12/2018: alle Kameras aus unserem Update, von links nach rechts: Wansview W2, Blink XT, D-Link DCS-2670L, Arlo Pro 2, Sannce Floodlight Cam (unten), Logitech Circle 2 (am Haus, nicht im Bild)

Outdoor-Über­wachungs­kamera im Test : Smarte Outdoor-Überwachung

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Veröffentlicht 04.10.2019

Direkt per Push-Nachricht erfahren, wenn sich Personen nähern, über die App die Lage im Live-Stream beobachten. Moderne Überwachungskameras können einiges, worauf bei der Outdoor-Überwachung zu achten ist, haben wir getestet.

Sebastian Jentsch
Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Das Potenzial einer modernen Outdoor-Überwachung ist riesig, da die aktuelle Technik viel vereinfacht und neue Möglichkeiten eröffnet. Kameras werden immer hochauflösender, Cloud-Speicher und Apps ermöglichen sowohl Live-Übertragung, als auch das Speichern von großen Datenmengen und den Zugriff auf diese von unterwegs. Das klingt alles erst einmal schlüssig und technisch unproblematisch. Allerdings gibt es viel, was dabei beachtet werden muss, so dass die Kombination dieser komplexen Systeme zuverlässig und alltagstauglich funktioniert.

Man spricht hier von IP, Internet Protocol-Kameras oder auch von Netzwerkkameras, die ins Heimnetzwerk eingespeist werden und die Aufnahmen sowohl auf einem internen Speicher, als auch online abgelegt werden können. Häufig wird dafür ein externer Router/Basis-Station verwendet. Die Kameras können sowohl akkubetrieben, als auch kabelgebunden sein.

Die Kameras selbst müssen witterungsbedingt einiges aushalten und fast schon intelligent arbeiten können und das nicht nur tagsüber, sondern auch nachts. Damit nicht jede Schneeflocke durch ihre Bewegung Alarm auslöst, arbeiten die meisten Kameras mit Infrarot-Sensoren, die bei Bewegungen in Kombination mit Wärme aktiv werden, diese Technik wird PIR, Pyroelectric/Passive Infrared genannt.

Starkes Gesamtpaket: Logitech Circle 2

Starkes Gesamtpaket

Logitech Circle 2

Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Logitech Circle 2
Die Circle 2 ist kompakt, flexibel, komfortabel in der Bedienung und wird in der Nacht fast unsichtbar.

Bevor die Logitech Circle 2 an der gewünschten Position installiert werden kann, muss man sie erstmal einrichten und in das Heimnetzwerk integrieren. Das hat bei uns länger gedauert als erhofft, wir mussten die Kamera mehrfach zurücksetzen und neu starten, bevor sie mit dem WLAN verbunden werden konnte. Für die App muss man einen eigenen Account erstellen.

Danach kann das Gerät im Radius von 10 Metern vom WLAN-Router entfernt sein und die Montageplatte an gewünschter Stelle angeschraubt werden, auf die dann die Kamera einfach aufgesteckt wird. Dieser Ort sollte so gewählt werden, dass eine mühelose Demontage garantiert ist, da der Akku nicht ganz hält, was er verspricht und je nach Nutzung nach wenigen Tagen oder Wochen wieder geladen werden muss. Wem das zu umständlich ist, der kann das Gerät auch an die Steckdose stecken, sollte dabei aber bedenken, dass das mitgelieferte Kabel nicht wetterfest ist oder sich direkt die kabelgebundene Version kaufen.

Über Alexa, Google Home und Apple HomeKit, kann mit dem Gerät verbal kommuniziert werden. Die Kamera verfügt sowohl über Mikrofone als auch einen Lautsprecher, der jedoch nur bei Netzbetrieb über die App als Gegensprechanlage funktioniert.

Die App ist sehr übersichtlich aufgebaut und es gibt zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die Auflösung der Aufnahmen, Nacht-Modus, die Einstellung des zu überwachenden Bildes oder die Bewegungserkennung. Eine sehr gelungene Funktion ist das Tages-Resümee, welche im Zeitraffer die Aufnahmen von bis zu 24 Stunden zusammenfasst und ein mühsames Durchsuchen der Clips obsolet macht. Außerdem beherrscht die Circle 2 auch Geofencing, das heißt, wenn die Bewohner sich zuhause befinden, ist die Kamera nur im Standby-Modus, verlassen die Bewohner das Haus wird sie wieder aktiviert.

