Gartenschere Test: Gartenschere Test Bypass Aufmacher

Gartenscheren im Test : Amboss vs. Bypass

Update 13.07.2021

Bäume und Büsche müssen irgendwann geschnitten werden – damit das auch problemlos klappt, gibt es Gartenscheren. Ob Bypass- oder Amboss-Schere, wir haben insgesamt 27 Scheren getestet und empfehlen in beiden Kategorien einige Produkte.

Update 13. Juli 2021

Zehn neue Gartenscheren wurden getestet. Eine neue Empfehlung ist die Felco Bypass Nr. 8.

Riccardo Düring
ist gelernter Handwerker und langjähriger Testredakteur. Er testet Produkte rund um Heimwerken, Haushalt und Technik.

Ob es nun ums Schneiden von Blumen, Sträuchern oder das Zerkleinern abgebrochener Äste geht: Dafür braucht man in jedem Fall eine Gartenschere, wenn es schnell und mühelos gehen soll.

Je nachdem, was man schneidet, braucht man aber verschiedene Scheren. Für harte und trockene Äste eignen sich Amboss-Scheren, für Grünschnitt Bypass-Scheren.

Unsere Tester haben sich deshalb aus beiden Kategorien Gartenscheren angesehen und diese miteinander verglichen. Bei allen war die Qualität gut, die Wahl der Empfehlungen fiel uns daher schwer, denn jede Schere hat ihr Vor- sowie Nachteile. Man sollte sich also auch die Details anschauen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Meistert auch schwere AufgabenBeste Amboss-SchereLebenslange GarantieFür leichte SchnitteVerstellbare Griffweite
Test Gartenschere: Grüntek Bypass FALKETest: Sprear & Jackson Amboss "razorsharp"Test Amboss vs. Bypass: Felco Bypass Nr. 8Test: Meister Bypass 9719100derTest: Gardena Bypass Classic
Modell Grüntek Bypass Falke Spear & Jackson Amboss Razorsharp Felco Bypass Nr. 8 Meister Bypass 9719100 Gardena Bypass S-M Classic
Pro
  • Preisgünstig
  • Liegt gut in der Hand
  • Sehr gute Schnittleistung bis 20 mm
  • Schneiden justierbar
  • Sehr scharfer Anschliff
  • Schutzbügel am Griff
  • Ratschenfunktion
  • Enorme Schnittkraft
  • Schneidet bis zu 30 mm
  • Aus Aluminium
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Gut einstellbares Schneidenspiel
  • Lebenslange Garantie
  • Perfekter Ersatzteilservice
  • Preisgünstig
  • Schneiden justierbar
  • Gute Schnittleistung bis 17 mm
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Leicht und stabil
  • Für Links- und Rechtshänder
  • Gummierter Obergriff
  • 25 Jahre Garantie
Contra
  • Große Griffweite
  • Etwas schwer
  • Sicherung löst sich leicht
  • Nur für große Hände
  • Verriegelung schwer zu lösen
  • Für sehr große Hände
  • Unpraktische Verpackung
Bester Preis
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Meistert auch schwere Aufgaben: Grüntek Gartenschere Falke

Meistert auch schwere Aufgaben

Grüntek Bypass Falke

Test Gartenschere: Grüntek Bypass FALKE
Die Falke ist eine extrem massive Gartenschere, die gut in der Hand liegt und auch schweren Aufgaben gewachsen ist.

Die Grüntek Gartenschere war diejenige, die wir intuitiv zum Kleinschneiden der restlichen Zweige nach dem Test benutzt haben. Daher empfehlen wir sie – auch wenn die Entscheidung bei all den guten Scheren gar nicht so einfach war.

Bei dieser Schere ging es uns um den Gesamteindruck, weniger um die Schnittkraft. Dank verdrehtem Obergriff lässt sie sich gut handhaben und man kann die Verriegelung einfach arretieren und lösen, beinahe zu leicht. Dennoch hat sie den Falltest bestanden und auch sonst hat sie sich nicht selbstständig gelöst.

