Gartenschere Test: Gartenschere Test Bypass Aufmacher

Gartenscheren im Test : Amboss vs. Bypass

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Veröffentlicht 26.08.2020

Bäume und Büsche müssen irgendwann geschnitten werden – damit das auch problemlos klappt, gibt es Gartenscheren. Ob Bypass- oder Amboss-Schere, wir haben insgesamt 17 Scheren getestet und empfehlen in beiden Kategorien einige Produkte.

Riccardo Düring
Riccardo Düring
ist gelernter Handwerker und langjähriger Testredakteur. Er testet Produkte rund um Heimwerken, Haushalt und Technik.

Ob es nun ums Schneiden von Blumen, Sträuchern oder das Zerkleinern abgebrochener Äste geht: Dafür braucht man in jedem Fall eine Gartenschere, wenn es schnell und mühelos gehen soll.

Je nachdem, was man schneidet, braucht man aber verschiedene Scheren. Für harte und trockene Äste eignen sich Amboss-Scheren, für Grünschnitt Bypass-Scheren.

Wir haben uns deshalb aus beiden Kategorien Gartenscheren angesehen und diese miteinander verglichen. Bei allen war die Qualität gut, die Wahl der Empfehlungen fiel uns daher schwer, denn jede Schere hat ihr Vor- sowie Nachteile. Man sollte also auch die Details anschauen.

Meistert auch schwere Aufgaben: Grüntek Gartenschere Falke

Meistert auch schwere Aufgaben

Grüntek Bypass Falke

Test Gartenschere: Grüntek Bypass FALKE
Die Falke ist eine extrem massive Gartenschere, die gut in der Hand liegt und auch schweren Aufgaben gewachsen ist.

Die Grüntek Gartenschere war diejenige, die wir intuitiv zum Kleinschneiden der restlichen Zweige nach dem Test benutzt haben. Daher empfehlen wir sie – auch wenn die Entscheidung bei all den guten Scheren gar nicht so einfach war.

Bei dieser Schere ging es uns um den Gesamteindruck, weniger um die Schnittkraft. Dank verdrehtem Obergriff liegt sie gut in der Hand und man kann die Verriegelung einfach arretieren und lösen, beinahe zu leicht. Dennoch hat sie den Falltest bestanden und auch sonst hat sie sich nicht selbstständig gelöst.

Die Evolutfeder mögen nicht alle, hier sitzt sie auf großen Nasen sicher, versehentlich lösen kann sie sich kaum, ebenso wenig verloren gehen. Sämtliche Verschraubungen kann man leicht lösen, man kann die Grüntek auch ganz zerlegen und schärfen lassen oder reinigen.

Die Griffe sind nur gummiert, erstmal waren wir davon nicht begeistert. Das Material lässt die Oberfläche des Griffs glatter und härter wirken als bei Kunststoffgriffen. In der Praxis haben wir aber festgestellt, dass das kein Nachteil ist. Auch mit nassen Händen konnten wir die Schere sicher halten.

Der am Anfang ausgebogene Griff hilft da sicher auch, man rutscht so beim Schneiden mit der Hand nicht zu weit nach vorne. Dazu gibt es noch den verdrehten Obergriff, der schmiegt ich schon fast an die Hand an, der Druckpunkt wird so großflächig verteilt.

Im Praxistest erweist sie die Grüntek als kräftig. Es werden zwar »nur« 18 Millimeter maximale Schnittleistung angegeben, die schneidet die Schere auch ohne Probleme. Selbst dickere Äste sind mit ein wenig mehr Kraft drin. Den Praxistest hat sie also problemlos gemeistert.

Die Grüntek Gartenschere Falke ist definitiv ein Alleskönner. Natürlich gibt es auch Scheren, die dickere Äste schaffen oder besser für kleine Hände sind, aber bei keinem anderen Testprodukt fanden wir so viele Vorteile.

