Test: Laufshirt Aufmacher

Laufshirts im Test : Schnelltrocknend und leicht

Veröffentlicht 11.12.2020

Wenn Läufer schwitzen, klebt das Shirt oft unangenehm an der Haut. Deshalb sollten Laufshirts möglichst schnell auf der Haut trocknen. In unserem Test lesen Sie, welche Shirts am besten abgeschnitten haben. Wir haben uns 24 Lang- und Kurzarmshirts angeschaut und ausgiebig getestet.

Arnold Zimprich
ist Autor und Outdoor-Freak und testet für verschiedene Magazine Sportartikel und Outdoor-Produkte. Er schreibt unter anderem für Alpin, das Bergzeit-Magazin und die Alpenvereins-Magazine Panorama und Bergauf.

Man möchte meinen, nichts ist leichter als ein Laufshirt zu finden. Bei der Recherche in den Online-Shops wird allerdings schnell klar, dass die Auswahl riesig und damit auch eine Entscheidung schwierig ist. In unserem Test wurden sowohl Lang- als auch Kurzarmshirts auf den Prüfstand gestellt. Während der circa zweimonatigen Testphase haben wir die Shirts bei jeder möglichen Wetterbedingung getestet – als unterste Schicht unter der Regenjacke, im Zwiebelprinzip oder einzeln bei Hitze.

Unsere Entscheidung für den Testsieger war nicht leicht, denn viele der Shirts lagen in der Bewertung sehr nahe beieinander. So kristallisierten sich am Ende fünf Modelle aus der Masse heraus, die wir aufgrund überzeugender Details empfehlen können.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Angenehme HaptikDezentes DesignKuschelig weichTolle PassformAus nachhaltiger Herstellung
Test: Arena Herren Mesh Laufshirt V AusschnittTest: Adidas Herren Alphaskin Sport Longsleeve TrainingsshirtTest: Jako Longsleeve ComfortTest: Gore Wear R5 ShirtTest: Tao Kanja
Modell Arena Herren Mesh Laufshirt V-Ausschnitt Adidas Herren Alphaskin Sport Longsleeve Trainingsshirt Jako Longsleeve Comfort Gore Wear R5 Shirt TAO Kanja
Pro
  • Toller Feuchtigkeitstransport
  • Liegt weich auf der Haut
  • Geringes Gewicht
  • Athletischer, aber trotzdem angenehmer Schnitt
  • Schneller Feuchtigkeitstransport
  • Cleveres Bodymapping
  • Etwas wärmeres Material
  • Athletischer, aber trotzdem angenehmer Schnitt
  • Weiche Haptik
  • Cleveres Bodymapping
  • Sehr stretchig
  • Liegt komfortabel auf der Haut
  • Tolles Design
  • Angenehmes Material
  • Überragendes Klimamanagement
  • Komfortable Haptik
  • Nachhaltige Herstellung
  • Angenehmes Mischgewebe
  • Entspannter Schnitt
  • Tolle Atmungseigenschaften
Contra
  • Zieht nach dem Test Fäden
  • Hakelige Oberfläche
  • Kein Bodymapping
  • Vergleichsweise teuer
Bester Preis

Keine Preise gefunden.

Angenehme Haptik: Arena Herren Mesh Laufshirt

Angenehme Haptik

Arena Herren Mesh Laufshirt V-Ausschnitt

Test: Arena Herren Mesh Laufshirt V Ausschnitt
Leichtes, schnelltrocknendes Laufshirt mit angenehmer Haptik und ausgezeichnetem Preis-Leistungs-Verhältnis

Wir haben manche Shirts nicht nur zum Laufen, sondern auch beim Bergsteigen, Wandern und Radfahren getragen, so unter anderem auch das Herren Mesh Laufshirt von Arena. Wir nehmen es gleich mal vorweg: Mit der Langarm-Variante, dem Herren Langarm Shirt Sport, hat das Shirt wenig gemeinsam. Im Unterschied zur Lyocell-Version mit langen Armen besteht es komplett aus Polyester, ist dünn und sehr leicht. Da es recht klein ausfällt, sollten Sie für einen entspannten Sitz lieber gleich eine Nummer größer nehmen.

 Test: Arena (4)
Das Arena Mesh-Laufshirt mit V-Ausschnitt.

