Mühelos sauber Test: Roboter

Saugroboter im Test : Mühelos sauber

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Update 21.12.2020

Staubsaugen ist sicher keine Beschäftigung, der die meisten gerne nachgehen. Wenn es schon Roboter gibt, die das Rasenmähen für einen übernehmen, warum dann nicht auch einen fürs Staubsaugen kaufen? Wir haben 32 Saugroboter ausführlich getestet.

Update 21. Dezember 2020

Sechs weitere Saugroboter haben wir getestet. Neue Empfehlungen sind nun der Yeedi K650 und der Xiaomi Roborock S6.

2. Oktober 2020

Nach dem Test drei neuer Saugroboter gibt es eine neue Empfehlung: Den Eufy Robovac 11S Max.

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Sebastian Jentsch
Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Regelmäßige Grundreinigung durch einen Roboter: Wir haben das getestet und uns 32 Staubsaugerroboter angesehen.

Modelle mit und ohne rotierende Bürste waren dabei, die ideale Bauart hängt aber von der Ausstattung der Wohnung oder des Hauses ab. Gibt es größtenteils glatte Oberflächen oder Fliesen? Dann eignen sich Saugroboter ohne eine rollende Bürste, bei Teppichen dagegen geht ohne Bürste fast nichts. Auch bei glatten Flächen sind Geräte mit Bürste aber im Vorteil, so wird etwas mehr Schmutz gelöst.

Aber glatte Flächen haben auch ein paar Problemzonen, etwa schmale Fugen. Die werden nicht gründlich gereinigt und alle paar Wochen muss man per Hand nachhelfen. Hat man Teppiche, so eignen sich die Saugroboter nur für Beläge mit niedrigem Flor, bei Langflorteppichen dagegen bleiben sie stecken. Dafür eignet sich dann ein Gerät mit zwei Walzenbürsten, die gegenläufig rotieren. Aber auch diese Geräte können Probleme mit Läufern oder Teppichen bekommen, die einzeln liegen und lange Quasten haben. Die Quasten werden von den Walzen gerne aufgewickelt.

Einige Roboter können zudem auch wischen, für die haben wir aber einen separaten Test zu Wischrobotern gemacht.

Hohe Raumabdeckung: iRobot Roomba e5

Hohe Raumabdeckung

iRobot Roomba e5

Test Staubsauger-Roboter: iRobot Roomba e5
Hohe Raumabdeckung und sehr gründlich – speziell auf Teppich: Der Roomba bietet einiges fürs Geld.

Beim iRobot Roomba e5 gibt es viele Vorteile: Die Reinigungswalze verfilzt nicht, da sie keine Bürsten hat, sondern Gummi und Lamellen. Damit lassen sich textile Bodenbeläge bei niedrigem bis mittlerem Flor gut behandeln. Wird dabei Staub aufgewirbelt, so wird es aufgesaugt. Weitere Vorteile sind die Batterielaufzeit von 78 Minuten und die Gründlichkeit. Auch für eine große Etage eignet er sich, nach der Zwischenladung setzt er die Arbeit wieder fort.

Wir konnten nicht genau nachvollziehen, ob die Schmutzerkennung Dirt Detect funktioniert. Zumindest verlangsamt das Gerät gelegentlich seine Fahrt und widmet sich einem Bereich dann intensiv. Jedoch macht er das auch dort, wo kein offensichtlich erkennbarer Schmutz liegt.

Die Gründlichkeit im Test lag bei 64 Prozent, das ist ein guter Wert. Die Raumabdeckung lag hier bei 92 Prozent, andere Roboter können das jedoch auch, bei 90 Prozent lag der Durchschnitt im Test.

In der App kann man für eine sieben-Tage-Woche Zeitpläne festlegen. Der Roboter ist ebenfalls mit einer Mapping-Funktion ausgestattet, aufgezeichnet wird aber kein Grundriss und auch Bereiche können nicht ausgeschlossen werden.

Der Staubbehälter lässt sich angenehm leicht ausleeren, einfach aus der Rückseite herausziehen und dann den Behälter entleeren. Man kann den Filter ebenso leicht abnehmen und ausklopfen.

Hinein passen 0,6 Liter, so muss man die Box auch nicht jeden Tag ausleeren. Die Gefahr beim Tragen ist allgemein, dass Staub herausrieselt, hier gibt es immerhin einen Tragegriff, der ausgeklappt werden kann.

