Test: Smart Lock

Smart Locks im Test : Sesam, öffne dich

Update 17.03.2022

Für viele klingt es verlockend, Türen ohne Schlüssel, einfach per Smartphones zu öffnen – am besten sogar automatisch. Dabei liegt der Teufel jedoch im Detail: Nicht alle Smart Locks erledigen ihre Aufgaben zuverlässig. Wichtige Kriterien sind außerdem Funktionsumfang, Installation sowie Sicherheit.

Update 17. März 2022

Wir haben das Nuki 3.0 und das LOQED Smart Lock getestet, wobei beide gleich den Sprung in unsere Empfehlungen geschafft haben.

8. September 2021

Wir haben weitere Smart Locks getestet. Das Yale Linus Smart Lock ist eine Empfehlung.

30. September 2020

Wir haben ein neues Smart Lock getestet. Das Tedee können wir guten Gewissens empfehlen.

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Ibrahim Altiparmak
hat als Technik-Redakteur unter anderem für das Computermagazin CHIP geschrieben. Er schreibt vor bevorzugt über die Themen PC, Smartphone, Tablet und Smart Home.

Das Smartphone wird auch in den eigenen vier Wänden immer mehr zur Allzweckwaffe. So kann man mit einer entsprechenden App etwa Heizung oder Licht steuern, oft sogar per Sprachbefehl. Doch immer mehr setzt sich auch ein neuer Trend durch: Handys als Schlüssel-Ersatz. Die sogenannten Smart Locks werden per Smartphone-App, und in manchen Fällen gar per Smartwatch, auf- und zugesperrt und bieten gegenüber Schlüsseln einige Vorteile, bergen aber auch Gefahren.

Praktisch ist etwa die häufig angebotene Funktion »Auto-Unlock«, bei der das Schloss automatisch erkennt, wenn man sich auf die Tür zu bewegt. Außerdem ist es so unproblematisch, weiteren Personen Zugangsberechtigungen zu erteilen, da man sie einfach zur App einlädt, anstatt einen neuen Schlüssel bestellen zu müssen. Verliert man sein Smartphone, so ist der digitale Schlüssel deaktivierbar – und falls man sich nur aussperrt, können andere Nutzer einem aus der Ferne die Tür öffnen.

In der Theorie klingt das erstmal sehr angenehm, aber natürlich muss auch in der Praxis alles funktionieren, und zwar zuverlässig. Daher haben wir bei 13 Smart Locks getestet, ob sie ihre Versprechungen halten, oder sich im Alltag doch als unpraktisch oder unsicher erweisen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Komfortable BedienungSchick und zuverlässigLeiseGut verarbeitetMit Touch
Test: Nuki 3.0Test: Tedee Smart LockTest: Yale Linus Smart LockTest  Sesam, öffne dich: Danalock V3Test: Loqed Smart Lock
Modell Nuki Smart Lock 3.0 Tedee Smart Lock Set Yale Linus Smart Lock Danalock V3 LOQED Smart Lock
Pro
  • Motorisiert
  • Einfache Montage
  • Auto Unlock sehr zuverlässig
  • Große Auswahl an Zubehör
  • Leiser Motor
  • Transparente Datenschutz­politik
  • Motorisiert
  • Schick
  • Sehr gute Material­qualität
  • Integrierter Akku
  • Auto Unlock sehr zuverlässig
  • Motorisiert
  • Leise
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Funktioniert in den meisten Fällen mit dem bestehenden Zylinder
  • Motorisiert
  • Gute Materialqualität
  • Normale Schlüssel können weiterhin verwendet werden
  • Auch ohne Zubehör nützlich
  • Umfangreicher Lieferumfang
  • Touch-Öffnungs-Funktion
Contra
  • Plastikgehäuse
  • Zubehör noch nicht verfügbar
  • Keine Wear-OS-Unterstützung
  • Auto-Unlock funktioniert nicht immer
  • Große Geofence unter Android
  • Auto Unlock nicht so zuverlässig unter iOS
  • Zylinder muss ausgetauscht werden
  • Vergleichsweise hoher Montageaufwand
  • Teuer
Bester Preis

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Komfortable Bedienung: Nuki Smart Lock 3.0

Komfortable Bedienung

Nuki Smart Lock 3.0

Test: Nuki 3.0
Das Smart Lock ist komfortabel zu bedienen und funktioniert mit bestehenden Zylindern. Das Zubehör lässt keine Wünsche offen.

Einmal mehr trumpft Nuki mit einem Smart Lock der Spitzenklasse auf: Das Nuki Smart Lock 3.0 ist kinderleicht zu befestigen und bietet dabei alle Sicherheitsmerkmale, die Smart Locks heutzutage überhaupt erfüllen könnten. Mehr kann man sich nicht wünschen.

Das Design hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht verändert. Farblich ist das Nuki mit der Standardversion in Weiß und in der Luxus-Version in Schwarz erhältlich. Die weiße Farbe hat sich als beliebter erwiesen, da so das Smart Lock an den meisten Türen viel weniger auffällt.

Nicht nur bei der Farbe gibt es etwas Neues, sondern auch beim Motor. Dieser arbeitet nämlich mit 62 Dezibel (einen Meter entfernt gemessen) anstatt den 65 Dezibel vom Nuki 2.0. Wirklich leise ist der neue Motor also nicht, aber eine Verbesserung ist immerhin festzustellen.

Das 3.0 von Nuki gibt es auch in der Pro-Version, welches mit einem WLAN-Modul sowie einem Powerpack ausgestattet ist, dafür kostet die Version auch 100 zusätzliche Euro. Das Battery Pack kostet im Einzelverkauf 50 Euro, und wer kein WLAN-Modul hat, kann es durch eine Nuki Bridge ersetzen, welche 100 Euro teuer ist. Im Großen und Ganzen verbraucht das WLAN-Modul ziemlich viel Strom. Den letzten Nachteil stellt der Drehring dar: Die Pro-Version bietet einen Ring aus Aluminium, während die herkömmliche Version nur einen Plastikring hat.

