Unscheinbare Lebensretter Test: Rauchmelder Abus Rwm250

Rauchmelder im Test : Unscheinbare Lebensretter

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Veröffentlicht 23.04.2020

Ab 2021 sind Rauchmelder in Deutschland Pflicht für alle, egal ob Mietwohnung oder Haus. Die ideale Zeit also um die unscheinbaren Lebensretter zu testen. Wir haben 23 Modelle einen Praxistest unterzogen.

Sebastian Jentsch
Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Rauchmelder können Leben retten – aber wie zuverlässig sind sie in der Praxis? Wir haben wir 23 fotooptische Rauchmelder mit Preisen zwischen 8 und 25 Euro getestet. Wissen wollten wir dabei natürlich, wie zuverlässig sie sind und auch, wie leicht man sie installieren kann.

Seit 2017 sind die Geräte in Deutschland Pflicht, das heißt, dass auch bereits bestehende Wohnungen und Häuser nachgerüstet werden müssen. Für jedes Bundesland gab es jedoch verschiedene Übergangsfristen, bis wann der Einbau erfolgt sein musste.

Diese neue Pflicht hat durchaus ihren Sinn, denn jährlich sterben bei etwa 200.000 Wohnungsbränden über 400 Menschen, 95 Prozent davon durch eine Rauchvergiftung. Verantwortlich für den Einbau sind die Wohnungseigentümer, für die Betriebsbereitschaft entweder Eigentümer oder Bewohner je nach Bundesland.

Ebenfalls gibt es eine Regelung dazu, wo die Rauchmelder installiert sein müssen, das wären Kinderzimmer, Schlafzimmer, Flure und Fluchtwege.

Lauter Alarm: Busch-Jaeger ProfessionalLine

Lauter Alarm

Busch-Jaeger ProfessionalLine

Test: Rauchmelder – Testsieger Busch-Jaeger ProfessionalLine Rauchmelder
Diesen Alarm hört man garantiert – er war der lauteste im Test und liefert hochwertiges Befestigungsmaterial mit.

Mit dem Busch-Jaeger ProfessionalLine bekommt man einen Rauchmelder, der die wichtigen Sachen gut macht. Unseren Rauch-Test hat er hervorragend bestanden, der Alarm wurde in unter zehn Sekunden ausgelöst. So laut wie dieser Alarm ist sonst auch keiner im Test.

Vorwissen braucht man für die Montage allgemein nicht, Übung mit Akku-Schraubern dagegen schon, wenn man das Gerät schön mittig im Raum anbringen will. Hilfreich sind dafür gute Dübel und Schrauben und eine justierbare Bodenplatte, genau das wird hier auch geboten. Eine übersichtliche Anleitung mit Skizzen zeigt die schlechten und idealen Orte an, an der man den Rauchmelder anbringen kann. Das kann selbst ein Gartenhaus sein, denn das Gerät hält bis -10 Grad Celsius aus, im wärmeren Bereich sind bis + 60 Grad drin.

Für eine kabelgebundene Vernetzung ist das Gerät schon vorbereitet. Sinn ergibt das jedoch lediglich bei Neubauten, sonst müsste man die Kabel durch das ganze Gebäude verlegen. Drahtlos können die Geräte ebenfalls betrieben werden, dazu gibt es Funkmodule, die sind optional zu haben.

Einziges Problem: Per Knopfdruck kann man den Rauchmelder nicht abschalten, wenn es zum Fehlalarm kommt. Dafür geht der Alarm nach 20 Sekunden dann alleine aus, wenn das Gerät keinen Rauch mehr registriert. Das ist praktisch, durch die Lautstärke kann es aber doch nerven. Zur Not kann man auch die Batterie entnehmen.

Vorsorglich stummschalten für zehn Minuten geht aber, das ist etwa beim Kochen nützlich, wenn es absehbar ist, dass es qualmen wird. Jedoch wird diese Funktion bei den meisten Rauchmeldern geboten.

Busch-Jaeger mit 9-Volt-Block Alkali
Busch-Jaeger ProfessionalLine mit einem 9-Volt-Block Alkali.

Die Lebensdauer des Geräts beläuft sich auf etwa zehn Jahre. Das Ablaufjahr findet man am Gehäuse, so muss man sich nicht bei jedem Rauchmelder merken, wann er installiert wurde.