Die Kosten für Verbrauchsmaterial pro Jahr belaufen sich auf etwa 25 Euro, das ist recht wenig. Mit dabei ist eine virtuelle Wand, die sichert entweder einen Umkreis von einem Meter ab (Leuchtturm-System) oder sperrt mit der Lichtschranke einen Teil des Raumes. Die WLAN-fähigen Modelle sind zudem kompatibel mit Alexa.

Fürs ganze Haus: Neato Robotics Botvac D7 Connected

Fürs ganze Haus

Neato Robotics Botvac D7 Connected

Test Saugroboter: Neato Robotics Botvac D7 Connected
Der Roboter fürs ganze Haus: Mit 100 Minuten Laufzeit und großem Staubbehälter ist der Botvac D7 auch für längere Einsätze gerüstet.

Der Neato Robotics Botvac D7 Connected kostet 600 Euro, ist pflegeleicht, robust und komfortabel. Mit diesem Gerät kann man das ganze Haus inklusive unterschiedlicher Etagen reinigen.

Botvac D7 App: Karte der Etage - Zonen und No-Go-Bereiche markiert
Botvac D7 App: Die Karte mit No-Go-Bereichen und Zonen.

Für jede der Etagen legt das Gerät dafür eine Karten an, in diese können Sie dann No-Go-Linien zeichnen, etwa da wo der Fressnapf des Haustieres steht. Zudem kann man Zonen markieren, wohin das Gerät dann zielgerichtet hinfährt.

Für den Zeitplan bei den zeitgesteuerten Reinigungsfahrten sind die Zonen aber nicht aktiv. Die Fahrt in den Flur oder zum Esstisch kann man per App manuell starten, so muss das Gerät nicht getragen werden.

Im Test haben wir bei einer großen Etage eine durchgehende Laufzeit von 100 Minuten bekommen, beim Erdgeschoss mit 60 Quadratmetern und drei Zimmern brauchte er 50 Minuten, eine Fortsetzungsladung war nicht nötig.

Man kann dieses Gerät auch ohne die Ladestation in jede Etage setzen. Anhand der Raummerkmale erkennt er, auf welcher der Karten er ist und kann somit auch die No-Go-Linien beachten und die ausgewählten Zonen anfahren.

Neato Robotics Botvac D7 Connected: Hinter dem Filter sammeln sich Flusen, die nicht ausgeklopft werden können.
Neato Robotics Botvac D7 Connected: Flusen hinterm Filter, ausklopfen kann man sie nicht.

In den Staubtank passen 0,7 Liter, er lässt sich leicht entleeren, aber dazu sollte man ihn gleich über einen Mülleimer halten, da sonst schnell etwas daneben geht.

Beim HEPA-Filter gibt es eine Abdeckung, man kann ihn ausklopfen. Jedoch sammeln sich hinter der Siebabdeckung Flusen, der Filter setzt sich zu und man muss ihn nach maximal zwei Monaten ersetzen. Für einen Zweier-Pack zahlt man 30 Euro.

Neato Robotics Botvac D7 Connected: Kombi-Bürste für Teppich und glatte Beläge
Neato Robotics Botvac D7 Connected: eine Kombi-Bürste.

Will man das Gerät ohne Planungsmöglichkeit per App lieber manuell starten, geht das per Knopfdruck. Am Gerät kann man manuell Punktreinigung oder Flächenmodus (für die Etage) wählen.

Alle Neato-Geräte im Test hatten aber eine geringe Sauberkeitsquote, von 25 werden durchschnittlich 10 Schmutzpunkte überhaupt nicht gereinigt, bei anderen sind Reste liegengeblieben. Bei der nächsten Fahrt wurden diese Stellen dann aber größtenteils gefunden und doch noch sauber. »Sofort sauber« war hier aber nichts.

Die Geräte von Neato saugen auch Schmutz aus breiten oder tiefen Fliesenfugen, in die Ecken gelangen sie wegen ihrer D-Form aber nicht richtig. Die Bauhöhe samt »Laser-Turm« mit 10 Zentimetern ist ein weiterer Nachteil, wenn das Gerät nicht mehr unter Möbel passt. Auch die Lautstärke könnte ist nicht ganz angenehm, die Geräte rumpeln und quietschen eher.

