Gegen hartnäckigen Schmutz Test: Hochdruckreiniger Aufmacher

Hochdruckreiniger im Test : Gegen hartnäckigen Schmutz

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Update 09.10.2020

Hartnäckiger Schmutz am Haus oder auf dem Grundstück lässt sich nicht so leicht entfernen, es sei denn, man hat einen Hochdruckreiniger. Wir haben 25 Geräte getestet, von denen man die günstigsten schon ab 50 Euro bekommt.

Update 9. Oktober 2020

Wir haben zehn weitere Hochdruckreiniger ausprobiert. Den Worx Hydroshot WG630E 4Ah können wir ebenso empfehlen wie den Stihl RE 130 Plus und den Kränzle K 1152 TS T.

Sebastian Jentsch
Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Ein kraftvoller Wasserstrahl ist einiges wert, wenn man das Auto oder das Dach saubermachen möchte, vor allem dann, wenn das Grundstück mal wieder gründlich gereinigt werden soll. Hochdruckreiniger gibt es inzwischen schon recht günstig und sie eignen sich für die verschiedensten Einsätze im Freien.

Wir haben uns einige Geräte angesehen und können für verschiedene Anforderungen welche empfehlen. Außerdem verraten wir im Test, wo man Hochdruckreiniger überall einsetzen kann und wie viel Schmutz sie wirklich entfernen.

Spezialist für Reinigungsmittel: Kärcher K3 Full Control

Von Kärcher gibt es den Kärcher K3 Full Control oder alternativ mit Flächenreiniger als Kärcher K3 Full Control Home. Seine Leistung kann sich sehen lassen, er eignet sich für fast alles in Garten und Haus. Preislich ist er auch in Ordnung und er kann auch mit Reinigungsmitteln benutzt werden. Was will man mehr?

Spezialist für Reinigungsmittel

Kärcher K3 Full Control

Test Hochdruckreiniger: Kärcher K3 Full Control
Kraftvoll für kleine Flächen, Spezialist für den Einsatz von Reinigungsmitteln.

Der Kärcher K3 wiegt etwa sieben Kilo, 6,6 sind es um genau zu sein ohne das Zubehör. Die Verarbeitung ist gut, zumindest für einen Hochdruckreiniger für den Hausgebrauch. Mit Profi-Geräten kann er freilich nicht mithalten. Das sieht man auch daran, dass die Wasseranschlüsse für Haus- oder Gartenwasser und den Druckschlauch aus Kunststoff sind. Da an Wasser- und Druckschlauch gerne mal gezerrt wird, kann der Anschluss hier brechen. Da heißt es aufpassen – oder man muss zu einem teureren Gerät greifen.

Geworben wird mit »Full Control Power Gun« mit einer Druckstufenanzeige, das ist aber einfach nur die Vario-Düse, die findet man auch bei Bosch oder Einhell. Kärcher nennt sie aber »Vario Power Jet«, damit kann man am Strahlrohr den Druck verstellen, alle anderen können das aber auch.

Bei der Pistole gibt es noch eine analoge Druckstufenanzeige, das ist aber passiv, angezeigt wird hier in etwa zwischen Hard und Soft, welcher Druck vorliegt.

Kärcher K 3: mechanische Druckanzeige am Griff
Hier gibt es eine mechanische Druckanzeige.

Nur beim Kärcher K5 und K7 gibt es mit Plus- und Minus-Tasten eine richtig Druckregulierung. Die Pistole heißt dann »Full Control Plus Power Gun«.

Mit dabei ist noch ein Dreckfräser als Düse, hier kann man den Druck aber nicht verändern.

Der Tank ist integriert, jedoch abnehmbar, hier kann man auch Reinigungsmittel einfüllen, die man entweder gekauft oder selbstgemacht hat. Jedoch kann das Mittel nur im Soft-Modus eingesaugt werden, denn es soll mit der Waschbürste oder Schaumdüse langsam aufgetragen werden. So wird auch kein Mittel verschwendet, wie es bei anderen Geräten ist, die trotz Reinigungsmittel mit vollem Druck arbeiten und den Behälter so schnell leeren.