Richtig schnell geht das Anbringen des Nuki Smart Lock 3.0. Das funktioniert folgendermaßen: Ein Klebestreifen wird auf dem Türschloss befestigt, der Schlüssel im Schloss versenkt, das Gerät auf der Klebeplatte geclipst, und schon ist die Installation beendet.

Sollte das Schloss einen Zylinder besitzen, der ein wenig hervorsteht, kann auch die Montageplatte verwendet werden, die dann aber festgeschraubt werden muss. Der Inbusschlüssel für die Befestigung ist auch im Lieferumfang enthalten. Die Montage dauert unter dem Strich nicht einmal fünf Minuten, auch wenn man kein überragendes handwerkliches Können besitzt.

Welche intelligenten Funktionen bringt das Smart Lock von Nuki eigentlich mit? Ziemlich viele, wie sich herausstellt, denn das intelligente Schloss verfügt über eine Auto-Unlock-Funktion sowie eine Geräte- und Benutzer-Verwaltung. Im Alltag reichen die Fähigkeiten des Nuki aber durchaus und im Gebrauch macht das Nuki auch eine astreine Figur.

In unserem Test haben wir das Smart Lock mit der Nuki Bridge untersucht, die aber bei der Basis-Version einzeln gekauft werden muss – die Pro-Version hat die Bridge bereits integriert. Die Bridge wird in unmittelbarer Nähe des Smart Locks untergebracht, wodurch das Smart Lock mit dem Internet verbunden wird. Um die Accessoires zu verknüpfen, müssen sie via App verbunden werden.

Außerdem haben wir den Türsensor getestet. Der Sensor ist zweiteilig, ein Teil wird an der Türe und der andere am Rahmen angebracht. Der Sensor erlaubt es, in der Anwendung zu überprüfen, ob die Türe wirklich geschlossen ist, was den nervösen Verdacht besänftigt, dass die Türe gar nicht abgeschlossen sein könnte.

Nuki selbst gibt an, dass man mit dem Smart Lock 3.0 eine externe Lösung ausgewählt hat, weil eine ins Smart Lock integrierte Lösung zu unzuverlässig funktioniert. Gerade bei einem Schloss darf natürlich nichts schiefgehen, denn ein Fehler hätte fatale Folgen. In unserem Test konnten wir nie Falschinformationen feststellen, was die Zuverlässigkeit des Schlosses stützt.

 Sesam, öffne dich Test: Nuki
Ob die Türe geschlossen ist oder offen, sieht man dank des Sensors auch in der App.

Was allerdings nicht ganz so funktioniert, wie Nuki das schildert, ist das Powerpack. Grundsätzlich besteht es aus vier AA-Akkus, welche über ein Steck-System verfügen. Die Pro-Version wird mit dem Powerpack geliefert, die Standardversion ohne. Jedoch können wir aus unserem Test nicht bestätigen, dass das Powerpack tatsächlich für mehr Saft sorgt, denn auch mit voller Ladung reichte die Energie für zwei bis drei Monate Nutzungsdauer; dieser Langzeittest wurde allerdings mit dem Nuki 2.0 durchgeführt.

Die App von Nuki überzeugt jedoch restlos. Sowohl Profis als auch Einsteiger werden von der App angesprochen, denn man wird an einer lockeren Leine geführt: Man kann relativ weit davon preschen, wenn man es möchte, aber zugleich erhält man noch Unterstützung, wenn man sie braucht.

Die Software bleibt so praktisch wie eh und je. So kann man beispielsweise sehr einfach Freunden und Bekannten Zugriff erteilen oder sogar fortgeschrittene Berechtigungen, wie zum Beispiel zeitlich eingeschränkten Zugang für das Reinigungspersonal, können erteilt werden.

Mit einem Smart Lock werden wohl die meisten Menschen eine Auto-Unlock-Funktion verbinden. Befindet man sich in der Nähe der Tür, öffnet sie sich automatisch, ohne dass man das Smartphone zücken muss. Dann müsste man nur noch die Tür aufmachen. Leider klappt das bei einer beachtlichen Anzahl Smart Locks nicht zuverlässig, was die Funktion in ihrer Nützlichkeit hemmt.

In unserem Test hat das Nuki Smart Lock 3.0 aber sehr zuverlässig funktioniert. Einzig wenn man den Geofence nur für kurze Zeit verlässt, funktioniert das Auto-Unlock nicht so richtig. Viel realistischer dürften aber Situationen sein, in denen man sich weiter weg bewegt, weil man etwa zur Arbeit fährt. In diesen Situationen funktioniert das Auto-Unlock ausgezeichnet.

Smart Lock Test: Nuki Screenshot
Damit alle Fähigkeiten des Smart Locks ermöglicht werden, muss im Hintergrund ständig der Standort abgefragt werden.

Im Zusammenhang mit iPhones hat es allerdings online Kritik gegeben, welche aber gegen iOS 15 gerichtet war, denn seit dieser Version unterbindet Apple die kontinuierliche Standort-Abfrage, was natürlich Funktionen wie das Auto-Unlock betrifft. In diesem Bereich hat Apple angekündigt, dass die Funktion wieder ermöglicht werden soll, da der Nutzen der Funktion überragend ist und Nuki den Datenschutz sehr ernst nimmt, was man auch selbst hier überprüfen kann.

Das Nuki 3.0 ist mit dem Apple HomeKit kompatibel, und mit der Nuki-Bridge kann auch eine Verknüpfung mit Alexa oder dem Google Assistant aufgebaut werden.

Einer der größten Makel beim Nuki ist der Akku des Battery Packs mit seinen 2.500 mAh, den wir über geraume Zeit an einem Nuki 2.0 testen konnten. Leider reicht der extra Saft nämlich nicht etwa für ein Jahr, sondern nur für zwei bis drei Monate moderater Nutzung, wonach es wieder geladen werden muss.

Darüber hinaus ist es schade, dass nun bei der Standard-Variante ein Plastikring verbaut wurde, was die Wertigkeit des Schlosses leider senkt. Alles in allem bietet das Nuki 3.0 viel für seinen vergleichsweise geringen Preis, denn an der Sicherheit und der Verarbeitung lässt sich nichts bemängeln.

