E-Bike Test: 20190810

E-Bikes im Test : Fahren ohne Anstrengung

von Jochen Wieloch
Veröffentlicht 13.01.2020

E-Bikes erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Kein Wunder, fährt es sich mit Motor doch recht angenehm. Wir haben uns 6 Modelle ausgesucht und sie einem gründlichen Test unterzogen.

Jochen Wieloch
Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision, Auto Bild Klassik und i-fidelity. Für AllesBeste testet er Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Laut Statista wurden vergangenes Jahr 980000 E-Bikes, im Jahr davor 720000 verkauft. Sie werden also immer beliebter und das seit etwa 2009, wo sich nur 150000 Käufer fanden. Es gibt dementsprechend heute viele Modelle mit unterschiedlicher Ausstattung und Qualität sowie verschiedenen Antriebskonzepten. Wir haben uns durch die Masse an Produkten gewühlt und 6 davon ausgesucht und getestet. Außerdem erklären wir, wie Sie das beste E-Bikes für sich finden und worauf es ankommt.

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Fischer ETH 1861.1

Beim Fischer ETH 1861.1 bekommt man unserer Meinung nach das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Natürlich gibt es schickere Räder oder ausgeklügeltere mit im Rahmen integriertem Akku oder schickerem Bordcomputer. Die haben mit 2500 Euro, 3000 oder noch mehr aber einen stolzen Preis und nicht jeder hat das nötige Geld für solch eine Investition.

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Fischer ETH 1861.1

E-Bike Test: Fischer ETH 1861.1
Tolle Ausstattung, sehr gute Fahrleistung, große Reichweite und attraktiver Preis: Beim Fischer ETH 1861.1 stimmt das Gesamtpaket.

Uns gefällt dieses Modell, da es sich für viele eignet, möchte man mehr Geld investieren, gibt es aber natürlich Alternativen.

Dieses Rad bekommt man als Damen- oder Herrenmodell, die haben dann die Bezeichnung ETD 1861.1 bzw. ETH 1861.1 und es gibt sie in zwei Größen. Geboten wird ein Gesamtpaket aus Schutzblechen, Sattelfederstütze, Lenkervorbau, Gepäckträger, Abus-Rahmenschloss und Beleuchtung. So muss nichts zusätzlich gekauft werden.

Das ETH 1861.1 nennt Fischer »Komfortbike« und wir können das bestätigen. Dieses Trekkingrad bietet einen elastischen und angenehm weichen Sattel, auf dem hat man nicht nur genügend Halt hat, sondern auch nach Stunden noch entspannt absteigt. Bis zum Gesäß dringen die Schläge fast nicht vor, sie werden vorher von der Parallelogramm-Sattelstütze unschädlich gemacht.

Einen Dämpfer gibt es auch vorne an der Federgabel. Per Bordcomputer kann man das Licht an Front und Rückseite einschalten, vorne werden 70 Lux geboten zum Ausleuchten der Straße, an der Rückseite gibt es ein Bremsverzögerungslicht. Den Ständer finden wir gut, damit steht das Rad sicher und der Gepäckträger hat uns im Test für den Einkauf jeden Tag gute Dienste geleistet.

Uns gefällt auch der Lenkervorbau, denn der ist bei Rädern unter 2000 Euro eher selten. Er bietet den Vorteil, dass die Lenker-Höhe verstellt werden kann und zusätzlich noch im Kippwinkel, so muss keiner krumm auf dem Rad sitzen.

Leistung

Der Akku hat 48 Volt und 557 Wattstunden, abhängig vom Modus reicht das für 50 bis 150 Kilometer. Geladen ist das Rad dann innerhalb von fünf Stunden, dabei kann man entscheiden, ob man den Akku lieber direkt am Rad oder drinnen laden möchte.

Bei einigen Rädern verschwindet der Akku mittlerweile teils im Rahmen, nicht so beim Fischer. Hier befindet er sich am Querträger, im Weg ist er damit nicht, optisch könnte es manchen stören.

E-Bike Test: 20190810
Der Akku im Detail, auffällig ist er definitiv.

