Test: Messerschaerfer Update102020 Dmt Diamantsimplesharp

Messerschärfer im Test : Scharfe Klingen im Handumdrehen

Update 19.11.2020

Ist das Küchenmesser stumpf, kann man es entweder schärfen lassen oder man macht das mit dem passenden Messerschärfer einfach selbst. Wir haben 26 Messerschärfer ausgiebig getestet und empfehlen einige davon.

Update 19. November 2020

Wir haben acht neue Messerschärfer getestet. Neue Empfehlungen sind der DMT Diamant Simple Sharp, der Vulkanus Professional G2, der Zwilling V-Edge und der Any Sharp Pro.

Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Messer sollten immer dann geschärft werden, wenn sie nicht mehr perfekt schneiden. Mit einem scharfen Messer sollte man ein hängendes Blatt Papier durchtrennen können, ohne dass es reißt. Ohne eine Sägebewegung wird außerdem die Haut von einer Tomate durchtrennt, auch das Fleisch wird butterweich geschnitten.

Manuelle Messerschärfer kann man bei Bedarf schnell aus der Schublade holen und nach etwa 30 Sekunden ist die Schneide wieder scharf. Bei gröberen Scharten braucht es dann aber etwas mehr Zeit sowie einen elektrischen Schleifer oder einen Wasserstein. Elektrische Schleifer wurden auch getestet. Wir hatten 26 Messerschärfer im Test und können einige davon empfehlen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Auch für Anfänger geeignetErfordert etwas ÜbungFür schnelles und häufiges SchärfenSicherer StandElektrischer Schärfer
Test: Dmt Diamant Simple SharpTest: Vulkanus Vulkanus Unisex Professional G2Test: Zwilling V EdgeTest: Anysharp ProTest Kaffeemaschine: Sage Precision Brewer
Modell DMT Diamant Simple Sharp Vulkanus Professional G2 Zwilling V-Edge AnySharp Pro Graef Hybrid 220 CC 80
Pro
  • Schleifen ohne Wellenbildung
  • Schärft komplette Klinge (Wenden)
  • Langlebige Diamant-Scheiben
  • Für Links und Rechtshänder
  • Auch für Wellenschliff und gezahnte Messer
  • Schärfen und Abziehen in Einem
  • Blatt sehr weit einführbar
  • Schwere, stabile Qualität
  • Schnelles Schärfen
  • Grobe und mittelfeine Steine
  • Für Links und Rechtshänder
  • Sekundärwinkel durch Kombination der Winkeladapter
  • Arbeit mit Schleifpaste möglich
  • Fixiert am Tisch
  • Mit beiden Händen Messer führen
  • Kerben relativ zügig beseitigen
  • Messer mit Handschutz auf kompletter Länge schärfen
  • Extrem klein und stabil (Metall-Korpus)
  • Langsamdrehend
  • Schärfen von schartigen Klingen
  • Abschalt-Automatik bei Überhitzung
  • Leise
  • Schwere und robuste Qualität
  • Solider Motor und Mechanik
Contra
  • Billiger Plastik-Korpus
  • Wechsel-Platten teuer
  • Braucht bei Scharten viel Übung, schnell ist die Schneide ruiniert
  • Anfällige Schleifsteine
  • Nur glatte Klingen
  • Plastik Korpus, der schnell zerkratzt
  • Manuelles Steine-Wechseln
  • Kein Feinschliff, kein Entgraten
  • Übung nötig, sonst wird Klinge ungleichmäßig geschliffen
  • Nur für glatte Klingen
Bester Preis
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Auch für Anfänger geeignet: DMT Diamant Simple Sharp

Auch für Anfänger geeignet

DMT Diamant Simple Sharp

Test: Dmt Diamant Simple Sharp
Schärfen ohne Risiko: Dank präziser Führung der Klinge können selbst Anfänger nichts falsch machen.

Mit dem DMT Diamant Simple Sharp kann jeder Laie einfach und schnell Messer in einem Arbeitsschritt abziehen und schleifen. Ausbuchtungen werden durch die beiden beweglichen Schleifplatten mit einer Diamant-Beschichtung zuverlässig verhindert. Der Messerschärfer ist zudem relativ günstig, die beiden Platten sind robust und zudem austauschbar.

