Test: Gusseisenpfanne

Gusseiserne Pfannen im Test : Genuss mit Patina

Update 07.12.2021

Neben beschichteten Pfannen gibt es auch welche ohne Beschichtung und aus Gusseisen. Egal ob es um das Braten oder Schmoren geht – wenn hohe Temperaturen oder gute Wärmespeicherung benötigt werden, kommen beschichtete Pfannen nicht an gusseiserne heran. Wir haben in einem Praxistest 19 gusseiserne Pfannen getestet.

Update 7. Dezember 2021

Wir haben fünf weitere gusseiserne Pfannen getestet. Die Qulinart by Brandt ist eine neue Empfehlung.

2. März 2021

Wir haben fünf weitere Bratpfannen getestet und können gleich vier neue Modelle empfehlen: Die Petromax Feuerpfanne hat Allrounder-Qualitäten, die Le Creuset Signature ist optisch der Star und die Pfanne von Navaris ist besonders günstig und dennoch gut verarbeitet. Die BBQ-Toro schlussendlich ist ein Leichtgewicht in der 30-Zentimeter-Riege.

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Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Der Geschmack von Geschmortem oder Gebratenem aus gusseisernen Pfannen ist toll. Sie unterscheiden sich von ihren emaillierten oder Edelstahl-Kollegen durch die Patina. Das Besondere an der Patina-Schicht ist, dass sie sich mit der Zeit ganz von alleine bildet. Jedes Mal, wenn man brät, erneuert man die Patina, die eine ähnliche Wirkung hat wie eine Antihaftbeschichtung. Diese Schicht will aber erhalten bleiben, daher dürfen diese Pfannen nicht in die Spülmaschine. Beim Spülen mit der Hand sollte man das Spülmittel vorsichtig dosieren.

Gusseiserne Pfannen halten wirklich lange, sie sind massiv und schwer, zudem bekommt man sie so gut wie nicht kaputt. Nicht selten werden gut gepflegte Pfannen sogar weitervererbt. Die Anschaffung und die Pflege lohnen sich also.

Die Pfannen wiegen durch den Korpus aus Gusseisen aber einiges, so kann man sie meist nicht mit einer Hand bedienen. Das mag ein Nachteil sein, dafür haben sie aber eine tolle Wärmespeicherung. Durch ihre Robustheit kann man sie außerdem auf jeder Wärmequelle verwenden, ganz egal ob offenes Feuer oder Induktionsherd.

Wir haben eine Auswahl von interessanten Pfannen ausführlich getestet.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Leicht zu reinigenSchnell aufgeheiztFürs Low-Fat-BratenHinguckerLeicht
Test: Petromax Feuerpfanne Fp30 Mit StielTest gusseiserne Pfanne: Lodge Gusseisen-PfanneTest: Qulinart By Brandt Pfanne Aus GusseisenTest: Le Creuset SignatureTest: Bbq Toro Gusseisen Grillpfanne
Modell Petromax Feuerpfanne fp30 mit Stiel Lodge Bratpfanne mit Griff Qulinart by Brandt Gusseisenpfanne Le Creuset Signature BBQ-Toro Gusseisen-Grillpfanne
Pro
  • Glatter Pfannenboden
  • Leichte Reinigung
  • Für den Backofen geeignet
  • Tolle Verarbeitung
  • Akkurate Verarbeitung
  • Schnelles Aufheizen (Induktion), Spiegelei ohne Anbrennen
  • Scharf anbraten ohne Fett (Schwein)
  • Für den Backofen geeignet
  • Non-Stick Waben-Relief
  • Beschichtung
  • Kein Öl/Fett-Graben am Rand
  • Geringes Gewicht
  • Holz-Griff
  • Kein Rosten
  • Leichte Reinigung dank Silk Emaile
  • Optik
  • Marinieren
  • Kaum Hohlwölbung
  • Verarbeitung
  • Geringes Gewicht
  • Glatte Struktur Pfannenboden
  • Leichte Reinigung
  • Für den Backofen geeignet
  • Verarbeitung
Contra
  • Hohes Gewicht
  • Hohes Gewicht
  • Für das Gewicht ein zu schmaler Griff
  • Boden nicht plan, kippelt
  • Nicht für den Backofen
  • Dünne Wandung, ggf. nicht sturzsicher
  • Nichtmetallische Tools nötig
  • Testphase nötig: Spiegelei brennt an
  • Lackierung außen kann zerkratzen oder abplatzen
  • Boden nicht plan, kippelt
  • deutliche Hohlwölbung
Bester Preis
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Leicht zu reinigen: Petromax Feuerpfanne fp30 mit Stiel

