Test: Wanderschue

Herren-Wanderschuhe im Test : Bequem über Stock und Stein

Update 23.08.2021

Neue und innovative Materialkombinationen schicken sich an, den altbewährten Volllederschuh beim Wander zu verdrängen. Der Grund: Sie sind stabil, trittsicher und relativ leicht. Im Test haben wir 25 Herren-Wanderschuhe getestet und Neuheiten mit Altbewährtem verglichen.

Update 23. August 2021

Wir haben sieben weitere Wanderschuhe für Herren getestet. Der Garmont Rambler 2.0 GTX und der Salewa Herren Alp Trainer II Mid GTX sind neue Empfehlungen.

Arnold Zimprich
ist Autor und Outdoor-Freak und testet für verschiedene Magazine Sportartikel und Outdoor-Produkte. Er schreibt unter anderem für Alpin, das Bergzeit-Magazin und die Alpenvereins-Magazine Panorama und Bergauf.

Wandern ist ein Freizeitsport mit einer großen Anhängerschaft. Das wissen auch die Schuhhersteller und bringen in beeindruckender Regelmäßigkeit leicht verbesserte Versionen ihrer Wanderschuhe heraus. Für uns Anlass genug, die aktuellen Modelle in einem Praxistest auf Herz und Nieren zu prüfen.

Unter unseren 25 getesteten Modellen findet man alles zwischen leichtem Wander-Halbschuh und dem klassischen Trekkingstiefel. So haben wir für jede Unternehmung die passende Empfehlung.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Guter HaltAllrounderVielseitig einsetzbarModerne OptikFester Grip
Test: Hanwag Banks GtxTest: Garmont Rambler 2.0 GtxTest: Salewa Alp Trainer Ii Mid GtxTest Herren-Wanderschuh: Mammut  Ducan High GTXTest: Dachstein Super Ferrata Mc Gtx
Modell Hanwag Banks GTX Garmont Rambler 2.0 GTX Salewa Alp Trainer II Mid GTX Mammut Ducan High GTX Dachstein Super Ferrata MC GTX
Pro
  • Höchster Gehkomfort im Test
  • Wasserdichte Gore-Tex Membran
  • Griffige Vibram-Profilsohle
  • Guter Halt
  • Hohe Umknickstabilität
  • Vielseitig einsetzbar
  • Sehr griffige Sohle
  • Fersen- und Zehenschutz
  • Geringes Gewicht
  • Schöne Verarbeitung
  • Gute Kraftübertragung
  • Griffige Vibramsohle
  • Innovatives Strick-Obermaterial
  • Toller Sitz und Passform
  • Leichtgängige Schnürung
  • Schöne Verarbeitung
  • Abriebfeste Zehenkappe
  • Präziser Tritt
  • Griffige Sohle
Contra
  • Vergleichsweise hoher Preis
  • Viele Nähte, viele "Sollbruchstellen"
  • Schnürsystem etwas störanfällig
  • Etwas kippelig beim Gehen
  • Vergleichsweise teuer
Bester Preis
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Guter Halt: Hanwag Banks GTX

Guter Halt

Hanwag Banks GTX

Test: Hanwag Banks Gtx
Ausgezeichnet verarbeiteter Wanderstiefel mit hohem Geh- und Tragekomfort für Wanderungen aller Art.

Mit den Hanwag Banks GTX kann man direkt loslaufen, denn die Schuhe sind auf Anhieb bequem und man fühlt sich einfach wohl darin. Dass es dem Traditionshersteller Hanwag hier gelungen ist, ein Komfortwunder zu entwickeln, dürfte auch an der weichen Zwischensohle liegen. Dieser ist es auch geschuldet, dass der Oberbayer seine Stärken im Wander- und Trekkingbereich hat, wohingegen er für den Einsatz im Hochtourengelände oder für anspruchsvolle Klettersteige weniger gut geeignet ist.

