Test: Schlagbohrmaschinen Aufmacher

Schlagbohrmaschinen im Test : Vielseitige Kraftprotze

Update 27.01.2022

Ohne Schlagbohrmaschine geht im eigenen Haushalt nichts. Egal ob Ziegel- oder Beton-Wand, Holz oder Metall, die Maschinen sind variabel einsetzbar. Außerdem bestechen sie durch ihre kompakte Bauweise und man kann mit dem ein oder anderen Gerät sogar Schrauben festziehen oder lockern.

Update 27. Januar 2022

Wir haben weitere Schlagbohrmaschinen getestet. Die Metabo SBE 650 und die Worx WX318 sind neue Empfehlungen.

Marc Hüffer
ist Produktdesigner und Ladenausstatter und arbeitet ständig mit Werkzeug aller Art. Er testet regelmäßig Profi- und Heimwerker­-Tools.

Die Vorhangstange, die Deckenleuchte oder ein neuer Spiegel muss aufgehängt werden, aber auch wenn ein Holzbrett ein Loch benötigt, dann kommt die Schlagbohrmaschine zum Einsatz. Wer etwas Geduld und Muskelschmalz mitbringt, der kommt auch durch die eine Beton-Wand. Aber auch für sehr feine Arbeiten, wie etwa eine Gewindebohrung in Metall sind Schlagbohrmaschinen gut geeignet, da sie trotz ihrer enormen Kraft relativ handlich sind.

Diese Mischung aus starker Leistung und hoher Präzision ist genau das richtige für jeden Heimwerker, oder eher für jeden, der seine Wohnung einrichtet oder im Haus die ein oder andere Arbeit ohne fremde Hilfe erledigen möchte. Je nach Anspruch gibt es verschiedene Preiskategorien, jedoch bekommt man bereits für knapp 50 Euro Geräte, welche für Standard-Aufgaben völlig ausreichen. Die Geräte sind dank des Schnellspann-Bohrfutters leicht zu handhaben und der passende Bohrer schnell gewechselt.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Handlicher ProblemlöserKompaktSchwergewichtCleveres ExtraSolides Schnäppchen
Schlag­bohr­maschine Test: ImageTest: Metabo Sbe 650Test  Schlag­bohr­maschine: Bosch Professional  GSB 19-2 RETest: Worx Wx318Test  Schlag­bohr­maschine: Bosch Professional GSB 13 RE
Modell Makita HP1631KX3 Metabo SBE 650 Bosch Professional GSB 19-2 RE Worx WX318 Bosch Professional GSB 13 RE
Pro
  • Super Handhabung und Ergonomie
  • Leicht und kompakt
  • Gute Verarbeitung
  • Sehr gute Bohr­leistung
  • Stattliches Zubehör-Set inklusive
  • Gute verarbeitet
  • Handlich und leicht
  • Gute Bohrleistung
  • Präzise
  • Tolles Bohrfutter
  • Vielseitig
  • Hervorragende Bohr­leistung
  • Zweigang­getriebe
  • Gute Verarbeitung
  • Langes Strom­kabel
  • Gutes Bohr­futter
  • Stabiler Getriebe­kopf
  • Gutes Ansprech­verhalten des Motors
  • Stabiler zweiter Handgriff mit Aufbewahrungs­behälter
  • Super Handhabung und Ergonomie
  • Leicht und kompakt
  • Gute Verarbeitung
  • Günstig
Contra
  • Kein Stellrad zur Dreh­zahl­justierung
  • Kurzes Strom­kabel
  • Ohne Transport­koffer
  • Relativ groß und schwer
  • Verhältnis­mäßig teuer
  • Zu schwach für sehr harte Materialien
Bester Preis
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Handlicher Problemlöser: Makita HP1631KX3

Handlicher Problemlöser

Makita HP1631KX3

Schlag­bohr­maschine Test: Image
Die Makita HP1631KX3 vereint angenehme Handhabung, saubere Verarbeitung und vorbildliche Ausstattung.

