Test: Zelttest Juni2020 Aufmacher

Zelte im Test : Übernachten unter freiem Himmel

Veröffentlicht 26.08.2020

Draußen zu übernachten kann ein großer Spaß sein. Dazu braucht man aber ein gutes Zelt, das Wettereinflüssen zuverlässig standhält, genug Platz bietet und in kurzer Zeit aufgebaut ist. Es gibt sie in vielen verschiedenen Formen, wobei es von den Anforderungen abhängt, welchen Typ man wählen sollte.

Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Für ein Zelt gibt es viele Einsatzmöglichkeiten: Vom klassischen Campingurlaub über längere Wander- oder Radtouren bis hin zum einfachen Übernachten im Garten. Auch bei Festivalgängern ist das Zelten sehr beliebt.

Was einst mit simplen Holzgestellen und Tierfellen begann, hat sich inzwischen zu einer durchaus komfortablen Schlafmöglichkeit entwickelt. Zelte bestehen heutzutage meist aus Kunststoffen, die Wind und Wetter standhalten und gleichzeitig möglichst leicht sind. Bei den Gestängen haben Aluminium und Glasfaser das Holz abgelöst. Egal was man unternehmen möchte – man wird ein Zelt finden, das perfekt auf seinen Einsatz abgestimmt ist.

Wir haben 13 Zelte getestet. Dabei unterscheiden sich die Modelle nicht nur im Preis, sondern vor allem in ihrer Form.

Allrounder: Vaude Campo 3

Das Vaude Campo 3 richtet sich ganz klar an Outdoor-Freaks. Wanderer, Radfahrer oder Camper bekommen hier das perfekte Kuppelzelt: In den Apsiden kriegt man viel Gepäck unter, der Aufbau fix geschafft und mit einem Packmaß von 55 x 22 Zentimetern bei rund 3,6 Kilogramm ist das Zelt leicht transportierbar.

Allrounder

Vaude Campo 3

Test: Vaude Campo 3
Das Campo 3 von Vaude ist ein ausgereiftes Kuppelzelt mit zwei Eingängen, zwei großen Apsiden, durchdachtem Konzept und hochwertiger Verarbeitung.

Keine Preise gefunden.

Beim Außenzelt des Campo 3 setzt Vaude auf Polyester und Polyurethan. Nimmt man den Stoff in die Hand, so merkt man schon, dass diesem so schnell nichts etwas anhaben kann. An den Nähten gibt es rein gar nichts auszusetzen, auch Wasser hat keine Chance: Die Wassersäule des Außenzelts liegt bei 3.000 Millimetern, beim Boden sind es gar 5.000 Millimeter.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Vaude Campo3 Abgebaut
Zunächst breitet man das Innenzelt aus und fixiert die vier Ecken.

Das Campo 3 besteht aus Innen- und Außenzelt, wobei beide separat aufgebaut werden. Man beginnt mit dem Innenzelt, indem man es ausbreitet und mit leichten Alu-Heringen am Boden fixiert. Anschließend werden die zwei Gestängebögen in den vorgesehenen Schlaufen angebracht und an ihrem Kreuzungspunkt zusammengebunden. Die Bögen selbst sind aus Aluminium und robust und leicht gleichzeitig. Mithilfe zweier Kunststoffclips hängt man das Innenzelt schließlich in das Gestänge.

Nun kommt die dritte Aluminiumstange zum Einsatz: Diese führt man ins Außenzelt ein und spannt so das Dach. Gleichzeitig entsteht an den beiden Eingängen jeweils ein Vordach. Per Klettverschluss wird dann das Außenzelt an den Gestängebögen befestigt. Im letzten Schritt klickt man nur noch die Seiten in die schon am Boden befindlichen Schlaufen. Geschafft! Das Prozedere dauert mit ein wenig Übung nicht länger als fünf Minuten.

Das Zelt steht dann ohne weitere Hilfe stabil, einzig die Apsiden sollte man noch per Hering im Boden fixieren. Sturmleinen braucht es nicht unbedingt – wenn man aber welche anbringen möchte, benötigt man zusätzliche Heringe, denn im Lieferumfang sind nur sechs.