Leicht zu reinigen

Petromax Feuerpfanne fp30 mit Stiel

Test: Petromax Feuerpfanne Fp30 Mit Stiel
Hier findet man scharfes Anbraten in Perfektion. Die Pfanne wird ab Werk mit Patina geliefert, schicke optische Details werten sie auf. Die Petromax gefällt.

Die Petromax Feuerpfanne fp30 ist nicht teuer, dennoch hochwertig verarbeitet und bietet viele optische Details. Zudem ist sie für jede Herdart, den Grill sowie für den Backofen geeignet. Neben der 30-Zentimeter-Version gibt es auch baugleiche Varianten mit 20, 25, 35, sowie 40 Zentimetern Durchmesser. Übrigens sind auch Modelle mit Doppelhenkeln anstelle eines Stielgriffs erhältlich.

Die getestete Pfanne ist mit ihren 3,6 Kilo eine Schwergewicht unter den 30-Zentimeter-Modellen. Die Auflagefläche beträgt 25 Zentimeter. Der Griff ist verglichen mit anderen 30-Zentimeter-Bratpfannen mit 18 Zentimetern am längsten. Das ist auch gut so, denn so kann die Feuerpfanne besser vom heißen Grillrost oder von der Glut gezogen werden.

Ein Novum für diese Preisklasse sind die schönen, optischen Details wie die Drachen auf der Unterseite oder der Petromax-Schriftzug. Für Mehlspeisen und Spiegeleier ist der relativ glatte Pfannenbodens nicht optimal. Ist sehr wenig Fett in der Bratpfanne, zieht sich dieses aufgrund der Hohlwölbung an den Pfannenrand zurück. Dieser Effekt tritt bei der Feuerpfanne zwar nur moderat auf, dennoch fehlt dann für ein Spiegelei das Fett. Hier muss man mit einer beständigen Verteilung oder mehr Öl aushelfen.

Die Feuerpfanne lässt sich problemlos reinigen: Bei Verkrustungen muss nur Wasser eingefüllt werden, dann 15 Minuten abwarten, das Wasser auskippen und dann mit heißem Wasser ausspülen. Danach kann die warme Fettschicht mitsamt den gelösten Partikeln ausgewischt werden.

Die Petromax muss nicht eingebrannt werden, da sie über eine dünne Patina verfügt. Nach wiederholter Benutzung wird die Pfanne immer besser. Im dünnen, dreisprachigen Handbuch finden sich zudem weitere Informationen zum Einbrennen und zur Pflege.

Schnell aufgeheizt: Lodge Bratpfanne

Schnell aufgeheizt

Lodge Bratpfanne mit Griff

Test gusseiserne Pfanne: Lodge Gusseisen-Pfanne
Schnelles Aufheizen, Braten in Perfektion, handlich und backofengeeignet. Was will man mehr?

Aus der amerikanischen Pfannenschmiede Lodge kommt mit der 30-Zentimeter-großen-Bratpfanne ein schweres, akkurat verarbeitetes Produkt. Die beiden Öffnungen zum Ausgießen sind praktisch, jedoch muss man mangels Holzgriff stets Handschuhe oder Topflappen verwenden, um die Bratpfanne zu benutzen.

Der kurze Handgriff wird schnell ziemlich heiß und ist zudem zu schmal, besonders für die 30-cm-Pfanne, die immerhin 3,65 Kilo wiegt.

Positiv ist hervorzuheben, dass das Modell schnell aufheizt und dass die Wärmeverteilung auf dem Induktionsfeld insgesamt homogen ist.

