Kabelloses Saugen Test: Akku Staubsauger

Akku-Staubsauger im Test : Kabelloses Saugen

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Update 06.10.2020

Stielstaubsauger gibt es entweder mit Kabel oder Akku, wobei der Akku die häufigere Variante ist. Neben Staubsauger-Tests mit anderen Staubsauger-Arten haben wir uns hier speziell Stielstaubsauger mit Akku angesehen und insgesamt 30 Modelle getestet.

Update 6. Oktober 2020

Wir haben gleich elf neue Akku-Staubsauger getestet, darunter auch drei neue Empfehlungen: Der Rowenta Air Force Flex 460, der Bissell Icon Pet 25V 2602D und der Bosch Zoo’o ProAnimal BCH6Zooo.

Thomas Johannsen
Thomas Johannsen
ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone. Als Hifi- und Heimkino-Experte schreibt er unter anderem für Fachzeitschriften wie Heimkino und Digital Home.

Akku-Staubsauger eignen sich vor allem für kleinere Wohnungen oder allen Orte, an denen man nicht unbedingt eine Steckdose in der Nähe hat.

Will man damit aber ein Haus saugen, dürfte es schwierig werden, denn so viel schafft der Akku meist nicht. Da er kein Kabel hat, muss der Staubsauger auch irgendwie geladen werden. Wir haben verschiedene Modelle getestet und können einige davon durchaus empfehlen. Auch Tipps zu Kaufkriterien finden Sie im Test.

Flexibel: Rowenta Air Force Flex 460

Flexibel

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"Kannste knicken" – Damit ist der Air Force Flex so flexibel wie kein anderer Sauger und überzeugt mit einer tollen Saugleistung.

Das Saugrohr des Air Force Flex 460 von Rowenta lässt sich mit einem Handgriff knicken. So kann auch problemlos unter Schränken gesaugt werden. Mit einem zusätzlichen, gebogenen Rohrstück erreicht man auch Regale und andere hohe Möbel. Sämtliche Düsen können sowohl am Saugrohr als auch am Staubsauger angebracht werden. Der Verbindungsschlauch zwischen Bodendüse und Saugrohr lässt sich abnehmen und so auch reinigen.

Die Bürstenentnahme ist etwas aufwendiger, dann können Haare aber einfach geschnitten und entfernt werden. Die Bodenbürste bietet sowohl eine gute Laufruhe auf Laminat, als auch eine hohe Reinigungsleistung auf Teppich. Somit ist kein Bürstenwechsel zwischen den verschiedenen Bodenbelägen notwendig. Die Reinigungsleistung wird durch die hohe Saugleistung ermöglicht. Dadurch wird die Düse besser auf den Boden gezogen und ein Driften des Saugers minimiert.

Der Rowenta Air Force Flex 460 bietet nur zwei Saugstufen. Dafür beträgt die Ladezeit des Akkus nur drei Stunden. Die Staubbox hat ein Volumen von 650 Millilitern und lässt sich mit einem Handgriff entriegeln und entnehmen. Die Box lässt sich ebenso einfach reinigen. Außerdem bleibt wenig Staub am Vorfilter hängen, das meiste landet unterhalb im Auffangbehälter.

Der Filter des Air Force Flex 460 ist auswaschbar. Die Trocknungszeit beträgt 24 Stunden, ein zweiter Filter wird mitgeliefert. So kann der Akku-Staubsauger immer in Betrieb bleiben.

Mit Beleuchtung: Bissell Icon Pet 25V 2602D

Mit Beleuchtung

Bissell Icon Pet 25V 2602D

Die Ladestation des Bissell Icon Pet 25V 2602D lässt sich nicht nur an der Wand befestigen, sondern bietet auch Platz für reichhaltiges Zubehör, eine Wasserwaage und die bewegliche Aufnahme für den Staubsauger. Mit flachen Tasten wird der Sauger bedient: Es gibt eine Ein/Aus-Taste, sowie eine Taste, um die Saugleistung dreistufig zu verstellen.

Die maximale Saugzeit beträgt 50 Minuten und der Akku ist nach vier Stunden wieder aufgeladen. Bei höchster Belastung hält der Akku aber nur 15 Minuten durch. Die Anzeige zeigt den Ladezustand des Akkus an. Die Fugendüse ist beleuchtet, fällt aber etwas kurz aus und erreicht nur Fugen und Ecken.

Die Polster- und Bodenbürste bietet Vor- und Nachteile: Auch nach längerem Gebrauch finden sich in der Bürste keine Haare. Das Wechselsystem ist ebenfalls gut realisiert: Die Verriegelung ist stabil, lässt sich aber auch leicht lösen. Die Reinigungsleistung auf Teppichboden ist nicht ganz optimal.

