Elektro-Schafe für den Garten Test: Mähroboter Alle

Mähroboter im Test : Elektro-Schafe für den Garten

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Veröffentlicht 22.04.2020

Mähroboter sieht man mittlerweile häufig durch den Garten fahren, denn theoretisch sorgen sie dafür, dass man sich das lästige Rasenmähen per Hand spart. Aber funktioniert das wirklich so leicht? Wir haben 15 Geräte getestet und geben einige Tipps für Installation und Kauf.

Sebastian Jentsch
Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Ist ein Mähroboter wirklich die Lösung, wenn man keine Luft hat, selbst den Rasen zu mähen? Wir haben es getestet und Geräte zwischen 600 und 2000 Euro ausprobiert, wochenlang wurden sie einem Härtetest unterzogen. Die Unterschiede sind dabei recht groß, einige Geräte machen nur Ärger, andere funktionieren so, wie sie sollen. Teuer heißt dabei nicht immer gut, einige unserer Empfehlungen sind schon günstig zu haben. Als Allrounder für den Garten konnten uns teure Geräte nicht unbedingt überzeugen, denn im sandigen Boden fahren sie sich häufig fest und man muss Hindernisse erst eingrenzen, das ist aufwendig.

Klein und wendig: Worx Landroid SO500i

Hat man einen eher kleinen Garten, so eignet sich der Worx Landroid SO500i (WR105SI) perfekt. Breite Räder und gute Bodenfreiheit sorgen dafür, dass es bei Rampen, Steigungen und Engpässen kaum Schwierigkeiten gibt. Wo andere Geräte sich festfahren, fährt er einfach weiter.

Klein und wendig

Worx Landroid SO500i

Test: Mähroboter – Testsieger Worx Landroid SO500i
Der wendige, kleine Mähroboter ist für komplexe und einfache Gartenszenarien gut zu gebrauchen.

von 256 Lesern gekauft

Der Worx-Roboter ist stabil und kompakt, hügeliges Gelände macht ihm nichts aus und er kann Mülltonnen, Büsche und mehr umfahren. Einsatzbereit ist er dank Automatik-Betrieb äußerst schnell, die App haben wir dafür nicht gebraucht.

Dank seitlichem Mähwerk kommt er an den Rand nah heran, so muss beim nachträglichen Trimmen nicht mehr viel erledigt werden. Ein Regensensor sorgt außerdem dafür, dass er in seine Basis zurückfährt, wenn es regnet. Als einziges Testgerät kann der Landroid seine Station seitlich anfahren. Die Station hat ein Rasengitter, sodass darunter der Rasen nicht beschädigt, aber gemäht wird.

Die Installation

Ein vollständiges Installations-Kit ist im Lieferumfang enthalten. Das Kit liefert genügend Befestigungsmaterial, also Erdschrauben, Heringe und Erdkabel, sowie Kabelklemmen, für bis zu 500 Quadratmeter Fläche.

Die Erdnägel sind bei den meisten Robotern aber ohne Rippen und sehr kurz, sodass sie im weichen Sand eher schlecht halten. Ist der Untergrund wellig, merkt man das deutlich. Nur bei oneConcept gibt es kurze Erdnägel mit Rippen. Wir empfehlen daher für sandigen Boden Erdnägel, die länger sind oder das Kabel direkt im Boden zu verlegen. Gibt es viele »Inseln«, die eingegrenzt werden wollen, so bietet sich zudem eine zweite Rolle vom Begrenzungskabel an und ein paar Kabelklemmen.

Die Bedienungsanleitung ist nicht nur ausreichend ausführlich, sondern auch amüsant geschrieben. Hier steht unter anderem, dass man seinem neuen Freund und Helfer doch am besten einen Namen, etwa »Shawn«, geben sollte. Eine amüsante Anleitung, die sich deutlich leichter und angenehmer liest.

Sieht man vom Verlegen des Begrenzungskabels ab, ist etwa eine halbe Stunde zwischen Auspacken und Start vergangen. Eine Rand-Testfahrt wird nicht benötigt, im Automatikbetrieb startet er selbst den Mähvorgang. Möchte man dagegen Zonen und Zeit festlegen, so muss man ihn mit App und WLAN verbinden.

Bedienung per App und Gerät

Unser kleiner Helfer »Shawn« hat nur vier Tasten zur Bedienung und außerdem kein Display. Die Stopptaste ist recht groß, neben befinden sich die Tasten für »Home«, »OK« und »Start«. Die OK-Taste dient daneben als Reset-Knopf und kann das Gerät im Anschluss an eine Störung erneut in Gang setzen.