Spiegeleier gelingen hier mit ein wenig Öl genauso wie das scharfe, fettlose Anbraten von Schweinefleisch. Das mag daran liegen, dass der »Ölgraben« am Rand kaum auffällt, sodass genügend Fett unterm Ei oder Steak verbleibt.

Im Lieferumfang befindet sich eine kurze Anleitung, die darüber informiert, dass ein Einbrennen nicht nötig ist, sondern lediglich ein kurzes Spülen. Zudem wird auch darauf hingewiesen, dass die Pfanne von Lodge nach wiederholter Verwendung immer besser wird.

Fürs Low-Fat-Braten: Qulinart by Brandt Gusseisenpfanne

Fürs Low-Fat-Braten

Qulinart by Brandt Gusseisenpfanne

Test: Qulinart By Brandt Pfanne Aus Gusseisen
Braten mit wenig Fett in Perfektion – das geringe Gewicht und die tolle Wertigkeit mit Holz-Griff machen die Pfanne zur Empfehlung.

Bei der Qulinart Gusseisenpfanne entsteht durch eine Bienenwabenstruktur am Boden ein Relief, bei dem Öl oder Fett in den vielen kleinen Vertiefungen verbleibt und das Gargut dadurch weniger Kontakt mit dem Boden hat. Zudem ist der Pfannenboden mit einer Beschichtung versehen, sodass Fleisch und auch Spiegeleier selbst bei wenig Fett nicht anbrennen. Durch die Wabenstruktur läuft das Fett auch nicht von der Mitte an den Rand. Somit hat man bei dieser Pfanne ein Low-Fat-Braterlebnis wie bei keinem anderen Modell im Test. Zudem kann man Lebensmittel in der Qulinart belassen, ohne dass sie rostet.

Gusseisenpfanne / Update Test: Gusseisernepfanne Update102021 Qulinart
Auch bei wenig Fett brennt hier nichts an.

Dank der Oberflächenvergrößerung durch die Wabenstruktur ist die Beschichtung zwar widerstandsfähiger als bei glatten Böden, allerdings kann sie ebenfalls durch scharfe Messer oder andere Werkzeuge abgekratzt werden. Unserer Meinung nach ist ein kratzfester, unzerstörbarer Boden ein Grundmerkmal einer Gusseisenpfanne. Bei der Qulinart sollte man auf jeden Fall Kunststoff- oder Holz-Pfannenwender verwenden.

Die Pfanne ist 1,6 Kilogramm schwer und hat mit der glatten Beschaffenheit außen wie innen und dem Holzgriff eine hohe Wertigkeit. Die Haptik fühlt sich wie die einer geschmiedeten Pfanne an, wofür auch die dünnen 2,5-Millimeter-Wandungen sorgen. Bei den Rändern der anderen, schweren gusseisernen Pfannen beträgt die Stärke 4 Millimeter.

Aufgrund des Holzgriffs kann die Qulinart nicht in den Backofen. Zudem hat das 24-Zentimeter-Modell ein geringes Fassungsvermögen von 1,5 Litern. Hier kann man zum baugleichen Schwestermodell mit 28 Zentimetern greifen.

Besonders wer mit weniger Fett braten möchte, sollte sich die Gusseisenpfanne von Qulinart genauer ansehen.

Hingucker: Le Creuset Signature

Hingucker

Le Creuset Signature

Test: Le Creuset Signature
Optisch hinreißend, die muss auf dem Tisch stehen. Die leichte Reinigung dank Silk Emaile überzeugt. Die Pfanne kann nicht rosten, auch ein Einölen ist nicht nötig.

Die Signature von Le Creuset sticht durch ihre knallige, aber gediegene, kaminrote Beschichtung direkt ins Auge und sorgt so bei Tisch für Gesprächsstoff. Sie hat eine erstklassige Verarbeitung und ein mit 2 Kilo für ihre 24 Zentimeter moderates Gewicht. Der Griff ist für die Größe der Pfanne lang genug und auf der Gegenseite hilft ein breiter Handgriff beim Anheben der gefüllten Gusseisenpfanne.

Die Pfanne ist dank einer schwarzen Silk Emaille im Boden rostfrei, einfach zu säubern und muss nicht eingebrannt werden. Sie sorgt zudem für eine strapazierfähige, glatte Oberfläche. Die Pfanne muss außerdem nicht mit Öl eingerieben werden und man kann Speisen beispielsweise zum Marinieren in ihr belassen.

