Test: Isomatte

Isomatten im Test : Camping mit Schlafkomfort

Veröffentlicht 06.11.2020

Eines der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände beim Camping oder Festival ist die Isomatte. Die Art der Matte ist dabei entscheidend für den Liege- und Schlafkomfort. Wir haben 11 Isomatten getestet.

Arnold Zimprich
ist Autor und Outdoor-Freak und testet für verschiedene Magazine Sportartikel und Outdoor-Produkte. Er schreibt unter anderem für Alpin, das Bergzeit-Magazin und die Alpenvereins-Magazine Panorama und Bergauf.

Anfangs fragt man sich vielleicht, worin sich Isomatten denn großartig unterscheiden können, außer beim Preis. Tatsächlich gibt es aber einige Faktoren, die eine gute Isomatte ausmachen. Zum Schlafkomfort trägt maßgeblich das Material bei: Schaumstoffmatten bekommt man schon sehr günstig, allerdings schläft es sich oft doch bequemer auf aufblasbaren Matten.

Für maximalen Komfort sorgen selbstaufblasbare Isomatten, schließlich spielt angenehme Handhabung ja auch eine Rolle. Dazu zählt außerdem leichtes Gewicht sowie kleines Packmaß.

Wir haben auf 11 Matten probegelegen und konnten dabei doch einige Unterschiede feststellen.

Mit Kopfkissen: Deeplee Isomatte

Mit Kopfkissen

Deeplee Camping Isomatte

Test: Deeplee Camping Isomatte
Günstige, komfortable und leichte Isomatte mit tollem Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein integriertes, getrennt aufblasbares Kopfkissen sorgt für mehr Komfort.

Die Deeplee Isomatte ist leicht und komfortabel und bietet ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Matte hat ein Packmaß von 22 x 11 Zentimetern und lässt sich so gut verstauen. Über das Rückschlagventil ist die Isomatte schnell aufgepumpt. Nach dem Gebrauch lässt sich die Matte zügig zusammenrollen und verpacken.

Zusätzlich gibt es ein integriertes, aber getrennt aufblasbares Kopfkissen. Das ist nach wenigen Atemstößen befüllt. Hier lässt sich das Volumen individuell variieren. Der Kopf kommt auf dem Kissen angenehm zum Liegen: Da das Kissen an den Seiten ein wenig breiter ist, kann der Kopf nicht herunterrutschen, sondern bleibt angenehm in der Mitte liegen.

Einen R-Wert für die Isomatte gibt der Hersteller nicht an, dieser dürfte aber etwa bei 1,3 liegen. Damit ist die Matte vor allem für Aktivitäten im Sommer und in der Übergangszeit geeignet. Im Winter und bei sehr kalten Temperaturen sollte man aber zu einem anderen Modell greifen. Die Langlebigkeit ist schwer einzuschätzen. Allerdings macht die Deeplee Isomatte einen strapazierfähigen Eindruck und sollte somit länger halten. Bei härterem Untergrund empfiehlt es sich, eine zusätzliche, materialschonende Bodenplane zu verwenden.

Luxusmodell: Sea to Summit Ultralight Insulated Air Mat

Luxusmodell

Sea to Summit Ultralight Insulated Air Mat

Test: Sea To Summit Ultralight Insulated Air Mat
Hochwertig verarbeitete Matte mit hohem Schlafkomfort, isolierenden Eigenschaften und cleverem Pumpsystem.

Die Ultralight Insulated Air Mat der australischen Firma Sea to Summit ist hochwertig verarbeitet, hat ein cleveres Pumpsystem und bietet hohen Schlafkomfort mit isolierenden Eigenschaften. Die Isomatte wird in einem kompakten und leichten Packbeutel geliefert. Dieser fungiert außerdem als Pumpbeutel mit dem sich die Matte schnell aufpumpen lässt.

Die Isomatte in Mumienform hat auf der Oberfläche sogenannte »Air Sprung Cells«: Diese Wölbungen lassen sich etwas, jedoch nicht zu sehr eindrücken und bieten so einen hohen Komfort. Die Matte fühlt sich daher nicht wie eine leichte Isomatte, sondern eher wie eine dünne Matratze an, die sich unauffällig dem Körper anpasst. Für kompatible Kopfkissen gibt es auf der Isomatte ein Anti-Rutsch-Beschichtung im Kopfbereich.