Unser Modell kam in Orange, was für angenehm warmes Licht im Innenraum sorgt. Die Wände des Innenzelts sind schön stramm, sodass kaum Platz verloren geht. Zu zweit mit Gepäck hat man auf jeden Fall noch ausreichend Platz, zu dritt kann es aber »kuschelig« werden.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Vaude Campo3 Tuer
Beim Campo 3 gibt es gleich zwei Eingänge, die schön groß ausfallen, sich aber bei Bedarf auch nur halb öffnen lassen.

Die Bodenwanne macht einen sehr stabilen Eindruck und verhindert, dass Regenwasser von außen unter der Plane ins Zelt läuft. Auch an den Reißverschlüssen hat Wasser keine Chance, wie sich in unserem Regentest zeigte. Perfekten Komfort bieten die zwei Apsiden: Hier hat man viel Platz, um Gepäck zu verstauen oder zu kochen. Außerdem muss man dank zweier Ausgänge nicht übereinander klettern und kann effizienter lüften. Mehr kann man sich nicht wünschen!

Selbst an Details hat man nicht gespart: Moskitonetze befinden sich an den Fenstern, die Türen können ganz oder nur halb geöffnet werden, auch Lüftung bei Regenwetter ist dank einer Hutze kein Problem.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Vaude Campo3 Sack
Den 55 x 22 x 22 Zentimeter großen Packsack kann man problemlos überall mit hin nehmen.

Schwächen findet man beim Campo 3 wirklich nicht. Verarbeitung, Stabilität, Einfachheit des Aufbaus und Details sind allesamt auf hohem Niveau. Dabei fällt das Zelt trotzdem noch kompakt aus und eignet sich perfekt als Ausrüstung für längere Touren. Braucht man übrigens noch mehr Platz, so ist das Campo Grande eine Option.

Viel Platz für wenig Geld: High Peak Kite 2

Ein günstiges Zelt, das leicht aufzubauen ist und mit guter Verarbeitung und Stabilität glänzt, ist das High Peak Kite 2. Für ein Tunnelzelt typisch ist sein großzügiges Platzangebot, obwohl es eigentlich nur für zwei Personen konzipiert ist.

Viel Platz für wenig Geld

High Peak Kite 2

Test: High Peak Kite 2
Für wenig Geld bietet das High Peak Kite 2 ein gut verarbeitetes Tunnelzelt mit geräumiger Apside sowie kurzen Auf- und Abbauzeiten.

2,8 Kilogramm und 52 x 15 Zentimeter Packmaß sind beste Voraussetzungen, um ein Zelt auf jede Art von Unternehmung mitzunehmen. Dazu passend ist das Kite 2 sehr vielseitig: Auf einem Campingplatz macht es sich gleichermaßen gut wie in der freien Natur oder auf Festivals.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Highpeak Kite2 Platt
Sind die beiden Gestängebögen einmal in den vorgesehenen Kanälen, so muss man das Zelt nur noch aufrichten und spannen.

Für den Aufbau braucht man die beigelegte Anleitung eigentlich gar nicht, denn dank farblicher Markierungen ist quasi selbsterklärend, was man zu tun hat. Rote und blaue Elemente an den Gestängen aus Fiberglas sowie an den Einschubschächten weisen einem den Weg. Hat man die Stangen durchgeschoben, so müssen sie ein wenig gebogen und in Ösen eingeklemmt werden. Da Tunnelzelte nicht von allein stehen, muss man das Gebilde noch mit Heringen im Boden fixieren. Das war es dann aber schon – auch hier eine Sache von fünf Minuten.

Innen- und Außenzelt sind praktischerweise schon verbunden, wobei das Innenzelt an kleinen Gummibändchen hängt. Bei der Außenhaut kommt mit Polyurethan beschichtetes Polyester zum Einsatz. Daran perlt Wasser zuverlässig ab, das Zelt ist nach einem Schauer auch schnell wieder getrocknet. Laut Herstellerangaben beträgt die Wassersäule 3.000 Millimeter, an den Nähten findet man zusätzliche Versiegelungen.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Highpeak Kite2 Gestaenge
Farbliche Markierungen am Gestänge weisen auf die passenden Ösen hin.

