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Die besten Indoor-Überwachungskameras

Die besten Indoor-Überwachungskameras

Indoor-Kameras haben meist einen anderen Zweck als die Überwachungskameras für den Außenbereich. Hier sieht man, wer genau sich in der Wohnung befindet. Eine Kamera im Flur oder Wohnzimmer zeichnet hereinkommende und herausgehende Personen auf und erstellt ein Logfile. Über die Timeline kann man herausfinden, wer wann die Wohnung betreten hat. In privaten Räumen muss man zwar nicht auf die Videoüberwachung hinweisen, es wäre aber gegenüber dem Besuch nur fair, es doch zu tun.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Mit GesichtserkennungRundumblickSmart bis ins kleinste DetailLokale Speicherung
Test: Netamo WelcomeTest: Bosch Smart Home Eyes 360° InnenkameraTest: Eufy Indoor Cam 2k Pan & TiltTest: Reolink H E1 Pro
Modell Netatmo Welcome Bosch Smart Home Eyes-360° Eufy Indoor Cam 2K Pan & Tilt Reolink H-E1 Pro
Pro
  • Gesichtserkennung funktioniert
  • Design, Verarbeitung
  • Durchdachtes Wer ist Zuhause Konzept
  • Sichtfeld 360 Grad
  • Gute Nachtsicht 3-4m
  • gut bedienbare App, auch für mehrere Kameras
  • Design, Verarbeitung
  • Für Fotos/Videos optimal
  • Zügig eingerichtet
  • Sehr gutes Bild, tagsüber
  • Tier, Mensch, Fahrzeug-Unterscheidung, Geofencing (beta)
  • Lange USB-Kabel zur Stromversorgung
  • Lokal speichern auf SD
  • Gute Auflösung 2304x1296
  • Komplexe Settings möglich (Automatisierung Smart Home)
  • Bildqualität Tag und Nacht
  • Alarmzone freihand einzeichnen
  • Speichern auf SD-Karte
  • 100 % lokale Speicherung
  • Talk-Funktion z. B. Kinderaufsicht
  • Keine Nebenkosten
Contra
  • SD-Karte nur optional
  • Für Fotos/Videos suboptimal
  • Schlechte Nachtsicht 2-3m
  • SD-Karte nur optional
  • Geräuschvoller Motor
  • Timeline ohne Activity-Leiste
  • Sirene lächerlich leise
  • Schlechte IR-Nachtsicht
  • Internet Verbindung MUSS bestehen für Betrieb
  • SD-Karte nur optional
  • Komplexe App
  • Sirene zu leise
Bester Preis
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Mit Gesichtserkennung: Netatmo Welcome

Mit Gesichtserkennung

Netatmo Welcome

Test: Netamo Welcome
Immer wissen, wer zuhause ist: Die Netatmo Welcome lernt Gesichter und differenziert zwischen Familienmitgliedern, Unbekannten und Tieren.

Die Netatmo Welcome ist unscheinbar, recht leicht und in einem Gehäuse aus Alu untergebracht. Der Standfuß hätte etwas breiter oder schwerer sein können: Durch das Kabel fällt die Kamera schnell mal um. Sie erfasste im Test die vier Familienmitglieder sowie einige regelmäßige Besucher und ordnete ihnen manuell einen Namen zu, sodass sie in der Folge erkannt wurden. Bereits nach sieben Tagen hat das System dann immer mehr nur noch unbekannte Gesichter aufgezeichnet, sodass sich die Anzahl der Pushmitteilungen reduzierte.

Die Indoor-Überwachungskamera ist kabelgebunden, ein 5-Volt-Netzteil wird mitgeliefert. Dieses besitzt auch einen Micro-USB-Stecker, sodass man das Modell auch an 5-Volt-Strom-Hubs betreiben kann. Dabei müssen allerdings 2000 mA Leistung verfügbar sein. Die Gesichtserkennung beschert der Welcome viel Rechenarbeit und hat dementsprechend einen hohen Energieverbrauch. Über WLAN oder ein Ethernet-Kabel wird die Konnektivität hergestellt.

In der »Netatmo Security«-App können penibel genaue Zeitpläne erstellt werden. Erkennt die Kamera mehrere Personen, kann man für jedes einzelne Gesicht bestimmen, ob und wann Clips aufgezeichnet werden. Dadurch bleiben die Bewohner völlig unbehelligt, nur unbekannte Personen werden mitgeschnitten. Die Netatmo hat keine Talk-Funktion: Sie besitzt zwar Mikrofone, aber keinen Lautsprecher. Über die Mikrofone lassen sich auch Geräusche überwachen.

