Test: 28 Akkuschrauber im Test

Akkuschrauber im Test : Schnell eingedreht

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Veröffentlicht 16.03.2020

Wenn es ein Elektrowerkzeug gibt, das in Haushalten am wahrscheinlichsten zu finden ist, ist es ein Akkuschrauber. Selbst Menschen ohne handwerkliche Ambitionen leisten die Geräte hilfreiche Dienste. Die Auswahl am Markt ist groß, und nach Vorhaben und individuellen Ansprüchen eignen sich bestimmte Modelle als andere. Wir haben 28 Maschinen getestet – die Unterschiede sind teils gravierend.

Frank Rath
Frank Rath
ist passionierter Heimwerker und Autor und testet regelmäßig Werkzeug aller Art. Er schreibt auf seinem Heimwerkerblog "Der Kellerwerker" und hat zwei Bücher über das Heimwerken veröffentlicht.

Schrauben – jeder kennt sie. Selbst absolute Laien haben schon das eine oder andere Mal Hand daran angelegt, und für Heim- wie Handwerker sind sie ohnehin alltägliche Gegenstände. Welches Werkzeug man dafür bevorzugt, ist aber ganz unterschiedlich. Für einzelne Schrauben tut es der gute, alte Schraubendreher, aber schon wenn es beim Aufbau eines Fertigmöbels mal einige mehr werden, geht die Arbeit mit einem Akkuschrauber doch viel schneller und bequemer vonstatten – selbst, wenn es nur ein kleiner ist. Und wenn es um ambitionierte Projekte geht, sind die Geräte praktisch unverzichtbar und brauchen zuweilen auch einmal mehr Power. Welches Modell geeignet ist, hängt somit maßgeblich von den eigenen Vorhaben damit ab.

Deshalb unterscheidet man bei Akkuschraubern zwischen drei grundlegenden Kategorien, die sich an der Spannung des Akkus orientieren: kleine 3,6-Volt-Modelle, mittlere 12-Volt-Schrauber und kraftvolle 18-Volt-Geräte. Jede hat ihre Vor- und Nachteile: Während die kompakten 3,6-Volt-Akkuschrauber vor allem in räumlich engen Situationen brillieren können und aufgrund ihres niedrigen Preises vor allem für Gelegenheitsnutzer interessant sind, gewinnen die großen 18-Volt-Varianten durch austauschbare Akkus und natürlich bei der Leistung. Oft reicht diese sogar zum Bohren aus – dann spricht man von Akkubohrschraubern. Der Einfachheit bleiben wir im weiteren Verlauf dieses Artikels aber beim allgemeinen Begriff »Akkuschrauber«. Unsere Empfehlungen umfassen Modelle aus jeder der drei Kategorien.

Mini-Allrounder: Hitachi DB3DL2

Mini-Allrounder

Hitachi DB3DL2

Akkuschrauber Test: Hitachi Db3dl2
Tolles Gerät, das selbst Handwerker interessieren könnte.

Zugegeben: Für den Gelegenheitsnutzer, der seinen Akkuschrauber nur alle Jubeljahre einmal braucht, eignet sich der Hitachi DB3DL2 nur bedingt, denn günstig ist er beim besten Willen nicht. Dafür ist er allerdings auch vielseitig – und so hochwertig, dass er selbst die Ansprüche erfahrener Nutzer erfüllt.

Bereits beim »Akku«-Part des Akkuschraubers hebt sich der Hitachi von seiner 3,6-Volt-Konkurrenz ab, denn im Gegensatz zu den meisten anderen Modellen dieser Klasse kann man den Energiespender hier wechseln. Zwei davon liegen dem Gerät bereits bei, aufgeladen werden sie im ebenfalls mitgelieferten Tischladegerät.