Stolze 2,30 Meter ist der Innenraum lang, sodass auch großgewachsene Menschen nicht an die Wände stoßen. 120 Zentimeter Breite sind genug für zwei Leute – für mehr Platz gibt es etwa das Kite 3: 40 Zentimeter mehr in der Breite sowie 15 Zentimeter mehr nach oben (105 statt 90) machen das Camping-Erlebnis noch etwas komfortabler.

Der Zeltboden ist rot und besteht aus Polyester. Er ist recht dünn, weshalb sich je nach Untergrund noch eine zusätzliche Schutzplane empfiehlt. Wasser oder Schmutz kann nicht in die Bodenwanne gelangen.

Als Tür für das Innenzelt nutzt man entweder ein Moskitonetz oder die Polyestertür. Vor dem Zelt steht eine 90 Zentimeter tiefe Apside zur Verfügung. Auch für dieses Vorzelt gibt es eine Bodenplane, die an das Innenzelt angenäht ist. Eine clevere Lösung, damit sich auch hier nicht zu viel Schmutz sammelt.

 

Für seinen günstigen Preis ist das Kite 2 erstaunlich gut verarbeitet. An den Nähten fallen keine Mängel auf, die Reißverschlüsse laufen sauber und halten dicht, sodass wir mit unserer Gießkanne keine Nässe ins Zeltinnere bringen konnten. Gleiches gilt für Kondenswasser, das am Innenzelt scheitert. Zwei Dauerventilationen belüften das Zelt gut.

Ebenso schnell wie der Aufbau geht auch der Abbau. Man zieht einfach die Stange wieder aus den vorgesehenen Kanälen und drückt die Luft aus dem Zelt. Dann passt alles mitsamt Zubehör wieder leicht in die Tasche.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Highpeak Kite2 Tasche
Kompakt und leicht: Die Tasche mitsamt Zelt bringt bei 52 Zentimetern Länge rund 2,8 Kilogramm auf die Waage.

Wer nicht allzu viel Geld ausgeben möchte und trotzdem ein sehr solides, vielseitiges Zelt sucht, ist beim High Peak Kite 2 genau richtig. Positiv fallen vor allem der für ein Tunnelzelt schnelle und einfache Aufbau sowie das Platzangebot auf.

Sekundenschneller Aufbau: Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black

Dass Wurfzelte einem nicht nur den Aufbau ersparen, sondern auch sonst einiges zu bieten haben, beweist das Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black. Es besteht aus Innenzelt und Außenzelt und glänzt mit hervorragender Verarbeitung.

Sekundenschneller Aufbau

Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black

Test: Quechua 2 Second Fresh&black
Steht in Sekunden, bietet viel Platz sowie Innen- und Außenzelt: Das Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black ist ein Wurfzelt mit vielen Stärken.

Während andere Leute noch mühsam ihr Zelt aufbauen, sitzt man schon längst in seinem Quechua-Wurfzelt – denn es baut sich ganz allein innerhalb von Sekunden auf. Praktischer geht es nicht, aber Wurfzelte haben auch Nachteile: Sie sind nicht besonders handlich. So auch beim Quechua, das mit einem Packmaß von stolzen 77 Zentimetern Durchmesser und 4,2 Kilogramm klar zu den sperrigeren Modellen gehört. Transport in einem Rucksack ist da ausgeschlossen.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Quechua2second Fresh&black Aussen2
Das Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black ist mit vier Heringen sowie zwei Sturmleinen gut gesichert.

Möchte man sein Zelt aufschlagen, so muss man es nur aus der Tragetasche nehmen und einen Gurt sowie vier Klips zu öffnen. Dann wirft man das Zelt auf den Boden und lässt es sich entfalten. Das passiert in wenigen Sekunden. Danach sollte man es noch mit Heringen befestigen, optional kann man auch Sturmleinen spannen. Weniger Aufwand geht eigentlich nicht.