Das Gerät im Test

An Anleitung ist gut bebildert, so geht das Ingangsetzen des Geräts schnell und man muss nicht so viel lesen. Wir haben am Test-Haus damit schmutzige Fensterläden von Vogelkot, Spritzwasser und Flechten befreit und Tropfkanten mit Grünspan und Fenstereinfassungen saubergemacht. All das hatte lackiertes Holz. Der Wasserdruck war dank Vario-Düse gut, Flechten und Grünspan konnten so schnell entfernt werden, vor allem der harte Strahl eignete sich für die verwinkelten Ecken der Fensterläden.

Bei den Tropfkanten spart man sich mit dem Hochdruckreiniger aber keine Zeit, Seifenlauge und eine härtere Bürste tun es auch, damit ist man sogar schneller. Denn direkt auf die Dämmung  und die Wand sollte man nicht spritzen, so ging es nur langsam und genaues Zielen war angesagt.

Bei den Fensterläden ist teils der Lack abgeplatzt, ohne härtesten Strahl hätten wir aber den Schmutz nicht abbekommen.

Auto-Reinigung

Hier haben wir den Reinigungsmitteltank benutzt, nur in Soft wird aus dem Tank Flüssigkeit gepumpt, denn Schaum und Seifenlauge sollen einwirken, zunächst reinige man mit dem Gerät grob, dann wird die Reinigungsflüssigkeit verteilt und mit dem Schwamm dann per Hand geputzt.

Aber Fahrzeuge sind sogar für die besten Geräte harte Gegner, denn eingetrocknete Fliegen an Motorhaube oder Außenspiegel haben wir auch nicht mit einer Dreckfräse wegbekommen. Modelle, die 130 oder 145 bar bieten, können das aber.

Für den Test hatten wir einen Ölfilm aufgetragen, den hat aber keines der Testgeräte geschafft, Seifenlauge mit Schwamm und Büste bringen da mehr.

Auch das gibt es aber von Kärcher, etwa die Kärcher 2.640-590 Soft-Waschbürste oder eine rotierende Waschbürste WB 100, die nutzt man jeweils zusammen mit Reinigungsmittel.

Dach-Reinigung

Wir haben versucht, ein Dach mit Beton-Dachsteinen zu reinigen, das wurde vor fünf Jahren gebaut und dazwischen nie saubergemacht. Der Neigungswinkel beträgt 45 Grad, dennoch gibt es viel Moos an den Stein-Kanten und weiße Flechten auf ebenen Bereichen.

Die Dreckfräse hilft hier gut, die Beläge werden gelöst. Das dauert aber, denn man muss nah heran und langsam arbeiten, sonst klappt es nicht.

Die Flächenleistung wird mit 25 Quadratmetern in der Stunde angegeben, das dauert mit diesem Gerät also beim ganzen Dach, denn wir hatten eine Fläche von 154 Quadratmetern. Dafür empfehlen wir stärkere Geräte wie den K5 oder viel Zeit.

Unser Gehweg ist mit offenporigem Betonstein gepflastert, dafür kann man etwa den Flächenreiniger T 350 nutzen, nutzen, das ist eine Art »Teller« mit Düsen, die rotieren, den schiebt man über den Weg und Belag und Grünspan werden entfernt, allerdings bleiben Grasbüschel und Moos zurück bei den Fugen, dafür ist dann eine Vario-Jet-Düse richtig.

Wie wird er gewartet?

All unsere Testgeräte sind wartungsfrei, dennoch kann es zu Verschleiß kommen, vor allem an der Kunststoffpumpe, vor allem wenn man sie oft nutzt.

Man kann den Kärcher selbst reparieren oder das Ganze machen lassen, fürs Selbermachen gibt es vom Hersteller genügend Ersatzteile zu erwerben und Explosionszeichnungen.

Wenn das Solo-Gerät um die 130 Euro kostet, lohnt sich die Reparatur nicht immer, die Teile dafür müssen einzeln gekauft werden, etwa der Pumpenkopf, der 25 Euro kostet.