 Herren-Wanderschuh Test: Banks (1)
Der Tragekomfort des Hanwag ist ausgezeichnet.

Wer beim Wandern schweres Gepäck oder eine Kraxe tragen muss, der wird den hohen Schaft des Schuhs zu schätzen wissen. Optisch geht man bei Hanwag mit den Banks GTX keine Experimente ein, die Schuhe sind in schlichtem Braun gehalten und weisen damit einen für Wanderschuhe recht klassischen Look auf.

Während die Ausstattung mit Gore-Tex-Technologie für Hanwag quasi eine Selbstverständlichkeit ist, wurde beim Material für den Außenschuh auf Leder zurückgegriffen. Dass bei diesem Schuh vor allem Leder und Gore-Tex zum Einsatz kommen, dürfte sich zudem äußerst positiv auf seine Haltbarkeit auswirken.

Eingesetzt wurde der Hanwag von uns im bayerischen Voralpenland. Dort konnten wir auch ein paar Schritte im Wat eines Baches gehen, wobei es ein Hochgenuss war, die abperlenden Wassertropfen an der Außenseite des Schuhs zu beobachten. Abseits des hohen Tragekomforts ist uns dabei auch ein kleines Manko aufgefallen: Mit einem Gewicht von 738 Gramm, die auf einen Fuß entfallen, hat man hier doch vergleichsweise viel zu schleppen. Wer jedoch auf der Suche nach einem komfortablen Fußbett für lange Wanderungen ist, der sollte beim Banks GTX zuschlagen.

Allrounder: Garmont Rambler 2.0 GTX

Allrounder

Garmont Rambler 2.0 GTX

Test: Garmont Rambler 2.0 Gtx
Schön ausgestatteter und ebenso schön verarbeiteter Wander- und Bergstiefel mit breitem Einsatzspektrum.

»Rambler« bedeutet so viel wie »Wanderer«, und diesem Namen macht der Garmont Rambler 2.0 GTX auch alle Ehre. Doch der Schuh eignet sich nicht nur für Wanderwege im herkömmlichen Sinn. Das Design erinnert an einen Hochtourenstiefel und es ist zudem farbenfroh und unkonventionell – wie man es von dem italienischen Hersteller gewohnt ist.

Im Test musste sich der Wanderschuh auf zwei etwas schrofferen Karwendel-Zweitausendern beweisen. Positiv ist die breite Passform des Garmonts, durch die auch breitere Füße ohne Probleme Platz haben. Auf den gewundenen, wurzeldurchsetzten Pfaden über groben Schotter zeigten die Vibram-Sohlen, was sie drauf haben. Die feste, direkte Schnürung fixiert den Fuß schon beim ersten Schnürvorgang gut, was bei anderen getesteten Modellen nicht der Fall war.

Der Garmont wurde nur ein paar Tage nach dem Brütting Mount Meloni getestet. Dabei fiel der frappierende Unterschied in Sachen Fußbett auf: Beide Modelle werden zwar in Fernost hergestellt, doch der Gehkomfort ist beim Rambler 2.0 GTX auf einem ganz anderen Niveau. Hier wird der Unterschied zwischen Qualitätshersteller und Billigmarke deutlich. Während wir beim Modell von Brütting froh waren, das Ende der Tour erreicht zu haben, hängt man beim Garmont gerne noch einen Gipfel dran.

Der Schuh eignet sich auch für alpinere Ziele, sogar mit Querung eines Schneefelds. Auch nasse Wiesenpfade, schmale Steige, Teerstraßen oder ausgewaschenen Fahrwege sind für dieses Modell kein Problem. Bergab punktet der Garmont Rambler 2.0 GTX mit einem ausgezeichneten Grip. Dank der Gore Tex-Membran kann man mit diesem Wanderschuh zudem auch durch Bäche warten. Somit erhält der Garmont eine Empfehlung als Allround-Tipp.

