Test: Test Multimeter Kaiweets Ht118a 008

Multimeter im Test : Viele Geräte in einem

Veröffentlicht 09.06.2021

Um Strom, Volt oder Ampere zu messen bedarf es nicht mehr eines jeweils eigenen Gerätes: Mit einem Multimeter kann man eine ganze Reihe von Messungen mit nur einem Gerät vornehmen. Zusätzlich bieten Multimeter meist noch eine Reihe an Zusatzfunktionen.

Riccardo Düring
ist gelernter Handwerker und langjähriger Testredakteur. Er testet Produkte rund um Heimwerken, Haushalt und Technik.

Strommesser, Volt-, Ampere- und Ohmmeter können jeweils nur einen Wert messen. Mittlerweile haben sich daher sogenannte Multimeter durchgesetzt. Mit ihnen kann man multifunktional arbeiten und unterschiedliche Werte wie Stromstärke, Spannung oder Widerstand messen. Zudem bieten viele Geräte noch zusätzliche Funktionen wie Diodenprüfung oder Temperaturmessung.

Dabei müssen Multimeter auch nicht teuer sein: Im Testfeld finden sich No-Name-Produkte für 12 Euro sowie hochsensible Marken-Geräte für rund 200 Euro. Die teuren Geräten sind aber eher für Profis geeignet, die Werte auf die Nachkommastellen genau messen möchten. Für den Privatgebrauch reichen deutlich günstigere Modelle völlig aus.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Viele FunktionenGünstigZusatzfunktionenSehr genau
Test: Kaiweets Ht118aTest: Astroai Dt132aTest: Voltcraft Mt 52Test: Peak Tech 3440
Modell Kaiweets HT118A AstroAI DT132A Voltcraft MT-52 PeakTech 3440
Pro
  • CAT IV bis 600 Volt
  • Gut ablesbares Display
  • Beleuchtete Buchsen je nach Messung
  • Stabile Mess­leitungen
  • Kontaktlose Strom­prüfung
  • Sehr günstig
  • Klein und handlich
  • Beleuchtetes Display
  • Auto-Ranging
  • Relativmessung
  • Viele Mess­möglichkeiten
  • Misst Luft­feuchtigkeit, Laut­stärke und Licht
  • Großes Display
  • Hochwertige Mess­leitungen
  • Kontaktlose Spannungs­prüfung
  • Beleuchtetes und farbiges Grafikdisplay
  • Temperaturfühler
  • Auswertung per App und PC
  • Arbeitet extrem genau
  • kalibrierbar
Contra
  • Sehr groß
  • Standbügel sehr labil
  • Lautstärke­messung fehlerhaft
  • Mäßige Toleranz­angaben
Bester Preis
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Viele Funktionen: Kaiweets HT118A

Viele Funktionen

Kaiweets HT118A

Test: Kaiweets Ht118a
Das Kaiweets HT118A besitzt das größte Display um die vielen Messmöglichkeiten übersichtlich darzustellen. Ganz besonders sind die leuchtenden Buchsen, die den richtigen Anschluss vorgeben.

Das Kaiweets HT118A wirkt zunächst ein wenig wuchtig und durch den eckigen Aufbau etwas futuristisch. Die Gummihülle ist nicht richtig rutschsicher, sie bietet aber mit ihren Kanten einen ordentlichen Griff und bei Stürzen schützt sie das Gerät. Zudem kann das Kaiweets damit auch an die Wand gehängt werden. Die Hülle kann auch abgenommen werden, wodurch das Gerät ein wenig kleiner wird, da die rückseitigen Halterungen für die Messleitungen wegfallen.

Am Gerät befinden sich zwar nur ein im Halbkreis drehbarer Drehschalter und vier Tasten, dennoch bietet der Multimeter viele Funktionen. Der Messbereich muss dank der Auto-Ranging-Funktion nicht zusätzlich eingestellt werden. Das erspart viele Schaltstellungen. Zudem sind ein paar Stellungen vielfach belegt, den gewünschten Messbereich wählt man mit der Funktionstaste aus. So liegen Widerstandsmessung, Durchgangsprüfung und Diodenprüfung auf nur einer Schalterstellung.