K3, 4 und 5 kann ein fachkundiger Laie ebenso reparieren wie der Fachmann, das ist nicht immer so bei Geräten, die nicht für Profis gedacht sind, ansonsten gibt es nur noch von Nilfisk, Bosch, Kränzle und teils Einhell Ersatzteile.

Gibt es Nachteile?

Als größten Nachteil sehen wir die Kunststoffpumpe, denn dadurch ist die Lebensdauer des Geräts begrenzt. Die beiden Kärcher-Geräte eignen sich somit nicht für den Profi-Einsatz, für Garten und Haus aber wird er sicherlich seltener eingesetzt.

Statt Kunststoff-Anschlüssen wäre uns Metall lieber gewesen, da man öfter am Schlauch zerrt.

Man braucht mit diesem Gerät außerdem immer volle Power bei geringer Distanz, sonst ist die Wirkung zu gering. Die Druckanzeige, die analog ist, betrachten wir eher als Spielerei, für den Einsatz zuhause ist das alles aber ausreichend.

Das Gerät wiegt wenig und die Räder sind klein, beim Ziehen über einen Gehweg wirkt das eher klapprig. Rutscht dann der Druckschlauch herunter von seiner Halterung, macht das keinen Spaß mehr, eine Schlauchtrommel finden wir da besser.

Für größere Projekte braucht man mit diesem Gerät zu viel Zeit, dank zu niedrigem Arbeitsdruck. Da eignet sich eher der K5 oder Geräte von Tacklife oder Nilfisk.

Insgesamt finden wir ihn aber gut und vor allem die Nutzung mit Reinigungsmitteln gefällt uns.

Leichtgewicht: Nilfisk C 110.7-5 Home X-tra

Leichtgewicht

Nilfisk C 110.7-5 Home X-tra

Der Nilfisk C 110.7-5 Home X-tra liegt preislich mit dem Kärcher gleichauf, grundsätzlich ist Kärcher billiger, rechnet man den Flächenreiniger dazu, der bei Nilfisk dabei ist, kommt es preislich aber auf dasselbe raus. Wir finden die Leistung gut und er ist schön leicht.

Die Leistung ist sogar ein wenig besser als bei unserer Kärcher-Empfehlung, dem Datenblatt gemäß ist die Leistung aber genauso. Die Flächenleistung ist in Ordnung, hier muss aber nicht ganz so nah rangegangen werden, um den Schmutz zu lösen. Hat man kleinere Dächer, die mit Betonsteinen belegt sind, eignet er sich sicherlich, regelmäßigen Einsatz oder große Flächen schafft aber auch er nicht.

Düsen und Lanzen haben eine ähnliche Qualität wie beim K3, den Geräten von Einhell, Makita und Bosch. Keine Industriequalität, aber dafür gäbe es den Kränzle K 1050 P.

Die Plastik-Räder sind am Gehäuse angesteckt, der Griff hat keine Teleskop-Funktion, das können andere Geräte besser.

Für die Auto-Reinigung fehlt uns ein Tank für Reinigungsmittel, hier muss man eine Schaumdüse aufstecken. Dafür wird aber eine Bürste mitgeliefert, die stecke man nach dem Auftragen des Schaums an und kann damit abspülen und den Schmutz lösen.

Der Flächenreiniger eignet sich etwa für Hauswände oder die Terrasse, auch der Gehweg wird sauber, wenngleich dabei aus den Fugen viel Sand gespült wird. Das Problem haben aber Flächenreiniger alle, wenn die Fläche nicht homogen ist. Wechseln kann man die Düsen nicht und die Kraft einstellen geht auch nicht.

Für den mobilen Einsatz: Worx Hydroshot WG630E 4Ah

Für den mobilen Einsatz

Worx Hydroshot WG630E 4Ah

Test: Worx Hydroshot Wg630e 4ah
Der Worx ist kompakt und mit Akku mobil. Ein Wassereimer genügt zum Gebrauch – er eignet sich für mittlere Verschmutzungen.

Dass die Akkutechnologie auch vor den Hochdruckreinigern nicht Halt macht, beweist der Worx Hydroshot WG630E 4Ah. Selbst auf einen Wasserhahn kann dieses Mobilitätswunder verzichten, über einen Ansaugschlauch versorgt er sich selbst mit Wasser, dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei der Quelle um einen Eimer, oder einen Fluss handelt.

