Test: Campingstuhl Aufmacher

Campingstühle im Test : Stuhl To-Go für den Campingurlaub

Veröffentlicht 01.07.2021

Ob am See oder auf dem Campingplatz – für komfortables und entspanntes Sitzen sorgt ein Campingstuhl. Er sollte nicht allzu viel wiegen und sich bequem in einem Fahrzeug transportiert lassen. Wir haben 15 Campingstühle getestet und einige Empfehlungen für Sie.

Karin Bünnagel
schreibt als freie Journalistin überwiegend über Gesundheits- und Fitnessthemen, unter andere für das Fitnessmagazine Wanderlust und RADtouren. Sie testet überwiegend Produkte rund um Sport, Fitness und Gesundheit.

Ob auf einem Festival, einer mehrtätigen Wandertour oder im Campingurlaub – auf eine bequeme Sitzgelegenheit möchte niemand freiwillig verzichten, denn diese erhöht den Spaß, das Entspannungslevel und den Komfort.

Dabei ist es wichtig auf das passende Equipment zu achten, denn nicht alle Campingstühle sind in gleichem Maße für jeden Zweck geeignet. Wichtig ist: Egal ob im Campingwagen, Auto oder auf dem Fahrrad – die Stühle sollten sich gut transportieren lassen.

Sollten Sie Ihren Stuhl die gesamte Strecke tragen wollen, müssen Sie vor allem auf das Packmaß und das Gewicht achten. Campingstühle, die in einem Auto kutschiert werden, können zwar über ein höheres Gewicht verfügen, sollten aber dennoch ein relativ schmales Packmaß besitzen. Müssen vom Auto noch einige Meter zurückgelegt werden, sollten Sie außerdem auf die Masse und die Tragetasche achten.

Von uns wurden 15 Modelle für Sie getestet. Interessant war beim Test dabei vor allem, wie ausgewogen das Gleichgewicht zwischen Gewicht, Packmaß und Komfort ausfällt und wie gut sich die Campingstühle für die jeweiligen Zwecke nutzen lassen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Sehr komfortabelMit integriertem Flaschenöffner Für große CamperUltraleichtFaltstuhl aus Aluminium
Test: Berger TiranaTest: Uquip RoxyTest: Berger Luxus XlTest: Helinox Sunset ChairTest: Coleman Sling Chair
Modell Berger Tirana Uquip Roxy Berger Luxus XL Helinox Sunset Chair Coleman Sling Chair
Pro
  • Höhenverstellbare Armlehne
  • Polster und Kissen
  • Integrierter Getränkehalter
  • Transporttasche
  • Bequeme, aufrechte Sitzposition
  • Stabil
  • Mehrere Sitzpositionen einstellbar
  • Hohe Rückenlehne mit Kopfstütze und Kissen
  • Gepolsterte Sitzfläche
  • Ultraleicht
  • Mit Kopfstütze
  • Packtasche kann als Kissen verwendet werden
  • Leicht zusammenzufalten
  • Hohe Rückenlehne
  • Gut zu transportieren
  • Bequemer Sitz
  • Aus Aluminium
Contra
  • Schwer
  • Naht quer über der Sitzfläche
  • Harte Sitzfläche
  • Keine Kopfstütze
  • Schwer
  • Nicht transportabel
  • Teuer
  • Keine Armlehnen
  • Schmale Armlehnen
  • Transporttasche könnte größer sein
Bester Preis
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Sehr komfortabel: Berger Tirana

Sehr komfortabel

Berger Tirana

Test: Berger Tirana
Faltstuhl mit hohem Entspannungsfaktor, der allerdings auch selbst einiges auf die Waage bringt.

Hinsetzen und einfach entspannen – beim Berger Tirana klappt das hervorragend. Da Rückenlehne und Sitzfläche gepolstert sind, ist das auch kein Wunder. Diesen Komfort boten nur wenige Modelle im Test. Hinzu kommt, dass Berger auch ein zusätzliches Nackenkissen mitliefert, das mit einem praktischen Klettverschluss in der entsprechenden Höhe fixiert werden kann.

Zusätzlich wird der Wohlfühlfaktor durch eine leicht zurückgelehnte Position erhöht. Allerdings sitzt der Nutzer dann immer noch aufrecht genug, um beispielsweise an einem Campingtisch bequem zu essen.