Doch die Silk Emaille hat auch einen Nachteil: Mehl- oder Eispeisen backen schnell an, wenn nicht exakt mit der richtigen Temperatur und genügend Fett gearbeitet wird. Hier machen sich die fehlenden kleinen Vertiefungen gröberer Pfannen bemerkbar, die das Fett zurückhalten. Bei der Signature sorgen die 24 Zentimeter Durchmesser dafür, dass keine erkennbare Hohlwölbung vorhanden ist und so im heißen Zustand am Rand so gut wie kein Ölgraben entsteht.

Die kaminrote Emaillierung befindet sich auch auf der Unterseite und kann abplatzen oder zerkratzen. Daher sollte die Pfanne nicht über die Herdoberfläche geschoben und generell nicht so grob behandelt werden wie ein unempfindlicheres Modell.

Die Le Creuset Signature mag nicht im höchsten Maße praxistauglich sein, doch ist sie eine Empfehlung für alle, die auf der Suche nach einer Pfanne mit Wow-Effekt sind.

Leicht: BBQ-Toro Gusseisen Grillpfanne

Leicht

BBQ-Toro Gusseisen-Grillpfanne

Test: Bbq Toro Gusseisen Grillpfanne
Die BBQ-Toro ist die leichteste 30-Zentimeter-Pfanne im Testfeld und kommt mit zwei filigranen Henkel-Griffen.

Die Gusseisen Grillpfanne von BBQ-Toro ist mit ihren 2,7 Kilo ein echtes Leichtgewicht unter den 30-Zentimeter-Pfannen, die meist 3 bis 3,7 Kilo auf die Waage bringen.

Das geringe Gewicht hat aber auf die Wertigkeit und Stabilität der Pfanne keinen Einfluss: Die BBQ-Toro hat eine sehr gute Verarbeitung und ist verwindungsfest. Das Gewicht wird durch den fehlenden Stielgriff erreicht. Stattdessen verfügt die Pfanne über zwei Henkel, der Boden ist ein wenig dünner, der Pfannenrand ist nur 4,5 statt 5 oder 5,5 Zentimeter hoch.

Da der Pfannenboden nicht plan ist, kippelt er auf dem Induktionsherd ein bisschen. Deutlich störender ist die starke Hohlwölbung des Pfannenbodens: Dadurch zieht sich das Fett kreisförmig zurück, auch im erhitzten Zustand. Allerdings gelingen Mehlspeisen und Eier trotzdem ohne Anbacken, da die Bodenstruktur immer noch ausreichend Fett zurückhält. Da die BBQ-Toro bereits eingebrannt ist, kann man mit ihr direkt loslegen.

Was gibt es sonst noch?

Die Staub Bratpfanne Gusseisen ist schwer und erstklassig verarbeitet. Im Vergleich zu den günstigen Gusseisenpfannen ist die Oberfläche außen wie innen deutlich glatter, es gibt weniger Struktur, auch wenn sie nicht völlig plan ist. Fürs Einbrennen wäre das auch ungünstig, denn das Fett benötigt einen rauen Untergrund, damit es nicht direkt bei nächsten Abwaschen wieder abgewischt wird. Die Unterseite ist zudem mit einer Emaile-Versiegelung versehen, sie sorgt für einen glatten Boden und schützt gleichzeitig vor Rost.

Wie der Großteil der Pfannen ist die Staub ab Werk eingebrannt. Im mehrmonatigen Test brannte, wenn nicht reichlich Fett in der Pfanne war, häufig etwas an. Zwei große Ausgießer an den Seiten sorgen für ein kleckerfreies Abgießen, auch von dünnen Flüssigkeiten. Obwohl die Staub auf jeden Fall eine gute Gusseisenpfanne ist – der hohe Preis ist für uns nicht gerechtfertigt.

