Test: 200409111144 4 Underscored Ring Alarm Second Generation Super 169

Smart-Home-Alarmanlagen im Test : Ein sicheres Zuhause

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Veröffentlicht 12.08.2020

Das Gefühl, in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus sicher zu sein, ist unbezahlbar. Deshalb setzen nun immer mehr Menschen auf Smart-Home-Alarmanlagen. Dabei gibt es aber einige Dinge zu beachten.

Sebastian Jentsch
Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Trotz des generellen Rückgangs von Wohnungseinbrüchen nehmen die Zahlen in einigen Gegenden deutlich zu. Das legt den Gedanken nahe, das eigene Heim mit einer Alarmanlage zu sichern. Doch dabei kann man schnell richtig tief in den eigenen Geldbeutel greifen. Bis zu 5.000 Euro kann die Ausstattung eines kompletten Einfamilienhauses mit einem professionellen Sicherheitssystem kosten.

Smart-Home-Anlagen sind dagegen deutlich preiswerter. Trotzdem ist Vorsicht geboten: Es können monatliche Kosten für Abos oder andere Leistungen anfallen.

Nach dem Test von 15 Smart-Home-Alarmanlagen mussten wir leider feststellen, dass keines der Geräte den Profi-Ansprüchen gerecht wird. Systematisch agierende Einbrecher können eine Anlage Marke Eigenbau umgehen oder abschalten. Doch normalerweise wird der Einbruch in ein Wohnhaus nicht lange geplant, sondern spontan und bei vermeintlich günstiger Gelegenheit durchgeführt. Viele unvorbereitete Einbrecher sind deshalb leicht zu verschrecken.

Benutzerfreundlich und zuverlässig: Abus Smartvest FUAA35001A

Benutzerfreundlich und zuverlässig

Abus Smartvest Basis-Set

Test Smart-Home-Alarmanlage: Abus Smartvest FUAA35001A
Ein skalierbares, hochwertiges Alarmsystem für große oder kleine Überwachungen ohne Abo-Zwang.

Die Abus Smartvest befindet sich preislich im oberen Bereich der Smart-Home-Alarmanlagen. Dafür gibt es aber auch kein Abo-Modell, bei dem zusätzliche Kosten anfallen würden. Außerdem besticht sie durch hochwertige Materialqualität und eine übersichtliche App. Sie ist deshalb eine hilfreiche Anschaffung für diejenigen, die ihr Heim sicherer machen wollen.

Die Installation der Abus Smartvest geht ziemlich fix. Wenn man die Basis mit dem Router verbunden hat, muss nur noch die App eingerichtet werden. Auch das Anlernen der diversen Geräte funktioniert sehr flüssig. Man sollte sich allerdings genau an die Anleitung halten. Andernfalls kann es schnell passieren, dass man den Überblick verliert. Nach der Installation können die Sensoren am gewünschten Platz angebracht werden. Sicherlich sinnvoll ist hier die Haustür, der Flur, die Wohnzimmerdecke oder eine Tür zum Garten.

Dass das optische Design der Basis noch zu wünschen übrig lässt, ist erst einmal nicht so schlimm, da man sie ohnehin nicht an einem öffentlich zugänglichen Ort anbringen sollte. Denn die Abus Smartvest verfügt über keinen Demontage-Schutz. Das ermöglicht es ungebetenen Gästen, das Gerät leicht zu entfernen, sodass sie keine Alarm-Meldung mehr machen kann. Diesen Nachteil hat auch schon die Stiftung Warentest festgestellt. In unserem Versuch haben wir sowohl den Netzstecker und das Netzwerk-Kabel, als auch die Batterien entfernt. Beim Auslösen des Bewegungssensors ging zwar die Sirene los, die Meldung aufs Smartphone blieb jedoch aus. Außerdem ist die eingebaute Sirene nicht sehr laut, weshalb ihr Signal leicht gedämpft werden kann.

Abus Smartvest: dank dieser Batterien arbeitet die Sirene auch bei einem Stromausfall
Abus Smartvest: Die Batterien gewährleisten den Betrieb auch bei Stromausfall.