Mit dem beiliegendem Temperaturfühler können mit dem HT118A auch Temperaturmessungen vorgenommen werden. Laut Hersteller liegt die Toleranz der Messung bei 2,5 Prozent, im Test wurden aber nur 0,6 Grad mehr angegeben. Da auch die beiden Empfehlungen von AstroAI und Voltcraft höhere Messwerte ausgeben, könnte diese Abweichung auch im Referenz-Thermometer begründet sein. Leider gibt der große Bildschirm die Temperatur in Fahrenheit an, Celsius steht lediglich klein darüber. Diese Einstellung lässt sich auch leider nicht ändern.

Das Multimeter bietet auch eine kontaktlose Spannungsprüfung, die zwischen starker und schwacher AC-Spannung differenzieren soll. Allerdings ist der Grenzwert nicht angegeben. Am Lichtschalter wird ein rotes Licht für starke Spannung, in der Nähe des Alexa Echo Dots ein grünes für schwache Spannung ausgegeben. Teilweise kommt es hier aber auch auf die Entfernung an: Ist man zu weit vom Lichtschalter entfernt, wird eine schwächere Spannung angezeigt – die Spannung der 12-Volt-Monitorbeleuchtung ist aber offensichtlich stark.

Es ist Geschmackssache, ob man diese verschiedenen, von der Spannung abhängigen Anzeigen benötigt. Allerdings ist es praktisch, das Multimeter auch als Leitungsfinder zu verwenden, da stromführende Kabel in den Wänden angezeigt werden.

Häufig lässt sich die Qualität eines Multimeters an den Messleitungen festmachen – und der Kaiweets HT118A hat stabile Messleitungen. Sie haben eine Länge von 120 Zentimetern und wirken hochwertig. Laut Aufdruck eignen sie sich für Messungen bis zu 10 Ampere. Auch die Angaben CAT IV 600 V sowie CAT II 1000 V sind zu finden.

Die Messspitzen und die Stecker bestätigen die hohe Qualität: Die Stecker verfügen über eine Schutzkappe, der Metall-Pin verfügt zudem über einen Berührungsschutz. Die Hülsen der Messspitzen sorgen dafür, dass gezielter und sicherer gemessen werden kann. Hier besitzen sie kleine Markierungen, sie werden nur leicht zusammengedrückt und lösen sich somit sehr leicht, sodass man sich nicht die Fingernägel abbricht.

Das Display des Kaiweets ist mit 60 x 38 Millimetern das größte im Testfeld. Hier kann nur das DM01M von Tacklife mithalten, allerdings sind da lediglich die Zahlen besonders groß. Das HT118A hat dagegen eine weitere vierstellige Anzeige, beispielsweise um die Temperaturmessung zugleich in Celsius und Kelvin anzuzeigen. Die Display-Beleuchtung wirkt dezent bläulich und ist sehr gleichmäßig. Werden hohe Spannungen (230 Volt) gemessen, kann das Display zudem die Farbe ändern.

Die Angaben des Herstellers zur Abweichung der Messergebnisse sind durchschnittlich. Im Test zeigten sich aber im Vergleich zum PeakTech 3440 als Referenzgerät nur geringe Abweichungen. So wurden anstatt 10 Volt Gleichstrom 9,997 Volt angezeigt und statt 9,89 MΩ 10,00 MΩ. Diese Toleranzen haben aber im privaten Gebrauch keine Auswirkungen.

Das HT118A überzeugt in erster Linie mit seinem großen, gut lesbaren Display. Darüber hinaus bietet es viele Funktionen und passt vom Preis her immer noch in den Privatgebrauch.

Günstig: Astro AI DT132A

Günstig

AstroAI DT132A

Test: Astroai Dt132a
Bereits für kleines Geld gibt es mit dem AstroAI DT132A ein Multimeter in handlicher Form. Trotz der kleinen Bauform ist das Display angenehm groß und bietet das Messgerät eine gute Ausstattung.

Das günstig nicht immer billig heißen muss, beweist das AstroAI DT 132A: Das handliche, kleine Multimeter bietet eine gute Ausstattung mit Auto-Ranging-Funktion für nur 20 Euro.

Die leuchtend rote Gummihülle isoliert und soll zudem bei Stürzen vor Schäden schützen. Für einen besseren Griff sorgt sie aufgrund ihrer glatten Oberfläche allerdings nicht. Rückseitig befindet sich jedoch eine Öse, mit der das Gerät aufgehängt werden kann. Das Äußere des DT132A spiegelt ein bisschen den niedrigen Preis wider: Besonders der ausklappbare Standfuß ist nicht so stabil, gibt schnell nach und lässt sich auch nur widerwillig einklappen.

