Unscheinbare Lebensretter Test: Rauchmelder Abus Rwm250

Rauchmelder im Test : Unscheinbare Lebensretter

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Update 05.10.2020

Ab 2021 sind Rauchmelder in Deutschland Pflicht für alle, egal ob Mietwohnung oder Haus. Die ideale Zeit also um die unscheinbaren Lebensretter zu testen. Wir haben 29 Modelle einem Praxistest unterzogen.

Update 5. Oktober 2020

Nach unserem Test-Update haben wir zwei neue Empfehlungen: Den Abus RWM250 und den X-Sense SD01.

Sebastian Jentsch
Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Rauchmelder können Leben retten – aber wie zuverlässig sind sie in der Praxis? Wir haben wir 29 fotooptische Rauchmelder mit Preisen zwischen 8 und 25 Euro getestet. Wissen wollten wir dabei natürlich, wie zuverlässig sie sind und auch, wie leicht man sie installieren kann.

Seit 2017 sind die Geräte in Deutschland Pflicht, das heißt, dass auch bereits bestehende Wohnungen und Häuser nachgerüstet werden müssen. Für jedes Bundesland gab es jedoch verschiedene Übergangsfristen, bis wann der Einbau erfolgt sein musste.

Diese neue Pflicht hat durchaus ihren Sinn, denn jährlich sterben bei etwa 200.000 Wohnungsbränden über 400 Menschen, 95 Prozent davon durch eine Rauchvergiftung. Verantwortlich für den Einbau sind die Wohnungseigentümer, für die Betriebsbereitschaft entweder Eigentümer oder Bewohner je nach Bundesland.

Ebenfalls gibt es eine Regelung dazu, wo die Rauchmelder installiert sein müssen: Kinderzimmer, Schlafzimmer, Flure und Fluchtwege.

Lauter Alarm: Busch-Jaeger ProfessionalLine

Lauter Alarm

Busch-Jaeger ProfessionalLine

Test: Rauchmelder – Testsieger Busch-Jaeger ProfessionalLine Rauchmelder
Diesen Alarm hört man garantiert – er war der lauteste im Test und liefert hochwertiges Befestigungsmaterial mit.

Mit dem Busch-Jaeger ProfessionalLine bekommt man einen Rauchmelder, der die wichtigen Sachen gut macht. Unseren Rauch-Test hat er hervorragend bestanden, der Alarm wurde in unter zehn Sekunden ausgelöst. So laut wie dieser Alarm ist sonst auch keiner im Test.

Vorwissen braucht man für die Montage allgemein nicht, Übung mit Akku-Schraubern dagegen schon, wenn man das Gerät schön mittig im Raum anbringen will. Hilfreich sind dafür gute Dübel und Schrauben und eine justierbare Bodenplatte, genau das wird hier auch geboten. Eine übersichtliche Anleitung mit Skizzen zeigt die schlechten und idealen Orte an, an der man den Rauchmelder anbringen kann. Das kann selbst ein Gartenhaus sein, denn das Gerät hält bis -10 Grad Celsius aus, im wärmeren Bereich sind bis + 60 Grad drin.

Für eine kabelgebundene Vernetzung ist das Gerät schon vorbereitet. Sinn ergibt das jedoch lediglich bei Neubauten, sonst müsste man die Kabel durch das ganze Gebäude verlegen. Drahtlos können die Geräte ebenfalls betrieben werden, dazu gibt es Funkmodule, die sind optional zu haben.

Einziges Problem: Per Knopfdruck kann man den Rauchmelder nicht abschalten, wenn es zum Fehlalarm kommt. Dafür geht der Alarm nach 20 Sekunden dann alleine aus, wenn das Gerät keinen Rauch mehr registriert. Das ist praktisch, durch die Lautstärke kann es aber doch nerven. Zur Not kann man auch die Batterie entnehmen.

Vorsorglich stummschalten für zehn Minuten geht aber, das ist etwa beim Kochen nützlich, wenn es absehbar ist, dass es qualmen wird. Jedoch wird diese Funktion bei den meisten Rauchmeldern geboten.

Busch-Jaeger mit 9-Volt-Block Alkali
Busch-Jaeger ProfessionalLine mit einem 9-Volt-Block Alkali.

Die Lebensdauer des Geräts beläuft sich auf etwa zehn Jahre. Das Ablaufjahr findet man am Gehäuse, so muss man sich nicht bei jedem Rauchmelder merken, wann er installiert wurde.

