Test: Gusseisenpfanne

Gusseiserne Pfannen im Test : Genuss mit Patina

Update 02.03.2021

Neben beschichteten Pfannen gibt es auch welche ohne Beschichtung und aus Gusseisen. Egal ob es um das Braten oder Schmoren geht –  wenn hohe Temperaturen oder gute Wärmespeicherung benötigt werden, kommen beschichtete Pfannen nicht an gusseiserne heran. Wir haben in einem Praxistest 14 gusseiserne Pfannen getestet.

Update 2. März 2021

Wir haben fünf weitere Bratpfannen getestet und können gleich vier neue Modelle empfehlen: Die Petromax Feuerpfanne hat Allrounder-Qualitäten, die Le Creuset Signature ist optisch der Star und die Pfanne von Navaris ist besonders günstig und dennoch gut verarbeitet. Die BBQ-Toro schlussendlich ist ein Leichtgewicht in der 30-Zentimeter-Riege.

Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Der Geschmack von Geschmortem oder Gebratenem aus gusseisernen Pfannen ist toll. Sie unterscheiden sich von ihren emaillierten oder Edelstahl-Kollegen durch die Patina. Das  Besondere an der Patina-Schicht ist, dass sie sich mit der Zeit ganz von alleine bildet. Jedes Mal, wenn man brät, erneuert man die Patina, die eine ähnliche Wirkung hat wie eine Antihaftbeschichtung. Diese Schicht will aber erhalten bleiben, daher dürfen diese Pfannen nicht in die Spülmaschine. Beim Spülen mit der Hand sollte man das Spülmittel vorsichtig dosieren.

Gusseiserne Pfannen halten wirklich lange, sie sind massiv und schwer, zudem bekommt man sie so gut wie nicht kaputt. Nicht selten werden gut gepflegte Pfannen sogar weitervererbt. Die Anschaffung und die Pflege lohnen sich also.

Die Pfannen wiegen durch den Korpus aus Gusseisen aber einiges, so kann man sie meist nicht mit einer Hand bedienen. Das mag ein Nachteil sein, dafür haben sie aber eine tolle Wärmespeicherung. Durch ihre Robustheit, kann man sie außerdem auf jeder Wärmequelle verwenden, ganz egal ob offenes Feuer oder Induktionsherd.

Wir haben eine Auswahl von interessanten Pfannen ausführlich getestet.  Einige Produkte können empfehlen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Leicht zu reinigenSchnell aufgeheiztHinguckerLeichtGünstig
Test: Petromax Feuerpfanne Fp30 Mit StielTest gusseiserne Pfanne: Lodge Gusseisen-PfanneTest: Le Creuset SignatureTest: Bbq Toro Gusseisen GrillpfanneTest: Navaris 48585.01
Modell Petromax Feuerpfanne fp30 mit Stiel Lodge Bratpfanne mit Griff Le Creuset Signature BBQ-Toro Gusseisen Grillpfanne Navaris Gusseisenpfanne
Pro
  • Glatter Pfannenboden
  • Leichte Reinigung
  • Für den Backofen geeignet
  • Tolle Verarbeitung
  • Akkurate Verarbeitung
  • Schnelles Aufheizen (Induktion), Spiegelei ohne Anbrennen
  • Scharf anbraten ohne Fett (Schwein)
  • Für den Backofen geeignet
  • Leichte Reinigung dank Silk Emaile
  • Optik
  • Marinieren
  • Kaum Hohlwölbung
  • Verarbeitung
  • Geringes Gewicht
  • Glatte Struktur Pfannenboden
  • Leichte Reinigung
  • Für den Backofen geeignet
  • Verarbeitung
  • Grobe Struktur, gut für Spiegelei
  • Preis
  • Für den Backofen geeignet
  • Verarbeitung
  • Nicht so schwer wie Amazon Basics
Contra
  • Hohes Gewicht
  • Hohes Gewicht
  • Für das Gewicht ein zu schmaler Griff
  • Boden nicht plan, kippelt
  • Testphase nötig: Spiegelei brennt an
  • Lackierung außen kann zerkratzen oder abplatzen
  • Boden nicht plan, kippelt
  • deutliche Hohlwölbung
  • Öl/Fett sammelt sich am Rand
  • Keine Anleitung (Einbrennen)
  • Boden nicht plan, kippelt
Bester Preis
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Leicht zu reinigen: Petromax Feuerpfanne fp30 mit Stiel

