trittbrett vermittelt ein Gefühl von Sicherheit, das nicht nur von den beiden Reflektoren am Vorderrad unterstrichen wird, sondern zu dem auch das Bremsverhalten des Urban Electrics The-Urban #RVLTN beiträgt. Die beiden Räder sind jeweils mit einer Trommelbremse ausgestattet, welche den Roller im Bedarfsfall schnell und sicher abbremsen. Lediglich an der Dosierung könnte der Hersteller hier noch ein wenig feilen, das ist allerdings ein Problem, das nahezu alle Roller in unserem Test hatten.

Die Höchstgeschwindigkeit lässt sich über fünf verschiedene Fahrmodi einstellen, in der höchsten Stufe legt der Roller – wenig überraschend – 20 Kilometer die Stunde zurück. Gas wird mit einem Pistolengriff gegeben. Das funktioniert sehr gut und erscheint uns auch unter ergonomischen Gesichtspunkten als durchaus sinnvoll.

E-Scooter Test: 20200404
Die zusätzliche Federung am Hinterrad verzeiht so manche Unebenheit.

Der 350 Watt starke Motor lieferte in unserem Test sehr ansprechende Fahrleistungen, die laut Hersteller 20 Kilometer ohne Aufladen des Akkus anhalten sollen. Nach 15 Kilometern (inklusive Steigung) wurde uns noch einer der fünf Ladebalken angezeigt, die Reichweitenangabe des Herstellers scheint – günstige Bedingungen vorausgesetzt – also durchaus möglich.

E-Scooter Test: 20200406
Auch zusammengeklappt macht der Scooter eine gute Figur.

Trotz seiner lediglich acht Zoll großen Reifen lag der Roller gut auf der Straße und bot ein durchwegs souveränes und angenehmes Fahrverhalten.

Mithilfe einer an der Vordergabel angebrachten Metallöse lässt sich der Walberg Urban Electrics The-Urban #RVLTN – unter Zuhilfenahme eines Fahrradschlosses – absperren. Ein gleichermaßen nützlicher wie cleverer Sicherheitsaspekt, wie wir finden.

Kraftpaket: Walberg Urban Electrics Egret-Ten V4 36V

Kraftpaket

Walberg Urban Electrics Egret-Ten V4 36V

Test: Fgfg
Der Egret-Ten V4 36V bietet hohen Fahrkomfort und viel Reichweite und ist damit für höchste Ansprüche konzipiert.

Der Walberg Urban Electrics Egret-Ten V4 36V gehört in unserem Testfeld, was den Preis betrifft, eindeutig zur Spitzengruppe. Um die 1.300 Euro werden für den Besitz des Luxusrollers fällig. Dafür bekommt man allerdings auch einen E-Scooter, der nahezu keine Wünsche offen lässt. Reichweite, Fahrkomfort und Verarbeitungsqualität sind hier durchwegs auf einem sehr hohen Niveau.

Das gute Gesamtpaket hat nicht nur seinen Preis, sondern auch sein Gewicht: Mit seinen 17 Kilo ist der Scooter nicht gerade ein Leichtgewicht, was seine Transportfähigkeit erheblich einschränkt. Wer den Roller täglich in der Bahn mitnehmen möchte, sollte also zuvor einige Besuche im Fitnessstudio absolviert haben. Seine Stärken liegen jedoch eindeutig weniger in der Transportfähigkeit, als im Transport selbst.

E-Scooter Test: 20200404
Die Scheibenbremse sorgt für Bremskraft satt.

650 Watt Spitzenleistung und ein Akku mit 10,4 Amperestunden Kapazität katapultieren den Walberg Urban Electrics regelrecht nach vorne. Die 10 Zoll großen Räder werden mithilfe von Scheibenbremsen zum Stehen gebracht, die einen Tick besser als die Trommelbremsen der Konkurrenz arbeiten. Die großen Reifen sorgen für ein Mehr an Fahrkomfort, das durch das hohe Eigengewicht des E-Scooters noch zusätzlich unterstützt wird.