Was uns wirklich sehr gut gefallen hat, war der Abtransport der Feuchtigkeit. Schweiß wird rasch vom Körper weggeleitet und das Shirt ist dabei erfreulich winddicht. Das vortreffliche Feuchtigkeitsmanagement wird durch das enge Anliegen begünstigt. Mit gerade mal 102 Gramm ist das Arena-Shirt eines der leichteren Shirts in unserem Test. Die Geschwindigkeit beim Trocknen ist geradezu beeindruckend hoch. Beim kleinsten Luftzug begann das Teil zu trocknen.

Nach ein paar anfänglichen Läufen unterwarfen wir das Shirt auf einer circa 80 Kilometer langen Ausfahrt mit dem Rad extremeren Testbedingungen. Es blieb hinreichend kühl. Auf einer Passstrecke trieb es uns den Schweiß auf Stirn und Körper und als wir die Passhöhe erreicht hatten war das Laufshirt komplett durchgeschwitzt. Das war kein besonders gutes Gefühl, da wir uns keine Erkältung holen wollten. Doch die Überraschung: Bereits nach kurzer Strecke trocknete der stark durchnässte Brustbereich. Kurze Zeit später hatten wir wieder ein angenehm trockenes Tragegefühl, trotz Bewölkung und wenig optimalen Wetterbedingungen.

Nach einem abschließendem Testlauf auf der Kurzstrecke verliehen wir dem Arena Herren Mesh Laufshirt eine klare Empfehlung: Das Shirt besitzt angenehmen Tragekomfort und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist einfach super. Der Hersteller Arena beweist damit seine Kompetenz als Lauf-Ausstatter!

Dezentes Design: Adidas Herren Alphaskin Sport Longsleeve Trainingsshirt

Dezentes Design

Adidas Herren Alphaskin Sport Longsleeve Trainingsshirt

Test: Adidas Herren Alphaskin Sport Longsleeve Trainingsshirt
Das dezent gestaltete Adidas-Shirt überrascht mit einem angenehm athletischen Schnitt, einem tollen Feuchtigkeitstransport und einem lang anhaltend hohen Tragekomfort.

Erst gegen Ende des Testzeitraumes haben wir das Herren Alphaskin Sport Longsleeve Trainingsshirt von Adidas auf Herz und Nieren geprüft. Während sich das Shirt beim Auspacken noch etwas billig anfasste, verblüffte es uns dafür beim Anziehen. Der Hersteller hat dem Trainingsshirt eine komfortable und athletische Passform spendiert. Die Feuchtigkeitsaufnahme und Passform ist dem Modell vom Hersteller Jako sehr ähnlich.

Wir waren erstaunt, wie rasch das Alphaskin Sport Longsleeve im Test Feuchtigkeit abgab und mit wie wenig Flüssigkeit es sich dabei vollsog – ein großer Kritikpunkt bei den anderen Shirts. Die athletische Passform schränkte uns dabei nicht ein. Das Laufshirt schmiegte sich behaglich am Körper an und schlackerte nicht herum. Es besitzt genug Elastizität, um selbst bei bewegungsintensiverem Sport dem Träger genügend Bewegungsfreiheit zu bieten. Wir wollen hier auch nicht das sehr angenehme Material vergessen, welches weder scheuert noch reibt. Selbst bei sehr schweißtreibendem Training behielt das Trainingsshirt seine ansprechende Haptik.

Das Verhältnis von Preis und Leistung ist wohl das deutlichste Kaufargument beim Herren Alphaskin Sport Longsleeve Trainingsshirt von Adidas. Zu einem angemessenen Preis bekommen Sie ein außergewöhnlich atmungsaktives Laufshirt, welches schnell trocknet. Obwohl es eigentlich für die Fußballsparte konzipiert wurde, bleiben auch bei Laufsportlern keinerlei Wünsche offen.

Ein kleines Manko gab es gegen Test-Ende: An einer Flachnaht am Rücken zog das Adidas Fäden. Unsere Entscheidung stand trotzdem fest: Das Adidas-Shirt ist ein absolut empfehlenswertes Longsleeve.

Kuschelig weich: Jako Comfort Longsleeve

Kuschelig weich

Jako Longsleeve Comfort

Test: Jako Longsleeve Comfort
Das Jako Longsleeve Comfort ist ein Shirt zum Kuscheln. Weicher Stoff sorgt für einen hohen Wohlfühlfaktor. Perfekt zum Dazwischenziehen.