Leicht zu reinigen

Petromax Feuerpfanne fp30 mit Stiel

Test: Petromax Feuerpfanne Fp30 Mit Stiel
Hier findet man scharfes Anbraten in Perfektion. Die Pfanne wird ab Werk mit Patina geliefert, schicke optische Details werten sie auf – die Petromax gefällt!

Die Petromax Feuerpfanne fp30 ist nicht teuer, dennoch hochwertig verarbeitet und bietet viele optische Details. Zudem ist sie für jede Herdart, den Grill sowie für den Backofen geeignet. Neben der 30-Zentimeter-Version gibt es auch baugleiche Varianten mit 20, 25, 35, sowie 40 Zentimetern Durchmesser. Übrigens sind auch Modelle mit Doppelhenkeln anstelle eines Stielgriffs erhältlich.

Die getestete Pfanne ist mit ihren 3,6 Kilo eine Schwergewicht unter den 30-Zentimeter-Modellen. Die Auflagefläche beträgt 25 Zentimeter. Der Griff ist verglichen mit anderen 30-Zentimeter-Bratpfannen mit 18 Zentimetern am längsten. Das ist auch gut so, denn so kann die Feuerpfanne besser vom heißen Grillrost oder von der Glut gezogen werden.

Ein Novum für diese Preisklasse sind die schönen, optischen Details wie die Drachen auf der Unterseite oder der Petromax-Schriftzug. Für Mehlspeisen und Spiegeleier ist der relativ glatte Pfannenbodens nicht optimal. Ist sehr wenig Fett in der Bratpfanne, zieht sich dieses aufgrund der Hohlwölbung an den Pfannenrand zurück. Dieser Effekt tritt bei der Feuerpfanne zwar nur moderat auf, dennoch fehlt dann für ein Spiegelei das Fett. Hier muss man mit einer beständigen Verteilung oder mehr Öl aushelfen.

Die Feuerpfanne lässt sich problemlos reinigen: Bei Verkrustungen muss nur Wasser eingefüllt werden, dann 15 Minuten abwarten, das Wasser auskippen und dann mit heißem Wasser ausspülen. Danach kann die warme Fettschicht mitsamt den gelösten Partikeln ausgewischt werden.

Die Petromax muss nicht eingebrannt werden, da sie über eine dünne Patina verfügt. Nach wiederholter Benutzung wird die Pfanne immer besser. Im dünnen, dreisprachigen Handbuch finden sich zudem weitere Informationen zum Einbrennen und zur Pflege.

Schnell aufgeheizt: Lodge Bratpfanne

Schnell aufgeheizt

Lodge Bratpfanne mit Griff

Test gusseiserne Pfanne: Lodge Gusseisen-Pfanne
Schnelles Aufheizen, Braten in Perfektion, handlich und backofengeeignet – was will man mehr?

Aus der amerikanischen Pfannenschmiede Lodge kommt mit der 30-Zentimeter-großen-Bratpfanne ein schweres, akkurat verarbeitetes Produkt. Die beiden Öffnungen zum Ausgießen sind praktisch, jedoch muss man mangels Holzgriff stets Handschuhe oder Topflappen verwenden, um die Bratpfanne zu benutzen.

Der kurze Handgriff wird schnell ziemlich heiß und ist zudem zu schmal, besonders für die 30-cm-Pfanne, die immerhin 3,65 Kilo wiegt.

