Test: Handstaubsauger

Handstaubsauger im Test : Saugen in jeder Ritze

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Veröffentlicht 09.04.2020

Große Staubsauger haben viele Vorteile, klein und flexibel sind sie aber nicht. Dafür gibt es Handstaubsauger, mit denen man auch in Ritzen kommt, die dem großen Modell verwehrt bleiben. Wir haben 11 Modelle getestet.

Irene Wallner
Irene Wallner
ist Autorin aus München und schreibt über Beauty-Produkte, Haushaltsgeräte und Produkte für Babys und Kinder.

Wer will für ein paar Brotkrümel vom Frühstück, Tierhaare oder ein wenig Schmutz auf einer Stelle schon den großen Staubsauger holen? Das ist umständlich und dauert. Mit einem Handstaubsauger ist man da flexibler und schneller, aber schafft das kleine Gerät die Aufgaben auch zufriedenstellend?

Im Test hatten wir Geräte von günstigen 20 bis teuren 175 Euro dabei, wir wollten wissen, wie nützlich die kleinen Helfer sind und ob sie halten, was sie versprechen. Womöglich ist man mit Schaufel und Besen ja doch besser dran? Wir haben alle Geräte ausführlich getestet.

Auch für Flüssigkeiten: HoLife Generation II 036

Der HoLife Generation II 036 kommt mit einigem Zubehör und einem großen Staubbehälter, auch die Leistung überzeugt uns. Ebenso der Preis, daher sehen wir in ihm ein empfehlenswertes Gesamtpaket, das auch Flüssigkeiten aufsaugen kann.

Auch das Design sagt uns zu und stört optisch auch dann nicht, wenn Besuch kommt.

Auch für Flüssigkeiten

HoLife Generation II 036

Qualität und hohe Saugleistung zu einem angemessenen Preis – außerdem kann er Flüssigkeiten einsaugen.

von 3273 Lesern gekauft

Zunächst mussten all unsere Testgeräte aufgeladen werden, so auch dieses hier und zwar für über vier Stunden. Wenn das Laden beendet ist, hört die Akkuleuchte auf zu blinken und es kann losgehen.

Wir haben für den Test einen Teppich mit einigem Schmutz vorbereitet und der HoLife-Sauger hatte keinerlei Probleme damit, sogar Haare konnte er gut entfernen. Beim restlichen Schmutz war er aber noch etwas besser.

Der Staubbehälter kann intuitiv entleert werden und das geht schnell, auch der Filter lässt sich problemlos reinigen. Getrocknet haben wir den Filter dann nicht, denn nun sollte Flüssigkeit eingesaugt werden. Das sollte man im Normalfall aber nicht machen, denn vor dem Zusammenbauen sollte der Filter nach der Reinigung gut getrocknet werden. Durch die Feuchtigkeit kann sonst der Akku beschädigt werden, außerdem wird die Reinigung schwerer, wenn Staub oder trockener Schmutz mit dem Wasser verklebt.

Das Saugen von Wasser funktioniert, aber nicht so gut wie bei trockenen Sachen. Der Großteil des Wassers wurde weggesaugt, aber erst wenn wir zwei oder dreimal drübergesaugt haben und selbst danach hatten wir noch einen Wasserfleck. Dennoch ist er hier besser als die viele Konkurrenzmodelle, denn die können Wasser gar nicht einsaugen. Vor allem bei zerbrochenen Gläsern ist das die sichere Alternative zum Lappen.

Verarbeitet ist der Sauger gut, er wirkt langlebig und robust, ist aber trotzdem nicht klobig.

Der Akku wird nach etwa 14 Minuten schwächer, dann saugt er noch, aber man muss öfter über eine Stelle gehen. Nach 23 Minuten ist es dann ganz vorbei. Wir finden die Leistung in Ordnung, vor allem weil andere Geräte schlechter waren und empfehlen den HoLife daher vor allem aufgrund seiner Laufzeit.

Luxusmodell: Dyson V6 Trigger

Luxusmodell

Dyson V6 Trigger

Test Akku-Handstaubsauger: Dyson V6 Trigger
Stylischer Sauger mit sehr guter Leistung, aber auch sehr teuer.

Beim Dyson V6 Trigger gefällt uns das Design, für manchen kann es aber sehr futuristisch wirken und daher Geschmackssache. Auch seine Leistung im Test war gut, bis auf Wasser konnte er alles problemlos aufsaugen. Wir finden ihn gut und leistungsstark.

