Akku-Stichsäge Test: Akku Stichsaegen

Akku-Stichsäge-Test : Kabellos Sägen – ein Segen

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Veröffentlicht 22.03.2019

Zum Repertoire eines jeden Hobby-Handwerkers oder Profis gehört eine Stichsäge, denn gesägt werden, muss schließlich immer wieder etwas. Wen dabei das Kabel stört, der sollte über eine Akku-Version nachdenken, die haben wir für euch getestet.

Marc Hüffer
Marc Hüffer
ist Produktdesigner und Ladenausstatter und arbeitet ständig mit Werkzeug aller Art. Er testet regelmäßig Profi- und Heimwerker­-Tools.

Kabel sind heutzutage nirgendwo mehr gerne gesehen, das gilt auch fürs Heimwerken oder auf der Montage. Stolperfallen, Wackelkontakte oder im Worst-Case-Szenario ein zerschnittenes Kabel gehören dank Akku-Technik der Vergangenheit an. Die Akku-betriebenen Geräte stehen den Kabel-gebundenen Geräten in Sachen Leistung und Power in nichts nach.

Preislich sieht das Ganze deutlich anders aus. Die Akku-Stichsägen sind teurer, als ihre kabelgebundenen Verwandten. Das liegt daran, dass bei den Geräten weder Akkus, noch das passende Ladegerät im Lieferumfang inbegriffen sind. Wer allerdings seiner Lieblingsfirma auch bei der Akku-Stichsäge treu bleibt, der hat vielleicht auch schon den ein oder anderen Akku zuhause.

Bei den getesteten Geräten gab es ebenfalls große Preis- und Qualitäts-Unterschiede. Hierbei muss man sich fragen, wie oft das Gerät zum Einsatz kommt und welche Ansprüche für die Schnittleistung gelten sollen. Wer hier und da mal ein paar Schnitte im Jahr tätigt, dem reicht ein günstiges Gerät aus, die Profi-Geräte dagegen können auch mal das vierfache kosten. Man sollte sich auch bewusst sein, dass das Gewicht von Akku-Geräten deutlich höher ist, was beim feinen Handling beim Sägen eigentlich kein Pluspunkt ist.

Alleskönner: Bosch GST 18V-Li B

Alleskönner

Bosch GST 18 V-Li B

Test Akku-Stichsäge: Bosch GST 18V-Li
Die Bosch GST 18V-Li aus der blauen Reihe ist grundsolide, schneidet präzise und liegt hervorragend in der Hand.

Die Bosch GST 18V-Li B ist vor allem für diejenigen eine sinnvolle Anschaffung, die bereits das ein oder andere Akku-Gerät von Bosch besitzen, denn ein Akku liegt dem Gerät nicht bei. Leicht ist die Maschine nicht, aber durch ihre kompakten Bauweise und dem gut gesetzten Schwerpunkt, liegt sie gut in der Hand. Es gibt einen Sicherheitsschalter und man kann den Pendelhub dreistufig einstellen. Wer einen Staubsauger anschließen möchte, der muss zusätzlich einen Absaugstutzen erwerben, ob man den wirklich benötigt, ist Geschmackssache, vor allem wenn man den Vorteil nicht Kabel-gebunden zu sein, nutzen möchte.

Das Sägeblatt wird über das SDS-System von Bosch einfach und schnell eingesteckt, die Aufnahme ist sehr gut zugänglich. Auch dabei ist eine LED-Leuchte oberhalb des Sägeblattes und ein Inbus-Schlüssel, der hinten im Gehäuse der Maschine verstaut wird und dazu dient den Auflagetisch zu verstellen. Wie schnell sich das Sägeblatt bewegt, reguliert man stufenlos über den Druckschalter, ein bisschen wie bei einem Gaspedal.

Bei unserem ersten Schnitt fallen sofort ein paar positive Dinge auf: die Übersicht ist wirklich gut, man sieht genau wo das Sägeblatt eintaucht. Außerdem arbeitet der Motor sehr gleichmäßig und mit guter Power, dabei sind keinerlei Vibrationen zu spüren. Das macht das Arbeiten wirklich sehr angenehm.

Die Säge-Ergebnisse fallen entsprechend gut aus, sie sind stets im Lot und die Schnittkante bleibt glatt und franst fast nie aus. Die Säge besticht durch eine gute Präzision und man kann sie nahezu in jedem Moment gut kontrollieren. Lediglich beim Sägen von Kurven, ist sie ein klein wenig abgeglitten, was man ihr aber nicht übel nehmen kann. Auch wenn man den Pendelhub einschaltet, muss man sich um das Schnittbild keine Sorgen machen.