Positiv ist hervorzuheben, dass das Modell schnell aufheizt und dass die Wärmeverteilung auf dem Induktionsfeld insgesamt homogen ist.

Spiegeleier gelingen hier mit ein wenig Öl genauso wie das scharfe, fettlose Anbraten von Schweinefleisch. Das mag daran liegen, dass der »Ölgraben« am Rand kaum auffällt, sodass genügend Fett unter dem Ei oder Steak verbleibt.

Im Lieferumfang befindet sich eine kurze Anleitung, die darüber informiert, dass ein Einbrennen nicht nötig ist, sondern lediglich ein kurzes Spülen. Zudem wird auch darauf hingewiesen, dass die Pfanne von Lodge nach wiederholter Nutzung immer besser wird.

Hingucker: Le Creuset Signature

Hingucker

Le Creuset Signature

Test: Le Creuset Signature
Optisch hinreißend, die muss auf dem Tisch stehen! Die leichte Reinigung dank Silk Emaile überzeugt. Die Pfanne kann nicht rosten, auch ein Einölen ist nicht nötig.

Die Signature von Le Creuset sticht durch ihre knallige, aber gediegene, kaminrote Beschichtung direkt ins Auge und sorgt so bei Tisch für Gesprächsstoff. Sie hat eine erstklassige Verarbeitung und ein mit 2 Kilo für 24 Zentimeter moderates Gewicht. Der Griff ist für die Größe der Pfanne lang genug und auf der Gegenseite hilft ein breiter Handgriff beim Anheben der gefüllten Gusseisenpfanne.

Die Pfanne ist dank einer schwarzen Silk Emaille im Boden rostfrei, einfach zu säubern und muss nicht eingebrannt werden. Sie sorgt zudem für eine strapazierfähige, glatte Oberfläche ohne jede Körnung. Die Pfanne muss außerdem nicht mit Öl eingerieben werden und man kann Speisen beispielsweise zum Marinieren in ihr belassen.

Doch die Silk Emaille hat auch einen Nachteil: Mehl- oder Eispeisen backen schnell an, wenn nicht exakt mit der richtigen Temperatur und einer ausreichenden Menge Fett gearbeitet wird. Hier machen sich die fehlenden kleinen Vertiefungen gröberer Pfannen bemerkbar, die das Fett zurückhalten. Bei der Signature sorgen die 24 Zentimeter Durchmesser dafür, dass keine erkennbare Hohlwölbung vorhanden ist und so im erhitzten Zustand am Rand so gut wie kein Ölgraben entsteht.

Die kaminrote Emaillierung befindet sich auch auf der Unterseite und kann abplatzen oder zerkratzen. Daher sollte die Pfanne nicht über Herdoberflächen geschoben und generell nicht so grob behandelt werden wie ein unempfindlicheres Modell.

Die Le Creuset Signature mag nicht im höchsten Maße praxistauglich sein, doch ist sie eine Empfehlung für alle, die auf der Suche nach einer Pfanne mit Wow-Effekt sind.

Leicht: BBQ-Toro Gusseisen Grillpfanne

Leicht

BBQ-Toro Gusseisen Grillpfanne

Test: Bbq Toro Gusseisen Grillpfanne
Die BBQ-Toro ist die leichteste 30-Zentimeter-Pfanne im Testfeld – mit zwei filigranen Henkel-Griffen.

Die Gusseisen Grillpfanne von BBQ-Toro ist mit ihren 2,7 Kilo ein echtes Leichtgewicht unter den 30-Zentimeter-Pfannen, die meist 3 bis 3,7 Kilo auf die Waage bringen.