Erstklassige Navigation: Xiaomi Roborock S6

Erstklassige Navigation

Xiaomi Roborock S6

Test Saugroboter: Xiaomi Roborock S6
Cleveres Mapping, fährt Räume zeitgesteuert unterschiedlich oft an, einfache Entleerung des großen Staubbehälters & Wischfunktion

Im letzten Test konnte sich der Xiaomi Roborock S6 noch keine Empfehlung sichern, nun wurde vom Hersteller der quietschende Antrieb entweder beseitigt oder es handelte sich bei unserem Testgerät um einen Einzelfall.

Das Modell ist ein technisch ausgereifter Saugroboter, der mit einer erstklassigen Naviagtion ausgestattet ist. Über die App können im Mapping viele Details eingestellt werden: Es können No-Go-Bereiche festgelegt werden, das Gerät erkennt zudem einzelne Räume und kann die per Zeitsteuerung unterschiedlich häufig anfahren.

So kann der Flur täglich, dafür das Arbeitszimmer jedoch nur alle zwei Tage gereinigt werden. Außerdem können Reinigungszonen über die Räume gelegt werden, die der Roboter nacheinander abarbeitet. Dem Roborock S6 werden so Reinigungsschwerpunkte genannt. Das Gerät kann auf deutsch, aber auch auf vielen anderen Sprachen genutzt werden.

Die App ist für ein SmartHome-Universum aus Xiaomi-Geräten (oder IFTT) konzipiert. So können weitere Geräte integriert werden, die durch Szenen und Regeln miteinander arbeiten. So reinigt beispielsweise der Saugroboter den Flur, nachdem dort ein Bewegungssensor Personen erkannt hat.

Der Roborock bietet einen 150 Milliliter großen Wisch-Unterbau plus tropfwassersicherer Basis. Dennoch sollte man ihn deswegen nicht als Wischroboter nutzen: Das Gerät bemerkt nicht, wenn kein Wasser mehr vorhanden ist oder ob der Wischlappen getauscht werden muss. Die Wischleistung reicht zudem nur für einen oberflächlichen Glanz.

Die Saugleistung ist da schon besser: Der Staubtank fasst 480 Milliliter und ist leicht zu leeren. Zudem ist die Verarbeitung solide und in der Rolle finden sich auch bei häufigem Gebrauch nur sehr wenige Haare.

Die Gründlichkeit des Roboters von Xiaomi ist allerdings etwas unterdurchschnittlich. Die überwiegende Zahl der verschmutzten Stellen werden zwar von ihm gefunden, aber nicht vollständig gereinigt, sodass Reste liegen bleiben. Die beseitigt er dann aber beim nächsten Einsatz.

Im Test hat der Roborock für die Reinigung von 60 Quadratmetern durchschnittlich 30 Minuten gebraucht. Der Akku hält im Leise-Modus bis zu 142 Minuten durch. Auch 100 bis 150 Quadratmeter sind kein Problem für das Modell, wenn es nicht die ganze Zeit im Turbo-Modus arbeitet. Das Gerät erkennt auch automatisch Teppiche und erhöht dann die Saugkraft.

Für ein kleines Budget: Yeedi K650

Für ein kleines Budget

Yeedi K650

Test: Yeedi K651g
Leise, keine verfilzte Bürste - ideal für Tierhaare, Feucht Wischen optional, Tank auslaufsicher

Eine brauchbare Gründlichkeit bietet der günstige Yeedi K650: Von den 26 getesteten Punkten wurden 19 zu 100 Prozent sauber, sechs wurden angefahren, doch blieben Reste liegen. Im Lieferumfang ist eine wartungsarme Gummiwalze sowie eine Kombi-Walze mit Lamellen und Bürsten enthalten. Die Gummiwalze ist besonders interessante für Tierbesitzer, da hier nichts verfilzen kann. Besonders in Fliesenfugen oder an Übergängen von Teppich zu Hartboden macht die reine Gummiwalze allerdings nicht gut sauber. Hier eignet sich die Kombi-Bürste besser.

Die Navigation des K650 erfolgt über Gyroskop und Infrarot, nicht per Kamera oder Laser. Der Roboter stößt mit dem Bumper öfter an niedrigere Objekte und lernt auch nicht dazu. In der App findet sich dementsprechend auch kein fortschrittliches Mapping. Hier gibt es nur Saugstärke, Reinigungszeiten und Wassermenge für den Wisch-Unterbau.