Zu unserem Test gehört auch ein Gehrungsschnitt, bei dem die Bosch GST 18V-Li B zwar immer noch besser abschnitt als die meisten anderen Testgeräte, aber dennoch können wir mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden sein. Die Schnittlinie konnte nicht perfekt gehalten werden und der Auflagetisch ist für solche Arbeiten nicht breit genug. Beim Sägen unseres Stahlrohrs konnte sie dagegen wieder komplett überzeugen.

Das Gerät hat eine sehr gute Gesamtleistung gezeigt und liegt sehr gut in der Hand. Die blaue Linie von Bosch ist nicht gerade bekannt für günstige Preise, aber sie hebt sich in der Qualität eindeutig von den günstigen Geräten ab und liegt auch bei den Profi-Geräten ganz weit vorne.

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Schwergewicht: Metabo STA 18LTX 140

Schwergewicht

Metabo STA 18 LTX 140

Test Akku-Stichsäge: Metabo STA 18 LTX 140
Die Maschine bietet eine sehr gute Führung und liefert tadellose Schnittergebnisse, ist aber sehr groß und schwer.

Metabo STA 18 LTX 140 kommt in der sogenannten Stab-Form, für kleine Hände ist sie allerdings nichts und ähnelt eher einem massiven Baumstamm und nicht einem Stab. Nichtsdestotrotz ist das schwere Gerät gut ausbalanciert, aber freiwillig trägt man das Gerät nicht gerne auf Montage umher, man würde sich allerdings das Geld für das Fitnessstudio sparen.

Auch für dieses Gerät muss man Akku und Ladegerät extra erwerben, Letzteres kommt mit Luftkühlung und arbeitet extrem laut. Bei der Maschine ist eine flexibel drehbare Absaugvorrichtung montiert, außerdem kann man die Drehzahl über ein Rad regulieren. Gut gefällt uns, dass man zum Wechseln des Sägeblatts und dem Neigen des Auflagetisches kein Werkzeug benötigt.

In unserem Test hat die Power des Geräts uns ins Staunen versetzt, eine Unachtsamkeit im Testaufbau hat dazu geführt, dass nicht nur eine Multiplex-Platte, sondern auch der massive Holzblock, der nur zur Befestigung dienen sollte, gesägt wurden. Die Metabo STA 18 LTX 140 hat das aber so locker gemacht, dass uns das erst danach auffiel. Insgesamt waren die Schnitte fast immer im Lot und auch Kurven meistert das Gerät mit Bravour. Hinzu kommt das die Schnittkante sehr sauber war. Allerdings liegen die Schnittergebnisse ein wenig hinter denen der Bosch GST 18V-Li B.

Das gilt jedoch nicht für den Gehrungsschnitt, da konnte ihr kein anderes Gerät das Wasser reichen. Dabei lief sie trotz großer Kraft sehr ruhig, die Markierungslinie war ständig gut sichtbar und das Sägeblatt tauchte exakt und präzise ein. Der breite Auflagetisch sorgte außerdem für Stabilität.

Im direkten Vergleich mit den anderen Geräten ist uns aufgefallen, dass das Gehäuse bei hoher Belastung ganz wenig nachgibt. Das wird ohne Vergleichsgeräte nicht bemerkbar sein, aber da wir diese hatten, war es eben doch eindeutig spürbar.

Die Metabo STA 18 LTX 140 ist eine Profi-Maschine, die tolle Schnittergebnisse und vor allem beim Gehrungsschnitt ein hervorragendes Resultat abgeliefert hat. Allerdings ist sie nichts für schwache Arme, das hohe Gewicht macht sie etwas unhandlich und langes Arbeiten macht so keine Freude. Wer der Maschine in Sachen Kraft in nichts nach steht, den wird das nicht weiter stören.

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Hobby-Gerät: Einhell TE-JS 18Li

Hobby-Gerät

Einhell TE-JS 18 Li

Test Akku-Stichsäge: Einhell TE-JS 18 Li
Wer nur ab und zu sägt, bekommt bei Einhell eine gute Stichsäge für einen sagenhaften Preis.

