Beschichtete Bratpfannen - Test: Alle Pfannen aus dem Test.

Beschichtete Bratpfannen im Test : Braten mit wenig Fett

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Veröffentlicht 29.03.2020

Neben einem Topf brauchen die meisten Köche eine Bratpfanne, besser noch sind zwei oder mehr in unterschiedlichen Größen. Da sich aber nicht jede Pfanne für alles eignet, sollte man sich vor dem Kauf ein wenig damit befassen. Wir haben 11 Modelle getestet.

Sebastian Jentsch
Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Nur Eine beschichtete Pfanne eignet sich für alles, das bei hohen Temperaturen und wenig Fett gebraten werden soll. Unbeschichtete Pfannen dagegen sind zum scharfen anbraten von Fleisch geeignet oder zum Flambieren oder Karamellisieren. Diese Pfannen werden gleichmäßig warm und das schnell, daher sind sie gut für alles, was man kross anbraten will. Hier kommen Edelstahl, Gusseisen oder Eisen zum Einsatz.

Wir haben insgesamt 11 beschichtete Bratpfannen getestet, 10 davon sind noch erhältlich. Drei Modelle können wir empfehlen.

Allrounder: Tefal E43506 Jamie Oliver

Die Jamie Oliver von Tefal, ist nicht nur hochwertig, sondern bietet auch einen ergonomischen Griff, der uns überzeugt, dazu erhitzt sie gut und ist größtenteils kratzfest. Wir sehen hier ein gutes Gesamtpaket und empfehlen sie. Außerdem ist sie recht günstig zu haben ist, denn die Pfanne kostet knapp 45 Euro.

Allrounder

Tefal E43506 Jamie Oliver

Test: Bratpfanne – Testsieger Tefal E43506 Jamie Oliver
Der beste Allrounder in der Küche. Sie liegt gut in der Hand und ist solide gefertigt.

von 1920 Lesern gekauft

Uns überzeugt vor allem die Stabilität und Wertigkeit der Pfanne, sie war die beste von sechs getesteten Edelstahlpfannen. Der Griff wirkt solide und als würde er lange halten. Das liegt daran, dass er vernietet und nicht punktgeschweißt oder geschraubt ist.

Bei anderen Pfannen lassen sich die Griffe teils leichter verbiegen, das ist vor allem bei schwerem Inhalt ein Problem.

Bei Tefal ist der Boden komplett plan, hier kippelt nichts, wenn man die Pfanne auf einen Spiegel stellt. Das sorgt für eine gute Hitzeübertragung beim Elektro- oder Ceranfeld. Auch die anderen getesteten Pfannen hatten einen ebenen Boden.

Bei dieser Pfanne gibt es dank ergonomischer Form einen Platz für den Daumen, so kann man auch eine voll beladene Pfanne gut führen, ohne dass die Hand abrutscht. Metallgriffe wie bei anderen Herstellern sorgen zwar dafür, dass die Pfanne in den Backofen darf, dadurch werden sie aber auch rutschiger. Wir haben lieber einen rutschfesten Griff.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Tropfkante, die haben alle Pfannen außer der Schulte-Ufer Delicado.

Die Pfanne von Tefal wiegt 1,44 Kilo und ist damit die viertschwerste im Test.

Außerdem gibt es hier einen Thermo-Spot, der zeigt die ideale Temperatur zum Braten an.

Design ist Geschmackssache, hier muss jeder selbst entscheiden, ob ihm die Pfanne gefällt oder nicht.

Wasser kocht man normalerweise nicht mit der Pfanne, genau das haben wir aber gemacht, um zu sehen wie schnell der Boden aufheizt. Dazu haben wir das Induktionsfeld auf höchste Stufe eingestellt und 17 Grad kaltes Wasser benutzt.

Kochtest: die schnellste Pfanne brauchte nur 74 Sekunden, der Testsieger 93 Sekunden
Wie schnell kocht das Wasser?

