Gesunder Rasen ohne Moos Test: Vertikutierer Alle

Vertikutierer im Test : Gesunder Rasen ohne Moos

Update 31.05.2021

Jeder Rasen wird irgendwann von Moos und Rasenfilz heimgesucht. Will man auch weiterhin einen gepflegten Rasen, so kann man die unliebsamen Gewächse mit einem Vertikutierer entfernen. Wir haben 23 Vertikutierer getestet.

Update 31. Mai 2021

Wir haben weitere Vertikutierer getestet. Der Stihl RLA 240, der Universal-Verticut 1100 von Bosch und der VA 346 E von Wolf-Garten sind neue Empfehlungen.

28. August 2020

Wir hatten sieben weitere Vertikutierer im Test. Neue Empfehlungen sind der Stihl RLE 240 und der Gardena EVC 1000.

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Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Damit der Rasen gesund bleibt, atmen und wachsen kann, muss gelegentlich vertikutiert werden. Wir haben verschiedene Vertikutierer getestet, die 100 bis 500 Euro kosten. Je nachdem, ob man nur eine kleinere Fläche oder einen großen Garten bearbeiten möchte, eignen sich unterschiedliche Geräte dafür. Manche davon sind auch recht günstig zu haben.

Für jeden Einsatzzweck und für verschiedene Preisklassen haben wir passende Empfehlungen und erklären außerdem, worauf es beim Kauf eines Vertikutierers ankommt.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Für große FlächenKabellosMit Jet CollectKraftvollFür kleine Flächen
Test: Stihl Rl ProduktTest: Vertikutierer Update42021 Stihl RlaTest: Bosch Universalverticut 1100Test: Wolf Garten Va 346 ETest: Gardena Evc 1000
Modell Stihl RL 540 Stihl RLA 240 Bosch UniversalVerticut 1100 Wolf-Garten VA 346 E Gardena EVC 1000
Pro
  • Stabilste Karosserie im Test
  • Komfortable Höhen­verstellung am Lenker
  • Wendig trotz Größe und Gewicht
  • Ruhiger Lauf und starke Motorleistung
  • Auch für schwierige Untergründe
  • Relativ leise
  • Gute Verarbeitung
  • Kompakt verstaubar
  • Walzen-Ablage im Gerät
  • Schnelle Höheneinstellung
  • 30 Minuten Akkulaufzeit mit AK30
  • Kompakt zu verstauen, zerlegbarer Korb
  • Weniger Sand im Korb durch Jet-Collect
  • Deutlicher Schnitt in Grasnarbe
  • Leichtes Korb-Entnehmen durch Holm, blindes Ablegen
  • Moderate Lautstärke
  • Schnellspann-Klemmen am Holm
  • Zentrale Höheneinstellung
  • Holm mehrfach Höhenverstellbar
  • Komfort durch Kupplungsbowden­zug, Korb-Entnahme durch Holm, breiter Lenker
  • Flächenleistung, 34cm, Varianten in 30, 34 und 37cm Arbeitsbreite
  • Kleiner Messerabstand
  • Einfachste Bedienung
  • Klappe schlagfest
  • Vglw. leise
Contra
  • Abstellplatz vergleichsweise groß
  • Keine Lüfterwalze
  • Fangsack gegen Aufpreis
  • Hoher Preis
  • Kein Korb-Wechsel durch Holm
  • Geringere Leistung
  • Tiefeneinstellung ohne Skala
  • Augen-Schutz nötig
  • Korbmontage durch Klick-Mechanik
  • Plastik Höhenverstellung je Rad
  • Billige Flügelschrauben
  • Untermotorisiert für tiefen Einschnitt – Abschaltung
  • Lauter als andere
  • Könnte schwerer sein
  • PP-Klappe
  • Plastik-Haken für Korb
  • Verarbeitung & Stabilität könnten besser sein
  • Kleine Räder hinten
Bester Preis
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Für große Flächen: Stihl RL 540

Für große Flächen

Stihl RL 540

Test: Stihl Rl Produkt
Solider, langlebiger und komfortabler Vertikutierer für große Flächen und häufigen Einsatz.

Der Stihl RL 540 wurde von uns noch als Viking LB540 getestet. Inzwischen wurde die Tochtermarke von Stihl aufgelöst, er läuft daher nun ebenfalls unter dem Markennamen Stihl. Er ist unsere Empfehlung für große Gartenflächen, natürlich kann man damit aber auch kleinere Gärten vertikutieren. Er kostet stolze 600 Euro, seine Leistung macht das aber wieder wett.