Die beiden breiten Schleifscheiben bewegen sich auf Schlitten unter der Messerschneide nach außen – der Schleifwinkel wird dabei nicht verändert. Aufgrund der leichten Abwärts-Bewegung wird mehr Material abgetragen als bei anderen Schleifgeräten mit Scheiben oder Stäben. Die roten Punkte der Schleifplatte sind aus Keramik und sorgen für ein gleichzeitiges Abziehen. So erfolgen Abziehen und Feinschliff in einem Durchzug, was optimal für regelmäßiges Nachschleifen ist. Man kann die Schleifplatten auch gegen blaue Platten mit einer 325er-Körnung austauschen: Das beschleunigt die Entfernung von Scharten. Optional gibt es auch grüne, extrafeine Schleifplatten mit 1200er-Körnung.

Der Simple Sharp hat zwar eine V-Form, funktioniert jedoch anders als andere, ähnlich gebaute Messerschärfer. Herkömmliche Geräte in V-Form mit Hartmetall machen mit der Zeit die Klinge kaputt: Aus anfänglich mikroskopisch kleinen Unebenheit werden beim Nachschärfen nach einiger Zeit immer größer werdende Ausbuchtungen, die auch mit bloßem Auge zu erkennen sind. Mit dem Messerschärfer von DMT bleibt die Klinge glatt: Sie wird durch die Diamantplatten ebenmäßig geschliffen, ohne dass dabei Unebenheiten entstehen.

Die Bedienung des Modells ist einfach: Das Kochmesser wird mehrmals durch das Gerät gezogen. Bei scharfen Küchenmessern sind fünf bis zehn Züge ausreichend, bei stumpferen Kochmessern genügen zehn bis 15 Züge. Wenn ein Messer sehr stumpf ist, sollten die blauen, groben Diamantplatten genutzt werden oder ein Vorschliff mittels eines Schleifsteins durchgeführt werden.

Der Diamant Simple Sharp verfügt lediglich über einen voreingestellten Schleifwinkel von 20 Grad, der auch nicht verändert werden kann. Daher ist er ausschließlich für europäische Messer geeignet. Outdoormesser, Jagdmesser oder japanische Messer können mit diesem Modell nicht bearbeitet werden. Zudem ist der Korpus leider minderwertig gebaut: Die Haube verfügt über viele Grate und die Ausformung wirkt nicht wertig. Die Haube lässt sich abnehmen, um Schleifpaste aufzutragen oder für die Entfernung von Spänen.

Erfordert etwas Übung: Vulkanus Professional G2

Erfordert etwas Übung

Vulkanus Professional G2

Test: Vulkanus Vulkanus Unisex Professional G2
Für den geübten Profi, schärft auch Klingen mit Wellen und Zahnung.

Die Bedienung des eindrucksvollen Vulkanus Professional G2 erfordert ein wenig Übung: Messer mit groben Scharten müssen sehr zügig und mit möglichst wenig Druck über den Wolframstahl gezogen werden. Gelingt dies nicht, vergrößern sich die beschädigten Bereiche noch. Daher wäre es auch am besten, solch beschädigte Klingen zunächst mit einem Schleifgerät vorzuschleifen. Dann kann bei dem Feinschliff mit dem Vulkanus wenig schiefgehen.

Hat man sich erst mal an den Messerschärfer gewöhnt, lernt man die Vorzüge des Geräts zu schätzen: Es glättet und schärft in nur einem Arbeitsgang. Mit dem Vulkanus kann die gesamte Länge der Schneide geschärft werden, auch bei Messern mit Schmiedewulst. Hat man das Schleifprinzip des Geräts einmal verstanden, lassen sich auch gezahnte Messer und Wellenschliff schärfen.

Die Wolframscheiben passen sich an den vorhandenen Winkel an. Durch das polierte Edelstahl sieht der Vulkanus Professional G2 sehr schick aus und macht so in der Küche auch optisch etwas her. Einziges Manko: Im Vergleich zu keramischen Stäben oder Scheiben ist der Feinschliff nicht ganz so gut.