Das geringe Gewicht hat aber auf die Wertigkeit und Stabilität der Pfanne keinen Einfluss: Die BBQ-Toro hat eine sehr gute Verarbeitung und ist verwindungsfest. Das Gewicht wird durch den fehlenden Stielgriff erreicht. Stattdessen verfügt die Pfanne über zwei Henkel, der Boden ist ein wenig dünner und der Pfannenrand ist nur 4,5 statt 5 oder 5,5 Zentimeter hoch.

Da der Pfannenboden nicht plan ist, kippelt er auf dem Induktionsherd ein bisschen. Deutlich störender ist die starke Hohlwölbung des Pfannenbodens: Dadurch zieht sich das Fett kreisförmig zurück, auch im erhitzten Zustand. Allerdings gelingen Mehlspeisen und Eier trotzdem ohne Anbacken, da die Bodenstruktur immer noch ausreichend Fett zurückhält. Da die BBQ-Toro bereits eingebrannt ist, kann man mit ihr direkt loslegen.

Günstig: Navaris Gusseisenpfanne

Günstig
Test: Navaris 48585.01
Große, robuste Pfanne für die Familie und die Steak-Gelüste von Papa zum fairen Preis.

Die Gusseisenpfanne von Navaris ist zwar günstig, aber dennoch gut verarbeitet und dank der groben Struktur des Bodens bestens spiegeleitauglich. Durch die vielen kleinen Vertiefungen wird das Fett in der Mitte gehalten, der Rest fließt aufgrund der moderaten Hohlwölbung langsam an den Pfannenrand.

Allerdings sorgt die grobe Struktur auch dafür, dass die Reinigung nicht ganz so einfach ist: Angebranntes haftet länger, kann aber im Wasserbad gelöst werden. Nach mehrmaliger Benutzung sollten sich die Vertiefungen durch eine anschwellende Patina nivellieren.

Mit 3,2 Kilo Gewicht ist die Pfanne ein relativ leichtes 30-Zentimeter-Modell. Da leider keine Anleitung mitgeliefert wird, weiß man nicht, ob die Gusseisenpfanne bereits eingebrannt ist oder dieses vom Käufer selbst vorgenommen werden muss.

Unabhängig von der Hohlwölbung ist der Pfannenboden nicht plan, sodass die Navaris auf einem glatten Induktionsfeld ein wenig kippelt.

Was gibt es sonst noch?

Die Skeppshult 0285T ist nicht nur toll und akkurat verarbeitet, sondern auch ab Werk schon eingebrannt. Die Oberfläche ist ziemlich glatt, so kann man nicht nur scharf anbraten, sondern auch Gerichte wie Spiegeleier gelingen darin äußerst gut. Der Pfannenboden besitzt eine sogenannte Hohlwölbung, wenn die Pfanne sich erhitzt, kann sich das Metall deshalb gleichmäßig ausdehnen. Verkauft wird sie mit 28 Zentimetern, gemessen haben wir einen halben Zentimeter mehr. Sie wiegt 3,2 Kilo, eine einhändige Benutzung fällt damit ziemlich sicher aus.

Auch im Praxistest schlägt sie sich toll, zubereitet haben wir etwa Spiegeleier mit etwas Öl und ein Bio-Schweinenackensteak bei 230 Grad und ohne Ölzugabe scharf angebraten. Am Pfannenrand gib eine Art »Ölgraben«, so kann man einfach in der Pfannen-Mitte, wo es heißer ist, scharf anbraten und danach außen fertig garen. Man kann diese Pfanne wegen des Holzgriffs nicht in den Backofen schieben, die Nutzung als Auflaufform oder Bräter fällt damit aus.

Die Burnhard Gusseisen-Pfanne ist eine weitere Pfanne mit zwei seitlichen Ausgießern, zudem gibt es hier einen Leder-Griffschutz. So kann man die Pfanne auch in den Backofen stellen und wenn man sie auf dem Herd nutzt, spart man sich den Topflappen.

Unser Spiegelei ist aber angebrannt, denn das Fett hat sich eher am Rand verteilt. Steak gelang aber gut.