Die Herstellerangabe von 30 Kilometern Reichweite erscheint uns jedoch ein wenig zu optimistisch, nach dem Testparkour zeigte der Akku noch 2/5 verbleibende Kapazität an. Abseits des Antriebs und der Bereifung ähnelt der Walberg Urban Electrics Egret-Ten V4 36V stark seinem kleinen Bruder, dem The-Urban #RVLTN. Beleuchtung und Klingel sind nahezu identisch, ebenso das Display und der zuvor schon angesprochen Pistolengriff.

Blinker inklusive: Soflow SO3 Gen 2

Blinker inklusive

Soflow SO3 Gen 2

Test: Soflow So3 Gen 2
Dank seiner Blinker wird der Soflow S03 Gen 2 speziell im Dunkeln gut gesehen. Er fährt flott an, der Akku hält lange.

Als einziger E-Scooter im Testfeld verfügt der Soflow SO3 Gen 2 über Blinker an den Griffen. Dadurch ist man sicherer im Straßenverkehr unterwegs. Für Menschen mit mehr als 180 Zentimetern Körpergröße ist dieses Modell aber nicht das Richtige: Der Lenker ist recht niedrig und kann nicht höhenverstellt werden.

 E-Scooter Test: E Scooter August2021 Soflow S03
Der Lenker des Soflow dürfte gerne ein wenig höher sein.

Der Motor ist 350 Watt stark, die 36-Volt-Lithium-Ionen-Batterie hat mehr als 7.800 mAh. Sie braucht etwa drei Stunden zum Aufladen. Der Roller darf nicht mit über 100 Kilogramm belastet werden. Der E-Scooter hat ein Eigengewicht von 14,5 Kilogramm und kann einfach zusammengeklappt werden. Über kurze Strecken lässt er sich gut tragen, bei längeren Abschnitten wird es aber schnell anstrengend.

Der E-Scooter ist gut verarbeitet und mit einer ansprechenden Petrolfarbe versehen. Das Trittbrett ist zwar etwas klein, dank der gummierten Oberfläche bietet es jedoch einen guten Grip. An den Seiten des Vorderrads befinden sich Reflektoren. Das Vorderrad hat eine Scheibenbremse, hinten gibt es eine elektrische Motorenbremse mit Energierückgewinnung. Rück- und Vorderlicht können zentral eingeschaltet werden.

 E-Scooter Test: E Scooter August2021 Soflow S03 Vorderrad
Am Vorderrad befindet sich die Scheibenbremse.

Das Display gibt an, ob man das Licht eingeschaltet hat und zeigt Informationen über Batteriekapazität, Geschwindigkeit, die gefahrene Kilometeranzahl und den Aufbau der Bluetooth-Verbindung an. Die ist notwendig, um den Scooter mit der Soflow-App zu koppeln. Dann kann man die Wegfahrsperre aktivieren, den Leistungsmodus aus Eco, Standard und Sport wählen sowie zurückgelegte Strecken erfassen. Im Lieferumfang findet sich eine Halterung für das Smartphone.

 E-Scooter Test: E Scooter August2021 Soflow S03 Display
Das große Display ist informativ, rechts davon ist der Gashebel mitsamt den Blinker-Tasten.

Rechts vom Display ist der Gashebel der mit zwei Knöpfen ausgestattet ist, über die man die Blinker einschaltet. Mit einem Druck auf den oberen Knopf wird der Blinker auf der linken Seite aktiviert, ein Druck unten schaltet den Blinker auf der anderen Seite ein.

Die Fahrleistung des E-Scooters ist wirklich gut: Er beschleunigt dynamisch, in der Ebene fährt er stets 20 bis 22 Stundenkilometer. Bergauf fährt er noch mit 15 Stundenkilometern. Auch das Kurvenverhalten ist ausgezeichnet, Unebenheiten in der Fahrbahn werden von den 8,5-Zoll-Gummireifen größtenteils geschluckt. Dank des angenehmen Abrollkomforts sind auch längere Touren entspannt.

Man sollte die Handbremse nicht voll durchziehen, denn dann besteht Sturzgefahr. Man sollte sie stattdessen dezent dosieren, um die Bremskraft sinnvoll einzusetzen und den S03 schnell und sicher zum Stehen zu bringen.