Viele, gerade günstige Wurfzelte sparen am Material. Nicht so beim Quechua-Zelt: Hier setzt man auf robustes Polyester, bei der Bodenplane kommt Polyethylen zum Einsatz, beim Gestänge Glasfaser. Die Eingangstür ist aufrollbar, dahinter trifft man auf eine weitere Tür, die das Zeltinnere abdunkeln soll, sowie ein Moskitonetz. Dank der Bodenwanne ist man gut vor eintretendem Wasser geschützt.

Nicht nur wegen der Extra-Tür ist es im Innenraum ziemlich dunkel. Dass es nicht so heiß darin wird, liegt am besonderen Fresh&Black-Gewebe. Wer es zum Schlafen gerne sehr dunkel hat oder nicht gleich von der Sonne geweckt werden will, ist hier also richtig. Gleichzeitig sollte man aber bedenken, dass es auch tagsüber nicht besonders hell im Zelt wird – zum Lesen braucht man etwa eine Lampe. Für Freunde der Helligkeit empfiehlt sich daher ein baugleiches Zelt in Blau oder Grün.

Die Fläche im Inneren beträgt 180 x 210 Zentimeter. Das reicht in der Theorie für drei Personen, allerdings gibt es leider keine Apsiden. Daher muss man hier auch noch das Gepäck unterbringen – zu dritt kann es dann sehr eng werden. Immerhin ist zwischen Innen- und Außenzelt noch ein wenig Platz, um wenigstens Schuhe abzustellen.

Clever gelöst hat man die Lüftung: Normalerweise ist das Außenzelt auf der Rückseite per Clip-Verschluss am Innenzelt befestigt. Löst man diesen Clip, entsteht ein kleiner Spalt, durch den Luft ins Zelt kommt. Öffnet man dann noch Fenster und Türen, entsteht angenehmer Durchzug.

Unserer Gießkanne hielt die Außenhaut problemlos stand. Die Herstellerangabe sind 2.000 Millimeter Wassersäule, die Nähte sind zudem extra versiegelt. Quechua testet seine Zelte übrigens im Windkanal: Hier werden die Modelle Windstärke 6 ausgesetzt, was 50 Kilometer pro Stunde entspricht. Auch wir konnten uns von guter Stabilität überzeugen. Mit ein wenig Übung ist das Quechua dann in rund einer Minute wieder zurück in der Transporttasche.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Quechua2second Fresh&black Tasche
Satte 77 Zentimeter Durchmesser: Damit ist der Transport nicht immer einfach.

Das Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black beweist, dass ein Wurfzelt weiter mehr kann, als einem nur den Aufbau zu ersparen. Genügend Platz, gute Verarbeitung und Absicherung gegen Wettereinflüsse machen das Camping-Erlebnis sehr angenehm. Der einzige Nachteil: Wie bei Wurfzelten üblich ist die Transporttasche sehr groß und unhandlich.

Luxus-Zelt: Vaude Mark L 2P

Ein sehr interessantes Zelt ist das Vaude Mark L 2P. Es lässt sich keiner der gängigen Formen zweifelsfrei zuordnen, stattdessen ist es ein Hybridmodell. Zwar muss man vergleichsweise tief in die Tasche greifen, dafür bekommt man aber raffinierte Technik und toll verarbeitete Materialien.

Luxus-Zelt

Vaude Mark L 2P

Test: Vaude Mark L 3p
Als Mischung aus Tunnel- und Firstzelt begeistert das Vaude Mark L 2P durch sein innovatives Aufbaukonzept, zwei große Apsiden und Top-Materialien.

Keine Preise gefunden.

Beim Auspacken springen einem direkt die bronzefarbenen Alu-Stangen ins Auge. Wobei, eigentlich handelt es sich nur um eine einzige Stange: Alle Glieder sind nämlich per Gummiband verbunden, außerdem gibt es zwei Kreuzungspunkte.

