Gegen hartnäckigen Schmutz Test: Hochdruckreiniger Aufmacher

Hochdruckreiniger im Test : Gegen hartnäckigen Schmutz

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Veröffentlicht 16.03.2020

Hartnäckiger Schmutz am Haus oder auf dem Grundstück lässt sich nicht so leicht entfernen, es sei denn, man hat einen Hochdruckreiniger. Wir haben 15 Geräte getestet, von denen man die günstigsten schon ab 50 Euro bekommt.

Sebastian Jentsch
Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Ein kraftvoller Wasserstrahl ist einiges wert, wenn man das Auto oder das Dach saubermachen möchte, vor allem dann, wenn das Grundstück mal wieder gründlich gereinigt werden soll. Hochdruckreiniger gibt es inzwischen schon recht günstig und sie eignen sich für die verschiedensten Einsätze im Freien.

Wir haben uns einige Geräte angesehen und können für verschiedene Anforderungen welche empfehlen. Außerdem verraten wir im Test, wo man Hochdruckreiniger überall einsetzen kann und wie viel Schmutz sie wirklich entfernen.

Spezialist für Reinigungsmittel: Kärcher K3 Full Control

Von Kärcher gibt es den Kärcher K3 Full Control oder alternativ mit Flächenreiniger als Kärcher K3 Full Control Home. Seine Leistung kann sich sehen lassen, er eignet sich für fast alles in Garten und Haus. Preislich ist er auch in Ordnung und er kann auch mit Reinigungsmitteln benutzt werden. Was will man mehr?

Spezialist für Reinigungsmittel

Kärcher K3 Full Control

Test Hochdruckreiniger: Kärcher K3 Full Control
Kraftvoll für kleine Flächen, Spezialist für den Einsatz von Reinigungsmitteln.

Der Kärcher K3 wiegt etwa sieben Kilo, 6,6 sind es um genau zu sein ohne das Zubehör. Die Verarbeitung ist gut, zumindest für einen Hochdruckreiniger für den Hausgebrauch. Mit Profi-Geräten kann er freilich nicht mithalten. Das sieht man auch daran, dass die Wasseranschlüsse für Haus- oder Gartenwasser und den Druckschlauch aus Kunststoff sind. Da an Wasser- und Druckschlauch gerne mal gezerrt wird, kann der Anschluss hier brechen. Da heißt es aufpassen – oder man muss zu einem teureren Gerät greifen.

Geworben wird mit »Full Control Power Gun« mit einer Druckstufenanzeige, das ist aber einfach nur die Vario-Düse, die findet man auch bei Bosch oder Einhell. Kärcher nennt sie aber »Vario Power Jet«, damit kann man am Strahlrohr den Druck verstellen, alle anderen können das aber auch.

Bei der Pistole gibt es noch eine analoge Druckstufenanzeige, das ist aber passiv, angezeigt wird hier in etwa zwischen Hard und Soft, welcher Druck vorliegt.

Kärcher K 3: mechanische Druckanzeige am Griff
Hier gibt es eine mechanische Druckanzeige.

Nur beim Kärcher K5 und K7 gibt es mit Plus- und Minus-Tasten eine richtig Druckregulierung. Die Pistole heißt dann »Full Control Plus Power Gun«.

Mit dabei ist noch ein Dreckfräser als Düse, hier kann man den Druck aber nicht verändern.

Der Tank ist integriert, jedoch abnehmbar, hier kann man auch Reinigungsmittel einfüllen, die man entweder gekauft oder selbstgemacht hat. Jedoch kann das Mittel nur im Soft-Modus eingesaugt werden, denn es soll mit der Waschbürste oder Schaumdüse langsam aufgetragen werden. So wird auch kein Mittel verschwendet, wie es bei anderen Geräten ist, die trotz Reinigungsmittel mit vollem Druck arbeiten und den Behälter so schnell leeren.