Die Lenkung überzeugt leider nicht vollkommen: Anders als bei anderen getesteten Modellen »rastet« sie in der mittleren Stellung etwas ein. Das sorgt zwar für einen perfekten Geradeauslauf, beim Lenken nach rechts und links muss aber ein leichter Widerstand überwunden werden. Dadurch ist das Lenkverhalten nicht rund, sondern ein wenig abgehackt und nicht so feinfühlig. So lassen sich enge Radien nicht so genau fahren.

Nichts zu beanstanden gibt es dagegen bei der Akkukapazität: Nach der Teststrecke von 15 Kilometern waren auf dem Display noch immer 3 von 4 Balken zu sehen. Die vom Hersteller angegebene maximale Reichweite beträgt 30 Kilometer, was unter Idealbedingungen realistisch erscheint.

Ist man nicht deutlich über 1,80 Meter groß, bietet Soflow S03 Gen 2 viel E-Scooter zu einem fairen Preis. Nur bei der Leistung muss man ein paar Abstriche machen.

Was gibt es sonst noch?

Der Fischer ioco 1.0 richtet sich an den schmalen Geldbeutel. Ein Display gibt es nicht, lediglich einen Schalter zum Starten beziehungsweise Ausschalten des Rollers, sowie vier LEDs, welche den Ladestand des Akkus anzeigen. Der Lenker selbst lässt sich nicht umklappen, für den Transport ist das ein Nachteil, dem Fahrgefühl kommt die Stabilität des Lenkers allerdings zugute.

Im Fahrbetrieb konnte uns der Roller mit durchwegs guten Leistungen überzeugen, die 20 Kilometer pro Stunde erreichte der E-Scooter locker, an seine Grenzen kam er lediglich bei großen Steigungen. Die 8-Zoll-Reifen waren für eine komfortable Fahrt völlig ausreichend und bügelten so manche Unebenheit zuverlässig aus, beim Stoßdämpfer ist allerdings nicht vorhanden.

Der Elektromotor mit 350 Watt Leistung wird über einen 5,2 Amperestunden fassenden Akku mit Strom versorgt. In unserem Test reichte diese Kombination, um nach der 15 Kilometer langen Teststrecke mit einer (von vier) leuchtenden LED anzukommen, auch hier ist der Herstellerangabe von 20 Kilometern also – günstige Bedingungen vorausgesetzt –  zu vertrauen. Um den E-Scooter zusammenzuklappen, muss man lediglich den Bügel an der Vorderseite des Rollers lösen – das wars.

Baugleich mit unserer Empfehlung von Xiaomi ist der Mi Scooter 1S des gleichen Herstellers. Er kostet etwa 150 Euro weniger, hat dafür aber auch eine niedrigere Akkukapazität und weniger Leistung. Der Motor bietet 275 Watt, der Akku 7.650 mAh. Während der Pro 2 nach der 15 Kilometer langen Teststrecke noch 3 von 5 Balken zeigte, ist der 1S vollständig leer. Auch bei Steigungen quält er sich deutlich mehr.

Die niedrigere Akku-Leistung ist aber gut für das Gewicht, sodass der 1S mit 12,5 Kilogramm etwa 2 Kilo leichter ist als der Pro 2. Die Bremsleistung ist bei beiden Modellen gleich, auch dieser E-Scooter arbeitet mit Energierückgewinnung, hat 8,5-Zoll-Luftreifen, drei Fahrmodi, ABS und lässt sich schnell zusammenlegen. Der Fahrkomfort ist gut, die Bedienbarkeit einfach.