Das Videomaterial wird auf einer SD-Karte abgespeichert, eine Cloud ist nicht vorhanden. Somit wäre bei einem Diebstahl das Material auch gleich weg. Man kann die Clips zwar auch auf dem Smartphone sichern, dies ist aber etwas mühsam. Per FTP für Webspace/NAS oder Dropbox ist auch eine persönliche Cloudspeicherung möglich. Die Kamera benötigt eine stete Verbindung zum Server von Netatmo, denn nur so kann sie Gesichter erkennen und interpretieren, sowie Abstimmungen und Abgleiche erstellen. Möchte man Schnappschüsse aus dem Live View teilen, muss man dies über Full Screen und Screenshot tun.

Das Sichtbild der Welcome ist mit 130° sehr breit. Dadurch eignet sich die Kamera besonders gut für die Überwachung von Räumen, weniger von langen Fluren. Die 1080p-Aufnamen sind passabel. Bei Nachtaufnahmen ist die Ausleuchtung hingegen schlecht: Nur auf zwei bis drei Meter sind Personen gut ausgeleuchtet und somit erkennbar. Die Gesichtserkennung funktioniert hingegen auch nachts.

Die Netatmo Welcome ist für alle empfehlenswert, die wissen möchten, wer genau zu Hause ist. Am Anfang steht allerdings eine Lernphase von bis zu einem Monat. Man kann die Überwachungskamera auch mit anderen Smart Home-Geräten verbinden: Netatmo bietet Rauchmelder, Tür/Fenster-Sensoren und eine Sirene an. Sie kann außerdem über den IFTT-Dienst mit allen passenden Steckdosen, Lampen etc. verbunden werden.

Rundumblick: Bosch Smart Home Eyes-360°

Rundumblick

Bosch Smart Home Eyes-360°

Das Kamera-Auge der Bosch Smart Home Eyes-360° hat – wie der Name schon sagt – den Rundumblick. Die 1080p-Aufnahmen sind gut, jedoch nicht perfekt. Nachts sind die Bilder auf drei bis vier Meter gut ausgeleuchtet. Mit der reaktionsschnellen App lassen sich mehrere Kameras verwalten. Über ein Zwei-Wege-System ist Hören und Sprechen zur selben Zeit möglich.

Automatische Kamerafahrten lassen sich leider nicht einstellen. Der Ausschnitt aus dem 360°-Bereich, der zuletzt verlassen wird, überwacht die Bosch. Doch auch eine vollständige Überwachung von sehr großen Räumen ist möglich: Die Überwachungskamera detektiert Geräusche und lenkt dann ihr Auge darauf aus. Über Zeitpläne weiß die Kamera, wann und wann nicht überwacht wird. Dann fährt der Kamera-Kopf wieder ins Gehäuse. Mit einem kurzen Tippen auf den Kopf verschwindet die Linse.

Mit der Bosch lassen sich aus der App ganz schnell Videos und Fotos teilen. Es können bis zu 200 Clips für 30 Tage kostenlos gespeichert werden. Danach werden die ältesten Aufnahmen überschrieben, es sei denn man schließt ein Abo ab. Zusätzlich können unbegrenzt 25 Favoriten gespeichert werden. Die 8-Gigabyte große SD-Karte dient als eine Art Zwischenspeicher, über den man über die App keinen Zugriff hat. Die Kamera mitsamt Zugriff auf die Timelime funktioniert aber auch ohne SD-Karte.

Die Bosch Smart Home Eyes-360° ist geeignet für alle, die keine Gesichtserkennung, sondern eine Überwachung mit Gegensprech- und Schnappschuss-Funktion wünschen.

Smart bis ins kleinste Detail: Eufy Indoor Cam 2K Pan & Tilt

Smart bis ins kleinste Detail

Eufy Indoor Cam 2K Pan & Tilt

Die Eufy Indoor Cam 2K Pan & Tilt ist in der Lage, Tiere von Personen zu unterscheiden. Um Personen zu erkennen, ist es allerdings nötig, dass die Kamera mit dem Internet verbunden ist, denn die Videos werden nicht intern, sondern auf dem Hersteller-Server ausgewertet. Die Videos werden allerdings lokal auf einer MicroSD-Karte gespeichert.