Schick und zuverlässig: Tedee Smart Lock Set

Schick und zuverlässig

Tedee Smart Lock Set

Test: Tedee Smart Lock
Ein Smart Lock, das den Namen verdient. Das Schloss kann mit seiner Bedienung und dem kompakten Gehäuse überzeugen.

Keine Preise gefunden.

Die IoT-Softwareschmiede Predica hat zusammen mit Gerda, einem Unternehmen, das auf Sicherheitstechnik spezialisiert ist, das Tedee Smart Lock Set entwickelt. Das Ergebnis ist das Tedee Smart Lock System. Schon optisch unterscheidet sich das Tedee von den Konkurrenten durch sein unaufgeregtes, solides Design, das sich dank des verbauten Aluminiums auch sehr hochwertig anfühlt.

Das Innenleben des Smart Lock Sets besteht aus einer angenehm leise arbeitenden Motoreinheit, welche von einem 3.000 Milliamperestunden Akku mit Strom versorgt wird. Eine Akkuladung reicht in der Regel für mehrere Monate aus. Für das Laden steht ein Micro-USB-Port zur verfügung. Das im Lieferumfang enthaltene zwei Meter lange Kabel verfügt zudem über einen magnetischen Adapter. So umgeht der Hersteller das Problem, dass beim Laden Kabel ausgerissen werden können.

Das Tedee wird an der Tür-Innenseite befestigt, was es theoretisch ermöglicht, die Tür auch weiterhin mit dem Schlüssel aufzusperren. Im Unterschied zum Nuki kann das Tedee Smart Lock jedoch nicht auf vorhandene Zylinder nachgerüstet werden, sondern setzt zwingend den Einbau eines Modularzylinders voraus, der mit einer Verschlusssicherheitsklasse von sechs spezifiziert ist, was als besonders sicher gilt.

Bei der Nachrüstung stehen zwei verschiedene Varianten zur Auswahl. Bei der ersten Variante wird der Zylinder lediglich an der Türinnenseite angepasst, während der Zylinder auf der anderen Seite 30 Millimeter übersteht. Die zweite Variante lässt sich beidseitig anpassen, dort steht entsprechend nichts über. Die Montage geht recht schnell von der Hand, und weil Türschlösser auch mal unterschiedlich dick sein können, gibt es Adapter, mit denen sich der Zylinder für jedes anpassen lässt.

Ist der alte Zylinder durch den neuen ersetzt, kann man das Tedee-Schloss mithilfe eines Inbusschlüssels darauf anbringen. Alles in allem überfordert die Montage nicht und ist sogar mit den berühmten zwei linken Händen zu schaffen.

Um zu überprüfen, ob das Schloss einsatzbereit ist, muss der Knopf des Tedee kurz (etwa zwei Sekunden) gedrückt werden. Eine Lichtsignalfolge bestätigt daraufhin, dass es losgehen kann. Sollten bei der Installation Probleme auftreten, kann die ausführliche Bedienungsanleitung weiterhelfen. Diese enthält viele Bilder und ist auf Deutsch verfügbar.

Nachdem man die App heruntergeladen hat, kann es endlich losgehen. Einmal als Administrator eingeloggt genügt ein Scan des QR-Codes, der auf das Schloss selbst gedruckt ist oder auch im Benutzerhandbuch gefunden werden kann, um die Installation zu beginnen.

Zuletzt muss das Schloss noch kalibriert werden, das heißt, es muss ihm beigebracht werden, ab wie viel Grad Rotation auf- und abgesperrt ist. Ist auch dieser Arbeitsschritt geschafft, kann man damit beginnen, weitere Benutzer hinzuzufügen. Dabei genügt es bereits, einen Einladungs-Link per Mail an die entsprechenden Nutzer zu schicken. Mit diesem Link kann sich der eingeladene Nutzer dann auch der Seite registrieren und schon braucht er keinen Schlüssel mehr, um die Tür aufsperren zu können.

Es ist nicht nur möglich für jeden Nutzer ein Ablaufdatum seines Zugriffsrechts zu definieren, sondern es lassen sich sogar bestimmte Zeitfenster definieren, zu denen sich die Tür jeweils nur öffnen lässt. Außerhalb dieser Fenster ist ein Öffnen der Tür für dieses Profil dann nicht möglich. Besonders gut gelungen finden wir auch die Auto-Lock-Funktion. Steht man vor der Tür, sperrt sich diese zuverlässig und wie von Geisterhand von selbst auf – allerdings genehmigte sich die Geisterhand regelmäßig ein bis zwei Gedenksekunden, bis sie die Tür öffnete. Das sollte noch schneller gehen, finden wir.

Angenehm ist zudem, dass sich der Radius des Geofences zwischen 900 und 100 Metern einstellen lässt, an den 50 Meter Radius der Nuki kommt das Tedee allerdings nicht heran. Generell lässt sich das Tedee sehr intuitiv bedienen, seine Softwareoberfläche ist wie das Design: schick, schlicht und gut bedienbar.

Ebenfalls positiv erwähnt werden sollten die Datenschutzerklärung und die App-Sicherheit von Tedee, die jeweiligen Fragen nach der Berechtigung sind mit Erklärungen versehen, warum und wofür die Zugriffsrechte verwendet werden.

Um mit dem Smartphone zu kommunizieren, wird die moderne AES256-Verschlüsselung verwendet, bei der Kommunikation via Internet setzt der Hersteller auf TLS-1.3, was uns – auch mit Blick auf den lobenswerten Datenschutz – zu der Annahme führt, dass wir es hier mit einem Schloss zu tun haben, das wirklich sicher ist.

Das durch und durch stimmige Bild wird ein wenig davon getrübt, dass es aktuell noch keine Möglichkeit gibt, das System an Mehrfamilienhäusern oder Gegensprechanlagen zu verwenden. Insgesamt jedoch schlägt sich das Tedee Smart Lock in unserem Test sehr gut, es gehört mit zu den sichersten Systemen in unserem Testfeld und sieht dabei sogar noch gut aus – klare Kaufempfehlung.