Le Creuset bietet eine auffällige Pfanne in knalligem Rot, die 29 Zentimeter misst. Innen und außen ist die Pfanne emailliert und wurde eingebrannt. Emaillierung hat den Vorteil, dass das Geschirr dadurch nicht rostet, wenn man darin etwa vorbereitet, kocht, mariniert und aufbewahrt. Bedienen darf man solch eine Pfanne dann aber nur mit Küchenhelfern aus Holz oder Silikon.

Der Griff besteht aus Holz, man kann ihn aber entfernen – einfach ist das aber nicht. Will man die Pfanne in den Backofen stellen, muss man also erstmal versuchen den Griff abzubekommen. Viel gut gemeint, leider nicht so gut umgesetzt. Schade.

Eine Patina bildet sich auf dem schwarzen Emaille des Pfannenbodens. Wir haben die Pfanne eingebrannt, Öl verwendet und langsam die Hitze gesteigert, dennoch brannte das Spiegelei an. Auch hier sammelt sich das Öl nämlich dank konkavem Boden am Rand. Auch unser Nackensteak, das wir ohne Öl angebraten haben, brennt an. Das sah bei der Konkurrenz deutlich besser aus.

Diese Pfanne bedarf definitiv einiger Übung, man muss sich der perfekten Temperatur langsam annähern. Andere Pfannen sind da aber nachgiebiger, daher empfehlen wir die Le Creuset eher nicht.

Carl Victor CV-D28W und Skeppshult teilen sich eine Schmiede und sind sich ziemlich ähnlich. Die Pfanne hat 28,5 Zentimeter Durchmesser und ist ebenfalls eingebrannt ab Werk. Auch hier gibt es einen Holzgriff, der fixiert ist, sie darf also nicht in den Backofen.

Ei und Steak haben gut geklappt, aber die Pfanne wiegt stolze 3,17 Kilo, das ist einhändig zu viel. Nachträglich eingebrannt werden kann sie auch nicht, dank Holzgriff. Uns gefällt die Skeppshult insgesamt einen Tick besser. Wenn Sie zur Carl-Victor-Pfanne greifen, ist das ebenso eine gute Wahl.

Wissenswertes über Gusseiserne Pfannen

Eine gusseiserne Pfanne eignet sich für alle, die sie oft nutzen, aber nicht ständig neue beschichtete Pfannen kaufen möchten. Pflegt man diese Pfannen richtig, halten sie ewig.

Gusseiserne Pfannen dürfen auf jede Hitzequelle, sogar aufs Lagerfeuer oder einen Gasbrenner, Grillrost, Spirituskocher, aufs Ceranfeld, die Herdplatte oder den Induktionsherd.

gusseiserne Pfanne Test: Gusseisen 01
Gusseiserne Pfannen fürs klassische Braten.

Zumeist bestehen diese Pfannen aus einem Stück Metall. So kann man sie auch als Bräter oder Auflaufform in den Backofen schieben, es sei denn, sie haben einen festen Holzgriff. Sogar Stahl-Küchengeräte darf man in diesen Pfannen nutzen, genauso wie Stahlschwämme zur Reinigung.

Hohlwölbung

Eine perfekte Pfanne hat eine konkave Bodenplatte, man nennt das Hohlwölbung. Bei Wärmeeinfluss dehnt sich bekanntlich Metall aus. Der Pfannenrand wirkt dabei wie eine Mauer, so kann ich das Metall also nach unten ausdehnen. Die Wölbung wird also bei hoher Hitzeeinwirkung verschlossen und wir haben einen planen Boden bei warmer Pfanne.

gusseiserne Pfanne Test: Pfanne Heiss Pfanne Kalt Rothpfannen
Quelle: Kochgeschirrhersteller Roeth

Im Umkehrschluss bedeutet das: Ein glatter Boden in der Ausgangsform würde sich bei Hitze ebenfalls wölben, die Pfanne würde also dann kippeln.