Die Einhell TE-JS 18 Li ist mit knapp 50 Euro ein sehr günstiges Gerät, aber auch hierfür muss man extra einen Akku besorgen. Der Preis macht deutlich, dass sie sich an Hobby-Handwerker wendet, die nicht allzu viel Geld ausgeben möchten, da das Gerät nicht so häufig zum Einsatz kommt. Am Gerät befindet sich ein Absaugstutzen und oberhalb des Sägeblatts eine Leuchte. Standardmäßig lässt sich der Pendelhub in drei Einstellungen abstufen, die Drehzahl lässt sich auch hier nicht einstellen und ist nur über den Abzug regelbar.

Sägeblätter lassen sich ohne Werkzeug wechseln und auch der Auflagetisch ist werkzeugfrei einstellbar. Jedoch fällt uns auf, dass dieser deutlich schmaler ist, als bei den teureren Konkurrenten, man könnte meinen, dass sich das negativ auf die Stabilität auswirkt, was wir allerdings nicht bestätigen können.

Den Unterschied zu den Profi-Geräten merkt man beim Sägen schnell. Man muss viel mehr eigene Kraft aufwenden, was das Arbeiten um einiges anstrengender macht und auch die Schnittkanten sind viel unregelmäßiger. Wenn man den Pendelhub einstellt, läuft die Einhell TE-JS 18 Li zwar leichter und flüssiger, aber die Schnitte werden noch ungenauer. Insgesamt konnte sie aber alle Tests bewältigen, ohne je an ihre Grenzen zu kommen. Sogar den Gehrungsschnitt hat sie relativ gut hinbekommen, auch wenn man sich sehr konzentrieren musste, da die Schnittlinie nicht besonders gut zu sehen war. Der Metall-Schnitt war etwas schwieriger zu bewältigen, da ja die Drehzahl nur über den Abzug geregelt wird und man so erst einmal ertasten muss, wie viel Power notwendig ist, um durchzukommen. Das Endergebnis war dennoch in Ordnung.

Man darf nicht den Fehler machen, die Schnittleistungen mit denen der Profi-Geräte zu vergleichen, ohne den immensen Preisunterschied im Hinterkopf zu behalten, denn zwischen beiden liegen Welten. Man kann mit dem Gerät keine Wunder vollbringen, aber sie leistet dem Heimwerker gute Dienste und ist für uns besser als die Konkurrenten ihrer Preisklasse. Die Einhell TE-JS 18 Li ist gut ausgestattet und erlaubt sich keine Ausfälle oder auffällige Fehler, mehr sollte man aber bei diesem Preis nicht erwarten.

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Was gibt es sonst noch?

Die Bosch PST 18 Li stammt aus der grünen Produktlinie von Bosch, die sich bei Hobby-Handwerkern großer Beliebtheit erfreut und aus keinem Baumarkt wegzudenken ist. Wie bei der großen blauen Schwester gibt es keinen extra Regler für die Drehzahl. Der Auflagetisch ist um einiges schmaler und nur mit einer kleinen Schraube fixiert. Das Gerät befindet sich in derselben Liga wie die Einhell TE-JS 18 Li ist allerdings ein wenig teurer. Wer jedoch schon andere grüne Akku-Geräte von Bosch in der Garage hat, der macht mit dem Gerät nichts falsch. Kleinere Schnittarbeiten erledigt sie locker und gekonnt, bei dickeren Platten muss man darauf achten, dass sie nicht wegschwimmt und beim Gehrungsschnitt war es nicht möglich präzise zu sägen. Im Großen und Ganzen arbeitet die Bosch PST 18 Li solide und schafft Probleme aus dem Weg, ohne sich dabei grobe Schnitzer zu erlauben, wer allerdings auf hohe Präzision wert legt, der muss auf ein Profi-Gerät zurückgreifen und mehr investieren.

Die Makita DJV181Z  hat uns ziemlich enttäuscht und konnte den hohen Qualitätsstandard, den man von Makita kennt, nicht bestätigen. Preislich ist das Gerät hoch angesetzt und gehört somit in die Profi-Liga, aber die gezeigte Leistung war enttäuschend. Einzig der Motor verdient Lob, da er trotz hoher Kraft vibrationsarm und flüssig läuft. Negativ ist vor allem die mangelnde Präzision der Maschine, immer wieder gleitet sie weg und man kann der Schnittlinie nicht sauber folgen. Der Fehler liegt an der schlechten Verarbeitung der Führung, die das Sägeblatt hält, beziehungsweise eben nicht hält. Hinzu kommt auch eine schlechte Handhabung des Geräts, es liegt schwer und schlecht in der Hand, außerdem sind die Knöpfe nicht gut zu erreichen und der Sicherheitsknopf somit eigentlich unbrauchbar. Einzig der Motor entspricht dem gewohnten Makita-Standard, aber das nützt nichts, wenn sie in den anderen Bereichen so schlecht abschneidet und das bei so einem hohen Preis.