Der Griff ist rutschfest gummiert und das ganze Gerät kann in der Mitte geknickt werden, sodass zwischen Stabschrauber und dem bekannten Format mit Pistolengriff gewechselt werden darf. Das erlaubt eine exzellente Kontrolle und macht sich vor allem bei Arbeiten in räumlich beengten Umgebungen bezahlt.

Geht es ans Schrauben, trumpft der Hitachi DB3DL2 mit zwei Gängen, einer Drehmomentbegrenzung mit satten 21 Abstufungen sowie einer Bohrstufe auf. Dabei wartet er nicht nur mit einer für ein 3,6-Volt-Modell beeindruckenden Kraft auf, er schraubt auch äußerst präzise – sauberes, bündiges Einschrauben ist damit kein Problem.

Abgesehen vom erwähnten Wechselakku sucht man nennenswertes Zubehör, wie etwa ein Bitset, beim Hitachi DB3DL2 vergebens und der Preis ist dennoch alles andere als niedrig – sicherlich zu hoch für viele Zeitgenossen. Aufgrund der Leistung und der hervorragenden Handhabung können wir den 3,6-Volt-Akkuschrauber der Japaner aber dennoch wärmstens empfehlen.

Kompakter Klassiker: Bosch GSR Mx2 Drive

Kompakter Klassiker

Bosch GSR MX2 Drive

Akkuschrauber Test: Bosch Gsrmx2drive
Der Kompaktschrauber aus Boschs blauer Profi-Serie überzeugt mit hohem Drehmoment, hat aber keine Drehmomentbegrenzung.

von 36 Lesern gekauft

Die kleinen Akku-Schrauber von Bosch mit Pistolengriff gehören in Sachen Design zu den wahrscheinlich bekanntesten Vertretern ihrer Art. Beim Formfaktor bildet auch der Bosch Professional GSR Mx2 Drive keine Ausnahme: Der blaue Schrauber ist äußerst kompakt und etwas klobig.

Auch beim Mx2 Drive lässt sich der Akku entnehmen, aufgeladen wird er per mitgeliefertem Tischladegerät. Ob man auch einen Wechsel-Akku haben möchte, entscheidet man selbst – das Gerät ist wahlweise mit oder ohne erhältlich. Praktisch: Das Ladegerät kann neben den hier eingesetzten 3,6-Volt-Akkus auch 12-Volt-Akkus von Bosch aufladen, sofern Sie welche besitzen.

Der GRS Mx2 Drive hat ein Zweiganggetriebe. Anders als bei den meisten Mitbewerbern wird der Gang allerdings nicht per Schalter ausgewählt, sondern ist im Griff integriert: Halb durchgedrückt ist der zweite Gang aktiv, vollständig gedrückt der erste. Das entspricht 150 respektive 580 Umdrehungen pro Minute. Was dem Akkuschrauber allerdings fehlt, ist eine Drehmomentbegrenzung – hier hat der Hitachi die Nase vorn. Nicht ideal gelöst sind zudem die seitlichen Tasten für die Drehrichtung, die man leicht aus Versehen betätigen kann.

Wer einen kompakten und kraftvollen Akku-Schrauber für den Hausgebrauch sucht, findet im Bosch Professional GSR Mx2 Drive eine sehr gute Lösung. Profis könnten sich hingegen an der mangels Drehmomentbegrenzung niedrigen Präzision anstoßen.

Spar-Zwerg: Einhell TE-SD 3,6 Li

Spar-Zwerg

Einhell TE-SD 3,6 Li

Akkuschrauber Test: Einhell Te Sd 3,6 Li
Günstiger und mit ein paar Abstrichen, aber immer noch ausreichend.

Der Einhell TE -SD 3,6 Li ist ein sehr kostengünstiges Modell, das sich an Gelegenheitsnutzer richtet. Mit deutlich teureren Konkurrenten, wie etwa dem Hitachi DB3DL2, kann der kleine Helfer erwartungsgemäß nicht mithalten. Für Laien reicht seine Leistung aber vollkommen aus.