Die konkave Wölbung sieht man unten wie oben, und macht sich während dem Kochen bemerkbar. Das Öl fließt teilweise in den Graben am Rand. Das ist unvermeidbar, da man die Pfanne beim Braten nie so sehr aufheizen wird, wie es das Material zulassen würde. An die Hohlwölbung sollte man sich also gewöhnen. Mit etwas Übung lässt sie sich durchaus zum eigenen Vorteil nutzen.

Die Hohlwölbung bewirkt aber keinen Energieverlust, denn bei Induktions- oder Glaskeramikfeldern müssen Pfannenboden und Herdplatte sich nicht unbedingt direkt berühren, damit die Pfanne erhitzt wird. Bei Herdplatten mit Glaskeramik geht das über Strahlungsheizkörper, bei Induktionsherden wird mit magnetischen Wirbelströmen Hitze erzeugt.

gusseiserne Pfanne Test: Bratpfanne Guss Carl Victor
Der konkave Boden sorgt dafür, dass das Öl an den Rand fließt.

So bleibt besagter »Ölgraben« also immer irgendwie erhalten, beim Braten kann das stören. Brät man etwas in der Mitte an, muss man das Öl erst wieder dorthin schieben. die Lodge war die einzige Test-Pfanne ohne offensichtlichen Ölgraben.

Beim Kochgeschirrhersteller Roeth gibt es noch mehr Informationen über die »kalte« Hohlwölbung.

Unsere Test-Pfannen sitzen im kalten Zustand beinahe alle plan auf den Herdplatten, sie kippeln wenig bis gar nicht. BIOL war da anders, nachdem wir sie versehentlich auf der höchsten Stufe aufgeheizt haben, war hier nichts mehr plan.

Geschmiedete oder gusseiserne Pfanne?

Je nach Herstellungsart werden verschiedene Materialien verwendet. Gusseisen werden, wie der Name bereits verät, gegossen, Rohstahl geschmiedet.

Als Eisenwerkstoff ist Gusseisen dank hohem Kohlenstoffgehalt gut gießbar und wird deshalb auch in der Industrie verwendet. Man gießt den Werkstoff in die Formen, lässt ihn abkühlen und arbeitet dann nach. Bei der Fahrzeugindustrie etwa gibt es schon lange gusseiserne Getriebegehäuse. Temperguss findet sich bei Rohrverbindern.

Geschmiedete Pfannen dagegen bestehen aus Rohstahl und werden in mehreren Produktionsschritten hergestellt, indem man schweißt, biegt, stanzt und schneidet. Sie sind damit leichter und auch dünner als gusseiserne Pfannen, rosten aber schneller. Wir haben daher nur gusseiserne Pfannen getestet.

Beschichtete Pfannen

Auch beschichtete Pfannen sind beliebt und bestehen meist aus Edelstahl oder Aluminium und haben eine Beschichtung aus Teflon.

gusseiserne Pfanne Test: Bratpfanne Beschicht U122019
Unsere Test-Pfanne nach einem Kratzversuch.

Beschichtete Pfannen sind rostfrei, wiegen wenig und man kann darin ohne oder mit wenig Fett braten. Das Fett in Fisch oder Fleisch reicht da meist aus, hinzufügen muss man dann in der Regel kein Öl oder Fett mehr.

Aber diese Pfannen sind nicht langlebig, die Oberflächen zerkratzen leicht, nach spätestens drei Jahren löst sich auch die Beschichtung und fällt die Pfanne herunter, bekommt man die Delle nicht mehr raus. Somit profitiert davon eher die Industrie, denn man muss diese Pfannen oft nachkaufen.

Haben gusseiserne Pfannen Nachteile?