Außerdem gibt es einen Silent-Drive-Mittelmotor, der hat 80 Newtonmeter und mit dem Bafang-Motor lässt sich das Rad ausgewogen und gut handhaben. Es gibt fünf Tretunterstützungsstufen. Ab Stufe drei gibt es ordentlich Schub nach vorne und auch ein steilerer Anstieg ist mit höchster Stufe kein Problem mehr, schwitzen muss man dabei nicht. Man hört den Motor, aber er stört nicht.

Im Test ist uns aber oft die Kette herausgesprungen, das passiert offenbar öfter, wenn man den Kundenerfahrungen glaubt. Ist die Schaltung dann aber vom Fachhändler richtig eingestellt, funktioniert auch alles. Es gibt eine Kettenschaltung mit neun Gängen, die von Shimano stammt und ansonsten gut funktioniert.

Was kann der Bordcomputer?

Beim Bordcomputer steht ebenso wie beim restlichen Rad Funktionalität im Vordergrund. Das Display wirkt nicht gerade hübsch, tut aber was es soll. Wie lange der Akku noch hält, lässt sich leicht ablesen, ebenso auf welcher Stufe die Tretunterstützung aktuell arbeitet. Zudem angezeigt werden können die Geschwindigkeit und die Tages- und Gesamtdistanz sowie Restreichweite und Durchschnittsgeschwindigkeit.

Es gibt eine fünfstufige Display-Beleuchtung und alles lässt sich mit fünf Tasten bedienen, so muss man den Lenker nicht mal loslassen. Mit dem Daumen kann das Licht angeschaltet werden, bei der Tretuntestützung die Intensität verändert werden oder man aktiviert damit die Schiebhilfe und steuert durchs Menü.

Der Computer hat eine Buchse für USB, so kann während man fährt auch das Smartphone geladen werden, zudem gibt es eine Funktion für den Bluetooth-Pulsmesser.

Im Internet findet man außerdem den Reichweiten-Assistenten, der sagt einem, wie weit eine Akkuladung je nach Fahrmodus ausreicht. Angeben muss man dazu Geschwindigkeit, Gewicht, Wind, Tretmodus, Bodenbeschaffenheit. Im Anschluss wird einem die Prognose angezeigt, wie viele Kilometer drin sind.

E-Bike Test: Unbenannt
Ein Assistent im Internet zeigt an, wie weit man mit der Akkuladung kommt.

Das Rad hat einen Aluminiumrahmen, leicht ist es aber mit 26 Kilo mit Akku nicht. Problematisch wird das aber eigentlich nur, wenn das Rad im Keller steht und nach oben getragen werden muss. Beim Fahren mit Motor merkt man vom Gewicht nichts.

Ebenfalls von Shimano kommt die hydraulische Scheibenbremse, die kann gut dosiert werden und man bremst damit nicht nur schnell, sondern auch sicher, sogar wenn der Boden feucht ist.

Wir sehen beim Fischer-Rad für unter 2000 Euro definitiv ein empfehlenswertes E-Bike, dessen agiles Fahrverhalten uns gefällt.

Für Alltag und Gelände: Cube Reaction Hybrid Pro 500

Für Alltag und Gelände

Cube Reaction Hybrid Pro 500

E-Bike Test: Cube Reaction Hybrid Pro 500
Das Cube-Bike entwickelt im Gelände ordentlich Kraft, ist aber auch im Alltag ein perfekter Begleiter.

Das Cube Reaction Hybrid Pro 500 sieht aus wie ein Rad nur fürs Gelände, eignet sich aber auch für den Alltag mit eventuell kleinen Modifikationen sehr gut.

Ab Werk kommt das E-Bike ohne Gepäckträger und Schutzbleche. Wir haben sie für den Test nachrüsten lassen, denn dadurch wird das Rad gleich viel alltagstauglicher. Weitere Extras wären der Lenkervorbau für die perfekte Anpassung an die Körpergröße und die Sattelfederung. Diese Änderungen können aber bei jedem E-Bike vorgenommen werden.

E-Bike Test: 20190810
Cube Reaction Hybrid Pro, ein Rad fürs Gelände, das wir etwas nachrüsten haben lassen. Aber auch ohne Extras macht es seine Sache gut.