Ein nützliches Extra der Abus Smartvest ist die große Außensirene, obwohl diese nicht im Basis-Set enthalten ist. Sie verfügt über einen Demontage-Schutz und ihr Alarmsignal ist deutlich lauter als das der Basisstation. Der eingebaute Akku sorgt beim Abnehmen der Sirene für ein lautes Heulen. Nach ihrer Aktivierung meldet die Anlage alles, was im Haus passiert. Das kann zum Beispiel ein geöffnetes Fenster sein. Leider verfügt die Anlage nur über wenige Sensoren, weshalb sie in der Regel nicht jedes Zimmer abdecken kann.

Die Qualität des Zubehörs fällt sehr ambivalent aus. Die im Basis-Set enthaltene Fernbedienung konnte nicht überzeugen. Die Knopfzellen-Batterien müssen seitlich eingeschoben werden. Das birgt das Risiko, dass sie sich bei grobem Umgang herauslösen können. Auch der Bewegungsmelder hat aufgrund seiner instabilen Wandhaltung einige Schwächen. Dagegen erweckten die Außensirene und die Türklingel mit integrierter Kamera einen positiven Eindruck. Beide sind sehr robust und smart aus einem stabilen Kunststoffgehäuse gefertigt. Die Klingel wird von innen an der Wand befestig und durch eine Frontplatte geschützt.

Abus Video Türsprechanlage PPIC35520 - sehr hochwertige Verarbeitung, die Linse ist manuell justierbar
Die Abus Video Türsprechanlage PPIC35520 ist erstklassig gefertigt und die darin enthaltene Linse kann manuell eingestellt werden.

Über die produkteigene App der Abus Smartvest und über die beigefügte Fernbedienung kann mit der Anlage kommuniziert werden. Dabei ist vor allem die handliche Fernbedienung deutlich praktikabler als jedes mal sein Smartphone benutzen zu müssen. Trotzdem ist App benutzerfreundlich konzipiert und farblich eher schlicht gehalten. Im Startmenü kann die Anlage aktiviert und deaktiviert werden, sowie die Panik- und die Aufnahmetaste betätigt werden. Durch eine Slide-Funktion können die anderen Menüs aufgerufen werden. Dazu zählen die Hotkeys, der Status der Räume, wichtige Kontakte, Live-Videos und die Ereignisse.

Im Großen und Ganzen ist das Abus-System benutzerfreundlich gestaltet und kann nach nur kurzer Installationsdauer eingesetzt werden. Die Anlage informiert den Nutzer über die Vorkommnisse im eigenen Zuhause und ist sehr einfach zu bedienen. Sollte es zu einer Notsituation kommen, kann durch wenige Handgriffe die Polizei oder ein Nachbar verständigt werden. Durch die Türsprechanlage mit Video-Funktion kann einfach und unkompliziert mit Lieferanten kommuniziert werden. Außerdem informiert die App über gekippte oder offene Türen und Fenster.

Doch das System birgt auch Nachteile. Obwohl die Sensoren mit einem Diebstahlschutz ausgestattet sind, hat die Basis keine solche Vorrichtung. Der potentielle Eindringling kann sie ohne größere Alarmsignale entfernen. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass die Anlage über keine VdS-Zertifizierung verfügt. Ohne das kommt das Abus Smartvest leider nicht für eine staatliche Subventionierung in Frage. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstützt neben Maßnahmen wie einer energetischen Sanierung auch die Vorbeugung von Einbrüchen. Systeme die dafür in Frage kommen, müssen allerdings entsprechend zertifiziert sein.

Das Basisset ist sehr dürftig ausgestattet. Es umfasst lediglich die Fernbedienung und je einen Bewegungs- und Öffnungsmelder. Außerdem hat die Fernbedienung keine besonders große Reichweite. Die Installation ist nur durch die App möglich – eine Web-Oberfläche ist dafür nicht vorgesehen. Eine nützliche Ergänzung wäre eine alternative Internet-Anbindung gewesen, die über ein GSM-Modul oder eine SIM-Karte möglich gewesen wäre. Andere Hersteller haben dies berücksichtigt. Der Batteriebetrieb ist auch nicht optimal und eine Netzwerkanbindung ist nur bei den Sirenen, den Zentralen, den Zwischensteckern und den Kameras möglich.