Ebenfalls ab Werk eingebrannt ist die erstklassig verarbeitete Skeppshult 0285V. Die 28-Zentimeter-Pfanne kann wegen ihres Holzgriffs nicht in den Backofen, dafür ist es aber kein Problem sie auf dem Herd ohne Handschuhe zu bewegen. Auf der vergleichsweise glatten Oberfläche gelingt das Spiegelei auch ohne zusätzliche Zugabe von Öl.

Die Pfanne einhändig zu benutzen ist durch das hohe Gewicht von 3,2 Kilo nahezu unmöglich, dafür ist sie quasi unzerstörbar. Die Bratergebnisse sind sehr gut: Das Spiegelei brennt nicht an, lässt sich einfach mit einem Spatel entnehmen und bleibt dabei vollkommen intakt.

Mit 23,5 Zentimetern und 1,66 Kilogramm ist die Overmont OM-Skillet eine handliche Gusseisenpfanne mit kurzem Stiel. Sie benötigt wenig Stauraum, hat aber entsprechend auch nur ein Fassungsvermögen von 1,5 Litern. Obwohl der Stiel nur 10 Zentimeter kurz ist, kann die gusseiserne Pfanne aufgrund des geringen Gewichts noch gut einhändig bedient werden. Der im Lieferumfang enthaltene Silikon-Handschutz erleichtert das Heben. Zwar überzeugt die stabile, schwere Qualität, jedoch nicht das Braten: Am Rand sammelt sich Fett, Ei und Fleisch brennt an, wenn nicht viel Fett nachgeschoben wird. Nützlich sind die beiden ausgeprägten Gießränder.

Carl Victor CV-D28W und Skeppshult teilen sich eine Schmiede und sind sich ziemlich ähnlich. Die Pfanne hat 28,5 Zentimeter Durchmesser und ist ebenfalls eingebrannt ab Werk. Auch hier gibt es einen Holzgriff, der fixiert ist, sie darf also nicht in den Backofen. Ei und Steak haben gut geklappt, aber die Pfanne wiegt stolze 3,17 Kilo, das ist einhändig zu viel. Nachträglich eingebrannt werden kann sie auch nicht, dank Holzgriff. Uns gefällt die Skeppshult insgesamt einen Tick besser. Wenn Sie zur Carl-Victor-Pfanne greifen, ist das ebenso eine gute Wahl.

Die Gusseisenpfanne von Navaris ist zwar günstig, aber dennoch gut verarbeitet und dank der groben Struktur des Bodens bestens spiegeleitauglich. Durch die vielen kleinen Vertiefungen wird das Fett in der Mitte gehalten, der Rest fließt aufgrund der moderaten Hohlwölbung langsam an den Pfannenrand. Allerdings sorgt die grobe Struktur auch dafür, dass die Reinigung nicht ganz so einfach ist: Angebranntes haftet länger, kann aber im Wasserbad gelöst werden. Nach mehrmaliger Benutzung sollten sich die Vertiefungen durch eine anschwellende Patina nivellieren.

Mit 3,2 Kilo Gewicht ist die Pfanne ein relativ leichtes 30-Zentimeter-Modell. Da leider keine Anleitung mitgeliefert wird, weiß man nicht, ob die Gusseisenpfanne bereits eingebrannt ist oder dieses vom Käufer selbst vorgenommen werden muss. Unabhängig von der Hohlwölbung ist der Pfannenboden nicht plan, sodass die Navaris auf einem glatten Induktionsfeld ein wenig kippelt.

Wissenswertes über Gusseiserne Pfannen

Eine gusseiserne Pfanne eignet sich für alle, die sie oft nutzen, aber nicht ständig neue beschichtete Pfannen kaufen möchten. Pflegt man diese Pfannen richtig, halten sie ewig.

Gusseiserne Pfannen dürfen auf jede Hitzequelle, sogar aufs Lagerfeuer oder einen Gasbrenner, Grillrost, Spirituskocher, aufs Ceranfeld, die Herdplatte oder den Induktionsherd.

gusseiserne Pfanne Test: Gusseisen 01
Gusseiserne Pfannen fürs klassische Braten.

Zumeist bestehen diese Pfannen aus einem Stück Metall. So kann man sie auch als Bräter oder Auflaufform in den Backofen schieben, es sei denn, sie haben einen festen Holzgriff. Sogar Stahl-Küchengeräte darf man in diesen Pfannen nutzen, genauso wie Stahlschwämme zur Reinigung.