Beim Aufbau stellt man zunächst fest, dass das Innenzelt schon im Außenzelt hängt – schön, das erspart etwas Arbeit. Man breitet das Zelt auf der Wiese aus, hakt das Gestänge an den vorgesehenen Punkten ein und spannt das Ganze auf. Nun kommt eine Besonderheit: Die »Mark Leine«, die ums Gestänge gelegt und an Kunststoffhaken fixiert. Die Idee dahinter ist, dass die Leine Spannungsbelastungen durch Wettereinflüsse, etwa Schneelast, selbst ausgleicht.

In aufgebautem Zustand stellt man fest, dass es sich beim Mark L 2P um einen Hybrid aus Tunnelzelt und Firstzelt handelt. Das Hauptzelt steht von alleine, nur die beiden Apsiden muss man zusätzlich abspannen. Hat man das Zelt sorgfältig aufgebaut, so steht es bombenfest und hält auch extremen Wetterlagen stand. Die Außenhaut besteht aus Polyester mit einer dreifachen Silikonbeschichtung. Selbst starker Regen hat da gar keine Chance und perlt schlicht ab – noch dazu ist das Material flott wieder getrocknet.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Mark L 2p Apside Aussen
Auf beiden Seiten gibt es Eingänge mit Apsiden.

Im 230 x 130 Zentimeter großen Innenraum finden zwei Personen Platz, die hellen Farben sorgen auch bei schlechtem Wetter für gutes Ambiente. Die Wassersäule der Außenhaut beträgt 3.000 Millimeter, die des Bodens gar 7.000 Millimeter – hier braucht man sich wirklich keine Sorgen machen.

Sehr detailreich ist der Innenraum ausgestattet: Oben ist eine Leine angebracht, an der man Lampen oder Kleidung aufhängen kann. Außerdem gibt es drei Taschen. An den hochwertigen Nähten, Netzen und Reißverschlüssen bemerkt man den hohen Preis.

Apsiden findet man erfreulicherweise auf beiden Seiten, jeweils mit einem Meter Tiefe. Da kann man ruhig auch etwas mehr Gepäck mitnehmen. Einen Nässeeinbruch muss man dank der Bodenwanne nicht befürchten. Praktisch sind übrigens auch der große Eingang und die aufrollbaren Seitenwände.

Ebenso unproblematisch wie der Aufbau funktioniert auch der Abbau. Im Packsack kriegt man alle Bauteile unter, ohne, dass es knapp wird. Dennoch ist er mit 55 x 20 Zentimetern und 3 Kilogramm noch schön kompakt.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Mark L 2p Packsack
Angenehm für unterwegs: Mit seinen kompakten Maßen ist das Mark L 2P ein guter Reisebegleiter.

Für Hobbycamper mag das Vaude Mark L 2P auf den ersten Blick etwas teuer sein. Dennoch investiert man sein Geld hier sehr gut – das Zelt bietet Qualität an allen Ecken und Enden. Braucht man noch etwas mehr Platz, so kann man sich das ansonsten baugleiche Mark L 3P ansehen.

Außerdem getestet

Beim Wechsel Outpost 3 fällt zunächst die asymmetrische Grundfläche auf. Eine Kabinenseite ist 2,90 Meter lang, die andere kommt nur auf 2,10 Meter. Die Breite beträgt 173 Zentimeter, sodass drei Personen hier gut Platz finden. Am Eingang steht eine erfreulich große, ebenso asymmetrische Apside zur Verfügung, die auch das Gepäck von drei Leuten problemlos beherbergen kann.

Der Aufbau ist dank den farblich markierten Gestängebogen nicht schwer, auch Innen- und Außenzelt sind schon verbunden. Die Außenhaut besteht aus Polyester, das mit Polyurethan beschichtet wurde. Für ausreichende Belüftungsmöglichkeiten ist gesorgt, Nässe hat bei einer Wassersäule von 5.000 Millimetern keine Chance. Im Inneren finden sich einige Taschen, um Kleinzeug zu verstauen.