Unseren Test-Vertikutierer haben wir beim Fachhändler geholt und mussten ihn daher nicht zusammenbauen. Außerdem haben wir noch eine Einweisung bekommen, Benzin und Öl wurden auch gleich aufgefüllt.

Das Gerät kann man aber auch über Online-Händler beziehen. Er wiegt allerdings 33 Kilo, daher wird er auf der Palette per Spedition geliefert.

Unser Test-Garten leidet unter Kalk- und Nährstoffmangel sowie zu wenig Pflege, daher kann dort Moos wuchern. Vor allem die schattigen Bereiche sind stark von Moos durchsetzt, für den Vertikutierer damit die ideale Herausforderung.

Viking / Stihl LB540 im praktischen Einsatz beim Autor
Der Vertikutierer im Praxistest.

Den Vertikutierer bekommt man ohne Fangkorb, den Korb kann man aber zukaufen. Jedoch empfehlen wir das nur bedingt, denn der Test zeigte, dass ein Fangkorb bei viel Moos und Sand eher hinderlich ist.

Bereits nach kurzer Zeit war der Korb voll, nicht nur mit dem Moos, sondern auch mit Steinen und Sand. So machen wir ohne den Fangkorb weiter und sammeln das Resultat des Vertikutierens dann mittels Eisenrechen auf, also den Rasenfilz und das Moos.

Elektro-Vertikutierer kommen mit einem leichten Sandboden zurecht, können im dichten Moos aber stecken bleiben und durch das Kabel ist man weniger wendig.

Praktisch ist da der Stihl, denn er hat einen stärkeren Motor. Der Stihl hat dank 150 cm³ auch mit dichtem Moos keine Probleme, trotz tiefster Messereinstellung.

Das Gerät hat eine Karosserie mit »schlagzähem, hitze- und UV-beständigem Polymer«, so die Produktbeschreibung. Das meint ein Plastikchassis, das hart und mit Metallstreben verstärkt ist. Man kann es also nicht punktuell eindrücken oder durchbiegen. Zudem trotzt der Kunststoff tendenziell eher Kratzern.

Der Motor hat 150 m³ und damit natürlich seinen Anteil am Gesamtgewicht, aber die Karosserie darf man bezüglich des Gewichts nicht außer Acht lassen. Die Räder bestehen aus einem dicken Kunststoff und wirken robust.

Viking / Stihl LB540 - Führung des Bowdenzuges der Höhenverstellung
Die Höhe kann hier praktisch verstellt werden.

Bei allen Geräten ist der Lenkholm mehr oder weniger ähnlich, hier ist die Qualität aber besonders gut, das Gewicht höher, der Durchmesser größer und die Flügelschrauben besser. Man merkt die Qualität. Die anderen Geräte bestehen oft aus Polyprophylen (PP), das weicher ist.

Mit dem Gerät von Stihl hatten wir besonders viel Spaß, denn er ist nicht nur wertig und stabil, sondern auch sehr wendig. Das hätten wir bei 33 Kilo gar nicht erwartet.

Man kann ihn problemlos rückwärts ziehen, wenn man die Messer aus dem Boden herausbekommen will, auch kippen ist möglich. Der Gummi der Heckklappe ist dabei flexibel beim über den Boden schleifen und fungiert auch als Dämpfer gegen Steinschläge, die die Walze gelegentlich gegen die Heckklappe schlagen lässt.

Viking / Stihl LB540 - bequeme Höhenverstellung am Holm. Das war einzigartig im Testfeld.
Höhenverstellung am Holm, so praktisch kann das kein anderes Test-Gerät.

Um die Messerhöhe zu verändern, gibt es einen Hebel – so klappt das sogar, wenn der Motor läuft. Bei anderen Geräten sorgt der Totmannschalter dafür, dass die Vertikutierer dabei ausgehen. So muss der Vertikutierer nicht mal angehoben werden, wenn wir über verschiedene Untergründe oder Gehwege fahren.

Wuchtig und schwer ist das Modell, das sollte es aber auch sein bei diesem Motor, dennoch ist es wendig. Allerdings braucht der Stihl auch mehr Platz als die Konkurrenz. Den Lenkholm kann man zusammenfalten, das geht bei den anderen Geräten auch, dennoch misst dieser Vertikutierer danach 84 Zentimeter in der Länge und 65 in der Höhe. Bosch kommt im Gegensatz dazu auf 33, Einhell auf 39 Zentimeter. Der Unterschied ist groß.