Leise: Yale Linus Smart Lock

Leise

Yale Linus Smart Lock

Ein solides Metallgehäuse, ein enorm leiser Motor und eine App, die mit jeder Menge Extras aufwarten kann: Das Yale Linus Smart Lock hat es zurecht in die Riege unserer Empfehlungen geschafft.

Bei der Montage des Yale Smart Locks stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Während bei Ersterer das Ersetzen des Original-Zylinders nötig wird, muss man bei der zweiten Montage-Möglichkeit lediglich die Montageplatte mithilfe eines Klebepads am Türschloss befestigen.

Hat man sich für die Variante entschieden, bei der auch der Zylinder ausgetauscht wird, muss man nun noch den gabelförmigen Stab, welcher eine Art Schlüsselprothese darstellt, in das dafür vorgesehene Loch stecken. Dann beginnt man mit der Montage des Stellmotors, indem man ihn einfach auf die Montageplatte setzt und die Einheit, in der sich auch der Stellmotor befindet, mithilfe zweier Flügelelemente daran festmacht – fertig ist die Montage.

Um das smarte Türschloss letztlich auch benutzen zu können, braucht es schließlich noch die App. Nachdem man die heruntergeladen hat, braucht man ein entsprechendes Konto bei Yale. Für das nötige Maß an Sicherheit sorgt hier eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Sowohl übers Smartphone, als auch per Mail bekommt man unterschiedliche Codes zugesandt, die man eingeben muss.

Die Oberfläche der App ist hübsch gemacht und intuitiv bedienbar, man merkt, dass sich Yale hier Mühe gegeben hat und die Software sehr benutzerfreundlich gestaltet ist. Besonders gut gefallen hat uns, wie einfach es beispielsweise ist, Zugangsberechtigungen zu verteilen, oder bestimmten Nutzern bestimmte Rechte zuzuweisen.

Weil es bei Smart Locks aber auch darauf ankommt, wie gut sie Türen zu- und aufsperren können, haben wir auch das untersucht. Dabei ist uns aufgefallen wie fein man den Motor des Smart Locks einstellen kann, millimetergenau kann man dessen Rotation einstellen. Tritt er schließlich seinen Dienst an, wundert man sich erst einmal, denn das Yale ist deutlich leiser als die Konkurrenz, 57 Dezibel kommen noch an, wenn man einen Meter entfernt steht. Das Nuki, übrigens ein durchschnittlich lautes Smart Lock, kommt hier auf 10 Dezibel mehr.

Ein Extra, das ganz nett ist, ist die sogenannte Doorsense-Funktion. Ein an der Seite des Türrahmens montierter Magnet sorgt dafür, dass es dem Smart Lock möglich ist zwischen einer geschlossenen, einer angelehnten und einer offenen Tür zu unterscheiden. Praktisch.

Weil wir im Test nicht nur mit dem Smart Lock, sondern auch mit der WiFi-Bridge ausgestattet waren, hatten wir nicht nur einen deutlich größeren Funktionsumfang, als das mit der Solo-Lösung möglich gewesen wäre, sondern das Smart Lock hat im Praxistest auch deutlich flotter reagiert, als ohne die besagte Bridge.

Zum eben angesprochenen erweiterten Funktionsumfang gehören die Auto-Unlock und die Lock-Funktion. Während es sich beim Auto Unlock um einen simplen Zeitschalter zum Zusperren der Tür handelt, hat man beim Auto-Unlock die Möglichkeit, einen Geofence rund um die eigenen vier Wände zu ziehen. Hat man den Bereich verlassen, registriert dies das Smarte Türschloss und deaktiviert die Funktion, dass sich die Tür von selbst aufsperrt, wenn man sich ihr nähert.

Unterm Strich ist Yale hier ein Smart Lock gelungen, das mit seiner hervorragenden Verarbeitung und seinem umfangreichen Funktionsumfang viele Vorteile in sich vereint. Es sind lediglich noch Kleinigkeiten, die es hier zu kritisieren gibt.

Gut verarbeitet: Danalock V3

Gut verarbeitet

Danalock V3

Test  Sesam, öffne dich: Danalock V3
Danalock bietet ein gutes Smart Lock für Einsteiger an auf Wunsch gleich mit passendem Zylinder.

Mit seinem Aluminiumgehäuse macht das Danalock V3 einen sehr hochwertigen und stabilen Eindruck. Das dritte smarte Schloss des dänischen Herstellers ist zunächst ähnlich konstruiert wie das Nuki: Man bringt das Schloss innen an, sodass es von außen unsichtbar ist und man von dort die Tür auch noch auf klassische Weise per Schlüssel öffnen kann. Ein wesentlicher Unterschied ist allerdings, dass man für das Danalock einen speziellen Zylinder benötigt, der aber nicht mitgeliefert wird und separat erworben werden muss.

Smart Lock Test: Smart Lock Danalock
Das Danalock ist keine Nachrüstlösung, funktioniert aber auf dieselbe Weise.

Beim Kauf des Danalock hat man die Wahl zwischen unterschiedlichen Versionen: Neben der Standardvariante mit Bluetooth gibt es verschiedene Smart-Home-Ausführungen, und zwar für HomeKit, Zigbee und Z-Wave.

Die Installation dauerte bei uns ein wenig länger als bei Nuki, was vor allem daran liegt, dass man zunächst den bestehenden Zylinder entfernen und dann den mit Danalock kompatiblen einbauen muss. Dieser Zylinder besteht aus mehreren Adapterstücken, die man zusammenfügen und verschrauben kann – somit ist die Länge verstellbar. Anschließend kürzt man noch den Mitnehmer, auf den später das Smart Lock gesetzt wird.

Smart Lock Test: Smartlocks Screenshots Danalock00006
Unter Android ist der Radius des Geofence riesig.

