Kleine Wischhelfer Test: Roboter

Wischroboter im Test : Kleine Wischhelfer

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Update 07.10.2020

Für den Wohnungsputz gibt es Saugroboter, doch Staubsaugen alleine reicht nicht, bei glatten Böden sollte auch gelegentlich gewischt werden. Wir haben daher 19 Wischroboter getestet.

Update 7. Januar 2021

Wir haben fünf weitere Wischroboter getestet. Für den Ecovacs Deebot Ozmo T8 AIVI und den Yeedi 2 Hybrid können wir eine Empfehlung aussprechen.

7. Oktober 2020

Wir haben acht weitere Wischroboter getestet. Empfehlen können wir den iRobot Braava Jet M6 und den Prosenic M6 Pro.

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Sebastian Jentsch
Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Neben Saugrobotern gibt es immer mehr Roboter, die auch wischen können oder sich auf das Feuchtwischen komplett spezialisiert haben.

Unsere Testgeräte lagen dabei zwischen 250 und 450 Euro, günstig ist das nicht unbedingt. Alle waren im Test mehr oder weniger gut, einzig unsere erste Empfehlung konnte vollkommen überzeugen.

Was man vor dem Kauf wissen sollte und welche ungeahnten Probleme einen mit dem Wischroboter erwarten können, erfahren Sie im ausführlichen Test.

Mit viel Zubehör: iRobot Braava Jet M6

Mit viel Zubehör

iRobot Braava Jet M6

Test: Irobot Braava Jet M6
Der Braava reinigt gründlich, hat einen großen Wassertank und putzt dank Zeitsteuerung, Raumplanung und No-Go-Zonen weitgehend selbstständig.

Mit neun Zentimetern Höhe passt der iRobot Braava Jet M6 unter viele Betten, Schränke und Kommoden. Im schnellen Reinigungsmodus, der mit weniger Flüssigkeit sowie geringer Überlappung arbeitet, genügt der Wassertank für rund 60 Quadratmeter. Dagegen reicht es im Maximalmodus nur für 30 Quadratmeter. Dieser Modus ist übrigens nicht zu empfehlen für unversiegelte Holzfußböden. Erwähnenswert ist der Lernmodus: Hier legt der Wischroboter automatisch Karten seiner Umgebung an. Auch No-Go-Zonen können darin festgelegt werden.

Man kann für diesen Wischroboter auch eine feingliedrige Planung anlegen, wann und wie oft welcher Raum gesäubert werden soll. Im Fortsetzungsmodus kann der Braava Jet M6 zwischenzeitlich nachladen und danach weitermachen. Alle Vorgänge werden auf Deutsch kommentiert. Bis auf die Räder hat der iRobot keine weiteren beweglichen Teile und bleibt so nicht an Kabeln oder Schnürsenkeln hängen. Die Ladestation hat eine Grundplatte, sodass der Wischroboter nicht mit dem nassen Tuch direkt auf dem Holz steht. Der Braava arbeitet außerdem sehr leise.

Der iRobot Braava Jet M6 ist mit Kameras ausgestattet, anhand derer er sich orientiert. Bei Dunkelheit funktioniert das allerdings nicht mehr so gut: Für dieselbe Fläche braucht der Roboter dann 1,5 Stunden statt 30 Minuten. Bei Licht funktioniert die Navigation dagegen sehr gut. Der Wischroboter findet sich hervorragend im Zimmer zurecht und umfährt Hindernisse, anstatt sie anzustoßen. Wasser wird nur gesprüht, wenn die Fläche vor der Düse frei ist. Zum Sprühen setzt der Braava außerdem nochmal einen halben Meter zurück.