Der Fangkorb mit 50 Litern wird vom Hersteller Stihl separat verkauft. Wir haben mit allen Geräten lieber ohne Korb gearbeitet, denn die Behälter sind recht schnell gefüllt und der Sand sollte lieber bleiben, wo er ist. Rechen mit der Harke mussten wir danach ohnehin. Wollen Sie einen Fangkorb, müssen Sie in diesen aber etwa 80 Euro investieren.

Wir finden den Stihl RL 540 dank der Motorleistung und der Stabilität toll.

Kabellos: Stihl RLA 240

Kabellos

Stihl RLA 240

Test: Vertikutierer Update42021 Stihl Rla
Das Modell ohne Kabel ist bei gut durchdringbaren, glatten Flächen geeignet. Die vorhandenen Stihl-Akkus und die angenehmen Fahreigenschaften runden das Paket ab.

Der Stihl RLA 240 kommt ganz ohne Kabel aus. Wer nun an einen lauten Benzinmotor denkt, der irrt, denn bei diesem Arbeitsgerät sorgen Akkus für die Leistung. Damit kann man dann etwa 30 Minuten am Stück vertikutieren.

Mit dem RLA 240 sollte man keine allzu tiefe Einstellung wählen, ansonsten läuft man nämlich Gefahr, dass der Motor einfach ausgeht. Das kann entweder beim Kontakt mit Holz und Kienäpfeln, oder aber bei Unebenheiten im Rasen passieren. Zieht man solche Kurz-Pausen von seiner Arbeitszeit ab, hält der Vertikutierer etwa 30 Minuten lang durch, bis man den Akku wechseln, beziehungsweise aufladen muss. Wer einen größeren Garten hat, der sollte sich in jedem Fall um einen zweiten Akku bemühen.

Die Verarbeitungsqualität des etwas schwächlichen Stihl reicht zwar nicht ganz die der Semi-Pro-Geräte heran, die Konstruktion macht aber dennoch einen sehr soliden Eindruck.

 Vertikutierer Test: Vertikutierer Update042021 Stihlrla240
Die Höheneinstellung erfolgt stufenlos.

In der Theorie klingt die stufenlose Tiefeneinstellung zwar gut, in der Praxis allerdings zeigt sich, dass man nur weiß, ob die Einstellung passt, indem man sich die Spur-Rille genau ansieht. Wirklich praktisch ist das jedenfalls nicht. Besser hat uns da schon der Tragegriff gefallen, mit dem sich der 14 Kilogramm leichte Vertikutierer gut transportieren lässt.

Am Einsatzort angekommen gefällt der Stihl mit seinen guten Fahreigenschaften und der Möglichkeit, das Chassis schnell und einfach an die Größe des Benutzers anpassen zu können.

Etwas unpraktisch ist der Korbwechseln beim RLA 240, denn während das Einsetzen von oben noch gut funktioniert, klappt das Entnehmen nur von hinten. Zudem sorgt ein kleiner Spalt zwischen Klappe und Korb dafür, dass der Bedienende mit Sand bombardiert wird. Dennoch ist der akkubetriebene Stihl in unseren Augen für kleinere Flächen sehr empfehlenswert, man sollte sich aber idealerweise gleich zwei Akkus anschaffen.

Mit Jet Collect: Bosch Universal-Verticut 1100

Mit Jet Collect

Bosch UniversalVerticut 1100

Test: Bosch Universalverticut 1100
Der Bosch-Vertikutierer überzeugt durch innovative Messer, die nur das Moos aus der Erde holen, Steine aber liegen lassen.

Sand und Steine bleiben drin, Rasenfilz und Moos wird rigoros entfernt: Der Universal-Verticut 1100 von Bosch macht genau das, was er soll. Grund für diese effektive Arbeitsweise ist die Befestigung der Messer und ein System namens Jet Collect.

Bei Letzterem handelt es sich um eine große Kunststoffwalze, deren Öffnungen einen Luftstrom erzeugen, der aufgewirbeltes Material wie Rasenfilz und Moos zuverlässig in Richtung Fangbox befördert.

 Vertikutierer Test: Vertikutierer Update042021 Bosch Universalverticut1100
Die Klingen des Bosch-Vertikutierers sind nicht scharf.

Der Vorteil dieses Systems: Steine sind für den Luftstrom zu schwer und ändern ihre Flugbahn dementsprechend nur geringfügig. So landen sie nicht im Korb. Damit es erst gar nicht so weit kommt, dass Steine aus dem Erdreich gerissen werden, sind die Messer des Bosch beweglich gelagert und geben entsprechend nach, wenn sie auf einen harten Widerstand treffen.