Tefal kann hier mit 93 Sekunden überzeugen, liegt damit aber eher im Mittelfeld, einige Pfannen schaffen das Ganze in nur 74 Sekunden. Abwärme beim Griff ist dabei unproblematisch, hier haben wir Temperaturen zwischen angenehmen 26 und 31 Grad gemessen.

Zum Testen haben wir Eierkuchen mit Apfel gemacht, bei einem halben Liter Teig haben wir nur drei Löffel Öl benutzt, die übrigen Zutaten waren Weizenmehl, Eier, Äpfel und Zimt. Alle Pfannen haben diesen Test gut bestanden, die Pfannkuchen konnten gut abgeschoben werden. Ohne zusätzliches Fett zum Anbraten kleben sie natürlich an der Pfanne.

Eierkuchen konnten wir damit ganz transportieren, ohne dass sie kaputt gehen. Spiegeleier sind da schon etwas anderes. Hier klebt es am Boden, brennt an, man muss schnell sein beim Wenden. Die Eier zerfallen und wir bekommen kein weiches Eigelb hin. Per Holzschaber haben wir immerhin alles wieder sauber bekommen. Spiegeleier ohne Butter oder Öl sind aber definitiv nichts für unsere Test-Pfannen.

Wie gut die Wärme in der Pfanne verteilt wird, haben wir uns mithilfe einer Wärmebildkamera angesehen. Dabei haben wir nach dem Siedepunkt die Temperatur auf leichtes Köcheln reduziert, ohne Deckel und dann Fotos gemacht.

Bei keiner Pfanne wurde der Boden gleichmäßig erhitzt, das kann aber im Induktionsherd liegen. Tefal schaffte es, etwa 40 Prozent der Pfannenfläche auf 95 Grad zu erhitzen, beim Rest messen wir 84 Grad. Andere Pfannen schaffen da etwas mehr. Grundsätzlich lag der Unterschied zwischen heißestem und kühlsten Bereich bei 10 bis 15 Grad.

Wir haben, um uns von der Qualität zu überzeugen, etwas getan, was tödlich für alle Pfannen ist: mit der Gabel auf der erhitzten Pfanne gekratzt.

Kratztest mit der Gabel in der heißen Pfanne
Hält die Pfanne dem Kratzen stand?

Resistent dagegen war die Pfanne von Tefal nicht, wir hatten hier sichtbare Kratzer. Schulte-Ufer Charisma I und WMF PermaDur waren hier besser.

Danach haben wir die Pfanne mit einem Stahlschwamm bearbeitet und mit dem trockenen Schwamm für eine Minute in Kreisen in der Bratpfanne gerieben.

Stahlschwamm-Test: 1 Minute kreisförmig reiben, ohne Wasser
Den Stahlschwamm mussten die Test-Pfannen auch überstehen.

Die Jamie Oliver hat das überlebt, ohne dabei Schleifspuren zu bekommen oder stumpf zu werden, ebenso wie die meisten anderen Testkandidaten. Die Kopf Alfons und die Fissler Protect Alux Premium haben hier aber versagt.

Welche Nachteile kann so eine Bratpfanne aber haben? Die Tefal lässt sich vor allem am Griff schlecht reinigen. Das funktioniert nur per Handwäsche mit einer kleinen Bürste, dort, wo Griff und Pfanne vernietet sind.  Nicht jeder wird außerdem vom Gummigriff begeistert sein.

Die Pfanne heizt recht schnell auf, zeigt da aber keine Bestleistung, die Antihaftbeschichtung ist ebenfalls in Ordnung, andere können das aber noch besser.

Hier bekommt man dennoch sehr gute Qualität für einen mittleren Preis.

Keramikbeschichtung: Schulte-Ufer Charisma I

Keramikbeschichtung

Schulte-Ufer Charisma I

Test Bratpfanne: Schulte-Ufer Charisma i 28 cm
Beste Oberfläche im Test, schnelles Aufheizen, Temperaturanzeiger im Griff, prima Ergonomie.