Wir finden den Betrieb mit einer Batterie, die man auswechseln kann, sinnvoll (9-Volt-Block). Bei einer vorzeitigen Entleerung muss man so nicht den gesamten Rauchmelder entsorgen. Unsere Empfehlung: ist die Batterie leer und steht ein Tausch an, sollte man den Alkali-Block mit einer Lithium-Zelle ersetzen, die eine längere Laufzeit hat.

Uns gefällt bei diesem Gerät vor allem die Lautstärke gut, so hört man den Alarm garantiert.

Für die Küche: Abus RWM250

Für die Küche

Abus RWM250

Test: Abus Rwm250
Ein Hitze- und Rauchmelder – gegen Wasserdampf unempfindlich und mit Stummschaltung: ideal für die Küche.

Der RWM250 kann zweierlei: Rauch sowie auch Hitze ab einer Temperatur von 60 Grad melden, bei beidem wird (auch einzeln) Alarm ausgelöst. Daher ist er perfekt für Räume mit einem Backofen oder Herd geeignet.

Was der Abus nicht meldet, ist Wasserdampf. Das ist aber in der Küche gut, da sonst leicht Fehlalarme ausgelöst werden können. Einem drohenden Fehlalarm kann durch eine Stummschaltung von zehn Minuten aktiv entgegengewirkt werden.

Rauchmelder Test: Rauchmelder Abus Rwm250
Auf Wasserdampf reagiert der RWM250 nicht.

Wenn der Alarm doch losgeht, kann die Sirene durch ein einmaliges Drücken auf das Gerät ausgeschaltet werden. Dabei bleibt der Sensor aktiv und wenn die Rauchkonzentration bleibt, schlägt er erneut an.

Auf dem Gerät ist keine Taste zu sehen, denn der Rauchmelder ist in sich die Taste für Stummschaltung und Test. Da die Kappe auch abgesteckt und in der Wandfarbe lackiert werden kann, passt er sich auch optisch an. Das Gehäuse darf aber nicht gestrichen werden.

Durch Magnetstreifen ist der Melder leicht abzunehmen. Der Streifen wird mit nur einer Schraube an der Decke montiert. Aber auch doppelseitiges Klebeband kann bei einer glatten Oberfläche für die Befestigung verwendet werden.

Im Rauchmelder ist eine Batterie für 12 Jahre enthalten, die nicht ausgewechselt werden kann. Aktiviert wird mit einem roten Stift, der vor dem Anbringen auf der Rückseite eingedrückt wird. Steht der Stift heraus, lässt sich das Gerät nicht an der Magnetplatte befestigen.

Der Abus RWM250 ist perfekt für alle, die einen Melder für Räumlichkeiten mit hoher Dampfentwicklung suchen. Der Nachteil: Der Alarm wird teilweise erst nach zwei Minuten ausgelöst, teils aber auch schon nach 20 Sekunden.

Mehr Komfort: Hekatron Genius H

Mehr Komfort

Hekatron Genius H

Test Rauchmelder: Hekatron Genius H
Keine blinkende LED zur Nachtzeit und sehr gutes Befestigungsmaterial.

Komfort beim Rauchmelder klingt erstmal seltsam, aber genau das bietet der Hekatron Genius H. Konkret meinen wir damit, dass ein komfortables Gerät eine zeitliche Stummschaltung haben muss und bestenfalls bei Fehlalarm per Knopfdruck stummgeschaltet werden kann. Hier gibt es sogar noch mehr: Die Betriebs-LED wird mit einer Echtzeituhr zwischen 22 und 6 Uhr gedimmt, so stört das Blinken nicht beim Schlafen.

All das gefällt uns sehr, zudem wurde die LED so designt, dass sie in Richtung der Eingangstüre leuchtet. Dafür gibt es bei der Befestigungsplatte entsprechende Markierungen.

Nur hinsichtlich der Lautstärke besteht etwas Verbesserungsbedarf im Vergleich zu unserer ersten Empfehlung. Leise ist aber auch dieser Rauchmelder nicht. Wir finden den zusätzlichen Komfort toll.

Auch für kalte Räume: Ei Electronics Ei650W

Auch für kalte Räume

Ei Electronics Ei650W

Test Rauchmelder: Ei Electronics Ei650W
Bis -10° Celsius einsetzbar, Fehlalarm abschaltbar, aber nicht sehr laut.