Beim »Unboxing« ist das Jako Comfort Longsleeve eine absolute Überraschung. So eine kuschlige und weiche Haptik besaß kein anderes Shirt in unserem Test. Darüber hinaus kam uns das Gewebe irgendwie bekannt vor: Einige Jahre zuvor besaßen wir schon mal ein Trainingsshirt der für die Radherstellung bekannten Firma Specialized, welches aus sehr ähnlichem Material bestand. Damals waren wir jedenfalls auch begeistert. Die Shirt-Oberfläche ist sehr weich und reagiert etwas empfindlich auf Klettverschlüsse und raue Läuferhände. Die Stretchfähigkeit ist fast schon überirdisch. Die Passform des Shirts schmiegte sich der Körperform nahezu perfekt an.

Wir schnappten uns den Jogger samt Nachwuchs und liefen eine Runde von 13 Kilometern Länge mit einigen Höhenmetern. Ein wahrer Belastungstest! Die Temperatur von circa 12 Grad war relativ kühl. Deshalb wurde von uns ein dünner Funktionspulli über dem Jako-Longsleeve getragenen. Wir waren mehr als angetan, wie schnell das Comfort Sleeve Feuchtigkeit aufnahm und wieder abgab. Dabei sind seine Einsatzmöglichkeiten sehr vielfältig, egal ob als unterste Bekleidungsschicht bei Radtouren oder als Baselayer beim Skifahren.

Mit seiner weißen Farbe gewinnt das Comfort Longsleeve von Jako bei uns keinen Design-Preis, dafür ist sein Tragekomfort aber unerreicht. Auch ein Wundscheuern der Brustwarzen wie beim ebenfalls sehr weichen Shirt von Falke blieb aus. Daher vergeben wir für das Jako einen Komfort-Tipp.

Tolle Passform: Gore R5 Shortsleeve

Tolle Passform

Gore Wear R5 Shirt

Test: Gore Wear R5 Shirt
Ein Shirt, das auf Anhieb begeistert! Tolle Passform, angenehm weicher Stoff und vor allem ein schneller Abtransport von Schweiß. Das Shirt fühlt sich in jedem Zustand angenehm auf der Haut an.

Keine Preise gefunden.

Dass Gore einer der führenden Hersteller von Rad- oder Laufbekleidung ist, war schon lange vor unserem Test bekannt. Immer wieder kann sich das Unternehmen über Kauftipps und Testsieger freuen. Nachdem wir schon mit dem R7 Longsleeve im Test zufrieden waren, den Preis aber etwas als zu hoch empfanden, wurden wir vom R5 Shortsleeves sehr positiv überrascht. Bei Gore bedeutet das Kürzel R5 die Mittelklasse und somit auch einen etwas angemesseneren Kaufpreis als in der Ober-Klasse R7.

Auf kürzeren wie auch auf längeren Laufdistanzen zeigte sich der ausgezeichnete Tragekomfort. Begeisterung lösten auch die Atmungseigenschaften des Stoffes aus. Die Gewebestruktur an der Shirt-Innenseite, die waffelartig ist, nimmt Körperfeuchtigkeit sehr rasch auf, lenkt diese schnell nach außen und gibt dem Träger danach erneut einen äußerst angenehmen Komfort.

Die Schnittform des R5 Shirts ist genau richtig – ein Mischung aus weit und athletisch. Eben so viel, dass genug Luft zwischen Körper und Shirt gelangt, um für eine ausreichende Schweiß-Zirkulation zu sorgen. Wir finden: Ein absolutes Wohlfühlteil, welches sich für die Kurzstrecke ebenso wie für die Langstrecke eignet. Wir müssen eigentlich nicht erwähnen, dass der Hersteller beim R5 auf moderne Flachnähte setzt.

Aus nachhaltiger Herstellung: TAO Kanja

Aus nachhaltiger Herstellung

TAO Kanja

Test: Tao Kanja
Angenehm stretchiges, nachhaltig hergestelltes Shirt mit tollen Trageeigenschaften und luftigem, leichten Material.

Der in der Nähe von Nürnberg ansässige Hersteller TAO garantiert eine europäische Produktion. Außerdem wollen die Nürnberger alle ihre Artikel aus nachhaltig hergestellten Fasern produzieren. So wie bei dem Kanja-Kurzarm-Laufshirt. Das bedeutet komplett recycelte Materialen oder ein kontrolliert ökologischer Anbau. Beim Kanja wird zu 100 Prozent recyceltes Polyester verwendet, das nach Herstellerangaben vor allem aus altem Flaschen-PET gewonnen wird.