Das Gerät im Test

An Anleitung ist gut bebildert, so geht das Ingangsetzen des Geräts schnell und man muss nicht so viel lesen. Wir haben am Test-Haus damit schmutzige Fensterläden von Vogelkot, Spritzwasser und Flechten befreit und Tropfkanten mit Grünspan und Fenstereinfassungen saubergemacht. All das hatte lackiertes Holz. Der Wasserdruck war dank Vario-Düse gut, Flechten und Grünspan konnten so schnell entfernt werden, vor allem der harte Strahl eignete sich für die verwinkelten Ecken der Fensterläden.

Bei den Tropfkanten spart man sich mit dem Hochdruckreiniger aber keine Zeit, Seifenlauge und eine härtere Bürste tun es auch, damit ist man sogar schneller. Denn direkt auf die Dämmung  und die Wand sollte man nicht spritzen, so ging es nur langsam und genaues Zielen war angesagt.

Bei den Fensterläden ist teils der Lack abgeplatzt, ohne härtesten Strahl hätten wir aber den Schmutz nicht abbekommen.

Auto-Reinigung

Hier haben wir den Reinigungsmitteltank benutzt, nur in Soft wird aus dem Tank Flüssigkeit gepumpt, denn Schaum und Seifenlauge sollen einwirken, zunächst reinige man mit dem Gerät grob, dann wird die Reinigungsflüssigkeit verteilt und mit dem Schwamm dann per Hand geputzt.

Aber Fahrzeuge sind sogar für die besten Geräte harte Gegner, denn eingetrocknete Fliegen an Motorhaube oder Außenspiegel haben wir auch nicht mit einer Dreckfräse wegbekommen. Modelle, die 130 oder 145 bar bieten, können das aber.

Für den Test hatten wir einen Ölfilm aufgetragen, den hat aber keines der Testgeräte geschafft, Seifenlauge mit Schwamm und Büste bringen da mehr.

Auch das gibt es aber von Kärcher, etwa die Kärcher 2.640-590 Soft-Waschbürste oder eine rotierende Waschbürste WB 100, die nutzt man jeweils zusammen mit Reinigungsmittel.

Dach-Reinigung

Wir haben versucht, ein Dach mit Beton-Dachsteinen zu reinigen, das wurde vor fünf Jahren gebaut und dazwischen nie saubergemacht. Der Neigungswinkel beträgt 45 Grad, dennoch gibt es viel Moos an den Stein-Kanten und weiße Flechten auf ebenen Bereichen.

Die Dreckfräse hilft hier gut, die Beläge werden gelöst. Das dauert aber, denn man muss nah heran und langsam arbeiten, sonst klappt es nicht.

Die Flächenleistung wird mit 25 Quadratmetern in der Stunde angegeben, das dauert mit diesem Gerät also beim ganzen Dach, denn wir hatten eine Fläche von 154 Quadratmetern. Dafür empfehlen wir stärkere Geräte wie den K5 oder viel Zeit.

Unser Gehweg ist mit offenporigem Betonstein gepflastert, dafür kann man etwa den Flächenreiniger T 350 nutzen, nutzen, das ist eine Art »Teller« mit Düsen, die rotieren, den schiebt man über den Weg und Belag und Grünspan werden entfernt, allerdings bleiben Grasbüschel und Moos zurück bei den Fugen, dafür ist dann eine Vario-Jet-Düse richtig.

Wie wird er gewartet?

All unsere Testgeräte sind wartungsfrei, dennoch kann es zu Verschleiß kommen, vor allem an der Kunststoffpumpe, vor allem wenn man sie oft nutzt.

Man kann den Kärcher selbst reparieren oder das Ganze machen lassen, fürs Selbermachen gibt es vom Hersteller genügend Ersatzteile zu erwerben und Explosionszeichnungen.

Wenn das Solo-Gerät um die 130 Euro kostet, lohnt sich die Reparatur nicht immer, die Teile dafür müssen einzeln gekauft werden, etwa der Pumpenkopf, der 25 Euro kostet.

