Töpfe für alle Fälle Test: Kochtopfset Alle

Kochtopf-Sets im Test : Töpfe für alle Fälle

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Update 28.08.2020

Ein Kochtopf darf in keinem Haushalt fehlen und wer für verschiedene Mengen oder viele Gäste gewappnet sein möchte, schafft sich am besten gleich ein ganzes Set an. Wir haben 19 Topf-Sets getestet.

Update 28. August 2020

Wir hatten sechs weitere Kochtopf-Sets im Test. Eine neue Empfehlung ist das Tefal Ingenio.

Sebastian Jentsch
Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Die Auswahl an Töpfen ist schier unendlich und die meisten bestehen mittlerweile aus Edelstahl, nur noch wenige Kochtöpfe werden aus Aluminium hergestellt. Vor der Anschaffung sollte man sich über die Topfgröße Gedanken machen. Muss man für eine ganze Familie kochen oder nur für ein oder zwei Personen?

Ein Set bietet da viele verschiedene Größen in einem praktischen Gesamtpaket. Vor dem Kauf sollte man sich aber auch überlegen, ob die Töpfe für einen Induktionsherd geeignet sein sollen. Unterschiede gibt es vor allen in der Qualität des verarbeiteten Materials.

Solide: WMF Gourmet Plus

Solide

WMF Gourmet Plus

Wer es lieber schlicht mag, für den eignet sich das WMF-Set Gourmet Plus. Hier ist alles klassisch gehalten und ganz ohne Kunststoff. Glas im Deckel fehlt, dafür gibt es aber eine kleine Bohrung im Deckel, durch die der Druck entweichen kann, so klappert nichts beim Kochen. Wir empfehlen diese Töpfe für alle, denen die anderen WMF-Töpfe oder die von Fissler zu extravagant sind.

Auch hier liefert WMF gute, schwere Qualität mit Sandwichboden, verbiegen lässt sich hier auch mit aller Kraft nichts. Plane Topfböden sind nicht selbstverständlich, hier aber gegeben, das gefällt uns.

Die Deckel sitzen gut auf den Töpfen, nichts kippelt. Die Griffe eigenen sich dank breiter U-Form auch für große Hände und auch ein schwerer Topf wird hier beim Halten nicht unangenehm.

Eingebaut ist hier außerdem der Druckausgleich in Form des Dampf-Entweichlöchleins im Deckel. So wird Klappern vom Deckel sowie Abdampfen auf die Griffe meist verhindert. Hätte man die Henkel weiter unten angebracht, wäre das ebenso vermeidbar gewesen. Dafür dürfen sich die Henkel aber durch die Nähe zum Boden des Topfes wieder aufheizen, hier wird der Dampf als kleineres Übel gewählt.

Gute Verarbeitung: WMF Function 4

Gute Verarbeitung

WMF Function 4

Test Kochtopf-Set: WMF Function 4
Sehr gute Verarbeitung und in Deutschland gefertigt – und das alles für einen angemessenen Preis.

Beim WMF Function 4 gibt es Wertigkeit und Stabilität, in Deutschland gefertigt. Bei diesen Töpfen fanden wir die Ergonomie der Griffe am Besten, denn man kann den Topf auch einhändig führen.

WMF Function 4: Kocherlebnis ohne Klapperei
Große Gummilippe verhindert Klappern.

Zunächst wirkt die Lippe aus rotem Silikon am Deckel ungewohnt, schick sieht sie aber definitiv aus. So wird aber vor allem ein Wegrutschen oder Klappern der Deckel verhindert, außerdem gibt es vier Ablauf- bzw. Schließpositionen. An der Deckel-Oberseite gibt es Markierungen für drei Gießöffnungen sowie die »geschlossen«-Stellung. Mit zwei unterschiedlichen Siebgrößen kann man Reis oder Nudeln aus dem Topf direkt abgießen. Den Durchschlag braucht man auch nicht, dank Silikon ist der Außenring aus Metall ausreichend isoliert.

