Test: Waschmaschine

Waschmaschinen im Vergleich : Energiesparend und leise

Veröffentlicht 18.12.2020

Die Auswahl an verschiedenen Waschmaschinen diverser Hersteller ist schier grenzenlos. Dabei werden die unterschiedlichen Modelle mit Verbrauchswerten, Waschprogrammen und zusätzlichen Features wie AddWash beworben. Da fällt es schwer, das richtige Modell zu finden.

Riccardo Düring
ist gelernter Handwerker und langjähriger Testredakteur. Er testet Produkte rund um Heimwerken, Haushalt und Technik.

Waschmaschinen bieten mittlerweile allerlei Funktionen, Programme und Zusatzfeatures an. Doch was davon ist wirklich notwendig und auf was kann man gut und gerne verzichten? Es ist nicht einfach, sich in dem großen Angebot an verschiedenen Modellen zurecht zu finden. So bestehen die Produktnamen aus undurchsichtigen Buchstaben- und Zahlenkombinationen, sodass er schwer fällt einzelne Modelle miteinander zu vergleichen und das Beste für sich zu finden.

Bei der Kaufentscheidung spielen vor allem der Strom- und Wasserverbrauch eine Rolle. Denn die Waschmaschine ist einer der größten Stromfresser im Haushalt, da kann am Ende des Jahres eine Ersparnis von rund 100 Euro herauskommen. Somit waren die Verbrauchswerte auch eines der wichtigsten Kriterien in diesem Vergleich. 10 der meistverkauften Waschmaschinen wurden zudem hinsichtlich ihrer Ausstattungsmerkmale bewertet. Außerdem wurden Profis befragt, die täglich Waschmaschinen reparieren und beurteilen können, welche Modelle lange durchhalten und welche nicht.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Geringer VerbrauchLuxusmodellMit WLANIntegrierte Waage
Test: Bosch Waw28570 Serie 8Test: Miele Miele Wsd 123 WcsTest: Samsung Ww80k6404qw/egTest: Haier Hw80 Bp14636
Modell Bosch WAW28570 Serie 8 Miele WSD 123 WCS Samsung WW80K6404QW/EG Haier HW80-BP14636
Pro
  • Sehr leise
  • Sparsam
  • Verbrauchsanzeige für Strom/Wasser
  • Schaumerkennung
  • Schaumregulierung
  • Leise
  • Empfehlung von Experten
  • Sehr sparsam
  • Gute Ausstattung
  • Mit WiFi und App
  • Beste Schleudereffizienz
  • Sparsamste Waschmaschine
  • Schleudert sehr leise
  • Günstige Anschaffung
  • Wiegt die eingelegte Wäsche
Contra
  • Teuer
  • Mäßige Ausstattung
  • Mäßige Ausstattung
Bester Preis

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Geringer Verbrauch: Bosch WAW28570 Serie 8

Geringer Verbrauch

Bosch WAW28570 Serie 8

Test: Bosch Waw28570 Serie 8
Die WAW28570 von Bosch aus der Serie 8 vereint eine enorm gute Ausstattung mit einem sehr geringem Verbrauch. Dazu ist sie die leiseste Waschmaschine im Test.

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Die Bosch WAW28570 Serie 8 bietet eine gute Kombination verschiedener Kriterien: Man bekommt hier für einen fairen Preis solide Qualität, eine reichhaltige Ausstattung, eine Energieeffizienz von A+++ (-30%) und sie ist zudem im Vergleich im Waschgang die leiseste Maschine.

Der niedrige Stromverbrauch wird vor allem dank des »EcoSilence Drive« erreicht: Dabei handelt es sich um einen bürstenlosen Motor, der eine geringere Reibung verursacht und somit sparsamer und leiser läuft. Im sogenannten »ActiveWater Plus« erkennen Sensoren sowohl die Beladungsmenge als auch die Textilart. Dadurch lässt sich stufenlos die benötigte Wassermenge ermitteln. Wird weniger Wasser verwendet, ist auch weniger Heizenergie notwendig.

Das AquaStop-System aus Überlaufschutz und Notablaufschlauch ist mittlerweile Standard. Bosch bietet aber noch ein bisschen mehr: So gibt der Hersteller eine lebenslange Garantie auf sein AquaStop-System. Sollte es also mal zu einem Wasserschaden kommen, den das System hätte verhindern müssen, kommt der Hersteller für die Schäden auf und zwar so lange, wie die Waschmaschine genutzt wird.