Die Evolutfeder mögen nicht alle, hier sitzt sie auf den großen Nasen sicher, versehentlich lösen kann sie sich kaum, ebenso wenig verloren gehen. Sämtliche Verschraubungen kann man leicht lösen, man kann die Grüntek auch ganz zerlegen und schärfen lassen oder reinigen.

Die Griffe sind nur gummiert, erstmal waren wir davon nicht begeistert. Das Material lässt die Oberfläche des Griffs glatter und härter wirken als bei Kunststoffgriffen. In der Praxis haben wir aber festgestellt, dass das kein Nachteil ist. Auch mit nassen Händen konnten wir die Schere sicher halten.

Der am Anfang ausgebogene Griff hilft da sicher auch, man rutscht so beim Schneiden nicht zu weit nach vorne. Dazu gibt es noch den verdrehten Obergriff, der schmiegt sich schon fast an die Arbeitshand an, der Druckpunkt wird auf eine große Fläche verteilt.

Im Praxistest erweist sie die Grüntek als kräftig. Es werden zwar »nur« 18 Millimeter maximale Schnittleistung angegeben, die schneidet die Schere auch ohne Probleme. Selbst dickere Äste sind mit ein wenig mehr Kraft drin. Den Praxistest hat sie also problemlos gemeistert.

Die Grüntek Gartenschere Falke ist definitiv ein Alleskönner. Natürlich gibt es auch Scheren, die dickere Äste schaffen oder besser für kleine Hände sind, aber bei keinem anderen Testprodukt fanden wir so viele Vorteile.

Amboss-Empfehlung: Spear & Jackson Amboss Razorsharp

Beste Amboss-Schere

Spear & Jackson Amboss Razorsharp

Test: Sprear & Jackson Amboss "razorsharp"
Mit Schutzbügel und Ratsche ist die Razorsharp für grobe Arbeiten gemacht – leider auch nur für grobe Hände.

Die Razorsharp kommt von Spear & Jackson und ist vergleichsweise scharf. Einerseits ähnelt die Schneide schon fast einer Rasierklinge, andererseits setzt sie auch sehr viel Kraft um.

Das gelingt dank der vierstufigen Ratschenfunktion, die die Hebelwirkung für das Schließen der Klinge ändert. Wollte man diese Hebelwirkung ohne die Ratsche erreichen, müsste man die Griffe 120 Grad öffnen und wieder schließen, während sich die Schneiden lediglich 30 Grad bewegen. Mit der Ratschenfunktion wird das umgangen, hier wird der Griff vier Mal um 30 Grad bewegt, man nutzt aber immer denselben Weg. Soll heißen: man setzt die Schere an, drückt zusammen, öffnet etwas (die Ratsche schaltet dann eine Stufe weiter), drückt zusammen, öffnet etwas etc., bis der Ast geschnitten wurde.

Klingt umständlich und braucht etwas Zeit, bis man sich daran gewöhnt hat. Aber dafür ist die Ratschenfunktion nur aktiv, wenn man sie braucht. Schneidet man weiches oder kleines Material, fällt die Pumpbewegung weg, da die Ratsche sofort zur letzten Stufe durchrutscht. Nur bei genug Gegendruck rastet sie ein.

Hier handelt es sich um eine Schere fürs Grobe, das merkt man auch optisch. Kein anderes Testgerät war so wuchtig, außerdem gibt es einen Bügel, der die Finger schützt. Leicht ist sie dadurch mit ihren 254 Gramm nicht.

Praktisch ist die Sicherung beziehungsweise Sperre, allerdings ist das Verriegeln ein wenig umständlich. Zu Beginn wird man dazu eine zweite Hand nehmen, damit der kleine Hebel in einem geschlossenen Zustand nach vorne gedrückt wird. Wenn man ein wenig Übung damit hat, schafft man es auch einhändig. Fürs Öffnen muss man den Hebel aber nicht berühren: Griffe kurz zusammendrücken, dann entriegelt die Schere auch schon.