Wir finden den Betrieb mit einer Batterie, die man auswechseln kann, sinnvoll (9-Volt-Block). Bei einer vorzeitigen Entleerung muss man so nicht den gesamten Rauchmelder entsorgen. Unsere Empfehlung: ist die Batterie leer und steht ein Tausch an, sollte man den Alkali-Block mit einer Lithium-Zelle ersetzen, die eine längere Laufzeit hat.

Uns gefällt bei diesem Gerät vor allem die Lautstärke gut, so hört man den Alarm garantiert.

Für die Küche: Brennenstuhl RM L 3100

Für die Küche

Brennenstuhl RM L 3100

Test Rauchmelder: Brennenstuhl RM L 3100
Erkennt Rauch zügig, schlägt aber nicht bei Wasserdampf an. 10 Minuten Stummschaltung bei Fortsetzung der Raucherkennung, ideal für die Küche.

Eigentlich werden Rauchmelder nicht für die Küche empfohlen, denn durch den Wasserdampf ist das Risiko für einen Fehlalarm zu groß. Ein Gerät, das sich aber doch für die Küche eignet, ist der Brennenstuhl RM L 3100, da er gegenüber Wasserdampf unempfindlich ist. Unser Testgerät hat sogar bei einem offenen Wasserkocher direkt darunter keine Reaktion gezeigt.

Wo er bei Wasserdampf nicht anschlägt, detektiert er normalen Rauch aber sehr zuverlässig. Im Test hat das nur zwischen 20 und 25 Sekunden gedauert.

Brennenstuhl RM L 3100 unter Wasserdampf - er schlägt NICHT an
Der Brennenstuhl RM L 3100 kann Wasserdampf ignorieren.

Mit dabei ist solides Befestigungsmaterial, außerdem kann man separat noch ein Klebe-Pad kaufen, damit lässt sich das Gerät an der Decke befestigen. Die mitgelieferten Dübel, finden wir hochwertiger als die von einigen anderen Geräten. Die Arretierung klappt damit gut, aber das Aufstecken ist eher mühsam, da der Rauchmelder in genau der richtigen Position aufgesteckt werden muss.

Per Taste kann man das Gerät auch zehn Minuten stummschalten, etwa dann, wenn ein Fehlalarm verhindert werden soll oder auch schon vorliegt. Hier bleibt die Funktion aber trotzdem erhalten, denn das Gerät erkennt Rauch weiterhin, wenn auch bei geringerer Sensibilität.

Nimmt die Rauchkonzentration aber stark zu, dann alamiert das Gerät auch, wenn es stummgeschaltet ist, der Alarm ertönt. Das ist wichtig, denn die Sicherheit geht vor.

Nach zehn Jahren muss man das Gerät austauschen, entsorgt wird hier alles, da die Batterie versiegelt ist. Auf dem Gehäuse befindet sich ein Aufkleber, so weiß man immer, wann der Rauchmelder ausgetauscht werden muss.

Wir finden dieses Modell vor allem praktisch für die Küche, da er bei Wasserdampf keinen Alarm schlägt.

Mehr Komfort: Hekatron Genius H

Mehr Komfort

Hekatron Genius H

Test Rauchmelder: Hekatron Genius H
Keine blinkende LED zur Nachtzeit und sehr gutes Befestigungsmaterial.

Komfort beim Rauchmelder klingt erstmal seltsam, aber genau das bietet der Hekatron Genius H. Konkret meinen wir damit, dass ein komfortables Gerät eine zeitliche Stummschaltung haben muss und bestenfalls bei Fehlalarm per Knopfdruck stummgeschaltet werden kann. Hier gibt es sogar noch mehr: Die Betriebs-LED wird mit einer Echtzeituhr zwischen 22 und 6 Uhr gedimmt, so stört das Blinken nicht beim Schlafen.

All das gefällt uns sehr, zudem wurde die LED so designt, dass sie in Richtung der Eingangstüre leuchtet. Dafür gibt es bei der Befestigungsplatte entsprechende Markierungen.

Nur hinsichtlich der Lautstärke besteht etwas Verbesserungsbedarf im Vergleich zu unserer ersten Empfehlung. Leise ist aber auch dieser Rauchmelder nicht. Wir finden den zusätzlichen Komfort toll.

Auch für kalte Räume: Ei Electronics Ei650W

Auch für kalte Räume

Ei Electronics Ei650W

Wer mehrstöckige Häuser hat oder auch Nebengebäude, der profitiert von gekoppelten Rauchmeldern, die sind aber recht teuer.