Hohlwölbung

Eine perfekte Pfanne hat eine konkave Bodenplatte, man nennt das Hohlwölbung. Bei Wärmeeinfluss dehnt sich bekanntlich Metall aus. Der Pfannenrand wirkt dabei wie eine Mauer, so kann ich das Metall also nach unten ausdehnen. Die Wölbung wird also bei hoher Hitzeeinwirkung verschlossen und wir haben einen planen Boden bei warmer Pfanne.

gusseiserne Pfanne Test: Pfanne Heiss Pfanne Kalt Rothpfannen
Quelle: Kochgeschirrhersteller Roeth

Im Umkehrschluss bedeutet das: Ein glatter Boden in der Ausgangsform würde sich bei Hitze ebenfalls wölben, die Pfanne würde also dann kippeln.

Die konkave Wölbung sieht man unten wie oben, und macht sich während dem Kochen bemerkbar. Das Öl fließt teilweise in den Graben am Rand. Das ist unvermeidbar, da man die Pfanne beim Braten nie so sehr aufheizen wird, wie es das Material zulassen würde. An die Hohlwölbung sollte man sich also gewöhnen. Mit etwas Übung lässt sie sich durchaus zum eigenen Vorteil nutzen.

Die Hohlwölbung bewirkt aber keinen Energieverlust, denn bei Induktions- oder Glaskeramikfeldern müssen Pfannenboden und Herdplatte sich nicht unbedingt direkt berühren, damit die Pfanne erhitzt wird. Bei Herdplatten mit Glaskeramik geht das über Strahlungsheizkörper, bei Induktionsherden wird mit magnetischen Wirbelströmen Hitze erzeugt.

gusseiserne Pfanne Test: Bratpfanne Guss Carl Victor
Der konkave Boden sorgt dafür, dass das Öl an den Rand fließt.

So bleibt besagter »Ölgraben« also immer irgendwie erhalten, beim Braten kann das stören. Brät man etwas in der Mitte an, muss man das Öl erst wieder dorthin schieben. die Lodge war die einzige Test-Pfanne ohne offensichtlichen Ölgraben.

Beim Kochgeschirrhersteller Roeth gibt es noch mehr Informationen über die »kalte« Hohlwölbung.

Unsere Test-Pfannen sitzen im kalten Zustand beinahe alle plan auf den Herdplatten, sie kippeln wenig bis gar nicht. BIOL war da anders, nachdem wir sie versehentlich auf der höchsten Stufe aufgeheizt haben, war hier nichts mehr plan.

Geschmiedete oder gusseiserne Pfanne?

Je nach Herstellungsart werden verschiedene Materialien verwendet. Gusseisen werden, wie der Name bereits verät, gegossen, Rohstahl geschmiedet.

Als Eisenwerkstoff ist Gusseisen dank hohem Kohlenstoffgehalt gut gießbar und wird deshalb auch in der Industrie verwendet. Man gießt den Werkstoff in die Formen, lässt ihn abkühlen und arbeitet dann nach. Bei der Fahrzeugindustrie etwa gibt es schon lange gusseiserne Getriebegehäuse. Temperguss findet sich bei Rohrverbindern.

Geschmiedete Pfannen dagegen bestehen aus Rohstahl und werden in mehreren Produktionsschritten hergestellt, indem man schweißt, biegt, stanzt und schneidet. Sie sind damit leichter und auch dünner als gusseiserne Pfannen, rosten aber schneller. Wir haben daher nur gusseiserne Pfannen getestet.

Beschichtete Pfannen

Auch beschichtete Pfannen sind beliebt und bestehen meist aus Edelstahl oder Aluminium und haben eine Beschichtung aus Teflon.

gusseiserne Pfanne Test: Bratpfanne Beschicht U122019
Unsere Test-Pfanne nach einem Kratzversuch.

Beschichtete Pfannen sind rostfrei, wiegen wenig und man kann darin ohne oder mit wenig Fett braten. Das Fett in Fisch oder Fleisch reicht da meist aus, hinzufügen muss man dann in der Regel kein Öl oder Fett mehr.