Die Aufnahmen werden im Cloud-Speicher abgelegt, reicht einem der Zugriff auf die letzten 24 Stunden ist dieser Service kostenlos, das Speichern der letzten zwei Wochen kostet 4 Euro im Monat und 31 Tage-Speicherung mit Personenerkennung und Bewegungszonen kosten 10 Euro im Monat. Aber der kostenlose Service ist für die meisten Nutzer vermutlich ausreichend.

Insgesamt kommt die Logitech Circle 2 mit vielen sehr nützlichen Eigenschaften und einer wirklich hervorragenden App und das zu einem unschlagbaren Preis. Nichtsdestotrotz hat sie auch die ein oder andere Schwachstelle. Am gravierendsten ist die Akkuleistung, die laut Logitech zwei Monate beträgt, wir mussten bereits nach vier Tagen feststellen, dass der Akku neu geladen werden musste. Selbstverständlich wurde die Kamera in diesem Zeitraum durch unseren Test extrem beansprucht und er entspricht nicht der alltäglichen Nutzung, aber wir bezweifeln, dass das Gerät auch unter normalen Bedingungen so lange durchhält. Weitere Kritikpunkte sind die Wartezeit von ca. 15–20 Sekunden, bis man ein Live-Bild in der App zu sehen bekommt und auch die Reaktion des Bewegungssensors ist ein wenig zögerlich, tritt ein potentieller Einbrecher in den Überwachungsbereich ein, dauert es erstmal eine Sekunde bis, die Kamera aktiviert wird, so könnte es sein, dass die Person, dann bereits wieder aus dem Aufnahmebereich verschwunden ist.

Diese Schwächen können den ein oder anderen Käufer abschrecken, für andere reichen die Fähigkeiten der Logitech Circle 2 vielleicht schon aus. Hervorzuheben ist ihr hervorragender Komfort in der Bedienung und ihre flexible Einsatzfähigkeit. Wen das Aufladen stört, der sollte sich entweder einen zweiten Akku oder gleich die kabelgebundenes Version besorgen.

Für Experten
Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: D-Link DCS-2802KT-EU
D-Link liefert eine robuste und kompakte Kamera, sie lässt die Wahl zwischen lokaler oder einer günstigen Cloud-Speicherung.

Das Überwachungssystem D-Link DCS-2802KT-EU besteht aus zwei kabellosen Kameras und einer nicht wetterfesten Basisstation, die über ein Kabel mit dem Router verbunden wird. Das ermöglicht eine blitzschnelle Eingliederung ins Heimnetzwerk, über einen Synchronisations-Knopf werden die Kameras aktiviert. An die Basis kann eine SD-Karte oder eine externe Festplatte per USB angesteckt werden, auf der die Aufnahmen gespeichert werden, beides muss zusätzlich angeschafft werden. Auch hier gibt es die Möglichkeit eines Abonnements, um die Videos in einer Cloud zu sichern. Das Speichern des Materials eines Tages ist kostenlos, die Basic-Variante kostet 25 Euro im Jahr und speichert sieben Tage. 30 Tage kosten 100 Euro im Jahr. Doppelt speichern, ist doppelt sicher. Ein wenig undurchdacht ist, dass die Homebasis, über einen Alarm verfügt, was einem Einbrecher, der nicht vor Schreck davonläuft, ermöglicht die Basisstation samt gespeicherten Aufnahmen mitzunehmen. Dieser Alarm muss jedoch nicht aktiviert werden und durch die Cloud-Option kann das Material zusätzlich gesichert werden.

Die Montage funktioniert sehr einfach, eine Montageplatte wird festgeschraubt und dann wird die Kamera mittels Magneten einfach aufgesteckt. Das ist praktisch, da man sie ja immer wieder abmontieren muss, um sie zu laden. D-Link verspricht zwar eine Akkulaufzeit von über sechs Monaten unter der Bedingung, dass keine Live-Schaltung aktiviert wird und die Kamera nur etwa drei Minuten am Tag aufzeichnet. In unserer intensiven Testphase mussten die Akkus allerdings nach wenigen Tagen wieder geladen werden.

Die App ist modern gestaltet und bietet vielfältige Einstellungsmöglichkeiten. Man kann über die »One Tap«- Funktion verschiedene Modi einrichten und diese dann mit einem Klick aktivieren. Solche Anpassungen kosten dann doch einiges an Zeit, sind aber für diejenigen, die genaue Vorstellungen von dem haben, was sie wollen, ein Segen. All denen, die nicht so viel Zeit investieren möchten, empfehlen wir eine intuitiv bedienbare App, wie bei der Logitech Circle 2.