K3, 4 und 5 kann ein fachkundiger Laie ebenso reparieren wie der Fachmann, das ist nicht immer so bei Geräten, die nicht für Profis gedacht sind, ansonsten gibt es nur noch von Nilfisk, Bosch, Kränzle und teils Einhell Ersatzteile.

Gibt es Nachteile?

Als größten Nachteil sehen wir die Kunststoffpumpe, denn dadurch ist die Lebensdauer des Geräts begrenzt. Die beiden Kärcher-Geräte eignen sich somit nicht für den Profi-Einsatz, für Garten und Haus aber wird er sicherlich seltener eingesetzt.

Statt Kunststoff-Anschlüssen wäre uns Metall lieber gewesen, da man öfter am Schlauch zerrt.

Man braucht mit diesem Gerät außerdem immer volle Power bei geringer Distanz, sonst ist die Wirkung zu gering. Die Druckanzeige, die analog ist, betrachten wir eher als Spielerei, für den Einsatz zuhause ist das alles aber ausreichend.

Das Gerät wiegt wenig und die Räder sind klein, beim Ziehen über einen Gehweg wirkt das eher klapprig. Rutscht dann der Druckschlauch herunter von seiner Halterung, macht das keinen Spaß mehr, eine Schlauchtrommel finden wir da besser.

Für größere Projekte braucht man mit diesem Gerät zu viel Zeit, dank zu niedrigem Arbeitsdruck. Da eignet sich eher der K5 oder Geräte von Tacklife oder Nilfisk.

Insgesamt finden wir ihn aber gut und vor allem die Nutzung mit Reinigungsmitteln gefällt uns.

Leichtgewicht: Nilfisk C 110.7-5 Home X-tra

Leichtgewicht

Nilfisk C 110.7-5 Home X-tra

Test Hochdruckreiniger: Nilfisk C 110.7-5 Home X-tra
Genauso kraftvoll wie der K3, dazu ein Leichtgewicht inklusive Flächenreiniger.

Der Nilfisk C 110.7-5 Home X-tra liegt preislich mit dem Kärcher gleichauf, grundsätzlich ist Kärcher billiger, rechnet man den Flächenreiniger dazu, der bei Nilfisk dabei ist, kommt es preislich aber auf dasselbe raus. Wir finden die Leistung gut und er ist schön leicht.

Die Leistung ist sogar ein wenig besser als bei unserer Kärcher-Empfehlung, dem Datenblatt gemäß ist die Leistung aber genauso. Die Flächenleistung ist in Ordnung, hier muss aber nicht ganz so nah rangegangen werden, um den Schmutz zu lösen. Hat man kleinere Dächer, die mit Betonsteinen belegt sind, eignet er sich sicherlich, regelmäßigen Einsatz oder große Flächen schafft aber auch er nicht.

Düsen und Lanzen haben eine ähnliche Qualität wie beim K3, den Geräten von Einhell, Makita und Bosch. Keine Industriequalität oder dafür gäbe es den Kränzle K 1050 P.

Die Plastik-Räder sind am Gehäuse angesteckt, der Griff hat keine Teleskop-Funktion, das können andere Geräte besser.

Für die Auto-Reinigung fehlt uns ein Tank für Reinigungsmittel, hier muss man eine Schaumdüse aufstecken. Dafür wird aber eine Bürste mitgeliefert, die stecke man nach dem Auftragen des Schaums an und kann damit abspülen und den Schmutz lösen.

Der Flächenreiniger eignet sich etwa für Hauswände oder die Terrasse, auch der Gehweg wird sauber, wenngleich dabei aus den Fugen viel Sand gespült wird. Das Problem haben aber Flächenreiniger alle, wenn die Fläche nicht homogen ist. Wechseln kann man die Düsen nicht und die Kraft einstellen geht auch nicht.

Viele Anwendungsmöglichkeiten: TackLife PPW002R-2000E

Viele Anwendungs­möglichkeiten

TackLife PPW002R-2000E

Hochdruckreiniger Test: Tacklife Ppw002r 2000e
Mit regulierbarem Seifentank, der komfortablen Düsenfixierung und Heißwasser bis 65° ist er stark für große und kleine Flächen.