Für die Reinigung sind im Lieferumfang einige Dinge enthalten: Die eigene Hartboden-Reinigungslösung des Herstellers, die für Fliesen und andere unempfindliche und glatte Beläge gedacht ist. Laut Hersteller soll der Braava Jet M6 nur mit dieser Lösung oder Wasser betrieben werden. Auch destilliertes oder entkalktes Wasser sollte nicht verwendet werden. Dadurch könnten metallische Kontakte korrodieren oder Düsen verkalken. Außerdem werden ein wiederverwendbares und zwei Einweg-Feuchtwischtücher, sowie Tücher zur Trockenreinigung in der gleichen Menge mitgeliefert.

Der iRobot Braava Jet M6 ist robust verarbeitet: Der solide Wassertank tropft ein wenig, das Wasser wird aber in der Mulde des Tanks aufgefangen. Der Tank wird mit einem Klappgriff fixiert, sodass er nicht herausfallen kann. Er fasst 475 Milliliter und sollte auch beim Trockenwischen gefüllt sein, damit er ein höheres Gewicht auf das Tuch ausübt. Der umlaufende Bumper vorne am Wischroboters reagiert auf Hindernisse. Hier ist auch die Wasserspritzdüse integriert.

Oben findet man drei Bedientasten für Start/Stopp, Spotcleaning und die Rückkehr zur Ladestation. Der Wischroboter kann sowohl mit Einweg-, als auch mit Mehrweg-Wischlappen verwendet werden. Diese können in der Waschmaschine oder mit der Hand gereinigt werden. Über die Auswurftaste an der Front können Einwegtücher direkt im Müll entsorgt werden. Teppiche werden von dem Roboter automatisch erkannt und zuverlässig umfahren.

Verkrustete Essensreste oder schmierige Fettflecken kann der Braava mit seiner mechanischen Kraft nicht entfernen. Loser Schmutz sowie Staub wird beseitigt und alles strahlt nachher angenehm matt. Mit einem Trockenwischtuch nimmt der Wischroboter Staub und Haare auf. Allerdings sollte man vorher mit einem Staubsauger vorarbeiten. Mit einem Nasswischtuch und klarem Wasser entfernt der Roboter Staub von Vinylböden, Laminat, Fliesen oder Dielen. Einfache Flecken werden von dem Braava Jet M6 entfernt, größere Verschmutzungen sollten manuell entfernt werden.

Gute Hinderniserkennung: Ecovacs Deebot Ozmo T8 AIVI

Gute Hinderniserkennung

Ecovacs Deebot Ozmo T8

Der Deebot Ozmo T8 AIVI vereint Home-Monitoring, Wischroboter und Staubsauger in einem Gerät. Das soll auch den etwas höheren Preis rechtfertigen. Dank eines oszillierenden Mopps gibt es eine bessere Wischleistung als bei Geräten, die nur mit einem feuchten Tuch arbeiten. Über die Frontkamera werden Objekte wie Socken oder Schnürsenkel erkannt und umfahren. Zudem werden auch Bodenbeläge erkannt: So wird bei Textil oder Teppich die höchste Saugstufe abgerufen und Fliesen intensiver bearbeitet als Holzdielen. Im Wischmodus wird der Teppich nicht überfahren.

Nasswischen und Trockensaugen funktionieren separat: Die Ansaugeinheit und der Staubtank sind fest im Roboter integriert und arbeiten auch mit angestecktem Wischtank. Somit kann man immer Saugen oder Saugwischen, aber niemals nur Nasswischen. Im Lieferumfang befinden sich zwei Wischtanks: Ein 200-Milliliter-fassender Tank mit einer oszillierenden Platte und ein 250-Milliliter-großer mit Trägerplatte und einfacher Pumpe. Für eine oberflächliche, schnelle Reinigung eignet sich der 250-Milliliter-Tank – die Wischleistung ist hier nicht sonderlich hoch.

Anders sieht es bei dem oszillierendem Wassertank aus: Dieser ruckelt und entfernt zusammen mit zwei verschiedenen Wischmustern (gründliche versus schnelle Reinigung) sowie vier Wasserdurchflussstufen sogar fettigen, hartnäckigen Schmutz. Klebrige Flecken kann der Deebot Ozmo T8 allerdings nicht entfernen.