Dieses Rad gibt es mit verschiedenen Rahmengrößen von 27.5: 16″, 18″ // 29: 17″, 19″, 21″, 23″. Die Reifen von Schwalbe sorgen für guten Halt im Gelände, sind grobstollig aber auch gut für Asphalt geeignet. Sie sorgen für tollen Halt unabhängig von der Witterung und rollen leise ab.

Der Akku ist im Rahmen integriert, man sieht ihn noch, aber diese Lösung wirkt schon eleganter. Mittels Zugangsbuchse kann entweder direkt am Rad oder zuhause geladen werden. Für die Restkapazität gibt es eine LED-Anzeige und 400 Wattstunden sollten ausreichen. Wählt man den stärksten Modus, so kann man damit 50 Kilometer fahren, im niedrigeren Modus schafft man circa 150 km.

E-Bike Test: 20190810
Hier ist der Akku schon schöner verbaut und sticht nicht so heraus.

Ein Problem hat das Rad aber: Es wiegt 23,6 Kilo, das merkt man beim Fahren nicht, will man das E-Bike aber tragen, wird man das Gewicht merken.

Als Antrieb kommt der Bosch Drive Unit Performance CX zum Einsatz. Der Turbo-Modus bietet 75 Newtonmeter, so gibt es eine bis 300-prozentige Verstärkung der Eigenleistung des Fahrers. Wir finden den Antrieb toll, denn so schafft man Steigungen, die früher lieber ausgelassen wurden. Will man einen 15-Kilo-Hund im Anhänger ziehen, ist das auch kein Problem mehr. Die Tochter unseres Testers fiel mit fünf Jahren als zusätzliches Gewicht nicht auf. 

Von Shimano gibt es eine Kettenschaltung mit zehn Gängen, das funktioniert gut, die Abstimmung ist fein. Dank Scheibenbremsen klappt das Anhalten ohne Probleme.

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Von Shimano kommen die hydraulischen Scheibenbremsen.

Mit diesem Rad ist man sehr flexibel, denn es eignet sich sowohl für die Stadt als auch fürs Gelände. Die Federgabel sorgt dafür, dass Löcher oder harte Schläge kein Problem ist, mit nachgerüsteter Federung bietet der Sattel noch mehr Komfort beim Fahren. Und das für ein 2000-Euro-E-Bike.

Fährt man nicht nur auf befestigten Pisten, wird man feststellen, dass es keine Vollfederung gibt. Wir gehen aber davon aus, dass der durchschnittliche Nutzer die nicht vermissen wird.

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Gute Federung für angenehmes Fahren.

Der Bosch Purion Bordcomputer ist funktional und sogar im Dunkeln beleuchtet. Bedient wird er mit drei Tasten und das Display zeigt Reichweite, Fahrmodus, Geschwindigkeit, Ladezustand, Gesamt- oder Trip-Distanz an. Sogar mit direkter Sonneneinstrahlung kann man alles noch gut lesen. Es gibt fünf Unterstützungsstufen, eine davon wird ebenfalls mit einem Knopfdruck ausgewählt. Die Navigation erfolgt per Daumen, so muss man die Hand nicht vom Lenker nehmen.

E-Bike Test: 20190810
Ein kleiner aber übersichtlicher Bordcomputer.

Dieses Rad eignet sich für so ziemlich jede Situation und wir finden auch den Antrieb und die Verarbeitung gut. Wir empfehlen es für alle, die in der Stadt und im Gelände fahren wollen.

Allrounder: Giant E+ 2 GTS

Allrounder

Giant E+ 2 GTS

E-Bike Test: Giant E+ 2 GTS
Extrem kraftvoller Motor, leistungsstarker Akku, hoher Fahrkomfort: Das Giant-E-Bike macht alles richtig.

Ebenfalls ein Allrounder kommt mit dem Giant E+ 2 GTS. Schweres Gelände kann das Trecking-Rad nicht, sonst schafft es aber jeden Untergrund leicht. Dieses Rad gibt es wahlweise als Frauen- oder Männermodell in vier unterschiedlichen Größen.

Wir haben beim Testrad zusätzlich ein Schloss hinten samt Aufbewahrungstasche sowie eine Sattelfederung, der Rest ist ab Werk dabei.

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Giant E+ 2 GTS als Damenrad, es macht einiges her.