Wer mehrstöckige Häuser hat oder auch Nebengebäude, der profitiert von gekoppelten Rauchmeldern, die sind aber recht teuer.

Der EI Electronics Ei650W überzeugte uns im Test, jedoch zahlt man für einen einzelnen mit Funkmodul etwa 80 Euro, man braucht aber mindestens zwei Geräte. So zahlt man schonmal einige hundert Euro, wenn man ein ganzes Objekt ausrüsten will.

Wir raten daher eher dazu, einige unserer günstigen Empfehlungen mit zwei bis vier der Ei Electronics Geräts zu kombinieren. Raucht es im Nebengebäude, zeigt das dann mindestens einer der Funkmelder im Haus an.

Ausgestattet ist das Gerät gut. Die Befestigung ist vorbildlich, die Anleitung ausführlich, die Betriebstemperatur beginnt ab -10 Grad Celsius und der Fehlalarm kann per Knopfdruck abgeschaltet werden. Trotzdem gibt es eine Schwachstelle: Der Alarmton ist eher leise mit nur 81 Dezibel.

Klein: Abus Mini GRWM30600

Klein

Abus Mini GRWM30600

Der kompakteste Rauchmelder in unserem Test war der Abus Mini GRWM30600 mit einem Durchmesser von nur 7 Zentimetern und einer Höhe von 3,5 Zentimetern. Der Durchschnitts-Rauchmelder hat etwa 12 Zentimeter Durchmesser, manche kommen auch auf 15. Wer vor allem ein kleines Gerät sucht, ist beim Abus definitiv richtig.

Durch die kompakten Abmessungen ist vor allem eine fest verbaute Lithium-Batterie sinnvoll. Auf einem Aufkleber kann man notieren, wann das Gerät in Betrieb genommen wurde und weiß dann, wann man es wieder austauschen muss.

Der Rauch wird zügig erkannt, nach weniger als 30 Sekunden. Auch bei Wasserdampf schlägt der Rauchmelder an, hier nach 21 Sekunden, daher eignet er sich nicht für die Küche. Eine sichtbare Taste gibt es nicht, sein Gehäuse ist einfach eine einzige große Taste. Für den Test drückt man sie entweder länger oder für das zehnminütige Stummschalten nur kurz.

Das Befestigungsmaterial ist recht gut, ein Klebe-Pad ist nicht im Lieferumfang, damit kann man das Gerät aber auch an der Decke befestigen, ohne schrauben zu müssen.

Inklusive Notlicht: X-Sense SD01

Inklusive Notlicht

X-Sense SD01 mit Notlicht

Test: X Sense Ds01 Mit Flutlicht
Er schlägt schnell an, sein helles Notlicht beleuchtet den Fluchtweg.

Das Highlight des X-Sense SD01 ist sein Notlicht. Die hellen LEDs beleuchten auch wirklich einen ganzen Flur – nicht taghell, aber ausreichend, um Ausgang und Schlüssel zu finden. Ansonsten gleicht er seinem günstigerem Bruder SD03.

Bei Rauch schlägt der Melder schnell an und das schon in 21 Sekunden, allerdings ebenso bei Wasserdampf und auch hier recht schnell.

Rauchmelder Test: X Sense Ds01
Heller als alle anderen.

Der Fehlalarm ist für eine Zeit von neun Minuten stummzuschalten, bleibt der Rauch, schlägt der Melder wieder an. Vorsorglich ist er aber auch über eine Taste leise zu stellen.

Der Rauchmelder ist robust und solide, auch seine Grundplatte. Die Aktivierung erfolgt beim Festdrehen des Geräts, sodass es nicht vergessen werden kann. Mit 12,5 Zentimetern ist das Gerät allerdings nicht besonders hübsch. Wir haben bemerkt, dass die Kappe abgehoben werden kann. Gegebenenfalls kann die in der Wandfarbe lackiert werden.

Der SD01 hat eine Batterie für 10 Jahre, die nicht auswechselbar ist. Danach muss der Rauchmelder erneuert werden. Hingewiesen wird man darauf mit konstantem Piepen. Vor allem wegen des Notlichts bezweifeln wir eine solch lange Laufzeit etwas.

Da die meisten wohl die Anleitung schnell verlegen, hat der Hersteller alles Notwendige auf der Rückseite notiert.

Der X-Sense SD01 eignet sich für alle, die nach einem schnell anschlagenden Gerät inklusive Notlicht suchen. Ohne Notlicht ist auch das baugleiche Modell SD03 zu empfehlen.