Die Makita HP1631KX3 ist mit rund zwei Kilo ein ziemliches Leichtgewicht, was ein längeres Arbeiten ermöglicht. Außerdem liegt die Maschine gut in der Hand, dazu tragen auch die gummierten Stellen bei, damit das Gerät nicht aus der Hand rutscht, außerdem lässt sich der Vordergriff schnell verstellen. Ein wenig zu kurz geraten ist für uns das Kabel, das mit nur zwei Metern Länge vermutlich für manche Arbeit ein Verlängerungskabel benötigt.

Positiv aufgefallen ist dagegen das wirklich sehr zahlreich ausfallende Zubehör. Genau 74 Teile werden in dem Aufbewahrungskoffer mitgeliefert, dazu gehören verschieden Bits zum Schrauben, 18 Bohrer für die Materialien Stein, Holz und Metall und vieles mehr. Ein solch üppiges Sortiment kann sich sehen lassen und steht bei der Konkurrenz nicht zur Verfügung. Man darf auch nicht vergessen, dass für die Makita HP1631KX3 keine 100 Euro auf den Tisch kommen.

In das Bohrfutter aus Metall passen Bohrer mit bis zu 12 Millimeter, die mit deutlichem Feedback festgezogen werden und auch bei festen Materialien, genau da bleiben, wo sie sollen. Mit 720 Watt bringt die Maschine ordentliche Leistung, die sich hervorragend über den Abzug regulieren lässt. Mit etwas Fingerspitzengefühl sind auch präzise Bohrungen in Metall kein Problem. In den fünf Millimeter dicken Baustahl hat sie ohne auszufransen und Weggleiten ein einwandfreies Loch gebohrt.

Auch bei den anderen Materialien konnte sie voll überzeugen und leistete sich keinerlei Fehler. Bei der Bohrung in den Ziegel haben wir der Kraft der Schlagfunktion zu spüren bekommen, die einen beim ersten Loch etwas überraschen kann und von der gewünschten Position abbringt, hat man sie jedoch einmal kennengelernt, kann man sie gut handhaben. Ähnlich war es auch bei Beton, schlussendlich gilt auch hier, dass zwar die Härte des Materials deutlich spürbar ist, aber die Maschine vor keinerlei Probleme stellt und man mit ein wenig Konzentration sehr gute Ergebnisse erzielt.

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Für Granit sind Schlagbohrmaschinen eigentlich nicht geeignet, das war für uns dennoch der absolute Härtetest. Die Erhitzung des Bohrers und des Getriebekopfes war deutlich spürbar und auch wir kamen ins Schwitzen, da man viel eigene Kraft aufbringen musste, man hätte auch hier ein ordentliches Loch bohren können, aber wir wollten den Bohrer nicht zerstören. Festzuhalten ist, dass die Schlagbohrmaschine von Makita die beste Leistung bei den von uns getesteten Geräten in Granit gezeigt hat.

Insgesamt konnte uns die Makita HP1631KX3 absolut überzeugen. Vor allem für ambitionierte Hobby-Handwerker ist sie eine sehr gute Wahl, da sie mit dem zahlreichen Zubehör sofort für die verschiedensten Arbeiten einsatzbereit ist. Hinzu kommt die herausragende Qualität von Makita, die sowohl in der Verarbeitung, als auch in den verwendeten, hochwertigen Materialien deutlich wird. Und das ganze zu einem wirklich vernünftigen Preis, der den Geldbeutel nicht sprengen wird.

Kompakt: Metabo SBE 650

Kompakt

Metabo SBE 650

Test: Metabo Sbe 650
Die Metabo SBE 650 bietet eine sehr gute Handhabung und einwandfreie Verarbeitung zu einem fairen Preis.

Die kompakte SBE 650 von Metabo verfügt über eine hervorragende Bohrleistung, ist nur 1,8 Kilogramm schwer und lässt sich sehr gut handhaben. Sie ist die richtige Wahl, wenn man auf der Suche nach einer kleinen Schlagbohrmaschine mit ausgezeichnetem Handling ist.