Die Sitzfläche und Armlehnen des Berger Tirana bestehen aus Polyester. Schön: Die breiten Armlehnen sind höhenverstellbar. So können auch großgewachsene Menschen die Arme lässig ablegen.

In die rechte Armlehne hat der Hersteller einen Getränkehalter integriert. Dosen und kleine Flaschen können darin gut aufbewahrt werden, ebenso wie Sonnencreme-Tuben & Co. Der Stuhl besitzt eine hervorragende Stabilität auf sandigem Untergrund, wie auch auf Rasen.

Packt man den Campingstuhl an seinen Armlehnen lässt er sich gut und schnell an einem anderen Ort platzieren. In der Mitte faltet sich der Stuhl etwas zusammen, was den Transport angenehmer macht. Der Tirana lässt sich einfach und schnell zusammen- und auseinanderfalten und einwandfrei in der mitgelieferten Tragetasche unterbringen. Die Transporttasche besitzt außerdem einen Schultergurt, mit dem sich die viereinhalb Kilo des Stuhles gut tragen lassen.

Längere Wegstrecken würden wir den Campingstuhl allerdings nicht transportieren. Für Camping-Fans und alle Nutzer, die den Berger Tirana nur über eine kurze Strecke bewegen möchten, ist das Modell sehr empfehlenswert.

Mit integriertem Flaschenöffner: Uquip Roxy

Mit integriertem Flaschenöffner

Uquip Roxy

Test: Uquip Roxy
Bequemer Faltstuhl, in dem man eher aufrecht sitzt. Besonderes Feature: der integrierte Flaschenöffner.

In Sachen Entspannungsfaktor kann der Uquip Roxy dem Berger Tirana nicht das Wasser reichen. Trotzdem ist der Roxy eine hervorragende Wahl, vor allem für diejenigen, die den Uquip mit einem Auto, beziehungsweise einem Camper transportieren möchten.

Das petrolfarbene Modell hat eine vergleichsweise harte Sitzfläche. Im Ganzen ist die Sitzposition im Roxy ziemlich aufrecht – sehr gut, wenn man an einem Campingtisch sitzt, um dort beispielsweise zu spielen oder zu essen.

Unsere 1,70 Meter große Testerin sowie der 1,90 große Tester fanden den Campingstuhl auch nach mehreren Stunden ausgesprochen bequem. Allerdings ist es möglich, dass die querverlaufende Naht, die sich auf der Sitzfläche befindet, mit nackten Oberschenkeln etwas stören könnte. Die leicht gepolsterten Armlehnen fallen schmal aus. Eine Kopfstütze besitzt das Modell nicht.

Auch der Roxy verfügt über eine Halterung für Getränke, die unterhalb der Sitzfläche angebracht ist. Bei Nichtgebrauch wird diese praktischerweise einfach nach unten geklappt, sodass sie nicht stört. Der Getränkehalter macht allerdings keinen besonders stabilen Eindruck. Ein nettes Gimmick ist der in das rechte Stuhlbein eingefasste Flaschenöffner.

Der Stuhl verfügt auf ebenem, wie auch stark unebenem Untergrund über eine hervorragende Stabilität. Im Vergleich zu anderen getesteten Modellen ließ er sich ein wenig schwerer zusammen- und auseinanderfalten. Das kann sich bei längerer Benutzung aber noch geben. Trägt man den Roxy an den Armstützen, klappt er nicht von selbst zusammen.

Die Transporttasche besitzt eine robuste Verarbeitung und ist ziemlich stabil. Mit einem Gesamtgewicht von 5,3 Kilogramm besitzt der Roxy aber ein zu hohes Gewicht, um ihn öfter herumzutragen. Für Angler oder Camper, die ihr Fahrzeug in der Nähe geparkt haben, ist der Uquip Roxy aber ein robuster und solider Campingstuhl, auf dem auch längere Zeit bequem gesessen werden kann.

Für große Camper: Berger Klappsessel Luxus XL

Für große Camper

Berger Luxus XL

Test: Berger Luxus Xl
Sehr bequemer Klappstuhl mit einstellbarer Rückenlehne für große Menschen.

»Endlich mal ein Stuhl, bei dem ich eine komfortable Kopfstütze habe!« – unser 1,90 Meter großer Tester ist begeistert von diesem Feature. Der Berger Luxus XL hält, was der Hersteller verspricht.