Trotzdem erhält man mit dem Abus Smartvest eine schön verarbeitete Smart-Home-Alarmanlage, die gut in der durchdachten App zu steuern ist und kein Abo erfordert.

Gute Alternative: Blaupunkt QPRO 6600

Gute Alternative

Blaupunkt QPRO 6600

Test Smart-Home-Alarmanlage: Blaupunkt QPRO 6600
Blaupunkt bietet solide Komponenten und einfachste Einrichtung mit einer komfortablen App.

Im Lieferumfang der Blaupunkt QPRO 6600 sind ein Tür/Fenster-Kontakt, ein Keypad und ein Bewegungsmelder enthalten. Die dazugehörige Kamera ist im Bewegungsmelder integriert, kann aber keine Live-Videos aufnehmen. Das liegt daran, dass das Gerät nur durch Batterien mit Strom versorgt werden kann. Die Anlage zeichnet deshalb nur einzelne Fotos auf. Diese werden im Falle eines Alarms per E-Mail verschickt. Wer in seinem Haus einfach mal nach dem Rechten sehen will, tut sich mit der Blaupunkt QPRO 6600 deshalb schwer.

Einer der großen Vorteile der Anlage ist das Keypad. Es wird neben der Haustür angebracht und dient zur Aktivierung bzw. Deaktivierung des Systems. Das festinstallierte Pad ist deutlich benutzerfreundlicher als eine kleine Fernbedienung, die jederzeit mitgenommen werden muss. Außerdem enthalten viele Alarm-Anlagen-Sets nur eine Fernbedienung. Wenn aber mehrere Personen im Haus leben, müssen Weitere dazu gekauft werden.

Der integrierte Notstrom-Akku sorgt dafür, dass die Anlage auch im Falle eines Stromausfalls autark funktioniert. Für Benachrichtigungen auf dem Smartphone ist es aber notwendig, dass der verbundene Router weiterhin funktioniert und das Netzwerkkabel heil bleibt. Ist das nicht der Fall, wird zwar ein Alarm ausgelöst und die Sirene beginnt zu heulen, eine Meldung auf dem Smartphone erscheint aber nicht. Abhilfe kann ein GSM-Modul schaffen, das von einem ungebetenen Gast allerdings einfach aus dem USB-Port entfernt werden kann. Der Diebstahlschutz der Basis kann dadurch umgangen werden, dass einfach das gesamte Gehäuse aus der Wand gerissen wird.

Blaupunkt setzt auf sehr robuste Konstruktionen
Auch das Innenleben der Anlage ist sehr solide konstruiert.

Die Blaupunkt QPRO 6600 überzeugt vor allem durch die hochwertige Verarbeitung des Materials. Sowohl das Keypad als auch der Bewegungsmelder sind sehr robust konzipiert. Das Akkufach des Tür-/ Fenster-Kontakts besteht aus einer breiten Kunststoffschicht – das ist nicht selbstverständlich. Ein weiterer Vorteil ist, dass die dazugehörigen Sensoren bereits mit dem System konfiguriert sind. Beim Erhalt des Geräts muss also nur noch der Akku eingebaut werden und schon ist die Anlage einsatzbereit. Beim alltäglichen Gebrauch kann das System entweder per App oder mittels einer Web-Oberfläche bedient werden. Wenn mehrere Sensoren und Aktoren zum Einsatz kommen, sollten alle nötigen Einstellungen sowie die Erstellung von Szenarien, Gruppen, Räumen und der Automation mit der Web-Oberfläche vorgenommen werden.

Bei Bedarf kann die Blaupunkt QPRO 6600 um ein zwölf Monate laufendes Premium-Abo ergänzt werden. Dann werden drei hinterlegte Nummern von einem Alarm-Call-Center angerufen und die Kameras können bis zu 50 Videos in einer Cloud speichern. Für alle Unentschlossenen bietet der Hersteller einen kostenlosen Probemonat an. Außerdem können diverse Extras, wie eine Rollladen-Steuerung, ein GSM-Modul, Thermostate, Außensirenen, Fernbedienungen oder Feuchtigkeitssensoren zusätzlich erworben werden.

Bei der Einrichtung eines Accounts stürzte das System jedoch mehrere Male ab und wir waren gezwungen, die Web-Oberfläche dafür zu nutzen. Erst dann konnten wir die App verwenden.