Vielseitig einsetzbar: Salewa Alp Trainer II Mid GTX

Vielseitig einsetzbar

Salewa Alp Trainer II Mid GTX

Test: Salewa Alp Trainer Ii Mid Gtx
Komfortabler, leichter und technisch durchdachter Wander- und Bergstiefel mit ausgezeichneten Trageeeigenschaften.

Der Salewa Alp Trainer II Mid GTX gefällt auf Anhieb. Der Outdoor-Vollausstatter und Traditionshersteller hat sich in den letzten Jahren zu einem ernstzunehmenden Schuhhersteller entwickelt.

Der Schuh ist in grau-schwarz gehalten und hat zudem ein paar neongrüne Farbtupfer. Die Passform ist gutmütig und recht breit, sodass hier nichts einengt oder zwickt. Vor allem im Vorderfußbereich hat man eine Menge Platz. Die Vibram-Sohle ist schön griffig und bringt die perfekte Balance aus Gummihärte und Kraftübertragung mit. Das alles sorgt für einen im Test unübertroffenen Grip.

Getestet wurde der Schuh auf einer 500-Höhenmeter-Tour. Er schützt trotz des mittelhohen Schafts mit einem Gepäck von rund 20 Kilo auf dem Rücken gut vor dem Umknicken. Egal ob steile, teils schlammige Wurzelpfade, Wiesen- oder Kieswege – der Schuh kommt überall problemlos zurecht und bietet eine tolle Kombination aus Grip, Umknickschutz und Sicherheit.

Leider verhakten im Test sich die dünnen Schnüre des 3F-Systems am linken Schuh mit einer Öse der Schnürung am rechten Schuh. Nicht nur wären wir dadurch beinahe gestolpert und gestürzt, die Plastikführung des Schnürsystem ist am linken Schuh auch eingerissen und die Schnur steht ein wenig hervor. Daher sollte man beim Schnüren darauf achten, dass die Metallschnüre eng am Schaft anliegen. Zudem sollte sich der Hersteller überlegen, ob er das System nicht etwas »stolpersicherer« unterbringen kann.

Der gute Gesamteindruck wird dadurch aber kaum getrübt. Der Salewa Alp Trainer II Mid GTX ist vielseitig auf Bergtouren, Wanderungen und auch auf Klettersteigpassagen einsetzbar. Dank Gore-Tex sind zudem auch Bachpassagen und feuchte Wiesen kein Problem.

Moderne Optik: Mammut Ducan High GTX

Moderne Optik

Mammut Ducan High GTX

Eine große Stärke des Ducan High GTX von Mammut ist sein fantastischer Sitz, wie im Test schon nach wenigen Metern deutlich wurde. Mit verantwortlich dafür ist die innovative Zungenkonstruktion des Schweizer Unternehmens. Die Zunge ist nämlich nicht, wie bei vielen Konkurrenzmodellen, ein separates Bauteil, sondern eins mit dem Rest des Schuhs. Das sorgt nicht nur dafür, dass sich der Schuh sehr gut an den Fuß anschmiegt, sondern beugt auch Reibe- und Druckstellen vor.

Die Passform des Mammut konnte uns auch bei recht schwerer Beladung überzeugen, man merkt hier, dass sich der Hersteller durch die Übernahme von Raichle eine Menge Erfahrung und Wissen im Schuhbereich hinzugekauft und dieses auch weiterentwickelt hat. Was seine Form angeht, so scheint sich Mammut hier vor allem an die klassischen »Durchschnittsfüße«, gemeint sind damit lange und schmale Füße, zu richten.

Für ausreichend Halt sorgt ein relativ hoher Schaft, der sich auf etwas längeren Querungen mit Zusatzgewicht als äußerst angenehm herausstellte. Lediglich das Design ist für Wanderschuhe ein wenig ungewöhnlich, uns hat die Kombination aus asymmetrischer Schnürung sowie Knit-Obermaterial allerdings recht gut gefallen. Ein weiterer Vorteil der Ducan High GTX ist ihr geringes Gewicht: Ein Paar wiegt lediglich 1.100 Gramm (Schuhgröße 44 2/3).