Mit der normalen Stufe schafft er alles ohne Probleme, außerdem gibt es eine Power-Taste, die klingt, wie wenn ein Düsenjet startet und hat definitiv viel Power. Die Saugkraft kann sich sehen lassen, denn hiermit saugt das Gerät auch hartnäckigen Schmutz im Handumdrehen weg.

Es gibt allerdings keinen Schalter, mit dem das Gerät dauerhaft läuft. Der Knopf muss daher im Betrieb immer gedrückt werden, sonst schaltet sich der Sauger aus. Uns hat das anfangs genervt, es hat aber durchaus Vorteile. Der Schwerpunkt des Saugers befindet sich nämlich weit hinten, so kann das Gerät leicht geführt werden und der Finger bleibt von selbst auf dem Knopf. Beim Absaugen der Couch z. B. braucht man sich fast nicht zu bücken, das ist praktisch und schonend für den Rücken.

Nach 3,5 Stunden ist der Handsauger aufgeladen und der Akku hält etwa 20 Minuten im normalen Modus, die Power-Taste verbraucht viel mehr Akku.

Wir sehen hier zwar ein technisches Meisterstück, ob die 180 Euro dafür gerechtfertigt sind, muss aber jeder selbst entscheiden.

Das beste Saugergebnis: Severin HV 7144

Das beste Saugergebnis

Severin HV 7144

Test Akku-Handstaubsauger: Severin HV 7144
Lieferte insgesamt die besten Saugergebnisse, ist aber etwas klapprig verarbeitet.

Ein günstiger Handstaubsauger mit guter Saugleistung ist der Severin HV 7144. Trotz weniger Leistung als beim Dyson finden wir den Severin sehr gut.

Der Sauger kann sowohl nasses als auch trockenes saugen. Trotz weniger Leistung als mancher Konkurrent wird auch hier der Schmutz gut eingesogen und er schaffte sogar Flüssigkeit mit einem einzigen Saugvorgang komplett und ohne Schlieren oder Flecken. Wir sind begeistert.

Außerdem gefällt uns die Akkulaufzeit, nach etwas mehr als 20 Minuten schaltet sich das Gerät erst ab, davor lässt sie Leistung zumindest nicht allzu deutlich nach. Wird die Akkuladung schwächer, sieht man das an einer LED, die blinkt.

Warum wir ihn dennoch nicht besser finden als die anderen Empfehlungen? Er ist einfach schlechter verarbeitet. Der Kunststoff wird nicht so robust, außerdem dünn und nicht, als könnte man ihn jahrelang nutzen. Auch der Filter könnte hochwertiger sein, ebenso wie der Rest des Saugers.

Wir finden aber, dass er dennoch ein günstiger Handsauger mit guter Leistung ist.

Für schwer zugängliche Stellen: Black+Decker PV1820L

Für schwer zugängliche Stellen

Black+Decker PV1820L

Auch beim Black+Decker PV1820L ist das Design Geschmackssache. Dafür ist er aber das flexibelste Testgerät, denn die Saugdüse kann jegliche Richtung gedreht werden. So erreicht man jeden Winkel und kann den kleinen Sauger auch sehr kompakt falten, das spart Stauraum.

Unseren verschmutzten Test-Teppich saugte er ohne Probleme, Flüssigkeiten kann er aber nicht aufsaugen.

Und auch die Akkulaufzeit überzeugt uns nicht ganz, denn nach etwas mehr als 10 Minuten war es das mit Saugen. Hier zeigt ebenfalls eine LED den Akkustand an und warnt, wenn der Akku fast leer ist.

Der Staubbehälter kann einfach ausgeleert werden, man muss aber wissen wie man ihn loslöst. Hat man das einmal verstanden, geht es einfach. Wir empfanden dieses Gerät als sehr laut, die anderen Testgeräte waren aber auch nicht gerade leise.

Wir finden auch hier fast 100 Euro recht viel, dafür erreicht er aber auch viele Ecken, in die andere Geräte nicht kommen und wir empfehlen ihn auch für alle, denen es schwerfällt, sich zu bücken.

Was gibt es sonst noch?

Der Philips ECO FC6148  ist ein stabiles und zuverlässiges Gerät, das sich aber nicht für Flüssigkeiten eignet. In den Staubbehälter passen 0,5 Liter, das ist relativ viel. Er wirkt etwas klobig, uns stört aber vor allem die Akkulaufzeit, die ist definitiv mit neun Minuten zu kurz und diese Zeit reicht auch nicht, um den Behälter zu füllen. Für uns kostet er zu viel.