Aber diese Pfannen sind nicht langlebig, die Oberflächen zerkratzen leicht, nach spätestens drei Jahren löst sich auch die Beschichtung und fällt die Pfanne herunter, bekommt man die Delle nicht mehr raus. Somit profitiert davon eher die Industrie, denn man muss diese Pfannen oft nachkaufen.

Haben gusseiserne Pfannen Nachteile?

Vor allem wiegen sie viel, unsere Testpfannen etwa 2,0 bis 3,7 Kilo, der Durchmesser lag bei 26,5 bis 30,5 Zentimeter. Eine Aluminiumpfanne mit 26,5 Zentimeter dagegen wiegt nur 670 Gramm, eine Edelstahlpfanne von 29 Zentimetern 1,5 Kilo, beide sind deutlich leichter. Mit einer Hand lassen sich gusseiserne Pfannen daher eher nicht bedienen.

gusseiserne Pfanne Test: Lodge Gusseisen Pfanne
Spiegeleier können sie auch.

Pfannen aus Eisen oder Gusseisen rosten natürlich auch, wenn man sie nicht pflegt. Sie müssen stets mit einem dünnen Ölfilm benetzt sein, zudem müssen sie trocken gelagert werden. In die Spülmaschine dürfen sie auch nicht, sonst bleiben von der Einbrenn-Patina und dem Ölfilm nicht mehr viel übrig. Zu viel Spülmittel vertragen die Pfannen ebenfalls nicht.

Behandelt man solche Pfanne aber richtig, halten sie über Jahrzehnte hinweg, und jeder Kochvorgang trägt nochmals zur Patina bei.

Wie ist die Wärmeverteilung?

Perfekte Wärmeverteilung wird häufig als Vorteil für gusseiserne Pfannen erwähnt, auf unserem Induktionsherd war das aber eher nicht der Fall – und das bei allen Modellen.

Die Erwärmung war nicht gleichmäßig, sondern mittig heißer und am Rand um die 50 bis 80 Grad kühler. Die Differenz wurde mit der Breite der Pfanne größer.

Nachteilig muss das nicht unbedingt sein, denn man kann auch in der Mitte scharf anbraten und am Rand dann normal weiterbraten. Ob das bei allen Induktionsfeldern so ist und wie sich die Pfannen auf anderen Wärmequellen verhalten, können wir aber nicht sagen.

Wie wird die Pfanne eingebrannt?

Einbrennen bedeutet, dass eine dünne Schicht aus Fett oder Öl auf der Pfanne verdampft, zurück bleibt dann die sogenannte Patina. Diese Schicht verschließt die Poren im Metall und gleicht außerdem Unebenheiten aus. Das beugt das Anbrennen vor. Rostet die Pfanne oder war sie aus Versehen im Geschirrspüler, kann man diesen Vorgang beliebig oft nachholen.

Das Prozedere ist recht simpel, man reibt die Pfanne innen wie auch außen mit Öl ein. Das Öl sollte hoch erhitzbar sein, dazu eignen sich etwa Canola Öl, Raps- oder Leinöl. Vor Fett triefen sollte die Pfanne aber nicht, am besten nimmt man ein Baumwolltuch, das nicht fusselt. Henkel, Unterseite und Griffe wollen auch eingerieben werden.

Nun wird die Pfanne kopfüber in den Backofen gelegt bei 250 Grad für eine Stunde. Etwas Rauchentwicklung wird es geben, der Geruch hängt von der Ölsorte ab, Lüften ist also angesagt.

Nachdem der Einbrennvorgang erledigt wurde, ist die Patina noch etwas dünn, daher sollte man das Ganze vier bis sechs Mal wiederholen. Wem das zu umständlich ist, der kann einfach mehr Fett oder Öl beim Braten nehmen, so gibt es zumindest innen auch eine Patina.

Auch das Kochen trägt zur Patina bei. So wird die Pfanne also kontinuierlich »besser«, das Spiegelei brennt später sicher nicht mehr an, falls das anfangs noch passiert ist.

Wie pflegt man die Pfanne?