Amboss-Empfehlung: Spear & Jackson Amboss Razorsharp

Amboss-Empfehlung

Spear & Jackson Amboss Razorsharp

Test: Sprear & Jackson Amboss "razorsharp"
Mit Schutzbügel und Ratsche ist die Razorsharp für grobe Arbeiten gemacht – leider auch nur für grobe Hände.

Die Razorsharp kommt von Spear & Jackson und ist vergleichsweise scharf. Einerseits ähnelt die Schneide schon fast einer Rasierklinge, andererseits setzt sie auch sehr viel Kraft um.

Das gelingt dank der vierstufigen Ratschenfunktion, die die Hebelwirkung für das Schließen der Klinge ändert. Wollte man diese Hebelwirkung ohne die Ratsche erreichen, müsste man die Griffe 120 Grad öffnen und wieder schließen, während sich die Schneiden lediglich 30 Grad bewegen. Mit der Ratschenfunktion wird das umgangen, hier wird der Griff vier Mal um 30 Grad bewegt, man nutzt aber immer denselben Weg. Soll heißen: man setzt die Schere an, drückt zusammen, öffnet etwas (die Ratsche schaltet dann eine Stufe weiter), drückt zusammen, öffnet etwas etc., bis der Ast geschnitten wurde.

Klingt umständlich und braucht etwas Zeit, bis man sich daran gewöhnt hat. Aber dafür ist die Ratschenfunktion nur aktiv, wenn man sie braucht. Schneidet man weiches oder kleines Material, fällt die Pumpbewegung weg, da die Ratsche sofort zur letzten Stufe durchrutscht. Nur bei genug Gegendruck rastet sie ein.

Hier handelt es sich um eine Schere fürs Grobe, das merkt man auch optisch. Kein anderes Testgerät war so wuchtig, es gibt außerdem für die Finger einen Schutzbügel. Leicht ist sie dadurch mit ihren 254 Gramm nicht.

Praktisch ist die Sicherung beziehungsweise Sperre, allerdings ist das Verriegeln etwas umständlich. Zu Beginn wird man dazu eine zweite Hand nehmen, damit der kleine Hebel in einem geschlossenen Zustand nach vorne gedrückt wird. Wenn man ein wenig Übung damit hat, schafft man es auch einhändig. Fürs Öffnen muss man den Hebel aber nicht berühren: Griffe kurz zusammendrücken, dann entriegelt die Schere auch schon.

Beim praktischen Test hatten wir Spaß mit der Schere. Für dünne Zweige drückt man sie einfach zusammen, sie schneidet dann ganz normal wie andere Gartenscheren auch. Hat man dickere Äste, kommt die Ratsche ins Spiel: drücken, lösen, drücken, lösen und auch Äste mit 30 Millimeter Stärke werden ohne großen Aufwand geschnitten. In unserem Test definitiv unschlagbar.

Einen Besenstiel haben wir damit – inspiriert durch ein Video – auch geschnitten. Unser Besen, zugegeben nicht der dickste, ist nun tatsächlich etwas kürzer und die Schere kam hier definitiv nicht an ihre Grenzen.

Wenn man nicht gerade Blumen damit schneiden will und eine starke Gartenschere braucht, ist die Spear & Jackson Amboss Razorsharp eine sinnvolle Investition.

Professionell: Wolf Bypass Alu-Professional RR5000

Professionell

Wolf Bypass Alu-Professional RR5000

Test: Wolf Bypass
Nicht ganz günstig, dafür in einer sehr stabilen Ausführung für lange Haltbarkeit.

Die Wolf Alu-Professional RR5000 gehört zur Oberliga und das zurecht. Wenn man ein Profiwerkzeug will, muss man dafür aber auch etwas Geld ausgeben. Diese Schere hat Aluminium-Griffe mit Kunststoff-Einsätzen, ist also anders als unsere anderen Aluminum-Scheren mit einem Gummiüberzug. Hochwertiger macht sie das nicht, aber die Haptik ist angenehmer.