Der EI Electronics Ei650W überzeugte uns im Test, jedoch zahlt man für einen einzelnen mit Funkmodul etwa 80 Euro, man braucht aber mindestens zwei Geräte. So zahlt man schonmal einige hundert Euro, wenn man ein ganzes Objekt ausrüsten will.

Wir raten daher eher dazu, einige unserer günstigen Empfehlungen mit zwei bis vier der Ei Electronics Geräts zu kombinieren. Raucht es im Nebengebäude, zeigt das dann mindestens einer der Funkmelder im Haus an.

Ausgestattet ist das Gerät gut. Die Befestigung ist vorbildlich, die Anleitung ausführlich, die Betriebstemperatur beginnt ab -10 Grad Celsius und der Fehlalarm kann per Knopfdruck abgeschaltet werden. Trotzdem gibt es eine Schwachstelle: Der Alarmton ist eher leise mit nur 81 Dezibel.

Klein: Abus Mini GRWM30600

Klein

Abus Mini GRWM30600

Der kompakteste Rauchmelder in unserem Test war der Abus Mini GRWM30600 mit einem Durchmesser von nur 7 Zentimetern und einer Höhe von 3,5 Zentimetern. Der Durchschnitts-Rauchmelder hat etwa 12 Zentimeter Durchmesser, manche kommen auch auf 15. Wer vor allem ein kleines Gerät sucht, ist beim Abus definitiv richtig.

Durch die kompakten Abmessungen ist vor allem eine fest verbaute Lithium-Batterie sinnvoll. Auf einem Aufkleber kann man notieren, wann das Gerät in Betrieb genommen wurde und weiß dann, wann man es wieder austauschen muss.

Der Rauch wird zügig erkannt, nach weniger als 30 Sekunden. Auch bei Wasserdampf schlägt der Rauchmelder an, hier nach 21 Sekunden, daher eignet er sich nicht für die Küche. Eine sichtbare Taste gibt es nicht, sein Gehäuse ist einfach eine einzige große Taste. Für den Test drückt man sie entweder länger oder für das zehnminütige Stummschalten nur kurz.

Das Befestigungsmaterial ist recht gut, ein Klebe-Pad ist nicht im Lieferumfang, damit kann man das Gerät aber auch an der Decke befestigen, ohne schrauben zu müssen.

Was gibt es sonst noch?

Der Smartwares RM250 braucht 35 Sekunden, um Rauch zu erfassen, das ist eher langsam. Dafür ist er aber gegenüber Wasserdampf unempfindlich und eignet sich damit auch für die Küche.

Einmal Taste drücken für eine zehnminütige Unterbrechung. Das Befestigungsmaterial finden wir brauchbar, jedoch ist auf der Platte die Einrastung eher knapp. Die Anleitung ist bebildert und auch gut übersetzt, bei Fehlalarm lässt sich der Rauchmelder per Knopfdruck wieder stummschalten.

Der FireAngel ST-622-DET P-Line ist ein durchdachtes Gerät mit toller deutscher Anleitung. Besonders gut finden wir, dass auf das Status-Blinken verzichtet wird, somit eignet sich das Gerät auch fürs Schlafzimmer.

Nach 20 Sekunden wird der Rauch erkannt, das ist einer der besseren Werte, bei Wasserdampf schlägt er aber auch an und das schon nach 10 Sekunden, für die Küche ist er damit ungeeignet.

Hier gibt es eine zehnminütige Stummschaltung, sollte es doch zum Alarm kommen, wird sie aber außer Kraft gesetzt, wenn sich der Rauchanteil erhöht. Nur der etwas höhere Preis stört uns.

Xeltys FIT380675 Toba ist günstig, man bekommt davon zwei Stück für weniger als zehn Euro inklusive 9V-Batterien. Die Batterien sollten etwa ein Jahr halten, verlängern kann man die Laufzeit aber noch mit 9V-Blöcken auf fünf oder zehn Jahre, laut Handbuch.

Einen extra Knopf gibt es für das zehnminütige Stummschalten, auch bei Fehlalarm hilft dieser Knopf weiter.

Rauch und Wasserdampf werden nach etwa 23 Sekunden erkannt. Was uns stört, war das Wackeln des Geräts in der Arretierung, außerdem war die Anleitung nur auf Französisch verfügbar. Nach der Inbetriebnahme piepste das Gerät außerdem alle 30 Sekunden so, als wäre der Akku leer, am nächsten Tag erledigte sich das Problem dann aber doch von alleine.