Beim praktischen Test hatten wir Spaß mit der Schere. Für dünne Zweige drückt man sie einfach zusammen, sie schneidet dann ganz normal wie andere Gartenscheren auch. Hat man dickere Äste, kommt die Ratsche ins Spiel: drücken, lösen, drücken, lösen und auch Äste mit 30 Millimeter Stärke werden ohne großen Aufwand geschnitten. In unserem Test definitiv unschlagbar.

Einen Besenstiel haben wir damit – inspiriert durch ein Video – auch geschnitten. Unser Besen, zugegeben nicht der dickste, ist nun tatsächlich etwas kürzer und die Schere kam hier definitiv nicht an ihre Grenzen.

Wenn man nicht gerade Blumen damit schneiden will und eine starke Gartenschere braucht, ist die Amboss Razorsharp von Spear & Jackson eine sinnvolle Investition.

Lebenslange Garantie: Felco Bypass Nr. 8

Lebenslange Garantie

Felco Bypass Nr. 8

Test Amboss vs. Bypass: Felco Bypass Nr. 8
Die Felco 8 ist in puncto Qualität kaum zu übertrumpfen. Das versichert Felco mit einer lebenslangen Garantie. Dennoch bietet kein anderer Hersteller einen besseren Ersatzteilservice.

Felco gibt eigentlich auf seine Bypass Nr. 8 eine lebenslange Garantie. Möchte man dennoch ein paar Verschleißteile austauschen: Auf der Homepage findet man eine Zeichnung, in der die Teile genau beschrieben sind. Gibt es dann immer noch Unklarheiten, schaut man sich zusätzlich ein paar Anleitungsvideos an. Der Service dabei? Erstklassig!

Hält man die Felco in der Hand, verstärkt sich das Gefühl von hoher Qualität: Sie ist aus Aluminium gefertigt, was für eine lange Haltbarkeit steht. Mit einem Gewicht von 250 Gramm zählt sie nicht unbedingt zu den Leichtgewichten in unserem Test, aber für einen normalen Gebrauch ist das noch völlig in Ordnung.

Als erstes fällt uns der leicht glänzende Anschliff auf. Viele Testkandidaten bieten ihre Modelle günstig an und sparen am Anschliff. Nicht so die Bypass Nr. 8. Die Schneiden der Felco sind akkurat geschliffen und besitzen ein fast schon poliertes Finish.

Aber die Felco hat auch technisch einiges auf dem Kasten: Der Obergriff ist verdreht und schmiegt sich sehr gut an die Fläche der Hand. Leider funktioniert das Modell aber dadurch nur für rechtshändige Nutzer. Als Linkshänder würden wir Ihnen eher zu einem anderen Modell raten.

Segen und Fluch zugleich ist die eingebaute Evolutfeder. Diese sorgt für eine sehr einfache Bedienung. Lediglich 850 Gramm Druckkraft sind nötig, um die Scherengriffe zusammen zu drücken. Auf der anderen Seite neigen Evolutfedern aber leider auch gern mal dazu, sich zu verabschieden und verloren zu gehen. Somit hilft hier auch keine lebenslange Garantie mehr! Dafür kommt dann der gute Ersatzteilservice vom Hersteller zum Einsatz.

Bei der Schneideleistung muss man bei der Felco keine Abstriche machen. Mit dem nahezu perfekten Anschliff lassen sich dicke Zweige ebenso gut schneiden wie frische Blätter.

Der Hersteller gibt die maximale Schnittleistung mit 25 Millimetern an. Kaum spürbaren Widerstand gab es bei bis zu 16 Millimetern. Trockenes Holz mit einem Durchmesser von 16 Millimetern ließ sich hingegen etwas schwerer schneiden. Unser Besenstiel mit 22 Millimeter Durchmesser bekam allerdings nur eine Kerbe. Aber seien wir ehrlich: Dafür sind die Bypass-Modelle auch nicht konzipiert.