Der Berger gehört zu den wenigen Klappstühlen im Test und ist für große Nutzer konzipiert. Unsere 1,70 Meter große Testerin hatte gar nicht die Möglichkeit, die Kopfstütze an der Rückenlehne zu testen, weil sie dafür zu klein war.

Die Kopfstütze hat eine dezent nach hinten gebogene Form und besitzt im Bereich des Nackens ein Polsterkissen, das auf der Rückseite herausgenommen werden kann. Die Lehne für den Rücken hat dazu noch eine ergonomische Form.

Die Position für den Rücken kann beim Berger Luxus XL in fünf unterschiedlichen Stufen angepasst werden – von einer gemütlichen Liegeposition bis zu einer sehr aufrechten. Die gewünschte Position kann über die Armstützen eingestellt und fixiert werden. Die recht breiten Armlehnen bieten genug Fläche zum Auflegen der Arme.

Die Fläche zum Sitzen ist vorn mit einem weiteren Polster versehen und breiter als beim Rest der getesteten Stühle. Leider hat der Hersteller aber keinen Getränkehalter integriert.

Egal auf welchem Untergrund – der Klappstuhl steht stabil. Die maximale Belastungsgrenze soll laut Berger bei 200 Kilogramm liegen. Damit ist der Berger Luxus XL das am höchsten belastbare Modell im Test.

Der große Luxus XL von Berger ist in zusammengeklapptem Zustand hinreichend klein und findet somit auch gut in schmalen Lücken Platz. Jedoch ist er zum Herumtragen zu schwer und zu sperrig. Sein Einsatzort ist eindeutig der Campingplatz.

Ultraleicht: Helinox Sunset Chair

Ultraleicht

Helinox Sunset Chair

Test: Helinox Sunset Chair
Ultraleichter Faltstuhl mit kleinem Packmaß, der sogar in den Wanderrucksack passt.

Trekkingradler und Wanderer werden mit dem Faltstuhl Sunset Chair von Helinox zufrieden sein: Er bietet eine gute Stabilität, ist schnell aufgebaut und ultraleicht. Aufgrund eines ausgetüftelten Konzepts für eine optimale Balance von allen Faktoren, ist der hohe Preis für uns nachvollziehbar.

Kompakt und leicht ist das Faltmodell von Helinox jedenfalls. Allerdings ist bei diesem Stuhl mehr nötig, als ihn einfach nur auseinander zu falten. Die Montage gestaltet sich trotzdem idiotensicher und einfach. Dank der beigelegten Montagebeschreibung nahm der Aufbau nur wenig Zeit in Anspruch.

Ähnlich einem Zelt wird das Gestänge des Sunset Chair zusammengesteckt. Fehler beim Aufbau sind dank des mit Zugbändern verbundenen Gestänges nicht möglich: Jede Stange sitzt praktisch automatisch richtig.

Als nächstes muss der Bezug des Stuhls aufgespannt werden. Befestigt wird er mit verstärkten, dafür vorgesehenen Ecken an den Rückenstreben. Zum Schluss wird die Sitzfläche aufgespannt. Als unsere Tester die Sitzfläche als erstes aufspannten, ging das übrigens deutlich einfacher. Hierfür wird nur etwas mehr Kraft benötigt.

Trotz des geringen Gewichts, besitzt der Helinox Sunset Chair eine überraschende Stabilität. Sogenannte Ball Feets sind als eine Alternative zu den gummierten Füßen erhältlich. Für sandige Böden bietet Helinox zusätzlich einen praktischen Ground Sheet zum Kauf an: Dieser verhindert das Einsinken in den Erdboden.

Der Helinox sorgt durch seine leicht rückwärts geneigte Sitzhaltung für ein entspanntes Sitzgefühl. Schön: Der Stoff des Bezugs passt sich dabei an die Körperform an. Die Sitzhöhe ist mit der eines regulären Stuhls vergleichbar. Armlehnen gibt es zwar keine, dafür sind die Seitenränder aber so stabil, dass sie beide Arme etwas stützen können. Während unsere Testerin die Kopfstütze noch nutzen konnte, musste unser großer Tester auf diese Annehmlichkeit leider verzichten.

Bezug und Packtasche sind aus identischem Material gefertigt. Wird eine Fleecejacke oder ein Kissen in die Lasche des Bezugs gepackt, kann dieser auch als Nackenrolle dienen.