Der Tank ist nahezu auslaufsicher. Dank einer kleinen Rückschlag-Klappe rieselt kein Sand heraus. Die Kombination aus Schmutz- und Wassertank wird nach hinten angesteckt bzw. abgezogen, sodass man den Roboter selten anheben muss. Der Tank fasst 500 Milliliter, im 300 Milliliter großen Wassertank sitzt die Staub-Box und kann zum Entleeren entnommen werden. Es müssen immer Staubbox und Wassertank zusammen vorhanden sein, nur mit der Staubbox geht es nicht. Zum Trockensaugen kann aber die Wischmop-Trägerplatte abgenommen werden.

Die Basis des K650 kann nicht überzeugen: Sie ist zu leicht und wird so vom Gerät oft verschoben. Zudem kann das dünne Kabel des Stecker-Netzteils nirgendwo aufgewickelt werden, so kann sich der Roboter daran festfahren. Der Filter muss bei fast jeder Entleerung gereinigt werden. Dies ist bei diesem Modell mühsam, da der dünne Vorfilter und der Hauptfilter richtig eingelegt werden müssen. Dies ist aber bei sehr vielen Geräten so der Fall, auch bei teureren.

Im Test ist die WLAN-Verbindung mit verschiedenen Netzwerken und Smartphones auch im vierten Versuch nicht geglückt. Daher konnte die App nicht eingesehen werden.

Der Yeedi K650 ist der richtige Saugroboter für Nutzer mit einem kleinen Budget, bei dem es trotzdem ohne viel Aufwand und leise zugehen soll.

Hoher Komfort: iRobot Roomba i7+ (i7558)

Hoher Komfort

iRobot Roomba i7+ (i7558)

Der iRobot Roomba i7+ hat eine Clean Base, die fungiert als Ladebasis und zugleich als Absaugstation, so muss man nicht dauernd mit dem Schmutztank hantieren. Wir finden vor allem den Komfort gut, den das Gerät bietet.

Wenn das Gerät in die Station fährt, kommt es zur lautstarken Entleerung. Das Gleiche passiert, wenn die Akkuladung für die ganze Etage nicht reicht und eine Zwischenladung braucht. Gelagert wird der Schmutz in der Clean Base, in einem Beutel, der geschlossen ist. Da passt der Inhalt von etwa 30 Staubbehältern hinein.

iRobot Roomba i7+ (i7558): Einmal-Beutel in der Station
iRobot Roomba i7+ (i7558): Einmal-Beutel in der Station.

Das sind aber Einweg-Staubsaugerbeutel und werden vollständig entsorgt. Drei davon kosten etwa 20 Euro. Wir empfehlen, die Nutzung dieser Einweg-Staubsaugerbeutel zu verlängern, indem man etwa eine der Ecken einschneidet und sie nach dem Ausleeren mit einem Tüten-Clip verschließt.

Somit bekommen wir hier die komfortabelste Lösung, die kein anderes Gerät in unserem Test bietet. Natürlich muss man sich trotzdem noch um die Staubbox kümmern, denn der HEPA-Filter verschmutzt dennoch und man muss ihn einmal pro Woche ausklopfen. Größere Papierschnipsel oder anderes sperriges Material bleiben zudem gerne im Tank hängen, die muss man dann händisch entfernen. Dabei kann man den Tank dann auch noch mit Wasser ausspülen, nicht aber den Filter, der muss ausgeklopft werden.

iRobot Roomba i7+ (i7558): Fährt zielgenau und schnell zu seiner Station und lässt sich entleeren. Perfekt!
iRobot Roomba i7+ (i7558): Zielgenau fährt in in die Station, um sich entleeren zu lassen.

Noch ein Pluspunkt sind die Gummiwalzen, die nicht verfilzen. Bei Fugen und Ritzen haben sie zwar gelegentlich Schwierigkeiten, aber dafür muss man nicht andauernd aufgewickelte Haare von ihnen entfernen.

Durch die Seitenbürste wird der Schmutz auch mal zerstreut, nach der Reinigung kann also noch ein wenig übrig bleiben. Beim nächsten Durchgang sind diese Reste aber auch beseitigt.

Bei unserer Etage konnten war die Raumabdeckung gut, beinahe alle Schmutzpunkte hat er angefahren. Ohne Zwischenladungen kommt er auf 86 Minuten Saugarbeit im Normalmodus.

iRobot Roomba i7+ (i7558): kartiert ihre Räume, die dann in einzelne Zonen aufgeteilt und benannt werden. So kann der Roboter zielgenau einzelne Räume anfahren!
iRobot Roomba i7+ (i7558): Er kartiert die Räume.

