Für die perfekte Baumpflege Test: Astschere Aufmacher

Astscheren im Test : Für die perfekte Baumpflege

Veröffentlicht 16.03.2020

Wer Bäume hat, kommt mit einer Heckenschere nicht weit. Eine Astschere muss her, damit der Baum nicht zu ausufernd wächst. Wir hatten 12 Amboss- und Bypass-Scheren im Test und empfehlen einige davon.

Max Diedering
ist ausgebildeter Metallograph und Geschäftsführer der Gesellschaft für Materialprüfung GWP in München.

Bäume brauchen Pflege, dazu muss man auch gelegentlich Äste schneiden. Damit das nicht zu anstrengend wird, gibt es Astscheren, hier merkt man aber ziemliche Unterschiede in der Schneidleistung. Wir haben 12 Astscheren Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Verbraucherstudien DtGV und der Gesellschaft für Materialprüfung GWP getestet. Dabei waren Amboss- und Bypass-Scheren. Kaufen kann man sie ab 20 Euro, das teuerste Modell lag bei 80.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Geringer KraftauwandBypass-SchereGute SchneideergebnisseGünstig
Test : Fiskars PowerGear X Amboss-Getriebeastschere LX99-LTest : Wolf-Garten Amboss Astschere RS 900 T
Modell Fiskars PowerGear X LX99-L for q Bypass-Astschere Wolf-Garten RS 900 T Gardol Classic Astschere
Pro
  • Reduzierung der Schneidkraft durch Getriebe
  • Gut geeignet für dicke Äste
  • Konnte 40 Millimeter Ast durchtrennen
  • Sehr gute Haltbarkeit
  • Günstig
  • Hervorragende Schnittleistung
  • Sehr gute Handhabung und Haltbarkeit
  • Gutes Schneidverhalten
  • Leichtgängig
  • Hohe Schnittkraft
  • Bestes Schneidverhalten bei den Ambos-Scheren
  • Konnte 40 Millimeter Ast durchtrennen
  • Sehr günstig
  • Solide Leistung
  • Sehr gute Haltbarkeit
Contra
  • Leichte Unebenheiten bei Frischholz fühlbar
  • Bei Trockenholz Rundungen sichtbar
  • Bei Frischholz Rinde deutlich beschädigt
  • Griffigkeit nicht so gut
  • Deutlicher Klingen-Versatz nach Langzeittest
  • Im Vergleich recht schwer
  • Schlechte Griffigkeit
  • Rinde bei Frischholz deutlich beschädigt
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Geringer Kraftaufwand: Fiskars PowerGear X LX99-L

Die Fiskars Power Gear X Getriebeastschere gefällt uns gut, denn vor allem beim Schneiden war sie neben der Schere von Wolf-Garten eine der besten. Denn hier braucht es nicht so viel Kraftaufwand wie bei manch anderer Schere, wir empfehlen sie daher.

Geringer Kraftauwand

Fiskars PowerGear X LX99-L

Wir haben damit Frischholz geschnitten und dabei ist die Rinde beschädigt worden, außerdem konnte man Quetschungen sehen. Bekommen haben wir dafür aber ein glattes Schnittbild mit nur wenig fühlbaren Rundungen.

Mit Hartholz haben wir bessere Ergebnisse erzielt, auch hier gab es etwas Kantenbruch und keine vollkommen glatte Schnittstelle und am Ast ein paar Quetschungen. Das macht aber nicht viel aus, denn Bäume können mit kleinen Beschädigungen umgehen. Dafür ist diese Schere bei Handhabung und Haltbarkeit recht gut.

Wichtig ist vor allem, wie viel Kraft aufgewendet werden muss, hier liegt die Fiskar zusammen mit Wolf-Garten ganz vorne im Neuzustand. Mit Gardena etwa muss man dreimal mehr Kraft aufwenden.

Nach unserem Langzeittest hat der  Kraftaufwand sich erhöht, das liegt daran, dass die Klingt abstumpft, hier haben wir aber nur eine Erhöhung des Aufwandes von 95 Newton festgestellt, das ist gut.

Wie sind Haltbarkeit und Handhabung?