Zugegebenermaßen ist der Helinox Sunset Chair zwar etwas teuer, dafür eignet er sich aber für alle Nutzer, die den Campingstuhl über einen längeren Zeitraum tragen müssen und dabei nicht auf angenehmen Sitzkomfort verzichten wollen.

Faltstuhl aus Aluminium: Coleman Sling Chair

Faltstuhl aus Aluminium

Coleman Sling Chair

Test: Coleman Sling Chair
Ausgewogenes Konzept zwischen Bequemlichkeit und transportablem Gewicht eines Faltstuhls.

Ebenfalls ein traditioneller Faltstuhl, der aber nur verhältnismäßig wenig wiegt, ist der Sling Chair von Coleman. Er unterscheidet sich von den anderen getesteten Stühlen der gleichen Bauart: Er ist aus Aluminium und nicht aus Edelstahl gefertigt.

Mit seinen blanken Beinen aus Aluminium wirkt der Stuhl auf den ersten Blick minimalistisch. Laut Hersteller liegt die Traglast bei etwa 115 Kilogramm. Anfangs haben wir uns gefragt, ob der Stuhl überhaupt komfortabel sein kann. Beim Probesitzen waren wir dann aber positiv überrascht.

Unsere Testerin (1,70 Meter) konnte von der gepolsterten Kopfstütze profitieren, während unser 1,90 Meter großer Tester diese nicht mehr nutzen konnte, da sie für ihn einfach zu niedrig war. Coleman gibt die Rückenlehne zwar als »extrahoch« an – was wir aber im Test aber nicht bestätigen konnten.

Unsere große Testperson empfand den Sitzkomfort im Coleman Sling Chair trotzdem als sehr angenehm. Grund zur Beschwerde lieferten die Armlehnen. Diese sind leicht gepolstert und sehr schmal und leider zu niedrig, um bequem von unserem Tester genutzt werden zu können. Unsere weibliche Testperson hatte das Problem übrigens nicht.

Gut gefallen hat uns die Stabilität des Campingstuhls: Auf jedem Boden steht der Coleman sicher und kippelfrei. Gegenüber den anderen getesteten Faltmodellen lässt sich das Modell von Coleman nur mit viel Kraft auseinanderdrücken. Auch das Verstauen des Stuhls in der Transportasche bereitete uns Probleme. Hier hätte der Hersteller gut und gerne noch ein paar zusätzliche Zentimeter dazugeben können, damit der Faltstuhl besser Platz in der Tasche findet.

Fazit: Der Stuhl aus Aluminium ist überraschend bequem, stabil und ziemlich leicht. Unserer Meinung nach eine gute Stuhlkonstruktion, die man über längere Strecken transportieren kann und auf der man – besonders durchschnittlich große Menschen – bequem Platz findet.

Was gibt es sonst noch?

Der Savanna von Helinox ist sozusagen das große Bruder-Modell des Sunset Chair. Er besitzt eine ebenso pfiffige Konzeption wie der kleine Bruder und ist mit einem Gewicht von knapp unter zwei Kilogramm nur minimal schwerer. Dank umklappbarer Armlehnen, einer Kopfstütze und größerer Sitzfläche ist er auch für Sitzriesen und größere Menschen geeignet. Links und rechts können mittels Klettverschluss außen an beiden Seiten jeweils ein Getränkehalter angebracht werden. Der einfache Aufbau ist beim Savanna ebenso unkompliziert wie beim kleinen Bruder. Wird die Packtasche mit einer Decke, einem Handtuch oder einer weichen Jacke gepolstert, kann sie ebenfalls als Kissen für den Nacken genutzt werden. Die Sitzhöhe fällt normal aus, dennoch ist die Sitzposition leicht rückwärtig geneigt. Mit einem Kaufpreis von über 200 Euro ist der Helinox Savanna allerdings das mit Abstand teuerste Modell im Test.

Mit dem superleichten Alu Victoria von Lafuma haben wir einen weiteren Klappstuhl getestet. Beim Auf- beziehungsweise Zusammenklappen haben wir uns allerdings etwas schwer getan. Der stabile Stuhl steht selbst auf unebenem Untergrund sicher und hätte deutlich besser abschneiden können, wenn an seinem Kopfende nicht eine Stange aus Aluminium verbaut wäre. Den großen Tester hat der Alu-Stab nach vorn gedrückt, die weibliche Testerin konnte ihn zwar als Stütze für den Kopf verwenden, empfand ihn aber mit der Zeit als unangenehm. Kleinere Menschen sollten dieses Problem also wahrscheinlich nicht haben. Sie bekommen mit dem Alu Victoria von Lafuma einen soliden und guten Klappstuhl. Eine fünfjährige Garantie gibt’s vom Hersteller gratis obendrauf.