Für schnelles und häufiges Schärfen: Zwilling V-Edge

Für schnelles und häufiges Schärfen

Zwilling V-Edge

Der V-Edge von Zwilling kombiniert die Vorteile eines Durchziehschärfers mit denen eines Wetzsteins: Die Benutzung ist einfach und er liefert in kürzester Zeit hervorragende Ergebnisse. Man muss sich aber auch ein wenig mit dem Messerschärfer beschäftigen – ergo Steine und Winkeladapter wechseln. Vor allem die Steine sollte man dabei sehr pfleglich behandeln: Ein Schärfestein kostet ganze zehn Euro.

Im Grobschliff ist der Materialabtrag deutlich höher, daher fällt der Arbeitsgang sehr viel kürzer aus, wenn Scharten und Kerben entfernt werden sollen. Trotzdem gibt es nicht die Gefahr, dass die Klinge ungleichmäßig geschliffen wird: Die Führung der Klinge ist sicher und genau. Auch eine Gefahr des Ausglühens besteht nicht. So kann jeder auch ohne viel Übung zahlreiche Messer in kurzer Zeit schärfen.

Der V-Edge hat zwei lange Schleifsteine, die v-förmig angeordnet sind. Die Steine gleiten auf einem Schlitten nach links und rechts und werden durch das Blatt des Messer auseinander gedrückt. Somit bewegt sich die Schneide zum Fuß der V-Form und wird zugleich von der Spitze bis zum Griffansatz geschliffen. Die Bewegung kann dann sehr zügig wiederholt werden.

Zudem kann man mit dem Messerschärfer verschiedene Messer bearbeiten: Je nach Asia- oder Euro-Messer-Typ werden die Steine auf passende Winkeladapter gesetzt. Zwilling bietet sowohl feine, als auch grobe Schleifsteine, die man schnell austauschen kann. Die Steine können von allen vier Seiten benutzt werden, sodass eine lange Lebensdauer zu erwarten ist. Der V-Edge ist außerdem sowohl für Links-, als auch für Rechtshänder geeignet.

Das Gehäuse kann leider nicht ganz mit der hervorragenden Funktionsweise mithalten: Der Korpus ist aus ABS-Kunststoff und wirkt nicht gerade wertig. In der Bewegung kommt die Messerspitze wiederholt mit dem Kunststoff in Berührung, wodurch der Korpus schnell zerkratzt. Ein austauschbarer Kopf aus schlagfestem Kunststoff oder Hartgummi könnte hier Abhilfe schaffen. Außerdem sind die Schleifstäbe sehr anfällig, sie zerbrechen wenn sie zu Boden fallen.

Insgesamt ist der V-Edge von Zwilling perfekt für zügiges und regelmäßiges Schleifen mehrerer Messer und somit nicht nur etwas für die Profi-Küche.

Sicherer Stand: AnySharp Pro

Sicherer Stand

AnySharp Pro

Test: Anysharp Pro
Dank exzellentem Saugfuß hat man beide Hände am Messer und kann komplette Länge der Klinge schärfen.

Der AnySharp Pro beherrscht lediglich den Grobschliff, bietet aber dennoch einen entscheidenden Vorteil: Über einen Saugnapf wird das Schleifgerät auf der Arbeitsplatte fixiert. Dadurch lässt sich die Schneide mit beiden Händen über den Wolframstahl ziehen. Das Blatt kann somit exakter geführt werden und man kann einen höheren und ebenmäßigen Druck ausüben, wodurch Kerben schneller verschwinden. Für das Abziehen und den Feinschliff wird aber ein zusätzliches Gerät benötigt.

Der Messerschärfer ist klein, aus Metall, sowie wartungsfrei. Späne können problemlos mit Wasser abgespült werden. Europäische Messer mit Handschutz können auf der kompletten Länge geschliffen werden, da am Gerätegehäuse keine Wulst stört. Auf der Oberseite des Gerätes sitzt einsehbar der Wolfram-Karbid-Stahl.

Der AnySharpPro ist empfehlenswert für alle, die einen besonders kleinen Messerschärfer suchen, der vielleicht auch mal unterwegs eingesetzt werden soll. Allerdings muss man sich zusätzlich – sofern man noch keines besitzt – ein weiteres Gerät zum Abziehen und für den Feinschliff anschaffen.