Mit der App stellt man vorwiegend die Betriebszeiten ein. Nötig wird das beispielsweise, wenn im Automatik-Betrieb zu häufig gemäht wird, etwa bei kleineren Flächen. Per App lässt sich das Gerät ebenfalls aus der Ferne manuell starten oder stoppen. Den Status des Akkus können Sie hier ebenfalls einsehen.

Wertigkeit und Stabilität

Das Kunststoffchassis des Geräts ist stabil, die Oberflächen matt, die Tasten wirken langlebig.

Die Räder sind mittelbreit und haben eine Gummierung, sie bieten guten Grip, sogar auf sandigem Boden, außerdem helfen sie dabei, dass das Gerät auch bei Steigung weiterfährt. Die Konkurrenz kann da teils nicht mithalten.

Die Funktionen

Ein Regensensor sorgt dafür, dass bei Regen nicht gemäht wird, der ist jedoch sensibel und geht selbst beim Rasensprenger an. Wenn es zu Tröpfeln beginnt, fährt das Gerät zurück in seine Station und macht nach einer Wartezeit dann wieder weiter. Man kann diesen Sensor auf Wunsch deaktivieren und die Verzögerungszeit lässt sich ebenfalls einstellen.

Die Schnitthöhe kann man zwischen zwei und sechs Zentimetern stufenlos mit einem Drehrad verstellen. Die Schnittbreite beträgt 18 Zentimeter, das ist nicht viel.

Bei den Worx-Modellen waren die Messer seitlich unterm Gerät, das war im Test ein Einzelfall. Somit gelangt der Schnitt bis zu 2,5 Zentimeter an den Rand, das ist weiter als der Rest. Jedoch muss dafür das Kabel am Rand zentimetergenau verlegt werden, etwa an Zaun oder Hauswand, also allem, was sich nicht überfahren lässt.

Am Rand gibt es eine Metall-Schutzabdeckung, die sorgt dafür, dass Kinder nicht ans Messer kommen können. Grashalme werden durchgelassen, Zehen dagegen nicht.

Besteht die Fläche aus unterschiedlichen, durch einen Korridor verbundenen Bereichen, erkennt das Gerät das automatisch. Eine Multi-Zonen-Programmierung ist mit der App möglich, damit lassen sich der Startpunkt und die Arbeitszeiten-Verteilung einer Zone festlegen.

Maximal vier dieser Zonen kann man einrichten, dazu startet man einfach den Zoneneinrichtungsassistenten, legt die einzelnen Zonen plus den Startpunkt fest und schon kann es losgehen.

Der Praxistest

Gemäht hat das Gerät für uns drei Wochen lang. Währenddessen gab es Gewitter, Sturm und Starkregen, nichts davon hat unseren Mähroboter gestört. Das ist jedoch kein Alleinstellungsmerkmal, auch alle anderen Testgeräte sind wetterfest.

Das Gerät kann seitlich in seine Station einfahren, die Ladekontakte sind nicht vorne, sondern rechts angebracht. Somit kann man die Ladestation platzsparend und beinahe unsichtbar abstellen. Dank Rasengitterstruktur kann die Bodeneinheit außerdem einwachsen und schon bald ist von der Einheit nichts mehr zu sehen.

Wie beinahe alle Geräte fährt dieser Roboter willkürlich im Zickzack im Garten herum, frei nach dem Zufallsprinzip. Das wirkt chaotisch, sorgt aber für ein sauberes Endergebnis. Jeder Halm wird nach einer Woche zumindest einmal erwischt.

Bosch Logicut
Der Bosch Indego 400 fährt systematisch.

Nur der Bosch Indego fährt in Bahnen, die parallel verlaufen, das Ganze heißt dann »Logicut«. Damit ist das Mähen zwar schneller erledigt, hat man verwinkelte Flächen, ist das aber weniger effizient. Trifft er auf ein Hindernis, so bleibt er stehen und muss sich neu orientieren und die Karte laden, das dauert. Das Endergebnis ist wichtig, bei Zufallsfahrten ist das genauso gut.

Aufgeladen ist das Gerät nach etwa 1,5 Stunden, je Akku-Ladung hat es eine Laufzeit von etwa 40 Minuten, abhängig von Komplexität der zu mähenden Fläche und Untergrund.

Die Geräuschentwicklung ist recht angenehm, in 20 Meter Entfernung hört man lediglich noch ein leises Surren. Die anderen Testgeräte waren aber recht leise, bis auf eine Ausnahme.

Festfahren und Störungen

In unserem Testfeld gab es eine schmale Passage, da haben sich sogar kleine Testgeräte oft festgefahren. Der Worx dagegen bleibt dank der Bodenfreiheit und den breiteren Rädern hier nicht liegen.