Das Modell von Bosch hat eine Endzeitvorwahl, eine Nachlegefunktion und bietet zudem eine reichhaltige Auswahl an Waschprogrammen. Darunter befinden sich auch ein Fleckenprogramm sowie eine Kurzprogrammfunktion. Diese bieten zwar viele Hersteller an, doch meist nur neben dem normalen Waschprogrammen. Bei Bosch kann man allerdings fast alle Programme mit »SpeedPerfect« um bis zu 65 Prozent beschleunigen. Somit gibt es nicht nur ein einzelnes Kurzprogramm, das jede Wäsche gleich reinigt, sondern für jedes Waschprogramm eine Kurzfunktion.

Gleiches findet sich auch bei dem Fleckenprogramm, das speziell für vier verschiedene Arten von Flecken – Rotwein, Speisefett/Öl, Gras und Blut – verwendet werden kann. Verschiedene Kombinationen aus Waschvorgang, Temperatur und Einweichzeit sind an die Fleckenarten angepasst und sollen so diese somit effektiver reinigen. Die Fleckenoptionen können ebenfalls mit den unterschiedlichen Waschprogrammen kombiniert werden.

Auf dem Display der Waschmaschine wird auch der Strom- und Wasserverbrauch angezeigt. Darüber hinaus weist es darauf hin, wenn man zu oft die Kurzprogramme nutzt. Denn in den normalen Waschgängen, die vier Stunden oder länger brauchen, verbrauchen die langen Einweichzeiten und die reduzierten Drehzahlen weniger Strom und reinigen genauso gut. Wer also regelmäßig die Kurzprogramme nutzt, muss mit einer höheren Stromrechnung rechnen.

Die WAW28570 Serie 8 von Bosch kommt ohne unnützen Schnickschnack aus und überzeugt stattdessen mit einer flexiblen Programmwahl, sehr leisen Waschvorgängen und guten Verbrauchswerten. Da stimmt dann auch der ein wenig höhere Preis.

Luxusmodell: Miele WSD 123 WCS

Luxusmodell

Miele WSD 123 WCS

Test: Miele Miele Wsd 123 Wcs
Miele steht für Qualität und Waschmaschinen, die einen die nächsten Jahre begleiten.

Miele-Waschmaschinen genießen – auch von vielen Experten bestätigt – einen guten Ruf, dafür muss man aber auch ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Doch es ist sinnvoll, mehr Geld für hochwertige Produkte auszugeben, denn die Waschmaschine soll ja auch möglichst lange durchhalten und ohne teure und lästige Reparaturen auskommen.

In Sachen Ausstattung fällt die Miele WSD 123 WCS nicht einmal mit besonderen Funktionen auf. Sie hat aber alles, was man von einer guten Waschmaschine erwartet, von einem Kurzprogramm über eine Mengenautomatik bis hin zu einer Nachlegefunktion. Zudem gibt es ein Programm zum Imprägnieren von Outdoor-Kleidung sowie die Funktion »Oberhemden«, die das Bügeln erleichtern soll. Außerdem gibt es zu besseren Planung einen Startzeitvorwahl von bis zu 24 Stunden und eine Restzeitanzeige.

Spätestens beim Gewicht zeigt sich, dass das Modell von Miele ein wenig robuster gebaut ist als andere. Die Waschmaschine von Bosch, die sogar ein Kilo mehr Wäsche aufnimmt, wiegt 73 Kilogramm und die Samsung WW80K6404QW/EG 61 Kilo. Das Modell von Miele kommt dagegen auf ganze 85 Kilogramm. Das höhere Gewicht sorgt gerade beim Schleudervorgang für mehr Laufruhe und einen besseren Stand.

Das Miele-eigene CapDosing-System sorgt für Bequemlichkeit: Als Kapseln können hier Weichspüler, Spezialwaschmittel oder Imprägnierungsmittel in das Weichspülerfach eingefügt werden.

Alles in allem bietet die WSD 123 WCS von Miele alles, was eine gute Waschmaschine bieten muss und das alles in einer gehobenen Qualität, was wiederum auch seinen Preis hat. Dieser relativiert sich womöglich durch die niedrigere Reparaturanfälligkeit und eine längere Haltbarkeit.