Elektrischer Schärfer: Graef Hybrid 220 CC 80

Elektrischer Schärfer

Graef Hybrid 220 CC 80

Der Hybrid 220 CC 80 kommt mit »Chef’s Choice« Branding und einem soliden und schweren Gehäuse. Auch die Mechanik ist gut und macht einen langlebigen Eindruck.

Seine Stärke: der langsamdrehende Schrittmotor. Der verursacht kaum Lärm, außerdem drehen die Diamantschleifscheiben dadurch so langsam, dass die Klingen nicht überhitzen. Jedoch kann der Messerschärfer selbst überhitzen, sogar, wenn er lediglich im Leerlauf läuft. Nach ca. 20 Minuten im Dauerbetrieb schaltet er aber ohnehin automatisch ab und kann erst wieder eingeschaltet werden, wenn er abgekühlt ist.

Auch Schneiden, die stark beschädigt sind, können damit geschärft werden, dafür braucht es dann drei Schritte. Zunächst zieht man die Schneide mit gleichmäßigem Druck langsam durch die Führung auf der linken Seite, ein Grat entsteht. Danach durch die rechte Führung. Bei tiefen Scharten beides wiederholen, bis man eine glatte Schneide bekommt. Das kann bis zu 20 Mal Durchziehen erforderlich machen, je nach Scharte. Danach noch über die Keramik-Schleifscheibe manuell abziehen.

Somit kann man solch einen elektronischen Messerschärfer nur mit ein wenig Übung bedienen, dank schmaler und stabiler Führung ist der Aufwand hier aber geringer. Ein ungleichmäßiger Schliff entsteht dann, wenn die Klinge nicht gleichmäßig durchgezogen wird.

Was gibt es sonst noch?

Es gibt außerdem noch einige Messerschäfer, die wir aus verschiedenen Gründen eher nicht empfehlen würden.

Manuelle Messerschärfer

Mit dem Kyocera DS-38 lassen sich nur Santoku-Messer und alle anderen Messer mit durchgehender Schneide schleifen. Durch die enge Führung kann der Schleifwinkel nicht so verrissen werden, solange man sich auf ein sauberes Durchziehen konzentriert. Dabei hilft eine Druckanzeige: Wird die Klinge zu stark auf die Scheiben aus Keramik, leuchtet die Lampe am Gehäuse rot statt grün. Zudem stoppt der Motor und es wird vor einem übermäßigen Materialabtrag gewarnt.

Es können sowohl Stahl-, als auch Keramikmesser bearbeitet werden. Die Schneide rutscht ohne Probleme auf den beiden Rollen aus Keramik, die hinter den Scheiben sitzen. Abziehen und Schärfen geht in einem Schritt, daher gibt es nur eine mittlere Körnung. Der Materialabtrag ist für einen Vorschliff trotzdem ausreichend, nur bei tiefen Scharten dürfte etwas etwas länger dauern.

Der WMF Gourmet kommt in einem minimalistischen Design daher: Er hat nur zwei Öffnungen und die Optik erinnert an den Griff eines Samurai-Schwertes. Der Edelstahlrahmen steht dank kleiner Gummifüße sicher auf der Arbeitsfläche, die Hand wird durch einen runden Schild geschützt. Die Messerführung steckt eher locker und kann zur Reinigung abgenommen werden.

Die Doppelscheiben aus Keramik haben eine gute Qualität und sind eher grob. Auch kleinere Scharten können so in angemessener Zeit entfernt werden. Der Materialabtrag ist hier ein wenig höher als bei anderen manuellen Messerschärfern. Mit gewissen Einschränkungen eignet sich der grobe Schliff damit auch für den Vorschliff. Die Körnung der Scheiben wird nicht angegeben, jedoch ist allein deren Vorhandensein ein Zeichen von Qualität. Bei günstigeren Modellen gibt es Stäbe, die nur für einen geringeren Materialabtrag sorgen. Auch mit diesem Gerät können nur glatte Klingen geschärft werden.