Man sieht es der Metabo nicht an, aber in Sachen Leistung kann sie es durchaus mit deutlich größeren Modellen aufnehmen – und nicht nur dort. Auch die Verarbeitungsqualität gefällt bei dieser Schlagbohrmaschine, Grate oder andere Verarbeitungsfehler sucht man hier vergebens. Das Bohrfutter aus Metall ist robust und man kann es sehr präzise bedienen. Mit einem Schaftdurchmesser von bis zu 13 Millimetern liegt das Bohrfutter der Metabo hier absolut im Durchschnitt.

Der vordere Griff besteht aus Hartplastik, macht aber einen stabilen Eindruck. Um ihn zu verstellen, muss man ihn mittels Drehbewegung öffnen, dann kann man seine Position stufenlos verändern. Keine Raketenwissenschaft, aber solide funktionierende Technik. Mithilfe derselben Drehbewegung kann man auch den Tiefenanschlag justieren.

Ihr Stärken hat die Metabo vor allem im Handling. Alle Schalter sind gut zugänglich, die Schlagbohrmaschine liegt vergleichsweise leicht in der Hand und weil sie so enorm kompakt gebaut ist, kann man sie auch für kleinere Schraubarbeiten verwenden.

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Trotz ihrer kompakten Bauweise überhitzt die SBE 650 im Praxiseinsatz nicht, selbst zehnminütiges Bohren in Granit und Beton haben ihre Temperatur nicht über 45 Grad ansteigen lassen. Abseits dieser kleinen Überraschung kann man die Bohrergebnisse der Metabo in Summe als gut bezeichnen, zur Spitze des Testfeldes gehört sie mit ihrem 650-Watt-Motor allerdings nicht. Mit unserem 8-mm-Bohrer kamen wir 26 Millimeter tief in Beton, bei Buchholz schafft sie mit einem eingesetztem Fortnerbohrer mit 30 Millimeter Durchmesser eine Bohrtiefe von 16 Millimeter.

Wer täglich mit einer Schlagbohrmaschine hantiert, wird mit der Metabo kaum glücklich werden. Wer hingegen eine Schlagbohrmaschine für sporadische Einsätze sucht und dafür kein Vermögen ausgeben will, der macht mit der SBE 650 alles richtig.

Schwergewicht: Bosch Professional GSB 19-2RE

Schwergewicht

Bosch Professional GSB 19-2 RE

Test  Schlag­bohr­maschine: Bosch Professional  GSB 19-2 RE
Gut vorbereitet: Mit der GSB 19-2 RE ist man für fast alle Bohrangelegenheiten gut gewappnet.

Die Bosch Professional GSB 19-2 RE ist mit 2,6 Kilogramm über ein halbes Kilo schwerer als die Schlagbohrmaschine von Makita, das spürt man auch und eine einhändige Bedienung ist nicht möglich, da das meiste Gewicht vorne im Bohrkopf liegt. Sowohl in Größe als auch Leistung hat sie mehr zu bieten und ist mit den zwei Gängen und 850 Watt vor allem bei harten Materialien sehr effektiv. Der Bohrkopf kann Bohrer mit bis zu 18 Millimetern aufnehmen.

Die Maschine kommt mit einem vier Meter langen Kabel, welches über ein Kugelgelenk verbunden ist, das garantiert ein störungsfreies Arbeiten und vermutlich eine lange Lebenszeit des Kabels. Die gummierten Griffstellen verhindern ein Verrutschen und der Getriebekopf aus Aluminium wird gut mit dem hinteren Teil aus Kunststoff kombiniert. Trotz des hohen Gewichts liegt die Bosch Professional GSB 19-2 RE gut in der Hand und man hat sie immer unter Kontrolle.