Kurz noch etwas zu unseren Testbedingungen: schnelle, mittägliche Läufe bei warmen und sonnigen Bedingungen mit einer Länge von zehn Kilometern in recht flachen Auen. Im Spätfrühjahr hat sich unser Körper noch nicht richtig an den höheren Wärmegrad der Umgebungstemperatur gewöhnt und wir sind ziemlich schweißgebadet. Das extrem leichte Material aus Polyester (Gr. L / 105 Gramm) schafft diese Herausforderung ohne Probleme und überzeugt dabei mit einem hervorragendem Feuchtigkeitstransport und einer guten Atmungsaktivität. Im Test blieb das Shirt dabei angenehm leicht und trocken. Reflektierende Prints auf Rück- und Vorderseite des Shirts sorgen für eine bessere Sichtbarkeit bei schlechten Lichtverhältnissen.

Bei einem Laufshirt, für das nicht gerade wenig Euros ausgegeben werden müssen, erwarteten wir selbstverständlich eine exzellente Verarbeitung. Und wir wurden während unseres Tests nicht enttäuscht. Hoher Tragekomfort, eine hervorragende Passform und saubere Nähte. Einziger Minuspunkt: An einigen Nahtenden hätte der Hersteller die Fäden ein bisschen kürzen können. Noch eine Sache ist uns aufgefallen: Die Kanja-Shirts fallen etwas groß aus. Bei einer Körpergröße von 1.82 Meter und einer Masse von 80 Kilogramm hätte auch die Größe Medium statt Large gereicht.

Unser Testfazit: Das Shirt ist gewiss kein Preisschlager, die Verarbeitung und Leistung in Verbindung mit der europäischen und nachhaltigen Produktion machen das TAO Kanja aber zu einer Kaufempfehlung.

Was gibt es sonst noch?

Wie eine zweite Haut fühlte sich das Gore R7 Longsleeve an. So wird es von uns auf einer Trailrunning-Strecke mit 700 Höhenmetern über drei Tiroler Vorberg-Gipfel eingeweiht. Auf diesen neun Kilometern trennt sich die Spreu vom Weizen.

Unsere Erwartungen sind ziemlich hoch, denn wie beim Konkurrenzmodell von Falke ist der Preis beinahe dreistellig. Wir finden: Eine ziemliche Ansage für so ein filigranes, leichtes Shirt. Der Gewichtsfaktor wird von Gore meisterhaft ausgespielt. Mit einem Gewicht von 148 Gramm ist das Textil leichter als eine Packung Gummibären – und das ist deutlich zu spüren. Gerade auf bergigen Touren läuft es sich damit federleicht, ein Vorteil der nicht zu unterschätzen ist.

Schon nach Absolvierung des ersten Anstiegs reift in uns die Ansicht, dass sich der Kauf des Gore R7 Longsleeves ziemlich lohnt. Durch die Flachnähte gibt es keine wundgeriebenen Stellen. Auch der Schnitt hat uns im Test nicht im mindesten eingeschränkt. Kurz vor dem Ende unserer Runde legen wir uns auf die Nase und holen uns blutige Flecken an unseren Ellenbogen. Ein bisschen bange werfen wir das Funktionshirt in unserer Waschmaschine. Auch ohne die Verwendung eines Fleckentferners wird das Longsleeve wieder ganz sauber. Ein tolles Gewebe!

Damit hätten wir nicht gerechnet. Hätte nicht gegen Testende das Adidas noch einen Favoriten-Platz belegt, hätte das R7 trotz des recht hohen Preises einen Platz auf dem Treppchen belegt.

»Ist das nicht ein Fußballtrikot?« ist die erste Frage, die uns durch den Kopf geht, als wir das Park IV Trikot von Nike aus dem Verpackungskarton nehmen. Tatsache ist – was beim Onlinehändler Amazon in den Verkaufsschlager-Rankings auftaucht und zu einem Testkandidaten werden kann, muss kein reinrassiges Laufshirt sein. Trotzdem haben wir uns zu einem Test entschlossen, denn vielleicht sucht ja jemand ein Funktionshirt, das für mehrere Zwecke Verwendung finden kann.