Über das Mapping in der App weist der Wischroboter auf Hindernisse hin, zeigt sie grafisch an und bietet nach dem Beseitigen der Hindernisse einen Nachreinigung an. Zusätzlich bietet das Mapping Mehrgeschoss-Karten und No-Go-Zonen. Der Roboter ordnet mithilfe der Raumstruktur die jeweilige Karte zu und arbeitet mit Räumen und No-Go-Bereichen.

Theoretisch kann die Kamera auch als bewegliche Wohnzimmerkamera genutzt werden, im Test ließ sich der Video-Manager in der App allerdings nicht öffnen. Andere Reviews berichten, dass der Roboter gesteuert über Pfeiltasten durch die Räume fahren kann, Video wird auf Knopfdruck aufgezeichnet. Ob es auch die Möglichkeit für geplante Überwachungsfahrten gibt, ließ sich nicht herausfinden. Außerhalb des Video-Managers gibt es hierfür keine entsprechende Optionen.

Der Deebot Ozmo T8 reinigte im Test 20 von 26 schmutzigen Stellen vollständig und ist somit ausreichend gründlich. Bei den verbliebenen sechs Schmutzstellen blieb entweder etwas liegen oder wurde über die Seitenbürsten verteilt. Das Gerät fährt Positionen nicht mehrmals an, dadurch war im Test das Erdgeschoss im Wischsaugen bereits nach 31 Minuten fertig gereinigt. Das Modell verfügt aber auch über einen Fortsetzungsmodus, in die Reinigung dem nach dem Aufladen einfach an der Abbruchposition fortgesetzt wird.

Die Lautstärke variiert je nachdem welche der vier Saugstärken eingestellt ist. Im Normalmodus war die Lautstärke moderat, nur durch den Teppich-Turbo steigt sie deutlich an. Der Staubtank lässt sich auf Knopfdruck entleeren, sodass man sich die Finger nur beim Ausschütteln des Filters schmutzig macht. Optional kann man in das Bundle investieren, in dem Wischroboter und Selbstentleerungsstation zusammen angeboten werden.

Nachteilig ist, dass die Bürsten-Lamellen-Walze kleine Schnüre und Haare aufwickelt. Diese müssen mit einem Cutter-Tool entfernt werden. Zudem ist der Staubtank nicht auslaufsicher, das Modell verfügt zudem nicht über einen Griff, der anzeigt, wie der Roboter gehoben werden sollte. Dadurch rieselt bei falscher Handhabung der Sand aus der Saugöffnung. Dies könnte durch eine kleine Rückschlagklappe verhindert werden.

Der Deebot Ozmo T8 von Ecovacs hat alltagstaugliche Oberflächen, die Räder, Tanks und Chassis scheinen solide. Das Gewicht der Basis schwer genug, dass sie rutschfest steht, das dicke Netzkabel lässt sich durch Aufwicklung kürzen.

Perfektes Mapping: Yeedi 2 Hybrid

Perfektes Mapping

Yeedi 2 Hybrid

Test: Yeedi 2 Hybrid
Der Yeedi reinigt gründlich und findet sich schon nach kurzer Zeit bestens in der Wohnung zurecht.

Der Kombi-Wischsauger Yeedi 2 Hybrid bietet beim Trockensaugen hervorragende Ergebnisse, beim Nasswischen sind sie brauchbar. Für ein besseres Ergebnis fehlen hier die Musterbewegungen bzw. der mechanische Druck. Für einen oberflächlichen Glanz genügt die Leistung allerdings.

Dafür kann das Modell mit seiner Gründlichkeit überzeugen: Im Test fuhr es alle 26 Schmutzstellen an, viele Bereiche sogar mehrfach, sodass nichts liegenbleibt. Für das Erdgeschoss im Test benötigte der Roboter zum Wischsaugen insgesamt 105 Minuten. Danach war der Boden auch vollständig schmutzfrei.