Insgesamt macht die Smart-Home-Alarmanlage von Blaupunkt aber einen sehr soliden Eindruck. Unter den Komponenten erweist sich besonders das Keypad als praktisch. Die Steuerung ist sowohl in der Web-Oberfläche als auch in der App sehr komfortabel.

Vielseitig einsetzbar: Lupus XT1 Plus

Vielseitig einsetzbar

Lupus XT1 Plus

Obwohl die Lupus XT1 Plus unzählige Möglichkeiten bietet, sollte man doch einige Dinge beachten. Angefangen bei der Installation kann das System sehr schnell eingerichtet werden. Außerdem besticht die Anlage durch ihre Reaktionsschnelligkeit und ihr übersichtliches Web-Interface. Die vielen Komponenten, die das System bereit hält, erlauben eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. Dazu zählen diverse Sensoren und Aktoren, Kameras, Tag-Reader, Relais und Rollladensteuerungen.

Die Basis kann nach einer Entkoppelung vom Stromnetz ihren Betrieb bis zu 21 Stunden weiterführen. Wenn jemand versucht, die Anlage zu umgehen, dann schützt sie sich mit einer 256-Bit-TLS-Datenverbindung, einer Jamming-Erkennung und einem Rolling-Code-Verfahren. Sollte der Einbrecher jedoch die Basis komplett von der Wand entfernen, nützen auch diese Sicherungsmechanismen nicht mehr viel.

Die Oberfläche der Lupus XT1 Plus bietet viele Einstellungsmöglichkeiten. Dabei wirkt sie allerdings auch etwas unübersichtlich. Sie bietet beispielsweise vier Schaltflächen für die unterschiedlichen Scharf-Zustände des Geräts. Ergänzt werden sie durch vier weitere Entschärft-Zustände. Der komplizierte Aufbau macht vor allem bei einem größeren System deutlich mehr Sinn. Für ein normales Eigenheim wirkt er etwas zu umfangreich.

In Kooperation mit dem Sicherheitsanbieter Stadtritter stellt Lupus seinen Kunden eine Abo-Möglichkeit zur Verfügung. Diese beinhaltet für 20 Euro im Monat eine 24h Stunden Überwachung von der Einsatzzentrale aus. Sollte dann ein Alarm ausgelöst werden, ruft der Sicherheitsdienst die fünf wichtigsten Nummern an und entscheidet über die Verständigung von Einsatzkräften. Für 40 Euro kann das Premium-Abo abgeschlossen werden, das neben der Polizei auch die eigenen Kräfte mobilisiert.

Sicher, auch ohne WLAN: LGtron LGD8006

Sicher, auch ohne WLAN

LGtron LGD8006

Test Smart-Home-Alarmanlage: LGtron LGD8006
WLAN-unabhängiger GSM-Alarm und viele Sensoren und Aktoren im Zubehör.

Neben dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis fällt bei dem LGtron LGD8006 vor allem die Demontage-Sicherheit ins Gewicht. Damit kann sich das Produkt von den meisten Konkurrenten abheben. Auch wenn ein potentieller Einbrecher das Gerät komplett von der Wand entfernt, erhält der Nutzer Benachrichtigung über den Störfall. Dennoch gibt es auch hier eine kleine Schwachstelle: Wenn der ungebetene Gast jedoch das ganze Gerät inklusive Hauptplatte beseitigt, kann er das Funkmodul deaktivieren und es können keine Nachrichten mehr außer Haus verschickt werden. Der Hersteller bietet keine Abo-Option an und alle Alarm-Videos werden lokal auf einer SD-Karte in der Basis gespeichert.

LGtron: Slot für Sim- als auch für SD-Karte
Slot für SIM- als auch für SD-Karte

Die LGtron ist für fast alle Fälle gewappnet. Durch einen Notakku kann das Gerät auch bei einem Stromausfall weiterhin genutzt werden. Dafür benötigt es nicht einmal WLAN. Durch das Einsetzen einer SIM-Karte laufen alle wichtigen Funktionen, auch ohne eine Internetverbindung, weiter. Deshalb kann die LGtron auch im Fall einer Demontage SMS auf ihr Mobiltelefon senden oder Sie anrufen. Leider kann die Anlage bei den mitgelieferten Komponenten nicht punkten. Weder die Fernbedienung noch der Bewegungsmelder sind besonders robust verarbeitet. Dazu wird noch ein Tür-/Fensterkontakt mitgeliefert.