Mit WLAN: Samsung WW80K6404QW/EG

Mit WLAN

Samsung WW80K6404QW/EG

Test: Samsung Ww80k6404qw/eg
Mit A+++ -40% gehört die Samsung zu den sparsamsten Waschmaschinen im Test. Dazu bietet sie eine sehr gute Ausstattung und sogar eine App, die wichtige Informationen auf dem Smartphone anzeigt.

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Eine Waschmaschine mit Internet und App scheint zunächst überflüssig, doch wenn sich die Maschine an einem abgelegenen Ort wie im Keller oder der Waschküche befindet, kann dies durchaus nützlich sein. Mit der Samsung WW80K6404QW/EG vergisst man nie wieder die fertige Wäsche aus der Maschine zu nehmen oder man bemerkt, wenn der Wasserhahn nicht aufgedreht war und so die Maschine nicht gewaschen hat. Dank WiFi sowie der »Samsung Smart Home«-App hat man immer die restliche Laufzeit im Auge und wird bei Programmende informiert.

Aber die Waschmaschine von Samsung ist nicht nur smart, sie bietet auch viele andere Funktionen: Mengenautomatik, Kurzprogramm und Fleckenprogramm sind schon eher standardmäßig dabei. Zudem bietet das Modell eine Nachlegefunktion, Restzeitanzeige, Trommelreinigung und eine variable Drehzahl- und Temperatureinstellung.

Und trotz aller dieser Funktionen benötigt die Samsung-Waschmaschine nicht mehr Strom. Sie unterbietet die Energieeffizienzklasse A+++ um 40 Prozent und schleudert zudem mit Effizienzklasse A. Somit ist sie eines der sparsamsten Modelle im Vergleich. Mit 1.400 Umdrehungen pro Minute hat hier die Wäsche eine Restfeuchte von nur noch 44 Prozent. Die meisten anderen Waschmaschinen liegen bei einer Restfeuchte von 50 Prozent und mehr.

Bei der Lautstärke fällt die WW80K6404QW/EG weder durch hohe noch durch niedrige Geräuschpegel auf. Bei dem großen Funktionsumfang ist auch der Preis gerechtfertigt. Das Modell ist empfehlenswert für alle, die eine gute, sparsame Waschmaschine mit einem sinnvollen Funktionsumfang suchen.

Integrierte Waage: Haier HW80-BP14636

Integrierte Waage

Haier HW80-BP14636

Test: Haier Hw80 Bp14636
Die Haier HW80-BP14636 ist extrem Sparsam. Das bezieht sich auf den Verbrauch ebenso wie auf den Kaufpreis. Leider aber auch auf die Ausstattung.

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Zunächst scheint es, als biete die Haier HW80-B14636 nur geringfügig mehr als eine Basisausstattung. Doch die Details sprechen eine andere Sprache: Sie unterbietet die Energieeffizienzklasse A+++ um ganze 50 Prozent. Das schaffen viele teurere Modelle nicht und sie ist mit diesem Ergebnis auch die einzige im Vergleichsfeld.

Auch die Mengenautomatik funktioniert hier ein wenig anders: Viele andere Maschinen ermitteln das Gewicht, indem eine bestimmte Menge an Wasser eingeleitet und beobachtet wird, wie zügig dieses von der Wäsche aufgenommen wird. Bei dem Modell von Haier sind digitale Waagen integriert, die die Wäsche tatsächlich wiegen. Anhand des ermittelten Gewichts wird dann die Wassermenge und die Programmdauer eingestellt.

Anstelle einer Startzeitvorwahl lässt sich bei dieser Maschine die gewünschte Endzeit des Waschprogramms einstellen. Der Geräuschpegel hält sich auch sehr in Grenzen: Mit 67 Dezibel im Schleudergang unterbietet die Waschmaschine von Haier jedes andere Modell im Vergleich.

Zunächst scheint die Haier HW80-B14636 eine billige Waschmaschine mit einer mäßigen Ausstattung zu sein. Doch beim genauen Hinsehen zeigt sich: Sie bietet zwar nicht den großen Funktionsumfang wie teurere Geräte, ist aber im Vergleich die sparsamste und im Schleudergang leiseste Maschine. Auf den Motor gibt Haier zudem eine Garantie von zehn Jahren.

Was gibt es sonst noch?