Wurde eine Bewegung registriert zeichnen die Kameras von D-Link nahezu ohne Verzögerung auf, was bei anderen getesteten Geräten häufig erst innerhalb von ein paar Sekunden der Fall war. Außerdem hat man bei den Kameras viele Möglichkeiten sie optimal für die eigenen Wünsche einzurichten, hat man sich erstmals in die App eingearbeitet bietet sie tolle Möglichkeiten. Durch den Zukauf von bis zu zehn Kameras kann man sich ein riesiges Überwachungssystem aufbauen und jeder Kamera eine individuelle Aufgabe zuteilen, dann ist man allerdings auf das Cloud-Abonnement angewiesen.

Kein WLAN ­­­ - Kein Problem
Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Reolink Reolink Go
Dank LTE-Modul, optionalem Solarpanel, sehr guter Verarbeitung und der schnellen Einrichtung ist die Reolink Go extrem flexibel einsetzbar.

Die Reolink Go bietet zwei wirklich sehr gute Features, die sie einerseits fast schon autark machen, andererseits wiederum eigene Probleme mit sich bringen. Die Kamera kann über ein Solarpanel, das für knapp 30 Euro zusätzlich erworben werden kann, aufgeladen werden, sofern die Sonne gut steht, muss sie dann nicht mehr extra geladen werden. Wer klassisch laden möchte, muss je nach Modus und Nutzung nach wenigen Tagen oder Wochen per USB laden. Der Akku kann auch aus der Kamera ausgebaut werden und so geladen werden.

Die Reolink Go kann nicht ins WLAN eingespeist werden, sondern wird über eine eigene SIM-Karte mit dem Internet verbunden, das ist die einzige Lösung für Orte, an denen kein WLAN-Empfang möglich ist und sich doch etwas befindet, das überwacht werden soll. Mitgeliefert wird eine V-SIM-Karte von Vodafone, die man mit Personalausweis und Kreditkarte freischalten muss und anschließend die Wahl zwischen einer monatlich kündbaren Option für fünf Euro und einem zweijährigen Abonnement mit der monatlichen Gebühr von vier Euro hat. Alternativ können auch Pin-freie micro SIM-Karten von T-Mobile, Telekom, O2, EE oder Orange verwendet werden. Wichtig ist, zu prüfen welcher Anbieter vor Ort eine stabile LTE oder 4G Verbindung garantieren kann.

Eine weitere Zusatzinvestition ist eine SD-Karte, die angeschafft werden muss, bisher gibt es noch keinen Cloud-Dienst, der allerdings noch kommen soll. Die SD-Karte muss in der Kamera untergebracht werden, was nicht optimal ist, da, sobald die Kamera entdeckt wird, die aufgenommenen Indizien einfach von den Tätern mitgenommen werden können. Wer hier auch das Solarpanel nutzt, wird Schwierigkeiten haben beide unauffällig anzubringen. Ansonsten ist die Montage einfach und überzeugt mit hochwertigen Materialien. Zum Lieferumfang gehört auch ein Wetterschutz aus Silikon.

Die Kamera kommt außerdem mit Lautsprecher und kann als Sprechanlage genutzt werden oder es kann ein Alarm abgespielt werden, was nicht unbedingt sinnvoll ist, da die Kameraposition verraten wird und von den Kriminellen inklusive der aufgezeichneten Beweise einfach entfernt werden könnte. Andererseits könnte ein Alarm Kleinkriminelle auch in die Flucht schlagen.

Über die App kann man ein Live-Bild machen oder auf die Videoaufzeichnungen zugreifen, die auf der SD-Karte gespeichert sind. Gespeichert werden 8 Sekunden lange Clips, sobald der PIR-Bewegungssensor angesprungen ist, die Dauer der Clips kann nicht verändert werden. Über die App kann man aber festlegen in welcher Bit-Rate und Auflösung die Videos gespeichert werden sollen, was großen Einfluss auf den Akku hat.

In Kombination mit dem Solarpanel ist die Reolink Go eine gute Lösung, wenn kein WLAN in der Nähe verfügbar ist. Problematisch ist die Speicherung auf SD-Karte in der Kamera und man muss vorher recherchieren, ob mindestens eine stabile 4G-Verbindung im Einsatzgebiet vorhanden ist. Die SIM-Karte birgt zusätzlich zu dem ohnehin schon hohen Preis, monatlich neue Kosten, die zwar nicht groß sind, denen man sich aber vor der Anschaffung des Geräts bewusst sein sollte.