Auch der Bosch BHN20110 saugt gut und mag keine Flüssigkeiten. Die 12 Minuten Akkulaufzeit überzeugen uns ebenfalls nicht ganz. Verarbeitet ist er gut, dafür aber etwas schwerer als mancher Konkurrent. Ausleeren und Reinigen des Behälters gehen einfach, 60 Euro ist dafür aber dennoch teuer.

Modern und kompakt kommt der Dirt Devil M135 daher, er ist nicht so teuer, schafft aber viel und ist leicht zu bedienen. Auch hier hält der Akku aber nur 12 Minuten, das ist uns zu kurz.

Das günstigste Testgerät ist der Cleanmaxx, begeistert waren wir davon nicht. Laufzeit und Handhabung sind in Ordnung. Reis schafft er bei mehrmaligem Drüberfahren, mit feinem Gries hatte er aber Probleme und schaffte ihn nicht komplett. Mit Kaffeebohnen tat er sich ebenfalls schwer und die Haare saugte er nicht auf. Die Wasserpfütze hat er aber geschafft.

Der Test des Medion MD 16322  war nervenaufreibend. Der Teppich wurde nach mehreren Saugrunden sauber, dann ging aber der Behälter nicht auf. Trotz Kraftaufwand bekamen wir den Filter nicht heraus und konnten den Behälter nur per Zange öffnen. Da nützt auch die gute Leistung nichts, der Dreck muss schließlich entleert werden.

Wissenswertes über Handstaubsauger

Wofür braucht man eigentlich zusätzlich noch einen Handstaubsauger? Vor allem, wenn es sich um eine kleine Menge Dreck handelt, der nicht in der ganzen Wohnung verteilt ist. Etwa verschütteter Reis. Bei Fliesen oder Parkett tun es aber auch Schaufel und Besen und ein Teppich lässt sich ausschütteln.

Ist aber die Wohnung ausgestattet mit richtigen Teppichböden, dann reichen Schaufel und Besen nicht aus, hier eignet sich ein Handstaubsauger.

Die meisten Handsauger sind Akku-Geräte, fürs Auto gibt es Ausnahmen die per KFZ-Adapter an den Zigarettenanzünder angeschlossen werden. Denn im Auto dauert es länger und man braucht mehr Power, das schaffen viele Akku-Geräte nicht.

Bei kabelgebundenen Geräten ist man dagegen weniger flexibel, wir haben sie daher nicht getestet.

Beim Akku-Gerät muss man vor allem erstmal laden, das dauert durchschnittlich vier bis acht Stunden, saugen kann man dann für maximal 30 Minuten durchgehend. Lang ist das nicht im Vergleich zur Ladezeit. Einige Sauger schaffen aber sogar nach zehn Minuten nicht mehr viel.

Wichtig ist daher vor allem die Saugleistung, bei manchen Geräten kann man sie regulieren, das spart Akku. Der Staubbehälter muss häufig geleert werden, aber solch ein Handstaubsauger eignet sich sowieso nur für wenig Schmutz und kurzes Saugen.

Wichtig ist auch die Lautstärke, auch bei kurzem Saugen kann Lärm nerven. Manche Modelle eignen sich auch für Flüssigkeit.

So haben wir getestet

Wir haben uns Handstaubsauger aller Preisklassen angesehen, um herauszufinden, ob die teuren Geräte wirklich besser sind.

Getestet haben wir mit verschiedenen Schmutzarten, Gries, Kaffeebohnen, Reis und Haare wollten eingesaugt werden. Die Haare waren allerdings blond und sind auf den Testfotos daher kaum zu erkennen. Sauger, die sich für Flüssigkeit eignen, mussten ebenfalls zeigen, was sie können.

Gemessen haben wir die Akkulaufzeit, die meisten Geräte bringen bis zum Ende volle Leistung. Manche lassen aber auch früher nach. Wir verstehen in der Tabelle unter Laufzeit den Zeitpunkt des Leistungsabfalls.

Die Herstellerangaben zur Laufzeit waren hier recht genau, nur bei einem Modell von HoLife wichen sie extrem ab. Der Sauger läuft aber trotz schwächerer Leistung weiter, somit sind die Angaben doch einigermaßen korrekt.

Auch die Lautstärke haben wir – subjektiv – beurteilt. Manche wurden ganz schön laut.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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