Der Mumbi RMF150-4 Paket macht viel Lärm, man bekommt hier vier Funkmelder mit auswechselbaren Batterien.

Dafür dauert die Inbetriebnahme länger, die Kopplung hat erst dank eines YouTube-Videos vom Hersteller funktioniert. Jeder Melder wollte dann nicht mitspielen, dann haben wir erst die Batterien herausgenommen, drei Minuten gewartet, sie wieder eingesetzt und die Verlinkung neu gestartet.

Wenn alles erstmal verbunden ist, macht ein einzelnes Gerät beinahe so viel Lärm wie der Busch-Jaeger, die Batterie wechseln kann man hier auch.

Der Fehlalarm kann jedoch nicht per Knopfdruck stummgeschaltet werden, nach 30 Sekunden geht der Alarm erst aus, wenn in der Messkammer kein Rauch mehr ist.

Beim Pyrexx PX-1 gibt es anscheinend einige Vorteile. So etwa das leichte Abnehmen dank Klebe- oder Magnetmontage, küchentauglich ist er auch und der streichbare Deckel ist abnehmbar. Farbvarianten kann man sich zudem aussuchen.

Dafür dauert aber die Rauch-Erkennung zu lange, einmal hat er dafür 36, einmal 60 Sekunden gebraucht, obwohl wir stark rußendes Feuer 40 bis 50 Zentimeter darunter gehalten haben. Das ist nicht akzeptabel.

Der Kidde KID10Y29 ist stabil, reagiert aber träge auf den Rauch. Die Lautstärke ist auch eher schwach und der Funktionsumfang ist auf das Wesentliche beschränkt. Hier gibt es eine Lithium-Batterie, laut Hersteller reicht die zehn Jahre, auswechseln kann man sie nicht.

Wissenswertes über Rauchmelder

Die meisten Rauchmelder in Deutschland sind Fotooptische Rauchmelder. Hier sendet eine Diode in einer lichtgeschützten Kammer dauernd einen Infrarotstrahl auf eine Fotodiode. Die wird leitend gemacht durch den Infrarotstrahl. Wird der Strahl nicht durch Rauchpartikel unterbrochen, passiert nichts weiter. Wenn er aber unterbrochen wird, löst der Alarm aus.

Dann gibt es noch Themooptische Rauchmelder, die auch Rauch/Hitze-Melder genannt werden, hier wird das fotooptische Prinzip mit einem Detektor für die Raumtemperatur kombiniert. Einfache Rauchmelder können nämlich nicht zwischen Wasserdampf und richtigem Qualm inklusive Kohlenmonoxid-Anteil unterscheiden.

Beim Rauch/Hitze-Melder gibt es einen Heißleiter aus elektrisch leitendem Material, das leitet Strom bei hohen Temperaturen besser. Außerdem gibt es einen Vergleichsheißleiter, der dient als Referenz, sollte die Temperatur zu schnell ansteigen. Somit schlägt ein themooptischer Rauchmelder nur dann Alarm, wenn Rauch und schneller Temperaturanstieg gegeben sind.

Jedoch ist dieses Prinzip für die meisten Brandursachen ungeeignet, da es lange dauert, bis am Rauchmelder eine hohe Temperatur erreicht wird, die Bewohner könnten da längst erstickt sein. Somit eignen sich diese Geräte nur für die Küche oder alle Räume, wo Staub oder Wasserdampf regelmäßig auftreten.

In Flur und Schlafzimmer sollte man aber immer zum fotooptischen Rauchmelder greifen.

Stand-alone oder vernetzt?

Die meisten Rauchmelder sind unabhängig von anderen Meldern. Gibt es also im Heizungskeller einen Brand, so wird im Keller Alarm geschlagen, sonst im Haus aber nicht.

Schlimmstenfalls wird dieser Alarm überhört und das Feuer kann sich ausbreiten, bis auch die anderen Geräte Alarm schlagen. Stand-alone-Geräte sollte man bei der Funktionsüberprüfung auch alleine testen.

Wenn Funkrauchmelder miteinander gekoppelt sind, schlagen alle an, wenn irgendwo Rauch erkannt wird. Daher sollte man über diese Variante nachdenken, wenn es mehrere Geschosse oder Gebäude gibt. Alternativ kann man Stand-alone auch mit Funk kombinieren.