Bei iRobot gibt es mit Imprint eine intelligente Kartierung. Nach zwei oder spätestens drei Reinigungsfahrten wird gemeldet, dass es nun von den Räumen eine vollständige Karte gibt. Dann können in der Smartphone-App Bereiche voneinander abgegrenzt werden und man kann sie benennen, etwa Büro, Esszimmer und Wohnzimmer.

Nun kann man die Räume in die Planung aufnehmen. So ist es dann möglich, jeden Tag Esszimmer und Flur reinigen zu lassen, aber das Büro nur alle drei Tage. Dieses Planungsniveau ist fast einzigartig im Test.

Was nun, wenn das Gerät in unterschiedlichen Etagen eingesetzt wird? Er überschreibt dann keine der Karten, sondern legt separate Karten an. Anhand von visuellen Fixpunkten unterscheidet er, wo er sich im Augenblick befindet.

Das Gerät beherrscht angeblich visuelle Lokalisierung. Dafür gibt es eine Kamera, iAdapt 3.0. Wir konnten durch reines Beobachten aber nicht erkennen, ob er wirklich visuelle Markierungspunkte erstellt.

Das Mapping über zwei Etagen funktionierte gut, eine Orientierungsfähigkeit trauen wir ihm also durchaus zu. Außerdem fährt er sehr zielgenau zur Station zurück, kaum eines der anderen Testgeräte schaffte das so schnell.

Was gibt es sonst noch?

Der Medion MD19511 ist das neue Basismodell des Herstellers. Der Aufbau ist gleich, nur dass das Gerät jetzt in Bahnen und nicht mehr im Zickzack fährt. Im automatischen Betrieb kommen erst die Ränder, dann die Flächen und das gründlich. Der Saugroboter fährt bis zum letzten Akkurest und beseitigt somit fast jeden Schmutz – auch in Fliesenfugen. Statt mit Bürsten läuft er mit Ansaugung und das 132 Minuten, ideal also für 60 bis 70 Quadratmeter. Leider ist aber die Entleerung mühsam  und der Staubbehälter sehr klein. Außerdem ist die Basis zu leicht, wird dadurch verschoben und durch den kleinen Ladekontakt wird das Aufladen des Gerät zu einer fummeligen Angelegenheit.

Der Kyvol Cybovac E30 ist ein flaches Gerät, fährt in Bahnen und hat einen Durchflusssensor – bei den Fliesenfugen half der allerdings nicht, auch im Max-Modus blieb Schmutz liegen. Dafür hat er einen großen Tank und kann einfach entleert werden. Im Lieferumfang ist zudem ein Magnetband zum Absperren einiger Bereiche mit dabei. Mithilfe der Fernbedienung kann man eine Reinigungszeit vorprogrammieren. Die App, die sicher noch mehr kann, konnten wir allerdings nicht nutzen: Wegen einem Bug konnten wir uns nicht registrieren.

Gut für Allergiker: Die Staubbox des Vorwerk Kobold VR300 kann mit einem Bodenstaubsauger abgesaugt und so der Kontakt mit dem Schmutz vermieden werden. Die Navigation des Geräts ist sehr spannend: Der Roboter legt Grundrisse jeder Etage an, in denen auch Gebiete ausgegrenzt werden können und das ganz ohne Magnetband, physische Barriere oder Lichtschranke. Es können auch Spots vergrößert, eine Intensivreinigung eingestellt oder eine Zeit festgelegt werden. Der Kobold VR300 ist robust und auch für große Flächen geeignet, da er bei niedrigem Akku zwischenlädt. Zudem besitzt er eine Kletterhilfe und kann bis zu zwei Zentimeter überwinden. Allerdings ist das Gerät sowie auch die Wartung teuer und der Sauger recht laut.

Der AEG RX9-1 ist kompakt und eignet sich für jeden Bodenbelag, flach ist er aber nicht unbedingt. Deshalb passt er auch nicht unter jedes Möbelstück. Mapping beherrscht er, es wird beim Reinigen also jedes Mal ein Grundriss von der Etage oder des Raumes angelegt. Hier haben wir es aber mit Kontroll-Mapping zu tun, virtuelle Grenzen kann man da nicht ziehen. Der Staubbehälter ist angenehm groß, die Betriebsgeräusche sind moderat. Man kann den Behälter einfach herausnehmen und ihn über einem Mülleimer ausleeren, danach muss nur noch der Filter ausgeklopft werden. Egal ob mit oder ohne App – das Gerät lässt sich auch manuell gut bedienen. Die Gründlichkeit fanden wir nicht ganz so toll, da die Seitenbürsten den Schmutz verteilen und nicht zur Saugöffnung werfen. Bei Teppich wird seine Saugleistung gesteigert, wir empfehlen das Gerät insgesamt für mehrheitlich textile Bodenlandschaften.