Was die Verarbeitungsqualität des Hydroshot WG630E 4Ah angeht, zeigt er eine durchwachsene Leistung. Während der Gummigriff und die Messing-Verschraubung durchaus einen soliden Eindruck machen, wird dieser von der Plastikwüste in Form der Pistole und des Schlauch-Adapters sofort zunichte gemacht.

Für hartnäckigen Schmutz, ölige Beläge und Verkrustungen ist der Worx nicht wirklich geeignet, er ist vielmehr für geringe Grade der Verschmutzung konstruiert. Das erklärt auch seinen recht geringen Arbeitsdruck von lediglich 25 bar. Wer also seine Holzfassade reinigen will, der wird vom Hydroshot WG630E 4Ah eher enttäuscht werden, denn dafür gibt es in unserem Testfeld geeignetere Kandidaten.

Seine Stärken liegen vor allem im mobilen Einsatz. Eine Akkuladung reicht für 21 Minuten Hochdruck, zwar gibt es eine Eco-Taste, welche die Akkulaufzeit spürbar verlängert, mit Hochdruck hat das aber nichts mehr zu tun. Insgesamt ist der Worx die richtige Wahl für alle, die nur kurze Einsätze planen, bei denen nicht die Leistung im Vordergrund steht.

Viele Einsatzmöglichkeiten: Stihl RE 130 Plus

Viele Einsatzmöglichkeiten

Stihl RE 130 Plus

Test: Stihl Re 130 Plus
Der Stihl ist kraftvoll und solide gebaut und bringt praktisches Zubehör für KFZ- oder Scheibenreinigung mit.

Die Stärke des Stihl RE 130 Plus liegt in seinen zahlreichen praktischen Anbauteilen. In unserem Set waren unter anderem eine Scheibenbürste, eine Schaumdüse, eine Roto-Bürste und ein Terrassenreiniger im Einsatz. Alle diese Geräte waren gut durchdacht und machten einen super Job, bei der Schaumdüse ließ sich sogar die Schaumzufuhr regulieren. Dazu passte die gute Verarbeitung des Zubehörs, sowie des Hochdruckreinigers selbst. Der Schlauch war mit Gewebe ummantelt und lies sich – dank der Rücklaufsperre in der Schlauchrolle – komfortabel handhaben.

 Hochdruckreiniger Test: Hochdruckreiniger Update052020 Stihl Re130
Kabel und Co. lassen sich im seitlich angebrachten Fach gut verstauen.

Neben den zahlreichen Erweiterungsmöglichkeiten verfügt der Hochdruckreiniger von Stihl über genügend Power, um selbst verkrusteten Schmutz weg zu bekommen. Weil aber nicht nur verkrusteter Schmutz auf Betonböden damit entfernt werden soll, verfügt man beim Stihl natürlich über die Möglichkeit, die Leistung entsprechend nach unten regulieren zu können.

Besonders gut hat uns im Test die Dreckfräse gefallen, mit ihr konnten wir selbst hartnäckigen Schmutz erfolgreich von Ziegelsteinen und Beton entfernen. Nur beim Bearbeiten von Holz sollte man – um Schäden vorzubeugen – besser zur Vario-Düse greifen.

Damit sich der Hochdruckreiniger in einem Moment der Unachtsamkeit nicht von Kindern bedienen lässt, hat Stihl dem Re 130 Plus auch eine entsprechende Sicherung am Griff spendiert, die zuverlässig vor solchen Gefahren schützt.

Profigerät: Kränzle K 1152 TS T

Profigerät

Kränzle K 1152 TS T

Test Hochdruckreiniger: Kränzle K 1152 TS T
Das Gerät von Kränzle ist kraftvoll und sehr solide gebaut, es eignet sich für den häufigen Einsatz mit Messing-Pumpe und ermöglicht auch Ölwechsel.