Fester Grip: Dachstein Super Ferrata MC GTX

Fester Grip

Dachstein Super Ferrata MC GTX

Test: Dachstein Super Ferrata Mc Gtx
Toll geschnittener, fester Bergstiefel mit hoher Trittpräzision und schöner Verarbeitung.

Auch die Passform des Super Ferrata MC GTX von Dachstein war in unserem Test hervorragend, der Schuh schmiegte sich förmlich um den Fuß – Wohlfühlatmosphäre inklusive. Für den Einsatz an Kletter- und Steilstücken ist die Ziehkappe der 1,3 Kg leichten Lederschuhe mit einem besonders abriebfesten Material präpariert.

Getestet wurde der Dachstein im Karwendel auf einer anspruchsvollen und schnellen Tour, bei der wir ihn zwar nicht im Klettersteig testen konnten, dafür aber an einem felsdurchsetzten und steilen Pfad, der auf 2452 Meter Höhe hinaufführte. Dort angekommen wurden wir übrigens von einem Graupelschauer überrascht, bei dem unsere Füße dank Gore-Tex trocken geblieben sind.

Beim Abstieg konnte der Super Ferrata MC GTX durch seinen kontrollierten und festen Grip überzeugen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man aufgrund des geringen Volumens des Dachstein-Schuhs immer relativ genau weiß, wo man hintritt. So sind wir, trotz glitschiger Felsen, nie ausgerutscht. Das sichere und angenehme Tragegefühl wird von dem aus Neopren gefertigten Schaft zusätzlich unterstützt. Dieser ist wegen seiner mangelnden Höhe nicht unbedingt für Schwerlastträger geeignet, im Fels hat diese Bewegungsfreiheit allerdings deutliche Vorteile.

Was gibt es sonst noch?

Der Stream GTX sitzt sofort perfekt. Beim Komfort muss sich der Italiener zwar knapp dem Hanwag geschlagen geben, dafür ist dieser in Summe ein knappes Pfund schwerer, was nach ein paar Stunden wandern einen klaren Vorteil für den La Sportiva bedeutet. Dem Schuh gelingt so der Spagat zwischen einem technischen Bergschuh und einem leichten Trekkingstiefel. Obwohl sein Schaft optisch ein wenig ausladend wirkt, ist auch dieser sehr komfortabel und lässt sich zudem leicht schnüren. Das sorgt dafür, dass man auch bei glitschigem Waldboden oder auf nassen Bachkieseln festen Griff hat.

Bei der Bachtour zeigte sich die Gore-Tex-Membran relativ unbeeindruckt vom Wasser, während des ganzen Aufstiegs im Bach blieben unsere Füße trocken. Der Sitz des Schuhs war die ganze Wanderung über fest, aber niemals unbequem. Auch beim anschließenden Aufstieg auf den Berg konnten die jeweils nur 520 Gramm schweren Schuhe glänzen. Zwar muss man hier auf das für Wanderschuhe so beliebte Leder verzichten, dafür sind die Schuhe sehr leicht und man ist schnell unterwegs.

Obwohl es sich bei den Salewa Mountain Trainer Mid Gore-Tex Herren Schuhen um Bergschuhe handelt, sind sie erstaunlich leicht. Das »Mid« in der Namensbezeichnung deutet die Höhe des Schafts an, der mit diesem »Mittelmaß« den Bewegungsspielraum von Unterschenkel und Knöchel merklich erhöht und zudem einen Einblick in das Fachgebiet der Bergschuhe liefern: Kletterbegehungen und zügige Bergbesteigungen. Die Zwischensohle ist zwar steif, keinesfalls aber zu steif. Zusammen mit der Profilsohle von Vibram hatte man beim Wandern also nicht nur viel Grip, sondern auch die Abrollvorgänge waren sehr homogen.