Der Dyson 360 Eye ist teuer, dafür kann sich aber die Saugleistung sehen lassen, vor allem bei Teppichen schlägt er die meiste Konkurrenz. Da er eine kurze Reinigungszeit hat und häufige Zwischenladungen braucht, ist er für das schnelle Reinigen zwischendurch eher ungeeignet. Ist man aber tagsüber viele Stunden arbeiten, macht die hohe Reinigungszeit sicher nichts aus und die Lautstärke beim Saugen auch nicht. Die Reinigungsleistung ist ausreichend für Hartböden. Er kann auch 80 bis 100 Quadratmeter reinigen, sofern Hindernisse wie Wäscheständer oder Schnürsenkel nicht im Weg sind. In den Randbereichen, Ecken und unter den Möbeln ist das Ergebnis aber schlecht aufgrund der Bauhöhe. Geräte mit Seitenbürsten können da mehr.

Vorteile hat er bei der Saugkraft, der Zyklon-Technologie. Auf kleinstem Raum werden hohe Zentrifugalkräfte erzeugt, sodass auch aus textilen Belägen Schmutz aufgenommen werden kann. Von der Bürstenwalze wird der Teppich aufgerüttelt, das lockert Schmutzpartikel. Der Behälter kann beinahe staubfrei entleert werden. Hier wird nicht wie bei der Konkurrenz der Staubfilter ausgeklopft, sondern ausgekippt und ausgewischt. Die beiden Filter werden einzeln angebracht, somit verschmutzen sie weniger schnell und lassen sich auch per Hand auswaschen. Bei den meisten anderen Robotern geht das nicht, jedenfalls wird das von den Herstellern nicht empfohlen. Somit muss nach etwa sechs oder acht Monaten Nachschub her, bei Dyson hat man als Folgekosten nur die Rollenbürste.

Wissenswertes über Saugroboter

Saugroboter können sehr hilfreich bei der Grundreinigung sein, denn sie entfernen nicht nur Flusen und Staub zuverlässig, sondern auch lockeren Schmutz. Jedoch sind sie nie so gründlich wie die manuelle Reinigung oder die mit dem Bodenstaubsauger.

Sie haben eine geringere Saugleistung, Batteriesauger haben eine Leistung von 35 bis 40 Watt, ein normaler Haushaltsstaubsauger kommt auf 600 bis 1600 Watt.

Deebot 600 / 710: die Hauptbürste besteht aus Lamellen und Bürsten, dadurch eignet sie sich einerseits für Hartböden und andererseits für Teppich
Deebot 600 / 710: Hauptbürste mit Bürsten und Lamellen.

Dafür sind die Saugroboter aber fleißiger, vor allem Geräte, die sich für textile Beläge eignen, haben Vorteile gegenüber großen Staubsaugern, denn sie können aus den Läufern mehr Schmutz herausholen.

Eine »Tiefenreinigung« erzielt man damit nicht, mit den spindelförmigen Walzen, die mit Bürsten oder Gummi besetzt sind, werden die Oberflächen durchgeklopft und der Schmutz wird aufgesaugt, aber jeder Bodenstaubsauger ist dabei gründlicher.

Bei Fliesen oder Dielen fahren sie auch einfach über losen Schmutz hinweg, der bleibt in den Fugen dann liegen, auch Ecken werden zum Problem. So muss man trotz Saugroboter also gründlich nachreinigen.

Schwachstellen

Bei den heutigen Robotern ist die Sensorik ausgefeilt, auch günstige Modelle fahren nicht einfach herum und rumpeln gegen die Wand, Hindernisse werden erkannt, die Geräte merken sich Räume, bestimmte Reinigungsmuster werden gefahren und teils können sie auch Schmutz erkennen und diese Stellen dann sorgfältiger bearbeiten.

Das bringt jedoch nichts, wenn Dinge wie Schnürsenkel oder Lego-Steine im Weg sind. Diese Dinge können für die Sensorik zu klein sein und werden dann bestenfalls nur auf die Seite geschoben.