Bevor man sich auf den Goya von Outwell setzen kann, muss man ihn einfach nur auseinander drücken. Der Sitzkomfort ist dabei in Ordnung – der Camper sitzt in einer bequemen, aufrechten Position. Allerdings gibt es keine Kopfstütze. Der Hersteller bezeichnet die Armlehnen als extrabreit, unsere Testpersonen empfanden sie aber eher als normal breit. Die maximale Belastung beträgt circa 100 Kilogramm und fällt für das robuste Modell eher niedrig aus. An den Armstützen kann der Goya in auseinandergeklapptem Zustand gut in eine andere Position gestellt werden. Möchte man den Outwell transportieren, kann er bequem in der mitgelieferten Transporttasche verstaut werden. Das Gewicht des Modells liegt bei rund 4,5 Kilo.

Ein ultraleichter Faltstuhl ist der Chiller von Leki. Auch bei diesem Modell muss man das Gestell zuerst noch zusammensetzen. Das ist aber recht einfach möglich, da die Gerüststangen praktischerweise mit elastischen Bändern verbunden sind. Jetzt noch den Bezug aufspannen und schon konnten wir bequem sitzen. Dem Chiller fehlt es allerdings etwas an Stabilität: Er wird wacklig, sobald man sich zu einer der Seiten herunterneigt. Armstützen und eine Kopfstütze sucht man vergeblich. Allerdings ist optional ein Einsinkschutz für sandige, weiche Untergründe erhältlich. Durchschnittlich kleine und große Menschen sitzen bequem im Leki Chiller.

Mit knapp fünfeinhalb Kilo ist der Brunner Raptor XL das absolute Schwergewicht im Test. Unsere Tester waren vom ersten Eindruck optimistisch gestimmt, wurden beim Probesitzen allerdings enttäuscht: Für die 1,70 Meter große Frau war die Sitzfläche schlicht zu groß bemessen. Die Kante des Campingstuhls vorn drückte in ihre hintere Kniegegend, was mit einiger Zeit unangenehm wurde. Da der Raptor XL aber für große Menschen konzipiert ist, war das zu erwarten. Unser großer Tester konnte zwar nichts nachteiliges über die getestete Sitzfläche sagen, beschwerte sich aber über die seitliche Stuhlpolsterung. Die Kopfstütze sollte für eine entspannte Kopfhaltung sorgen, was durch den nachgebenden Stoff allerdings zum Gegenteil führte. Positiv: Die Rückenlehne kann für besseren Rückhalt gelockert beziehungsweise angespannt werden.

Wissenswertes über Campingstühle

Im Netz finden sich mehrere Campingstuhl-Arten sowie die unterschiedlichsten Benennungen – angefangen vom Faltstuhl, Klappstuhl bis zum Anglerstuhl. Ein ausschlaggebender Unterschied ist jedoch die Bezeichnung Klapp- oder Faltstuhl.

Ein Faltstuhl wird, wie man anhand des Namens schon vermuten kann, zusammen-, beziehungsweise auseinandergefaltet. Somit kann er einfach transportiert werden und nimmt wenig Platz ein. Die meisten Modelle werden praktischerweise in Transporttaschen angeboten.

 Test: Faltstühle
Wir haben insgesamt acht Faltstühle getestet.

Faltstühle haben aber auch einige Nachteile. Erstens: Die Lehne für den Rücken kann bei diesem Modell nicht verstellt werden. Zweitens: Das Material ist anfälliger als bei denn deutlich robusteren Modellen zum Klappen. Fazit: Faltstühle eignen sich einwandfrei für Festivals, Angelausflüge oder Wandertouren.

Ein Klapp-Modell kann dagegen nur zu- oder aufgeklappt werden. Das bedeutet in erster Linie, dass die Packmaße immer etwas sperrig ausfallen. Transportiert man den Stuhl in einem Campingwagen oder Auto, kann dieses Kriterium getrost vernachlässigt werden. Außerdem sind die Klapp-Stühle oft schwerer als faltbare Modelle.

 Test: Klappstühle
Wir haben ebenfalls zwei Klappstühle getestet.