Eine Astschere sollte mehr als eine Saison halten, wir haben daher einen Dauertest durchgeführt und geschaut, ob, nachdem die Schere oft gebraucht wurde, noch trockene Buchenhölzer mit 40 Millimeter dicke geschnitten werden können, außerdem ob die Astschere beim Dauertest beschädigt wird und ob die Schneiden danach noch immer aufeinander treffen.

Die Fiskar lag gemeinsam mit der Gardena Comfort dabei ganz weit vorne. Das Hartholz von vier Zentimetern Dicke schnitt sie, ohne dass Stiel, Getriebe oder Klinge beschädigt wurden und die Schneiden trafen auch nach unserem Dauertest noch aufeinander. Insgesamt konnten nur drei Amboss-Scheren überhaupt so dickes Holz schneiden. Wir empfehlen sie daher eher als Bypass-Scheren, wenn  häufig dickes Holz geschnitten werden soll.

Außerdem haben wir auch Griffigkeit, Auffindbarkeit, Gewicht, Leichtgängigkeit bewertet und die Gebrauchsanweisung angesehen. Die Handhabung wurde von den Testern gut bewertet, vor allem, dass die Schere leichtgängig ist und im Gras leicht auffindbar.

Pflegehinweise sucht man in der Anleitung vergebens, dafür gibt es aber Angaben über die maximale Holzdicke und auch Hinweise zur Sicherheit, all das hätten wir uns dennoch ausführlicher gewünscht.

Insgesamt gefällt uns vor allem, dass hier nicht so viel Kraft aufgewendet werden muss, wer oft dicke Äste schneidet, liegt hier richtig.

Bypass-Schere: for q Bypass-Astschere

Bypass-Schere

for q Bypass-Astschere

Auch Bypass-Modelle wie die for_q können sehr gute Schnittleistungen bringen. Dieses Modell ist außerdem noch günstig.

Hornbach liefert mit for_q eine Bypass-Astschere der Eigenmarke, die eignet sich für alle, nicht so dicke Äste schneiden wollen und kräftigere Arme haben.

Neu liefert sie gute Ergebnisse mit ihrer Schneidkraft. Man muss nur 204 Newton aufwenden, nach einiger Zeit verdoppelt sich der Kraftaufwand aber, insgesamt war es der schlechteste Test-Wert.

Dafür kann sich das Schnittbild beim Frischholz sehen lassen, keine Quetschungen, ein glatter und leicht gerundeter Schnitt. Die Rinde jedoch ist beschädigt. Beim Hartholz hatten wir sichtbaren Kantenbruch, wenige Quetschungen und glatte, ebene Flächen.

Ein Problem, das typisch für Bypass-Scheren ist, hatten wir auch hier: dickes Holz ist zu viel für sie. Die Schere bleibt aber ganz und auch nach unserem Langzeittest glitten die Schneiden noch aneinander vorbei.

Wir finden, sie ist unter den Bypass-Astscheren die beste und für etwa 30 Euro auch recht günstig zu haben.

Gute Schneideergebnisse: Wolf-Garten RS 900 T

Gute Schneideergebnisse

Wolf-Garten RS 900 T

Test : Wolf-Garten Amboss Astschere RS 900 T
Mit der Wolf-Garten RS 900T machen Sie nichts falsch. Im Langzeittest muss sie sich aber der Fiskars geschlagen geben.

Auch die Wolf-Garten RS 900 T kann sich sehen lassen. Hier handelt es sich um eine Amboss-Schere, die leichtgängig ist und gut schneidet. Die Optik fällt auf, so sieht man sie auch im Gras gut.

Bei der Griffigkeit sind andere Modelle besser und sie wiegt ein wenig mehr als das Modell von Fiskar.

Der Kraftaufwand ist in Ordnung, im Durchschnitt sind es 219 Newton beim Neuzustand, das ist nicht viel, nach unserem Dauertest kamen wir auf 307 Newton, auch das ist noch gut.

Auch das Schnittbild gefiel uns. Keine Quetschungen bei Frischholz, ebener Schnitt und nur ein wenig rau. Die Rinde wurde aber beschädigt. Auch trockenes Holz schnitt sie gut, ohne Quetschungen und mit wenig Kantenausbruch, auch hier war es nur ein wenig rau.