Wenn es blöd läuft – das passiert aber oft – dann fährt sich das Gerät an der Gardine fest oder die Seitenbürste rollt einen Schnürsenkel auf oder ein Teppich-Faden blockiert die Walze. Auch mobile Gegenstände versuchen die Geräte gelegentlich zu überfahren, dann sitzen sie darauf fest und bleiben stecken.

Bleibt der Sauger hängen und reißt Gegenstände vom Tisch, kann es sogar gefährlich werden, eine Lernphase ist also einzuplanen, denn die kleinen Sauger probieren alles aus. Nach einigen Tagen ist die Wohnung dann entsprechend optimiert und der Roboter kann ohne Störungen arbeiten.

Wenn es nur oder vor allem glatte Böden gibt, kann einem solch ein Gerät aber einiges an Arbeit abnehmen. Genau das sollte man von einem Saugroboter auch erwarten: Sich von ihm die Fahrten mit dem Staubsauger abnehmen lassen, bestenfalls während man nicht zuhause ist.

Ein Leser machte uns noch auf einen ärgerlichen Umstand aufmerksam: Sein Deebot-Saugroboter sammelte Staub, allerdings nicht wie geplant. Der Kunststoff war nicht antistatisch, so wurden Scan-Fenster und Sensoren vom Staub bedeckt, das kostete das Gerät an Orientierung.

Eine Akkuladung reicht für eine bestimmte Zeit aus, bei verwinkelten oder großen Etagen braucht es dann Zwischenladungen. Auch die einfachen Geräte reichen für 60 Quadratmeter in einer Tour, wenn es nicht zu verwinkelt ist.

Bei mehr Fläche und mehr als vier Räumen sollte man ein Modell wählen, dass eine Zwischenladung einlegen kann. Die Reinigung dann fortzusetzen, können aber erst Mittelklasse-Geräte.

Die Bereiche abgrenzen

Alle Bereiche, die das Gerät nicht abfahren soll, kann man bei einigen mit einer virtuellen Wand eingrenzen, das ist dann ein Magnetband oder eine Lichtschranke. Benötigt man das, sollte man sich vorher informieren, auch über das Zubehör, das extra Kosten verursacht.

Alternativ kann man einen Sauger kaufen, der einen Grundriss aufzeichnet, in dem man No-Go-Räume oder Linien vermerken kann.

Reinigungsdauer

Die Roboter sind eher gemächlich, sind die Räume verwinkelt und stehen Hindernisse herum, dauert es noch länger. Für drei Räume und 60 Quadratmeter muss man mit 60 bis 80 Minuten rechnen. Je mehr Hindernisse, umso länger die Zeit.

Bei den meisten Geräten wird der Raum nach einem bestimmten Muster abgefahren. Etwa erst Rand, dann linienförmig. Oder ein Z-Muster oder Zufallsfahrten. Diese sind weniger effizient, hier wird einiges viel zu oft angefahren.

Für die größere Flächenleistung mit einer Akkuladung eignet sich die Fahrt nach Plan mehr. Dazu kartiert der Roboter die Fläche erst, etwa durch eine Fahrt am Rand entlang, das geschieht mit einer oder zwei Kameras oder auch einem Laser.

Typische Fahrmuster sind Zick-Zack-Modus, Geradeausfahrt, Spiralfahrt und Wandverfolgung. Bei Robotern mit Raumplanung wird auch noch in überlappenden Linien gefahren.

Will man eine schnelle Reinigung, sollten die Modelle eine geplante Reinigung können, also ein Raum nach dem anderen. Diese Geräte verfügen über eine Mapping-Funktion: das Gerät erkennt, wo es bereits war und fährt die Flächen in Linien ab. Das ist schneller als die Zufallsfahrt.

Wenn der Sauger in Ihrer Abwesenheit saugen soll, sind Ladezeit, Lautstärke und Reinigungsdauer nicht so wichtig. Soll in der Nacht gesaugt werden, muss das Gerät aber leise sein. Hierfür eignen sich Lautstärken unter 65 Dezibel.

Die Treppen

Meist starten die Roboter zeitgesteuert oder ansonsten manuell von der Ladestation. Danach, oder wenn der Akku knapp wird, kehren sie wieder selbstständig zurück. Man muss das Gerät in andere Etagen tragen, eine Treppe können sie nicht überwinden. Dort reinigt er dann aber im gewünschten Modus weiter und bleibt dann wieder am Ausgangspunkt stehen.