Die Staubbox des Bissell Icon Pet 25V 2602D lässt sich lösen und entleeren, ohne dass man mit Staub und Schmutz in Berührung kommt. Ein Gummiring an der Box fungiert als Abstreifer und befreit so den Vorfilter von Schmutz. Der Staubfilter lässt sich auch auswaschen.

Luxusmodell: Vorwerk Kobold VB100

Luxusmodell

Vorwerk Kobold VB100

Akku-Staubsauger Test: Unknown
Mit dem Kobold VB100 hat Vorwerk den ersten Akku-Staubsauger eingeführt – wie erwartet ein durchdachtes, ausgereiftes und leistungsstarkes Gerät.

Vorwerk dürfte allen ein Begriff sein, die je nach einem Staubsauger gesucht haben. Eine gute Marke, die aber auch ihren Preis hat. Der VB100 ist der erste Akku-Sauger aus dem Hause Vorwerk und erfahrungsgemäß dürfte der nicht ganz so kleine Kobold jahrelang halten.

Wir empfehlen ihn wegen seiner guten Leistung und der schier unverwüstlichen Vorwerk-Qualität.

Das Kunstoff-Gehäuse wirkt hochwertig. 3,3 Kilo wiegt das Gerät und liegt damit mit der Konkurrenz etwa gleichauf.

Den größten Teil des Gewichts machen Akku und Saugmotor aus. Vor allem der Motor überzeugt mit seiner Stärke, die niedrigste Stufe hier schlägt beinahe die höchste mancher Konkurrenten. Auch bei langsam drehender Bürste und im kleinsten Gang schafft er viel. Bei tiefem Teppich hat er dann ein paar Probleme, Bürsten-Stufe zwei schafft aber Abhilfe.

Die Büste kann nicht ganz abgeschaltet werden, bei glatten Böden bräuchte man sie aber eigentlich nicht. Mit Bürste und mittlerer Saugstufe hält der Akku 40 Minuten, bei Stufe eins sogar eine Stunde bei glatten, kaum dreckigen Böden. Auch an empfindliche Böden wurde gedacht mit einem Slider, der eine Gummilippe am Bürstenkopf ausfährt. So wird die Bürste auf Abstand gehalten.

Der Unterschied zwischen Akku und Kabel ist bei Vorwerk nicht so groß und der leere Akku nach zwei Stunden per Netzteil wieder geladen.

Was uns etwas fehlt, ist das Handgerät für z. B. Polstermöbel oder Auto. Auch der Preis mag abschrecken, aber solch ein Staubsauger hält auch ewig. Wir finden den Kobold VB100 gut.

Für Teppiche: Bosch Zoo’o ProAnimal BCH6ZOOO

Für Teppiche

Bosch Zoo'o ProAnimal BCH6ZOOO

Der ProAnimal von Bosch bietet eine Filterkontrolle und eine LED-Anzeige gibt Auskunft über den Zustand des Akkus. Eine Wandhalterung oder Ladestation ist nicht vorhanden, der Akku-Sauger muss von Hand geladen werden. Einschalten und Regulierung erfolgt über einen Schiebeschalter. So kann man direkt die passende Saugleistung auswählen.

Über einen Tragegurt kann man den Akku-Staubsauger auch mobil einsetzen. Dafür tauscht man das Griffstück mit einem kleineren mit Riemenhalterung, die Bodendüse mit einem Schlauch aus. Allerdings ist der Riemen nicht gepolstert und verrutscht leicht. Treppen oder Polstermöbel können so aber trotzdem gut gereinigt werden.

Die voluminöse Bauart des Saugers ist etwas hinderlich, unter Schränken kann man mit ihm nicht saugen und man kann das Gerät auch nicht flach ablegen. Für Leute, die vor allem Teppiche saugen wollen, ist der ProAnimal dennoch zu empfehlen. Er bietet eine gute Bürstenleistung kombiniert mit einer beträchtlichen Saugkraft und somit eine beeindruckende Reinigungsleistung. Auf harten Bodenbelägen vibriert der Staubsauger auch in der kleinsten Stufe recht stark.

Der Bosch Zoo’o ProAnimal steht selbstständig, sodass die Staubbox einhändig entnommen werden kann. Die Box weist ein Volumen von 900 Millilitern auf. Um die Box zu leeren, müssen nur die beiden Filter entnommen werden. Alle Teile lassen sich auch auswaschen.

Was gibt es sonst noch?

Der AEG CX7-2-45AN ist ähnlich konstruiert wie der Kobold von Vorwerk, denn bei beiden Modellen befindet sich der Motor nicht im Griff. Hier lässt sich etwa die Saugeinheit per Knopfdruck leicht vom Korpus lösen, damit bekommt man schnell einen Handstaubsauger und kann damit z. B. das Auto saugen. Mit dabei ist eine Ladestation als Dock: Staubsauger einhängen, dreieinhalb Stunden laden lassen und es kann losgehen. Am Griff lassen sich die zwei Betriebsstufen einstellen. Es gibt ein per Fußschalter zuschaltbares Messer. Damit werden störende Haare und Flusen einfach zerschnitten.