Die Ryobi R18JS-0 macht einige Sachen wirklich gut, dafür aber auch einige Sachen wirklich schlecht und richtig günstig ist das Gerät auch nicht. Positiv ist zu nennen, dass man immer sehr gut sehen kann, wo man gerade sägt, dafür sorgt auch die LED-Leuchte. Überzeugt hat uns der Drehzahlregler, der auch während man sägt, gut zu erreichen und zu betätigen ist. Power hat das Gerät auch genug. Die negative Liste ist jedoch genauso lang und für die meisten vermutlich ausschlaggebend. Die Maschine sägt sehr ungenau, was man bei geraden Schnitten noch verzeihen kann, ist bei kurvigen Schnitten nicht akzeptabel. Außerdem ist der Pendelhub unbrauchbar, ist er eingeschaltet, werden die Schnitte noch ungenauer und die Ränder sehr stark ausgefranst. Völlig unbrauchbar ist auch die integrierte Absauge, die schlicht nicht funktioniert.

Alle von uns getesteten Geräte kommen generell ohne Akku, hin und wieder gibt es aber auch Set-Angebote, dabei sollte man auf die Akku-Kapazität achten, also auf die angegebenen Amperestunden (Ah). Die Akkus können oft genauso teuer sein, wie die Geräte selbst, deshalb ergibt eine Anschaffung eigentlich nur Sinn, wenn man sie auch für andere Akku-Geräte benutzt, die müssen dann selbstverständlich von dem gleichen Hersteller sein. Ein einzelner Akku nützt auch nicht besonders viel, da ein gleichzeitiges Laden und Nutzen der Geräte nicht möglich ist, zwei Akkus plus das Gerät ergeben schnell eine stolze Summe.

Aus diesem Grund sollte man sowieso überlegen, ob man die vermeintliche Flexibilität überhaupt nutzt. Wer die Maschine hauptsächlich in der Werkstatt verwendet und auch meistens einen Sauger anschließen möchte, der kann auch gleich zu einem Kabel-Gerät greifen, bei dem man deutlich günstiger wegkommt. Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Akku-Geräte ein deutlich höheres Gewicht haben, was beim Sägen nicht unbedingt von Vorteil ist.

So haben wir getestet

Wir haben mit allen Geräten die gleichen Tests gemacht. Gerade Schnitte wurden mit und ohne Pendelhub in verschiedenen Materialien durchgeführt, unter anderem in eine vier Zentimeter Buchenholz-Platte. Anspruchsvoller wurde es, als wir eine doppelte Kurve aus einer 19 Millimeter Multiplex-Platte und einen Gehrungsschnitt aus einer 19 Millimeter Siebdruck-Platte gesägt haben. Außerdem haben wir ein Abflussrohr aus Edelstahl mit einer Wandstärke von 1,5 Millimetern durch gesägt. Alle Geräte habe ein neues Holz-, sowie ein Metall-Sägeblatt derselben Firma erhalten, damit die Testergebnisse besser vergleichbar sind.

Bei den Schnitt-Ergebnissen kam es uns darauf an, ob und wie sehr die Schnittkante ausgerissen war und ob der Schnitt gleichmäßig im 90 Grad Winkel zur Oberkante war. Was die Maschinen angeht, waren wichtige Parameter, Gewicht, Handhabung, Verarbeitung, Stabilität, sowie ein komfortabler Sägeblatt-Wechsel. Beim Sägen selbst wurde darauf geachtet, wie gut man die Schnittlinie sehen kann, wie linientreu die Geräte sind und wie viel eigene Kraft man aufwenden muss.

Die Akku-Leistung wurde nicht beachtet, da die Geräte ohne Akku kommen und sie mit unterschiedlichen Kapazitäten zu kaufen sind. Darüber hinaus hängt die Leistung des Akkus stark vom zu sägendem Objekt und seiner Stärke ab. Deshalb sehen wir die Laufzeit des Akkus nicht als entscheidendes Kaufkriterium und messen ihm auch keine besondere Aussagekraft bei.

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