Klappstühle sind gegenüber Faltstühlen deutlich stabiler. Bei einer Vielzahl der Klapp-Modelle kann obendrein auch die Stellung der Rückenlehne verändert werden. Wer den Campingstuhl also mit einem Fahrzeug befördert, sollte sich um die Maße und das Gewicht weniger Sorgen machen, sondern zuerst auf den Komfort der Klappmodelle achten.

Weitere Kriterien

Das wichtigste Kriterium bei einem Campingstuhl ist vor allem die Bequemlichkeit. Kippt der Stuhl schnell um oder ist unbequem sobald man sich darin bewegt, macht auch das Packmaß keinen Sinn mehr. Es gibt zwar Einflussfaktoren, die den Komfort beim Sitzen stark beeinflussen, das beste Eichmaß ist aber tatsächlich der Nutzer selbst.

Bequemlichkeit & Ergonomie

Die Ergonomie ist immer mit der Bequemlichkeit des Stuhls verbunden. Eine Kopfstütze oder Armlehnen sorgen für entspanntes Sitzen. Dabei spielt aber ebenfalls die Körpergröße des Nutzers eine Rolle, beziehungsweise die Länge der Rückenlehne.

Sitzriesen oder sehr große Menschen sollten sich für XL- oder XXL-Stühle entscheiden. Erhältlich sind zudem auch Stühle, bei denen sich die Rückenlehne in der Höhe verstellen lässt.

 Test: Ultraleicht
Fünf ultraleichte Stühle wurden von uns getestet.

Ergonomische Campingstühle unterstützen die Muskulatur des Nutzers und können sich der jeweiligen Rückenform anpassen. Ein Zusatzkissen kann den Sitzkomfort ebenfalls erhöhen. Einige Modelle erlauben es sogar, die mitgelieferte Transporttasche, die man dann mit einer Fleecejacke oder Handtuch füllt, als Nackenkissen zu benutzen. Ein am Stuhl integrierter Getränkehalter erhöht das Komfortlevel.

Das Material

Das Gestell des Stuhls hat einen nicht unerheblichen Einfluss darauf, wieviel der Campingstuhls wiegt. Die meisten Modelle sind aus leichtem Aluminium oder Stahl gefertigt. Allerdings sind Stühle mit einem höheren Gewicht oft auch standfester. Wichtig wird das, wenn der Campingstuhl auf unebenem und freiem Gelände aufgestellt wird.

Der Stuhlbezug sollte aus wetterfestem, robustem Gewebe sein, das sich außerdem hervorragend säubern lässt. Hier setzen die Hersteller oft Polyester und Nylon ein. Nylon trocknet schnell und ist wasserabweisend. Polyester hingegen nimmt nur eine geringe Menge Wasser auf und lässt sich prima reinigen. Manche Hersteller verwenden als Material auch Baumwolle, das ist jedoch nur für Sie interessant, wenn Sie sicher sind, dass Sie den Stuhl bei einem Regenschauer wegpacken können.

So haben wir getestet

In unserem Test haben wir 15 Modelle unter die Lupe genommen. Bei den meisten Modellen handelte es sich um Faltstühle. In unserem Testfeld waren nur zwei Klapp-Modelle mit dabei. Unter den Faltmodellen befanden sich auch viele sogenannten Regiestühle. Wir haben auch ultraleichte Faltstühle getestet, bei denen zum Aufbau ein paar Arbeitsschritte mehr gemacht werden mussten.

Campingstuhl Test: Alle
Test der Campingstühle 2021: Die Modelle warten auf ihren Einsatz.

Die preisliche Spannbreite im Test war ziemlich groß: Das teuerste Modell im Test kostete mehr als 220 Euro, das günstigste Faltmodell ist schon für günstige 13 Euro zu haben. Alle Faltstühle im Test wurden mit einer Transporttasche geliefert. Viele der Modelle verfügen über integrierte Getränkehalter.

Ausprobiert wurden die Modelle von einem 1,90 Meter großen Tester mit einem Körpergewicht von etwa 95 Kilo, sowie einer 1,70 Meter großen Testerin mit einem Körpergewicht von circa 60 Kilogramm. Alle Stühle wurden auf einem stark unebenen Untergrund, wie auch einem relativ ebenen Boden platziert. Viele der Stühle haben eine durchschnittliche Belastbarkeit von etwa 130 Kilogramm.

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