Wie bereits erwähnt dürfen Eisenpfannen nicht in den Geschirrspüler und zu viel Spülmittel bei intensiver Handwäsche oder gar Scheuerpulver schaden der Pfanne ebenfalls. Es genügt die Pfanne einfach mit einem Küchentuch zu reiben, ein Holzschaber ist hier auch hilfreich, und entfernt so die Krusten. Alternativ reinigt man die Pfanne mit einer Bürste und etwas Spülmittel unter Wasser.

Sieht man Flugrost oder ist der Ölfilm weg, werden diese Stellen mit Öl eingerieben und die Roststellen gerieben, bis sie nicht mehr sichtbar sind. Allzu lange sollte man also mit der Pflege nicht warten, ansonsten kann die Reinigung sehr mühsam werden oder gar die Pfanne beschädigen.

Der Ölfilm wird nicht ranzig und ein ganzes Bakterienlager züchtet man sich damit auch nicht, hier gibt es keinen Grund zur Sorge. Denn beim Braten wird die Pfanne stark erhitzt, über 70 Grad überleben die Bakterien nicht.

So haben wir getestet

Wir haben zwei Produkte als Leihstellungen bekommen, die restlichen Pfannen haben wir im Handel erworben. So ist im Test von günstig bis teuer alles vertreten. Abgedeckt wurden im Test Pfannen von 26 bis 30 Zentimetern, wobei sich die Kleinen eher für ein bis zwei Personen eignen oder fürs Camping. Hinein gehen etwa drei Spiegeleier beziehungsweise drei Nackensteaks.

Die Pfannen mit 28 bis 30 Zentimeter sind mehr für Familien, denn hinein gehen vier bis fünf Steaks oder Spiegeleier. In der Qualität unterscheiden sich große und kleine Pfannen nicht.

gusseiserne Pfanne Test: Gusseisen Pfannen Gruppenfoto

Hochpreisig waren die Modelle von Skeppshult und Le Creuset, letztere haben eine Emaillierung und so sind Pfannen und Töpfe dieser Marke recht farbenfroh. Ohne dass sich Rost bildet, kann man die Pfannen somit auch z. B. zum Marinieren oder Aufbewahren verwenden.

Günstig dagegen waren die Produkte von Amazon Basics und Utopia Kitchen, auch Lodge ist einigermaßen günstig zu haben.

Wir haben einen Alltagstest mit den Pfannen gemacht und dabei Bio-Schweinefleisch scharf angebraten und Spiegeleier zubereitet. Das Fleisch haben wir anschließend bis medium und durchgegart gebraten. Mit den Favoriten haben wir auch noch Aufläufe und Pfannengerichte gemacht.

Laien behaupten oft, dass unbeschichtete Pfannen viel Fett brauchen, sonst brenne es an. Wir haben diese Aussage überprüft und haben mit den gut eingebrannten und öfter benutzten Pfannen Bio Schweine-Nackensteak ohne Öl bei hohen Temperaturen scharf angebraten. Die meisten Pfannen hatten damit keine Probleme, denn das Fett vom Fleisch reicht meist aus und die Patina erledigt den Rest.

gusseiserne Pfanne Test: Gusseisen
Scharf Anbraten mit gusseisernen Pfannen.

Für Spiegeleier braucht man dann aber doch Öl oder Fett. Drei Pfannen – Utopia, Lodge und Skeppshult – konnten mit ganzen und ablösbaren Spiegeleiern punkten.

BIOL, Burnhard und Le Creuset dagegen brachten angebrannte Eier zustande, das lag am Öl, dass sich zu sehr am Pfannenrand sammelte statt in der Mitte. Amazon Basics und Carl Victor hatten das Problem mit dem Rand auch, aber eine gröbere Struktur, so blieb genug Öl unter den Eiern.

Bevor wir getestet haben, wurden die Pfannen eingebrannt im Backofen. Skeppshult und Carl Victor dürfen aufgrund der Holzgriffe aber nicht in den Backofen.

Zum Einbrennen haben wir Leinöl benutzt und die Pfannen mussten bei 250 Grad für eine Stunde in den Ofen. Dabei kam es zur Rauchentwicklung und wir mussten lüften.

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