Außerdem gab es eine Bodenerhöhung von etwa 10 Zentimetern, also eine minimale Steigung, und auch hier blieb der Worx kein einziges Mal stecken.

Worx und AL-KO sind die Ausnahmen, was das Steckenbleiben betrifft, womit wir diese beiden Geräte für größere, eher wildere Gärten empfehlen. Alle andere Testgeräte blieben früher oder später irgendwo stecken.

Wartung und Kosten

Laufende Kosten hat man mit dem Worx-Gerät aber dennoch, so etwa die Ersatzklingen, die nachgekauft werden wollen. Für 30 Stück zahlt man da 20 Euro, wenn es gut läuft. Die Messerabnutzung reduziert sich dank Vorwärts- und Rückwärtsrotation, zudem gelingt damit ein ordentliches Schnittbild. Somit gibt der Hersteller an, dass pro Saison die Klingen nur einmal gewechselt werden müssen, abhängig von der Mähhäufigkeit.

Ein Ersatz-Akku muss auch irgendwann sein. Das ist schnell erledigt, man kann den Lithium-Ionen-Akku mit 20 Volt unter einer Abdeckung leicht herausnehmen.

Wenn es Spätherbst wird, muss der Roboter rein ins Trockene. Der Akku sollte unter Ladung gelagert werden. Einen separaten Eingang fürs Ladegerät gibt es aber nicht, daher muss die Station mit nach drinnen. Eine Alternative gibt jedoch, der Akku kann herausgenommen und direkt am Ladegerät geladen werden.

Beim Landroid M500 (WR141E) von Worx dagegen kann man den Akku einfach entnehmen, hier bekommt man einen System-Akku, dieser eignet sich etwa für die Heckenschere aus dem gleichen Hause.

Gibt es Nachteile?

Einige kleinere Schwachstellen hat er. Da wäre das Firmware-Update, das man per USB-Stick auf das Gerät laden muss. Mangels Suchkabel können komplexere Flächen mit längeren Korridoren und verschiedenen Teilbereichen schnell eine Geduldsprobe darstellen. Orientieren kann sich das Gerät nur am Begrenzungskabel.

Die Station kann im Rasen zwar einwachsen, für den Winter würde man sie aber doch gerne in der Garage haben, ohne die Station müssen wir eine Ladespannung sonst an die ausgebaute Batterie oder die Kontakte anlegen.

Wer nur die Arbeitszeiten einstellen will und dazu keine App nutzen möchte, könnte das nicht vorhandene Display als Nachteil betrachten, da wäre das Gerät von AL-KO vielleicht besser geeignet.

Insgesamt gefällt uns aber, dass man bei diesem Mähroboter kaum mit dem Rasentrimmer nacharbeiten muss und er selbst schwieriges Gelände gut meistert.

Leise: AL-KO Robolinho 500 E

Leise

AL-KO Robolinho 500 E

Test Mähroboter: AL-KO Robolinho 500 E
Leiser Hindernismeister für gemischte Flächen mit sandigen Stellen.

Der AL-KO Robolinho 500 E  ist günstig und wir hätten nicht gedacht, dass er so viel drauf hat. Er mäht zuverlässig und reibungslos. Er kehrt zur Basis zurück und findet die Nebenfläche. Uns gefällt er gut.

Die Oberschale ist beweglich und darunter liegt die Karosserie, so wie es auch Gardena und Husqvana machen. Dem Äußeren nach zu urteilen, hätten wir da gar nicht erwartet, dass er geländegängig ist.

Robolinho 500 E: Dank zweier Frontrollen auch bei Sand geländegängig
Zwei Frontrollen sorgen dafür, dass er auch im Sand fährt.

Doch der Schein kann eben trügen, der Robolinho erstaunte uns, indem er nicht einmal im sandigen und kahlen Boden stecken blieb. Um Hindernisse manövriert er herum und geht dabei bedächtig vor, andere Geräte sind da eher hektisch. Die beiden Vorderrollen helfen dabei, auf weichem Untergrund einwandfrei zu fahren. Die meisten anderen Geräte bieten nur eine einzige Rolle vorne.

Somit muss nicht jeder Baum oder Strauch eingegrenzt werden, das spart Kabel. Am Kabel entlang zu fahren ist nicht schwer, Hindernisse erkennen und ihnen auszuweichen dagegen schon.

Vom Hersteller wird angegeben, dass er Steigungen bis 24 Grad schafft, das ist recht viel verglichen mit den anderen Geräten. Wir glauben daran aber nicht ganz, denn seine gummierten Räder dürften doch rutschen, wenn das Gras nass ist.