Mit einer Keramikbeschichtung kann man besonders gut bei hohen Temperaturen anbraten, hierfür eignet sich vor allem die Schulte-Ufer Charisma I.

Preislich liegt sie etwa mit dem Empfehlung von Tefal gleichauf, da ihr Körper aus Aluminium besteht, ist sie aber leichter und wiegt nur 1,22 Kilo. Trotzdem wirkt die Pfanne steif und solide. Zum Aufheizen braucht sie für einen halben Liter Wasser 91 Sekunden.

Was uns gefällt, ist die sehr kratzresistente Oberfläche, der Stahlschwamm hat die Pfanne nicht beeindruckt und mit der Gabel haben wir nur minimale Kratzer erreicht. Wir finden die Pfanne gut.

Kurze Kochzeit: Beka 13527284 Energy

Kurze Kochzeit

Beka 13527284 Energy

Test beschichtete Bratpfanne: Beka 13527284 Energy
Kürzeste Kochzeit und leichteste Pfanne im Test, gute Ergonomie.

Eine recht günstige Pfanne bietet Beka. Dank Aluminiumkorpus wiegt sie nur 1,05 Kilo, ist aber trotzdem verwindungsfest – sowohl Pfanne als auch Stiel. Auch die Ergonomie des Griffes gefällt uns uns man kann ihn per Schraube nachziehen. Wir sind überzeugt.

Außerdem lieferte diese Pfanne im Kochtest das beste Ergebnis  mit 74 Sekunden.

Die Kunststoffbeschichtung ist in Ordnung aber nicht überragend, mehr als 200 Grad verträgt sie nicht. Pfannenwender oder Löffel sollten aus Holz oder Kunststoff bestehen.

Was gibt es sonst noch?

Bei der Fissler Protect Alux Premium hatten wir mit Schwamm und Gabel ziemliche Kratzspuren, allerdings heizt sie in 100 Sekunden auf, das ist in Ordnung.

Die Ergonomie der Zwilling 66299-286-0 Madura Plus kann uns nicht ganz überzeugen, außerdem hat sie am Rand eine Unwucht und der Aufheizprozess ist mit 131 Sekunden recht lang. Die Oberfläche ist allerdings gut.

Die Oberfläche der Kopf Alfons dagegen ist empfindlich, dafür überzeugen uns aber die Ergonomie und das niedrige Gewicht. Leider ist die Verarbeitungsqualität aber nicht besonders gut, das dünne Chassis wird durch den Henkel ziemlich verzogen.

Die Silit Secura überlebt den Stahlsschwamm ohne Kratzer, bei der Gabel sah man aber einige. Dafür hat sie allerdings einen runden und rutschigen Griff. So kann man sie nur schlecht führen.

Die Keramik-Pfanne WMF PermaDur wiegt mit 1,8 Kilo einiges, dafür ist diese Alu-Pfanne aber auch sehr fest. Die Ergonomie der Griffe gefiel uns und auch die Keramikbeschichtung ist sehr widerstandsfähig.

Wissenswertes über Bratpfannen

Eine beschichtete Pfanne kann fast alles: Spiegeleier, Bratkartoffeln, Frikadellen und vieles mehr. Daher findet sie sich auch in fast jeder Küche. Eine Beschichtung sorgt hier dafür, dass nichts anbrät, das will man schließlich nur bei unbeschichteten Modellen.

Beschichtete Bratpfannen - Test: Alle Pfannen aus dem Test.
All unsere Pfannen.

Teflon ist meist bis 230-260 Grad hitzebeständig und eine meist aus PFTE bestehende Kunststoffbeschichtung. Damit kann man ohne oder mit wenig Fett braten. Allerdings ist die Oberfläche empfindlich und anfällig für Kratzer.

Pfannen aus Teflon eignen sich vor allem, wenn man z. B. Geflügel, Eierspeisen, Fisch, Gemüse, Paniertes oder Bratkartoffeln und Fleisch fettarm garen bzw. anbraten möchte.