Es gibt aber noch mehr Feinheiten, in denen sie sich von anderen Modellen abhebt: etwa der Drahtschneider oder die Justiermöglichkeit für die Schneiden, die einzigartig ist. Viele Scheren können eingestellt und zerlegt werden, aber hier gibt es so etwas wie eine Ratsche, die die Feststellschraube fixiert.

Positiv auch der Gummi-Puffer, damit wird beim Schneiden das Aneinanderschlagen der Griffe abgedämpft. Hier dämpft er im Gegensatz zu manch anderen tatsächlich und bei Druck gibt er ein oder zwei Millimeter nach. Eine Halteschlaufe gibt es auch, die ist nur bei wenigen Scheren mit dabei.

Weniger gut finden wir den Riegel bzw. die Sperre. Man kann den Riegel gut mit Zeigefinger und Daumen bedienen, mit links und rechts gleichermaßen. Leider rutscht man beim Schneiden ein wenig am Griff nach vorn und stößt dann an den Riegel – das könnte Druckstellen geben.

Beim Praxistest hat sich diese Schere gut geschlagen, allerdings hatten wir noch etwas mehr erwartet. Versprochen waren 25 Millimeter maximale Schnittleistung, das funktioniert aber nur bei weichem Material, da sich die Klingen nicht mehr weiter öffnen lassen. Wir haben es beim Testmaterial nur auf 20 Millimeter gebracht und selbst dann merkt man, dass das Schnittgut gedrückt wird. Bei kleinerem Durchmesser geht das Schneiden zwar einfacher, aber auch hier sieht man noch Druckspuren.

Die Klinge ist nicht so scharf geschliffen – sogar wenn man etwas kräftiger mit dem Finger über die Schneiden gleitet, schneidet man sich nicht. Man kann die Schneiden immerhin gut justieren und so auch weiche und dünne Materialien wie etwa frische Blätter gut schneiden.

Mit der Wolf Bypass Alu-Professional RR5500 bekommt man eine solide Gartenschere, die dank Ausstattung und Verarbeitung sowie Garantie definitiv zum Profibereich gehört. Noch besser fänden wir sie aber mit schärferen Klingen.

Für leichte Schnitte: Meister Bypass 9719100

Für leichte Schnitte

Meister Bypass 9719100

Test: Meister Bypass 9719100der
Laut Hersteller für leichte Schnitte bis acht Millimeter. Doch die Meister Bypass-Schere kann viel mehr!

Unsere günstigste und unsere teuerste Gartenschere sahen im direkten Vergleich fast identisch aus. Unser erster Eindruck von der günstigen Meister Bypass-Schere war sogar besser, denn hier kann der Sperrhebel besser bedient werden als bei der Felco.

In Details merkt man jedoch feine Unterschiede. So sieht man bei der Meister bei der unteren Schneidebacke Spuren von mechanischer Bearbeitung, der Schliff der Felco dagegen ist perfekt. Gummipuffer gibt es bei der Meister Gartenschere nicht.

Aber deshalb ist sie keineswegs eine schlechte Schere, immerhin kostet sie auch wenig. Angegeben wird vom Hersteller eine Schnittleistung von acht Millimetern, im Praxistest hat sie aber sogar 17 geschafft. Auch 21 waren noch drin, dafür mussten wir sie beim Schneiden jedoch ein wenig drehen.

Wenn man weiches und dünnes Holz schneiden will, ist das mit dieser Schere kein Problem und auch frische Blätter schneidet sie gut. Auch wenn die Schneide hier weniger scharf ist als bei anderen, kann das Spiel gut eingestellt werden und die Klingen gleiten dann schön aneinander vorbei.

Von der Qualität her kann die Meister Bypass 9719100 mit den teuren Konkurrenten nicht unbedingt mithalten, aber falsch machen kann man hier dank des Preises nichts. Sie kann sogar mehr, als angegeben wird.