Das Getriebe mit zwei Gängen ermöglicht ein hohes Drehmoment bei geringer Drehzahl, das macht das Gerät noch flexibler in seinem Einsatzgebiet, nicht nur weichere Materialien, wie Holz und Metall lassen sich gut bearbeiten, sondern auch massive Betonwände. Die Drehrichtung kann man von beiden Seiten einstellen und befindet sich über dem Haltegriff. Der Zusatzhandgriff lässt sich durch Drehbewegung fixieren, lösen und im Winkel verändern.

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Für Fans der blauen Bosch Professional Reihe ist die GSB 19-2 RE eine gute Wahl, die in fast allen unseren Bohrmaterialien tolle Testergebnisse erzielt hat. Vor allem das Zweiganggetriebe ist ein überzeugendes Kaufargument, da es präzises, sowie sehr kraftvolles Arbeiten ermöglicht.

Cleveres Extra: Worx WX318

Cleveres Extra

Worx WX318

Test: Worx Wx318
Heimwerker erhalten mit der Worx WX318 eine tolle Maschine für alle üblichen Vorhaben im Haushalt. Schöne, kleine Details erleichtern dabei die Arbeit.

Die WX318 gehört zu den leistungsstärksten Schlagbohrmaschinen im Testfeld – und ist in Anbetracht dieser Tatsache überraschend günstig. Zwar ist sie für das einhändige Arbeiten aufgrund ihres Gewichts und ihrer Abmessungen kaum zu gebrauchen, als waschechter Kraftmeier macht sie aber einen guten Job.

Im Lieferumfang der Schlagbohrmaschine befindet sich ein Transportkoffer, was in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Auch die Kunststoffoberfläche und die Fertigungsqualität haben bei uns einen guten Eindruck hinterlassen. Für rutschfesten Halt hat der Hersteller dem Griffbereich zusätzliche Softgrip-Flächen spendiert.

Kritik gibt es allerdings für das Bohrfutter: es besteht aus Kunststoff und lässt sich schlecht greifen. Der Lock-Mechanismus der Schlagbohrmaschine hat im Test das eingespannte Werkzeug stets festgehalten – und darauf kommt es ja schließlich an.

Clever finden wir den kleinen Stauraum im Vordergriff. Dort kann man Zubehör wie Bits und Bohrer verstauen und hat so immer Zugriff darauf – praktisch. Mit einer Motorleistung von 810 Watt rangiert die Worx im oberen Mittelfeld und genug Power, um sich auch durch hartes Material zu pflügen. Selbst wenn man der Schlagbohrmaschine Granit vorsetzt, bohrt sie innerhalb von zehn Sekunden ein sechs Millimeter tiefes Loch – mit einem achter Bohrer.

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Auch die Drehzahlregulierung hat uns im Test gut gefallen. Sie lässt sich sehr fein einstellen und man kann die Schlagbohrmaschine auf diese Weise gut kontrollieren. Wer keine ernsthaften Profi-Ambitionen hat, wird mit der günstigen und leistungsstarken WX318 bestens zurechtkommen, für gelegentliche Arbeiten zuhause ist sie bestens geeignet.

Solides Schnäppchen: Bosch Professional GSB 13 RE

Solides Schnäppchen

Bosch Professional GSB 13 RE

Test  Schlag­bohr­maschine: Bosch Professional GSB 13 RE
Die Bosch GSB 13 RE ist kein Kraftprotz, für die meisten Tätigkeiten aber vollkommen ausreichend – und für wenig Geld zu haben.

Die Bosch Professional GSB 13 RE ist unser Tipp für Sparfüchse, schon für knapp 60 Euro kriegt man die Profi-Maschine von Bosch und kann mit ihr die meisten Arbeiten im Haus erledigen. Das Kunststoff-Gehäuse ist von hoher Qualität und bringt den Vorteil, dass das Gerät zum Leichtgewicht wird. Die 1,8 Kilogramm laden vermeintlich dazu ein, dass man sich den ganzen Tag mit der Maschine austobt, allerdings muss man bei härteren Materialien doch einiges an eigener Kraft und auch etwas mehr Zeit aufwenden, um hier gute Ergebnisse zu erzielen.