 

Die Lautstärke unterscheidet sich je nach gewählter Stufe: Die Saugkraft kann dreistufig, die Wischnässe vierstufig eingestellt werden. Die normale Saugkraft ist recht angenehm, in der leiseren Stufe kann man auch nebenher ein Buch lesen. Bei tiefen Fugen oder textilen Belägen ist die Saugkraft dann aber nicht mehr so gut.

Eine Fernbedienung gibt es bei diesem Modell nicht, alle Einstellungen werden in der App vorgenommen. Die Einrichtung geht schnell, außerdem kann man mit der App genau planen: Nach den ersten Fahrten wird ein detaillierter Grundriss erstellt. Dann schlägt die App Räume vor, die getrennt gereinigt werden können – so kann beispielsweise der Flur mehrmals täglich, das Wohnzimmer dafür nicht gesaugt werden. Zudem kann man No-Go-Bereiche festlegen.

 

Wischen und Staubsaugen funktioniert separat: Der Staubtank ist fix im Gerät integriert, zum Wischen wird der Wassertank mit Trägerplatte auf der Rückseite aufgesteckt. Wenn der Roboter wischen soll, klickt man den befüllten Wassertank ein. Nach dem Betrieb muss die Wischplatte entfernt werden, da sonst beispielsweise die Holzdielen geschädigt werden könnten. Daher ist die Ladebasis auch besser auf Fliesen aufgehoben. Zudem wird vom Hersteller empfohlen, den Wassertank nach der Nutzung zu entleeren.

Der Staubtank ist nahezu auslaufsicher, somit kann der Roboter angehoben und in allen Positionen gehalten werden. Größtenteils verhindert eine kleine Rückschlagklappe, dass Sand herausrieselt. Um die Bürsten-Lamellen-Walze wickeln sich zügig kleine Schnüre und Haare auf, die mit einem Cutter-Tool entfernt werden müssen. Dafür kann die Walze ganz leicht entnommen werden.

Tanks, Räder, Chassis und Bumper machen einen soliden und alltagstauglichen Eindruck. Die Basis ist zwar zu leicht, steht aber dank sehr guter Gummierung sicher auf glatten Unterböden. Das Kabel kann durch Aufwickelung aufgeräumt werden. Die mattweiße Oberfläche des Yeedi 2 Hybrid gefällt weniger: Diese ist schnell verschmutzt und sie vergilbt je nach Sonneneinstrahlung.

Für die ganze Etage: Medion MD 18379

Für die ganze Etage

Medion MD 18379

Wischroboter Test: Medion Md 18379
Vor allem für die Reinigung einer ganzen Etage ist der MD 18379 dank des großen Tanks und der langen Laufzeit super geeignet.

Der Wischroboter MD 18379 von Medion hat eine Laufzeit von 87 Minuten, Schlieren gibt es keine und der Reinigungseffekt ist dank Frisch-/Schmutzwassertank auch groß. Seine Bedienung ist einfach. Man wählt aus zwischen Punktreinigung, dem Flächenmodus und der Automatik- oder Wandreinigung. Hier befährt das Gerät auch die angrenzenden Räume.

Sprechen kann er auch. Eine weibliche Stimme kommuniziert auf Englisch mit einem, so etwa »cleaning starts soon.« oder »please check dirty water tank«. Das hilft, denn so muss man sich nicht erst mit der Anzeige auseinandersetzen um zu wissen, was das Problem ist und welcher Status erreicht wurde. Eine Fernbedienung ist auch dabei, bei der gibt es die Fahrtmodi und eine manuelle Steuerung mit Richtungstasten.