Des Weiteren fällt die sehr gute Verarbeitung auf: Nähte und Abspannpunkte sind verstärkt, die Leinen reflektieren. 4,1 Kilogramm sind zwar ein recht stolzes Gewicht, aber das Packmaß bleibt mit 54 x 21 Zentimetern doch handlich. Beim Abbauen erwies es sich als etwas anstrengend, das Gestänge wieder aus den schmalen Kanälen zu ziehen. Ansonsten gibt es an der Qualität nicht viel auszusetzen, besonders platzmäßig weiß das Wechsel Outpost 3 zu überzeugen – allerdings gehört es klar zur teureren Garde.

Wer kein schweres Gepäck mitnehmen möchte, ist mit dem Jack Wolfskin Gossamer II gut beraten. Es wiegt lediglich knapp 2,3 Kilogramm, mit 57 x 17 Zentimetern Packmaß findet es auch leicht im Rucksack Platz.

Der Innenraum ist nicht gerade hoch, weswegen sich das Zelt hauptsächlich zum Schlafen eignet. Der Aufbau erfolgt in zwei Schritten: Zuerst richtet man die zwei Bögen des Innenzelts auf. Das Gestänge ist schön leicht und bereits etwas vorgebogen. Anschließend hakt man das Außenzelt ein und sichert es mit Klettverschlüssen. In warmen Gebieten reicht sogar oft nur das Innenzelt mit seinem feinen Moskitonetz.

Im Innenzelt kann es zu zweit schon ein bisschen eng werden – Alleinreisende hingegen haben genug Platz für viel Gepäck, für das auch noch ein rund 80 Zentimeter tiefer Vorraum zur Verfügung steht. Mit guter Verspannung steht das Zelt absolut sicher, die Wassersäule von 4.000 Millimetern hält Nässe zuverlässig draußen. Beim Abbau hat man ebenfalls keine Probleme, das Zelt ist bald wieder im Packsack verschwunden. Gerade wer oft allein unterwegs ist und nichts schweres schleppen möchte, macht mit dem Gossamer II einen guten Fang.

Vom Coleman FastPitch Hub Drake hatten wir das Modell für zwei Personen, es ist aber auch für drei oder vier erhältlich. Im Prinzip bekommt man hier ein Kuppelzelt mit Tunnelanbau. Für den Aufbau braucht man drei Gestängebögen, die farblich gekennzeichnet sind. Sie bestehen aus Fiberglas und gehören in Einsteckfüße, bevor sie letztendlich gespannt werden. Erst clipst man das Außenzelt ein, darin hängt man schließlich das Innenzelt auf.

4,54 Kilogramm sind ein stolzes Gewicht, leider dürfte auch die Innenfläche gerne noch etwas größer sein. Bei 210 x 140 Zentimetern stoßen größere Menschen schon einmal an die Wände. Ordentlich Platz findet man dafür in der 110 Zentimeter tiefen Apside, die sogar eine eigene Bodenplane bekommen hat. Insgesamt gibt es an der Verarbeitung und den Materialien nicht viel zu meckern: Polyester und Fiberglas kommen zum Einsatz, die Wassersäule beträgt 3.000 Millimeter. Zum Durchlüften stehen zwei Lüftungsklappen zur Verfügung, die Nähte wurden zuverlässig geschweißt.

Alles in allem bekommt man mit dem Coleman FastPitch Hub Drake ein solides Kuppelzelt, das aber in den Details noch Luft nach oben hat und den letzten Wow-Effekt vermissen lässt.

Das Woodpecker 3 von High Peak ist in Bezug auf Farbe und Material sehr ähnlich zum Kite 2 aus gleichem Hause. Der große Unterschied ist die Form: Im Gegensatz zum Kite ist das Woodpecker kein Tunnelzelt, sondern ein Kuppelzelt. Es wird von zwei Gestängebögen gestützt, ein dritter, kleinerer stabilisiert das Dach. Innenzelt und Außenzelt werden schon verbunden geliefert, sodass man bereits nach wenigen Minuten mit dem Aufbau fertig ist. Heringe oder Leinen sind nicht unbedingt nötig.