Wir fanden auch das Gewicht der Töpfe gut. Schwere Töpfe sind besser, das stimmt auch hier. Das Gewicht ist bei diesen Töpfen vergleichsweise hoch, das merkt man aber auch bei der Stabilität. Polierter Cromargan Edelstahl als Oberfläche, glatt und wirkt beinahe wie verchromt.

Zusammen mit dem Deckel wiegt der 5-Liter-Topf 2,57 Kilo, eher überdurchschnittlich also. Das Gewicht ist uns bei der Handhabung nicht negativ aufgefallen, die Griffe sind breit und die Mulde gibt Halt.

Bedienkomfort: Fissler Intensa

Fissler hat sich beim Intensa etwas besonderes ausgedacht: Der Deckel muss nicht mehr abgelegt werden, sondern kann in den Seitengriff angebracht werden. Dadurch tropft Kondenswasser zurück in den Topf, dank der breiten Randkrempe. Wir finden das Prinzip durchdacht und empfehlen dieses Set.

Neben der praktischen Halterung für den Deckel gibt es auch eine Wölbung, die für eine geschlossene und eine Abkipp-Position des Deckels sorgt. Außerdem lassen sich die Töpfe von Fissler wirklich alle ineinander stapeln, sogar die Kasserolle. So platzsparend wie dieses Topf-Set war kein anderes.

Auch hier klappert kein Deckel, die breite Randkrempe verhindert das, bei höchster Kochstufe tropft es dennoch ein wenig.

Für so viel durchdachtes Design muss man aber auch einiges investieren, bis zu 430 Euro können die Töpfe kosten. In den größten Topf passen nur 3,5 Liter, andere Hersteller bieten hier mehr.

Wer vom Design nicht so überzeugt ist, kann sich aber auch die Fissler Profi Collection ansehen, sie ist ein wenig günstiger und dabei dennoch gut verarbeitet.

Gleichmäßige Wärmeverteilung: Schulte-Ufer Nimm-4-Set Wega

Gleichmäßige Wärmeverteilung

Schulte-Ufer Set1046 Maxi Wega

Getestet haben wir einst das hochwertige, vierteilige Set ohne Stielkasserolle von Schulte-Ufer. Das gibt es mittlerweile nicht mehr, daher empfehlen wir das nun erhältliche Maxi-Set Wega aus fünf Töpfen – aus gleicher Bauart. Hier bekommt man solide und hochwertige Töpfe mit angenehm runden Henkeln. Das schont die Finger. Auch die Wärme wird gleichmäßig verteilt, wir haben eine Differenz von drei Grad gemessen.

Leider tropfen und klappern die Deckel allerdings ziemlich, sofern man auf höchster Stufe kocht. Eine Ausgleichsbohrung sucht man nämlich vergeblich. Wer langlebige Qualität sucht und dafür nicht allzu viel Geld ausgeben möchte, ist bei Schulte-Ufer aber richtig.

Kompakt: Tefal Ingenio

Kompakt

Tefal Ingenio

Test: Tefal Ingenio 2 Tlg.
Das Set von Tefal ist 100 Prozent stapelbar, es braucht kaum Platz in der Spüle oder im Schrank.

Ihre Töpfen brauchen zu viel Platz in der Küche? Ohne Henkel wäre das sicher kein Problem mehr. Das hat sich auch Tefal gedacht und mit dem Tefal Ingenio ein Topf-Set auf den Markt gebracht, bei dem einfach der Griff umgesteckt wird.

Gewöhnungsbedürftig ist das definitiv, dafür können die Töpfe aber platzsparend ineinander gestapelt werden. Pfannen bis zu 28 Zentimeter gibt es auch für diesen Griff, ebenso Kasserollen und anderes. Man kann alternativ auch größere Sets mit Pfannen-Spritzschutz und Deckeln kaufen.

 Kochtopf-Set Test: Kochtopfset U Tefal Ingenio
Tefal Ingenio.

Durch den Steck-Griff lassen sich Standard-Deckel nur schräg aufsetzen oder dann, wenn der Griff gerade nicht am Topf ist. Ansonsten kann man auch speziell geformte Glasdeckel vom Hersteller nehmen, die sind als Set zu haben mit 20 und 16/18 Zentimetern für etwa 35 Euro.