Dafür muss sich das Multimeter in Sachen Ausstattung nicht verstecken, es bietet genauso viel wie das HT118A von Kaiweets. Nur eine kontaktlose Spannungsprüfung sowie einige kleinere Raffinessen sind hier nicht verfügbar.

Dafür ist das Display mit 30 x 54 Millimetern angenehm groß. Neben der Anzeige mit vier Stellen lässt sich jederzeit auch ablesen, welcher Messbereich aktuell eingestellt ist. Einziger Kritikpunkt ist hier die Beleuchtung: Das Display wird aufgrund einer zu hellen LED links sehr ungleichmäßig beleuchtet.

Die Angaben zu den Abweichungen der Messergebnisse liegen im oberen Mittelfeld und wurden durch die Probemessungen auch bestätigt. Lediglich der Temperatursensor zeigt 1,6 Grad mehr an. Da allerdings die Temperatursensoren nicht unmittelbar zum Messgerät gehören, können hier immer Verschiebungen auftreten.

Mit dem DT132A lassen sich auch relative Messungen vornehmen: So lässt sich die gemessene Spannung eines Netzteils leicht auf Null setzen und das Gerät zeigt dann den relativen Spannungsverlust unter Volllast an. Hierfür kann aber alternativ auch die Min/Max-Funktion verwendet werden.

Das AstroAI DT132A ist günstig, bietet aber trotzdem alles, was ein gutes Multimeter braucht: Es verfügt über alle wichtigen Funktionen und dank Auto-Ranging lässt sich auch komfortabel messen.

Zusatzfunktionen: Voltcraft MT-52

Zusatzfunktionen

Voltcraft MT-52

Test: Voltcraft Mt 52
Neben den typischen Messmöglichkeiten bietet das Voltcraft MT-52 auch eine Licht-, Lautstärke- und Luftfeuchtigkeitsmessung – ein echtes Multitalent!

Wenn man noch mehr als Spannung, Stromstärke, Frequenz, Widerstand und Temperatur messen möchte, ist man beim Voltcraft MT-52 dank seines erweiterten Funktionsumfangs genau richtig.

Das Multimeter unterscheidet sich grundlegend nicht sonderlich von anderen Geräten mit guter Ausstattung: Es gibt eine Auto-Ranging und Hold-Funktion, sowie die typischen Messbereiche. Diese können jedoch bei Bedarf auch manuelle verstellt werden, beispielsweise, wenn man die Messergebnisse lediglich grob beobachten möchte und die Nachkommastellen irrelevant sind.

Es gibt keine Min/Max-Funktion und die NCV-Funktion für die kontaktlose Spannungsprüfung ist laut Hersteller erst ab 200 Volt möglich. Im Praxistest wurde dagegen die Spannung auch bei einer 12-Volt-Monitorlampe sowie einem Amazon Echo Dot angezeigt. Somit funktioniert die Funktion auch bei schwächeren Spannungen.

Das Display ist ähnlich groß wie das des Kaiweets HT118A und bietet auch zwei Zeilen. In der Oberen werden allerdings dauerhaft Luftfeuchtigkeit und Temperatur angegeben. Die Beleuchtung kann manuell geschaltet werden und sie wirkt äußerst gleichmäßig: Sie hat einen angenehmen Blauton und ist hell genug.

Einige Messwerte liegen deutlich über den Toleranzangaben: Während es bei Spannung, Widerstand oder Frequenz keine besonderen Abweichungen oder Ausreißer gibt, liegt die Lautstärkemessung komplett daneben. Das Voltcraft zeigt bei normalen Geräuschen schon 55 Dezibel an, wobei ein reines Lautstärkemessgerät nur 35 Dezibel misst. Wahrscheinlich produziert das Multimeter eigene Störwellen: Je lauter die Zimmergeräusche werden, desto mehr nähern sich die Messwerte an.

In Sachen Luftfeuchtigkeit weichen die Werte lediglich 6 Prozent von den Werten des Hygrometers ab. Bei der Messung der Raumtemperatur sind die Werte sogar sehr genau.