Zwei Eingänge mit jeweils einer Apside mit 60 Zentimetern Tiefe tragen zum Komfort bei und gewähren gute Lüftung. Man kann die Eingänge entweder ganz öffnen, oder aber die Bereiche an den Seiten geschlossen halten. Im 220 x 180 Zentimeter großen Innenraum haben drei Leute Platz, zu zweit ist es aber noch angenehmer. Bei sehr großen Menschen kann es aber schonmal zu Berührungen mit der Zeltwand kommen.

Mit nur 50 x 18 Zentimetern kriegt man das Zelt in jedem Rucksack unter, 3,5 Kilogramm Gewicht sind auch noch im Rahmen. Wem die Bauform hier mehr zusagt als beim Kite, der kann sich das Woodpecker 3 bedenkenlos zulegen.

Als klassisches Wurfzelt baut sich das Zenph Pop Up Zelt ganz von allein auf, nachdem man es auf die Wiese geworfen hat. Bei der ersten Begehung trifft man auf einen ziemlich chemischen Geruch – außerdem merkt man schnell, dass man hier besser nur zu zweit übernachtet, obwohl der Hersteller das Zelt für zwei bis drei Personen anpreist. Vor allem, weil man im Inneren auch noch Gepäck unterbringen muss, denn ein Vorzelt gibt es nicht. Immerhin ist die Länge mit über zweieinhalb Metern mehr als ausreichend.

Das Fiberglasgestänge könnte etwas dicker sein, auch die Außenhaut aus Polyester macht keinen besonders robusten Eindruck. Ebenso erkennt man an den Nähten und dem Moskitonetz, dass an der Verarbeitung etwas gespart wurde. Nur 2.000 Millimeter Wassersäule sind etwas dürftig. Zwar hat das Zelt unseren simulierten Regentest bestanden, aber Rezensenten zufolge kann es bei stärkerem Regen schonmal der ein oder andere Tropfen ins Innere schaffen.

4 Kilogramm machen das Zenph zu einem der schwereren Modelle im Test – noch problematischer ist aber der Taschendurchmesser: ganze 86 Zentimeter. Da muss man sich schon vorher überlegen, wie man die Tasche transportiert. Für den gelegentlichen Gebrauch ist das Zelt sicherlich in Ordnung, langfristig lohnt es sich aber, etwas mehr Geld in bessere Qualität zu investieren.

Wissenswertes über Zelte

Zelte gibt es in verschiedenen Formen. Welchen Zelttyp man wählen sollte, hängt vom beabsichtigten Einsatz ab. Vor allem kommt es auf den Einsatzort an, aber auch, ob man alleine oder mit Familie unterwegs ist. Je nachdem sind Gewicht, Stabilität, Wetterfestigkeit oder Platzangebot wichtige Kriterien. Wir stellen daher fünf gängige Zelttypen mit ihren Vor- und Nachteilen vor.

Tunnelzelte bieten dank ihrer steilen Wände natürlich viel Platz und sind so ideal für Familienausflüge. Sie können aus mehreren Kabinen bestehen, ein Vorzelt hilft zudem, Gepäck zu verstauen. Das große Platzangebot bezahlt man wegen der großen Seitenflächen allerdings mit Windanfälligkeit. Beim Aufbau mit Heringen und Sturmleinen sollte man daher sorgfältig arbeiten und das Zelt im Idealfall in Windrichtung positionieren, dann ist man auch für starke Winde gut vorbereitet.

Zelte Test: Coleman Tunnelzelt
Tunnelzelte sind echte Platzwunder.

Kuppel- oder Igluzelte trifft man häufig an, denn sie sind gute Allrounder. Der Aufbau ist mit zwei kreuzenden Gestängebögen schnell erledigt, dann steht das Zelt schon erstaunlich stabil, ganz ohne Heringe. Für extremes Wetter ist man sogar besser gerüstet als mit einem Tunnelzelt. Im Inneren hat man immer noch ausreichend Platz, auch Apsiden sind bei vielen Modellen dabei.

Zelte Test: Coleman Igluzelt
Igluzelte benötigen weder Heringe noch Leinen und stehen trotzdem bombenfest.