Da die Maschine extrem kompakt gebaut ist liegt, sie hervorragend in der Hand und die Gummi-Applikationen garantieren, dass man auch mit schwitzigen Händen nicht abrutscht. Da das Gerät sehr kurz geraten ist, befindet man sich beim Bohren in unmittelbarer Nähe zum zu bearbeitenden Material, was ein genaues Arbeiten leicht möglich macht.

Das Bohrfutter ist aus Metall und auch sonst weist sie im Aufbau einige Parallelen zu ihrer großen Schwester, der Bosch Professional GSB 19-2 RE auf. Auch sie verfügt über eine Feststelltaste, die sich neben dem Abzug befindet, auf dem wiederum das Stellrad für die Drehzahl liegt. Der Schalter für die Drehrichtung ist jedoch anders und etwas schlechter gelöst bei der Bosch Professional GSB 13 RE, er lässt sich nicht so gut erreichen. Der Wahlschieber für die Aktivierung des Schlags befindet sich auch hier auf der Oberseite.

Für den günstigen Preis erhält man eine Schlagbohrmaschine, die für einfache Aufgaben in der eigenen Wohnung völlig ausreicht. Mit ein bisschen Unterstützung schafft sie auch massivere Materialien, war aber im Vergleich zu den anderen beiden Maschinen deutlich schwächer, befindet sich aber auch in einer ganz anderen Preisklasse. Vor allem für diejenigen, die der Firma Bosch treu bleiben wollen und für deren Tätigkeitsbereich sonst eher die Produkte der grünen Hobby-Handwerker-Linie ausreichen, ist die Bosch Professional GSB 13 RE ein klasse Preis-Tipp.

Was gibt es sonst noch?

Die Bosch EasyImpact 550 ist zwar noch mal ein paar Euro günstiger als ihre blaue Schwester Bosch Professional GSB 13 RE konnte uns aber nicht wirklich überzeugen und man kann hier von einem echten Klassenunterschied sprechen. Die 550 Watt starke Maschine hatte mit hartem Beton und auch mit dem Ziegel bereits ziemliche Probleme. Aber auch der Abzug konnte nicht punkten, da er ziemlich unpräzise arbeitet und die Feststelltaste bei geringer Drehzahl nicht funktioniert. Alles in allem macht es aus unserer Sicht keinen Sinn für knapp fünf Euro weniger, so viele Kompromisse mehr einzugehen. Die Maschine aus der Profi Maschine von Bosch kann viel mehr, als das Hobby-Werkzeug.

Die Einhell TE-ID 750/1 E macht auf den ersten Blick einen ziemlich windigen Eindruck, vor allem das Kunststoff-Gehäuse ist von ziemlich geringer Qualität. Der Sicherheitsschalter, der sich am vorderen Haltegriff befindet, hielt nicht lange und hat sich vom Gerät gelöst. Bei knapp vierzig Euro darf man eben nicht zu viel erwarten und hier wurde eindeutig an Material und Verarbeitung gespart. Positiv dagegen waren die Testergebnisse beim Bohren, die recht ordentlich waren und bei denen andere günstige Geräte deutlich schwächer waren. Das liegt mit Sicherheit auch an der hohen Leistung mit bis zu 750 Watt. Auch positiv ist das Stellrad, mit dem man die Drehzahl einstellen kann, dreht man es runter, kann man weiche Materialien, wie Stahl oder Holz sehr präzise bearbeiten.

Die WX317 von Worx sieht ein bisschen wie die WX318 aus, ist mit ihrem 600-Watt-Motor aber deutlich schwächer auf der Brust. Bei der Ausstattung und dem Handling sind die beiden Schlagbohrmaschinen aber nahezu identisch.

Wissenswertes über Schlagbohrmaschinen

Im Grunde gibt es drei Kategorien die von Laien fälschlicherweise als Bohrmaschine bezeichnet werden könnten.