Oft stellte der Roboter seine gute Laufzeit von 87 Minuten unter Beweis und wir haben ihn im Test auch zu einigen Reinigungsaufträgen geschickt. Hat man also etwa drei Räume, die kleiner sind und je 10 Quadratmeter haben, mag eine Akkuladung ausreichend sein, zwischendurch muss dann nur einmal Wasser nachgefüllt oder Schmutzwasser entleert werden. Der Schmutzwassertank ist etwas größer als der Klarwassertank, außerdem bleibt das Frischwasser ja auf der Fläche, so muss man das Wasser zwischendurch nachfüllen. Der Schmutzwassertank muss erst entleert werden, wenn die 87 Minuten um sind.

Egal ob Automatik- oder Flächenmodus – wie bei den Saugrobotern kommen hier Ecken und Ränder zu kurz. Nach der Flächenreinigung müssen mit dem passenden Modus die Wände abgefahren werden. In den Ecken kann dieses Gerät nicht reinigen, bei Hindernissen reinigt er mit 7 Zentimetern Abstand. Somit sollten Stühle vor der Reinigung hochgestellt werden. Gut fanden wir seine Zuverlässigkeit, er ist immer an seinen Ausgangspunkt zurückgekehrt.

Mit dem MD 18379 bekommt man ein stabiles Gerät mit 3,6 Kilo. Die Tanks für Frisch- und Schmutzwasser sitzen nicht im Korpus, sie sind ein eigener Teil. Das Tankkabel wird vom Roboter abgeklappt. Übrig bleibt dann das fahrbare Gehäuse inklusive Akku, Steuereinheit und Antrieb. So kann man sich beim Entleeren, Reinigen und Befüllen um die Tankeinheit kümmern. Vorteilhaft ist das, weil der Tank so komplett in die Spüle eingetaucht werden kann und dann etwa mit einem Flaschenreiniger, der mit dabei ist, gereinigt werden kann. Roboter und Tankeinheit passen solide und sauber ineinander. Einen guten Eindruck hatten wir auch vom Antrieb.

Mit dem MD 18379 haben wir tatsächlich einen Zeitgewinn festgestellt, der Bedienaufwand, also Befüllen, ihn in Position bringen und die Ladestation einsetzen sowie die Reinigung, also das Schmutzwasser ablassen und Rolle und Tank reinigen ist relativ gering. Der Fußboden war danach sichtbar sauber. Dank Schmutzwasserabsaugung werden grobe Schmutzpartikel und Flusen auch mit in den Tank befördert, sie bleiben also nicht liegen. Schlieren gibt es auch nicht, da sich die Antriebsräder vor der Reinigungsrolle befinden. Dank rotierender Reinigungsrolle und Schmutzwasser-Absaugung ist der Bedienaufwand geringer und der Fußboden trotzdem sauber.

Was gibt es sonst noch?

Mit dem Proscenic M6 PRO kann man sowohl saugen als auch wischen. Für das Trockensaugen steht ein 400 Milliliter großer Solo-Staubtank bereit, der Kombi-Tank für Wischen und Saugen fasst 300 Milliliter Staub und 200 Milliliter Wasser. Es können maximal fünf Karten für die gezielte und planmäßige Reinigung von Räumen, Wohnungen und Etagen angelegt werden. Der Proscenic erreicht in puncto Reinigungsleistung und Gründlichkeit ein passables Ergebnis. Für eine gründlichere Reinigung kann man die zweimalige Reinigung aktivieren. Die Wassermenge lässt sich per App in drei Stufen einstellen.

Die Basisstation hat zwei Ladekontakte, Kabelwickel sowie rutschhemmende Füße. Eine feuchtigkeitsresistente Grundplatte gibt es leider nicht, sodass der Roboter mit Kombi-Tank immer auf Fliesen abgestellt werden sollte. Die Laser-Navigation des Proscenic M6 PRO arbeitet exakt, sodass der Wischroboter nur sehr selten an Möbel oder andere Hindernisse stößt. Mit 9,4 Zentimeter Höhe passt das Gerät aber nicht unter alle Möbelstücke. Hindernisse, die sich nur wenige Millimeter über dem Laser-Turm befinden, werden nicht erkannt. Auch im leisen Modus ist der Roboter beim Saugwischen noch deutlich zu hören.