Will man lieber einen Zeitplan per Smartphone erstellen und das Gerät aus einiger Entfernung starten, so muss man zum AL-KO Robolinho 500 I greifen, der kostet etwa 100 Euro mehr. Dazu braucht man dann aber nicht nur die App, sondern auch die innogy SmartHome Zentrale und das Lemonbeat Dongle (eine Antenne am USB-Stick).

Aufwand und Mehrkosten lohnen sich unserer Meinung nach jedoch nicht, da das Funkkabel etwa bei Worx integriert ist für weniger Geld, dort benötigt man sonst nur den Router.

Wir fanden die fehlende App nicht schlimm, Zeitpläne und Einstellungen kann man ptoblrm am Display einrichten. Uns nervte nur die Sicherheits-PIN, die soll vor einem Diebstahl schützen und man kann sie nicht deaktivieren, sodass sie jedes Mal beim Zugriff oder einer Blockade neu eingegeben werden muss.

Insgesamt finden wir die App-freie Nutzung aber angenehm und uns gefällt, wie er Hindernisse umfährt.

Ohne WLAN: Bosch Indego S+ 350

Ohne WLAN

Bosch Indego S+ 350

Test Mähroboter: Bosch Indego 350 Connect
Der clevere Mäher ohne WLAN fährt zielgerichtet und berechnet Mähzeiten selbst – nach Wetter, Standort und Wachstum.

Der Bosch Indego S+ 350  wirkt erstmal alles andere als attraktiv, denn er kostet etwa 750 Euro und soll dafür nur 350 Quadratmeter mähen. Der Eindruck täuscht aber, denn er ist clever.

Seine Mähzeiten passt er automatisch an Standortfaktoren und Wetter an, so berechnet er, wie schnell Gras bei den gegebenen Wetterbedingungen wächst, dementsprechend mäht er dann seltener oder öfter, das nennt sich Smart Mowing. Für das Ganze muss man im Menü oder in der App nur ein Zeitfenster dafür festlegen.

Eine WLAN-Verbindung ist dafür nicht nötig, integriert ist ein GPS-Chip, der den Standort erkennen und dafür die Wetterdaten empfangen kann. Nicht Mal eine SIM-Karte wird dafür benötigt.

Bosch Indego S+ 350: Cleverer Allrounder, der Ihren Garten kartiert und in Bahnen sowie punktgenau mäht.
Er mäht in Bahne und punktgenau.

Außerdem gibt es die LogiCut-Navigation, das bedeutet, dass das Gerät in systematischen Bahnen mäht, somit wird die Fläche schneller gemäht. Das Gerät vermisst den Garten. Er weiß immer, wo er gerade ist, so kann bei Bedarf der Akku nachgeladen werden und anschließend macht der kleine Helfer an der Stelle weiter, wo er zuvor aufgehört hat. Die anderen Geräte seiner Preisklasse können das nicht, sie fahren per Zufallsnavigation.

Die Zufallsnavigation bringt kein schlechteres Ergebnis, aber somit fährt der Roboter im Garten länger.

Zeichnen sich beim Bosch Gerät durch die Bahnen dann Flächenmuster ab? Nein, die Bahnen überschneiden sich nicht, das Mähwert erreicht also nicht den Streifen zwischen den Bahnen, dort bleibt Grad stehen, das verschwindet aber normalerweise bei der nächsten Fahrt. Das liegt daran, dass er nicht auf den Zentimeter genau fährt, sondern manchmal etwas versetzt starten kann, so kommt es nicht zum Flächenraster.

Bosch Indego S+ 350: sehr geringe Bodenfreiheit
Geringe Bodenfreiheit.

Ein weiterer Vorteil der GPS-Ortung: man kann den Mähroboter einfach per Hand in einen anderen Gartenbereich umsetzen, das nennt sich MultiArea-Funktion. Dort mäht er dann und fährt danach am Draht zurück zur Ladestation. Wichtig ist das, wenn zwischen zwei Flächen eine Treppe oder ein enger Korridor ist. So muss nicht für jede Fläche eine extra Ladestation aufgestellt werden.

Das Gerät funktioniert auch kabelbetrieben, die unter der Erde verlegt sind, jedoch nicht tiefer als fünf Zentimeter. Mit dem Kabel, das der Stihl-Monteur verlegt hat, ist er aber nicht gefahren, während das Worx-Gerät damit kein Problem hatte. So haben wir für Bosch dann oberirdisch ein Kabel verlegt.

Ein Nachteil ist die geringere Bodenfreiheit, gibt es Unebenheiten, etwa bei Hindernissen, so fährt er sich fest und eignet sich maximal für Steigungen bis zu 15 Grad.

Insgesamt gefällt uns aber, wie flexibel er ist.