Was gibt es sonst noch?

Der Burgwächter Smoke ist klein und deckt dennoch eine große Bandbreite von Temperaturen ab: -10 bis +40 Grad Celsius. Das kann kein anderer. Bei Dampf reagiert er innerhalb von 29 und 35 Sekunden. Leider lässt er sich nicht stummschalten, um den Alarm zu beenden, muss die Batterie entfernt werden.

Der Bosch Smart Home Rauchmelder ist laut – sehr laut. Das Gerät lässt sich in ein Bosch Smart Home einbinden. Allerdings ist er sehr langsam, er braucht zwischen 60 und 90 Sekunden im Test. Auch das Notlicht ist eher spärlich.

Der Smartwares RM250 braucht 35 Sekunden, um Rauch zu erfassen, das ist eher langsam. Dafür ist er aber gegenüber Wasserdampf unempfindlich und eignet sich damit auch für die Küche. Einmal Taste drücken für eine zehnminütige Unterbrechung, bei Fehlalarm lässt sich der Rauchmelder per Knopfdruck wieder stummschalten.

Der FireAngel ST-622-DET P-Line ist ein durchdachtes Gerät. Besonders gut finden wir, dass auf das Status-Blinken verzichtet wird, somit eignet sich das Gerät auch fürs Schlafzimmer. Nach 20 Sekunden wird der Rauch erkannt, das ist einer der besseren Werte, bei Wasserdampf schlägt er aber auch an und das schon nach 10 Sekunden, für die Küche ist er damit ungeeignet. Hier gibt es eine zehnminütige Stummschaltung, sollte es doch zum Alarm kommen, wird sie aber außer Kraft gesetzt, wenn sich der Rauchanteil erhöht. Nur der etwas höhere Preis stört uns.

Wissenswertes über Rauchmelder

Die meisten Rauchmelder in Deutschland sind Fotooptische Rauchmelder. Hier sendet eine Diode in einer lichtgeschützten Kammer dauernd einen Infrarotstrahl auf eine Fotodiode. Die wird leitend gemacht durch den Infrarotstrahl. Wird der Strahl nicht durch Rauchpartikel unterbrochen, passiert nichts weiter. Wenn er aber unterbrochen wird, löst der Alarm aus.

Dann gibt es noch Themooptische Rauchmelder, die auch Rauch/Hitze-Melder genannt werden, hier wird das fotooptische Prinzip mit einem Detektor für die Raumtemperatur kombiniert. Einfache Rauchmelder können nämlich nicht zwischen Wasserdampf und richtigem Qualm inklusive Kohlenmonoxid-Anteil unterscheiden.

Beim Rauch/Hitze-Melder gibt es einen Heißleiter aus elektrisch leitendem Material, das leitet Strom bei hohen Temperaturen besser. Außerdem gibt es einen Vergleichsheißleiter, der dient als Referenz, sollte die Temperatur zu schnell ansteigen. Somit schlägt ein themooptischer Rauchmelder nur dann Alarm, wenn Rauch und schneller Temperaturanstieg gegeben sind.

Jedoch ist dieses Prinzip für die meisten Brandursachen ungeeignet, da es lange dauert, bis am Rauchmelder eine hohe Temperatur erreicht wird, die Bewohner könnten da längst erstickt sein. Somit eignen sich diese Geräte nur für die Küche oder alle Räume, wo Staub oder Wasserdampf regelmäßig auftreten.

In Flur und Schlafzimmer sollte man aber immer zum fotooptischen Rauchmelder greifen.

Stand-alone oder vernetzt?

Die meisten Rauchmelder sind unabhängig von anderen Meldern. Gibt es also im Heizungskeller einen Brand, so wird im Keller Alarm geschlagen, sonst im Haus aber nicht.

Schlimmstenfalls wird dieser Alarm überhört und das Feuer kann sich ausbreiten, bis auch die anderen Geräte Alarm schlagen. Stand-alone-Geräte sollte man bei der Funktionsüberprüfung auch alleine testen.

Wenn Funkrauchmelder miteinander gekoppelt sind, schlagen alle an, wenn irgendwo Rauch erkannt wird. Daher sollte man über diese Variante nachdenken, wenn es mehrere Geschosse oder Gebäude gibt. Alternativ kann man Stand-alone auch mit Funk kombinieren.