Wir finden z. B. die Frontfederung sehr gut, denn sie gleicht etwa beim Kopfsteinpflaster Unebenheiten problemlos aus. Der Kork-Gummi-Griff finden wir praktisch und angenehm. Seitlich gibt es Griffhörner, die machen das lange Fahren entspannter, denn man hat so eine Halteposition mehr.

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Ein toller Griff, zum Schalten muss man den Lenker nicht loslassen.

Der Akku ist komplett im Rahmen verbaut, man setzt ihn ein, dann schwenkt er ins Rad rein. Somit kann man ihn entweder im Haus oder am Rad laden. Er bringt 496 Wattstunden und man schafft beim stärksten Modus so 50 Kilometer, der Eco-Modus schafft locker 150. Das Laden des Akkus bis 80 Prozent braucht zwei Stunden und 45 Minuten, für volle Aufladung dauert es aber fünf Stunden.

E-Bike Test: 20190810
Mit diesem Rad kann man auch längere Touren fahren, fast 500 Wattstunden begeistern.

Beim Antrieb wurde auf einen Yamaha-Mittelmotor gesetzt, das maximale Drehmoment liegt bei 80 Newtonmetern, so kann man Kinder oder Hund locker im Anhänger ziehen. Zusätzlich gibt es einen Sport+-Modus, den finden wir besonders toll. Denn hier reicht einmal kurz Treten und das Rad schießt förmlich nach vorne. So schafft man sogar steile Hänge problemlos. Erreicht werden sogar bis 350 Prozent der Pedalkraft des Fahrers und es gibt eine angenehme Kettenschaltung mit neun Gängen.

Beim Giant gibt es ebenfalls die Zusätze von Shimano, also die hydraulische Scheibenbremse und Schalthebel. Damit bremst das Rad sogar bei nassem Wetter gut und man hat auf Asphalt wie auch auf unbefestigtem Grund guten Halt, egal bei welchem Wetter. Der Abrollkomfort hat uns Freude bereitet. Den Motor hört man aber, er summt, uns störte das aber nicht.

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Auch hier finden wir hydraulische Scheibenbremsen.

In der Mitte des Lenkers ist das Display angebracht, hinterleuchtet. An Modi gibt es Normal, Eco und Eco+, Sport und Sport+. Den Modus kann man am Display ablesen, ebenso den Akkustand in Prozent sowie die Restkilometer. Außerdem noch Gesamtstrecke, Tageskilometer und Geschwindigkeit.

Auf der Computerrückseite ist eine USB-Buchse verbaut, womit das Smartphone geladen werden kann.

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Gut ablesbares und übersichtliches Display.

Wir finden die Verarbeitung dieses E-Bikes solide, nichts klappert oder wackelt und auch die Laufruhe überzeugt uns. Das Rad wiegt 25 Kilo und es gibt bis 6 km/h einen Schiebmodus. Auf den Gepäckträger passt sicherlich der schwere Einkauf oder ein Kindersitz. Wir empfehlen dieses Rad als Trekkingrad, auch wenn man längere Strecken fährt.

Was gibt es sonst noch?

Das Coboc Seven Montreal punktet mit technischer Innovation und man sieht ihm den eingebauten Motor nicht an, das alles hat aber seinen Preis.

Im Frontrohr sind Akku und Antrieb verbaut, innen sind die Züge verlegt. Damit ist dieses Pecelec mit 15,9 Kilo sehr leicht und eignet sich gut, wenn man es z. B. mit ins Büro nehmen möchte und Treppen steigen muss.

E-Bike Test: 20190807
Beim Coboc Seven Montreal sieht man auf den ersten Blick nicht, dass es ein E-Bike ist.

352 Wattstunden schafft der Akku, nach zwei Stunden ist er wieder vollgeladen. Die Ladebuchse ist magnetisch und unter der Querstrebe. Der maximale Drehmoment wird nicht genau angegeben. Es gibt eine Schaltung mit sieben Gängen, mehr Einstellungsmöglichkeiten aber nicht. Im Rahmen gibt es einen Knopf, durch den Beleuchtung und Rad eingeschaltet werden, es gibt aber nur einen Fahrmodus.