Der ZACO A9s bietet zwei Tanksysteme: Mit dem Saugtank kann man trocken aufsaugen, mit dem Kombi-Tank nass wischen und saugen. Der Saugtank kann 600 Milliliter an Staub und Schmutz aufnehmen, der Kombi-Tank hat durch die 300-Milliliter-Wasserfüllung dafür etwas weniger Volumen zur Verfügung. Mit 7,5 Zentimetern passt der Wischroboter unter fast jedes Bett und jeden Schrank. Der oszillierende Wischmopp bringt zwar etwas mehr mechanische Kraft auf die Fläche, eine gründliche Fleckenreinigung erreicht man aber nicht. Ein Mapping mit Raumplanung und No-Go-Zonen ist nicht möglich, die Wasserabgabe kann in drei Stufen verändert werden. Die Reinigungsleistung ist leider auch in der höchsten Saugstufe nicht sehr gründlich. Mit der mitgelieferten Gummi-Lamellenwalze kann das Gerät auch auf textilen Bodenbelägen verwendet werden.

Der Ecovacs Robotics Deebot Ozmo 610 ist eigentlich ein Saugroboter, kann mit seinem zusätzlichen Wassertank und der Pumpe aber auch wischen. Sogar Saugen und Wischen gleichzeitig. Möchte man nur Saugen, so lässt man das Gerät erst ohne Tank fahren, nur zum Saugen. In den Tank passen 300 Milliliter hinein, rückseitig schiebt man ihn in den Sauger. Jedoch ist der Staubbehälter mit 380 Millilitern eher klein und beim Saugen ist die Gründlichkeit auch nicht perfekt, wenn es um eine ganze Etage geht. Klebt der Schmutz, kapituliert das Gerät, schließlich zieht er auch nur einen Wischmopp hinter sich her.

Der IKOHS Netbot S15 überzeugt mit cleverer Wischfunktion und attraktivem Preis. In den Tank passen 450 Milliliter, das ist ausreichend für 60 bis 80 Quadratmeter. Praktisch ist, dass die Flusen in eine eigene Kammer eingesaugt werden, so muss man davor nicht unbedingt saugen. Das Wischen ist aber trotzdem kraftlos und eher ein »mit dem feuchten Lappen drübergehen«. Jede Aktion wird vom Gerät auf Englisch verbal quittiert. Auf der Fernbedienung gibt es für jede der Aktionen eine separate Taste, auch für den Wischmodus. Über die Fernbedienung kann man auch den Timer einstellen, ansonsten auch über die App. Daher möchten wir ihn aber eher nicht empfehlen. Auch wenn er an sich brauchbar ist, zahlt man dann ab Jahr zwei 41 Euro für Seitenbürsten, Bürstenrolle und zwei der HEPA-Filter.

Der Blaupunkt Bluebot Xboost! kann gleichzeitig saugen und wischen hat dafür einen Saugtank und einen Kombi-Tank. Er ist nur 7,6 Zentimeter hoch und passt so unter fast jeden Schrank. Das Mapping dient hier nur Kontrollzwecken und die Wassermenge ist nicht steuerbar. Die Basis-Station ist zu leicht, sodass der Roboter sie schnell verschiebt und dann nicht mehr andocken kann. Das Wischergebnis ist eher schwach: In Fugen bleiben Reste liegen und Flecken werden nicht richtig entfernt.