Auch Bratkartoffeln brauchen etwas Fett oder Öl. Ganz ohne backen sie auf der Beschichtung an.
Ohne Fett geht es nicht immer.

Allerdings darf Teflon keinesfalls zu heiß werden, dann ab 200 Grad können sich kleinste Partikel lösen, größere Mengen davon sind gesundheitsgefährdend und ab 360 Grad gibt es giftige Dämpfe. Daher: Keine leeren Pfannen auf dem Induktions- oder Gasherd aufheizen.

Eine andere Möglichkeit sind Pfannen mit Keramikbeschichtung. Die Antihaftwirkung ist hier ähnlich wie bei Teflon, aber die Pfannen vertragen bis zu 400 Grad, hier muss man sich weniger Sorgen ums Überhitzen machen.

Außerdem sind Pfannen mit Keramikbeschichtung frei von Kunststoffen wie PTFE (Teflon) und PFOA (Perfluoroctansäure), das macht sie nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch gesünder für die Nahrungszubereitung. Beschichtungen aus Keramik sind außerdem auch robuster und kratzfester als Pfannen mit Antihaft-Versiegelungen aus Kunststoff.

Keramikbeschichtete Pfannen eignen sich vor allem für scharfes oder knuspriges Anbraten mit etwas Fett bei hohen Temperaturen. So eignen sie sich perfekt für Bratkartoffeln, Bratwurst, Kartoffelpuffer oder Frikadellen. Dennoch kann durch Gabeln oder ähnliches auch diese Beschichtung beschädigt werden.

Bei Pfannen findet sich auch oft Aluminium oder Edelstahl, dadurch verfärben sie sich nicht, sind korrosionsbeständig und leichter im Vergleich zu unbeschichteten Gusseisen- oder Eisenpfannen. Wir fanden im Test sowohl Edelstahl als auch Aluminium gut.

Je nach Beschichtung ist die Pfanne anfälliger für Kratzer, sodass man grundsätzlich keine scharfen Gegenstände wie Gabeln benutzen sollte, ebensowenig Scheuermittel. Durch die Antihaftwirkung geht aber die Reinigung sehr einfach, meist reicht schon ein weicher Schwamm.

Tabu! Reinigung mit dem Stahlschwamm
Der Stahlschwamm eignet sich nicht zur Reinigung von Pfannen.

Pfannen in der Spülmaschine zu reinigen empfehlen wir nicht, beinahe alle Hersteller empfehlen Handwäsche, denn auch Salz und Spülmittel greifen die Beschichtung eventuell an.

Nach dem Waschen sollte man die Pfanne mit 2 bis 3 Tropfen Raps- oder Sonnenblumenöl einölen. Das soll die Eigenschaften der Beschichtung schonen, außerdem verhindert das das Anbacken.

So haben wir getestet

Wir haben insgesamt 11 28-Zentimeter-Pfannen getestet, davon hatten wir sechs Edelstahl- und fünf Aluminium-Modelle. Drei Pfannen hatten eine Keramikbeschichtung, der Rest eine aus Kunststoff. Preislich lagen die Pfannen zwischen 29 und 89 Euro.

Um uns von der Qualität zu überzeugen, haben wir die Oberfläche mit Stahlschwamm und Gabel bearbeitet. Außerdem haben wir Spiegeleier und Eierkuchen gebraten, ohne Fett bzw. Öl. Der letzte Punkt war der Kochtest mit einem halben Liter kaltem Wasser, hier haben wir gemessen, wann es kocht.

Außerdem haben wir uns die Wertigkeit und die Stabilität angesehen. Lässt sich die Pfanne bei Druck auf den Griff verbiegen? Ist der Boden plan?

Auch haben wir uns die Ergonomie angesehen. Wie gut und sicher lässt sich die Panne mit dem Griff führen? Hat sie eine Tropfkante? Gibt es eine Skala für eingefüllte Flüssigkeit oder eine Anzeige der Brattemperatur?

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