Die Bypass Nr. 8 Gartenschere von Felco hat sich in unserem Test keine Fehler erlaubt und durch ihre durchwegs gute Qualität überzeugt. Kaum eine der getesteten Gartenschere besaß einen vergleichbaren Anschliff, mit dem sich Frischholz genau so einfach schneiden ließ. Ein kleines Manko ist allerdings der Preis, da sich der Hersteller das Prachtstück auch teuer bezahlen lässt.

Für leichte Schnitte: Meister Bypass 9719100

Für leichte Schnitte

Meister Bypass 9719100

Test: Meister Bypass 9719100der
Laut Hersteller für leichte Schnitte bis acht Millimeter. Doch die Meister Bypass-Schere kann viel mehr!

Unser teuerstes und günstigstes Modell sahen im direkten Vergleich fast identisch aus. Unser erster Eindruck von der günstigen Meister Bypass-Schere war sogar besser, denn hier kann der Sperrhebel besser bedient werden als bei der Felco.

In Details merkt man jedoch feine Unterschiede. So sieht man bei der Meister bei der unteren Schneidebacke Spuren von mechanischer Bearbeitung, der Schliff der Felco dagegen ist perfekt. Gummipuffer gibt es bei der Meister Gartenschere nicht.

Aber deshalb ist sie keineswegs eine schlechte Schere, immerhin kostet sie auch wenig. Angegeben wird vom Hersteller eine Schnittleistung von acht Millimetern, im Praxistest hat sie aber sogar 17 geschafft. Auch 21 waren noch drin, dafür mussten wir sie beim Schneiden jedoch ein wenig drehen.

Wenn man weiches und dünnes Holz schneiden will, ist das mit dieser Schere kein Problem und auch frische Blätter schneidet sie gut. Auch wenn die Schneide hier weniger scharf ist als bei anderen, kann das Spiel gut eingestellt werden und die Klingen gleiten dann schön aneinander vorbei.

Von der Qualität her kann die Meister Bypass 9719100 mit den teuren Konkurrenten nicht unbedingt mithalten, aber falsch machen kann man hier dank des Preises nichts. Sie kann sogar mehr, als angegeben wird.

Verstellbare Griffweite: Gardena Bypass S-M Classic

Verstellbare Griffweite

Gardena Bypass S-M Classic

Von Gardena kommt das Modell Classic S-M – eine faire und gute Schere. Das Modell ist solide in gewohnter Gardena-Qualität, eine Griffweitenverstellung ist auch möglich und es gibt 25 Jahre Garantie.

Bei der Schnittkraft ist die größere Konkurrenz besser, aber hier muss sie sich auch nicht mit anderen Scheren messen. Denn diese Schere ist geschaffen für kleine Hände – bei schweren Arbeiten kommt sie allerdings an ihre Grenzen. Sie liegt angenehm in unserer Hand und sowohl Griffweitenverstellung als auch Sperre können von Rechts- und Linkshändern bedient werden.

Gut gelungen sind die Kunststoffgriffe. Der obere Griff ist gummiert und liegt so gut in der Hand, der untere Griff ist griffig, reibt aber trotzdem nicht beim Schneiden.

Das Gewicht passt zur Griffweite und fällt mit nur 219 Gramm handlich und gering aus. Die Spiralfeder, die verbaut wurde, wirkt erstmal ungewöhnlich, macht die Bedienung aber einfach. Man merkt den Gegendruck kaum – es reicht aber leicht, um die Gardena selbstständig öffnen zu können.

Die Größe S bis M ist eher für kleinere Hände gedacht und entsprechend der Größe können wir auch bei der Schnittleistung nichts kritisieren. Bequem kann man damit bis 16 Millimeter schneiden, 20 Millimeter überfordern sie dann aber. Der Anschliff ist weniger toll, somit werden die Fasern manchmal eher gequetscht und nicht geschnitten.

Was gibt es sonst noch?