Mit dem Chef’s Choice ProntoPro 4643 können Laien und Profis gleichermaßen schneller Messer feinschleifen und abziehen. Mit den beiden Messerführungen für 15 und 20 Grad lassen sich nicht nur europäische, sondern auch asiatische Messer bearbeiten. Die Verarbeitung des Messerschärfers ist erstklassig und er steht dank des höheren Gewichts stabil. Der Griffbereich ist gummiert und unter dem Schleifkopf gibt es einen Gummifuß, der das Abrutschen verhindert.

Die Aluminiumfassung an den Klingenführungen stabilisiert den Kunststoffbereich darunter. Die Oberseite lässt sich abnehmen, die Schleifsteine könnten also ersetzt werden. Für die Reinigung ist diese Öffnung aber nicht gedacht, denn der Schleifstaub lässt sich nur durch die Messerführung ausklopfen. Für das Entfernen des Metallabriebs gibt es keine Öffnung, so bleibt alles im Gerät liegen. Für den Vorschliff eignet sich dieser Messerschärfer außerdem nicht, wenn die Schneide grob beschädigt ist, muss das auf einem Schleifstein, Wasserstein oder mit einem elektrischen Gerät beseitigt werden.

Elektrische Messerschärfer

Der Camry Messerschärfer ist eher ein Schleifstein, da die Führung ungenau ist und die hohe Geschwindigkeit ihn für den exakten Klingenschliff ungeeignet machen. Um mit ihm grob Scharten zu entfernen, müsste man lange üben, wenn man keine weiteren Schäden erzeugen will. Für grobe Klingen können wir ihn uns vorstellen, denn dafür könnten die beiden schwarzen Abdeckungen entfernt werden.

Die Anleitung ist aber schlecht übersetzt und das Gehäuse billig, so sind wir dennoch eher bei einem Low-End-Modell, das beste Küchenmesser sollte man damit definitiv nicht schärfen. Pluspunkt: Er ist recht leise.

Auch vom StilGut WT28D4STWT waren wir nicht begeistert, denn als Laie dürfte man den Klingen damit eher Schaden zufügen. Der Schleifstein dreht zu schnell und Lärm macht das Gerät dabei auch.

Außerdem ist die Führung ungenau und man schneidet andauernd auf dem Plastik herum. Fürs Abziehen bräuchte man zusätzlich noch ein Gerät. Dafür ist er immerhin ordentlich gebaut, steht sicher und es gibt einen automatischen Kabeleinzug.

Wissenswertes übers Messerschleifen

Nicht alle Schleifgeräte sind fürs Schärfen von allen Küchenmessern geeignet. Man schleift asiatische Messer mit 15 und europäische mit 20 Grad Schneidewinkel.

Sind die Schneiden stumpf, nutzt man einen Messerschärfer. Deren Schleifsteine können aus verschiedenen Materialien bestehen, etwa Quarz, Wasserstein, synthetischem Diamant, Keramik, Stahl oder Korund.

Wie man Küchenmesser richtig schleift

Bei Messerschärfern gibt es unterschiedliche Arten: Mit Wetzstäben wird die Klinge aufgerichtet, aber kein Material abgetragen. Ist das Messer stark beschädigt, nutzt man Schärfgeräte und Wetzsteine. Wir haben in unserem Test elektrisch und manuell schleifende Geräte getestet, von denen mehr oder minder stark das Material abgetragen wird.

Stumpfe Klingen können durch zwei mögliche Schäden verursacht werden: eine stumpfe Schneide oder Scharten. Vielen manuelle Messerschärfer sind gut dazu geeignet, stumpfe Schneiden zu schärfen. Ihre Rollen oder Schleifsteine sind gerade grobkörnig genug, um minimal Metall abzutragen.

Kerben etwa von einem Sechstel Millimeter können mit einem Stein mit mittlerer Körnung nicht in einigermaßen kurzer Zeit beseitigt werden, hierzu ist der Materialabtrag nicht hoch genug. Dazu muss ein Nassschleifstein (Wasserstein) her, ein Wetzstein (Schleifstein) oder ein Schärfgerät. Ansonsten kann man die Messer auch zum Schleif-Service bringen.

Messerschärfer Test: Wetzstab Wüsthoff
Ein Wetzstab richtet die Klinge nur auf.