Hat man den Zylinder dann eingesetzt, ist die Extra-Arbeit getan. Den Rest kennt man von Smart Locks, die mit bestehenden Zylindern funktionieren: Auf den Zylinder kommt eine Montageplatte, worauf schließlich das Danalock geschraubt wird, das man noch mit dem Zylinder verbindet. Das Ganze kann durchaus etwas mühselig sein, sollte aber auch für handwerklich unbegabte Menschen zu schaffen sein.

Smart Lock Test: Smartlocks Screenshots Danalock00013
In der Android-Version hat sich die App ein zwei Mal aufgehängt.

Ist das Smart Lock einmal an der Tür, gehen die finalen Schritte der Installation aber schnell. Man koppelt sein Smartphone mit dem Danalock, meldet sich als Administrator an und konfiguriert das Schloss, indem man ihm beibringt, wie weit es das Schloss drehen muss, um auf- oder eben abzuschließen.

Familienmitglieder oder Arbeitskollegen kann man in der App leicht zur Nutzung berechtigen. Hier erweisen sich besonders die Zeitprofil-Einstellungen als hilfreich, mit denen man Nutzern nur beschränkten Zugang erteilen kann, also zu bestimmten Zeiten. Mit der Danabridge ist darüber hinaus ein Fernzugriff möglich.

Ebenso gibt es eine Auto-Unlock-Funktion, die – ähnlich wie bei Nuki – per GPS und Bluetooth sowie mit einem Geofence funktioniert. Auch hier kam es leider besonders bei unseren iOS-Testhandys zu Problemen bei der Zuverlässigkeit, die Android-Smartphones machten das besser. Die andere Schwachstelle ist der Geofence, der beim Danalock viel zu groß ausfällt. So beträgt der niedrigstmögliche Radius stolze 400 Meter – unverständlich, warum man nicht auch kleinere Entfernungen anbietet.

Einen guten Eindruck macht die Danalock Deutschland App, die intuitiv bedienbar ist und schön einfach gehalten ist – fast schon zu einfach, denn die Einstellungsmöglichkeiten sind doch recht begrenzt. Bei unserem Test hat sie sich leider hier und da einmal aufgehängt, dann half nur ein Neustart.

Übrigens funktioniert die App auch für watchOS und Wear OS, sodass man das Schloss auch per Smartwatch steuern kann. Eine weitere Alternative zum Smartphone stellt das Danapad dar: Dabei handelt es sich um ein Keypad, auf dem man die Tür per Zahlencode aufsperren kann.

Beim Datenschutz macht Danalock leider nur schwammige Angaben, sodass nicht genau geklärt ist, was mit gespeicherten Daten passiert oder welche Rechte Dritten eingeräumt werden. Immerhin wird beteuert, dass nur Informationen genutzt werden, die zur Funktionalität der App beitragen. Kritisch zu betrachten ist der Debug-Modus: Hier werden Logs erstellt und auf dem Handy gespeichert, die durchaus Zielscheibe für Hacker sein könnten. Ansonsten ist die Kommunikation aber ausreichend verschlüsselt.

Vom Grundpreis her ist das Danalock V3 ziemlich günstig, allerdings muss man bedenken, dass man zusätzlich den besonderen Zylinder benötigt. Dann ist man zwar immer noch ein wenig unter dem Preis von Nuki, allerdings fehlen dafür auch einige Funktionen, unter anderem eine Lösung für Gegensprechanlagen. Trotzdem macht das Danalock insgesamt eine gute Figur.

Mit Touch: LOQED Smart Lock

Mit Touch

LOQED Smart Lock

Test: Loqed Smart Lock
Das LOQED bietet mit seinem Touch-Sensor eine clevere Idee, wie man die Tür auch aufsperren kann.

Beim LOQED Smart Lock sieht man das Türschloss gar nicht mehr, da es gänzlich durch eine Plastikplatte mit Display obendrauf verdeckt wird. Das Schloss kann dank der berührungsempfindlichen Plakette mit allen Gliedmaßen entriegelt werden, das Smartphone muss aber auf alle Fälle in der Nähe sein.

Absolut notwendig ist das Smartphone jedoch nicht, denn im Notfall kann auch ein Zahlen-Passwort eingegeben werden – für den Alltag ist diese Entriegelungs-Methode aber nicht geeignet, denn durch die gebückte Haltung wird der Rücken es einem früher oder später büßen. Mit einem Smartphone kann also die Türe ganz einfach entriegelt werden, aber auch ohne kommt man noch nach Hause.

Das LOQED setzt eine schwierigere Montage voraus als andere Smart Locks. Es muss nämlich der Zylinder des Türschlosses entfernt und ein kurzer SKG-Dreisternezylinder an seiner Stelle eingebaut werden. Das ist nämlich dazu wichtig, dass auf der Außenseite des Schlosses genug Platz für den berührungsempfindlichen Außensensor bleibt. Dieser Sensor benötigt selbst Strom, weshalb an der unteren Aussparung des Zylinders ein Kabel hindurchgezogen werden muss, was einfacher ist, als man es sich vorstellt.

Die Montageanleitung findet man auf der Hersteller-Website, die einem auf einfache Art und Weise alle Schritte erklärt. Die sprachliche Ausformulierung der Anleitung lässt allerdings zu wünschen übrig, weshalb die Animationen ziemlich nützlich sind.

Ein wenig schade war, dass auf der Innenseite unseres Testmusters bereits bei der Lieferung kleine Kratzer vorhanden waren. Die verschwinden zwar nach der Montage vom Augenlicht, aber es hätte durchaus eine höhere Verarbeitungsqualität sein dürfen. Im Allgemeinen sieht das Smart Lock wegen den Steckverbindungen und der offenliegenden Kabel wie ein Gerät zum Herumbasteln aus, jedoch sieht man das alles natürlich später nicht mehr.

Für die Installation ist es auch wichtig zu wissen, dass man bei mancher Tür zusätzliche Löcher für die Befestigung bohren sollte, denn nur so kann das LOQED mit seinen 28,1 x 6 Zentimetern befestigt werden. Immerhin verfügt der Apparat über ganze acht Batterien, die halt ihren Platz brauchen.