Durch den Steck-Griff ist das Fassungsvermögen der Töpfe aber beschränkt, mit dem Griff lässt sich kein 6-Liter-Topf heben, daher passen in den größten auch nur 2,6 Liter hinein, bei den Pfannen hat die größte einen Durchmesser von 28 Zentimetern.

Ausgelegt sind die Steck-Griffe für zehn Kilo, ganz so billig sind sie nicht mit 22 bis 30 Euro.

Kauft man das 3er Set samt drei Deckeln, zahlt man dafür etwa 100 Euro. Das ist zwar nicht günstig, aber man bekommt schwere und hochwertige Töpfe, die nur wenig Platz wegnehmen. Für eine Großfamilie dürften sie dennoch nicht geeignet sein, hier raten wir zu Schulte-Ufer.

Was gibt es sonst noch?

Töpfe für den Backofen gibt es von Fissler mit der Profi Collection. Hier handelt es sich um recht schwere Töpfe, der 5,5 Liter fassende Topf wiegt z. B. 2,6 Kilo und das ohne Deckel. Auch die Böden sind dick, aber nicht ganz plan beim schwersten Topf, der Rest ist in Ordnung.  Wir empfehlen die schweren Töpfe.

Kunststoff oder Henkel mit spezieller Form findet man hier nicht, dadurch dürfen die Töpfe in den Backofen. Der Henkel-Muffin ist breit und sorgt maßgeblich für das Design der Töpfe, allerdings sind es fünf Lötstellen je Griff.

Praktisch ist auch der große Topf, denn mit 5,5 Litern fasst er mehr als die meisten anderen. Die Griffe sind auch hier recht hoch angebracht, die U-Form eignet sich aber auch für große Hände.

Eine Bohrung zum Druckausgleich fehlt in den Metalldeckeln, bei stark kochendem Wasser klappern sie daher auch. Laut Hersteller gehört das so, denn eine Bohrung soll nur Energie verschwenden.

Silit Toskana bietet solide Töpfe, die plan sind, sich gut stapeln lassen und eine Gießkante haben. Dafür haben die Deckel viel Spiel, rutschen in Schräglage aber dennoch nicht raus. Für den günstigen Preis von 100 Euro empfehlen wir das Topf-Set.

Das Wasser kocht hier innerhalb von 170 Sekunden, es tropft ein wenig. Der Boden wird gleichmäßig erhitzt, wir haben hier nur eine Differenz von einem Grad gemessen, damit der beste Topf für dieses Kriterium.

Was uns dagegen nicht gefällt, sind die Henkel. Die sind recht scharfkantig und dünn und werden schnell heiß. Topflappen schaffen hier Abhilfe. Wen die kleinen Kritikpunkte nicht stören, der bekommt hier gute Töpfe zum kleinen Preis.

Ein relativ günstiges Topf-Set findet man bei Deik. Allerdings merkt man den Preis auch bei der Qualität, die Töpfe sind leicht und für Verwindungen eher anfällig, außerdem finden wir den Sandwich-Boden zu dünn. Die Töpfe für 2 und 3 Liter hatte zudem unebene Böden, ganz plan sind auch die 1,5 und 6-Liter-Töpfe nicht. Die Griffe sind weit oben montiert und die Deckel klappern, man kann sich hier leicht am Wasserdampf verbrennen.

Silit Alicante ist ebenfalls anfällig für die gleichen Probleme wie die Deik-Töpfe, aber nicht ganz so extrem. Verwindungen können aber auch hier auftreten und der Boden ist bei den Töpfen für 5 und 3 Liter nicht wirklich plan. Eine Liter-Skala gibt es hier nicht, die Töpfe sind zudem recht leicht, das bedeutet dünner Sandwichboden. Auch hier klappern und kippeln die Deckel und die Henkel sind zu schmal für große Hände.