Wetzstäbe eignen sich für den Einsatz jeden Tag gut. Ein Metzger oder Koch zieht vor der Arbeit das Messer einige Male ab am Wetzstahl. Das bringt aber nur etwas, wenn das Messer vorher noch nicht stumpf war. Die Klingen werden hier nämlich nur aufgerichtet, um wenige hundertstel Millimeter und somit nachgeschärft. Die Klinge bleibt so länger scharf, aber man kann auf diese Weise keine stumpfen Klingen schärfen. Wetzstäbe sind aus Diamant, Wolfram-Karbid-Beschichtung, Keramik oder Stahl.

Wetzsteine, man nennt sie auch Schleifsteine, nutzt man für stärkere Beschädigungen. Es sind Scheiben aus kristallinem, körnigem Material. Steine mit 1000er-Körnung sind vor allem für grobe Schärfarbeiten geeignet, unabhängig vom Schneidewinkel kann damit geschärft werden. Man braucht aber etwas Übung, um sie nutzen zu können und bestenfalls noch eine Vorrichtung, in der das Messer in einem bestimmten Winkel fixiert werden kann.

Messerschärfer Test: Weztstein
Manuelles Schleifen mit nassem Schleifstein erfordert Geduld und Zeit.

Klassisches Messerschärfen geschieht auf dem nassen Schleifstein. Auf einer Seite hat der eine grobe 1000er Körnung, auf der anderen eine feinere (3000 oder 6000). Die feinere ist fürs Abziehen des Messers da, also zur Glättung nach dem gröberen Schleifen.

Für das manuelle Schleifen braucht man Übung und Zeit. Vor allem grobe Scharten beschäftigen einen gut eine halbe Stunde. Damit der Schleifwinkel sauber gehalten werden kann, gibt es Schleifkeile als Schleifhilfe, vor allem für Anfänger sind die gut.

Der Nassschleifstein hat den Vorteil, dass auch Laien damit nicht viel falsch machen können. Ein Messer macht man damit nicht so schnell kaputt. Mit einem elektrischen Schärfer dagegen kann das sehr schnell passieren, wenn man nicht weiß, was man tut.

Zum Nassschleifen gibt es viele Videoanleitungen. Messermachen ist etwa empfehlenswert, kürzer geht es mit Selbstversorger Rigotti.

Messerschleifer Test: Messerschaerfer Chefschoicediamant
Manuelle Schleifgeräte: auch für Anfänger geeignet.

Unter manuellen Schleifgeräten versteht man kleine Tischgeräte mit Schleifkopf, der vier, drei oder zwei Abzieh- oder Schärfmethoden bietet. Gemeinsam haben alle, dass die Schneide in einem Rutsch mit passendem Druck durch die Messerführung gezogen werden muss. Dabei darf das Blatt nicht nach links oder rechts abkippen. Bestenfalls wird der Klingenrücken mit dem Zeigefinger gestützt.

Ein enger Führungsschlitz wäre auch gut, bestenfalls gerade so breit wie auch die Schneide. Schleifgeräte wollen jedoch universell sein, Klingenblätter gibt es von 1,6 Millimetern bis zu 4 Millimetern, dementsprechend breit sind die Führungen dann auch.

Messerschleifer Test: Messerschaerfer Graefhybrid
Elektrische Messerschärfer: Vorsicht, hier kann man schnell seine Messer ruinieren.

Bei einem elektrischen Messerschärfer denkt man erstmal an Zeitersparnis, es geht aber nicht darum: Sie sind perfekt geeignet für verunstaltete und schartige Klingen. Die Schleifsteine drehen sich entweder langsam oder schnell, tragen dadurch viel Material ab und auch tiefe Scharten sind schnell beseitigt.

Von schnelldrehenden Scheiben wird auch die Klinge erhitzt, dann können sie ausglühen. Dem zuvor gehärteten Stahl geht die Festigkeit verloren, ebenso verkürzt sich die Standzeit der scharfen Schneide. Vorzuziehen sind langsam drehende Geräte, die sind außerdem leiser.

Der Führungsschlitz sorgt dafür, dass die Schneide entweder im 15 oder 20 Grad Winkel berührt wird.