Um alle Funktionen nutzen zu können, muss man ein Benutzerkonto eröffnen. Erst mit diesem Benutzerkonto können Features wie der Touch-to-open-Radius und andere Funktionen benutzt werden. Viele Funktionen waren zum Testzeitpunkt noch in der Beta-Phase und noch nicht ganz zu Ende getestet, aber sie funktionierten doch bereits ohne Schwierigkeiten. Glänzendes Beispiel hierfür ist das Auto-Unlock, welches im Test durchaus überzeugte.

Das App-Menü verfügt über eine genau so schlechte Übersetzung wie die Installations-Anleitung, weshalb man sich fragen kann, warum hier nicht mehr Ressourcen investiert wurden. So gibt es unterhaltsame Übersetzungs-Fauxpas wie zum Beispiel »Willkommen’s Nachricht«. Auch eine Kalibrier-Funktion fehlt vollständig, weshalb man das Schloss nicht komplett einstellen kann, sodass es beispielsweise nur einmal zusperren würde.

Ansonsten bietet das Smart Lock alle Funktionen, die man so erwartet. Bis zu 250 verschiedene Schlüssel können verteilt werden, für ein Büro reicht es also wahrscheinlich, und auch individuelle Zugangsbeschränkungen können angepasst werden, sodass etwa Putzfachkräfte genau zwischen 16:00 und 17:00 Uhr Zugang haben, sonst aber nicht.

Das absolute Highlight des LOQED ist das Öffnen per Touch-Panel, wenn man sich in der Nähe befindet. Zum Glück hat das auch sehr gut funktioniert in unserem Test. Besonders smart ist daran, dass man nicht aus Versehen das Schloss öffnet, wenn in der Nähe von Zuhause durchfährt. Wer vor diesem Szenario trotzdem keine große Befürchten hat, kann selbstverständlich auch auf die Auto-Unlock-Funktion zurückgreifen, mit der wir im Test restlos zufrieden waren.

Unser Fazit: Per Berührung das Schloss zu öffnen, finden wir einfach bombastisch. Damit wird die Sicherheit auf simple Art und Weise erhöht. Außerdem überzeugt uns die SKG-Zertifizierung sowie die überaus sichere Verschlüsselungstechnologie, womit man von kleineren Negativpunkten, wie zum Beispiel der eigensinnigen Übersetzung, absehen kann. So können wir das LOQED Smart Lock guten Gewissens weiterempfehlen.

Was gibt es sonst noch?

Im Gegensatz zu Nuki und Danalock kommt das Evva AirKey ohne Motor aus. Es eignet sich besonders im Inneren von Gebäuden und ist als Business-Lösung gedacht – also darauf ausgelegt, eine Vielzahl von zugangsberechtigten Personen zu verwalten. Insgesamt bietet das AirKey mehr Verwaltungsmöglichkeiten und auch mehr Komplexität, zum Beispiel können für verschiedene Standorte die Öffnungszeiten und Zugangsberechtigungen individuell bestimmt werden. Des Weiteren besitzt es eine Zwei-Faktor-Autorisierung, was bereits darauf hindeutet, dass Sicherheit beim Evva AirKey wertgeschätzt wird.

Wie auch das Danalock benötigt das Yale ENTR einen speziellen Zylinder, den man entweder zusammen mit dem Schloss oder separat bekommt. Die Montage ist auch ohne handwerkliche Erfahrung recht flott geschafft. Bedient wird das Schloss per Smartphone oder mit einer Fernbedienung, die einen sehr guten Eindruck macht. Weiterer, optionaler Zubehör sind ein Fingerprint-Scanner, ein Keypad und eine Powerbank. Gerade die ersten beiden dürften aber gerne besser verarbeitet sein, da die jeweiligen Tastaturen ohne wirklichen Druckpunkt auskommen – außerdem ist der Fingerabdruck-Scanner nicht besonders verlässlich.

Die Kommunikation zwischen Smart Lock und Handy läuft per Bluetooth. In der App hat man vergleichsweise wenige Möglichkeiten: Öffnen, absperren und Benutzer verwalten ist alles. Somit fehlt etwa eine Auto-Unlock-Funktion, einen Auto-Lock hingegen gibt es aber. Insgesamt ist die Oberfläche unabhängig vom Betriebssystem noch ausbaufähig, auch bei der Software ist noch Luft nach oben.

Ebenfalls aus Software-Gründen schafft es das secuEntry Easy Plus 5652 Fingerprint von Burg-Wächter nicht unter die Empfehlungen. Es kommt zudem ohne Motor aus und wird Außen angebracht – immerhin ist für den Fall eines technischen Problems ein Schlüssel mitgeliefert. Der Zylinder ist an die jeweilige Tür anpassbar, allerdings erfordert seine Montage etwas Fingerspitzengefühl. Ist das einmal geschafft, so kann man wahlweise am Keypad, in der App oder am PC die Benutzer verwalten. Für jene PC-Software muss man jedoch draufzahlen. Egal, welche Möglichkeit man wählt – die Bedienung fällt vergleichsweise kompliziert aus.

Besser gelöst hat man das Entsperren: Alle Varianten, also Smartphone, Fingerabdruck oder Transponder, funktionieren einwandfrei und zuverlässig. Zur Verschlüsselung der Funk-Kommunikation haben wir keine Informationen gefunden, Bluetooth wird aber per AES verschlüsselt.

Wie bereits angedeutet ist die App leider nicht mehr zeitgemäß. Optisch wirkt sie, als wäre man zurück in der Zeit der ersten Smartphones – dementsprechend muss man auch auf einige smarte Funktionen verzichten. Neben dem fehlenden Auto-Unlock ist es vor allem schade, dass man das Schloss nicht mit dem Smart-Home-System verknüpfen kann. Wer das nicht braucht und sich ein einfaches Smart Lock wünscht, ist mit dem Burg-Wächter trotzdem nicht schlecht beraten.

Auch beim Dom Tapkey Pro V2 bleibt einem nichts anderes übrig, als das Schloss manuell zu öffnen, denn es ist nicht motorisiert und kommuniziert per Bluetooth (mit AES-Verschlüsselung) oder NFC. Leider kann man nur fünf Benutzer hinzufügen, für mehr wird ein Aufpreis fällig.