Die Passform ist durchaus gelungen, wobei der vergleichsweiße niedrige Schaft dafür sorgt, dass man im hochalpinen Terrain die nötige Flexibilität wahren kann. Für den Einsatz auf langen Schneefeldern sind allerdings Gamaschen empfehlenswert, ansonsten sind die Füße nässe-gefährdet. Unterm Strich hat Salewa hier vieles richtig gemacht, der Schuh ist auf den höheren Bergen zuhause und wirkt bei gemütlichen Bergtouren im Voralpenland geradezu unterfordert. Lediglich für Eis- oder Gletschertouren sollte man zu höherschaftigen und etwas steiferen Schuhen greifen.

Der Island Pro MFS von Meindl ist eine waschechte Schuh-Legende. Seit Jahrzehnten wird der Volllederschuh beinahe unverändert hergestellt, er genießt deshalb unter Bergsteigern einen Ruf als qualitativ hochwertiger und stabiler Schuh. Daher verwundert es auch nicht, dass es sich bei dem Schuh aus deutscher Fertigung um den schwersten im ganzen Testfeld handelte, satte 934 Gramm haben wir gemessen.

Die Boliden für den Fuß sind für Weitwanderer und ernsthafte Bergsteiger konzipiert, alles an diesem Schuh wirkt, als wäre es für die Ewigkeit gebaut. So gibt es Modelle, die seit mehreren Jahrzehnten im Einsatz sind und regelmäßig zum Neubesohlen beim Hersteller landen. Weil es im Wandersektor aber komfortablere, agilere und leichtere Modelle gibt, hat der Meindl eine Empfehlung knapp verpasst.

Ein Blick auf den inov-8 Roclite 345 wirft die Frage auf, ob es sich bei diesem Exemplar nun um einen Berg- oder doch um einen Laufschuh handelt. Mit einem Gewicht von lediglich 376 Gramm sowie seiner festen Schnürung reagiert der Schuh sehr schnell auf die Bewegungen seines Trägers.

Der Nachteil der Roclite ist, dass man beim Tragen genau darauf achten muss, wo man hintritt. Für Anfänger ist das Leichtgewicht deshalb nicht empfehlenswert, der Schuh richtet sich eher an versierte Sportler, die einen Ultraleichtschuh suchen, mit dem man auch vorm Umknicken halbwegs geschützt sind. Für Wanderer ist dieser Schuh zu weich.

Der Lowa Renegade GTX Mid ist im Bereich der Wanderschuhe das, was ein VW Golf für Autos ist: ein Klassiker, den nahezu jeder kennt und der sich über die Jahre einen gewissen Ruf erarbeitet hat. Als klassischer Allrounder richtet sich der Renegade vor allem an Bergsteiger und ambitionierte Wanderer. Dabei verrät die weiche Sohle direkt, dass der Fokus des GTX Mid auf Wanderungen gelegt wurde, die im leichten oder mittelschweren Gelände stattfinden.

Zwar zeugen zahlreiche Testsiege von den Vorteilen des Schuhs, über die Jahre hinweg wirkt er mittlerweile, im Vergleich zur »modernen« Konkurrenz, ein wenig eingestaubt und könnte, nicht nur aufgrund seines vergleichsweise hohen Gewichts, ein Update vertragen. Trotzdem handelt es sich hier um einen robusten und hervorragend verarbeiteten Schuh, der sich vor allem an allem an jene richtet, die bei ihren Wanderschuhen keine Experimente machen wollen und ein langlebiges Produkt suchen.

Wissenswertes über Wanderschuhe

Weil die Schuh-Hersteller jede Saison mit Neuheiten glänzen müssen, die sie von den Konkurrenzprodukten abheben, wird man also Kunde regelmäßig mit neuen Innovationen und technischen Kniffen versorgt. Manches bleibt aber unverändert, wie diese Begriffe.