Smarte Leuchte: Netatmo Presence

Smarte Leuchte

Netatmo Presence

Test Outdoor-Überwachungskamera: Netatmo Presence
Die Netatmo Presence ist eine professionelle, hochwertige und wetterfeste Gegensprechanlage mit Full-HD-Bildqualität.

Die Netatmo Presence sieht aus wie ein einfacher Strahler und fügt sich somit unauffällig in eine Hausfassade ein. Am besten ersetzt man eine bereits installierte Außenleuchte und schließt sie einfach an den vorhandenen Anschluss an. Die Presence ist absolut wetterfest und kommt in einem stabilen und hochwertigen Gehäuse, das schnell montiert ist.

Darüber hinaus kann das Gerät zwischen Tieren, Autos und Menschen unterscheiden, über die App kann man auswählen, für welche der Kategorien man eine Push-Nachricht erhalten möchte. Außerdem können einzelne Teile des Aufnahmebereichs ausgeschaltet werden, so dass dort Bewegungen keine Benachrichtigungen auslösen. Die App ist sehr übersichtlich gestaltet und intuitiv bedienbar, hinzu kommt, dass täglich ein Zeitraffer-Clip erstellt wird, der alle notierten Bewegungen zusammenfasst. Auch das Flutlicht kann man über die App einstellen, die Helligkeit kann man dimmen und entscheiden, wann es angehen soll.

Die Integration ins WLAN funktioniert eigentlich sehr einfach, jedoch konnte nach einer Passwortänderung des WLANs, das Gerät mehrere Stunden nicht neu verbunden werden. Nach dem Kaufpreis entstehen keine weiteren Kosten, es gibt keine Abonnements, das aufgezeichnete Material wird auf der SD-Karte gespeichert und kann zusätzlich über FTP oder in der Dropbox gesichert werden.

Die Netatmo Presence kann in Full-HD aufzeichnen und liefert dadurch tagsüber ein sehr gutes scharfes Bild, nachts sieht das schon anders aus. Der Scheinwerfer schafft es circa 6 Meter zu erhellen, so müssten vermeintliche Täter sich in diesem Bereich aufhalten. In die Aufnahmen kann man übrigens nicht rein zoomen.

Die Kamera ist extrem unauffällig und lässt sich gut in die Hausfassade integrieren, liefert zudem tagsüber Aufnahmen in hoher Bildqualität, im Nachtmodus schwächelt sie dagegen leicht. Auch die Speichermethoden haben ihre Vorteile gegenüber anderen Systemen. Allerdings geht ohne vorheriges Anlegen eines Kontos auch hier gar nichts, dafür ist die App dann aber sehr übersichtlich.

Einfache Bedienung: Netgear Arlo

Einfache Bedienung

Netgear Arlo

Test: Funk-Überwachungskamera für draußen – Testsieger Netgear Arlo
Die Arlo ist einfach zu bedienen und auf Wunsch wird erst mit der Überwachung begonnen, wenn niemand mehr zu Hause ist.

Die Netgear Arlo besticht durch einen wirklich guten Preis und kann dafür auch einiges. Sie kann vor allem durch eine schnelle und leicht verständliche Installation und eine intuitive Bedienung punkten. Die Kamera kommt mit einer eigenen Basisstation, die über ein Kabel mit dem Router verknüpft wird. Die kabellose Kamera darf von ihrem mitgelieferten Router maximal 15 Meter entfernt sein, kann aber nahezu überall montiert werden.

Trotz des niedrigen Preises, bietet die Netgear Arlo komfortable Funktionen, über Geofencing erkennt sie, wann Hausbewohner sich im Haus befinden und man kann einstellen, dass die Überwachung nur dann aktiviert wird, wenn niemand zuhause ist. Über die App lassen sich ein Zeitplan oder die Bewegungserkennung individualisieren. Und die registrierten und aufgenommenen Bewegungen werden, gut nach Datum sortiert, in der Bibliothek aufgereiht.

Schwach dagegen ist die Infrarot-Beleuchtung, so dass die Nachtaufnahmen nur in unmittelbarer Nähe Bilder liefert, auf denen man etwas eindeutig identifizieren kann. Wer nachts mehr sehen, möchte kann hier mit IR-Scheinwerfern nachrüsten.