Kein großes Problem stellt die Montage und Installation dar. Der Zylinder ist schnell eingebaut, danach lädt man die Tapkey-App herunter, erstellt einen Account und koppelt Smartphone und Schloss. Einziges Manko: Bei der Installation könnte man mit der Elektronik in Berührung kommen. Das ist zwar nicht gefährlich, kann selbige jedoch beschädigen. Die App reagiert dafür aber erfreulich schnell und wirkt insgesamt modern, auch die Verwaltung der Zugangsberechtigungen geht angenehm fix.

Das Schloss an sich macht einen soliden Eindruck, allerdings wirkt es so, als solle man dem Außenknauf besser nicht zu viele Wettereinflüsse zumuten. Auf eine ungewöhnliche Lösung setzt man bei den Batterien: Hier kommen zwei Lithium-Batterien (CR2, 3V) zum Einsatz, die zudem per Kabel verbunden sind. Überall wird man die nicht finden – im Zweifel bekommt man sie beim Hersteller.

Bei den Grundfunktionen lief leider auch nicht immer alles reibungslos. Das Entsperren machte gerade in der App manchmal Probleme, besser lief es da mit einem NFC-Tag. Hin und wieder erreichten wir das Smart Lock gar nicht mehr, dann blieb uns nur ein Neustart. Nicht optimal, besonders vor dem Hintergrund, dass es keinen Notfall-Schlüssel gibt.

Auch wenn es so beschrieben ist – wirklich smart ist das We.Lock L6PB nicht. Die Montage klappt noch ganz ordentlich, aber schon hier merkt man dem Schloss seine billige Verarbeitung an. Zu kritisieren ist dann aber vor allem die Software. Sie ist nicht nur unschön gestaltet, sondern auch nur teilweise übersetzt. Zur Aktivierung muss man Telefonnummer und E-Mail-Adresse angeben, immerhin funktioniert dann das Entsperren ganz zuverlässig, hier hat man die Wahl zwischen RFID-Tag oder Pin.

Bei jener Pin-Eingabe stört allerdings, dass sie sich schnell wieder in den Standby-Modus versetzt, wenn man nicht schnell genug tippt. Zur Sicherheit informiert der Hersteller nicht – nur so viel sei gesagt: Auf dem Zylinder findet man das Super-Passwort, womit man das Smart Lock zurücksetzen kann. Daher sollte man sich zweimal überlegen, ob man dieses Schloss an seiner Wohnungstür anbringen möchte.

Das Smart Lock aus dem Hause Abus kann auf insgesamt vier Arten montiert werden. Dabei muss man entweder den Zylinder wechseln oder aber einen Schlüssel absägen. Beides ist mit einem gewissen Arbeitsaufwand verbunden. Das smarte Türschloss beherrscht alle wichtigen Funktionen und verfügt sogar über eine kleine Besonderheit, es kann die Tür nämlich nicht nur aufsperren, sondern tatsächlich auch öffnen.

Wissenswertes über Smart Locks

Ein gutes Smart Lock soll selbstverständlich mehr können, als nur eine Tür auf- und abschließen. Für Schlösser mit zusätzlichen, smarten Features muss man meist tiefer in die Tasche greifen – das lohnt sich dann aber in der Regel auch.

Schon für das Öffnen und Schließen von Türen gibt es verschiedene Lösungen: Oft kommunizieren Smartphone und Smart Lock via Bluetooth, es geht aber theoretisch auch per Internet. Da allerdings keines der getesteten Smart Locks eine WLAN-Funktion integriert hat, muss man dafür nochmal zusätzlich investieren. Der Vorteil: Nur über Internet ist Fernzugriff möglich, etwa um jemanden hereinzulassen, wenn man selbst gerade nicht da ist. Außerdem lässt sich das Schloss so in Smart-Home-Systeme wie Amazon Alexa und Apple HomeKit einbinden.

Smart Lock Test: Nuki Press 5
Oft kann man Smart Locks nicht nur per Handy, sondern auch mit einer Bluetooth-Fernbedienung oder einem NFC-Tag öffnen.

Der Teufel liegt jedoch im Detail: Nicht immer funktioniert alles so reibungslos, wie von den Herstellern versprochen. Schon bei der Installation können Probleme auftreten: Bei manchen Modellen muss man etwa den Schließzylinder austauschen, dann wieder passt der Schlüssel nicht. Daher sollte man sich vor der Anschaffung informieren, ob alle Bestandteile kompatibel sind.

Ist das Smart Lock einmal montiert, so kann einem noch die Batterie oder die Verbindung einen Strich durch die Rechnung machen. Gegen solche Probleme sind Smart Locks empfehlenswert, die nur innen an der Tür angebracht werden. Folglich bleibt außen das übliche Schloss, dass man eben im Notfall auch per Schlüssel öffnen kann. Gerade weil einige Schlösser noch nicht besonders zuverlässig sind, ist diese Absicherung sehr sinnvoll.

Insbesondere die Auto-Unlock-Funktion wird bei vielen Modellen zur Glückssache. Ursache dafür ist oft, dass Smartphones ihre Bluetooth-Funktion einschränken, um Energie zu sparen. Mit konstanterer Abfrage wäre auch Auto-Unlock zuverlässiger, allerdings kostet das sowohl dem Handy, als auch dem Schloss selbst, viel Energie. Ein guter Kompromiss muss also gefunden werden.

Funktionsweise

Smart Locks unterscheiden sich in ihrer Technik. Am gängigsten ist der Austausch zwischen Smartphone und Smart Lock via Bluetooth. Besonders in puncto Sicherheit ist das gut, da einerseits keine persönlichen Daten wie etwa der Standort preisgegeben werden, man andererseits aber auch vor Hackerangriffen aus dem Internet geschützt ist. Wirklich »smarte« Funktionen bekommt man allerdings über Bluetooth nicht. Möchte man sein Schloss ins Smart Home einbinden oder aus der Ferne steuern, so braucht man eine »Bridge«, die quasi als WLAN-Repeater und Zugangspunkt zugleich fungiert.