Der Eufy RoboVac L70 Hybrid besitzt nur einen Kombi-Tank für Wasser und Schmutz: Der Schmutztank fasst 450 Milliliter, die Wassermenge beträgt 120 Milliliter. Zum Wischen muss also nur noch die Wischplatte mit Tuch unter das Gerät geklickt werden. Das Wasser wird eigenständig vom Roboter darauf gepumpt. Die Wassermenge kann nach Bedarf reguliert werden. Über das Mapping können No-Go-Zonen eingerichtet werden, oder das Erdgeschoss in zwei Zonen aufteilen und den Wischroboter zielgerichtet in den verschiedenen Zonen arbeiten lassen. Das Wisch-Ergebnis ist aber etwas schwach und mit der Bauhöhe von 10 Zentimetern kann das Gerät auch nicht unter allen Möbeln wischen.

Der ZACO V80 arbeitet zweiteilig: Zum Saugen benutzt man den 750-Milliliter-großen Trockentank, zum Wischen den Nasstank. Die jeweiligen Tanks enthalten entweder den Staubsaugermotor oder die Wasserpumpe. Im Alltag kann das stetige Wechseln lästig werden und das Reinigungsergebnis kann auch nicht ganz überzeugen. Mit einer direkten Ansaugöffnung ist der Roboter optimal für Tierhaare und Hartböden. Zeitsteuerung und Reinigungsmodus werden auf dem Display am Gerät eingestellt. Außerdem gibt es eine Fernbedienung.

Wissenswertes über Wischroboter

Unter Wischrobotern versteht man meist Saugroboter, die zusätzlich eine Wischfunktion haben. Es sind aber reine Wischroboter erhältlich. Bei Kombi-Geräten ist zusätzlich ein Wassertank und ein Wisch-Unterbau angebracht. Das ist im Grunde nur ein flaches Brett mit einem Putzlappen. Aus dem Wassertank strömt das Wasser selbstständig heraus, alternativ wird es mit einer Pumpe auf den Lappen tropfenweise aufgebracht.

Medion MD18379: durch diese Düsen gelangt das Frischwasser auf den Fußboden
Medion MD 18379: Über die Düsen gelangt das Frischwasser auf den Boden.

Eine weitere Möglichkeit ist das Auftragen von Wasser über Sprühdüsen. Die spritzen dann in regelmäßigen Abständen Wasser auf den Boden und der Lappen verteilt es oder es wird von der Putzrolle aufgenommen.

Meist kann man den Tank entnehmen und dann einfach am Waschbecken nachfüllen. Eher selten ist er fest ins Gerät integriert.

Medion MD18379: der Wischroboter besteht aus zwei Teilen, den Tanks und dem Roboter.
Medion MD 18379: zwei Teile – Tanks und Roboter.

Wie ist das Reinigungsergebnis?

Wischroboter sind für die Oberfläche zuständig. Feuchtes Wischen beseitigt den letzten Staub, sodass die Oberflächen sauber werden und glänzen.

Aber mehr sollte man von so einem Gerät nicht erwarten. Trockene oder fettige Flecken kann weder Wischroboter noch Kombi-Gerät.

Medion MD18379: hinter der Reinigungsrolle zieht eine Wischlippe das Wasser ab
Medion MD 18379: eine Wischlippe beseitigt das Wasser.

Soll heißen, für den tägliche Gebrauch sind die Geräte geeignet, für die richtige Grundreinigung ist der Wischmopp aber doch unverzichtbar.

Und Teppich?

Manche Wischroboter können über Teppich fahren, andere nicht. Das liegt an der Konstruktion. Beim Braava liegt das gesamte Gewicht auf dem Putzlappen, dadurch ist die Reinigungswirkung besser.

Kombi-Geräte können aber meist zumindest über flache Bodenbeläge fahren. Je nach Bodenbelag sollte man vor der Kaufentscheidung aber überprüfen, was das Gerät kann.

Wartung, Verbrauchsmaterial und Bodenschäden

Gereinigt wird mit Reinigungsrollen oder Nasswisch-Mikrofasertüchern. Die Rollen oder Tücher lassen sich in der Maschine oder per Hand waschen und man kann sie mehrere Wochen verwenden.