Keine Frage, mit einem Preis von über 600 Euro richtet sich der Kränzle K 1152 TS T an Anwender, die nicht nur einmal im Jahr ihre Terrasse abspritzen wollen. Dass der Kränzle mehr im Profibereich beheimatet ist, merkt man ihm schon auf den ersten Blick an: Zahlreiche Bauteile, wie etwa die Lanze oder die Schraubverbindungen, sind – im Gegensatz zur Konkurrenz – beim K 1152 TS T aus Metall gearbeitet. Sollte dennoch einmal eines der hochwertigen Bauteile kaputt gehen, ist ein Austausch kein großes Problem, denn bei der Konstruktion des Profi-Geräts wurde darauf geachtet, dass sich Wartungen und Reparaturarbeiten ohne viele Aufschraub- und Umbauarbeiten bewerkstelligen lassen.

 Hochdruckreiniger Test: Hochdruckreiniger Update052020 Kränzle K1152 Ts T
Die Messingpumpe des Kränzle K 1152 TS T.

Der Arbeitsdruck lässt sich stufenlos regulieren, zwischen 30 und 130 bar sind möglich. Welcher Druck gerade anliegt, wird durch ein Edelstahlmanometer angezeigt, welches zusätzlich mit Glyzerin gedämpft ist.

Dass sich mit dieser Hardware hervorragend arbeiten lässt, sollte nicht weiter überraschen. Durch seine recht flache, waagrechte Konstruktion und die 31 Kilogramm Gewicht, konnten wir in unserem Test den Schlauch auch vom Dach aus nachziehen, ohne dass der Hochdruckreiniger ins Kippen kam. Das war so bei keinem anderen Modell möglich.

Das Leckage-Rückführungssystem sorgte dafür, dass kein Wasser in den Motor gelangen kann, indem es entstehendes Leckwasser an einer Niederdruckdichtung abstreift und dieses mithilfe von Bohrungen wieder zurückführt wird. Die einzige Schwäche dieses Profigeräts ist sein Preis, in unserem Test konnte es aber, was die Leistung, die Verarbeitung und die Praxistauglichkeit anbelangt, keiner der anderen Kandidaten mit dem Kränzle K 1152 TS T aufnehmen.

Was gibt es sonst noch?

Der Nilfisk E 145.4-9 PAD X-tra eignet sich für größere Flächen, die Dreckfräse konnte Flechten und Moos vom Dach entfernen mit 10 bis 15 Zentimetern Abstand. Die Verarbeitung ist nicht anders als bei der Konkurrenz, auch hier wurde Kunststoff für die Steckverbindungen und Anbauteile verwendet.

Die Düsen eignen sich auch für empfindlichere Flächen wie etwa lackiertes Holz. Der Nilfisk E 145.4-9 PAD X-tra würde noch mehr Power bringen, wir finden das für den privaten Gebrauch aber zu viel. Das Einsteigergerät C 110.7-5 Home X-tra dagegen kann für manche Aufgabe zu wenig Power haben.

Der Kärcher K5 schafft sogar das ganze Betonstein-Dach. Danach haben wir noch das lackierte Holz der Fassade gereinigt. Dieses Gerät ist optimal für große Flächen, die von Flechten, Grünspan, Moos oder anderem Schmutz befreit werden sollen, denn hier bekommt man mehr Wasserdruck und damit eine größere Schwemmleistung bei den Flächen. Teurer ist er dafür aber auch, wir empfehlen ihn dennoch für alle, die große Flächen bearbeiten wollen.

Die höhere Flächenleistung ist möglich, da man mit der Lanze auch noch ausreichend Abriebwirkung hat, wenn der Abstand 10 bis 20 Zentimeter beträgt. Somit gibt es eine breitere Wirkungsfläche und das Ganze geht schneller. Andere Modelle brauchten hier einen Abstand zwischen 3 und 8 Zentimetern für dieselbe Reinigungswirkung, das kostet Zeit. Die Geräte Kränzle K 1050 P und Nilfisk E 145.4-9 Power Xtra sind hier aber ähnlich gut wie der K5.