Jedoch sind die vernetzten Geräte deutlich teurer als die Stand-alone-Variante.

Ei Electronics Ei650W: Funkmodul
Ei Electronics Ei650W: Das Funkmodul wird eingesetzt.

Besonders ist noch die kabelgebundene Vernetzung, hier werden die Geräte durch ein dünnes Kabel verbunden und schlagen gleichzeitig Alarm, wenn es brennt.

Wissenswertes für den Kauf

Rauchmelder kosten zwischen 5 und 30 Euro, aber lohnen sich die günstigen Geräte auch? Wir geben Tipps für den Kauf des richtigen Geräts.

Die Batterien

Meist haben die Geräte fest eingebaute Batterien, die etwa zehn Jahre halten, auswechselbare Batterien sind eher die Ausnahme.

Bei Rauchmeldern mit fest verbauter Batterie muss das Gerät dann komplett ausgetauscht werden. Laut Hersteller ist das nötig, da die Messkammer mit der Zeit verschmutzen kann, nach zehn Jahren wäre ein zuverlässiger Betrieb dann nicht mehr garantiert.

Müll wird bei solch einem kompletten Austausch auch produziert, wir finden daher Geräte mit Batterien zum Auswechseln gut.

mumbi RMF150-4: Der Funk-Melder mit wechselbaren Batterien soll 5 Jahre durchhalten
Beim Mumbi RMF150-4 können die Batterien ausgewechselt werden.

Angegeben wird bei den Batterien eine Lebensdauer von zwei, drei, fünf oder zehn Jahren. Wobei zehn Jahre anscheinend nur bei fest verbauten Lithium-Batterien drin sind. Ausnahmen gibt es aber auch, da kann man die Alkali-Batterien dann gegen länger haltbare Lithium-Batterien tauschen. So etwa bei einer unserer Empfehlungen.

Wenn die Rauchmelder für Wohngebäude ausgelegt sind, eignen sie sich für Temperaturen zwischen plus 5 und plus 40 Grad Celsius. Für Scheune oder Garage braucht man spezielle Geräte, die Extremtemperaturen vertragen. Da sind dann Betriebstemperaturen zwischen minus 10 und plus 60 Grad drin. Auch hier finden sich welche bei unseren Empfehlungen.

Wartung und Installation

Vor dem Kauf weiß man meist nicht, wie der Rauchmelder befestigt wird.

Grundsätzlich sind meist minderwertige Holzschrauben dabei und Dübel, die sich für Beton eignen. Für eine Gipskartondecke wären daher Gipsplattendübel besser samt dazu passender Schrauben.

Hekatron Genius H: Mit LED Nacht-Dimmung
Der Hekatron Genius H bietet eine Nachtdimmung.

Will man nicht Bohren, kann man auch Klebe-Pads nutzen. Aber nicht bei allen Geräten gibt es auch eine homogene Fläche bei der Grundplatte.

X-Sense DS22: Plastik-Bolzen schwer
Beim X-Sense DS22 lassen sich die Plastikbolzen bei der Demontage schwer entfernen.

Für die Installation sollte man genügend Zeit einplanen. Für ein Wohnhaus und sechs bis acht Rauchmelder, sind etwa zwei bis drei Stunden anzusetzen. Am längsten braucht man dabei dafür, den richtigen Standort zu wählen und eventuell auch fürs Bohren.

Überprüfen sollte man die Funktionen regelmäßig mit dem Testknopf. Abhängig vom Modell hat man ein wöchentliches Wartungsintervall, monatlich oder auch vierteljährlich.

Zudem wird von den Herstellern empfohlen, regelmäßig die Geräteöffnung abzusaugen.

Rauchmelder und Apps

Hat man mehrere Rauchmelder und will den Zustand regelmäßig kontrollieren, so eignen sich Funkmelder, die für den Smart-Home-Bereich geeignet sind. Alternativ auch Geräte, die man per App auslesen kann.

Rauchmelder und Smartphone kommunizieren akustisch über Töne, die von der App dann interpretiert werden. So lassen sich Betteriestand und Verschmutzungsgrad auslesen, ohne dazu eine Leiter holen zu müssen. Man muss jedoch direkt unter dem Gerät stehen.

Für Privatnutzer ist das nicht so interessant, eher für Facility-Manager oder Vermieter, wenn es viele Standorte mit vielen Rauchmeldern gibt.

Welche Kaufkriterien gibt es noch?