Weil mit den beweglich gelagerten Messern auch Gehwegplatten und Co. halbwegs sicher sind und im schlimmsten Fall nur angekratzt werden, vermittelt der Bosch ein sehr sanftes Fahrgefühl.

Allerdings ist der Bosch mit 1100 Watt Leistung für tiefe Rasen-Schnitte eher ungeeignet. Im Test hat sich der Bosch deshalb regelmäßig abgeschaltet, wenn es ihm zu tief wurde oder er mit dicken Grasbüscheln in Kontakt kam. Wählt man bei der Schnitttiefe aber eine weniger tiefe Einstellung, liefert der Verticut-1100 ein prima Ergebnis mit gleichmäßigen Rillen.

Beim Zusammenbau kann man den Holm des Bosch um drei Zentimeter in der Höhe variieren, was insbesondere für große Menschen ein Vorteil ist. Das Material der Karosserie besteht aus Polyprophylen-Kunststoff. Das wirkt zwar nicht übermäßig stabil, sollte für den geplanten Einsatzzweck eines Vertikutierers aber locker ausreichen.

Kraftvoll: Wolf-Garten VA 346 E

Kraftvoll

Wolf-Garten VA 346 E

Test: Wolf Garten Va 346 E
Mehr Leistung als der Bosch; Für mittlere und große Flächen, Komfort durch Walzen-Start/Stop am Griff.

Der VA 346 E von Wolf-Garten ist der Langstreckenläufer unter den Vertikutierern. Der Stromer hat einen 1600 Watt starken Motor verbaut, der dafür sorgt, dass man stets genug Leistungsreserven in der Hinterhand hat und selbst bei der tiefstmöglichen Einstellung nicht stecken bleibt.

Die Arbeitsbreite des Vertikutierers beträgt 34 cm, womit man ordentlich Fläche schafft. Weil sein Lenker-Aufbau recht breit ist, hat er Ähnlichkeiten mit einer Hummel. Abgesehen von diesem kleinen optischen Makel lässt sich der Wolf-Garten aber recht passabel fahren, nur sein geringes Gewicht wirkt sich ein wenig negativ auf die ansonsten hervorragenden Fahreigenschaften aus. Dafür lässt er sich mit einem Gewicht von 15 Kilogramm gut transportieren.

Dank der Schnellspanner hat man den Vertikutierer in Windeseile auf eine Höhe von 42 und eine Länge von 72 Zentimetern zusammengefaltet. Positiv ist auch, dass man für den Walzenwechsel kein Werkzeug braucht, sondern lediglich den Kunststoff-Hebel betätigen muss.

 Vertikutierer Test: Img
Die Bedienung des VA 346 E ist Dank des Bowdenzug-Rolleneinsatzes sehr komfortabel.

Besonders angenehm haben die Konstrukteure des VA 346 E die Höheneinstellung gestaltet. Die Messer werden hier nämlich mittels Bowdenzug und Hebel eingesetzt oder hochgestellt. Damit bleibt einem bei Wende- und Gartenschlauch-drüberheb-Manövern das leidige Hochheben der Vorderachse erspart.

Nicht weniger komfortabel sind die am Holm montierten Schnellspann-Klemmen. Weil die Aufstellhöhe allerdings nicht sonderliche hoch ausfällt, werden große Personen (>1,85m) damit Probleme haben.

Weniger gut gelungen ist die Entnahme des Korbes und die Halterung desselben. Beides wirkt nicht langlebig, aber das hier verwendete Polyprophylen kommt nicht nur beim VA 346 E von Wolf-Garten, sondern auch bei vielen anderen Vertikutierern zum Einsatz.

Für kleine Flächen: Gardena EVC 1000

Für kleine Flächen

Gardena EVC 1000

Test: Gardena Evc 1000
Für kleine Flächen super geeignet. Er hat einen geringen Platzbedarf und kommt ohne Korb. Den kann man aber zukaufen.

Wer nur einen Vertikutierer für kleine Flächen benötigt, sollte sich den Gardena EVC 1000 ansehen. Platz nimmt dieser kleine Vertikutierer kaum weg: Wenn er zusammengeklappt ist, misst er gerade mal 49 Zentimeter in der Länge und 44 in der Höhe.