Über die AddWash-Funktion der Samsung WW70K4420YW/EG kann man einfach Kleidungsstücke bei laufendem Programm hinzufügen. Interessant ist zudem die SmartCheck-App, die mittels Fehler-Code-Scan an der Maschine über kleinere und größere Fehler informiert. Über die App ist auch ein Techniker schnell zu erreichen und kann über den angezeigten Fehler informiert werden.

Auf den sparsamen Invertermotor gibt der Hersteller eine Garantie von zehn Jahren. Das Modell verfügt zudem über eine Endzeitvorwahl, so startet sie automatisch und ist zum gewünschten Zeitraum fertig. Allerdings gehört die Waschmaschine mit 54 Dezibel beim Waschen sowie 74 Dezibel beim Schleudern zu den lautesten Maschinen im Vergleich.

Die WM14G400 iQ500 von Siemens hat eine fast vierstellige unverbindliche Preisempfehlung, die sich aber online nicht durchsetzen kann. Allerdings bietet die Siemens auch keinen nennenswert größeren Funktionsumfang als günstigere Modelle. Dafür verbraucht sie aber auch sehr wenig Wasser und wäscht mit 47 Dezibel sehr leise.

Zudem ist Siemens bekannt für eine Produktion in Deutschland und gute Qualitätsarbeit. Das kostet dann auch ein wenig mehr als eine Produktion in Billiglohnländern. Außerdem bietet das Modell Möglichkeiten und Funktionen, die nicht auf den ersten Blick auffallen: So gibt es ein ressourcenschonendes Wassermanagement, eine Verbrauchsanzeige, eine für Überdosierung und eine passende App.

Die einzige Waschmaschine im Vergleich mit Dampffunktion ist die Bauknecht WM Steam 7. Beim Schleudern ist sie zwar ziemlich laut, dafür wäscht sie mit nur 51 Dezibel sehr leise. Der Funktionsumfang kann ebenfalls überzeugen: Waschtemperatur und Drehzahl können manuell eingestellt werden, zudem gibt es eine Startzeitvorwahl und ein Fleckenprogramm.

Der Dampf soll dem Hersteller zufolge 99,9 Prozent der Bakterien beseitigen. Das erreicht man aber auch mit einem einfachen Waschpulver, das Bleiche enthält. Auch Waschprogramme ab 60 Grad töten Keime ab und sollten zur Reinigung der Waschmaschine regelmäßig genutzt werden.

Wissenswertes über Waschmaschinen

Waschmaschinen sollen nicht nur lange zuverlässig waschen, sondern auch möglichst wenig Wasser und Strom verbrauchen. Die Qualität der Waschergebnisse unterscheidet sich dagegen meist nicht groß.

Daher stehen bei einer Kaufentscheidung besonders der Preis und der Verbrauch im Vordergrund. Bei der Ausstattung ist eine individuelle Entscheidung, was wirklich wichtig ist und was nicht. Nicht jeder möchte beispielsweise seine Waschmaschine in ein Smart-Home-System integrieren.

Waschmaschinen müssen seit 1998 ein EU-Label mit den Verbrauchsangaben an der Ober- oder Vorderseite angebracht haben. Darauf ist unter anderem auch die Energieeffizienzklasse angegeben. Was genau sagt diese aus?

Zur Ermittlung der Energieeffizienzklasse wird zunächst ein Energieeffizienzindex ermittelt, der angibt, wie viel Strom das Waschen von einem Kilo Wäsche verbraucht. Dadurch kann man auch Modelle mit unterschiedlichen Maximalbeladung vergleichen.

Anschließend wird der Index mit dem Standardwert von 1998 vergleichen, der 0,322 kWh beträgt. Ist der Verbrauch geringer als 59 Prozent, gehört die Maschine in die Effizienzklasse A+, ist er geringer als 46 in die Klasse A+++.

Energieeffizienzklasse Energieverbrauch Energieeffizienzindex
A+++ < 46% < 0,148 kWh je Kilogramm
A++ < 52% < 0,167 kWh je Kilogramm
A+ < 59% < 0,190 kWh je Kilogramm

Mittlerweile ist der Standardwert schon recht veraltet und daher um einiges zu hoch. Daher genügen auch die Klassen A+, A++ und A+++ nicht mehr, denn moderne Waschmaschinen werden immer sparsamer. Ab März 2021 gibt es deshalb ein neues Energielabel, das die Klassen von A bis G listet, die alten Label verschwinden.