Keine Preise gefunden.

Von Tacklife kommt der PPW002R 2000E, der kostet nicht so viel und hat dennoch viele Anwendungsmöglichkeiten, das gefällt uns.

Power, Vielseitigkeit und Komfort vereint dieses Gerät in sich. Geboten werden dem Datenblatt gemäß 160 bar, das finden wir übertrieben, denn dieser Druck kommt bei der Düse nicht an, wir würden hier eher wie beim Nilfisk von 110 bar ausgehen bei der Düse.

Daher sind auch größere Flächen machbar, das Auto sauberzumachen hat Spaß gemacht, denn hier gibt es einen Seifentank, der angedockt ist mit einem Liter. Nur wenn der Druck niedrig ist, wird das Reinigungsmittel angesaugt, bei der Vario-Düse stellt man also Druckreinigung oder Wässern mit Seife ein. Bei anderen Geräten ohne Tank muss dafür extra die Düse gewechselt werden.

Bei der Pistole gibt es eine Lock&Unlock-Funktion, die wir komfortabel finden, mit ihr kann das Strahlrohr fixiert werden, der Fächerstrahl wird dabei ebenfalls in einer passenden Größe fixiert. An der Düse stellt man Druckstufe und Strahl-Art wie Fächer oder Punkt ein, nötig ist das daher.

Eine Schlauchtrommel gibt es auch, aber ohne Rücklaufsperre. Die Rolle kann sich somit von alleine lockern, wenn sich die Trommel dreht.

Besonders gut verarbeitet ist er nicht, der Hersteller spricht vom Vollkupfermotor, doch ob das zur Langlebigkeit beiträgt wissen wir nicht. Die Pumpe ist dennoch das kritische Verschleißteil, Ersatzteile gibt es bei Tacklife nicht. Auch die Anleitung ist schlecht übersetzt, immerhin sind Hochdruckreiniger mehr oder weniger selbsterklärend.

Auch die Lanze ist aus Kunststoff, ebenso die Steckerverbindungen. Die Räder sind klapprig und auch aus Kunststoff, im Betrieb ist das Gerät gut hörbar. Uns gefallen aber die vielen Anwendungsmöglichkeiten.

Viel Komfort: Nilfisk E 145.4-9 PAD X-tra

Viel Komfort

Nilfisk E 145.4-9 PAD X-tra

Test Hochdruckreiniger: Nilfisk E 145.4-9 PAD X-tra
Exzellente Schlauchrolle, viel Zubehör im Set und Heißwasser bis 65° – der Nilfisk macht Freude.

Von Nilfisk gibt es Nilfisk E 145.4-9 PAD X-tra, daneben das Einsteiger-Gerät C 110.7-5 Home X-tra und das Mittelklasse-Gerät Nilfisk E 145.4-9 Power X-tra. Wobei im Namen die erste Zahl den Druckaufbau der Pumpen angibt. Wir schätzen an diesem Gerät den Komfort.

Unser Testgerät eignet sich für größere Flächen, die Dreckfräse konnte Flechten und Moos vom Dach entfernen mit 10 bis 15 Zentimetern Abstand.

Die Verarbeitung ist nicht anders als bei der Konkurrenz, auch hier wurde Kunststoff für die Steckverbindungen und Anbauteile verwendet. Die Pumpe selbst ist eine Aluminium-Pumpe, das ist bei den anderen Geräten außer bei Kränzle aber ebenfalls so.

Bei Nilfisk gibt es jedoch ein paar Details, die sehr komfortabel sind, etwa die Schlauchtrommel mit Rücklaufschutz, so rutscht der Schlauch nicht einfach herunter.

Außerdem kann der Schlauch hier gezogen und aufgerollt werden, ohne dass es zu Verwicklungen kommt, das kann sonst nur noch der Kärcher K5. Das weiß man vor allem zu schätzen, wenn man schon auf dem Dach ist und noch ein paar Meter Schlauch braucht.