Elo bietet ebenfalls ein günstiges Topf-Set, allerdings so günstig, dass man die Töpfe bzw. deren Rundung verziehen kann. Dazu gibt es dünne Böden und Kasserolle sowie 3-Liter-Topf sind nicht plan. Hier klappern die Deckel, außerdem kippeln sie bei den Töpfen für 5 und 1 Liter. Die Henkel finden wir bezüglich der Ergonomie gut, aber sie sind uns zu weit oben.

BEKA 12370904 Kochtopf-Set 5-teilig der Royal-Serie bietet matten Edelstahl, die Oberflächen können aber schnell braun werden. Die runden Henkel sind zu dünn und zu hoch montiert. Auch hier besteht Verbrennungsgefahr für die Finger.

Das Set Elegance 13120 von Rösle scheint für 180 Euro ein Schnäppchen zu sein, hier bekommt man 10 Teile, inklusive Stielkasserolle, beschichtetem Milchtopf und zwei Pfannen. Die Pfannen haben allerdings sehr wackelige Griffe. Deckel und Boden des großen Topfes sind nicht ganz eben, der Deckel tropft und vibriert ziemlich beim Kochen, wir empfehlen dieses Set nicht.

Wissenswertes über Kochtopf-Sets

Hobbyköche brauchen viele Töpfe, die bestehen normalerweise aus poliertem Edelstahl und nicht mehr Aluminium.

Die Edelstahl-Töpfe haben einen Sandwichboden, der je nach Qualität dicker oder dünner ist. In diesem Boden gibt es für die Induktion ferromagnetisches Material, teils auch kombiniert mit anderen Materialien, die die Wärme speichern, sie schnell aufnehmen und verteilen.

Die meisten erhältlichen Töpfe eignen sich für Gas, Elektroherd, Glaskeramik bzw. Ceran und auch Induktionsfelder. Beim Induktionsherd sollte man aber dennoch darauf achten, dass die Töpfe auch dafür geeignet sind. Unsere Test-Sets sind es alle.

Edelstahl-Töpfe lassen sich leicht reinigen, auch mit Stahlschwamm, zudem dürfen die Töpfe alle in den Geschirrspüler.

Für kleinere Portionen und wenige Personen reichen Töpfe bis zu 3 Liter aus, Gäste oder mehr Familienmitglieder werden da aber nicht satt, hier braucht man schon 5 oder 6 Liter Topfgröße.

In Topf-Sets finden sich Töpfe bis zu 5 oder 6 Liter Fassungsvermögen, größere Töpfe muss man einzeln kaufen.

So haben wir getestet

Unsere Test-Sets bestanden zumeist aus vier oder auch fünf Töpfen, nur Rösle bietet ein 10-teiliges Set, bei einigen ist eine Stielkasserolle plus Deckel enthalten.

Für Kochtöpfe gibt es fast kein Preislimit, unser günstigstes Set lag bei 60 Euro, das teuerste bei 450.

Beim Test haben wir große Qualitätsunterschiede festgestellt und können sehr günstige Sets daher eher nicht empfehlen.

Wir haben einen Praxistest durchgeführt und die Töpfe bewertet. Dafür wurde jeweils mit dem kleinsten und dem größten Topf getestet, Zusätze wie Milchtopf oder Stielkasserolle haben wir uns nicht angesehen.

Die Zeit bis zum Kochen des kalten Wassers – getestet wurde mit einem Liter – haben wir gemessen. Getestet wurde dabei auf einem Induktionsherd und auf höchster Stufe. Nach dem Kochen haben wir uns die Wärmeverteilung am Topfboden angesehen.

Zudem waren Komfort und Ergonomie wichtig. Wir wollten wissen, ob die Deckel beim Kochen klappern, tropfen und wie heiß die Griffe werden. Wir haben getestet, wie angenehm es ist, die Henkel anzufassen und wie gut man den vollen Topf führen kann. Hat der Topf eine Gießöffnung oder eine Tropfkante? Die Stabilität und die Wertigkeit haben wir uns ebenfalls angesehen und bewertet, etwa ob Deckel und Boden plan sind und ob der Deckel Spielraum zum Wackeln hat oder gleichmäßig aufliegt.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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