Die üblichen Werte des Voltcraft MT-52 sind verlässlich, die zusätzlichen Funktionen wie Hygrometer und Lautstärkemessung sollte man dagegen nicht allzu genau nehmen. Ob der höhere Preis durch die Zusatzfunktionen gerechtfertigt wird, muss jeder selbst entscheiden.

Sehr genau: PeakTech 3440

Sehr genau

PeakTech 3440

Test: Peak Tech 3440
Das PeakTech gehört mit seinem farbigen TFT-Display, Bluetooth und einer App in den Profi-Bereich. Der Privatnutzer wird die vorhandenen Möglichkeiten kaum ausnutzen.

Das PeakTech 3440 wurde im Test als Referenzgerät genutzt. Es gehört in den Profi-Bereich, bietet sehr viel mehr Funktionen als die anderen getesteten Multimeter, arbeitet deutlich genauer und kostet daher auch deutlich mehr.

Zunächst erscheint das Modell nicht so viel anders als die anderen Testgeräte: Es ist ein größeres und aber auch dickeres Modell. Bei näherem Hinsehen fällt der Qualitätsunterschied aber sofort auf: Hier gibt es kein billiges Gerät aus Plastik mit glatter Gummihülle. Die Gummibeschichtung ist griffig und das Gehäuse wirkt hochwertig. Trotz des Gewichts von 426 Gramm liegt das Multimeter immer sicher in der Hand, wozu auch die eingearbeiteten Strukturen an den Seiten beitragen.

Das PeakTech wird als einziges Gerät im Test nicht mit Batterien, sondern mit einem Li-Ionen-Akku betrieben, der im Dauereinsatz acht Stunden durchhalten soll. Im Test war das Modell als Referenzgerät dauerhaft eingeschaltet, sodass die Angabe realistisch ist und bei normalem Gebrauch sicher überboten wird.

Die Messleitungen sind dicker als bei vielen anderen Geräten und äußerst robust. Zusätzlich verfügen die Stecker über einen Berührungsschutz. Die Messspitzen sind zweiteilig geschützt: Sie besitzen eine abnehmbare Hülle und auf den Spitzen zusätzliche Schutzkappen.

Das farbige TFT-Display sticht deutlich unter allen getesteten Multimetern hervor: Hier ist man nicht mehr an die Grenzen eines Standard-LCDs gebunden, sondern alles lässt sich je nach Grafik frei darstellen. Die 50.000 Pixel ermöglichen dabei einiges. Alle Messergebnisse werden als deutlich ablesbare Zahlen dargestellt und können zudem auch als Kurven angezeigt und abgespeichert werden. Über Bluetooth lassen sich die Messdaten synchron in der App anzeigen oder am PC abspeichern. So können die Messdaten nachträglich ausgewertet werden.

Die grafische Darstellung lässt sich aufgrund des internen Speichers anpassen und es lassen sich verschiedene Einstellungen vornehmen. Das Multimeter kann auch nach Verwendung eines Passwortes neu kalibriert werden. Die Toleranzangaben des Herstellers lassen sich nur in einem Messlabor überprüfen oder eichen.

Wer auf technische Spielereien steht und bereit ist, dafür mehr Geld zu investieren ist bei dem PeakTech 3440 gut bedient. Im privaten Gebrauch wird man allerdings die gebotenen Möglichkeiten kaum ausnutzen.

Was gibt es sonst noch?

Der kleine Bruder der Empfehlung von Kaiweets ist der HT113B: Es ist kleiner und bietet weniger Funktionen als das empfohlene Modell. Hier gibt es keine beleuchteten Anschlüsse und auch keine Frequenz- und Temperaturmessung. Daher kostet das Multimeter aber auch nur halb so viel und bietet trotzdem einige andere Features: So gibt es Auto-Ranging, eine Taschenlampe, kontaktlose Spannungsprüfung, sowie einen Batterie-Test, der die Spannungen von 1,5-Volt, sowie 9-Volt-Batterien unter Volllast misst. Der Bildschirm ist ausreichend groß, gleichmäßig beleuchtet und zeigt neben der vierstelligen Anzeige zudem die Symbole zur ausgewählten Messung an. Lediglich wenn man von schräg oben auf die Anzeige schaut, schwindet der Kontrast, sodass die Zahlen schlecht lesbar sind.