Gummiräder scheinen zunächst unwichtig, fährt man damit aber über einen Gehweg, weiß man, weshalb sie toll sind. Hier knistert oder klappert nichts.

Mit dabei ist auch einiges an Zubehör, etwa eine rotierende Bürste für die Reinigung des Autos und ein Patio-Cleaner. Außerdem ein Schlauch mit sechs Metern Länge, damit können etwa Rohrleitungen gereinigt werden. Andere Anbieten liefern das nicht mit.

Die Seifendüse begeistert uns hier nicht so, denn der Inhalt wird zu schnell verteilt, Tacklife und K3 von Kärcher sind da besser.

Die Verarbeitung hat einige Schwachpunkte, so etwa die Kunststofffüße, die wacklig sind und deren Kunststoffverbindungen, aber der Teleskopgriff auch. All das wirkt nicht besonders langlebig.

Dennoch ist das Gerät für zuhause ein praktischer Allrounder, auch für Flächen, die größer sind, wie etwa Betondachsteine eines Hauses.

Die Düsen eignen sich auf für empfindlichere Flächen wie etwa lackiertes Holz der Fassade. Der Nilfisk E 145.4-9 PAD X-tra würde noch mehr Power bringen, wir finden das für den privaten Gebrauch aber zu viel. Das Einsteigergerät C 110.7-5 Home X-tra dagegen kann für manche Aufgabe zu wenig Power haben

Reinigt auch große Flächen: Kärcher K5 Premium Full Control Plus

Reinigt auch große Flächen

Kärcher K5 Premium Full Control Plus

Der Kärcher K5 schafft sogar das ganze Betonstein-Dach. Danach haben wir noch das lackierte Holz der Fassade gereinigt. Dieses Gerät ist optimal für große Flächen, die von Flechten, Grünspan, Moos oder anderem Schmutz befreit werden sollen, denn hier bekommt man mehr Wasserdruck und damit eine größere Schwemmeleistung bei den Flächen. Teurer ist er dafür aber auch, wir empfehlen ihn dennoch für alle, die große Flächen bearbeiten wollen.

Die höhere Flächenleistung ist möglich, da man mit der Lanze auch noch ausreichend Abriebwirkung hat, wenn der Abstand 10 bis 20 Zentimeter beträgt. Somit gibt es eine breitere Wirkungsfläche und das Ganze geht schneller. Andere Modelle brauchten hier einen Abstand zwischen 3 und 8 Zentimetern für dieselbe Reinigungswirkung, das kostet Zeit. Die Geräte Kränzle K 1050 P und Nilfisk E 145.4-9 Power Xtra sind hier aber ähnlich gut wie der K5.

Der K5 hat nur eine Sprühlanze mit Medium, Hard und Soft, je nach Oberfläche. Die Druckkontrolle funktioniert direkt durch Taster und es gibt bei der Pistole eine Digitalanzeige. Damit gibt es pro Düse noch sieben Stufen.

Mit der Schlauchtrommel wird der Druckluftschlauch gut nach außen geführt, die passende Länge zum Arbeiten kann man so leicht einstellen. Der K5 wiegt um einiges mehr als der K3 und einige andere Geräte und seine Lanze ist stabiler und wuchtiger. Für die eigene Leistunsgklasse ist der K5 aber recht leicht, Nilfisk E 145 wiegt 18 Kilo.

Den K5 kann man in unterschiedlichen Varianten kaufen, jeweils mit anderer Ausstattung, aber gleicher Leistung. Unser K5 Premium Full Control Plus hat im Griff von der Sprühlanze eine LCD-Anzeige und es gibt eine Druckkontrolle. Will oder braucht man das nicht, gibt es das Ganze auch als K5 Full Control für etwa 40 Euro weniger. Beide Varianten können auch zusammen mit einem Flächenreiniger als »Home« gekauft werden.