Mit Griffweitenverstellung: Gardena Bypass S-M Classic

Mit Griffweitenverstellung

Gardena Bypass S-M Classic

Test: Gardena Bypass Classic
Ein fairer Preis und top Qualität mit einer Garantie von 25 Jahren. Dazu eine leicht bedienbare Verriegelung und Griffweitenverstellung für große als auch kleine Hände.

Von Gardena kommt die Classic S-M, sie ist eine faire und gute Schere. Das Modell ist solide in Gewohnter Gardena-Qualität, eine Griffweitenverstellung ist auch möglich und es gibt 25 Jahre Garantie.

Bei der Schnittkraft ist die größere Konkurrenz besser, aber hier muss sie sich auch nicht mit anderen Scheren messen. Denn diese Schere ist geschaffen für kleine Hände – bei schweren Arbeiten kommt sie allerdings an ihre Grenzen. Sie liegt angenehm in der Hand und sowohl Griffweitenverstellung als auch Sperre können von Rechts- und Linkshändern bedient werden.

Gut gelungen sind die Kunststoffgriffe. Der obere Griff ist gummiert und liegt so gut in der Hand, der untere Griff ist griffig, reibt aber trotzdem nicht beim Schneiden.

Das Gewicht passt zur Griffweite und fällt mit nur 219 Gramm handlich und gering aus. Die Spiralfeder, die verbaut wurde wirkt erstmal ungewöhnlich, macht die Bedienung aber einfach. Man merkt den Gegendruck kaum – es reicht aber leicht, um die Gardena selbstständig öffnen zu können.

Die Größe S bis M ist eher für kleinere Hände gedacht und entsprechend der Größe können wir auch die Schnittleistung nicht kritisieren. Bequem kann man damit bis 16 Millimeter schneiden, 20 Millimeter überfordern sie dann aber. Der Anschliff ist weniger toll, somit werden die Fasern manchmal eher gequetscht und nicht geschnitten.

Was gibt es sonst noch?

Felco Nr. 2 kostet mehr als 40 Euro und war somit die teuerste Test-Schere. Das sieht man auch am fast perfekten Anschliff. Auch hören kann man es, wie beide geschliffene Klingen aneinander vorbei gleiten. Das merkt man vor allem, wenn man saftiges und dünnes Grün schneidet. Selbst Haare schafft sie.

Dickere Materialien sind aber eher ein Problem: Vom Hersteller werden 25 Millimeter angegeben, bei 15 gab es im Test aber schon Probleme. Bei der Schnittfläche sieht man die Kraftanstrengung danach ziemlich. Somit ist diese Schere wohl eher für den Pflanzen- und Blumenschnitt geeignet, dafür sind 250 Gramm aber doch eher schwer.

Die Fiskars PX92 ist die Bypass-Variante der PX 93 und hat einen genialen Rollgriff, aber auch hier ist die Verriegelung nicht so toll. Selbstständig aufspringen wird sie zwar nicht, aber sie kann durch einen Zug an den Griffen übergangen werden.

Die Schnittleistung ist etwas schlechter als bei der PX93, das ist aber normal für Bypass-Scheren. Sie eignet sich für frisches und dünnes Gehölz und liefert hier auch saubere Ergebnisse. Maximal 16 Millimeter schafft sie, ebenso grüne Blätter.

Bei langen Fingern und kräftigen Schnitten ist Vorsicht geboten, die Finger gehen dank Rollgriff mit und können schonmal zwischen Ober- und Untergriff landen. Somit eignet sich die Schere eher für kleine Hände.

Die B/S XL ist eine eher größere Bypass-Schere der Marke Gardena. Dank Griffweitenverstellung sind Griffgrößen von 105 oder 125 Millimeter drin, ganz groß ist sie also nicht.

Ebenso wie andere Gardena-Scheren auch liegt sie gut in der Hand und macht einen hochwertigen und langlebigen Eindruck, Gardena garantiert gar 25 Jahre.

Weniger überzeugt sind wir von der Schnittleistung. Angegeben werden 24 Millimeter, geschafft haben wir damit aber nur 16 bei noch guten Ergebnissen. 20 waren ihr zu viel. Ist das Material faserig, wird es auch schonmal zwischen den Schneiden gequetscht.