Kleine Flächen: Gardena Mähroboter R40Li

Kleine Flächen

Gardena Mähroboter R40Li

Test Mähroboter: Gardena Mähroboter R40Li
Für den gepflegten englischen Rasen gut geeignet und außerdem sehr leise.

Der Gardena Mähroboter R40Li gehört zur Husqvana-Gruppe und ist das Consumer-Produkt der Gruppe. Die Gemeinsamkeiten bemerkt man schnell: Verkleidung, Fahrwerk und Chassis-Prinzip sind recht ähnlich. Für die Sicherheit ist der Aufbau des Chassis vorteilhaft, dafür fährt das Gerät sich aber oft irgendwo fest, wenn das Gelände uneben ist.

Man kann dieses Gerät schnell in Betrieb nehmen, nach einer halben Stunde war es schon startklar. Die Menüführung ist übersichtlich und der Automatikmodus simpel, praktisch finden wir den vollständigen Ziffernblock, hier gibt man nach einer Störung den PIN-Code ein. Man kann einen Auto-Betrieb oder stattdessen einen Zweitagesrhythmus wählen.

Wetterfest ist er dank Verkleidung und Deckel für Display und Bedienfeld außerdem. Einen Regensensor dagegen hat der Mähroboter nicht. Als optionales Zubehör gibt es eine passende Garage für die Ladestation, wo der Roboter inklusive Ladestation sicher verstaut werden kann.

Dieses Gerät ist leise und etwas kompakter als das von Worx. Festgefahren hat er sich im Test nur selten, Steigungen mag er aber nicht. Wenn er an einer Rampe hinunterfährt, bleibt am Boden oft die tiefe Schürze hängen, dadurch hängen die Räder dann in der Luft und er sitzt fest.

Der Mähroboter von Gardena eignet sich vor allem für ebene Flächen, die verwinkelt sein dürfen, da man hier wie bei Husqvana ein Suchkabel verlegen kann. So findet er trotz langer Korridore wieder in die Basis zurück.

Für große Flächen: Stihl iMow RMI 422 PC

Für große Flächen

Stihl iMow RMI 422 PC

Mähroboter Test: Stihl iMow RMI 422 PC
Der Roboter schafft auch große Flächen von bis zu 1.700 Quadratmetern mit Steigungen, ist leise und mäht je nach Wetter und Wachstum.

Hat man viel Fläche, die gemäht werden muss, sollte man sich den Stihl iMow RMI 422 PC näher ansehen. Hier läuft ebenso alles über die Zufallsfahrt, jedoch schafft er dafür Steigungen bis zu 22 Grad, das kann die Konkurrenz meist nicht. Obwohl er eine feststehende Klinge hat, ist er eines der leisesten Testgeräte.

Hier gibt es ein GPS-Modul, so werden Standort und Wetterdaten erkannt, die Arbeitszeiten werden automatisch angepasst.

Das GPS-Modul dient darüber hinaus der Sicherheit, denn die App kann das Gerät lokalisieren, so findet es ihn schnell wieder. Auch hier gibt es gegen Diebstahl einen PIN-Code. Nur wenn man die Zahlenfolge kennt, kann man ihn bedienen. Wer den Extra-Schutz als überflüssig empfindet, kann die Funktion deaktivieren.

Die Schürze liegt tief und ist weit ausladend, auf dem Korpus steckt sie beweglich und in Gummi gelagert, somit steht Sicherheit im Vordergrund. Größer als bei anderen Geräten ist hier der Abstand von Mähwerk und Korpus, wichtig wird das, wenn das Gerät mal versehentlich über eine Kinderhand fährt.

Diese Design-Entscheidung bringt jedoch ein Nachteil mit sich – steigt das Gelände plötzlich an oder gibt es Vertiefungen oder Gefälle, so kann das Gerät stecken bleiben.

Insgesamt bietet er aber viele nützliche Features besonders für große Flächen.

Was gibt es sonst noch?

Der Husqvarna Automower 420  eignet sich für recht große Flächen, bis 2200 Quadratmeter sind drin. Da es ein Fachhandelsprodukt ist, richtet ihn ein Installateur ein, der verlegt ebenso das Kabel.

Das Gerät ist recht leise und dank Suchkabel kann er auf verwinkelten Grundstücken, zurück zur Basis finden oder kann zur nächsten Teilfläche fahren. Man kann Arbeitszeiten, Teilflächen und Randfahrten individuell anpassen. Die Menüführung ist größtenteils selbsterklärend und benutzerfreundlich.

Das Chassis hat zwei Teile: unter dem leichten Kunststoff-Gehäuse liegen Eingabe- bzw. Display-Einheit, Messer-Rotor und Fahrwerk samt Antrieb. In Gummi ist diese Verkleidung eingehängt, sie sitzt auf dem Fahrwerk beweglich. Per Klappe kommt man an Tasten und Display, so wird alles vor der Witterung geschützt.