Beim Leifheit 11925 Regulus PowerVac gibt es ein abnehmbares Handteil und einen austauschbaren Akku. Vor allem fürs Auto ist dieser Staubsauger praktisch, denn der Akku hält bei höchster Stufe 20 Minuten. Der an der Motoreinheit angedockte Akku kann leicht ausgetauscht werden. Etwas über drei Stunden muss insgesamt geladen werden. Sechs LEDs leuchten den zu saugenden Bereich aus, durch die Bauart kann er aber dennoch nicht unter alle Möbel. Zwei Stufen können eingestellt werden, wobei die Bürste mit konstanter Geschwindigkeit rotiert und nicht abgeschaltet werden kann.

Mit dem Dyson V11 Absolute bekommt man das Nachfolgermodell des V10. Beim neuen Modell ist vieles besser, in der höchsten Einstellung hält der Akku nun 15 Minuten. Außerdem gibt es eine Eco-Stufe, mit der hält er mindestens eine Stunde durch. Damit man alles besser im Blick hat, gibt es ein Display, das die Arbeitsstufe und die restliche Akku-Zeit anzeigt. Bis zur vollen Akku-Ladung braucht der Staubsauger vier Stunden.

Mit dem VC 5 Cordless Premium gibt es nun von Kärcher auch ein Gerät fürs Wohnzimmer. Mit dabei sind insgesamt vier Aufsätze. Der Teleskopstiel ist schon fest am Gerät und die Arbeitshöhe kann zwischen 120 und 60 Zentimeter eingestellt werden. Am Handgriff ver- bzw. entriegelt man den Stiel und schaltet das Gerät ein oder aus, auch können die drei Stufen hier ausgewählt werden. Auf der ersten Stufe hält er beinahe eine Stunde durch. Die zweite Stufe bietet mehr Leistung und der Akku hält ca. 30 Minuten, in Stufe drei hält der Akku nur 15 Minuten.

Der Ergorapido QX8-1-45CR von AEG ist ein 2in1-Staubsauger, der zwar nur wenig Platz für einen großen Motor hat, aber dennoch eine gute Saugleistung liefert. Die Boden- und die Polsterbürste sind leicht zu entnehmen und zu reinigen. Die Akkulaufzeit liegt zwischen 15 und 45 Minuten. Nachteilig ist, dass die Staubbox keine Verschlussklappe hat. So kann es sein, das bei Benutzung des Handsaugers Staub herausrieselt.

Wissenswertes über Akku-Staubsauger

Akku-Staubsauger unterscheiden sich von ihren Kollegen durch das fehlende Kabel, vor allem bei Stielstaubsaugern ist das sehr sinnvoll, denn es macht sie kompakter und leichter. Vor allem hat man so aber mehr Reichweite und ist nicht auf eine Steckdose in der Nähe oder auf die Kabellänge angewiesen.

Auch das Kabel als Stolperfalle fällt weg und der aufgeladene Staubsauger ist sehr schnell einsatzbereit. Außerdem gibt es bei Akku-Geräten sehr häufig eine rotierende Bürste, Geräte mit Kabel haben die fast nicht mehr.

Bei manchen unserer Testgeräte kann man das Handteil abnehmen, so lassen sich auch Polster zwischendurch saugen. Das Ganze nennt sich 2-in-1-Staubsauger. Vor allem Autobesitzer dürften sich darüber freuen. Im Test haben wir uns daher auch die kleinen Handsauger angesehen und ihre Power getestet. Ein guter Handsauger erspart einem die Fahrt zur Tankstelle.

So haben wir getestet

Wir haben uns bei allen Testgeräten angesehen, wie lange die Akkulaufzeit ist. Dazu haben wir bei allen Saugern gemessen, sie lange sie auf höchster Stufe mit Bürste saugen können.

Vier der neu getesteten Sauger sollen ohne Max- oder Boost-Stufe auskommen, hier haben wir die Akku-Angaben hinzugefügt und auch hier die Saugleistung miteinander verglichen. Als Erstes haben wir die Mindestlaufzeit ermittelt und uns auch die Ladezeit angesehen.

Getestet haben wir auf glattem Boden mit Fliesen uns Laminat und auf Teppich. Ecken und Kanten mussten die Staubsauger auch bewältigen.

Will man unter Möbeln saugen, so braucht das Gerät einen möglichst flachen Kopf. Hier haben Stielsatubsauger gegenüber Schlitten-Modellen meist einen Nachteil. Durch die Gelenkkonstruktion des Bürstenkopfes kommt man nicht überall hin und auch der große Korpus behindert beim Saugen. DirtDevil und Dyson schaffen es aber gut, hier ist der Motor oben angebracht.

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