Bis etwa 80 Kilometer übers Land oder der Stadtverkehr sind kein Problem, solange es keine extreme Steigung gibt. Das Rad ermöglicht zügiges und entspanntes Fahren, beschleunigt aber nicht so stark. Den Motor hört man. Schaltet man, so gibt es eine kurze Verzögerung bei der Reaktion des Antriebs, dann wird sofort angepasst.

Die Reifen haben fast kein Profil, aber guten Abrollkomfort. Feldwege sollte man damit eher nicht fahren, denn ansonsten war es das mit dem Komfort, Schläge merkt man deutlich und man muss sich auch mit der gestreckten Sitzweise anfreunden.

Der Akkustand wird über fünf LEDs angezeigt, außerdem sieht man dort, ob das Licht eingeschaltet ist. Das Rücklicht ist im Rahmen integriert und sieht gut aus. Die Schutzbleche sind an den 28-Zoll-Rädern dicht dran und es gibt eine Aufnahme für Fahrradtaschen, aber keinen Gepäckträger.

E-Bike Test: Screenshot 193719 Coboc
Die Coboc-App zeigt die Geschwindigkeit.

Mehr Funkionen bekommt man nur per Smartphone und die Caboc-App. Dann kann man auch die Unterstützungsstufe und das Anfahrverhalten sowie zusätzliche Unterstützung einstellen. Das ist dann Unterstützung, die von der aufs Pedal abgegebenen Kraft unabhängig konstant bleibt. Außerdem lassen sich zwei Fahrprofile abspeichern.

Informationen gibt es per App über die Temperatur, die Spannung und den Ladestand des Akkus. Auch eine Navigation auf der Karte zum gewünschten Ziel gibt es. Die restliche Reichweite wird auf der Karte darstellt und nicht einfach nur in Prozent angegeben, so erfährt man schneller, ob die Tretunterstützung noch bis zum Ziel reicht.

Wir finden es als leichtes Rad für den Gebrauch in der Stadt toll, dafür müssen aber über 4000 Euro investiert werden. Geringer Fahrkomfort und fehlendes Display rechtfertigen den Preis aber nicht wirklich. Ob der Akku einfach gewechselt werden kann, wissen wir nicht.

Das Corratec Life S Active 400 ist nicht unbedingt das, was man sich unter einem schönen Rad vorstellt, im Vordergrund steht klar die Funktionalität. Es ist kompakt und eher für Städtetrips gedacht, die ganze Familie kann es dabei nutzen, denn Sattel und Lenker können für Körpergrößen von 1,55 bis 2,o3 Metern angepasst werden.

Der Akku hängt unterm Sitz und ist wuchtig, hat 400 Wattstunden und man schafft damit und mit dem Bosch Active Line Plus-Motor 50 bis 150 Kilometer. Es gibt auch einen Turbo-Modus von 50 Newtonmeter, der schiebt gut nach vorne. 

Das Display zeigt alles Wichtige an, so die Akku-Restkapazität in Kilometer und die momentane Geschwindigkeit. Die Rad-Beleuchtung kann durch Knopfdruck eingeschaltet werden und das Panel wird dann beleuchtet.

Wir erinnern uns an ein Bonanza-Rad bei dem geschwungenen Lenker. Der bequeme, weiche Sattel kann aber nicht für unglaublich tollen Fahrkomfort sorgen, denn da wären die Reifen mit nur 20 Zoll, hier muss man mehr treten als bei größeren Reifen. Andererseits ist der Einstieg niedrig, so kann man im Stadtverkehr schnell abspringen, wenn es nötig ist. Fährt man damit in der Natur, kann es mit einem Tourenrad nicht mithalten. Es hat eine geringere Eigenstabilität, das Kurvenverhalten und die Laufruhe sind außerdem schlechter. Wir empfehlen es eher für Pendelverkehr in der Stadt, etwa zum Einkaufen oder zur Arbeit, denn einen stabilen Gepäckträger hat es. Durch die Größe kann man es auch leicht in den Urlaub mitnehmen.

Wissenswertes über E-Bikes

E-Bike und Pedelec meint dasselbe, wobei Pedelec eigentlich Pedal Electric Cycle heißt, also ein Rad mit elektrischem Motor. Der funktioniert und unterstützt nur, sobald man tritt, ohne Eigeninitiative geht also nichts. Es fährt sich, als hätte man guten Rückenwind.