Die Alu-Professional RR5000 von Wolf hat Aluminium-Griffe mit Kunststoff-Einsätzen, das macht die Haptik angenehm. Die Justiermöglichkeit für die Schneiden und der Drahtschneider sind einzigartig. Viele Modelle können zwar zerlegt oder eingestellt werden, hier fixiert aber eine Ratsche die Feststellschraube. In der Praxis hat sich die Schere gut bewährt. Die vom Hersteller versprochenen 25 Millimeter Schnittleistung funktionieren nur bei weichen Materialien, da die Klingen sich nicht mehr weiter öffnen lassen. Im Test haben wir es nur auf 20 Millimeter gebracht. Bei kleineren Durchmessern schneidet es sich zwar etwas einfacher, aber hier gibt es ebenfalls Druckspuren.

Die Klinge ist nicht besonders scharf geschliffen. Selbst wenn man den Finger mehrmals über eine der justierbaren  Schneiden gleiten lässt, ritzt man sich nicht. So können weiche und dünne Materialien wie beispielsweise frische Blätter gut geschnitten werden. Mit der Bypass Alu-Professional bekommt man eine langlebige Gartenschere, die dank Ausstattung und Verarbeitung sowie Garantie definitiv zum Profibereich gehört. Noch besser fänden wir sie aber mit schärferen Klingen.

Für alle Schnäppchenjäger scheint das 2er-Set erstmal ein schönes Päckchen zu sein. Die Bypass-Gartenschere von Aiskki macht einen guten Eindruck und außerdem bekommt man ja eine Rosenschere mit dazu. Schaut man sich diese allerdings genauer an, erweist sich die Beigabe als nur wenig brauchbar und sinnvoll. Überschlägt man unter diesen Voraussetzungen den Kaufpreis noch einmal, ist das Verhältnis von Preis und Leistung nicht mehr ganz so gut. Und dafür bekommen Sie dann leider eben doch was Besseres.

Für den niedrigen Preis der Amazon Eono haben wir von vornherein schon nicht zu viel erwartet und mit dem Schnittergebnis waren wir noch halbwegs zufrieden. Trotzdem: Gardena, Wolf Garten oder Grüntek zeigen, dass es durchaus möglich ist, auch einigermaßen günstige und dennoch gute Gartenscheren anzubieten. Gut, an das Level einer Löwe oder Felco reichen diese natürlich nicht heran. Aber dass wie bei der Eono eine Schraube übersteht oder sich der Griff leicht ablöst, muss man bei diesen Modellen nicht in Kauf nehmen.

Halten wir etwa eine Gardena in neuer Farbkombination in der Hand? Das war zumindest unser Ersteindruck als wir die Oleaq Bypass-Gartenschere in der Hand hielten. Ähnliche Größe, ähnliche Form und ähnliche Farben. Bei der Verarbeitungsqualität waren dann allerdings doch Unterschiede zu bemerken. Die Oleaq Bypass besitzt zwar einen schärferen Anschliff, dafür fallen uns aber sofort die schiefen Griffe auf, die dann unter Druck auch noch ziemlich nachgeben. Greifen Sie da besser zu unserer Empfehlung von Gardena: Die besitzt einen ähnlichen Preis, ist hochwertiger und eine 25-jährige Garantie gibt’s vom Hersteller zusätzlich obendrauf.

Mit der EasyPrune von Bosch hatten wir ein elektrisches Modell in unserem Test. Das Gewicht und die Größe fallen sofort auf und sind dem Antrieb und Akku geschuldet. Die Funktionsweise der E-Schere ist etwas gewöhnungsbedürftig aber sehr gut umgesetzt: Der Scheren-Motor leistet nur dann Unterstützung, wenn diese auch benötigt wird. Schneidet man beispielsweise weiche, dünne Materialien springt der Antrieb erst gar nicht an. Wird aber mehr Kraft benötigt, dann springt der Motor an und hilft dem Nutzer beim Schneiden. Man sollte sich aber nicht dazu verleiten lassen, den Druck zu lockern, nur damit das Werkzeug die Arbeit übernimmt. Die Bosch EasyPrune stellt dann nämlich die Arbeit ein. Das ist sicherlich anfangs gewöhnungsbedürftig, sorgt aber für Arbeitssicherheit: Die Schere schneidet nur dann, wenn der Nutzer bewusst eine Schnittbewegung ausführt.