Nutzt man das Gerät regelmäßig, mag sich das lohnen, nicht aber, wenn damit nur der Frühjahrsputz gemacht werden soll. Jeder, der mit seinem Hochdruckreiniger aber große Flächen wie Pool oder Dach reinigen will, liegt beim K5 genau richtig.

Der K 1050 P von Kränzle ist kompakt und hat Industriequalität, braucht man keinen Flächenreiniger, so zahlt man für das Gerät etwa 300 Euro. Hier gibt es eine Pumpe aus Messing mit Anschlüssen, die frei zugänglich sind, Metall-Lanzen und für den dauernden Einsatz auch bei großen Flächen reicht die Kraft aus. Wer ein langlebiges Gerät mit wenig Wartung sucht, liegt hier richtig.

Dennoch wiegt er stolze 22 Kilo, die wollen erstmal transportiert werden, denn Räder gibt es keine. Mehr Komfort bieten da der K5 von Kärcher und auch Nilfisk E 145, hier gibt es Räder und Kabelrolle.

Will man das Gerät nur stationär betreiben oder ihn mit der Schubkarre transportieren, mag das funktionieren. Wer jedoch nur kleinere Flächen bearbeiten will, dem raten wir eher zu unseren Empfehlungen.

Der Einhell TC-HP 1538 PC Basic Paket ist günstiger als manche Konkurrenten, dennoch sind wir nicht komplett begeistert. Der Arbeitsdruck ist gut, auch eine Turbo-Düse gibt es, die rotiert und genug Dampf macht, jedoch ist die Flächenleistung nicht so toll, größere Projekte gehen damit also nicht. Auch einen Tank sucht man hier vergeblich, dafür gibt es aber eine Schaumdüse, die lässt sich auch regulieren.

Vor allem der Terrassenreiniger hat uns enttäuscht, er war instabil und wackelig, die Lebensdauer schätzen wir als sehr kurz ein. Die Aufhängung am Gerät für die Pistole hat außerdem so etwas wie eine Sollbruchstelle, auch hier rechnen wir nicht mit langer Haltbarkeit.

Wissenswertes über Hochdruckreiniger

Beim Hochdruckreiniger wird die mechanische Wirkung des Wassers genutzt, damit reinigt man Oberflächen und befreit sie von Moos, Bewuchs oder anderem Schmutz. So muss man  nicht zur Bürste oder zum Besen greifen, das bedeutet aber auch höheren Wasserverbrauch.

Kärcher K3 Vario Düse: Moos und Flechten werden gelöst, doch die Fläche braucht extrem viel Zeit.
Mit der Hochdruckdüse wird man auch Moos und Flechten los.

Für hohen Wasserdruck setzt eine Kolbenpumpe das einströmende Wasser unter Druck, die Pumpe besteht aus Messing, Glasfaser oder hochdruckfestem Aluminium. Per Auslassventil kommt das Wasser zum Hochdruckschlauch und zur Sprühlanze.

Der Maximal- oder Nenndruck der Hochdruckpumpe und bei der Düse der Arbeitsdruck sind verschieden. Denn bis zur Düse sinkt der Druck einerseits, andererseits kann der Druck bei der Sprühlanze auch manuell verändert werden. Man dreht bei der Vario-Düse, das regelt den Wasserdruck.

Autor mit dem Kärcher K5 im Einsatz - Nässeschutz-Anzug ist da Pflicht
Unser Tester probiert den Kärcher K5 aus, passende Kleidung muss sein.

Turbo-Düse oder Dreckfräse kann man ebenfalls nutzen, hier ist die Düse oft nicht regulierbar und fixiert.

Geräte wie Kärcher K5 Premium Full Control Plus bieten auch das Einstellen des Drucks an der Pistole, hier geschieht das per Taster mit dem Daumen.

Schwemmleistung und Arbeitsdruck

Abhängig von der Leistung und der Qualität einer Pumpe, kann es zwischen Arbeits- und Maximaldruck Unterschiede bis 40 bar geben. Angegeben wird vom Hersteller meist nur der Maximaldruck.

Kärcher etwa gibt einen »Arbeitsdruck maximal« an, ob der nun an der Düse ist, wissen wir nicht, es kann also schnell verwirrend werden.