Vibram-Sohle

Die Marke Vibram hat im Bereich Schuhe eine ähnliche Rolle wie sie Bosch bei Autos inne hat. Folglich dürfte es also schwer fallen, einen Bergschuh zu finden, der nicht mit dem sechseckigen Logo der Italiener geschmückt ist, lediglich die Schuhproduzenten Keen und Salomon setzen hier auf Eigenentwicklungen. Der Grund für die Dominanz von Vibram ist, dass der Hersteller sich schon vor vielen Jahren einen Namen gemacht hat – Vitale Bramani, der Firmengründer, meldete seine Sohle schon 1937 zum Patent an.

Gibt es einen Unterschied zwischen Berg- und Wanderschuhen?

Beim Beantworten dieser Frage hilft das Modell zur Schuh-Kategorisierung der Firma Meindl weiter. Dabei werden die Schuhe anhand von unterschiedlichen Merkmalen in verschiedene Klassen eingeteilt (A-F). Wanderschuhe, die mit einem hohen Schaft ausgestattet sind, werden dabei der Kategorie A/B zugeordnet, während Bergstiefel bereits in der Kategorie D verortet werden. Unter anderem Verantwortlich für die unterschiedliche Einteilung ist der höhere und steifere Schaft der Bergschuhe, wobei hier auch die Beschaffenheit der Zwischensohle eine Rolle spielt.

Zwischensohle

Mit dem Begriff »Zwischensohle« bezeichnet man den Unterbau des Schuhs, also genau das Bauteil, welches zwischen dem Fußbett und der Schuhsohle liegt. Je nach Hersteller und Einsatzbereich ist diese entweder recht weich, was dem Komfort beim Gehen und das Gefühl für den Untergrund verbessert, oder hart, damit man auf Geröll und Steigen genügend Gehkomfort und Halt findet.

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Auf solchem Terrain ist eine harte Zwischensohle hilfreich.

Obermaterial

Zwar gibt es nach wie vor den klassischen Vollleder-Bergschuh, die zahlreichen Innovationen in diesem Segment verdrängen ihn aber immer weiter. Mittlerweile gibt es die unterschiedlichsten Materialkombinationen, wobei sich auch hier – analog zu den Laufschuhen – ein Trend zu gestricktem Gewebe als Obermaterial (neudeutsch »Knit«) abzeichnet.

Schafthöhe

Bei der Wahl  des richtigen Schafts kommt es vor allem auf den Einsatzbereich des Schuhs an. Bei leichten Wanderungen und geringem Gepäck ist ein solider Halbschuh bereits völlig ausreichend. Wird das Gelände steiler und das Gewicht schwerer, sollte es dann auch ein höherer Schaft sein. Dieser dient dazu, das Fußgelenk vor Verletzungen zu schützen, wenn man mit hohem Gewicht durch unwegsames Gelände wandert.

Gore-Tex bei Wanderschuhen

Geht es um wasserdichte Membranen, kommt man an einem Hersteller nicht vorbei: Gore-Tex. Dieser hat sich im Bereich der wasserdichten Schuhe zu einer Art Industriestandard entwickelt und es gibt nur wenige Hersteller, die in diesem Bereich auf Eigenentwicklungen setzen. Mit dem Keen (KEEN Dry) und Brütting (Comfortex) sind jedoch zwei in unserem Testfeld vertreten.

So haben wir getestet

Für unseren Test kamen alle Berg- und Wanderschuhe auf Touren unterschiedlicher Länge zum Einsatz. Einfache Pfade wurden für den Test ebenso beschritten wie Gletscherquerungen und grobgerölliges Gelände.

Weil beim Wandern nicht nur der Untergrund, sondern auch die Beladung eine Rolle spielt, haben wir auch diese variierte. Das Rucksackgewicht schwankte deshalb zwischen fünf und 20 Kilogramm. Sofern die Hersteller ihren Schuh als »wasserdicht« beworben haben, wurde der Schuh einer Bachdurchwatung unterzogen, um zu prüfen, ob er wirklich wasserdicht ist.

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