Bedienen kann man ihn auch leicht, ein Korb ist bei der Grundausstattung nicht dabei. Das ist aber kein Problem, denn bei kleinen Flächen kann man das Moos auch schnell abharken. Ansonsten gibt es aber auch optional einen Korb  zu kaufen, der 40 Liter fasst und etwa 40 Euro kostet.

Vertikutierer Test: Vertikutierer Stihl Rle 240
David gegen Goliath: Vorne der kleine Gardena EVC 100, dahinter der sperrige Fuxtec.

Die Leistung ist mit 1000 Watt relativ gering, die Arbeitsbreite mit 30 Zentimetern eher schmal. Aber er arbeitet gründlich mit einem Messerabstand von 1,5 Zentimetern.

Der Führungsholm ist jedoch nicht höhenverstellbar und in dem Kunststoff-Chassis begrenzt beweglich gelagert. Langlebig wirkt das nicht, wenn in der Kunststoffführung Metall wackelt. Für die Flächenleistung ist es aber noch in Ordnung.

Typisch für einen Elektro-Vertikutierer mit diesem Preis ist auch die eher einfache Plastik-Konstruktion, robust ist das nicht unbedingt. Der Vertikutierer sollte dunkel gelagert werden, denn mit der Zeit wird der Kunststoff spröde, da Weichmacher entweichen.

Da es keinen Korb gibt, können schonmal Steine gegen die Klappe geschleudert werden, der Hersteller denkt da aber mit: Die Klappe besteht aus weichem Polyprophylen (PP) und ist damit schlagfest.

Mit neun Kilo wiegt der Vertikutierer nicht viel, ist dadurch wendig und man kann mit ihm gut Bauwerke und Büsche zirkulieren. Jedoch können die kleinen Hinterräder gelegentlich in lockerem Sandboden versinken. Beim Rückwärtsfahren oder bei einem Wendemanöver ruht die Last auf den kleinen Rädern. Ist das Gelände holprig, kann man damit schonmal ins Stocken kommen.

Die Arbeitstiefe kann dreistufig eingestellt werden. Wie tief nun die Messer in den Boden eindringen wird nicht genannt, gemessen haben wir zehn Millimeter. Im Vergleich zu anderen Modellen ist die Lautstärke gering, gegenüber einem Benziner sogar auffällig leise.

Wer einen Vertikutierer nicht oft benutzt und kompakt verstauen möchte, dürfte beim Gardena EVC 1000 fündig werden. Für homogene und kleine Flächen können wir ihn definitiv empfehlen.

Was gibt es sonst noch?

Der Stihl RLE 240 wiegt 16 Kilo, ist leise und durch das höhere Gewicht fährt er auch ruhiger als viele andere. Perfekt ist die Verarbeitung sicher nicht, aber zumindest besser als bei vielen anderen Geräte in der Einsteiger-Klasse.

Die soliden Halte-Nasen für die Korb-Aufhängung wirken ziemlich langlebig. Wichtig ist das deshalb, weil der Korb samt Einhängung am meisten beansprucht wird am ganzen Vertikutierer. Das Einrasten geht auch zuverlässig, man müsste dabei nicht mal richtig hinsehen.

Bei den Rädern aus Kunststoff gibt es eine Lauffläche, die gummiert ist, fast keines der anderen günstigen Geräten bietet das. Außerdem gibt es einen eher starren Führungsholm, man kann ihn dennoch – wie bei den anderen auch – zusammenfalten. Abfallen können die Flügelschrauben dabei nicht, das finden wir praktisch.

Bei diesem Gerät gibt es eine eher geringe Arbeitsbreite mit 34 Zentimetern. Somit muss man etwas öfter fahren, das ist aber beinahe egal, denn der Fangkorb will ohnehin oft geleert werden. Die sechs Messerpaare stehen eng, so ist der Korb schnell voll, vor allem dann, wenn auf der Fläche totes Gras und viel Moos ist. Hier schneiden die Messer mit 1,5 Zentimeter Abstand in die Erde.

Die Arbeitshöhe des Holms kann dreifach verstellt werden, passend für große oder kleine Personen. Stufenlos kann man dank Drehrad die Arbeitstiefe einstellen. Die Messer schneiden dabei maximal 15 Millimeter in den Boden, das dürfte normalerweise ausreichen. Die Belüftungswalze mit Federzinken ist standardmäßig dabei, gewechselt wird mit zwei Inbus-Schrauben, nicht mit einem Schnellspanner.