Die Bildqualität der Kamera ist bei Tageslicht seht gut und auch die Auflösung angenehm hoch, 2.304 x 1.296 Pixel sorgen hier für gestochen scharfe Aufnahmen. Im Nachtmodus ist von der guten Bildqualität dann allerdings recht wenig übrig. Schuld an diesem Qualitätsabfall sind die schwachen Infrarot-Scheinwerfer, die in der Eufy verbaut sind.

Eufy Indoor Cam 2K App: Geofencing als beta möglich
Die Geofencing-Funktion befindet sich offiziell noch im Beta-Stadium.

Gesichter sind ab einer Entfernung von zwei Metern nicht mehr erkennbar. Negativ aufgefallen ist uns auch, dass es der Hersteller versäumt hat, in der Smartphone-App eine Activity-Leiste zu integrieren. So kann man nicht auf Anhieb erkennen, wann es während der Aufnahme zu vermehrten Aktivitäten gekommen ist.

Gut gefallen hat uns hingegen, dass die Kamera Geofencing beherrscht. In der Praxis heißt das, dass die Kamera automatisch in den Bereitschaftsmodus schaltet, sobald Sie das Grundstück verlassen.

Zudem gelang das Einrichten einer Aktivitätszone schnell und unkompliziert. Die unkomplizierte Bedienung zieht sich wie ein roter Faden durch die App, die nicht nur viele Einstellungen erlaubt, sondern auch sinnvoll aufgebaut ist. Unterm Strich ist zeigt die Eufy Indoor Cam 2K Pan & Tilt nur wenige Schwächen und glänzt mit vielen smarten Zusatzfunktionen.

Lokale Speicherung

Die schwenkbare Dome-Kamera Reolink H-E1 Pro ist kabelgebunden, ein Netzteil wird mitgeliefert. Die Auflösung ist mit 4K sehr hoch, auch die Qualität ist relativ gut. Das Foto- und Videomaterial wird lokal abgespeichert, auf einer SD-Karte oder einem Netzwerk Video Recorder (NVR). Die MicroSD-Karte muss separat erworben werden. Ein Cloud-Abo gibt es noch nicht.

Die App ist ziemlich komplex, sodass man als Nutzer viel einstellen und bedenken muss. Es gibt vier Zeitpläne für Alarmtöne, Push-Nachrichten, E-Mails und Aufzeichnungen. Es können zudem Szenen angelegt werden, um mehrere Kameras mit einem Knopfdruck in unterschiedliche Arbeitszustände zu schicken. Man kann zudem freihändig Bereiche ins Bild einzeichnen, in denen kein Alarm ausgelöst werden soll. Die Lautstärke der Sirene ist viel zu leise. Mit der Gegensprechfunktion kann die Reolink H-E1 Pro aber gut als Babysitter verwendet werden.

Was gibt es sonst noch?

Die Lupus LE203 Indoor ist die Indoor-Variante der Outdoor-Überwachungskamera Lupus LE221 Outdoor und so ist bei ihr die App dieselbe. Die Auflösung in 720p ist zwar gering, dennoch ist das Bildmaterial gut. Der IR-Strahler leuchtet nachts auf zwei bis drei Meter ganz gut aus. Horizontal erfasst die Kamera 355 Grad, vertikal 90 Grad. Somit können auch größere Räume überwacht werden. Die Kamera-Fahrt kann per App durch Wischen gesteuert werden. Die Speicherung kann man sich als Nutzer frei aussuchen: SD-Karte, PC Software oder eigener FTP. Im Test ist die WiFi-Einrichtung gescheitert. Außerdem ist der Schenkmotor recht laut.

Die kleine Weitwinkel-Kamera Apeman IH74 kann auf dem Tisch oder an der Wand platziert werden. Die Verarbeitung lässt etwas zu wünschen übrig, doch für geschützte Positionen reicht es. Es gibt einen Audio-Alarm, Zeitplanung und einen reaktionsschnellen Live View. Kamera und App müssen im selben WLAN sein. Die Videos sind leider nur 6 Sekunden lang, möchte man mehr, muss man ein Cloud Abo abschließen. Dieses wird auch sehr stark beworben. Um Videoclips aufzuzeichnen, ist eine SD-Karte erforderlich, die separat gekauft werden muss.

Die Indoor 2401507 von Somfy konnte leider nicht mit dem WiFi verbunden und somit nicht getestet werden. Nach mehreren Anläufen mit verschiedenen Routern gaben wir auf. Somit erhält die Kamera keine vollständige Bewertung. Dennoch hat das Design gut gefallen und der Speicher ist hier fest verbaut.