Bis dahin lohnt es sich genauer hinzusehen: Viele Modelle unterbieten den Wert für die Energieeffizienzklasse A+++ um bis zu 50 Prozent. Daher geben viele Hersteller auch diesen Wert an, beispielsweise mit A+++-42%.

Braucht man AddWash wirklich?

Durch die Samsung-Werbung ist vielen der Begriff »AddWash« mittlerweile bekannt. Es ist auch praktisch, wenn jederzeit bei laufendem Waschprogramm vergessene Wäsche nachgelegt werden kann. Bei Samsung geschieht das mit einer Tür-in-Tür-Version. Doch auch Waschmaschinen anderer Hersteller bieten oft diese Funktion, auch wenn sie nicht so groß beworben wird. Ist in der Produktbeschreibung der Punkt »Nachlegefunktion« zu finden, so bedeutet das, dass das Programm unterbrochen und Wäsche nachgelegt werden kann, wenn das Wasser nicht höher steht als das Bullauge.

Mehr als 60 Prozent der Waschmaschinen, die für diesen Vergleich unter die Lupe genommen wurden, verfügen über so eine Nachlegefunktion. Daher muss es nicht immer »AddWash« und Samsung sein.

Allerdings setzt in vielen Fällen das Unterbrechen des Waschprogrammes und das Nachlegen von Wäsche die Mengenautomatik zurück, so Herr Trautmann vom Waschmaschinen-Reparaturbetrieb Trautmann’s Haushaltselektrik. Somit kann die Maschine nicht prüfen, wie viel Wäsche nachgelegt wird. Das macht aber bei Kleinigkeiten wie einer vergessenen Socke keinen erheblichen Unterschied.

Dosierautomatik: Praktisch, aber mangelhaft und teuer

Viele Waschmaschinen wiegen die eingefüllte Wäsche und gleichen so den Wasserverbrauch an. Somit klingt auch eine Dosierautomatik zunächst verlockend: Mit lässt sich die erforderliche Waschmittelmenge errechnen und automatisch dosieren. Allerdings verfügen nur noch wenige Modelle über so eine Funktion.

Die Funktion ist nur dann sinnvoll, wenn die Maschine weiß, was für ein Waschmittel genutzt wird und die Höhe der erforderlichen Dosierung kennt. Das geht aber nur, wenn das Waschmittel des Herstellers benutzt wird, von dem die Waschmaschine die Dosierungen kennt. Das hat dann auch wiederum seinen Preis. Mit anderen Pulvern, Waschmitteln oder Caps funktioniert die Dosierautomatik nicht. Dadurch konnte sie sich auch nicht längerfristig durchsetzen.

Programme versus variable Einstellungen

Die Angabe, über wie viele Waschprogamme ein Modell verfügt, ist nicht ganz aussagekräftig. Es macht zwar Sinn, das Waschprogramm der zu waschenden Wäsche anzupassen, da durch die Reinigungsleistung effektiver angepasst wird. Allerdings müsste dann die Waschladung nur aus Jeans, Wolle, Seide usw. bestehen. Bei einem Mehrpersonen-Haushalt ist dies aber nicht wirklich praktikabel, da man die Maschine meist ganz beladen und ganz ausnutzen möchte. Dann lohnen sich viele spezielle Programme eher nicht, die nicht häufig genutzt werden.

Meistens werden lediglich zwei oder drei verschiedene Waschprogramme genutzt und eventuell noch zusätzliche Funktionen wie »intensiv«, »mehr Wasser« oder »extra spülen«. Das ist meistens auch vollkommen ausreichend, sofern es die Möglichkeit gibt, die Waschtemperatur manuell einzustellen. Auch die Drehzahl beim Schleudervorgang sollte variabel sein.

Waschmittel und Entkalker

Flüssigwaschmittel und Caps sind praktisch, jedoch nicht immer die richtige Wahl. Besonders bei weißer Wäsche bieten sich Waschpulver an, denn nur sie enthalten Bleichmittel, die weiße Wäsche richtig weiß strahlen lassen. Außerdem enthalten sie kaum Konservierungsstoffe, was umweltschonend und zudem hautverträglicher ist.