Die Ultralight Insulated Air Mat hat eine Thermolite-Isolation: Die Isomatte ist mit Kunstfasern ausgestattet, was die Isolationseigenschaften einer mit Luft gefüllten Matratze noch zusätzlich unterstützt. Nach Gebrauch ist die Luft durch das Doppelventil zügig wieder abgelassen. Für den Verkaufspreis von stolzen 130 Euro gibt es zudem ein umfassendes Reparaturset dazu.

Langlebig: Therm-a-Rest Ridge Rest

Langlebig

Therm-a-Rest Ridge Rest

Test: Therm A Rest Ridge Rest
Grundsolide, langlebige Isomatte. Für eine nicht aufblasbare ausgezeichneter Liegekomfort. Großzügige Abmessungen.

Die Ridge Rest von Therm-a-Rest ist eine sehr robuste Schaumstoffmatte und hat einen R-Wert von 2,6. Die Isomatte hat eine Zickzack-Struktur. So bilden sich kleine Lufteinschlüsse beim Liegen, was für eine höhere Isolationsleistung sorgt.

Der Liegekomfort lässt sich zwar nicht mit einer hochwertigen aufblasbaren Matratze vergleichen, aber die Riffelung bietet ein Maß an Flexibilität, die die andere getesteten Schaumstoffmatten nicht bieten konnten. Noch dazu ist die Therm-a-Rest Ridge Rest günstig und nahezu unkaputtbar. Somit ist sie auch beim Thema Nachhaltigkeit den anderen getesteten Schaumstoffmatten voraus.

Hoher Komfort: Vaude Tour 5L

Hoher Komfort

Vaude Tour 5L

Test: Vaude Tour 5l
Sehr komfortable, schön verarbeitete selbstaufblasende Isomatte für Komfort-Camper. Weiche Oberfläche.

Die Vaude Tour 5L ähnelt vom Gewicht und Volumen her eher einer kompakten Matratze als einer Isomatte. Sie ist mit 1.692 Gramm auch die schwerste Matte im Test, bietet somit aber auch den höchsten Liegekomfort mit einer weichen Haptik.

Die Isomatte besteht aus offenzelligem PU-Schaum. Dieser gleicht Bodenunebenheiten problemlos aus, passt sich den Konturen des Körpers perfekt an und schmiegt sich so im Schlaf auch perfekt an den Körper. Zusammen mit der Isolationsleistung entsteht ein warmes und kuscheliges Liegegefühl. Im Vergleich zu einem Rückschlagventil ist das Ventil dieser Matte nicht ganz so leicht in der Handhabung. Die Vaude Tour 5L ist aber sehr gut verarbeitet und sollte dementsprechend auch langlebig sein.

Günstig: Mil-Tec BW Isomatte

Günstig

Mil-Tec BW Isomatte

Test: Mil Tec Bw Isomatte
Zusammenklappbare Sparmatte im rechteckigen Format. Komfort diskutabel, aber leicht und robust.

Die Mil-Tec BW Isomatte ist schnell ausgepackt und einsatzbereit. Die Matte ist vielseitig einsetzbar, zum Beispiel auch als Sitzunterlage. Die Matte ist nur 5 Millimeter dick und hat eine etwas härtere Konsistenz. Somit ist der Liegekomfort etwas niedriger.

Das Material macht aber einen robusten und langlebigen Eindruck. Die Mil-Tec BW Isomatte ist vor allem als Ersatz-Schlafunterlage eine gute Wahl. Sie kostet mit nicht mal 20 Euro auch nicht viel.

Was gibt es sonst noch?