Jedoch kostet unser K5 recht viel, nicht einmal eine Pumpe aus Aluminium bekommen wir dafür, Messingpumpen kommen beim K7 oder Kränzle K 1050 P.

Nutzt man das Gerät regelmäßig, mag sich das lohnen, nicht aber, wenn damit nur der Frühjahrsputz gemacht werden soll. Jeder, der mit seinem Hochddruckreiniger aber große Flächen wie Pool oder Dach reinigen will, liegt beim K5 genau richtig.

Was gibt es sonst noch?

Der K 1050 P von Kränzle ist kompakt und hat Industriequalität, braucht man keinen Flächenreiniger, so zahlt man für das Gerät etwa 300 Euro.

Hier gibt es eine Pumpe aus Messing mit Anschlüssen, die frei zugänglich sind, Metall-Lanzen und für den dauernden Einsatz auch bei großen Flächen reicht die Kraft aus. Wer ein langlebiges Gerät mit wenig Wartung sucht, liegt hier richtig.

Dennoch wiegt er stolze 22 Kilo, die wollen erstmal transportiert werden, denn Räder gibt es keine. Mehr Komfort bieten da der K5 von Kärcher und auch Nilfisk E 145, hier gibt es Räder und Kabelrolle.

Will man das Gerät nur stationär betreiben oder ihn mit der Schubkarre transportieren, mag das funktionieren. Wer jedoch nur kleinere Flächen bearbeiten will, dem raten wir eher zu unseren Empfehlungen.

Beim Bosch AQT 37-13 bekommt man eine Pumpe aus Aluminium, bei Kärcher gibt es nur Kunststoff-Pumpen.

Wir finden dieses Gerät etwas kräftiger als den K3 von Kärcher, Dreckfräse oder Vario-Düse bringen also ein wenig mehr Kraft, auch wenn der Unterschied minimal ist. Die Flächenleistung aber gleicht der vom K3.

Was Flexibilität und Bedienung angeht, so finde wir Kärcher aber besser. Bei Bosch gibt es keinen Reinigungsmittel-Tank, nur eine Schaumdüse. Auch eine Druckregulierung ist nicht möglich an der Pistole, das bietet nur der K5 von Kärcher unter den Testgeräten.

Dennoch bietet Bosch viel Zubehör und Ersatzteile, auch hier gibt es einen Flächenreiniger, der kann im Paket oder einzeln gekauft werden.

Der Einhell TC-HP 1538 PC Basic Paket ist günstiger als manche Konkurrenten, dennoch sind wir nicht komplett begeistert. Der Arbeitsdruck ist gut, auch eine Turbo-Düse gibt es, die rotiert und genug Dampf macht, das gleicht der Leistung vom Kärcher K3. Das bedeutet auch, dass die Flächenleistung nicht so toll ist, größere Projekte gehen damit also nicht.

Auch einen Tank sucht man hier vergeblich, dafür gibt es aber eine Schaumdüse, die lässt sich auch regulieren.

Die Wartung ist so eine Sache, man könnte das Gerät eigentlich reparieren, jedoch zahlt man für das Set aus Elektromotor und Pumpe – nur so gibt es das zu kaufen – 120 Euro, eine Neuanschaffung wäre also billiger.

Vor allem der Terrassenreiniger hat uns enttäuscht, er war instabil und wackelig, die Lebensdauer schätzen wir als sehr kurz ein. Die Aufhängung am Gerät für die Pistole hat außerdem so etwas wie eine Sollbruchstelle, auch hier rechnen wir nicht mit langer Haltbarkeit.

Skil, das war bis 2016 eine Bosch-Marke, bietet den Urban Series 0761 AA. Der war unser kleinstes Testgerät. Damit kann man eventuell ein paar Fensterläden oder das Fahrrad sauber bekommen, alles darüber schafft er aber nicht, er war unser schwächstes Testgerät. Jedoch ist er sehr platzsparend, auch Schlauch und Kabel können gut aufgewickelt werden.

Unsere Flechten auf unseren Dachsteinen konnte er nicht entfernen, außerdem dauert es extrem lange, die Steine zu bearbeiten.