Das Tacklife DM01M sieht dem empfohlenen Multimeter von Kaiweets sehr ähnlich. Allerdings kann es nicht mit so vielen Funktionen aufwarten: Eine eingebaute Lampe und eine kontaktlose Spannungsprüfung sind vorhanden, allerdings gibt es keine Min/Max-Funktion und auch kein Auto-Ranging. Insgesamt wirkt das Modell etwas billiger: Der Drehschalter klackert sehr laut und das Geräusch klingt nach Plastik. Die Tasten haben keinen wirklichen Druckpunkt und der Bildschirm ist sehr einseitig beleuchtet. Die Messwerte befinden sich alle im Toleranzbereich und die Diodenmessung liefert den Spannungsabfall der Diode.

Das Crenova MS8233D ähnelt dem Tacklife sehr – sogar bis zur fehlerhaften Frequenzmessung. Allerdings ist der Funktionsumfang ein wenig anders aufgeteilt. Eine kontaktlose Spannungsprüfung ist nicht vorhanden, dafür aber die Min/Max-Funktion und das Crenova wird in einer robusten Tasche geliefert. Hier finden sich auch zwei Sets an Messleitungen: Mit den klassischen Messspitzen und einmal mit Kroko-Klemmen. Auch das Display kann überzeugen: Die Beleuchtung ist weiß, sehr hell und gleichmäßig. Lediglich der Signalton bei jedem Tastendruck und jedem Umschalten ist nervig.

Das günstigste Multimeter im Testfeld ist das AM33D von AstroAI. Den niedrigen Preis merkt man aber leider auch an einigen Punkten: Das Gefühl ist billig, die Gummihülle glatt, der Griff ist nicht gut und der klappbare Stützfuß klappert. Beim Auswählen des Messbereichs gibt diese auch spürbar nach. Positiv hervorzuheben ist die helle Beleuchtung des Bildschirms, auf dem sich die Werte gut ablesen lassen. Auto-Ranging ist nicht vorhanden, sodass der Messbereich manuell eingestellt werden muss.

Wissenswertes über Multimeter

Was ist der Nutzen eines Multimeters für Nicht-Elektroniker und Nicht-Elektriker im privaten Gebrauch? Das Gerät eignet sich beispielsweise für Bastler, die selbst eine LED-Beleuchtung bauen möchten. Oder man möchte die Steckdose prüfen, da der angeschlossene Kühlschrank nicht funktioniert. Auch im KFZ-Bereich ist ein Multimeter hilfreich: Man kann die Spannung der Autobatterie messen oder überprüfen, ob die Lichtmaschine genügend Ladestrom liefert. Mit einem Multimeter kann man also ohne großes Fachwissen viel messen und prüfen.

Analoges oder digitales Multimeter?

Analoge Messgeräte reagieren sehr schnell und die Veränderung des Messwerts kann gut am Ausschlag des Zeigers beobachtet werden. Dies kann hilfreich sein, zum Beispiel beim Prüfen der Ladespannung an der Autobatterie. Auch beim Gasgeben kann man gut beobachten, ob und wie weit der Zeiger ausschlägt und sich die Ladespannung ändert. Die Veränderung der Zahlen auf der Anzeige eines digitalen Multimeters wird schnell träge und unübersichtlich.

Der Trend geht dennoch eindeutig zum digitalen Multimeter, da die analogen Modellen auch sehr fehlerbehaftet sind. Fehler können bereits durch parallaxe Ablesefehler entstehen, wenn der Nutzer nicht gerade von oben auf den Zeiger und die Skala schaut.

Zudem funktionieren analoge Modelle mechanisch und reagieren somit empfindlich auf Magnetfelder und Stöße. Auch das Ablesen in Kombination mit dem ausgewählten Messbereich ist nicht so leicht.

Digitale Multimeter sind relativ unempfindlich gegen äußere Einflüsse und Stöße, zudem können Fehler durch falsches Ablesen gar nicht erst entstehen. Ist das Gerät zusätzlich mit der Auto-Ranging-Funktion ausgestattet, muss nur ausgewählt werden, was gemessen werden soll und das Gerät stellt den Messbereich selbstständig ein. Dadurch lassen sich in einer Einstellung sowohl 5, als auch 230 Volt messen.