Im Heimwerker-Bereich und für kleinere Einsätze im Haushalt kommen meistens Schlagbohrmaschinen zum Einsatz. Sie eignen sich vor allem für nicht allzu feste Materialien und man kann mit ihnen auch präzise Arbeiten in Holz oder Metall vornehmen. Diese Geräte haben wir hier in unserem Test genauer unter die Lupe genommen. Außerdem sind die Geräte um einiges günstiger als ihre großen Brüder. Der Unterschied liegt im Schlagwerk: bei Schlagbohrmaschinen erzeugen zwei Metallscheiben, mit schräger Verzahnung, Schläge in hoher Frequenz, indem sie gegeneinander arbeiten. Dabei entsteht auch der bekannte Rückschlag, gegen den man mit der eigenen Körperkraft arbeiten muss.

Test Bohrhämmer: Schlagwerk einer Schlagbohrmaschine
Schlagwerk einer Schlagbohrmaschine.

Bei Bohrhämmern hingegen übt ein pneumatischer oder hydraulischer Hammer Schläge auf den Bohrer aus, diese sind weitaus kraftvoller und stärker, als die der Schlagbohrmaschinen. Dadurch eignen sich die Bohrhämmer vor allem für Arbeiten in Beton, harten Steinen oder mehrfach gebrannten Ziegeln und waren ursprünglich ausschließlich für den professionellen Handwerksbetrieb vorgesehen. Vorreiter war Hilti, die in Handwerker-Kreisen immer noch bestes Ansehen genießt. Bohrhämmer sind sozusagen Spezialwerkzeuge, die fast ausschließlich zum Bohren in harte Materialien benutzt werden, wenn man einen entsprechenden Aufsatz hat, kann man die Hammer-Funktion auch zum Meißeln benutzen. Filigranes Arbeiten ist dagegen nicht möglich, außerdem kommen die Bohrhammer meistens mit einem SDS- oder SDS-Plus-Bohrfutter, für die es keine passenden Holz- oder Metallbohrer gibt.

Test Bohrhämmer: Schlagwerk einer Hilti
Bei einem Bohrhammer schlägt ein Kolben/Hammer auf den Bohrer.

Dieses Problem beseitigen Multihammer, bei denen sich das Bohrfutter austauschen lässt und durch ein Schnellspann-Bohrfutter ersetzt werden kann, wie es bei Schlagbohrmaschinen vorhanden ist. Schaltet man die Hammer-Funktion aus, kann man den Multihammer auch für präzisere und wenig kraftaufwändige Arbeiten nutzen, das geht allerdings nur, wenn man auch die Drehzahl präzise regulieren kann.

So haben wir getestet

Die Schlagbohrmaschinen mussten sich an fünf Materialien beweisen, die nach dem Härtegrad abgearbeitet wurden. Als Erstes wurden sie an Baustahl (Typ ST37 bzw. S235JR) in 5 Millimeter Stärke mit einem vier Millimeter Bohrer getestet, das gebohrte Loch wurde dann mit einem 8 Millimeter Bohrer vergrößert. Daraufhin folgten ein gebrannter Ziegel, ein weicher und ein härterer Beton, sowie eine Granitplatte. Bereits beim Ziegel hatte so manch eine Maschine ein Problem, häufig musste man hier einiges an Körperkraft aufwenden oder man bemerkte eine deutliche Wärmeentwicklung. Beim Beton wurden die Unterschiede noch gravierender und bei Granit konnte eigentlich keine Maschine ein gutes Ergebnis erzielen, wobei allerdings Granit auch eher zum Aufgabengebiet der Bohrhammer zählt.

Aber nicht nur die Bohrleistung wurde unter die Lupe genommen, sondern auch Haptik, Wertigkeit und ergonomisches Handling. Sowie die Ausstattung oder Zusatzmaterial. Nicht beachtet wurde dagegen die Fähigkeit, auch als Schrauber zu fungieren. Das kann manchmal eine praktische Zusatzfunktion sein, aber ein Akku-Schrauber ist viel handlicher, praktischer und sollte sowieso in jedem Handwerker-Haushalt vorhanden sein.

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