Obwohl keine Web-Oberfläche zur Verfügung steht, funktioniert die App sehr gut. Sie können die Anlage auch scharf schalten, wenn ein Fenster noch geöffnet ist. Die App kann auch von mehrere Personen genutzt werden. Sie können andere Haushaltsmitglieder einfach einladen und es ihnen dadurch ermöglichen, die Anlage scharf zu schalten oder in die Kameras einzusehen. Die Einstellungen können allerdings nur durch den Host bedient werden.

Das Anlernen und Einrichten der Sensoren geht schnell und ist einfach durchzuführen. Das Zubehör des LGtron ist sehr umfangreich. Die Anlage kann von bis zu 20 verschiedenen Fernbedienungen bedient werden. Außerdem stehen eine Alarm-Panel, Panikknöpfe, Notruf-Buttons, Gasmelder und viele andere nützliche Tools zur Verfügung.

Unkompliziert: Gigaset Elements Alarm Kit

Unkompliziert

Gigaset Elements Alarm Kit

Test Smart Home Bewegungsmelder: Gigaset Elements Alarm Kit
Für Überwachungen mit geringerer Komplexität ist die leicht zu installierende Gigaset Elements eine gute Wahl.

Das Gigaset Elements Alarm Kit bietet für diejenigen eine gute Lösung, die es simpel wollen. Das System ist leicht zu installieren, das Handling ist sehr übersichtlich und die Anlage überzeugt auch ohne übermäßigen Schnick-Schnack. Leider liegt in seiner Einfachheit auch einer seiner größten Nachteile. Es können kaum Komponenten von anderen Herstellern damit verbunden werden und auch die eigene Produktpalette lässt sehr zu wünschen übrig. Ein Heizkörperthermostat ist eines der wenigen Extras, dass das Gigaset bietet. Wer jedoch auf besonderes Zubehör wie Erschütterungssensoren, eine Rollladensteuerung oder Temperatur- und Feuchtigkeitsmesser wert legt, sucht bei dieser Anlage vergebens.

Ihren eigentlichen Zweck – die Sicherung des eigenen Zuhauses – erfüllt das Gigaset aber sehr zuverlässig. Sensoren und Aktoren können in verschieden hoher Anzahl miteinander kombiniert werden. Dadurch kann das System sehr gut auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt werden.

Das Gigaset Elements Alarm Kit läuft mit dem DECT Funkstandard, der auch bei schnurlosen Telefonen eigesetzt wird. Es bleibt jedoch das einzige System in unserem Test, das mit dieser Technologie arbeitet. Die Geräte anderer Hersteller sind deshalb leider nicht mit dem System kompatibel.

Anders als bei anderen Geräten arbeitet das Gigaset mit einer Cloud. Das heißt, dass Fotos und Videos direkt auf dem Server von Gigaset abgespeichert werden. Für das Aufzeichnen von Kameraaufnahmen ist ein Abo vorgesehen. Das kostet jährlich zwischen 10 und 20 Euro. Außerdem im Abo enthalten ist eine deutlich höhere Speicherzeit und die Möglichkeit, bei einem Alarm Aufzeichnungen zu machen.

Rund um das Thema Sicherheit ist die App sehr zuverlässig und kompetent. Bei allem, was darüber hinaus geht, bleiben doch einige Wünsche offen. Dafür ist sie einfach zu bedienen und kann schnell und unkompliziert installiert werden.

Was gibt es sonst noch?