Zudem können Daten einfach gespeichert werden. Schon sehr günstige Modelle verfügen über eine Minimal- und Maximal-Funktion, die sich die Spitzenwerte merkt. Die Werte lassen sich mit der Hold-Funktion messen und »halten«, wenn man beim Messen nicht auf das Display schauen kann.

Was sagen die Messkategorien CAT I bis CAT IV aus?

Die Messkategorie gibt darüber Auskunft, in welchen Bereichen das Multimeter eingesetzt werden darf. Festgelegt wird die Einstufung in den Sicherheitsbestimmungen für elektrische Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte – IEC 61010-2-030.

So soll verhindert werden, dass Überspannungen, Phasenfehler oder Kurzschlussströme zu Verletzungen des Nutzers führen. Ist dazu keine Angabe vorhanden, gilt stets die Einstufung CAT I.

CAT I Messungen an Stromkreisen, die keine direkte Verbindung zum Netz haben (Batteriebetrieb, KFZ-Bereich)
CAT II Messungen an Stromkreisen, die eine direkte Verbindung mittels Stecker mit dem Niederspannungsnetz haben (Haushaltsgeräte)
CAT III Messungen innerhalb der Gebäudeinstallation (Verteiler, fest eingebaute Geräte)
CAT IV Messungen an der Quelle der Niederspannungsinstallation (Hausanschluss, Zählerkasten)

Zusätzlich zu dieser Einteilung kann eine Maximalspannung angegeben sein. So kann es vorkommen, dass Messungen bis 600 Volt unter der Einstufung CAT IV möglich sind, unter CAT III jedoch bis zu 1.000 Volt.

Im Privatgebrauch werden solche Spannungsbereiche selten erreicht, hier wird maximal die Spannung in einer Unterverteilung bis 230 Volt gemessen. Somit ist die Angabe CAT III bis 500 Volt vollkommen ausreichend.

Was sind True-RMS-Messgeräte?

Normalerweise richten Messgeräte Wechselspannungen gleich und messen den Gleichrichtwert, der dann mit 1,11 multipliziert wird, um den Effektivwert zu berechnen. Jedoch gilt der Faktor 1,11 nur für die typische, runde Sinuskurve der Wechselspannung. Besitzt sie ein Rechteck- oder Dreiecksignal oder sind die Kurven aufgrund von Störungen fehlerhaft, stimmt dieser Faktor nicht mehr und normale Messgeräte zeigen einen abweichenden Wert an.

Heute besitzen Wechselspannungen durch die immer häufigere Verwendung von elektronischen Vorschaltgeräten, Leistungshalbleitern oder Frequenzumrichtern keine saubere Sinuskurve mehr und mit einem einfachen Messgerät sind die Messergebnisse nicht genau.

Etwas anders arbeiten True-RMS-Messgeräte: RMS steht für Root Mean Square (Effektivwert) und true RMS für den »echten Effektivwert«. Diese Geräte können die Spannung auch dann korrekt anzeigen, wenn es sich nicht um Sinuskurven handelt. Doch auch True-RMS-Messgeräte haben ihre Grenzen und sind abhängig vom eingebauten Prozessor. Passt die vorhandene Frequenz nicht zu den Fähigkeiten des Messgeräts, kommt es auch hier zu Abweichungen.

Im Privatbereich muss True RMS nicht wirklich im Vordergrund stehen: Die Abweichungen sind nicht sonderlich gros und die meisten handelsüblichen Netzteile haben eine größere Abweichung als Messfehler, die durch RMS oder True RMS verursacht werden.

So haben wir getestet

In erster Linie ging es im Test um den Gebrauch der Multimeter, die Bedienung, Handhabung und Messmöglichkeiten. Ebenso ist wichtig, wie die Messwerte abgelesen werden können und ob sie »gehalten« werden können, falls man beim Messvorgang nicht auf die Anzeige blicken kann.

Außerdem müssen die getesteten Multimeter Sicherheitsbestimmungen erfüllen und sollten mindestens die Anforderungen der Messkategorie CAT III bis 600 Volt erfüllen.

Messgeräte sollten möglichst genau arbeiten, um exakte Ergebnisse zu liefern. Daher wurden für alle Multimeter im Test die Kenndaten und mögliche Abweichungen zusammengetragen. Hierbei handelt es sich um Angaben der Hersteller. Mithilfe des Peak Tech 3440 als Referenzgerät wurde überprüft, ob sich die Multimeter in diesem Rahmen bewegen.

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