Nachdem man die Flügelmuttern gelöst hat, kann man den Holm zusammenklappen, danach ist der Vertikutierer noch 56 Zentimeter lang und 71 hoch. Hier gibt es einen Netz-Korb mit Stahlrahmen, man kann ihn also flach ablegen und er braucht nicht viel Platz. Wir hätten uns den Korb noch etwas größer gewünscht, mit 60 Litern hätte man ihn aber auch nicht so viel seltener ausleeren müssen.

Wir sind von dem guten Fahrgefühl überzeugt und von der recht guten Verarbeitung für diesen Preis. Wunder sollte man vom Stihl RLE 240 nicht erwarten, aber er ist solide und reicht für mittlere oder kleine Flächen einige Jahre.

Mit dem AL-KO Combi Care 38E Comfort bekommt man einen wendigen Vertikutierer, der sich für kleinere Gärten eignet. Er kostet nicht so viel und hat ein Kabel, das gelegentlich im Weg liegen kann. Dennoch empfehlen wir ihn für alle, die nicht so große Flächen bearbeiten müssen. Bis zu 600 Quadratmeter sollten mit dem E-Motor drin sein. Das Gerät eignet sich aber nicht für den dauernden Gebrauch, zwischen zwei- und sechsmal pro Jahr kann man ihn aber bedenkenlos einsetzen.

Der Comfort besteht ebenso wie sein Schwestermodell Combi Care 38P mit Benzin aus einem Kunststoff, welcher nicht wirklich hart ist und auch nicht sonderlich UV-beständig oder schlagfest.

Außerdem sind die Hinterräder klein und dünn, der Lenkholm klappriger als bei Stihl, das ist für dieses leichte Gerät aber nicht so schlimm. Die Benzin-Version ist schwerer, das wäre ein Problem. Der Vertikutierer wiegt nur 15 Kilo, die Führung ist gut und beim Lenkholm kann man die Befestigung in der Höhe verstellen, sie ist verschraubt.

Mit dem Einhell GE-SA 1640 bekommt man ein Mittelklassegerät, das sich für Privathaushalte eignet. Er ist stabil konstruiert und ergonomisch, denn beim Griff kann die Neigung verstellt werden und auch die Länge kann man um 5 Zentimeter ändern. Selbstverständlich ist das nicht. Beim Griff gibt es sogar einen Gummiüberzug, andere Geräte bieten da oft nur eine Flüssigkunststoff-Lackierung.

Mit dabei ist eine Lüfterwalze und ein Korb für 48 Liter. Die Arbeitsbreite beträgt 40 Zentimeter, wuchtig ist er daher mit 57 Zentimetern Breite, dennoch bleibt er mit 12,8 Kilo recht leicht.

Der Güde GVZ 1401 ist mit eines der kompaktesten Geräte, gefallen hat er uns aber nicht. Denn vorne ist die Radaufhängung schwach konstruiert, ebenso die Holm-Aufhängung. Diese Sollbruchstellen gefallen uns gar nicht. Dafür finden wir aber den flexiblen Korb gut, der rastet in die Arretierung einfach ein. Mit dabei ist eine Lüfterwalze, die man anstelle der Vertikutierwalze nutzen kann, um den Rasen zu lüften. Die Walze fürs Vertikutieren wirft auch hier Steine und Sand mit in den Korb.

Wissenswertes über Vertikutierer

Grundsätzlich wird mithilfe eines Vertikutierers die Grasnarbe angeritzt. Das Erdreich wird belüftet und gelockert bis in zwei oder drei Zentimeter Tiefe. Rasenfilz, Mulch und Moos werden entfernt. Das sorgt dafür, dass Nährstoffe, Wasser und Luft wieder bis an die Rasenwurzeln können und die Lebewesen im Boden mehr Nahrung bekommen. Vertikutiert man regelmäßig, macht das den Rasen strapazierfähiger und dichter.

Ob vertikutiert werden muss, erkennt man, indem man locker eine Metallharke durch den Rasen zieht, bleiben Rückstände wie Moos daran, muss vertikutiert werden.

Der Begriff kommt vom englischen »vertical cut«, also Längsschnitt. Bei den Geräten gibt es eine Achse, die horizontal eingebaut ist und mit Messern in kurzen Abständen besetzt ist, je nach Modell sind die drehbar oder starr. Die Messerwalze geht dann durch die Grasnarbe quer durch und dabei wird Filz und Moos aus dem Rasen gekämmt. Das geht nur, weil die Graswurzeln tiefer gehen als die des Unkrauts und Mooses.

Abhängig vom Modell, kann die Arbeitstiefe stufenweise verstellt werden, die Messer dringen dabei bis 2,5 Zentimeter ein in den Boden, es gibt Längsrillen.