Auch die Telekom versucht sich am Thema smarte Sicherheit, obwohl das SmartHome Starter Paket 24M noch viel mehr ist. Man kann damit das Licht regeln, das Home-Entertainment steuern und die Heizung bedienen. Die eigentliche Alarmanlage enthält eine Sirene, Bewegungsmelder, Kameras, Wassermelder und Türkontakte. Außerdem setzt sich das System automatisch auf. Über die dazugehörige App erhält man Benachrichtigungen und Hinweise am Bildschirm. Beim Anschluss zu vieler Extras wirkt die App allerdings schnell unübersichtlich und kompliziert. Das System ist mit vielen anderen Herstellern, wie DECT ULE, HomeMatic oder Bluetooth Low Energy kompatibel. Außerdem steht eine ganze Palette an Telekom-Partnern mit ihren Produkten zur Stellen, die ebenfalls an das System angeschlossen werden können. Wer allerdings seinen Hauptfokus auf das Thema Sicherheit legt ist mit diesem System schnell überfordert. Da das Telekom SmartHome Starter Paket 24M kein ausschließliches Sicherheitssystem ist, kann es schnell überfordern, weshalb es als Smart-Home-Alarmanlage leider nicht überzeugen kann.

Das tapHOME GSM Starterkit A1 hat fällt vor allem durch ihre volltonige Außensirene auf. Sie enthält zwei Fernbedienungen und einen Zahlenblock, mit dem man die Anlage scharf stellen kann. Außerdem wird sie mit zwölf Volt betrieben. Das kann auch völlig unabhängig vom Stromnetz per WiFi geschehen. Die Benachrichtigungen im Falle eines Alarms werden durch GSM Signal gesendet. Eine Kamera enthält das Set nicht. Die Anlage ist in erster Linie zur Sicherung von Wohnmobilen oder Hausbooten geeignet. Ein komplette Abdeckung eines Eigenheims kann das System nur sehr eingeschränkt leisten.

Das Olympia Protect 9761 GSM Alarmsystem 6017 ist vor allem diejenigen geeignet, die möglichst ohne ein Smartphone auskommen wollen. Zwar gibt es eine dazugehörige App, diese dient aber nur zur Scharfschaltung und zur Ansicht der Sensoren. Das System wird hauptsächlich mit den Tasten auf der Zentrale bedient. Die eingebaute SIM-Karte benachrichtigt Sie im Alarmfall per App. Die Anlage ist sehr schlicht und nutzerfreundlich gehalten. Sie sollten allerdings darauf achten, die Basis versteckt zu platzieren und die Sirene im Falle eines Alarms zu deaktivieren oder eine Verzögerung einzustellen. Dadurch kann der potentielle Einbrecher sie nicht so leicht entdecken und zerstören. Eine integrierte Reinhör-Funktion sorgt dafür, dass sie die ungebetenen Eindringlinge live abhorchen können.

Die Smartfrog Cam bietet einen sehr minimalistischen Ansatz für ihre Sicherheit. Das System besteht aus lediglich einer Kamera, die zugleich als Babyphone und Cloud-Videospeicher eingesetzt werden kann. Außerdem reagiert sie auf Bewegungen, funktioniert auch bei Nacht und enthält sowohl ein Mikrofon, als auch einen Lautsprecher. Die Smartfrog Cam ist sehr einfach zu bedienen und kann durch eine übersichtliche App bedient werden. Zusätzlich zum Einkaufspreis fallen allerdings noch monatliche Abo-Kosten ab sechs Euro an, die alternativ auch durch eine Einmalzahlung von 90 Euro gezahlt werden können. Sie ist aber nur für den Innenbereich hergestellt worden. Durch einen massiven Standfuß kann sie auf geraden Flächen abgestellt – oder durch eine Verschraubung an der Wand befestigt werden. Die Smartfrog Cam ist aber zur Überwachung des gesamten Hauses nicht geeignet. Vielmehr deckt sie kleine Bereiche, wie Kinderzimmer zuverlässig ab.

Trotz seiner umfangreichen Ausstattung kann das Medion Smart Home Starter Set nicht wirklich überzeugen. Das Set umfasst elf Bauteile und kostet 350 Euro. Darin enthalten sind unter anderem Bewegungs- und Rauchmelder, Erschütterungssensoren und vier Tür-/ und Fensterkontakte. Die verschiedenen Komponenten sind sehr flexibel einsatzbar. Bis auf die Kamera und die Leuchte werde alle mit Batterie betrieben. Leider sind die Sensoren nicht sehr hochwertig verarbeitet – funktionieren dennoch sehr zuverlässig. Die Tür-/ Fensterkontakte werden mit Klettband befestigt und halten deshalb nicht sehr gut. Außerdem ließen sich bei unserem Test zwei der Sensoren nicht richtig installieren.