Von Gartenpaul kommt eine Stufenschere, also noch eine Ratschenschere im Test. Im Test schaffte sie eine Schnittleistung von 26 Millimetern. Wir fanden diese Amboss-Schere insgesamt gut. Ihr Anschliff ist gut und somit kommt sie auch mit dünnem, weichen und auch dickem Material klar.

Wissenswertes über Gartenscheren

Für Gartenscheren gibt es viele Bezeichnungen: Baumscheren, Rosenscheren, Floristenscheren etc. Man kann sie grundlegend aber in Bypass- und Amboss-Scheren aufteilen.

Bei den Amboss-Gartenscheren gibt es lediglich eine Schneide, die drückt auf die flache, untere Backe. Zudem kann es bei der Backe auch eine Rille geben, in die taucht die obere Schneide dann ein. Somit unterscheidet sich ihr Aufbau von Scheren, wo zwei Schneiden aneinander entlang gleiten.

Amboss-Scheren haben einige Vorteile: Seitliches Spiel wie bei »normalen« Scheren spielt hier keine Rolle, denn da wird das Material eher gequetscht, wenn das Spiel zu groß ist oder die Schneiden zu stumpf. Bei einer Amboss-Schere wird immer die obere Schneide auf die Backe unten gepresst, egal ob sie Spiel hat, stumpf oder scharf ist. Ist die Klinge stumpf, ist die Kraft des Nutzers entscheidend.

Dank einseitigem Druck kann man auch gut harte und trockene Hölzer schneiden. Egal wie hart: Das Schnittgut kann sich hier nicht verklemmen. Somit sind Amboss-Scheren vorwiegend für trockene und harte Hölzer geeignet.

Gartenschere Test: Test Gartenscheren Bypass Amboss
Links die Bypass-Schere, rechts eine Amboss-Schere.

Bypass-Scheren funktionieren ähnlich wie normale Papierscheren. Es gibt zwei Schneiden, die gleiten aneinander vorbei und schneiden dadurch das Material. Der Schnitt geht dadurch leichter und auch sauberer, aber wenn etwa das Schnittgut zu hart ist, kann man es nicht schneiden. Abhängig vom Spiel zwischen den beiden Schneiden könnten sie sich auseinanderbiegen, dann verklemmt das Material. Somit eignen sich die Bypass-Scheren für frische und weiche Hölzer.

Schneiden kann man mit ihnen aber sowohl weiches als auch dünnes, hartes Material. Mit einer Amboss-Schere kann man hingegen frisches Holz nur schneiden, wenn sie scharf ist, die Schneide muss auf der untere Backe dann auch perfekt aufliegen.

Die richtige Griffweite

Bei der Gartenschere ist die Griffweite kein Qualiätsmerkmal, denn die Schere sollte vor allem zum Nutzer passen. Kleine Hände brauchen eine geringe Griffweite, größere kommen auch mit großzügigerer Griffweite klar.

Bei der Nutzung muss man den Griff natürlich nicht immer ganz öffnen, aber das begrenzt dann auch den möglichen Schnittdurchmesser sowie die maximale Schnittkraft. Denn bei großen Griffweiten gibt es meist längere Griffe und dadurch auch eine bessere Hebelwirkung. Hinten angefasst, hat man einen längeren Hebel und dadurch auch mehr Kraft.

Gartenschere Test: Test Gartenscheren Griffweite
Die Griffweite sollte zum Nutzer passen.

Die Handauflage

Der untere Griff einer Gartenschere hat oft Wellen, so kann sie gut gehalten werden. Der obere Griff dagegen ist meist etwas gewölbt oder auch zusätzlich noch verdreht. Somit soll der Griff vollflächig in der Hand aufliegen anstatt nur mit dem Handballen gedrückt zu werden. Wenn diese Wölbung nicht zur Hand passt, kann es Blasen und Druckstellen geben.