Anders als die kabellosen Konkurrenten kommt die Netgear Arlo mit vier CR2-Batterien. In unserem Test im Winter zeigte der Ladezustand nach vier Wochen circa 20 Prozent weniger an und somit ist die Herstellerangabe von vier bis sechs Monaten Laufzeit recht positiv angesetzt, aber drei bis vier Monate sind realistisch. Neue Batterien kosten zwischen zehn und fünfzehn Euro und können zügig ersetzt werden, da die Kamera über eine clevere Magnetbefestigung verfügt und so schnell abmontiert ist.

Umsonst ist dagegen das Speichern der Videos von bis zu fünf Kameras für sieben Tage. Wenn das nicht reicht, kann die Speicherung für neun Euro auf 30 Tage erweitert werden, auch für jede zusätzliche Kamera muss extra bezahlt werden, bis zu 15 sind möglich.

Gespeichert wird nur in der Cloud von Arlo, wen das stört, aber nicht auf die Vorzüge von Netgear verzichten möchte, kann über die Anschaffung der Arlo Pro 2 nachdenken, dann können die USB-Schnittstellen der Basisstation genutzt werden, um Speichergeräte anzuschließen, die ist allerdings um einiges teurer, kann dafür aber auch noch viel mehr.

Die Netgear Arlo  ist eine gute Wahl für Einsteiger, da sie sich sehr schnell und unkompliziert installieren lässt und auch ohne Zusatzabo für die meisten nutzbar ist. Allerdings muss man drei bis viermal jährlich Batterien kaufen und austauschen.

Was gibt es sonst noch?

Die Arlo Pro 2 von Netgear kommt mit zwei Kameras, es können allerdings bis zu 25 Kameras über den mitgelieferten Router integriert werden. Das sind zehn Kameras mehr als bei der Arlo. Außerdem kann eine Festplatte an den Router angeschlossen werden, so werden die Aufnahmen sowohl in der Cloud als auch lokal abgelegt. In der Bildqualität lassen sich keine deutlichen Unterschiede erkennen. Die kompakte Bauweise und die einfache Installation machen die Arlo Pro 2  zu einer guten Wahl und da man weitere Kameras ins System integrieren kann, eignet sie sich auch für professionelle und größere Betriebe.

Die Ring Video Doorbell 2 ist im Grunde eine smarte Türklingel, neben der Sprechfunktion, registriert sie in bis zu zehn Metern Entfernung Bewegungen. Man kann den Bereich individuell bestimmen, so dass man nur benachrichtigt wird, wenn sich Personen in unmittelbarer Nähe befinden und das Gerät somit nicht ständig auch auf vorbeilaufende Passanten reagiert. Die Ring Video Doorbell 2 ist schon für 100 Euro zu haben und liefert dafür gute Ergebnisse, macht jedoch nur im Eingangsbereich Sinn.

Die EufyCam E besteht aus zwei Kameras und einer Basistation, an die eine SD-Karte oder eine Festplatte angesteckt werden kann. Zusätzlich kann auch ein kostenpflichtiges Cloud-Speicher-Abonnement abgeschlossen werden. Während die Kameras gut verarbeitet sind, überzeugt die Befestigungskonstruktion nicht. Wirklich problematisch ist allerdings die Reaktionszeit von zwei Sekunden bis die Kamera aufnimmt, das dauert viel zu lang und vermeintliche Eindringlinge sind dann bereits aus dem Aufnahmebereich verschwunden.

Die Nest Cam Outdoor  kommt mit einem wetterfesten, sieben Meter langem Kabel. Seit 2014 gehört die amerikanische Firma zu Google und punktet aber bereits seit der Gründung in Sachen Qualität. Die Kamera kommt mit sehr guten Installationsmaterial und konnte auch in der Bildqualität mit sehr scharfen Bildern und kräftigen Farben überzeugen. Auch hinter der App steckt ein ausgeklügeltes System. Die Kamera kann ununterbrochen aufzeichnen, dafür ist allerdings das Nest Aware Plus Abo für 100 Euro jährlich notwendig. Für ereignisbasierten Cloud-Speicher reicht das Nest Aware Abo für 50 Euro jährlich. Kostenlos zugänglich sind lediglich Aufnahmen der letzten drei Stunden. Das macht die Nest Cam Outdoor  zwar zu einer extrem zuverlässigen, aber nicht gerade preiswerten Investition.