Möchte man sich beim Aufbau überhaupt nicht anstrengen, so sollte man ein Wurfzelt wählen. Die nimmt man einfach aus der Tasche, wirft sie auf den Rasen – und den Rest erledigt das Zelt selbst. Klingt sehr verlockend, der Nachteil ist aber der Transport. Meist werden Wurfzelte in runden Taschen verpackt, die wiederum mit bis zu 80 Zentimetern Durchmesser zu groß für viele herkömmliche Rucksäcke sind.

Zelte Test: Wurfzelt
Zweimal blinzeln und schon steht das Wurfzelt.

Auf eine ältere Bauweise trifft man beim First- oder Giebelzelt. Als Nachbildung eines klassischen Hauses sind die Hersteller bei der Größe sehr flexibel, sodass man in einem Firstzelt durchaus auch eine ganze Schulklasse unterbringen könnte. Gegenüber anderen Zelttypen gibt es allerdings einige Schwächen. Die Haltestangen stören beim Ein- und Ausgehen, die hohen Wände machen das Zelt anfällig für Wind. Aufgrund des fehlenden Innenzelts kann es auch zu Problemen mit Kondenswasser kommen. Ein Vorzelt müsste man separat anbauen.

Zelte Test: Firstzelt
Das klassische Firstzelt gilt mittlerweile als Auslaufmodell.

Für Abenteurer oder Expeditionen empfiehlt sich ein Geodätzelt. Auf den ersten Blick erinnert es an ein Igluzelt, allerdings kreuzen sich die Gestänge hier mindestens zweimal. Das garantiert noch mehr Stabilität, vor allem gegen Wind. Selbst extreme Bedingungen können dem Geodät nichts anhaben – dafür sind sie aber auch ziemlich teuer.

Zelte Test: Everest Geodaetzelt
Mit einem Geodätzelt ist man auf alle Bedingungen vorbereitet.

Neben der Form sollte man beim Zeltkauf noch ein paar weitere Dinge beachten. Zunächst die Größe: Die Innenkabinen sind immer etwas kleiner als die angegebenen Außenmaße, weshalb man hier besser großzügig planen sollte. Bei der Länge des Zelts sind die eigene Körpergröße plus 30 Zentimeter ein guter Richtwert, um nicht ständig an den Wänden anzustoßen.

Möchte man es besonders komfortabel haben, so sollte man auf ein Zelt mit zwei Eingängen setzen – auch Durchlüften funktioniert dann viel besser. Ebenfalls sehr praktisch sind Apsiden, also Vorzelte. Dort kann man Gepäck lagern, schmutzige Ausrüstung liegen lassen oder auch kochen.

Achten sollte man insbesondere darauf, dass ein Zelt aus Innen- und Außenzelt besteht. So ist man vor tropfendem Kondenswasser geschützt, bei warmem Wetter kann man zudem das Außenzelt schnell abmontieren. Dann hat man es schön luftig, ist aber dennoch vor Insekten geschützt.

So haben wir getestet

Erst einmal haben wir alle Zelte aufgebaut und zusammen abgelichtet. Danach wurde jedes Modell einzeln getestet, die empfehlenswertesten haben wir dann noch einmal ab- und wieder aufgebaut. Hier zeigte sich, wie leicht Auf- und Abbau von der Hand gehen und ob alle Nähte und Materialien gut verarbeitet sind. In aufgebautem Zustand haben wir dann die Stabilität begutachtet.

Zelt Test: Zelttest Juni2020 Zenph Gruppenbild
Keine Expedition, sondern alle 13 getesteten Zelte im heimischen Garten.

Anschließend haben wir geprüft, ob die vom Hersteller angegebene Personenanzahl auch wirklich komfortabel im Zeltinneren Platz findet. Große Apsiden für Gepäck wirken sich positiv aus, genauso wie eine robuste Bodenplane. Mit Gießkannen haben wir Regen simuliert und die Zelte so auf ihre Wasserdichtigkeit überprüft. Zuletzt haben wir Gewicht sowie Packmaß kontrolliert.

Schließlich haben die unsere 13 Zelte in die Kategorien Tunnelzelt, Igluzelt und Wurfzelt eingeteilt und jeweils einen Sieger ermittelt.

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