Was unterscheidet ein Laufshirt von einem Fußballtrikot? In erster Linie wohl das Material. Das Park IV ist etwas dicker als entsprechende Laufshirts von Nike. Das fällt bei der Bewertung allerdings nicht wirklich Gewicht, da das Shirt sowieso bei kälteren Gradzahlen zum Einsatz kommen wird. Nike setzt hier auf die bekannte Dri-Fit-Technologie: Die Feuchtigkeit wird vom Shirt rasch nach außen abgegeben und das Shirt selbst liegt angenehm auf unserer Haut. Seitliche Streifen aus Mesh sorgen für die nötige Luftzirkulation, was wir im Test auch merkten.

Fazit: Kein schlechtes Modell. Es ist ein gelungenes Beispiel dafür, das Crossover funktionieren kann. Auf Laufstrecken bis zehn Kilometer Länge zeigt das Shirt eine gute Performance. Für längere Strecken sollten Sie dann aber ein spezielles Laufshirt kaufen.

Erima kennen wir eher als namhaften Vertreter von Ballsport-Bekleidungsausrüstern. Warum denn nicht auch Laufbekleidung? Wie beim Park IV Trikot von Nike taucht ebenfalls beim Herren Trikot Liga Langarm die »Trikot«-Bezeichnung im Namen mit auf.

Im direkten Vergleich fasst sich das Shirt zum anderen Fußball-Modell von Nike sehr viel weicher an. Wie auch die Marke mit dem »Swoosh« hat Erima ähnliche Bereiche mit erhöhter Luftdurchlässigkeit. Beim ersten Belastungstest haben wir das Trikot als zweiten Layer über das inov-8 Base Elite Kurzarm Shirt angezogen und starten einen fast 1.200 Höhenmeter-Berglauf. Wir sind erstaunt, wie lange das Funktionsshirt von Erima »trocken« bleibt, indem die Körper-Feuchtigkeit nach außen abgeleitet wird. Erst auf dem letzten Drittel geht das Erima in die Knie, die Luftfeuchtigkeit der Umgebung war allerdings wirklich ziemlich hoch.

Was die Shirt-Performance betrifft, hat uns der baden-württembergische Traditionsherstellers jedenfalls voll und ganz überzeugt. Warum so ein Textil nur zum Fußball tragen. Okay, die dünnen Nike Dri-Fit-Shirts bringen weniger Gewicht auf unsere Waage, sind aber auch deutlich weniger kuschelig. Wir werden dem Erima Herren Trikot Liga einen Platz als Wohlfühl-Shirt in unserem Schrank einräumen, da es durch seinen Tragekomfort und seine Optik wohl auch in unserem Laufalltag getragen werden wird.

Das Oxensport Funktionsshirt Herren ist ein weiterer Vertreter unter den günstigen Testkandidaten. Beim Auspacken fielen uns drei Einzelheiten auf: Es besitzt eine auffallend gute Verarbeitung, ist für ein Longsleeve relativ leicht (Bei Größe Large 190 Gramm) und besitzt eine weiche Haptik. Der Stoff, bestehend aus 88% Polyester und 12% Elasthan, ist sehr gut dehnbar. Das Shirt schmiegte sich eng, aber behaglich an unseren Körper an.

Ein Morgen im Monat Mai bietet die richtigen Voraussetzungen für einen Test des Shirts. Oxensport bewirbt sein Produkt mit hohem Tragekomfort, einer sehr guten Bewegungsfreiheit und einer hohen Atmungsaktivität. Alle drei beworbenen Aussagen konnten wir nach den anfänglichen Testläufen bedingungslos bestätigen. Es hat einen sehr guten Sitz, verrutscht nicht beim Laufen und scheuert nach längerem Tragen nicht an den Nähten. Die Wärmeisolation des recht dünnen Stoffs ist nicht allzu hoch, dafür ist die Belüftung aber optimal. Einzeln getragen deckt das Shirt leider nur einen sehr begrenzten Temperaturbereich zwischen warmem und kaltem Wetter ab.

In Kombination mit einer winddichten und isolierenden Weste wird das Spektrum aber deutlich erweitert. Der schwarze, sehr elastische, rautenförmige, Einsatz mit der Netzstruktur trägt unter den beiden Achseln wesentlich zur Belüftung bei. Die in schwarz gehaltenen Achseleinsätze kaschieren optisch den aufgesogenen Schweiß, der vom Rot-Ton des Shirts mit einer deutlich sichtbaren Dunkelfärbung zu sehen ist. Seitliche Daumenlöcher finden sich in den Bündchen der relativ lang geschnittenen Ärmel. Der Logo-Aufdruck an der Brust sowie zwei kleine Rücken-Bedruckungen reflektieren und sorgen somit für eine bessere Sichtbarkeit in den Dämmerstunden.