Der rechtliche Rahmen für diese Räder ist festgelegt, sodass bis maximal 25 km/h eine Motorunterstützung aktiv sein darf, ist die Geschwindigkeit höher, muss sie abschalten und die Schieb- oder Anfahrhilfe darf bis 6 km/h gehen.

Fahren darf solch ein Rad jeder, nicht mal Helmpflicht besteht – wir raten trotzdem dringend zum Tragen eines Helms. E-Bikes werden wie gängige Fährräder behandelt, da wo ein normales Rad fahren darf, darf es auch ein E-Bike.

Außerdem gibt es noch S-Pedelecs, das heißt »Speed«, sie sind also schneller bis maximal erlaubte 45 km/h und die Motorleistung ist mit über 250 Watt zudem höher. Das ist aber rechtlich kein Fahrrad mehr und man braucht dafür Führerschein und Zulassung, außerdem ein Nummernschild und Versicherungsschutz. Ein Helm ist dann Pflicht und muss getragen werden. Im Ort darf man mit solchen Rädern auf Radwegen nicht mehr fahren.

Welche Typen gibt es?

Fast alles, was es als Fahrrad gib, ist auch als E-Bike zu haben. So muss man sich vor dem Kauf entscheiden, was man genau sucht.

So gibt es Citybikes, die eignen sich gut für den Stadtverkehr und haben entsprechende Reifen, die Sitzhaltung ist komfortabel und man hat gute Umsicht und kann leicht einsteigen. So ist man an roten Ampeln schneller abgestiegen, zudem haben diese Modelle einen stabilen Gepäckträger, auf den der Einkaufskorb passt.

Dann gibt es noch Trekkingräder, die sind robust und haben kräftige Reifen, die dank Profil selbst Feldwege meistern. Außerdem ist hier der Sattel oder Lenker manchmal gefedert.

E-Bike Test: E-Bike Mountain-Bike
Man muss kein Athlet sein, um mit einem E-Bike tolle Touren zu fahren.

Mountainbikes gibt es natürlich auch als E-Bike, die eignen sich fürs Gelände und kommen mit einem starken Anstieg gut klar. Hardtrails sind Mountainbikes ohne Federung hinten, die sind billiger als die komplett gefederte Konkurrenz, die Fullys.

Rennräder gibt es ebenfalls E-Bikes, auch wenn sie teils verpönt sind, weniger ambitionierte Fahrer können so beim Training aber mithalten und haben tolle Gemeinschaftserlebnisse.

Welches Motorkonzept?

Es gibt Vorderradnaben-, Hinterrad und Mittelmotor, meist empfiehlt sich der Mittelmotor, denn damit wird das Gewicht gleichmäßig verteilt und der Schwerpunkt ist tief, der Motor ist am Tretlager mittig verbaut. So fährt es sich entspannt und am ehesten wie mit einem normalen Rad.

Damit kann man auch sportlich fahren, denn die Kabelwege sind kurz und damit weniger anfällig für Störungen. Diese Art von Bikes ist aber teurer, denn sie erfordern eine passende Rahmenkonstruktion und Ritzel, Kette und Kettenblatt müssen höheren Belastungen standhalten. Uns gefällt der Mittelmotor bei E-Bikes am besten.

E-Bike Test: E Bike 1
Ein Nabenmotor.

Vorderradnaben- oder Hinterradmotor sind mit weniger Fahrkomfort verbunden, denn entweder wirkt sich der Motor auf das Lenkverhalten aus oder es wird zu hecklastig. So kann mit dem Motor vorne schonmal das Vorderrad durchdrehen, wenn der Boden rutschig ist. Hinten ist der Motor meist schön leise, direkte Kraftübertragung sorgt außerdem für dynamisches Fahren und mögliche Energierückgewinnung.

Welcher Akku?

Einfache oder ältere Bikes haben den Akku in der Nähe des Gepäckträgers, schöner sind da teils oder komplett im Rahmen verbaute Akkus, aber nur selten ist er fest verbaut. Denn so muss das Rad zwangsläufig draußen geladen werden und bei großen Strecken kann man ihn nicht einfach gegen einen Ersatzakku tauschen. Hat der Akku einen Defekt, muss das ganze Rad repariert werden.