Wie der Hitachi lässt sich der Griff umklappen, man hat also die Wahl zwischen Pistolengriff und Stabformat. Ebenso wie der Hitachi und im Gegensatz zum Bosch-Schrauber hat er sogar eine Drehmomentbegrenzung. Diese bietet zwar nur mit sieben Stufen, ist in dieser Preisklasse aber alles andere als selbstverständlich und genügt für den angepeilten Einsatzzweck.

Der Akku kann nicht entnommen und somit nicht gewechselt werden. Sind die Energiereserven erschöpft, muss der komplette Akkuschrauber in das mitgelieferte Tischladegerät, das gleichzeitig zur Aufbewahrung des ebenfalls mitgelieferten, elfteiligen Bitsets dient – sehr praktisch für Laien, die damit auf den Kauf weiteren Zubehörs verzichten und stattdessen einfach loslegen können.

Im Praxistest stellte sich heraus, dass die Drehmomentvorwahl bei kleineren Schrauben sehr gut funktioniert, bei größeren bemerkt man allerdings keinen großartigen Unterschied mehr. Dennoch: Für den Preis bietet der Einhell TE -SD 3,6 Li einen sehr guten Gegenwert. Wer längere Arbeiten verrichten will, sollte um diesen Akkuschrauber aufgrund des Akkus einen großen Bogen machen und für Anwender mit einem hohen Anspruch an Präzision ist er auch nicht das Gelbe vom Ei – aber die sind nun mal nicht die Zielgruppe des Geräts. Für Gelegenheitsanwender ist das Gebotene jedoch mehr als ausreichend.

König der Mittelklasse: Metabo PowerMaxx BS

König der Mittelklasse

Metabo PowerMaxx BS

Akkuschrauber Test: Metabo Powermaxxbs
Schrauben und Bohren ist kein Problem für ihn – da wurden wir überrascht.

von 126 Lesern gekauft

Der Akku des Metabo Powermaxx BS ist – für diese Modellklasse üblich – wechselbar, ein Austausch-Akku liegt aber nicht bei. Um den Akku aufzuladen, braucht das beigelegte Ladegerät etwa 50 Minuten. Der Akkustand lässt sich an einer seitlich platzierten Anzeige ablesen, der Schalter für die Gangwahl liegt an der Oberseite. Zwei Gänge bietet der Akkuschrauber, einer mit 360 und einer mit satten 1.400 Umdrehungen pro Minute.

Beim Schrauben gibt der Powermaxx eine sehr ausgewogene Figur ab. Da es sich bei dem Modell um einen Akkubohrschrauber handelt, kann er aber natürlich auch Bohren und wartet dafür mit einem abnehmbaren Bohrfutter auf, das Bohrer bis zu 10 Millimetern Durchmesser aufnehmen kann. Nimmt man dieses ab, entdeckt man eine Hex-Aufnahme, die man zum Schrauben auch unbedingt benutzen sollte, denn bei der Benutzung von Bits in der Bohraufnahme schraubte sich im Test unser Bohrfutter ab.

Erwartungsgemäß für ein Modell dieser Liga verfügt der Powermaxx BS über eine Drehmomentbegrenzung, in diesem Fall mit 20 Stufen. Diese wird per Drehschalter bedient und arbeitet sehr exakt, bündiges Einschrauben fällt deshalb angenehm leicht. Auch beim Bohren zeigte er eine sehr zufriedenstellende Leistung. Erst als wir starken Druck auf den Forstnerbohrer gaben, schaltete sich das Gerät ab.

Ernsthafte Kritikpunkte konnten wir am Metabo Powermaxx BS nicht finden. Selbst der Preis geht in Ordnung, zumal die Maschine dafür auch einen seht guten Gegenwert liefert. Gerade weil sie sehr vielseitig einsetzbar ist, eignet sie sich praktisch für jeden, der einen Akkubohrschrauber aus dem mittleren Segment sucht.