Vorwerk Kobold VR200: Kletterhilfe am Rad
Vorwerk Kobold VR200: er hat eine Kletterhilfe.

Wenn es geringe Höhenunterschiede oder Türschwellen gibt, eignen sich Roboter mit Steighilfe, die Geräte sollten dann einen bestimmten Höhenunterschied unbedingt überwinden können.

Abgründe oder Treppen bereiten keine Probleme, denn die Geräte haben eine Absturzsicherung. Trotzdem wird von den Herstellern empfohlen, dass man dort bei der ersten Reinigung dabei sein sollte. Denn nicht bei jedem Untergrund arbeiten die Sensoren zuverlässig, etwa bei stark spiegelndem oder glänzendem Boden. Unser Medion MD 16192 etwa ist in einem Jahr mindestens fünf Mal die Treppe runter gefallen.

Haustiere und Kinder

Gibt es viele Tierhaare zu saugen, dann sollte das Gerät eine Bürstenrolle haben anstatt nur einer Saugöffnung. Aber Haare wickeln sich auch dauernd im Seiten- und Hauptbürsten. Das nervt, denn man muss sie mindestens ein mal wöchentlich entfernen. Gummiwalzen bilden da eine Alternative.

iRobot Roomba i7+ (i7558): Vorteil der Gummiwalzen - keine aufgewickelt Haare!
iRobot Roomba i7+ (i7558): bei Gummiwalzen gibt es keine aufgewickelten Haare.

Hat man kleine Kinder, so wird in der Wohnung eher Staub, Sand und Essenskrümel zu finden sein, daher muss der Staubbehälter mindestens einen halben Liter fassen. Das Chassis sollte außerdem robust sein, denn Kunststoff kann bei unsanftem Umgang schnell brechen.

Die Staubsaugerfürsorge

Will man den Beutel nicht jeden Tag leeren und den Filter ausklopfen, so sollte der Filter groß sein und der Behälter ein Volumen von mindestens einem halben Liter haben. Außerdem wollen die verfilzten Bürsten gereinigt werden und Haare müssen entfernt werden.

Auch den Boden muss man jeden Tag freiräumen, da sich das Gerät an vielem festfahren kann. Gegenstände, die leicht herunterfallen könnten, wollen auch in Sicherheit gebracht werden, denn der Roboter kann schonmal einen Gegenstand anrempeln.

Gelegentlich ist auch Wartung nötig, meist muss man etwa regelmäßig den HEPA-Filter, die kleinen Seitenbürsten und die Hauptbürste, sofern es eine gibt, wechseln. Bestenfalls schaut man sich die Kosten dafür vor dem Kauf an.

Wartung: Wenn die Seitenbürste so aussieht, ist ein Wechsel dringend fällig!
Wartung: So eine Seitenbürste will gewechselt werden!

Auch Saugroboter haben meist einen HEPA-Filter, durch den wird Feinstaub zurückgehalten, bei jedem mal Entleeren muss man den Filter reinigen. Außerdem auch mehrmals im Jahr austauschen. Für Allergiker kann das Ausklopfen und Reinigen ein Problem sein, einzig Vorwerk bietet hier einen Lösungsansatz.

So haben wir getestet

Getestet haben wir in einem Einfamilienhaus im Untergeschoss, Kinder gab es dort auch. Um die Gründlichkeit zu überprüfen, wurden Gewürze und Haferflocken verteilt auf bestimmte Stellen. Der Boden bestand aus Fliesen und Holzdielen.

Wettkampfplatz: 25 Schmutzpunkte in drei Räumen
Unsere Test-Etage mit 25 Schmutzpunkten.

Über mehrere Wochen waren alle Geräte täglich im Einsatz. Wir wollten sehen, die die Roboter sich in den Haushaltsalltag der Familie integrieren. Außerdem wie groß der Zeitaufwand ist und wie die Ergebnisse aussehen.

Der Markt ist mittlerweile recht unübersichtlich geworden, wir haben daher vor allem bekannte Marken gewählt.

Wir haben uns Bestenlisten und Tests angesehen, Kundenbewertungen gelesen und Geräte zwischen 150 und 1000 Euro ausgesucht. Wissen wollten wir dabei, ob ein teures Gerät besser ist als ein günstiges. Festgestellt haben wir, dass das nicht unbedingt der Fall ist, auch günstige Roboter liefern mit einigen Abstrichen gute Ergebnisse.

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