Größere Akkukapazität bedeutet mehr Reichweite, meist liegt sie bei 250 bis 600 Wattstunden und der Akku muss etwa 2 bis 5 Stunden geladen werden.

Wiei viel Strecken man damit dann schafft, hängt vorwiegend vom Modus ab. Unterstützungsstufen gibt es verschiedene, etwa Sport- oder Turbo für steile Gegenden, auf ebenen Flächen reicht der Standard-Modus meist aus und bergab geht es auch ohne Tretunterstützung bzw. mit dem Eco-Modus.

E-Bike Test:Akku
Ein leistungsstarker Akku fällt auf.

Außerdem hängt die Reichweite mit der Streckenbeschaffenheit, dem Wind und dem Gewicht des Radfahrers zusammen. Landstraßen fahren sich etwa leichter als in der Stadt, wo man dauernd anfahren muss. Das belastet den Akku mehr.

Von Bosch gibt es einen Reichweiten-Assistenten im Internet, hier kann man Parameter eingeben und sieht dann, wie viel Strecke man je nach Einstellung in etwa schafft.

E-Bike Test: Bosch
Bei Bosch kann man herausfinden, wie weit man kommt.

Was es beim Kauf zu beachten gibt

E-Bikes müssen probegefahren werden, denn es gibt subjektive Punkte wie bequemen Sitz, den Lenker, eine Federung beim Sattel oder ähnliches. Der Fachhändler kann das Rad dann nach den Vorlieben konfigurieren und die perfekte Rahmengröße kann auch getestet werden.

Wichtig ist neben Akku und Motor ebenfalls die Leistungsstärke des Motors, die helfen die Angaben in Newtonmeter weiter, Bosch liegt mit seinen Systemen ganz vorne und schafft 40 bis 75 Newtonmeter. Wobei 40 nur wenig Tretunterstützung bedeutet, ist es eher hügelig, braucht man 60 oder mehr. Für stärkere Anstiege empfiehlt sich der Turbo-Modus. Wir empfehlen, verschiedene Motoren probezufahren.

Weiterhin sollte auf die Gangschaltung geachtet werden. Zwei Arten von Schaltungen werden verbaut: Ketten- oder Nabengangschaltungen. Für ein Rad mit Mittelmotor ist die Schaltung vor allem entscheidend. Normalerweise bringt eine Kettenschaltung deutlich mehr Tretunterstützung beim Berg als die Nabenschaltung. Denn eine Kettenschaltung kann das ganze Leistungsvermögen vom Motor freigeben. Kette und Ritzel müssen stark genug sein, fürs Gelände empfehlen wir eine Kettenschaltung, für die Stadt reicht die Nabenschaltung aus. Auch hier gilt: ausprobieren!

Auch die Bremsen sind wichtig und sollte richtig dimensioniert sein, wir finden Scheibenbremsen am besten.

Hat das Display im Dunkeln eine Beleuchtung? Zeigt es neben Fahrmodus außerdem die Akkukapazität in Kilometern oder Prozent an sowie die Tages- und Gesamtkilometer? Bei einigen E-Bikes kann das Licht übers Display eingeschaltet werden. Einige Hersteller setzen statt dem Bordcomputer mittlerweile verstärkt auf eine Smartphone-App, das Handy kann per Halterung am Lenkrad befestigt werden. Wir finden das aber nicht besonders toll, denn bei leerem Akku hat man ein Problem.

So haben wir getestet

Wir haben E-Bikes fürs Gelände, die Stadt und Allround-Modelle getestet, preislich bewegten wir uns bei 1600 bis 4600 Euro. Wir haben die Räder im Alltag getestet, bei kurzen Fahrten in der Stadt oder längeren Strecken. Wir wollten wissen, wie gut die Tretunterstützung funktioniert wie die Verarbeitung ist und die Akkulaufzeit. Wie angenehm ist der Bedienkomfort?

Zudem ist der Fahrkomfort wichtig. Überlebt man einen Feldweg oder eignet sich das Rad nur für Asphalt? Lenker und Sattel haben wir angesehen, die kann man im Fachgeschäft gegen Aufpreis aber auch austauschen oder federn lassen.

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