So haben wir getestet

Auch Gartenscheren haben technische Daten, die wir uns genau angesehen haben. Anwender sollten vor allem auf Gewicht und Griffweite achten. So groß sind die Gewichtsunterschiede jedoch nicht – sie hängen in erster Linie mit dem Material zusammen. Wer also eine Aluminium-Schere will, muss akzeptieren, dass sie mehr wiegt als Schere aus Kunststoff. Labiler waren die Kunststoff-Scheren im Test bis auf eine Ausnahme aber nicht.

Mit der maximalen Schnittleistung wird auch oft geworben, jedoch sollte man den Angaben hier nicht unbedingt trauen. Die Grundlagen dieser Werte können wir nicht immer nachvollziehen: Handelt es sich um den größtmöglichen Durchmesser? Oder geht es darum, ab wann eher Schere als Material brechen würde. Die maximale Schnittleistung liegt oft an Schnittgut und Kraft des Anwenders. Von Meister werden etwa maximal acht Millimeter angegeben, aber die Schere schneidet ohne Probleme ach 17. Bei Fiskars dagegen werden maximal 25 Millimeter angegeben, sie schafft aber nur 20.

Gartenschere Test: Test Gartenscheren Federkraft
Die Kraft zum Schließen der Schere hängt von der verbauten Feder ab.

Die Kraft von der verbauten Feder wurde leider bei keiner Schere angegeben. Manche kann man sehr leicht schließen, andere dagegen erfordern mehr Kraftaufwand. Wir haben das getestet und die offene Schere mit einem Griff auf unsere Küchenwaage gedrückt, bis sie beinahe geschlossen war. Teils betrug der Unterschied hier fast ein Kilo, das merkt man bei längerem Arbeiten definitiv.

Die Sicherheit

Teils haben die Scheren recht scharfe Schneiden, vor allem eine Bypass-Schere kann auch spitz sein. Deshalb gibt es bei allen Scheren eine Sicherung, die dafür sorgt, dass sie geschlossen bleiben. Wenn man solch eine gesicherte Schere fallen lässt, sollte sie zu bleiben. Allerdings war das etwa bei Fiskars nicht der Fall.

Wie viel Wert man auf die Sicherung legt, sollte jeder selbst entscheiden. Unseren Falltest haben nicht alle bestanden, hatten aber dennoch teils praktische Mechanismen bei der Entriegelung.

Gartenschere Test: Test Gartenscheren Feder
Evolutfedern sind nicht beliebt, erwiesen sich im Test aber nicht als nachteilig.

Die Feder

Federn sind definitiv Geschmackssache. So geben einige Hersteller an, keine Evolutfeder verbaut zu haben. Solche Federn können aus der Position springen und verloren gehen. Wenn es blöd läuft, schneidet man sich dran. Erstaunlicherweise haben aber gerade Scheren mit einer Evolutfeder bei uns im Test gut abgeschnitten. Nachteile haben wir auch keine bemerkt . Vor dem Kauf sollte man sich aber dennoch ansehen, wie einfach man die Feder von den Nasen lösen kann. Der Vorteil: die Federn können auch ausgetauscht und nachgekauft werden.

Der Schnitttest

Wir haben alle Schere natürlich auch ausprobiert. Sie mussten etwa 20 Millimeter dicke trockene Weide schneiden und frisches Kirschholz mit 10 bis 15 Millimetern Dicke, ebenso dünne faserige Weide und frische Blätter, so haben wir die Schärfe getestet.

Die maximale Schnittkraft liegt natürlich auch am Benutzer, wir haben das daher nach Gefühl beurteilt. Am Schnitt merkt man aber insgesamt, ob eher gequetscht oder geschnitten wurde. Bei der faserigen Weide sah man, wie gut aufeinander abgestimmt die Schneiden waren. Wenn dazwischen der Lichtspalt zu groß ist, werden Blätter und dünne Zweige angeschnitten aber nicht ganz durchgeschnitten.

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