Wichtig beim Vertikutierer sind Arbeitsbreite und -tiefe. Letztere sagt aus, wie tief in den Boden die Messer eindringen können. Die Breite meint den Abstand zwischen den äußeren Messern.

Meist sind das 38 Zentimeter, diese Breite eignet sich vor allem für große Rasenflächen, denn das spart Zeit. Für kleine Bereiche reichen aber auch 30 Zentimeter aus.

AL-KO Combi Care 38P Comfort - Höhenverstellung der Walze in 5 Stufen
Bei AL-KO kann man die Höhe fünfstufig verstellen.

Entsprechend dem Rasenzustand muss die Schnitttiefe angepasst werden. Bei viel Moos muss der Boden tiefer bearbeitet werden als bei reinem Rasenfilz. Rasenfilz erfordert nur feine Rillen und der Filz sollte beim Rausholen kaum Graswurzeln enthalten. Bei Moos dagegen muss tiefer gegangen werden, so werden auch flache Mooswurzeln entfernt.

Im Anschluss ans Vertikutieren kann der Rasen sehr mitgenommen aussehen, er erholt sich aber wieder, größere kahle Stellen müssen aber nachgesät werden.

Wie geht richtiges Vertikutieren?

Mit einem Handvertikutierer bearbeitet man kleinere Flächen bis zu 100 Quadratmeter, solche Modelle gibt es schon für 50 Euro, etwa von Wolf-Garten oder Gardena.

Für mehr Fläche eignen sich aber maschinelle Geräte besser, wir würden eher keinen Fangkorb nutzen und das Moos mit einer Eisenharke aufnehmen. So bleiben tote Pflanzenteile und Erde liegen und sorgen für Kompost, das ist wichtig für Bodenlebewesen, die ihn zu Nährstoffen verarbeiten. Hat man viel Moos, ist so ein Korb zudem sehr schnell gefüllt.

Moos und Rasenfilz aus dem Fangsack.
Rasenfilz und Moos.

Vertikutieren sollte man richtig, dazu gibt es ein paar Dinge zu beachten: Der Rasen muss trocken sein und gemäht auf eine Höhe von etwa zwei Zentimetern, so geht es leichter. Vertikutiert man, so sollte das schnell gehen, lange verweilen sollte man auf einem Fleck nicht, denn die Grasnarbe könnte beschädigt werden. Man kann das Gerät einfach zuerst längs und dann quer über das Gras führen, damit hat man alle Bereiche abgedeckt. Wechselt man die Richtung, sollte der Führungsholm runtergedrückt werden, so kommen die Messer aus dem Boden.

Anschließend Moos und Rasenfilz entfernen und kahle Stelle nachsäen. Um eine bessere Atmung des Bodens zu ermöglichen, kann man zwei Zentimeter Rasenkalk aufbringen im Anschluss, das verbessert den Lufthaushalt.

Am besten vertikutiert man im Frühling, denn dann ist der Boden aufgetaut, Frostperioden sollten beendet sein und das Gras ist noch nicht ausgetrocknet bei Temperaturen von 10 bis 20 Grad. Bis Mai sollte man damit fertig sein, denn der Rasen muss sich erst regenerieren.

Geräte mit Rasenlüfter

Hierbei ist eine Walze zum Austauschen mit dabei, so kann die Vertikutierwalze gegen eine Lüftungswalze getauscht werden.

Wolf-Garten VA 303 E - Lüfterwalze
Wolf-Garten Lüfterwalze.

Bei der Lüftungswalze gibt es Drahtklingen, die gehen bis fünf Zentimeter in die Erde und durch diese Öffnungen können Nährstoffe und Luft an die Wurzeln gelangen, das mögen die Bodenlebewesen.

Will man den Rasen lüften, braucht man kein Gerät mit Motor. Für kleinere bereiche reicht eine Walze mit Drahtdornen oder geeignete Rasenlüfter-Schuhe, die an den Sohlen Nägel haben.

Der April eignet sich zum Vertikutieren meist gut, auch im Herbst kann das Ganze nochmal wiederholt werden. Lüften geht immer zwischen Frühling und Herbst, auch ohne vorheriges Mähen, denn hier verletzte man die Rasenwurzeln nicht. Will man vertikutieren, sollte man zwei Wochen davor düngen. Ist der Rasen stark verwildert, kann auch ein zweiter Durchgang nötig sein, dazwischen sind aber zwei Wochen zur Erholung angesagt.