Wissenswertes über Smart-Home-Alarmanlagen

Über die Wirksamkeit von Alarmanlagen lässt sich streiten. Obwohl sie die Aufgabe haben, Einbrüche zu melden oder vorzubeugen, ist die Polizei kein Freund von Einbruchmeldeanlagen (EMA). Zu häufig kommt es vor, dass die Beamten wegen eines Fehlalarms anrücken, den das Haustier des Nachbarn ausgelöst hat. Ein stabiles Schloss wird oft als die bessere Alternative bezeichnet.

Dennoch sind viele Einbrüche schlecht vorbereitet, weswegen die lauten Sirenen einer Alarmanlage einen Einbrecher allein durch ihre Anwesenheit verjagen können.

Moderne Systeme senden Ihnen in der Regel Nachrichten auf ihr Smartphone und informieren Sie dadurch über unerwünschte Ereignisse auf ihrem Grundstück. Außerdem verfügen viele Anlagen über Kameras, mit denen Sie sich das Geschehen live ansehen können. Sollte der Einbruch trotzdem stattfinden, haben sie wenigstens das nötige Beweismaterial, um den Vorfall zur Anzeige zu bringen. Außerdem bestehen viele Versicherungen auf besondere Schutz-Systeme für größere Vermögenswerte.

Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Alarmanlagen – vor allem zwischen professionellen Systemen und denen der Marke Eigenbau. Eine professionelle Anlage erkennt meist schon am Schlüssel, dass sie der Hausbesitzer sind. Selbst installierte Systeme müssen vor dem Betreten des Hauses meist manuell deaktiviert werden. Professionelle Sicherheitsanlagen sind in der Regel sehr zuverlässig gegen Sabotage geschützt. Nicht-professionelle EMAs verfügen zwar mittlerweile ebenso über Selbstschutzmaßnahmen, die sind qualitativ häufig aber nur unzureichend und können leicht umgangen werden.

Doch auch moderne Smart-Home-Anlagen können einiges leisten. Ihre Wirksamkeit unterscheidet sich vor allem in den Punkten Datensicherheit, fachgerechte Anbringung der Sensoren und der sogenannten Zwangsläufigkeit. Zwangsläufigkeit meint, dass die Anlage nur dann aktiviert werden kann, wenn Türen und Fenster geschlossen sind, sich keine Person mehr im Haus befindet und dass die überwachten Bereiche erst nach der Deaktivierung der Anlage wieder betreten werden können.

Ein großer Vorteil der Eigenbau-Anlagen ist ihr Preis. Im Gegensatz zu professionellen Geräten ist der vergleichsweise günstig, birgt aber einen großen Nachteil – den Komfort. Wenn Sie sich entschließen eine Smart-Home-Anlage an ihrem Haus anzubringen, müssen Sie darauf achten, dass sie vor jedem Eintreten deaktiviert werden muss. Außerdem kann jederzeit ein Fehlalarm ausgelöst werden, der nicht nur für Sie nervtötend sein kann, sondern auch für ihre Nachbarn.

Das Herzstück jeder Smart-Home-Alarmanlage ist die Zentrale. Sie legt den Funkstandard fest und neue Komponenten müssen mit ihr kompatibel sein. Es gilt allerdings: Je komplexer die Anlage zusammengesetzt ist, desto mehr Fehlerquellen gibt es. Auch einfache Systeme können solide Qualität bieten. Später können Sie sie immer noch erweitern.

Wenn Sie daran denken ihre Smart-Home-Alarmanlage mit einem Sprachassistenten zu versehen, sollten Sie sich gut informieren. Die meisten Systeme unterstützen Alexa, Apple Home oder Google Home aber bisher noch nicht.

So haben wir getestet

Unsere Tests wurden in einem Einfamilienhaus durchgeführt. Wir haben 15 Systeme getestet. Dazu haben wir mehrere Kategorien gebildet: Das Zusammenspiel der Aktoren und Sensoren, Benutzerfreundlichkeit und Übersichtlichkeit der App und welche Einstellungsmöglichkeiten bietet das System. Außerdem haben wir uns die Qualität und die Verarbeitung der einzelnen Komponenten angesehen und überprüft.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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