Das Smartphone ist aber nicht die einzige Möglichkeit, ein Smart Lock zu öffnen. Alternativen sind beispielsweise eine Bluetooth-Fernbedienung oder ein NFC-Tag. Besonders mit NFC (»Near Field Communication«) ist man vielseitig aufgestellt, da neben den Tags auch NFC-fähige Smartphones das Schloss öffnen können. Praktisch ist außerdem, dass der Austausch über NFC elektromagnetisch stattfindet und so unabhängig von Energieversorgung bleibt. Weitere Schlüssellösungen sind Code-Eingabe oder Fingerabdrucksensor.

Smart Lock Test: Smart Lock Burg Wächter 1
Bei vielen Smart Locks kann man Keypads dazukaufen – manchmal sogar mit Fingerabdrucksensor, wie hier beim Burg Wächter.

Um die Auto-Unlock-Funktion nutzen zu können, braucht man neben Bluetooth, auch eine Internetverbindung sowie GPS. Da die permanente Bluetooth-Abfrage den Akku zu sehr in Anspruch nimmt, sucht das Handy das Smart Lock erst, wenn es sich laut GPS in der Nähe befindet. Dazu wird ein sogenannter Geofence festgelegt, also ein bestimmter Radius um das Schloss.

Klingt clever, hat aber seine Tücken: Oft ist der Geofence ziemlich groß, sodass man ihn nicht verlässt, wenn man etwa nur kurz an den Briefkasten geht. Das automatische Öffnen funktioniert aber nur, wenn man den Radius einmal verlassen hat und dann wieder eintritt – denn sonst wäre die Tür ja ständig offen, wenn man sich zuhause aufhält.

Smart Lock Test: Smart Lock Tapkey
Einige Smart Locks setzen auf NFC-Tags als Schlüssel.

Ebenso ist die Funktion bedenklich hinsichtlich Datenschutz, schließlich wird durchgehend der Standort überwacht, und zwar nur damit man beim Nachhausekommen nicht sein Handy oder den Schlüssel herauskramen muss. Hier lohnt es sich definitiv, einmal die Datenschutzerklärung zu prüfen. Manche Apps behalten sich nämlich vor, die erhobenen Daten zu Werbezwecken weiterzugeben.

Bauarten

Smart Locks werden entweder mit einem Schlüssel am schon verbauten Zylinder montiert, oder aber komplett mit neuem Zylinder eingebaut und dann muss der Ursprüngliche weichen. Erstere haben den Vorteil, dass sie von außen unsichtbar sind und man die Tür daher auch noch per Schlüssel öffnen könnte – allerdings nur, wenn der Zylinder von beiden Seiten sperrbar ist. Solche Zylinder, erkennbar an der »Notfall- und Gefahrenfunktion«, sind überhaupt eine lohnenswerte Investition, da man die Tür auch dann noch aufschließen kann, wenn etwa ein Schlüssel im Schloss feststeckt – oder eben ein Smart Lock auf der anderen Seite.

Meist sind Smart Locks, die mit dem ursprünglichen Zylinder funktionieren, motorisiert und öffnen so auch wirklich selbständig das Schloss. Smart Locks mit integriertem Zylinder und einem oder zwei Knäufen hingegen geben jenen Zylinder lediglich zum Entriegeln frei. Der Nutzer dreht dann am Knauf, worauf sich die Tür öffnet. Wurde das Schloss nicht freigegeben, ist der Knauf zwar drehbar, entriegelt aber nicht das Schloss. 

Sicherheit

Interessant ist natürlich die Frage nach der Sicherheit der Smart Locks. Oberste Priorität ist hier, stets die Software des Geräts sowie die des Smartphones zu aktualisieren. Ohne regelmäßige Updates läuft man Gefahr, dass Schwächen in der Software von Kriminellen genutzt werden, um das Schloss zu knacken. So wird es besonders zum Problem, wenn der Hersteller pleite geht.

Aber selbst mit aktueller Software ist man nicht automatisch sicher. Schlechte Konfiguration oder mangelnder Schutz des Smart-Home-Systems, in das das Schloss eingebunden ist, macht die einzelnen Komponenten durchaus für Hacker angreifbar. Um daraus Kapital zu schlagen, müsste der Hacker allerdings logischerweise vor Ort sein und zudem wissen, welches Smart Lock man verwendet. Dass all das zusammenkommt, ist sehr unwahrscheinlich, weswegen Smart Locks von technischer Seite als allgemein sicher gelten.

Smart Lock Test: Einbrecher
Mit dem Stemmeisen geht’s einfacher und schneller.

Für Einbrecher ist es daher erfolgsversprechender, auf altbekannte Waffen wie etwa ein Stemmeisen zurückzugreifen. Eine andere Möglichkeit wäre noch ein Elektropick – dafür sind aber sehr gute IT-Kenntnisse erforderlich. Im Moment lohnt sich das für Kriminelle noch nicht, da Smart Locks einfach nicht verbreitet genug sind. Ein gut konfiguriertes Smart Lock mit aktueller Software stellt daher kein Sicherheitsrisiko dar.

So haben wir getestet

Die 13 Smart Locks haben wir im alltäglichen Gebrauch in unserer Redaktion getestet. Natürlich sollen die Schlösser zunächst möglichst simpel zu montieren sein. Danach kommt es in erster Linie auf die Zuverlässigkeit der Funktionen an, weshalb sich jedes Smart Lock über mehrere Wochen an unserer Tür beweisen musste.

Der Funktionsumfang war nicht immer der gleiche: Bei manchen Herstellern bekommt man eine Bridge zur Einbindung ins heimische WLAN, andere bieten etwa einen Fingerprint-Reader an. In Nukis Combo-Set sind etwa eine Bridge, ein Keypad sowie die Bluetooth-Fernbedienung Fob enthalten.

Entscheidend war für uns aber nicht der Umfang des Zubehörs, sondern vor allem die Zuverlässigkeit, die Zeit, die man sich hoffentlich spart, sowie die Benutzerfreundlichkeit der jeweiligen App.

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