Genannt wird häufig die größte Kennzahl, meist also der Nenndruck der Pumpe. Für die Reinigung ist das aber unwichtig, so hatten wir bei Berlan etwa Werte von 160 bar angegeben, aber auch 90 bar Arbeitsdruck waren im Datenblatt vermerkt. Bei Einhell hatten wir auch an der Pumpe 110 bar, an der Düse nur 75.

Für den Hausgebraucht eignen sich zwischen 100 und 120 bar gut. Billigere Geräte haben aber häufig eine geringe Fördermenge, die nur zwischen 345 bis 400 Litern in der Stunde liegt, das wäre eine Schwemmleistung von etwa sechs Litern pro Minute und recht schwach. So muss man den Dreck dann anschließend mit dem Schlauch wegspülen, wenn es blöd läuft.

Gut wären etwa 10 Liter in der Minute, also 600 pro Stunde. Geräte für den Heimbedarf können das aber nicht, nur der Kärcher K5 hatte eine Schwemmleistung von 500 Litern.

Das scheint viel zu sein, doch verbraucht ein Gartenschlauch in der Stunde mit 4 bar etwa 3500 Liter, auch bei stärkeren Hochdruckreinigern ist der Wasserverbrauch somit nicht so hoch.

Die Sicherheit

Auch ein Hochdruckreiniger birgt ein paar Gefahren, denn der harte Wasserstrahl kann schonmal gefährlich werden. Für die Arbeit empfehlen sich daher Handschuhe und Schutzbrille, während der Arbeit sollte keiner in der Nähe sein und Kinder sollten mit der Lanze definitiv nicht spielen. Der Strahl ist konzentriert und sollte nicht ins Auge kommen, sonst droht Erblindung. Steinchen oder Schmutz können Personen treffen, wenn sie herumfliegen.

Auch Außensteckdosen oder andere Elektronik sollte vor dem Strahl geschützt sein und Asbest oder Dämmungen dürfen damit nicht bearbeitet werden.

Der Hochdruckreiniger an sich ist geschützt, hat IPX5, also muss er gegen Strahlwasser aus jedem Winkel sicher sein. Außerdem gibt es eine Autostopp-Funktion, so steigt der Druck im Wasserbehälter nicht ungehindert an. Schaltet man die Strahlpistole ab, so wird die Pumpe damit auch ausgeschaltet und es gibt ein Überströmventil, so wird der zulässige Arbeitsdruck nicht überschritten.

Was kann man damit reinigen?

Alle Oberflächen, die wasserfest sind, lassen sich mit einem Hochdruckreiniger bearbeiten, die können offenporig oder glatt sein. Mit dem passenden Druck kann man auch Beschichtungen,  Lacke und Farbschichten entfernen, dafür reichen Geräte für den Hausgebrauch aber meist nicht aus.

Vor allem organisches wie Algen oder Moos kann man damit gut entfernen, Kalk, Rost und weitere feste Beläge aber auch, daher nutzt man diese Geräte auch für Fassaden, Terrassen, Autos, Dachrinnen, Rolläden, Boote und Schwimmbäder.

Kärcher K3: Bei der Reinigung des PKW
Mit dem Kärcher K3 haben wir ein Auto gereinigt.

Bei Motorrädern, E-Bikes und Fahrrädern sollte man vorsichtig sein, denn der Strahl kann in Stoßdämpfer, Elektrik oder Lager eindringen, also entweder einen weichen Strahl nutzen und nicht auf diese Teile zielen oder es lieber sein lassen.

Die Funktionen können noch erweitert werden, wenn man das entsprechende Zubehör hat, so gibt es etwa ein Rohrreinigungsset. So können Dachrinne und Fallrohr gereinigt werden.

Schlauch und Aufsätze

Hochdruckreiniger kommen mit Sprühlanzen und unterschiedlichen Düsenaufätzen daher, dabei sind meist noch Reinigungsaufsätze für spezielle Aufgaben und weitere Oberflächen. Entsprechend der Verschmutzungs-Festigkeit kann auch die Kraft oder Hörte des Wassers eingestellt werden, das austritt, das heißt etwa Vario-Jet.