Man kann einen Prozentsatz von  der Arbeitstätigkeit auf bis maximal drei Teilflächen aufteilen. Damit das Gerät schnell den Weg findet, kann man etwa festlegen, dass es am Suchkabel für Fläche A 115 Meter entlangfährt, 200 Meter am Randkabel für Fläche B, von der Basis aus nach links. Kein anderes Gerät bietet so viele feine Einstellungsmöglichkeiten.

Wir finden ihn gut, doch es gibt auch Schwachstellen, die geringe Bodenfreiheit etwa verursacht oft Störungen. Der Worx beispielsweise fährt exakter die Ränder ab und hat mit schmalen Durchgängen und Korridoren kein Problem. Der Automower dagegen braucht mindestens einen Meter Abstand während der Fahrt, die Bauform ist zudem bulliger. Der Preis ist ebenfalls höher angesetzt und für die Installation zahlt man extra.

Für einen eher großen Garten ist dieses Luxusgerät aber dennoch gut.

Der Ambrogio L30 Elite  wirkt optisch recht langlebig und hochwertig. Die Karosserie kann sich sehen lassen, farblich und optisch wirkt sie wie ein Sportwagen. So laut wie ein Lamborghini ist das Gerät zum Glück nicht, 64 Dezibel sind in Ordnung. Husqvana und Gardena sind aber unsere leisesten Testgeräte.

Dieses Gerät ist rasant und hektisch, ruppig rempelt es gegen Hindernisse, sind die verschiebbar, werden sie einfach zur Seite geschoben. Sanfter wäre da definitiv besser.

Man muss hier also mehr Kabel verlegen, damit Hindernisse ausgeklammert werden, vor allem Steine und sandiger Boden sollte im Mähbereich nicht enthalten sein, denn dort kann das Vorderrad hängen bleiben. Gibt es Hindernisse, versucht das Gerät freizukommen, dabei gräbt es sich aber oft eher in lockere Erde ein.

Ist die Grasdecke also fest und geschlossen, ist dieses Gerät gut, durchmische Flächen werden aber schnell zum Problem, wenn man nicht alles per Kabel ausschließen will, da sind unsere Empfehlungen besser geeignet.

Der Ambrogio kostet etwas mehr, dafür ist es aber für bis zu 1100 Quadratmeter geeignet, die Bedienung per Bluetooth und App ist gelungen. Alternativ gibt es ein Display, dort lässt sich die Arbeitszeit ebenfalls einstellen.

Der Stiga Autoclip M5 ähnelt der Empfehlung darüber ziemlich, das Chassis ist nämlich gleich, somit ist die Konstruktion solide und sicher langlebig. Farbe und Bedienfeld unterscheiden sich jedoch, genau wie die Optik. Hier gibt es kein Display, Zeitpläne können ausschließlich per App erstellen.

Er fährt hektisch, aber leise, weiterhin ist die Fahrweise ruppig und er stößt oft gegen Hindernisse. Im Sand bleibt er dank geringer Bodenfreiheit gerne liegen.

Hat man ein zweites Telefon, verbindet sich die App auch mit Autoclip M5 per Bluetooth.

Das Gerät können wir nicht empfehlen, denn er eignet sich nur für englischen Rasen, wenn er richtig verkabelt ist – für gemischte Flächen ist er aber ungeeignet.

Der Robomow RC308 ist ein Perfektionist, er will einen Begrenzungsdraht, der exakt verlegt ist, sonst kommt es dauernd zu Störungen. Die Bodenfreiheit ist gering, so muss die Fläche ganz plan sein, er eignet sich also vorwiegend für perfekten englischen Rasen.

Ein Display gibt es zwar, dieser ist jedoch sehr klein und hat eine begrenzte Funktion. Angezeigt werden dort lediglich Fehlercodes und Betriebsmodi. Das Handbuch listet alle Erklärungen zu den Codes und Modi auf, Benutzerfreundlichkeit geht aber anders.

Das Feintuning ist umfangreich möglich, so auch bei Husqvana, nur gibt es dort zusätzlich ein grafisches Display, das selbsterklärend ist.

Fernab von der Ladebasis gibt es noch eine kleinere Basisstation, die ist komfortabel, denn hier werden Fehler angezeigt und es gibt Tasten zum Heimkehren, Stoppen und Starten. Anbringen kann man sie im Carport.

Wissenswertes über Mähroboter

Wenn man die Zeit lieber sinnvoller nutzen möchte, als den Rasen zu mähen, sollte man über einen Mähroboter nachdenken. Günstig sind die aber nicht und es gibt einige Tücken.