Jedoch sind die vernetzten Geräte deutlich teurer als die Stand-alone-Variante.

Ei Electronics Ei650W: Funkmodul
Ei Electronics Ei650W: Das Funkmodul wird eingesetzt.

Besonders ist noch die kabelgebundene Vernetzung, hier werden die Geräte durch ein dünnes Kabel verbunden und schlagen gleichzeitig Alarm, wenn es brennt.

Wissenswertes für den Kauf

Rauchmelder kosten zwischen 5 und 30 Euro, aber lohnen sich die günstigen Geräte auch? Wir geben Tipps für den Kauf des richtigen Geräts.

Die Batterien

Meist haben die Geräte fest eingebaute Batterien, die etwa zehn Jahre halten, auswechselbare Batterien sind eher die Ausnahme.

Bei Rauchmeldern mit fest verbauter Batterie muss das Gerät dann komplett ausgetauscht werden. Laut Hersteller ist das nötig, da die Messkammer mit der Zeit verschmutzen kann, nach zehn Jahren wäre ein zuverlässiger Betrieb dann nicht mehr garantiert.

Müll wird bei solch einem kompletten Austausch auch produziert, wir finden daher Geräte mit Batterien zum Auswechseln gut.

mumbi RMF150-4: Der Funk-Melder mit wechselbaren Batterien soll 5 Jahre durchhalten
Beim Mumbi RMF150-4 können die Batterien ausgewechselt werden.

Angegeben wird bei den Batterien eine Lebensdauer von zwei, drei, fünf oder zehn Jahren. Wobei zehn Jahre anscheinend nur bei fest verbauten Lithium-Batterien drin sind. Ausnahmen gibt es aber auch, da kann man die Alkali-Batterien dann gegen länger haltbare Lithium-Batterien tauschen. So etwa bei einer unserer Empfehlungen.

Wenn die Rauchmelder für Wohngebäude ausgelegt sind, eignen sie sich für Temperaturen zwischen plus 5 und plus 40 Grad Celsius. Für Scheune oder Garage braucht man spezielle Geräte, die Extremtemperaturen vertragen. Da sind dann Betriebstemperaturen zwischen minus 10 und plus 60 Grad drin. Auch hier finden sich welche bei unseren Empfehlungen.

Wartung und Installation

Vor dem Kauf weiß man meist nicht, wie der Rauchmelder befestigt wird.

Grundsätzlich sind meist minderwertige Holzschrauben dabei und Dübel, die sich für Beton eignen. Für eine Gipskartondecke wären daher Gipsplattendübel besser samt dazu passender Schrauben.

Hekatron Genius H: Mit LED Nacht-Dimmung
Der Hekatron Genius H bietet eine Nachtdimmung.

Will man nicht Bohren, kann man auch Klebe-Pads nutzen. Aber nicht bei allen Geräten gibt es auch eine homogene Fläche bei der Grundplatte.

X-Sense DS22: Plastik-Bolzen schwer
Beim X-Sense DS22 lassen sich die Plastikbolzen bei der Demontage schwer entfernen.

Für die Installation sollte man genügend Zeit einplanen. Für ein Wohnhaus und sechs bis acht Rauchmelder, sind etwa zwei bis drei Stunden anzusetzen. Am längsten braucht man dabei dafür, den richtigen Standort zu wählen und eventuell auch fürs Bohren.

Überprüfen sollte man die Funktionen regelmäßig mit dem Testknopf. Abhängig vom Modell hat man ein wöchentliches Wartungsintervall, monatlich oder auch vierteljährlich.

Zudem wird von den Herstellern empfohlen, regelmäßig die Geräteöffnung abzusaugen.

Rauchmelder und Apps

Hat man mehrere Rauchmelder und will den Zustand regelmäßig kontrollieren, so eignen sich Funkmelder, die für den Smart-Home-Bereich geeignet sind. Alternativ auch Geräte, die man per App auslesen kann.

Rauchmelder und Smartphone kommunizieren akustisch über Töne, die von der App dann interpretiert werden. So lassen sich Betteriestand und Verschmutzungsgrad auslesen, ohne dazu eine Leiter holen zu müssen. Man muss jedoch direkt unter dem Gerät stehen.

Für Privatnutzer ist das nicht so interessant, eher für Facility-Manager oder Vermieter, wenn es viele Standorte mit vielen Rauchmeldern gibt.

Welche Kaufkriterien gibt es noch?