So haben wir getestet

12/2018: alle Kameras aus unserem Update, von links nach rechts: Wansview W2, Blink XT, D-Link DCS-2670L, Arlo Pro 2, Sannce Floodlight Cam (unten), Logitech Circle 2 (am Haus, nicht im Bild)

Die Kameras wurden für zwei Wochen im Winter oder feuchtem Herbst getestet und dem Wetter direkt ausgesetzt. Da die Kameras teilweise unmittelbar nebeneinander montiert wurden, konnten die Aufnahmen gut miteinander verglichen werden. Im Test wurden die vom Hersteller gemachten Angaben geprüft und mit der Realität verglichen. Außerdem wurden verschiedene Einstellungen mittels der App getestet, die auch auf Bedienkomfort, Verständlichkeit und Aufbau geprüft wurde.

Wissenswertes über Überwachungskameras

Internet-Protocol oder IP-Kameras sind Kameras, die entweder direkt oder über eine Basis-Station/Router in das Heim-Netzwerk integriert werden. Dadurch können die aufgezeichneten Bilder direkt in einer Cloud oder lokal gespeichert werden und auf smarten Endgeräten unterwegs aufgerufen werden.

Die Kameras sind mit Bewegungssensoren ausgestattet, die sich häufig individuell einrichten lassen, bei manchen Modellen können beispielsweise Bereiche des Aufnahmebildes ausgewählt werden, in denen keine Bewegungen registriert werden sollen oder es kann zwischen Autos, Tieren oder Menschen unterschieden werden und eingestellt werden, dass die Kamera nur Personen in unmittelbarer Nähe aufzeichnen, nicht dagegen Autos oder Nachbars Katze.

Ein wichtiges Kriterium sind die Apps, mit denen man verschiedene Einstellungen vornehmen, auf die Aufnahmen zugreifen oder eine Live-Schaltung starten und die Kamera als Gegensprechanlage nutzen kann. Die Übersichtlichkeit ist bei den Markenherstellern deutlich besser, als bei günstigen No-Name-Produkten.

Der große Nachteil bei den kabellosen Geräten ist das Aufladen der Akkus, die fast nie halten können, was die Hersteller versprechen. Die Laufzeit ist selbstverständlich abhängig von den vorgenommen Einstellungen und der Nutzung. Ist der Bewegungssensor so eingestellt, dass die Kamera täglich viele Minuten aufnimmt und nutzt man immer wieder die Live-Funktion kann es sein, dass bereits nach wenigen Tagen der Akku schlapp macht. Sind die Kameras griffbereit, ist das unproblematisch, muss man allerdings jedes Mal umständlich auf die Leiter steigen, dann ist vielleicht eine kabelgebundene Kamera sinnvoll, die sind natürlich auffälliger als die kompakten Kabellosen.

Ein weiterer Nachteil der wireless Kameras ist, dass die Nachtaufnahmen deutlich schlechter sind, das liegt daran, dass hier meistens schwache Infrarot-Scheinwerfer installiert werden, um die Akkus zu schonen, tagsüber ist die Qualität der Bilder deutlich besser. Hersteller werben zwar mit HD -Aufnahmen, diese sind jedoch nicht vergleichbar mit HD-Aufnahmen eines Handys, sondern erinnern mit ihrem Rauschen und unscharfen Bildern eher an Webcams. Das liegt daran, dass die Bildsensoren nicht groß genug sind und nur bei sehr guter Belichtung scharfe Bilder liefern. Zur Identifikation von Personen reichen die Aufnahmen allerdings völlig aus.

Das Speichern der Aufnahmen bringt häufig extra Kosten mit sich. Lokale Speichermedien, wie SD-Karten oder externe Festplatten müssen gekauft werden, oder es muss über ein Abo ein Cloud-Speicher freigeschaltet werden. Je nach Nutzung reichen die kostenlosen Versionen, welche die Aufzeichnungen meist für 24 Stunden speichern, aber schon aus. Eine zusätzliche Sicherung ist immer gut, jedoch aber nicht zwingend notwendig.

Überwachungskameras dürfen nur auf dem privaten Wohnsitz installiert werden, sobald öffentliche oder gemeinschaftlich genutzte Bereiche in den Aufnahmen zu sehen sind, ist das verboten. Auch wer das Grundstück des Nachbarn überwacht macht sich strafbar. Gewerbetreibende sollten sich ausführlich über die Rechtslage informieren und nicht einfach eine Kamera installieren, da der Datenschutz sehr ernst genommen wird in Deutschland. Bereits für Kamera-Attrappen gelten die Datenschutzverordnungen.

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