Gras wird grundsätzlich von den Geräten gemäht, egal in welcher Verfassung es ist.

Auch große Flächen sind kein Problem, für Flächen über 1000 Quadratmeter gibt es genauso passende Geräte. Setzt man das falsche Gerät auf eine zu große Fläche, muss dauernd der Akku nachgeladen werden.

Die meisten Geräte fahren nach dem Zufallsmodus, so machen sie nach dem Aufladen nie dort weiter, wo sie zuvor gestoppt haben und je nach Modell eignet sich der Antrieb nicht für große Laufzeiten.

Mähroboter Test: Testsieger Worx Landroid S WiFi.
Skizze des Testgeländes.

Wir haben aber festgestellt, dass man ein Gerät, das eigentlich für 500 Quadratmeter geeignet ist, durchaus auf 800 fahren lassen kann, das klappt aber nur gut, wenn die Fläche zusammenhängend ist.

Meist gibt es vor allem bei Grundstücken bis 800 Quadratmeter aber mehrere Segmente, die sind durch schmale Korridore verbunden und Hindernisse wie Büsche und Bäume, Steine oder der Gemüsegarten sind im Weg. Hat man solch einen Garten, sollte man ein Gerät mit der entsprechenden Quadratmeterkennzahl kaufen.

Die Kanten sind wichtig. Hier wird das Gras nur dann exakt abgemäht, wenn die Fläche daneben ebenerdig ist zur Rasenfläche. Fährt das Gerät an einer Wand entlang, erreicht das Mähwerk, das in der Mitte sitzt, den Rand nicht, das Gras bleibt stehen und muss mit einem Rasentrimmer entfernt werden. Worx schafft es bis auf nur wenige Zentimeter an den Rand.

Somit muss man trotz Roboter noch manuell nachhelfen, außer wenn alle Ränder vom Gerät überfahren werden können und ebenerdig sind.

Was ist mit Hindernissen?

Ob die Leistung des Geräts ausreicht, hängt vom Untergrund ab. Wurde der Garten professionell angelegt, dann ist die Rasenfläche plan und Gehwege oder Platten auf Rasenhöhe eingelassen, für die Mäher also kein Problem.

Meist gibt es aber Steigungen, grobe Steine, Anhöhen, lockeren Rand und mehr. Für derartige Gärten haben wir auch getestet und empfehlen daher Geräte, die mit weniger perfekten Bedingungen klarkommen.

Im Garten steht so einiges herum, Hindernisse können die Roboter aber blockieren. Bestenfalls kann er aber damit umgehen und umrundet alles einfach.

Jedoch können in der Praxis leichtere Hindernisse einfach mitgeschoben werden, Schnüre und Kabel werden zerschnitten oder aufgewickelt. Wenn es blöd läuft und das Begrenzungskabel schlecht verlegt ist oberirdisch, wird auch das durchtrennt.

Die Bahn muss also frei sein und dafür ist der Besitzer zuständig. Liegen Kabel und Schläuche sehr flach, werden sie überfahren, besser lässt man so etwas aber gar nicht erst liegen.

Teilflächen und Korridore

Mehrere Teilflächen können von Mährobotern bearbeitet werden, dafür muss der Korridor dazwischen aber breit genug sein. »Ausreichend breit« ist wichtig, denn nur 60 Zentimeter reichen hier nicht aus. Aber warum, wenn das Gerät doch schmaler ist? Der Grund dafür sind die Begrenzungskabel, die man an den Gartengrenzen verlegen muss. Die Kabel grenzen den Abstand weiter ein und abzüglich der Begrenzungskabel bleiben gerade Mal null bis 20 Zentimeter Fahrbreite übrig – zu wenig für unsere kleinen Helfer.

Es gibt aber auch geeignete Geräte, wie den Bosch Indego S+ 350, der kann manuell versetzt werden.

Korridor: Worx nennt 1 Meter, 80 Zentimeter genügen aber auch
Der Mindestabstand für den Korridor kann unterschiedlich sein.

Die Datenblätter geben meist nicht an, wie breit der Korridor sein muss. Bei Worx genügen 80 Zentimeter, sind die Passagen aber schmaler, sollte man lieber zum Modell mit einem Suchkabel greifen. Das ist ein drittes Kabel, es beginnt an der Ladestation, führt durch den Korridor und endet dann mittig in der Freifläche. Somit wird das Gerät zur Teilfläche geführt und findet bei schwachem Akku auch schnell wieder zurück.

Feste oder bewegliche Messer?

Neun unserer Testgeräte hatten rotierende Klingen. Meist sind das drei bis vier Cuttermesser, die beweglich an einer rotierenden Scheibe festgemacht sind. Damit wird das Gras geschnitten anstatt abgeschlagen.