Weitere Punkte sind für den Kauf aber auch wichtig. Dazu gehört etwa, dass bei vielen Zwischenwänden eine gekoppelte Lösung besser ist, da von vielen Meldern nicht mal der 85 dB(A)-Standard bezüglich der Lautstärke erreicht wird.

Bei vielen Rauchmeldern blinkt eine Bereitschafts-LED alle 60 oder 120 Sekunden, im Wohn- oder Schlafzimmer kann das nerven. Außerdem sollte man darauf achten, ob es eine Stummschaltefunktion gibt, so kommt es beim Kochen nicht zum Alarm, wenn man den Testknopf vorher einmal drückt. Diese Funktion bieten viele Geräte.

Wenn es einen Fehlalarm gibt, sollte der Alarm schnell abgeschaltet werden können, etwa mithilfe eines Besenstiels, nicht alle Geräte lassen sich aber deaktivieren.

So haben wir getestet

Getestet haben wir fotooptische Rauchmelder zwischen 8 und 25 Euro, außerdem auch Funkmelder und zwei Geräte, bei denen man den Status per App auslesen kann.

Nachdem man den Standort für seinen Rauchmelder gewählt hat, sollte das Auspacken und anschließende Ausrichten, Anschrauben und auch Aktivieren nicht mehr als zehn Minuten in Anspruch nehmen. Bei minderwertigen Schrauben kann der Schraubendreher aber abrutschen, die Dübel können zu kurz sein, der Rauchmelder schief sitzen. Klebe-Pads werden nur selten mitgeliefert. Daher bewerten wir auch die Qualität des Befestigungsmaterials.

Rauchmelder Update 06/2019: (von links nach rechts) Smartwares RM250, Brennenstuhl RM C 9010, FireAngel ST-622-DET P-Line, Sebson GS506G, Brennenstuhl RM L 3100, Hekatron Genius PLUS, SHD DOF29, Pyrexx PX-1, Abus GRWM30600, Xeltys FIT380675 Toba
Unser Update 06/2019 mit Geräten von Smartwares, Brennenstuhl, FireAngel, Sebson,  Hekatron, SHD, Pyrexx, Abus und Xeltys.

Wir haben die Melder gut bewertet, die auf Anleitung oder Verpackung auf gute Standorte hingewiesen haben. Außerdem haben wir auch die Anleitungen unter die Lupe genommen, da gab es gut bebilderte und ausführliche, aber auch welche mit wenigen Informationen.

Die Sonderfunktionen

Einige unserer Geräte können per Funk gekoppelt werden.

Bei anderen gibt es eine integrierte Echtzeituhr, die eine Dimmfunktion ermöglicht, so blinkt die LED nicht zwischen 22 und 6 Uhr.

Eines der Gräte lässt sich per App auslesen und verwalten, nicht per Funk, sondern über Töne.

Der Rauch

Anschlagen sollte solch ein Gerät zügig, wenn es raucht. Nicht alle machen das aber so zuverlässig, fünf Testgeräte waren sogar durch starken Qualm nicht sonderlich beeindruckt.

Genutzt haben wir hier eine Brandquelle mit Öl und Baumwolle, selbst bei 40 bis 50 Zentimeter Abstand brauchten zwei Geräte über 30 Sekunden, um anzuschlagen.

Pyrexx PX-1 - obgleich er im schwarzen Ruß versinkt meldet er erst nach 36 bzw. 60 Sekunden!
Der Pyrexx PX-1 reagiert erst nach 36 oder 60 Sekunden.

Funktionieren sollte bei einem Rauchmelder vor allem, dass er auch auslöst und laut genug muss er dabei auch sein.

Die Lautstärke

Wir haben aus drei Metern Entfernen mit einem Messmikrofon die Lautstärke überprüft und mit Rauch echten Alarm ausgelöst. Bei einigen Meldern sind Test- und Alarmsignal nicht identisch.

Die Lautstärke wird mit >85 dB(A) angegeben, davon unterscheidet sich die Lautstärke in Sone. Da die eher dem menschlichen Gehör entspricht, kennzeichnet die höchste Sone-Messung den lautesten Rauchmelder.

Die Testgeräte variieren von leise bis laut, einige kamen nicht mal auf 85 Dezibel.

Bei manchen Geräten kann man bei einem Fehlalarm nicht per Knopfdruck stumm schalten. Unter diese Kategorie fällt auch eine unserer Empfehlungen.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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