Weitere Punkte sind für den Kauf aber auch wichtig. Dazu gehört etwa, dass bei vielen Zwischenwänden eine gekoppelte Lösung besser ist, da von vielen Meldern nicht mal der 85 dB(A)-Standard bezüglich der Lautstärke erreicht wird.

Bei vielen Rauchmeldern blinkt eine Bereitschafts-LED alle 60 oder 120 Sekunden, im Wohn- oder Schlafzimmer kann das nerven. Außerdem sollte man darauf achten, ob es eine Stummschaltefunktion gibt, so kommt es beim Kochen nicht zum Alarm, wenn man den Testknopf vorher einmal drückt. Diese Funktion bieten viele Geräte.

Wenn es einen Fehlalarm gibt, sollte der Alarm schnell abgeschaltet werden können, etwa mithilfe eines Besenstiels, nicht alle Geräte lassen sich aber deaktivieren.

So haben wir getestet

Getestet haben wir fotooptische Rauchmelder zwischen 8 und 25 Euro, außerdem auch Funkmelder und zwei Geräte, bei denen man den Status per App auslesen kann.

Nachdem man den Standort für seinen Rauchmelder gewählt hat, sollte das Auspacken und anschließende Ausrichten, Anschrauben und auch Aktivieren nicht mehr als zehn Minuten in Anspruch nehmen. Bei minderwertigen Schrauben kann der Schraubendreher aber abrutschen, die Dübel können zu kurz sein, der Rauchmelder schief sitzen. Klebe-Pads werden nur selten mitgeliefert. Daher bewerten wir auch die Qualität des Befestigungsmaterials.

Rauchmelder Update 06/2019: (von links nach rechts) Smartwares RM250, Brennenstuhl RM C 9010, FireAngel ST-622-DET P-Line, Sebson GS506G, Brennenstuhl RM L 3100, Hekatron Genius PLUS, SHD DOF29, Pyrexx PX-1, Abus GRWM30600, Xeltys FIT380675 Toba
Unser Update 06/2019 mit Geräten von Smartwares, Brennenstuhl, FireAngel, Sebson,  Hekatron, SHD, Pyrexx, Abus und Xeltys.

Wir haben die Melder gut bewertet, die auf Anleitung oder Verpackung auf gute Standorte hingewiesen haben. Außerdem haben wir auch die Anleitungen unter die Lupe genommen, da gab es gut bebilderte und ausführliche, aber auch welche mit wenigen Informationen.

Die Sonderfunktionen

Einige unserer Geräte können per Funk gekoppelt werden. Bei anderen gibt es eine integrierte Echtzeituhr, die eine Dimmfunktion ermöglicht, so blinkt die LED nicht zwischen 22 und 6 Uhr. Eines der Geräte lässt sich per App auslesen und verwalten, nicht per Funk, sondern über Töne.

Der Rauch

Anschlagen sollte solch ein Gerät zügig, wenn es raucht. Nicht alle machen das aber so zuverlässig, manche Testgeräte waren sogar durch starken Qualm nicht sonderlich beeindruckt.

Genutzt haben wir hier eine Brandquelle mit Öl und Baumwolle, selbst bei 40 bis 50 Zentimeter Abstand brauchten zwei Geräte über 30 Sekunden, um anzuschlagen.

Pyrexx PX-1 - obgleich er im schwarzen Ruß versinkt meldet er erst nach 36 bzw. 60 Sekunden!
Der Pyrexx PX-1 reagiert erst nach 36 oder 60 Sekunden.

Funktionieren sollte bei einem Rauchmelder vor allem, dass er auch auslöst und laut genug muss er dabei auch sein.

Die Lautstärke

Wir haben aus drei Metern Entfernen mit einem Messmikrofon die Lautstärke überprüft und mit Rauch echten Alarm ausgelöst. Bei einigen Meldern sind Test- und Alarmsignal nicht identisch.

Die Lautstärke wird mit >85 dB(A) angegeben, davon unterscheidet sich die Lautstärke in Sone. Da die eher dem menschlichen Gehör entspricht, kennzeichnet die höchste Sone-Messung den lautesten Rauchmelder.

Die Testgeräte variieren von leise bis laut, einige kamen nicht mal auf 85 Dezibel.

Bei manchen Geräten kann man bei einem Fehlalarm nicht per Knopfdruck stumm schalten. Unter diese Kategorie fällt auch eine unserer Empfehlungen.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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