Handschmeichler: Bosch Professional GSR 12V-15

Handschmeichler

Bosch GSR 12V-15

Wenn man den Bosch Professional GSR 12V-15 das erste Mal in die Hand nimmt, fällt auf, wie gut er sich darin einfügt, was durch den gummierten Griff noch stärker zur Geltung kommt – der GSR 12V-15 lässt sich wirklich sehr sicher und angenehm halten. Funktional ist er ähnlich aufgestellt wie der Metabo PowerMaxx BS und somit ein ernster Konkurrent, wenn es um eine Kaufentscheidung geht.

Im Handel findet man den GSR 12V-15 zu ähnlichen Preisen wie den Metabo, mitunter ist er auch etwas teurer. Dafür kommt er mit großzügiger Ausstattung: Das Set enthält neben dem Akkuschrauber selbst ein Tischladegerät, ein zweiter Akku, je eine Box mit Holzbohrern, Metallbohrern und Bits sowie eine Softshell-Tasche.

In der Praxis leistet sich der GSR 12V-15 keine Schwächen und schraubt und bohrt zuverlässig. In die Aufnahme passen Bohrer bis zu zehn 10 Millimetern. Nur ein Aspekt stößt etwas sauer auf: Wie auch beim kleineren Bruder GSR Mx2 Drive, sind die seitlichen Tasten für die Auswahl der Drehrichtung zu leichtgängig. Deshalb und aufgrund ihrer Lage betätigt sie man beim Arbeiten immer wieder versehentlich – das ist zwar keine Katastrophe, aber es nervt.

Bezüglich der Funktion und der Leistung liegen der Bosch Professional GSR 12V-15 und der Metabo Powermaxx BS so gut wie gleichauf. Sollten Sie aber weitere 12-Volt-Werkzeuge von Bosch besitzen oder deren Anschaffung planen, ist der Bosch aufgrund der breiteren Produktpalette des Herstellers leicht im Vorteil.

Purist: Einhell TH-CD 12-2 Li

Purist

Einhell TH-CD 12-2 li

Akkuschrauber Test: Einhell Th Cd 12 2 Li
Er tut sich etwas schwerer mit allem, ist aber gut verarbeitet und günstig zu haben.

Auch in der 12-Volt-Kategorie stammt unsere Preis-Empfehlung von Einhell. Auch der TH-CD 12-2 Li schlägt in dieselbe Kerbe wie der kleine Bruder und soll vor allem die Ansprüche von Gelegenheitsnutzer bedienen. Diese richten sich in der Regel vor allem nach dem Preis – und in diesem Punkt ist die rote Maschine praktisch unübertroffen.

Ausgeliefert wird der TH-CD 12-2 Li in einem Transportkoffer aus Kunststoff, in dem neben dem Gerät selbst auch Ladegerät Platz findet, weiteres Zubehör findet man allerdings nicht.

Trotz des niedrigen Preises ist die Leistung erstaunlich gut, besonders beim Schrauben. Dank der exakten, 19-stufigen Drehmomenteinstellung gelingen selbst Serienschraubungen sehr einfach. Leider hat Einhell bei einer LED-Beleuchtung gespart, die sonst bei fast allen Geräten zum Standard gehört. Bei schlechten Lichtverhältnissen stellt das einen klaren Nachteil dar.

Die Maschine erreicht Geschwindigkeiten zwischen 350 und 1.300 Umdrehungen pro Minute, ihr Motor hat aber merklich weniger Drehmoment als die Gegenstücke der teureren Konkurrenz, was zu einem frühen Abschalten beim Bohren führt. Für mehr als leichte Bohrarbeiten eignet sich der TH-CD 12-2 Li deshalb nicht.