Für ein 3er-Set zahlt man zwischen 13 und 20 Euro. Werden sie stark gebraucht, kommt man auf mindestens 15 Stück pro Jahr.

Außerdem wollen noch HEPA-Filter, Seitenbürsten und Walzenbürste gewechselt werden.

Walzenbürste und Seitenbürsten wollen zudem regelmäßig von Haaren befreit werden. Auch den Wassertank sollte man etwa alle drei Monate mithilfe einer Reinigungsflüssigkeit oder mit Essig saubermachen.

In den Tank passen meist zwischen 120 und 850 Milliliter. Die Wohnung überschwemmen kann das Gerät damit nicht.

Wenn es blöd läuft und sich der Roboter verheddert, kann er dennoch liegenbleiben und mit ihm das nasse Tuch. Bei Echtholzparkett oder Holzdielen kann es dabei zu Flecken und bleibenden Schäden kommen. Das Gleiche kann passieren, wenn das Gerät nach der Arbeit einfach stehen bleibt oder mit dem feuchten Tuch in die Basisstation fährt.

Um das auszuschließen, sollte die Ladestation auf Fliesen stehen oder man nimmt eine wasserunempfindliche Unterlage. Für den Fall einer Störung sollte man auch in der Nähe sein.

Aufgrund dieses Nässeproblems gibt es auch Hersteller, die auf festlegbare Arbeitszeiten verzichten. Diese Roboter kann man so nur manuell starten.

 

Medion MD18379: fährt nicht in die Ladestation hinein, er muss manuell eingesetzt werden.
Den Medion MD 18379 muss man in die Ladestation einsetzen.

So haben wir getestet

Wir haben in mehreren Etappen Wischroboter getestet. Wichtig war dabei vor allem die Relation von Kosten und Nutzen. Ist man mit einem Wischmopp schneller und gründlicher?

Wir haben uns die Geräte genau angesehen und im eigenen Haushalt getestet. Einige Fragen waren dabei besonders wichtig.

Interessiert hat uns, wie aufwändig die Bedienung ist. Als Beispiel: mit einem Wischmopp ist das Erdgeschoss in 30 Minuten sauber, dazu gehört das Befüllen des Eimers, sowie das Wegräumen. Beim Roboter dauert das länger und so gründlich ist er auch nicht. Das Gerät erreicht nicht jede Ecke und damit alles gereinigt werden kann, müssten sämtliche Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Beim Wischmopp muss man da nicht ganz so konsequent sein.

Für die Fahrt muss man den Roboter in Position bringen und danach wieder einsammeln, außer wenn er von der Ladestation losfährt.

Die Programme kann man entweder direkt am Gerät per Taste oder per App oder Fernbedienung wählen. Wir fanden Fernbedienung und Tasten für die Praxis besser, das Smartphone beim Putzen stört eher. Zumindest eine Punktreinigung und ein Flächenmodus sollte vorhanden sein, außerdem Eck- und Randfahrt.

Wichtige Punkte sind auch, wie oft man das Wasser nachfüllen muss, denn teils sind die Tanks winzig. Die Reinigung des Tanks braucht auch etwas Zeit, ebenso die der Wischtücher. Nutzt man nur Frischwasser, dann will der Wassertank alle paar Monate mit Essig oder Reinigungsmittel saubergemacht werden.

Sofern ein Schmutzwassertank vorhanden ist, sollte dieser auch nach zwei bis drei Wochen mit Reinigungsmittel gespült werden. Per Hand kann man meist die Wischtücher spülen und teils dürfen sie auch in die Waschmaschine.

Getestet wurde auf Parkett und Fliesen. Auf den Fliesen haben wir auch die punktuelle Reinigung ausprobiert und hierfür auf den Boden einmal Quark und einmal Schokolade verschmiert. Wir wollten sehen, ob fettige und eingetrocknete Reste beseitigt werden können.

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