Mit einem Gewicht von 500 Gramm lässt sich die Bosch EasyPrune zwar auch bei längeren Arbeitszeiten gut führen, allerdings ist die sehr große Griffweite belastend, welche wiederum benötigt wird, um dickeres Astwerk zu schneiden. Dafür ist sie ja eigentlich auch extra konzipiert, ebenso wie für Nutzer, die eher weniger Kraft in den Fingern haben. Aber Menschen mit kleineren Händen werden hier nicht weit kommen.

Wissenswertes über Gartenscheren

Für Gartenscheren existieren viele Bezeichnungen: Baumscheren, Rosenscheren, Floristenscheren etc. Man kann sie grundlegend aber in Bypass- und Amboss-Scheren aufteilen.

Bei den Amboss-Gartenscheren gibt es lediglich eine Schneide, die drückt auf die flache, untere Backe. Zudem kann es bei der Backe auch eine Rille geben, in die taucht die obere Schneide dann ein. Somit unterscheidet sich ihr Aufbau von Scheren, wo zwei Schneiden aneinander entlang gleiten.

Amboss-Scheren haben einige Vorteile: Seitliches Spiel wie bei »normalen« Scheren spielt hier keine Rolle, denn da wird das Material eher gequetscht, sollte das Spiel zu groß ist oder die Schneiden zu stumpf. Bei einem Amboss-Modell wird immer die obere Schneide auf die Backe unten gepresst, egal ob sie Spiel hat, stumpf oder scharf ist. Ist die Klinge stumpf, ist die aufgewendete Kraft des Nutzers entscheidend.

Dank einseitigem Druck kann man auch gut harte und trockene Hölzer schneiden. Das Schnittgut hat nicht die Möglichkeit sich hier zu verklemmen. Somit sind Amboss-Scheren vorwiegend für trockene und harte Hölzer geeignet.

Gartenschere Test: Test Gartenscheren Bypass Amboss
Links die Bypass-Schere, rechts eine Amboss-Schere.

Bypass-Scheren funktionieren ähnlich wie normale Papierscheren. Es gibt zwei Schneiden, die gleiten aneinander vorbei und schneiden dadurch das Material. Der Schnitt geht dadurch leichter und auch sauberer, aber wenn etwa das Schnittgut etwas zu hart ist, kann man es nicht schneiden. Abhängig vom Spiel der beiden Schneiden könnten sie sich auseinanderbiegen, dann verklemmt das Material. Somit eignen sich die Bypass-Scheren für frische und weiche Hölzer.

Schneiden kann man mit ihnen aber sowohl weiches als auch dünnes, hartes Material. Mit einer Amboss-Schere kann man hingegen frisches Holz nur schneiden, wenn die Schere scharf ist, die Schneide muss auf der untere Backe dann auch perfekt aufliegen.

Die richtige Griffweite

Bei der Gartenschere ist die Griffweite kein Qualitätsmerkmal, denn die Schere sollte vor allem zum Nutzer passen. Kleine Hände brauchen eine geringe Griffweite, größere kommen auch mit großzügigerer Griffweite klar.

Bei der Nutzung muss man den Griff natürlich nicht immer komplett öffnen, aber das begrenzt dann auch den möglichen Schnittdurchmesser sowie die maximale Schnittkraft. Denn bei großen Griffweiten gibt es meist längere Griffe und dadurch auch eine bessere Hebelwirkung. Hinten angefasst, hat man einen viel längeren Hebel und hiermit auch mehr Kraft.

Gartenschere Test: Test Gartenscheren Griffweite
Die Griffweite sollte zum Anwender passen.

Die Handauflage

Der untere Griff einer Gartenschere hat oft Wellen, so kann sie gut gehalten werden. Der obere Griff dagegen ist meist etwas gewölbt oder auch zusätzlich noch verdreht. Somit soll der Griff vollflächig in der Hand aufliegen anstatt nur mit dem Ballen der Hand gedrückt zu werden. Wenn diese Hand-Wölbung passt, kann es Blasen und Druckstellen geben.