Im Vergleich zur sonstigen Billig-Konkurrenz auf dem Markt steht der Akkuschrauber regelrecht golden da, den hohen Ansprüchen von Profis kann er allerdings nicht genügen – doch das ist auch gar nicht seine Absicht. Wer wirklich nur schrauben und nicht bohren will, erhält mit dem Einhell TH-CD 12-2 Li ein gutes Gerät mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis, das mit guter Verarbeitung und Präzision, aber nicht gerade durch Kraft überzeugt.

Kraftprotz: Makita DDF482RFEB

Kraftprotz

Makita DDF482RFEB

Akkuschrauber Test: Makita Ddf482rfeb
Der Kraftprotz aller getesteten Geräte – hier holen Sie sich ein Monster ins Haus. Das hat jedoch seinen Preis.

Der Makita DDF482 RFEB ist ein 18-Volt-Modell und als solches entsprechend kraftvoller, aber auch größer als die bis hierhin behandelten Maschinen. Für Gelegenheitsschrauber zu überdimensioniert, sind sie viel mehr die geeigneten Hilfsmittel für längere und häufigere Einsätze – das gilt besonders für den Makita, der im Test gleich mehrere Bestleistungen erzielen konnte.

Geliefert wird die Maschine in einem Transportkoffer, zusammen mit zwei Akkus und einem Ladegerät. Letzteres ist außergewöhnlich leistungsstark, sodass es einen Akku binnen 20 Minuten vollständig auflädt – mit Abstand am schnellsten unter allen getesteten Modellen.

Die Serie an Superlativen, die wir der Makita-Maschine entlocken konnten, ist damit aber noch zu Ende, denn auch beim Schrauben machte sie eine hervorragende Figur: Als einziges Modell im Test schaffte sie sogar die große 10 x 180 Millimeter-Schraube vollständig ins Holz zu treiben. Beim Bohren leistete sich der DDF482RFEB ebenfalls keine Schwächen und arbeitete souverän sowohl mit dem Forstnerbohrer als auch mit dem Metallbohrer.

Sowohl anhand der Funktion als auch aufgrund der hochwertigen Verarbeitung mit metallenem Planetengetriebe und dem Schmutz- und Spritzwasserschutz wird schnell klar, dass sich Makita mit dem DDF482RFEB an Profis wendet. Allerdings gilt das Auch für den preis, denn der Akkuschrauber ist nicht billig. Für ambitionierte Nutzer, die für ihre Vorhaben starke Leistung und eine lange Laufzeit benötigen, ist er aber die erste Wahl.

Umfangreich ausgestattet: Bosch GSR18-2-Li Plus

Umfangreich ausgestattet

Bosch GSR18-2-Li Plus

Test besten Akkuschrauber: Bosch GSR18-2-LI Plus
Der Profi von Bosch hat viel zu bieten und ist auch preislich attraktiv.

Der größte Konkurrent für den Makita DDF482RFEB kommt wieder einmal von Bosch und hört auf den Modellnamen GSR18-2-Li Plus.

Der Akkuschrauber kommt in einer Sortimo L-Box, zusammen mit einem 24-teiligen Bit-Set, einem magnetischen Bit-Halter, jeweils sieben Bohrern für Holz und Metall sowie zwei Akkus und einem Ladegerät.

Dank des gummierten, schlanken Griffs liegt das Gerät gut in der Hand. Ein kleiner Wermutstropfen ist allerdings, dass die eingebaute LED-Arbeitsleuchte keine Nachleuchtfunktion besitzt.

Beim Bohren konnte die blaue 18-Volt-Maschine besonders mit ihrer Drehmomenteinstellung punkten, die ein exaktes Einschrauben fast aller unserer Schrauben ermöglichte. Lediglich die große 10 x 180 Millimeter-Schraube war ihr zu viel und sie schaltete sich bei ca. 80 Prozent der Einschraubtiefe ab – allerdings war kein Akkuschrauber im Test mit Ausnahme des Makita DDF482RFEB in der Lage, diese Schraube vollständig zu versenken.