Das bedeutet weniger Lärm und fürs Gras ist es angeblich auch besser.

Bei Benzinrasenmähern oder Elektro-Geräten gibt es vorwiegend feststehende Messer. Der schnelldrehende Motor verursacht eine Sogwirkung, das liegende Gras wird also angehoben und abgeschlagen, per Luftstrom gelangt dann alles in den Korb oder Fangsack.

Rechen oder Mulchen?

Bei Mähroboter gibt es keinen Fangkorb und keinen Motor mit Sogwirkung, das Gras bleibt also liegen. Dadurch, dass häufig geschnitten wird, sind es aber kurze Halme, es gibt also kein Heu, sondern der Boden wird gemulcht, das düngt den Rasen zugleich. Da die Halme zu 90 Prozent aus Wasser bestehen, wird das Material vom Boden auch schnell aufgenommen und dank regelmäßigem Schnitt bleibt die Rasenhöhe gleichmäßig niedrig.

Welche Nachteile gibt es?

Will man einen naturbelassenen Garten mit Blumen, so eignen sich Mähroboter nicht, das häufe Mähen verhindert, dass Blumen ihre Blüten ansetzen können. Liebhaber von natürlichen Wiesen können diese Geräte also nicht einsetzen.

Wie sicher sind sie?

Die Verletzungsgefahr ist niedrig, aber dennoch da. Damit keiner versehentlich in die Klinge greifen kann, gibt es Neige- und Hebesensoren. Die Messer stoppen also, wenn das Gerät auf die Seite gelegt oder angehoben wird. Diese beiden Sensoren sind wichtig beim Kauf.

Tiefe, ausladende Schürzen sind ebenfalls ein Sicherheitsmerkmal. Auch wenn der nackte Fuß überfahren wird, bleibt bis zum Messer noch genug Platz.

Schutzschlitten über dem seitlichen Messer (Worx)
Schutzschlitten für das seitliche Messer bei Worx.

Feste Hindernisse werden von den beweglichen Rasierklingen von Husqvana, Gardena, Bosch und Worx nicht zerschlagen, damit bleiben Spielzeug oder Finger ganz, wenn man damit doch mal unter die Klingen kommen sollte. Schlimmstenfalls droht dann eine Schnittverletzung.

Ambrogio L60B+: muss unter Aufsicht laufen, da er keine Begrenzungen kennt
Beim Ambrogio L60B+ gibt es keine Begrenzungen, er darf nur unter Aufsicht fahren.

Und Tiere?

Tiere wie kleine Katzen können unter das Gerät kriechen, jedoch muss der Roboter erstmal aus der Station fahren und der Motor muss angelassen werden, Gefahr besteht also nicht.

Kleintiere: Die Roboter im Test fahren erst aus der Station, dann setzen sie die Messer in Gang.
Erst fahren sie aus der Station, dann starten die Messer.

Tiere überfahren kann der Roboter nicht, denn er hält dank Stoßsensoren sofort an. Gestört werden Haustiere durch die Geräte auch nicht, da sie viel leiser sind als normale Rasenmäher.

Mit App oder ohne?

Viele Geräte kann man per App bedienen, jedoch nicht alle. Wir finden die App nicht unbedingt notwendig. Denn nach der Installation und der Testphase sollte das Gerät autark arbeiten. Statusmeldungen zum blockierten Schneidewerk finden wir da überflüssig.

Interessant mag das am Anfang noch sein, wenn man sehen will, ob das Gerät fährt, aber spätestens nach einem Monat hat man keine Lust mehr, den Mäher vom Büro aus zu starten. Daher haben wir eine App nicht als Vorteil gewertet.

Dennoch lassen sich etwa Aktivzeiten leichter per App festlegen, beim Landroid M500 (WR141E) gibt es erst gar kein Menü, nur die App.

Alternativ nutzt das Gerät ein GPS-Modul, so findet man sogar gestohlene Geräte wieder.

Begrenzungskabel

Während Staubsaugerroboter Grenzen erkennen, können das Mähroboter nicht immer. Nur der Zucchetti Ambrogio L60B+ bietet fürs Gras spezielle Sensoren und benötigt kein Kabel, er darf aber nur unter Aufsicht fahren.

Ein Automatik-Mäher hat keine Absturzsensoren und keine Landkarte mit GPS-Ortung, er würde einfach ins nächste Hindernis fahren. Daher braucht es ein Kabel mit geringer Spannung, das gibt das Gebiet vor.

Ausgehend von der Ladestation wird also die Fläche im Uhrzeigersinn mit dem Kabel begrenzt, am Ende geht es zur Basis zurück.