Die Bify Isomatte Camping ist klein und günstig. Das Packmaß beträgt 9 x 20 Zentimeter und die Matte wiegt 580 Gramm. Die Dicke beträgt nur 2-3 Zentimeter, was nicht gerade hohen Liegekomfort verspricht. Die Isomatte hat einen R-Wert von 1,3, sodass man sie nur bei mindestens 5 Grad einsetzen sollte. Die Isolation von unten ist dafür aber sehr gut. Das Aufblasen der Matte ist nach 15 Atemstößen erledigt. Die kleinen Bodenunebenheiten werden von der Matte ganz gut ausgeglichen. Die Oberfläche der Matte ist aufgeraut und daher nicht rutschig. Nach Gebrauch ist die Matte schnell entleert und wieder verstaut.

Die Unigear Camping Isomatte hat wellenförmig angeordnete Luftkammern, die für einen angenehmen Liegekomfort sorgen. Die Matte wiegt knapp unter 500 Gramm und lässt sich kompakt verstauen. Befüllt wird die Isomatte über ein Rückschlagventil. Die Matte ist 188 x 60 Zentimeter groß und 2-3 Zentimeter dick. Die Unigear punktet vor allem mit der besonderen Optik und Kammeranordnung.

Die Explorer Isomatte für Camping ist mit knapp 18 Euro sehr günstig, bietet aber auch entsprechend wenig: Die Schaumstoffmatte ist nur 0,7 Zentimeter dünn, grob geschnitten und das Material wirkt billig. Zum Schlafen ist sie zu dünn und unkomfortabel, so kann man sie höchstens in Notfällen zum Schlafen verwenden. Die Isomatte ist ansonsten maximal als Sitzunterlage zu gebrauchen.

Die Idena Isomatte kostet nur 7 Euro und ist auch nicht viel mehr wert: Die Matte ist mit Alu beschichtet, dünn und bietet entsprechend wenig Liegekomfort. Der Hersteller empfiehlt seine Matte dann auch »für Picknick, Strand und jegliche Aktion im Freien«. Von Camping oder Schlafen ist dabei – zurecht – keine Rede.

Wissenswertes über Isomatten

Die getesteten Isomatten gehören zu verschiedenen Mattentypen. Schaumstoffmatten sind sehr günstig und haben den Vorteil, während des Schlafs keine Luft verlieren zu können. Dafür sind sie aber auch deutlich härter und bieten so einen geringeren Liegekomfort. Aufblasbare oder selbstaufblasende Matten sind ein wenig teurer, punkten dafür aber auch mit einem höheren Liegekomfort.

Auch die Mattenform ist unterschiedlich: Schaumstoffmatten sind meist rechteckig. Aufblasbare Matten sind dagegen eher mumienförmig und orientieren sich dabei an der Form des Schlafsacks. Durch diese Mumienform wird zudem Gewicht eingespart.

Der R-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient gibt an, wie gut die Isolationsleistung der Isomatte ist. Je höher dieser Wert ist, desto besser isoliert die Matte. Für den Einsatz im Winter empfehlen sich Matten mit einem R-Wert von über 4, für den Sommer oder Übergang sind auch dünnere Matten mit einem R-Wert von unter 2 geeignet.

Das einem Dunlop-Ventil ähnelnde und mühsam bedienbare Mattenventil hat inzwischen ausgedient. Stattdessen setzen die Hersteller auf Rückschlagventile, die drei Ventilstellungen haben: geschlossen, offen und Pumpmodus. Diese Ventile sind sehr einfach zu handhaben.

Manche Matten werden auch mit einem sogenannten Pumpsack aufgeblasen. Dieser wird an dem Ventil angebracht und beschleunigt so das Aufpumpen der Isomatte. So gewinnt man im Vergleich zum normalen Aufblasen ein wenig Zeit. Die Luft, die der Pumpsack in die Isomatte befördert enthält auch weniger Feuchtigkeit als die Atemluft, was die Haltbarkeit der Isomatte verlängert.

So haben wir getestet

In dem Testzeitraum von rund drei Monaten wurden alle Isomatten in Biwaks und beim Camping mit verschiedenen Schlafsäcken getestet. Dabei wurde vor allem der Liegekomfort der Matten bewertet. Darüber hinaus waren die Verarbeitung, das Gewicht und das Packmaß wichtige Kriterien.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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