Fahrweise und Geländebeschaffenheit

Einfach kreuz und quer zu fahren, ist nicht empfehlenswert, denn damit kann man die Grasnarbe beschädigen, wenn das Gerät tief eingestellt ist.

Auch rückwärts zu fahren oder enge Kurven zu nehmen, ist schlecht, eine Richtung sollte eingehalten werden, danach neu ansetzen und bei steinigem Gelände vorher durchharken.

Rasenfilz und Moos

Man kann vertikutieren soviel man will, wenn man die Ursache nicht bekämpft. Denn Moos ist genügsam und anpassungsfähig. Es mag Lehmböden, die verdichtet und nährstoffarm sind, saure Böden mit Kalkmangel, Feuchtigkeit und Schatten und kommt auch mit Hitzeperioden klar, während Gras dabei verdorrt.

Gras dagegen mag keine Staunässe und liebt leichten, sandigen Boden mit niedrigem Lehmgehalt, schwerere Böden können daher eine Drainage vertragen. Moos wird man los, indem man den pH-Wert des Bodens durch Kalk reguliert, Sonne, also Wärme und UV-Strahlen helfen. Düngen behebt Nährstoffmangel, Schatten begünstigt eher Moos, Herbstlaub sollte entfernt werden, damit der Rasen trocknen kann, drainierte und lockere Böden sind gut, Staunässe dagegen nicht, das Gras sollte außerdem nicht kürzer als 45 Zentimeter geschnitten werden, sonst klappt die Photosynthese nicht mehr.

Rasenfilz gibt es dann, wenn Mulch liegenbleibt. Lässt man das kurze Schnittgut liegen, entsteht viel davon, ebenso beim Mähroboter, wenn er häufig fährt. Das bringt Nährstoffe, jedoch verrottet nicht alles und es kann Material zurückbleiben, das dann Feuchtigkeit aufsaugt und die Versorgung des Rasens mit Nährstoffen, Luft und Wasser verhindert, Moos und Unkraut können sich ausbreiten.

Wartung, Sicherheit und Aufbau

Aus dem Baumarkt oder vom Online-Händler kommt das Gerät im Karton und muss erst zusammengebaut werden, das geht aber meist schnell und problemlos. Lenkholme durch Flügelschrauben und eventuell Schnellspanner zusammensetzen, falls vorhanden noch Schaltgriff plus Befestigungsmaterial. Der Fangkorb wird eingesetzt, falls er dabei ist.

Der Motor muss abschalten, das Gerät stillstehen, wenn der Führungsholm nicht mehr berührt wird, etwa bei Bewusstlosigkeit, der Totmannschalter befindet sich meist am Führungsholm in Form eines Bügels.

Pflichtprogramm: Totmannschalter, Motor läuft nur weiter, solange der Bediener den roten Hebel festhält.
Der Totmannschalter ist wichtig für die Sicherheit.

Elektro-Geräte müssen kaum gewartet werden, die Messer ölt man nach der Benutzung mit dem Lappen, sonst können sie rosten.

Benzin-Geräte, also Viertakter, brauchen Super-Benzin, teure Sorten vom Hersteller sind nicht notwendig. Auch genügend Motoröl muss eingefüllt werden, den Ölstand gelegentlich kontrollieren.

Beim Motoröl sollte man die empfohlene Sorte nehmen, denn sonst kann es zu Schäden kommen. Für den Liter zahlt man in etwa 10 Euro. Außerdem haben Benzinmotoren Verschleißteile wie Auspuffanlage, Vergaser und Zündkerze.

Normalerweise nutzt man das Gerät zweimal jährlich, sonst steht er herum, kompakt sollte er also sein. Unsere Testgeräte hatten alle klappbare Lenkholme, löst man die Flügelschraube, kann man das Gestänge zusammenfalten.

Stihl (ehemals Viking) ist weniger platzsparend als Wolf-Garten, Einhell, Güde, Atika und AL-KO. Die Platzsparenden Geräte kommen dann auf 46 bis 64 Zentimeter Tiefe und 33 bis 48 Zentimeter Höhe, vor allem Bosch ist mit 33 Zentimeter Höhe sehr flach.

So haben wir getestet

Wir hatten sieben Geräte mit einem Elektromotor, zwei mit Verbrennungsmotor. Getestet wurde auf einer großen Wiese, die nach dem Winter recht vermoost war. Geachtet haben wir neben dem Ergebnis auch auf Qualität, Preis-Leistungs-Verhältnis und Handhabung.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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