Auch zusätzliche Mittel zur Entkalkung sind nicht notwendig, denn Flüssigwaschmittel enthalten Tenside und Waschmittelpulver Zeolithe, die Kalkablagerungen reduzieren. Zusätzliche Entkalker würden nur die Umwelt belasten, aber nur geringe Auswirkung auf die Kalkablagerungen in der Maschine haben. Diese lassen sich bei Bedarf auch mit ein paar Esslöffeln Zitronensäuren und einem heißen Waschprogramm lösen.

Waschmaschinen mit Warmwasseranschluss

Zunächst scheint es verlockend, warmes Wasser der hauseigenen Warmwasseraufbereitung zu verwenden, da dieses häufig sparsamer erwärmt wird als in der Waschmaschine. Modelle, die Warmwasser nutzen möchten, brauchen einen weiteren Anschluss, da die Temperatur in der Maschine geregelt wird. Dann wird Kalt- und Warmwasser eingespeist.

Mit einem zusätzlichen Warmwasseranschluss kann man den Stromverbrauch tatsächlich um bis zu 50 Prozent reduzieren. Eine Kostenersparnis von 50 Prozent wird aber nur erreicht, wenn das Wasser »kostenlos« über Solarthermie erwärmt wird. Bei der Nutzung einer Gastherme ist die Ersparnis nur noch rund 27 Prozent.

Zudem ist die Anschaffung solcher Waschmaschinen teurer und die Auswahl auch stark eingeschränkt. Der nötige Warmwasseranschluss und die Warmwasseraufbereitung müssen zudem in der Nähe sein. Braucht das warme Wasser zu lang bis es die Maschine erreicht, ist der Nutzen hinfällig. Bei der Nutzung einer Zirkulationsleitung verringert sich die Einsparung wegen des Mehrverbrauchs.

Abschließend lässt sich festhalten, dass eine Waschmaschine mit einem Warmwasseranschluss Energie spart und dadurch die Stromkosten senkt. Effektiv und sinnvoll ist dies aber lediglich in Kombination im kurzen Verbindungswegen und Solarthermie. Doch auch dann dauert es, bis sich die Anschaffungs- und zusätzlichen Installationskosten kompensiert haben.

So haben wir verglichen

Viele Hersteller haben 50 oder mehr verschiedene Waschmaschinen im Angebot. Die Produktnamen bestehen dabei meistens aus einer undurchschaubaren Mischung aus Buchstaben und Zahlen. Da bekommt man das Gefühl, dass hier bewusst Verwirrung gestiftet werden soll. Dem Verbraucher ist es so nämlich fast unmöglich, Modelle mit ähnlicher Ausstattung von verschiedenen Herstellern miteinander zu vergleichen.

In mühsamer Kleinarbeit wurden für rund 100 unterschiedliche Modelle von neun Herstellern alle technischen Daten gesammelt, verglichen und dann 20 davon in die engere Auswahl genommen. Zudem wurden sämtliche verfügbare Testberichte gelesen und geschaut, welche Geräte bei diversen Händlern gerne gekauft werden. Auf Grundlage dieser Daten wurden dann die 10 besten Waschmaschinen ausgewählt und die Empfehlungen gekürt.

Ein wichtiges Kriterium war dabei das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Modelle in der engeren Wahlen liegen dabei zwar nicht weit auseinander, dennoch sollte man genau bedenken, was man wo für sein Geld erhält. Ein weiteres Kriterium ist der Energieverbrauch. Fast alle Waschmaschinen bieten mittlerweile A+++, manche unterbieten diese Auszeichnung aber noch einmal um bis zu 50 Prozent.

Im Laufe der Recherchen wurden auch Profis gefragt, die tagtäglich mit Waschmaschinen und ihrer Reparatur zu tun haben. Gefragt nach der Reparaturhäufigkeit diverser Hersteller konnte Dunja Trautmann, Inhaberin eines Familienunternehmens für Haushaltselektrik, keine genauen Angaben machen: »Ohne Kenntnis der exakten Verkaufszahlen lassen sich keine Aussagen über die Reparaturhäufigkeit fällen.« Je mehr Maschinen ein Hersteller verkauft, desto mehr Reparaturen können anfallen – ohne dass dabei die Produkte schlechter wären. Die Hersteller geben allerdings ihre Verkaufszahlen nicht bekannt. Gefragt nach besonders zuverlässigen Waschmaschinen wird von vielen Kundendienstlern allerdings häufig Miele genannt. Auch die Modelle von Bosch und Siemens genießen einen guten Ruf.

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