Der Micro Emicro M1 Colibri bietet ein kleines Extra, das ihn vom Rest des Testfelds unterscheidet: Er verfügt über ein Rekuperationsbremssystem. Darüber hinaus ist der M1 Colibri mit seinen Gewicht von knapp 10 Kilogramm perfekt für den Transport geeignet und lässt sich problemlos überall hin mitnehmen. Ein weiteres Extra des Rollers ist, dass man ihn auch wie einen Tretroller benutzen kann. Ist beim Treten noch ein wenig Restkapazität im Akku vorhanden, macht der Scooter etwas besonders Cleveres: Er analysiert die Tretbewegung seines Fahrers und unterstützt ihn genau beim Abstoßen mit einem kleinen Energieschub. Motion-Control nennt Micro diese Technik. Die geringe Reichweite von 12 Kilometern macht den Roller vor allem für die Kurzstrecke attraktiv, der Motor mit einer Leistung von 200 Watt machte in unserem Test einen sehr agilen Eindruck, lediglich bei kräftigen Steigungen geriet er an seine Grenzen.

Der CityBlitz Beast ist – wie der Name bereits vermuten lässt – ein Roller, mit dem es kein anderer in unserem Testfeld im Hinblick auf Reichweite und Gewicht aufnehmen konnte. Satte 21 Kilogramm bringt das Beast auf die Waage. Schuld daran ist, neben der massiven Verarbeitung des Rollers, dessen Akku. Dieser verfügt über eine Kapazität von 12,8 Amperestunden. Nach unserem 15-Kilometer-Test zeigte der Cityblitz noch immer 3/4 Ladung an, die vom Hersteller prognostizierten 40 Kilometer erscheinen etwas zu ambitioniert, 30 Kilometer sollten mit dem Ungetüm aber ohne Probleme machbar sein. Vorne hat das Beast eine elektrische, hinten eine Trommelbremse verbaut. Beide lassen sich gut bedienen und sorgen für ein sicheres Fahrgefühl. Apropos Fahrgefühl: Der Scooter fährt sich mehr wie ein Zug, als ein E-Scooter. Dafür verantwortlich ist natürlich das hohe Gewicht und die großen 10-Zoll-Reifen.

Wissenswertes über E-Scooter

Bevor man sich für einen E-Scooter entscheidet, sollte man sich mit den Voraussetzungen für einen gesetzeskonformen Betrieb des elektronischen Rollers auseinandersetzen. Das Wichtigste ist nämlich, dass der E-Scooter über eine Betriebserlaubnis-Nummer (ABE-Nr.) und eine Zulassung verfügt. Voraussetzung für die Zulassung ist wiederum, dass der Roller eine Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde nicht überschreitet und über ein sicheres Bremssystem verfügt.

Sind diese beiden Faktoren gegeben, muss der Flitzer dann noch versichert werden. Ohne diese Punkte ist ein Betrieb des elektronischen Rollers im Stadtverkehr nämlich nicht erlaubt und kann im Zweifel richtig teuer werden. Die Zweirad-Haftpflichtversicherung gibt es schon für kleines Geld, ADAC-Mitglieder haben beispielsweise die Möglichkeit, diese für eine Jahresgebühr von 32,90 Euro zu erwerben.

Für das Führen eines E-Scooters gelten die gleichen Promille-Grenzwerte wie beim Fahrrad, das Mitnehmen einer zweiten Person ist ausdrücklich nicht gestattet.

Sind diese Grundlagen alle erfüllt, kann die Fahrt beginnen. Gerade für E-Scooter-Neulinge empfehlen wir, mit dem Roller zuerst ein paar Runden in einem verkehrsberuhigten Bereich zu trainieren, denn das Abbiegen und Bremsen mit einem elektronischen Roller sollte man im Straßenverkehr gut beherrschen. Aktuelle Informationen – etwa die Geschwindigkeit oder die Restkapazität des Akkus – teilt der Roller meist über sein Display mit. Ein guter Indikator für den zu erwartenden Fahrkomfort bietet die Größe der Reifen, eine Federgabel bietet hier zusätzlichen Komfort.

So haben wir getestet

Unsere 17 E-Scooter haben wir auf ihre Zulassungs-Tauglichkeit geprüft. Ferner standen in unserem Test die Kriterien Handling, Gewicht, Fahrkomfort und Fahrstabilität neben den allgemeinen Brems- und Fahrleistungen im Mittelpunkt. Um die Reichweite zu testen, absolvierten wir mit jedem E-Scooter außerdem einen 15 Kilometer langen Fahrparcours.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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