Mit dabei ist eine Schaumdüse, das Lanzenset ist mit dem Modell von Berlan baugleich, überzeugend finden wir das nicht. Auch diese Schaumdüse sorgt dafür, dass der Tank zu schnell leer wird, regulieren kann man hier nichts.

Es ist eine Aluminium-Pumpe, ob das für mehr Lebensdauer sorgt, wissen wir nicht, Ersatzteile werden aber nicht angeboten.

Der Berlan BHDR1850-160 bietet angeblich 160 bar für 50 Euro, das klingt toll. Jedoch finden sich bei der Düse nur noch 90 bar Arbeitsdruck, die Differenz wird wohl Opfer der schlechten Verarbeitung der Lanze, das, oder 160 bar stimmen grundsätzlich nicht.

Der Arbeitsdruck, den wir bei der Düse haben, reicht aber eigentlich aus, er ähnelt von der Kraft her etwa dem Kärcher K3, doch das geht nur, solange man an der Vario-Düse nicht Kreis oder Fächer einstellt. Denn dann geht Kraft verloren. Arbeiten muss man in direkter Nähe, große Projekte empfehlen wir damit nicht.

Die Lautstärke ist hoch und die Verarbeitung eher schlecht, Kabel und Lanze können auch nirgends abgestellt werden. Die Räder sind nicht drehbar, fürs Anstecken des Griffs braucht man einiges an Kraft. Zu niedrig ist der Griff zudem, über einen Gehweg ziehen kann man das Gerät so nicht. Die Schaumdüse plus Tank ist wie bei Stihl billig, schnell leer und nicht regulierbar.

Wissenswertes über Hochdruckreiniger

Beim Hochdruckreiniger wird die mechanische Wirkung des Wassers genutzt, damit reinigt man Oberflächen und befreit sie von Moos, Bewuchs oder anderem Schmutz. So muss man  nicht zur Bürste oder zum Besen greifen, das bedeutet aber auch höheren Wasserverbrauch.

Kärcher K3 Vario Düse: Moos und Flechten werden gelöst, doch die Fläche braucht extrem viel Zeit.
Mit der Hochdruckdüse wird man auch Moos und Flechten los.

Für hohen Wasserdruck setzt eine Kolbenpumpe das einströmende Wasser unter Druck, die Pumpe besteht aus Messing, Glasfaser oder hochdruckfestem Aluminium. Per Auslassventil kommt das Wasser zum Hochdruckschlauch und zur Sprühlanze.

Der Maximal- oder Nenndruck der Hochdruckpumpe und bei der Düse der Arbeitsdruck sind verschieden. Denn bis zur Düse sinkt der Druck einerseits, andererseits kann der Druck bei der Sprühlanze auch manuell verändert werden. Man dreht bei der Vario-Düse, das regelt den Wasserdruck.

Autor mit dem Kärcher K5 im Einsatz - Nässeschutz-Anzug ist da Pflicht
Unser Tester probiert den Kärcher K5 aus, passende Kleidung muss sein.

Turbo-Düse oder Dreckfräse kann man ebenfalls nutzen, hier ist die Düse oft nicht regulierbar und fixiert.

Geräte wie Kärcher K5 Premium Full Control Plus bieten auch das Einstellen des Drucks an der Pistole, hier geschieht das per Taster mit dem Daumen.

Schwemmleistung und Arbeitsdruck

Abhängig von der Leistung und der Qualität einer Pumpe, kann es zwischen Arbeits- und Maximaldruck Unterschiede bis 40 bar geben. Angegeben wird vom Hersteller meist nur der Maximaldruck.

Kärcher etwa gibt einen »Arbeitsdruck maximal« an, ob der nun an der Düse ist, wissen wir nicht, es kann also schnell verwirrend werden.