So haben wir getestet

Auch Gartenscheren haben technische Daten, die sich unsere Tester genau angesehen haben. Anwender sollten vor allem auf Gewicht und Griffweite achten. So groß sind die Gewichtsunterschiede jedoch nicht – sie hängen in erster Linie mit dem Material zusammen. Wer also eine Aluminium-Schere will, muss akzeptieren, dass sie mehr wiegt als Schere aus Kunststoff. Labiler waren die Kunststoff-Scheren im Test bis auf eine Ausnahme aber nicht.

Mit der maximalen Schnittleistung wird auch oft geworben, jedoch sollte man den Angaben hier nicht unbedingt trauen. Die Grundlagen dieser Werte können wir nicht immer nachvollziehen: Handelt es sich um den größtmöglichen Durchmesser? Oder geht es darum, ab wann eher Schere als Material brechen würde. Das Maximum der Schnittleistung liegt oft an Schnittgut und Kraft des Nutzers. Von Meister werden etwa maximal acht Millimeter angegeben, aber die Schere schneidet ohne Probleme ach 17. Bei Fiskars dagegen werden maximal 25 Millimeter angegeben, sie schafft aber nur 20.

Gartenschere Test: Test Gartenscheren Federkraft
Die Kraft zum Schließen der Schere hängt von der integrierten Feder ab.

Die Kraft von der verbauten Feder wurde leider bei keiner Schere angegeben. Manche kann man sehr leicht schließen, andere dagegen erfordern mehr Kraftaufwand. Wir haben das getestet und die offene Gartenschere mit einem Griff auf unsere Küchenwaage gedrückt, bis die Schere beinahe geschlossen war. Teils betrug der Unterschied hier fast ein Kilo, das merkt man bei längerem Arbeiten definitiv.

Die Sicherheit

Teils haben die Scheren recht scharfe Schneiden, vor allem eine Bypass-Schere kann ebenfalls spitz sein. Deshalb gibt es bei allen Scheren eine Sicherung, die dafür sorgt, dass sie geschlossen bleiben. Wenn man solch eine gesicherte Gartenschere fallen lässt, sollte sie zu bleiben. Allerdings war das etwa bei Fiskars nicht der Fall.

Wie viel Wert man auf die Sicherung legt, sollte jeder selbst entscheiden. Unseren Falltest haben nicht alle bestanden, hatten aber dennoch teils praktische Mechanismen bei der Entriegelung.

Gartenschere Test: Test Gartenscheren Feder
Evolutfedern sind nicht beliebt, erwiesen sich im Test aber nicht als nachteilig.

Die Feder

Federn sind definitiv Geschmackssache. So geben einige Hersteller an, keine Evolutfeder verbaut zu haben. Solche Federn können aus der Position springen und verloren gehen. Wenn es blöd läuft, schneidet man sich dran. Erstaunlicherweise haben aber gerade Scheren mit einer Evolutfeder bei uns im Test gut abgeschnitten. Nachteile haben wir auch keine bemerkt . Vor dem Kauf sollte man sich aber dennoch ansehen, wie einfach man die Evolutfeder von den Nasen lösen kann. Der Vorteil: die Federn können auch ausgetauscht und nachgekauft werden.

Der Schnitttest

Wir haben alle Scheren natürlich auch ausprobiert. Sie mussten etwa 20 Millimeter dicke trockene Weide schneiden und frisches Kirschholz mit 10 bis 15 Millimetern Dicke, ebenso dünne faserige Weide sowie frische Blätter, so haben wir die Schärfe getestet.

Das Maximum an Schnittkraft liegt natürlich auch am Benutzer, wir haben das daher nach Gefühl beurteilt. Am Schnitt merkt man aber insgesamt, ob eher gequetscht oder geschnitten wurde. Bei der faserigen Weide sah man, wie gut aufeinander abgestimmt die Schneiden waren. Wenn dazwischen der Lichtspalt zu groß ist, werden Blätter und dünne Zweige angeschnitten aber nicht ganz durchgeschnitten.

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