Das Shirt von Oxensport bietet neben einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis einen körperbetonten Schnitt, ein leichtes Gewicht und eine wertige Verarbeitung. Wir empfehlen aber eher das Tragen als »Erste Schicht« unter einer Softshell-Jacke oder einer Weste als das alleinige Tragen.

Mit Produkten der Firma Puma machen Sie keinen Fehler – das ist der gesammelte Inhalt unserer Erfahrung mit den bisher von uns getesteten Laufprodukten von Puma. Diese Aussage gilt ebenfalls für das Herren Energy Seamless Shirt. Wie der Produktname schon sagt, trägt es sich wegen seiner Naht-Armut äußerst angenehm, kann mit seinem athletischen Schnitt punkten und reibt nicht.

Wir testeten es unter sonnigen, recht trockenen Bedingungen und kamen recht schnell zu der Schlussfolgerung, dass die Firma Puma ihre Wurzeln als Produzent von Laufbekleidung mit Qualitätsbewusstsein nicht verbergen muss.

Leider fehlt dem Modell von Puma das besondere Etwas, um sich mit einem »Aha-Effekt«, um sich eindeutig von der Test-Konkurrenz abzusetzen. Beim Tragekomfort platziert es sich im Mittelfeld und verpasst den Anschluss an das Arena Shortsleeve oder Under Armour Streaker. Daher können wir – auch aufgrund der massiven Konkurrenz und im Testrahmen – leider keinen Kauftipp aussprechen.

Unspektakulär ist der Auftritt des Höhenhorn Vitberg Kurzarmshirt: Schwarz mit Schwarz kombiniert. Optisch begeistert es uns erstmal wenig, wir legen es für einen späteren Testzeitpunkt zurück. Die farbenfrohen Kandidaten bekommen zuerst den Vortritt.

Doch irgendwann war seine Zeit gekommen und wir tragen es auf einem schweißtreibenden Hike&Run-Lauf in den Vorbergen. Als erstes fällt auf: So einseitig, wie wir zuerst annahmen, ist das Laufshirt nicht. An der Seiten sorgen Einsätze aus Mesh für eine angenehme Luftzirkulation, das Gewebe besitzt angenehme Trageeigenschaften, auch wenn nicht so gut wie bei den anderen getesteten Textilien. Auch der günstige Preis ist ein gutes Argument. Für etwas mehr investiertes Geld bekommen Sie beispielsweise vom Hersteller Arena klimatisches angenehmeres und optisch attraktiveres Shirt. Auch das Odlo-Modell hinterlässt einen besseren Gesamteindruck.

Wer nicht auf den Preis achten muss, sollte sich für einen Aufpreis ein leichter auf der Haut aufliegendes, besser funktionierendes Shirt kaufen. Läufer, die eher moderates Training bevorzugen, können beim Vitberg getrost zuschlagen.

Darauf sollten Sie bei Laufshirts achten

Laufshirts sind nicht alle gleich. Jeder der Hersteller gewichtet seinen Fokus bei den Details anders. Manche setzten auf die klassischen Overlook-Nähte, andere auf Flachnähte. Wir waren bemüht, die verschiedenen Shirts einer neutralen Bewertung zu unterziehen. Einer der wichtigsten Bewertungskriterien war der Tragekomfort. Hatten wir Spaß daran, im gegenwärtigen Test-Shirt zu laufen? Scheuerte oder kratzte es? Wie war bei längeren Läufen der Komfort und die Haptik? Wird es beim kommenden Lauf wieder getragen oder lässt man es doch eher liegen?

Die Passform

Ein heikles Thema ist die Passform. Unser Tester hatte bei einem Körperwuchs von 1,88m ein Körpergewicht von circa 85 Kilogramm. Im Test trug er nur Shirts der Konfektionsgröße Large. Je nach Schnittform des Herstellers saßen die Shirts relativ locker, andere besaßen einen athletischen Schnitt. Was uns sehr überraschte: Die Passformen hatten im Allgemeinen wenig mit den Produktbeschreibungen zu tun. So fielen manche als »Kompressionsshirt« beworbene Modelle ziemlich weit aus, weitere Modelle dafür oft kleiner als angepriesen. Gerade bei den preislich günstigen Laufshirts war eine kastenartige Standard-Schnittform die Regel, die nicht so viel mit athletischen Shirts zu tun hatte, sondern vielmehr an Basic-T-Shirts erinnerte. Dabei gilt die Regel: Im Zweifelsfall entscheiden Sie sich lieber für eine Nummer größer!