Ebenso wie zwei der anderen Amboss-Scheren konnte auch diese Schere Hartholz von vier Zentimetern durchtrennen, beim Langzeittest ist die Klinge nicht gebrochen und auch der Rest der Schere nicht.

Allerdings haben die Schneiden nach unserem Dauertest nicht mehr ganz aufeinander gepasst. Wer aber vor allem Wert auf gute Ergebnisse legt und seine Schere nicht so oft benutzt, bekommt hier ein gutes Produkt.

Günstig: Gardol Classic Astschere

Günstig

Gardol Classic Astschere

Wenn die Obstbäume noch nicht groß sind und das Budget ebenfalls, ist die Gardol Astschere eine gute Wahl.

Die Gardol Classic ist eine recht günstige Astschere und bringt für ihren Preis gute Leistung, mit einigen kleinen Schwachstellen.

Diese Schere wiegt nicht zu viel und ist griffig, so kann man sie auch lange Zeit gut halten, der Kraftaufwand liegt im Mittelfeld.

Die Gebrauchsanweisung gefällt uns, aber es gibt keine Sicherheitshinweise. Das Hartholz von vier Zentimetern haben wir damit nicht durch bekommen, aber auch die anderen Bypass-Scheren haben das nicht geschafft.

Die Haltbarkeit finden wir gut, die Schneideleistung etwas weniger. Das beste Ergebnis bekommt man mit Frischholz, hier sahen wir keine Quetschungen und ebene, glatte Kanten, die Rinde wurde aber beschädigt. Schlechtere Ergebnisse erzielten wir bei Trockenholz mit Quetschungen, die man deutlich sehen konnte und Kantenbruch, dennoch gab es eine leicht gerundete, glatte Fläche.

Dennoch ist diese Astschere für 20 Euro solide, wir empfehlen sie für häufigere Einsätze, wenn nicht unbedingt dicke Äste geschnitten werden müssen.

Was gibt es sonst noch?

Die Gardena Comfort 760A ist nicht so griffig, aber recht schwer, schneiden damit war nicht so einfach, wir hätten sie uns leichtgängiger gewünscht. Auch eine bessere Gebrauchsanleitung wäre schön gewesen. Beim Frischholz wurde nur die Rinde verletzt, Hartholz wurde aber gut geschnitten, ebenso dicke Äste. Nach längerer Benutzung treffen die Schneiden noch immer gut aufeinander.

Die Siena Garden Premium Bypass Astschere ist leicht und ebenso günstig, sie lässt sich angenehm halten und auch das Schneiden damit geht leichtgängig, man findet sie  im Gras aber nicht so gut. Von der Gebrauchsanweisung sind wir angetan. Am Frischholz hat man nur Rundungen gesehen, am Hartholz jedoch größere Kantenausbrüche.

Nicht gut fanden wir die Berger Astschere 4204, ihr Preis liegt im mittleren Bereich. Sie ist aber griffig und leicht und der Kraftaufwand war auch in Ordnung, zudem ist sie leichtgängig. Die Schnittstellen bei unserem Frischholz waren recht uneben, beim Hartholz kam es zu Quetschungen und benutzt man die Schere länger, passen die Schneiden nicht mehr genau aufeinander.

Mit der Stihl PB 25 bekommt man eine teure Schere mit Gewicht im mittleren Bereich und ordentlicher Griffigkeit. Leichtgängig ist sie außerdem. In der Anleitung gab es keine Hinweise zur Sicherheit und Pflege. Frischholz wurde damit zufriedenstellend geschnitten, aber nicht ohne Beschädigung der Rinde. Auch hier liegen nach unserem Dauertest die Schneiden nicht mehr aufeinander, sie kostet mehr als 80 Euro, das sollte somit nicht sein.

Die Gardol Premium Getriebe-Astschere brachte das schlechteste Ergebnis im Test. Es handelt sich um eine Eigenmarke von Bauhaus, anfangs fanden wir sie gut, denn sie war leicht im Gras auffindbar und leichtgängig in der Anwendung. Allerdings ist im Dauertest ein Stiel abgebrochen und bessere Ergebnisse hätten wir uns auch gewünscht. Für dickes Holz ist sie nicht geeignet, wir empfehlen sie deshalb nicht.