So haben wir getestet

12/2018: alle Kameras aus unserem Update, von links nach rechts: Wansview W2, Blink XT, D-Link DCS-2670L, Arlo Pro 2, Sannce Floodlight Cam (unten), Logitech Circle 2 (am Haus, nicht im Bild)

Die Kameras wurden für zwei Wochen im Winter oder feuchtem Herbst getestet und dem Wetter direkt ausgesetzt. Da die Kameras teilweise unmittelbar nebeneinander montiert wurden, konnten die Aufnahmen gut miteinander verglichen werden. Im Test wurden die vom Hersteller gemachten Angaben geprüft und mit der Realität verglichen. Außerdem wurden verschiedene Einstellungen mittels der App getestet, die auch auf Bedienkomfort, Verständlichkeit und Aufbau geprüft wurde.

Internet-Protocol oder IP-Kameras sind Kameras, die entweder direkt oder über eine Basis-Station/Router in das Heim-Netzwerk integriert werden. Dadurch können die aufgezeichneten Bilder direkt in einer Cloud oder lokal gespeichert werden und auf smarten Endgeräten unterwegs aufgerufen werden.

Die Kameras sind mit Bewegungssensoren ausgestattet, die sich häufig individuell einrichten lassen, bei manchen Modellen können beispielsweise Bereiche des Aufnahmebildes ausgewählt werden, in denen keine Bewegungen registriert werden sollen oder es kann zwischen Autos, Tieren oder Menschen unterschieden werden und eingestellt werden, dass die Kamera nur Personen in unmittelbarer Nähe aufzeichnen, nicht dagegen Autos oder Nachbars Katze.

Ein wichtiges Kriterium sind die Apps, mit denen man verschiedene Einstellungen vornehmen, auf die Aufnahmen zugreifen oder eine Live-Schaltung starten und die Kamera als Gegensprechanlage nutzen kann. Die Übersichtlichkeit ist bei den Markenherstellern deutlich besser, als bei günstigen No-Name-Produkten.

Der große Nachteil bei den kabellosen Geräten ist das Aufladen der Akkus, die fast nie halten können, was die Hersteller versprechen. Die Laufzeit ist selbstverständlich abhängig von den vorgenommen Einstellungen und der Nutzung. Ist der Bewegungssensor so eingestellt, dass die Kamera täglich viele Minuten aufnimmt und nutzt man immer wieder die Live-Funktion kann es sein, dass bereits nach wenigen Tagen der Akku schlapp macht. Sind die Kameras griffbereit, ist das unproblematisch, muss man allerdings jedes Mal umständlich auf die Leiter steigen, dann ist vielleicht eine kabelgebundene Kamera sinnvoll, die sind natürlich auffälliger als die kompakten Kabellosen.

Ein weiterer Nachteil der wireless Kameras ist, dass die Nachtaufnahmen deutlich schlechter sind, das liegt daran, dass hier meistens schwache Infrarot-Scheinwerfer installiert werden, um die Akkus zu schonen, tagsüber ist die Qualität der Bilder deutlich besser. Hersteller werben zwar mit HD -Aufnahmen, diese sind jedoch nicht vergleichbar mit HD-Aufnahmen eines Handys, sondern erinnern mit ihrem Rauschen und unscharfen Bildern eher an Webcams. Das liegt daran, dass die Bildsensoren nicht groß genug sind und nur bei sehr guter Belichtung scharfe Bilder liefern. Zur Identifikation von Personen reichen die Aufnahmen allerdings völlig aus.

Das Speichern der Aufnahmen bringt häufig extra Kosten mit sich. Lokale Speichermedien, wie SD-Karten oder externe Festplatten müssen gekauft werden, oder es muss über ein Abo ein Cloud-Speicher freigeschaltet werden. Je nach Nutzung reichen die kostenlosen Versionen, welche die Aufzeichnungen meist für 24 Stunden speichern, aber schon aus. Eine zusätzliche Sicherung ist immer gut, jedoch aber nicht zwingend notwendig.

Überwachungskameras dürfen nur auf dem privaten Wohnsitz installiert werden, sobald öffentliche oder gemeinschaftlich genutzte Bereiche in den Aufnahmen zu sehen sind, ist das verboten. Auch wer das Grundstück des Nachbarn überwacht macht sich strafbar. Gewerbetreibende sollten sich ausführlich über die Rechtslage informieren und nicht einfach eine Kamera installieren, da der Datenschutz sehr ernst genommen wird in Deutschland. Bereits für Kamera-Attrappen gelten die Datenschutzverordnungen.

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