Vor allem wiegen sie viel, unsere Testpfannen etwa 2,0 bis 3,7 Kilo, der Durchmesser lag bei 26,5 bis 30,5 Zentimeter. Eine Aluminiumpfanne mit 26,5 Zentimeter dagegen wiegt nur 670 Gramm, eine Edelstahlpfanne von 29 Zentimetern 1,5 Kilo, beide sind deutlich leichter. Mit einer Hand lassen sich gusseiserne Pfannen daher eher nicht bedienen.

gusseiserne Pfanne Test: Lodge Gusseisen Pfanne
Spiegeleier können sie auch.

Pfannen aus Eisen oder Gusseisen rosten natürlich auch, wenn man sie nicht pflegt. Sie müssen stets mit einem dünnen Ölfilm benetzt sein, zudem müssen sie trocken gelagert werden. In die Spülmaschine dürfen sie auch nicht, sonst bleiben von der Einbrenn-Patina und dem Ölfilm nicht mehr viel übrig. Zu viel Spülmittel vertragen die Pfannen ebenfalls nicht.

Behandelt man solche Pfanne aber richtig, halten sie über Jahrzehnte hinweg, und jeder Kochvorgang trägt nochmals zur Patina bei.

Wie ist die Wärmeverteilung?

Perfekte Wärmeverteilung wird häufig als Vorteil für gusseiserne Pfannen erwähnt, auf unserem Induktionsherd war das aber eher nicht der Fall – und das bei allen Modellen.

Die Erwärmung war nicht gleichmäßig, sondern mittig heißer und am Rand um die 50 bis 80 Grad kühler. Die Differenz wurde mit der Breite der Pfanne größer.

Nachteilig muss das nicht unbedingt sein, denn man kann auch in der Mitte scharf anbraten und am Rand dann normal weiterbraten. Ob das bei allen Induktionsfeldern so ist und wie sich die Pfannen auf anderen Wärmequellen verhalten, können wir aber nicht sagen.

Wie wird die Pfanne eingebrannt?

Einbrennen bedeutet, dass eine dünne Schicht aus Fett oder Öl auf der Pfanne verdampft, zurück bleibt dann die sogenannte Patina. Diese Schicht verschließt die Poren im Metall und gleicht außerdem Unebenheiten aus. Das beugt das Anbrennen vor. Rostet die Pfanne oder war sie aus Versehen im Geschirrspüler, kann man diesen Vorgang beliebig oft nachholen.

Das Prozedere ist recht simpel, man reibt die Pfanne innen wie auch außen mit Öl ein. Das Öl sollte hoch erhitzbar sein, dazu eignen sich etwa Canola Öl, Raps- oder Leinöl. Vor Fett triefen sollte die Pfanne aber nicht, am besten nimmt man ein Baumwolltuch, das nicht fusselt. Henkel, Unterseite und Griffe wollen auch eingerieben werden.

Nun wird die Pfanne kopfüber in den Backofen gelegt bei 250 Grad für eine Stunde. Etwas Rauchentwicklung wird es geben, der Geruch hängt von der Ölsorte ab, Lüften ist also angesagt.

Nachdem der Einbrennvorgang erledigt wurde, ist die Patina noch etwas dünn, daher sollte man das Ganze vier bis sechs Mal wiederholen. Wem das zu umständlich ist, der kann einfach mehr Fett oder Öl beim Braten nehmen, so gibt es zumindest innen auch eine Patina.

Auch das Kochen trägt zur Patina bei. So wird die Pfanne also kontinuierlich »besser«, das Spiegelei brennt später sicher nicht mehr an, falls das anfangs noch passiert ist.

Wie pflegt man die Pfanne?

Wie bereits erwähnt dürfen Eisenpfannen nicht in den Geschirrspüler und zu viel Spülmittel bei intensiver Handwäsche oder gar Scheuerpulver schaden der Pfanne ebenfalls. Es genügt die Pfanne einfach mit einem Küchentuch zu reiben, ein Holzschaber ist hier auch hilfreich, und entfernt so die Krusten. Alternativ reinigt man die Pfanne mit einer Bürste und etwas Spülmittel unter Wasser.