Bodymapping

Speziell bei der Funktionsoberbekleidung ist Bodymapping ein großes Thema. Es besagt, dass die Shirt-Konstrukteure an den verschiedenen Bereichen des Körpers unterschiedliche Materialien mit verschiedenen Materialstärken beziehungsweise besondere Einnäher verarbeitet haben, die sich mit den Eigenschaften des Materials (wasserdampfdurchlässig, abriebfest und stretchig,) einwandfrei an die jeweiligen Körperregionen anpassen. An den Achseln und an den Seiten des Shirts wird gern Material aus Mesh eingesetzt, das für ein schnelleres Entweichen des Körperschweißes sorgt. Bei Shirts mit einem langen Arm setzen die Firmen besonders im Bereich der Schultern auf Materialien, die stretchig sind. Der Komfort beim Tragen wird durch clevere Materialkombinationen verbessert, anstatt nur auf ein Material zu setzen, das den gegenwärtigen Ansprüchen an den Komfort beim Tragen nicht mehr genügt.

 Test: Laufshirts Gruppenfoto
Rechnet man die Test-Laufstrecken zusammen, kommen wir wohl auf fast 1.000 Kilometer.

Nahtlos versus Flachnähte

Ein Shirt ganz ohne Nähte gibt es nicht. Nichts desto trotz werben manche Hersteller mit der Aussage, dass ihre angebotenen Artikel »seamless« sind. Laut Werbebotschaft bedeutet das den Verzicht auf Nähte, um die Summe der möglichen Stellen, die Reibung erzeugen könnten, zu verringern. Fast schon Standard sind Flachnähte geworden. Mit ihnen sollen Reibestellen vermieden werden, und dass Nähte »auftragen«, sprich auf der Haut Druckstellen bilden, wenn beispielsweise ein Laufrucksack getragen wird.

Verschiedene Gewebearten

Früher waren Polyester oder Kunstfasern Standard. Heute sieht das anders aus. Die Produzenten von Funktionsbekleidung benutzen neben Mischgewebe, bei dem beispielsweise Elasthan für besserem Stretch eingesetzt wird, auch teilweise Naturfasern. Das Arena-Langarmshirt ist ein schönes Beispiel. Daraus ergeben sich mehrere Vorteile: Naturfasern wie beispielsweise Lyocell (eine Holzfaser) haben Eigenschaften, die den Geruch mindern. Außerdem halten sie selbst dann warm, obwohl das Textil klamm oder feucht ist. Die klassischen Shirts aus Polyester kann man immer noch kaufen. Sie verrichten bewährt ihren Dienst, der allgemeine Trend ist allerdings das Verwenden verschiedener Material- und Gewebearten an den verschiedenen Regionen des Körpers.

Thema: Recycling

Eines der faszinierendsten Themen bei der Herstellung von Bekleidung ist das Recycling. Eine steigende Anzahl von Hersteller setzt auf recycelte Komponenten bei der Herstellung der Produkte. In unserem Test stachen besonders die Hersteller inov-8 und TAO hervor. TAO fertigt seine von uns getesteten Shirts laut eigener Auskunft komplett aus recyceltem Flaschen-PET. Wir wünschen uns, dass auch große Hersteller wie Nike oder Adidas zunehmend diesem Trend folgen.

So haben wir getestet

Die Lauf-Shirts wurden von uns während eines Zeitraumes von zwei Monaten vielseitig und ausgiebig getestet: Auf Langstreckenläufen von 30-Kilometern, bei Bergläufen, Geländeläufen, Läufen auf flacher Strecke sowie Kurzstrecken von 5 bis 10 Kilometer Länge – und das bei sehr wechselhaften Wetterbedingungen. Wir testeten die Shirts an warmen Tagen mit Sonne, bei strömendem Regen und sogar bei Schneetreiben. Dabei haben wir besonders auf das Klima-Management geachtet, also die Ableitung des Körperschweißes von der Hautoberfläche nach außen. Zusätzlich haben wir das Hautgefühl des Materials bewertet, den Schnitt des Oberteils, und wie sehr sich der Stoff mit Nässe vollsog.

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