Unverständlich ist für uns jedoch, dass der Bosch Professional GSR18-2-Li Plus aufgrund seines unterdimensionierten Ladegeräts massig Potenzial verschenkt. Denn während die Maschine mit Staub- und Spritzwasserschutz sowie ihrer robusten Verarbeitung einen professionellen Anspruch erhebt, werden die Akkus für lange Arbeitseinsätze deutlich zu langsam aufgeladen – schade!

Noch mehr als schon bei den 12-Volt-Geräten stellt sich bei der Kaufentscheidung deshalb die Frage , ob man bereits andere Werkzeuge der Marke besitzt, da die Akkus zwischen den Geräten austauschbar sind. Wenn ja, kann sich ein Blick auf den Bosch-Schrauber lohnen, denn er ist durchaus überdurchschnittlich gut. Sofern die Akku-Frage keine tragende Rolle spielt, raten wir hingegen zum Konkurrenten von Makita.

Günstiger Riese: Einhell TE-CD 18 Li

Günstiger Riese

Einhell TE-CD 18 Li

Test besten Akkuschrauber: Einhell TE-CD 18 Li
Ein solider Akkuschrauber mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis.

Möchte man ein 18-Volt-Gerät, liegen die Preise deutlich höher als die anderer Leistungsklassen. Der Einhell TE-CD 18 Li nimmt sich diesem Problem an und hat einen preiswerten, großen Akkuschrauber im Programm, der die Markenkonkurrenz in Sachen Kosten weit unterbietet.

Wie üblich, liefert Einhell die Maschine im Transportkoffer aus, außerdem liegen ein Ladegerät und ein Akku aus der X-Change-Reihe bei – ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn man noch weitere Werkzeuge des Herstellers besitzt, denn so ist Kompatibilität gewährleistet.

Äußerlich bietet der TE-CD 18 Li keine außergewöhnlichen Überraschungen. Die Grifffläche ist gummiert, oben befindet sich der Schalter für die Gangauswahl. Die Drehzahl liegt bei 320 bzw. 1.350 Umdrehungen pro Minute. Das Drehmoment kann in 23 Stufen eingestellt werden, außerdem steht eine Bohrstufe bereit.

Das Schrauben kleiner Schrauben ging problemlos vonstatten, auch an Präzision mangelte es nicht. Anders sah es bei größeren Schrauben aus: Mit unserer 10 x 180 Millimeter-Schraube kamen wir nur bis circa 70 Prozent der Einschraubtiefe, bevor sich die Maschine abschaltete. Die Ergebnisse beim Bohren waren ähnlich: In Stahl bohrte der TE-CD 18 Li problemlos, unser Forstnerbohrer war ihm allerdings zu viel.

Wie schon bei den anderen getesteten Einhell-Geräten gilt daher: Profis und ambitionierten Heimwerker wird der Einhell TE-CD 18 Li nicht zufriedenstellen. Preisbewusste Gelegenheitsschrauber können hingegen zugreifen.

Wissenswertes über Akku-Schrauber

Profis und erfahrene Heimwerker wissen schon Bescheid, aber gerade Laien können angesichts der vielen Angaben zu Elektrowerkzeug schnell überfordert sein. Doch keine Sorge: So kompliziert, wie es zunächst wirken mag, ist es nicht. Vor einer Kaufentscheidung ist es in jedem Fall ratsam, die Bedeutungen einiger zentraler Begriffe zu verstehen.

Drehzahl:

Diesen Begriff dürften die Meisten verstehen. Er beschreibt die Anzahl voller Umdrehungen, die ein Motor und somit der davon angetriebene Bohrer bzw. das Schraub-Bit erreichen kann. Sie wird üblicherweise in Umdrehungen pro Minute gemessen.

Drehmoment:

Das Drehmoment bezeichnet die Kraft, die beim Drehen freigesetzt wird. Sie wird in Newtonmeter gemessen und zeigt an, wie stark ein Akkuschrauber ist. Bei straff sitzenden oder breiteren Schrauben und beim Bohren benötigt man ein höheres Drehmoment als beispielsweise bei kleineren Schraubarbeiten in weichen Materialien, wie Holz.