Wissenswertes über Astscheren

Bäume sollten zweimal jährlich zurückgeschnitten werden, die Astschere hilft dabei.

Je nach Baumgröße und Astdicke muss man die passende Schere wählen, die Schnittbreite muss stimmen und variiert je nach Hersteller, meist liegt sie bei 35 bis 55 Millimeter. Zudem wichtig ist die Armlänge, die hängt davon ab, ob es eine normale Astschere oder ein Teleskop-Gerät ist.

Teleskop-Scheren sind gut, denn man kann sie individuell einstellen, aber sie sind auch weniger stabil. Scheren mit festen Armen sollten zumindest 80 Zentimeter Armlänge haben.

Eine Astschere sollte man in jedem Fall selbst ausprobieren, bevor man sie kauft, denn Ergonomie und Gewicht können unterschiedlich sein je nach Modell.

Welche Varianten gibt es?

Klassische Astscheren sind mittlerweile Amboss-Modelle. Hier trifft die Klinge auf eine Metallfläche, den Amboss. Man muss mit diesen Scheren weniger Kraft aufwenden, denn die Klinge ist sehr scharf, der Ast kann durch den Amboss aber auch verletzt werden.

Zwei geschwungene Klingen gibt es bei Bypass-Astscheren, die schieben gegeneinander und überlappen sich beim Schneiden, daher auch »Bypass«. Mit ihnen gelingt ein sehr sauberer Schnitt, dafür braucht man aber mehr Kraft, denn Schnitt- und Gegenklinge gleiten aneinander vorbei.

Eine weitere Art ist eine Amboss-Getriebe-Astschere, diese haben ein Getriebe. Was ein Vorteil ist, da man dadurch Kraft spart. Sie eignen sich auch für Gärtner, die nicht so kräftig sind und dennoch dicke Äste schneiden möchten.

Getriebe-Scheren haben Vorteile, kosten aber auch mehr und es gibt sie nicht von allen Herstellern.

So haben wir getestet

Wir haben 12 Astscheren getestet, dabei waren jeweils sechs Bypass- und Amboss-Modelle. Äste schneiden sollen sie, egal ob hart, weich, dick oder dünn. Dicke Äste können allgemein schnell zum Problem werden, daher war für uns die Schneidleistung am wichtigsten.

Geschnitten haben wir mit den Scheren Buchenrundholz, das einen Durchmesser von 25 Millimetern hatte und auch ein Fichtenkantholz. Wir wollten zudem den nötigen Kraftaufwand prüfen und haben dafür unsere Testgeräte eingespannt in eine Zug-/Druckmaschine, wir konnten damit den Weg-Kraft-Verlauf beim Schneiden messen sowie die nötige Maximalkraft. Teils gab es große Unterschiede.

Astschere Test
Der Testaufbau für unsere Scheren.

Auch das Schneideverhalten beim Langzeittest haben wir uns angesehen, dazu haben wir den Dauerbetrieb simuliert und die Scheren am Buchenrundholz 100 und am Fichtenkantholz 300 Probeschnitte machen lassen. Ein »Einlaufeffekt« war feststellbar, vor allem Gardena Premium ist hier zu erwähnen, denn dort wurde der Kraftaufwand nach ein paar Schnitten mit nur noch 565 Newton geringer, dennoch bleibt auch dieser Wert hoch.

Astschere Test: Gardol
Bei Gardol ist während des Tests ein Arm abgebrochen.

Auch das Schnittbild haben wir uns angesehen mit frischen Ästen inklusive Rinde und Buchenholzstäben, die trocken waren. Abzüge gab es für Rindenbeschädigung, Quetschungen und Kantenausbrüche. Ebene, glatte Schnitte wurden dagegen positiv bewertet.

Getestet haben die Scheren hinsichtlich der Handhabung drei Männern und drei Frauen, hierbei waren uns Griffigkeit, Gewicht, Leichtgängigkeit und Auffindbarkeit im Gras wichtig. Auch die Gebrauchsanweisung wurde beurteilt.

Um die Abnutzung nach längerem Betrieb zu simulieren, mussten alle Scheren 400 Schnitte an verschiedenen Holzarten überstehen und einen Holzast mit 40 Millimetern schneiden.

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