Sieht man Flugrost oder ist der Ölfilm weg, werden diese Stellen mit Öl eingerieben und die Roststellen gerieben, bis sie nicht mehr sichtbar sind. Allzu lange sollte man also mit der Pflege nicht warten, ansonsten kann die Reinigung sehr mühsam werden oder gar die Pfanne beschädigen.

Der Ölfilm wird nicht ranzig und ein ganzes Bakterienlager züchtet man sich damit auch nicht, hier gibt es keinen Grund zur Sorge. Denn beim Braten wird die Pfanne stark erhitzt, über 70 Grad überleben die Bakterien nicht.

So haben wir getestet

Wir haben zwei Produkte als Leihstellungen bekommen, die restlichen Pfannen haben wir im Handel erworben. So ist im Test von günstig bis teuer alles vertreten. Abgedeckt wurden im Test Pfannen von 26 bis 30 Zentimetern, wobei sich die Kleinen eher für ein bis zwei Personen eignen oder fürs Camping. Hinein gehen etwa drei Spiegeleier beziehungsweise drei Nackensteaks.

Die Pfannen mit 28 bis 30 Zentimeter sind mehr für Familien, denn hinein gehen vier bis fünf Steaks oder Spiegeleier. In der Qualität unterscheiden sich große und kleine Pfannen nicht.

gusseiserne Pfanne Test: Gusseisen Pfannen Gruppenfoto

Hochpreisig waren die Modelle von Skeppshult und Le Creuset, letztere haben eine Emaillierung und so sind Pfannen und Töpfe dieser Marke recht farbenfroh. Ohne dass sich Rost bildet, kann man die Pfannen somit auch z. B. zum Marinieren oder Aufbewahren verwenden.

Günstig dagegen waren die Produkte von Amazon Basics und Utopia Kitchen, auch Lodge ist einigermaßen günstig zu haben.

Wir haben einen Alltagstest mit den Pfannen gemacht und dabei Bio-Schweinefleisch scharf angebraten und Spiegeleier zubereitet. Das Fleisch haben wir anschließend bis medium und durchgegart gebraten. Mit den Favoriten haben wir auch noch Aufläufe und Pfannengerichte gemacht.

Laien behaupten oft, dass unbeschichtete Pfannen viel Fett brauchen, sonst brenne es an. Wir haben diese Aussage überprüft und haben mit den gut eingebrannten und öfter benutzten Pfannen Bio Schweine-Nackensteak ohne Öl bei hohen Temperaturen scharf angebraten. Die meisten Pfannen hatten damit keine Probleme, denn das Fett vom Fleisch reicht meist aus und die Patina erledigt den Rest.

gusseiserne Pfanne Test: Gusseisen
Scharf Anbraten mit gusseisernen Pfannen.

Für Spiegeleier braucht man dann aber doch Öl oder Fett. Drei Pfannen – Utopia, Lodge und Skeppshult – konnten mit ganzen und ablösbaren Spiegeleiern punkten.

BIOL, Burnhard und Le Creuset dagegen brachten angebrannte Eier zustande, das lag am Öl, dass sich zu sehr am Pfannenrand sammelte statt in der Mitte. Amazon Basics und Carl Victor hatten das Problem mit dem Rand auch, aber eine gröbere Struktur, so blieb genug Öl unter den Eiern.

Bevor wir getestet haben, wurden die Pfannen eingebrannt im Backofen. Skeppshult und Carl Victor dürfen aufgrund der Holzgriffe aber nicht in den Backofen.

Zum Einbrennen haben wir Leinöl benutzt und die Pfannen mussten bei 250 Grad für eine Stunde in den Ofen. Dabei kam es zur Rauchentwicklung und wir mussten lüften.

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