Schraubfall:

Man unterscheidet zwischen hartem und weichem Schraubfall. Er beschreibt das Verhalten zwischen Schraube und unterschiedlichen Materialien. Ein harter Schraubfall liegt vor, wenn die Schraube beim Eindrehen ruckartig stoppt, wenn der Schraubkopf das Material erreicht. Typischerweise wird in diesem Moment auch das höchstmögliche Drehmoment erreicht und die Schraube dreht sich nicht mehr weiter. Sehr starke Akkuschrauber mit einem hohen Drehmoment laufen dann hingegen Gefahr, die Schraube am Kopf abzubrechen. Mit zu schwachen Maschinen läuft man hingegen Gefahr, die Schraube nicht weit genug ins Material treiben zu können.

Ein weicher Schraubfall bezeichnet dementsprechend den gegenteiligen Fall: Die Schraube dreht sich weiter, bis sie sich langsam dem maximalen Drehmoment nähert. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, denn ein zu hohes Drehmoment kann schnell dafür sorgen, dass die Schraube zu weit eingedreht wird und das Material zum Bersten bringt. Gerade in Holz können so Spalten entstehen, die das Werkstück ruinieren.

Was gibt es sonst noch?

Wir haben noch eine ganze Reihe weiterer Akkuschrauber getestet, die aber allesamt in irgendeinem Bereich zurückstanden. In der 3,6-Volt-Klasse mangelte es meist an einer Drehmomentbegrenzung, besonders bei günstigen Modellen. Beispiele hierfür finden sich im Makita DF001DW, dem Bosch Ixo und dem Tacklife SDP51DC. An anderer Stelle gab es zwar eine Drehmomentbegrenzung, diese war aber nicht immer fein genug. Das trifft unter anderem auf den Black+Decker BDCDD12 und den Ryobi RCD18022L zu.

Bei anderen Modellen waren wir mit der Verarbeitung unzufrieden, so etwa beim Black+Decker CS3652LC.

Wieder anderen der getesteten Akkuschraubern wurde ihre niedrige Leistung zum Verhängnis. Für die kleinen 3,6-Volt-Modelle spielt das keine tragende Rolle, wohl aber bei den mittleren und großen Kalibern. Hierzu zählen der Makita DF331DY1J, der Tacklife PCD01B und der Bosch EasyDrill 12-2.

Darüber hinaus gab es auch noch einige Maschinen, die uns zwar an sich gut gefallen haben, ihre hohen Preise damit aber trotzdem nicht rechtfertigen können, wie beim Bosch PSR 18 Li-2, dem AEG BS12C2 li-202c, dem AEG BS18C2X und dem Dewalt DCD710D2 geschehen.

So haben wir getestet

Wir haben für alle drei Leistungsklassen sowohl günstige als auch kostspieligere Modelle ausgewählt. Neben Verarbeitung, Ausstattung und Zubehör interessierten uns in erster Linie die Handhabung und natürlich, wie sich die Maschinen im Praxistest bewähren. Diesen haben wir unterteilt in die Disziplinen Schrauben und Bohren.

Zum Überprüfen der Schraubfähigkeiten haben wir neun Schrauben verschiedener Sorten und Größen in einen Holzbalken geschraubt. Um die Geräte ordentlich zu fordern, haben wir dabei auf eine Vorbohrung verzichtet – sicherlich nichts, was man bei üblichen Arbeiten tatsächlich tun würde, es lieferte als Stresstest aber gute Eindrücke, besonders in Hinsicht auf die Angaben der Hersteller und deren Wahrheitsgehalt. Relevante Kriterien waren dabei neben den bereits erwähnten Laufruhe, Kraft und Präzision. Gebohrt haben wir in Holz und Metall.

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