Genannt wird häufig die größte Kennzahl, meist also der Nenndruck der Pumpe. Für die Reinigung ist das aber unwichtig, so hatten wir bei Berlan etwa Werte von 160 bar angegeben, aber auch 90 bar Arbeitsdruck waren im Datenblatt vermerkt. Bei Einhell hatten wir auch an der Pumpe 110 bar, an der Düse nur 75.

Für den Hausgebraucht eignen sich zwischen 100 und 120 bar gut. Billigere Geräte haben aber häufig eine geringe Fördermenge, die nur zwischen 345 bis 400 Litern in der Stunde liegt, das wäre eine Schwemmleistung von etwa sechs Litern pro Minute und recht schwach. So muss man den Dreck dann anschließend mit dem Schlauch wegspülen, wenn es blöd läuft.

Gut wären etwa 10 Liter in der Minute, also 600 pro Stunde. Geräte für den Heimbedarf können das aber nicht, nur der Kärcher K5 hatte eine Schwemmleistung von 500 Litern.

Das scheint viel zu sein, doch verbraucht ein Gartenschlauch in der Stunde mit 4 bar etwa 3500 Liter, auch bei stärkeren Hochdruckreinigern ist der Wasserverbrauch somit nicht so hoch.

Die Sicherheit

Auch ein Hochdruckreiniger birgt ein paar Gefahren, denn der harte Wasserstrahl kann schonmal gefährlich werden. Für die Arbeit empfehlen sich daher Handschuhe und Schutzbrille, während der Arbeit sollte keiner in der Nähe sein und Kinder sollten mit der Lanze definitiv nicht spielen. Der Strahl ist konzentriert und sollte nicht ins Auge kommen, sonst droht Erblindung. Steinchen oder Schmutz können Personen treffen, wenn sie herumfliegen.

Auch Außensteckdosen oder andere Elektronik sollte vor dem Strahl geschützt sein und Asbest oder Dämmungen dürfen damit nicht bearbeitet werden.

Der Hochdruckreiniger an sich ist geschützt, hat IPX5, also muss er gegen Strahlwasser aus jedem Winkel sicher sein. Außerdem gibt es eine Autostopp-Funktion, so steigt der Druck im Wasserbehälter nicht ungehindert an. Schaltet man die Strahlpistole ab, so wird die Pumpe damit auch ausgeschaltet und es gibt ein Überströmventil, so wird der zulässige Arbeitsdruck nicht überschritten.

Was kann man damit reinigen?

Alle Oberflächen, die wasserfest sind, lassen sich mit einem Hochdruckreiniger bearbeiten, die können offenporig oder glatt sein. Mit dem passenden Druck kann man auch Beschichtungen,  Lacke und Farbschichten entfernen, dafür reichen Geräte für den Hausgebrauch aber meist nicht aus.

Vor allem organisches wie Algen oder Moos kann man damit gut entfernen, Kalk, Rost und weitere feste Beläge aber auch, daher nutzt man diese Geräte auch für Fassaden, Terrassen, Autos, Dachrinnen, Rolläden, Boote und Schwimmbäder.

Kärcher K3: Bei der Reinigung des PKW
Mit dem Kärcher K3 haben wir ein Auto gereinigt.

Bei Motorrädern, E-Bikes und Fahrrädern sollte man vorsichtig sein, denn der Strahl kann in Stoßdämpfer, Elektrik oder Lager eindringen, also entweder einen weichen Strahl nutzen und nicht auf diese Teile zielen oder es lieber sein lassen.

Die Funktionen können noch erweitert werden, wenn man das entsprechende Zubehör hat, so gibt es etwa ein Rohrreinigungsset. So können Dachrinne und Fallrohr gereinigt werden.

Schlauch und Aufsätze

Hochdruckreiniger kommen mit Sprühlanzen und unterschiedlichen Düsenaufätzen daher, dabei sind meist noch Reinigungsaufsätze für spezielle Aufgaben und weitere Oberflächen. Entsprechend der Verschmutzungs-Festigkeit kann auch die Kraft oder Hörte des Wassers eingestellt werden, das austritt, das heißt etwa Vario-Jet.