Messerschleifer Test: Messerschaerfer Graefhybrid
Innenleben eines elektrischen Messerschärfers.

Bei guten Geräten gibt es eine Federmechanik, wenn die Klinge zu stark drückt, lässt die den Stein auf der Welle zurückweichen. So wird ein ungleichmäßiges Schleifbild verhindert.

Elektrische oder mechanische Messerschärfer – oft eine kontroverse Diskussion. Bequemlichkeit sowie Zeitersparnis spielen eine Rolle, dafür ist aber auch der Materialabtrag hoch. Die Klinge könnte sich außerdem erhitzen und so dauerhaft verformen.

Elektrische Messerschärfer sind dann lohnenswert, wenn man viele Messer intensiv nutzt und dabei häufig die Schneiden beschädigt werden. Etwa in Restaurant- oder Großküchen.

Das richtige Schleifgerät

Wer viele verschiedene Messer, darunter europäische und asiatische hat, braucht ein Schleifgerät, das für beide Arten geeignet ist. Einige Geräte sind für Messer mir einer Klingenwulst nicht geeignet, dafür aber gut für Santoku-Messer.

Die Ausprägung der Messerführung sollte man sich vor dem Kauf auch anschauen, ist der Griff dick, kann das schonmal zum Problem werden. Hier wurde im Test eines unserer Messer dann nicht auf der ganzen Länge geschärft.

Messerschärfer Test: Messerschaerfer Kaiapw17
Kai APW17: 5 bis 20 Millimeter dieser Schneiden erreicht der Schleifstein nicht.

Man kann theoretisch jedes Messer durchs Schleifgerät ziehen, aber nur bei hartem Messerstahl bleibt die Schärfe erhalten. Vor allem sind das die japanischen Damastmesser aus vielen Stahl-Lagen. Auch Edelstahl-Klingen lassen sich gut schärfen.

Normalerweise kann man vor allem geschmiedete, hochwertige Messer gut schärfen. Gestanzte, günstige dagegen eher nicht. Probieren kann man es aber trotzdem. Hält die Schärfe dann nicht lange, ist oft das Material und nicht das Gerät schuld.

Messerschleifer Test: Messerschaerfer Vulkanusprofessional
Brotmesser schaffen nur spezielle Messerschärfer.

Spezielle Zahnung wie beim Brotmesser oder Wellenschliff bei Käse- oder Steakmessern kann man nur mit einem speziellen Gerät schärfen. Im Test konnten das nur Anyuke und Vulkanus.

Bei der Körnung gab es bei unseren Testgeräten oft keine Angabe, Zoomyo war da eine Ausnahme.

Der Schleifwinkel

Welches Gerät man braucht, hängt von den Messern ab. Santokus etwa brauchen einen Winkel von 15 Grad beim Schleifen, europäische Messer 20 Grad. Ein Santokus wird auch auf 20 Grad geschliffen noch scharf schneiden, nur ist es dann eben kein Santoku mehr.

Von vielen Herstellern wird nichtmal in der Bedienungsanleitung der Schleifwinkel angegeben. Ein Problem ist das aber meist nicht, denn bei vielen ist der Winkel bereits auf 20 oder 15 Grad eingestellt.

Bei den manuellen Geräten kann der Schleifwinkel manchmal auch verstellt werden, alternativ passen sich manche Geräte während der Nutzung auch an den Winkel des Messers an. Ein voreingestelltes Gerät sollte für den Hausgebrauch aber definitiv ausreichend sein.

Messerschleifer Test: Messerschaerfer Chefschoicediamant
Mit zwei definierten Schleifwinkeln.

Die Anleitung ist nicht immer gut, teils gibt es auch gar keine. Wenn sie aber doch vorhanden ist, sollte man sie sich ansehen, denn wenn man einfach ohne Plan schleift, kann das die Klinge beschädigen oder zerstören.

Für alle Schärfgeräte, die wir getestet haben, gilt aber: Klinge ohne anzuhalten und gleichmäßig über Stein oder Rolle ziehen. Die Schneide muss dabei auf ganzer Länge in einem Rutsch über die Steine gleiten. Macht man Fehler, dann können sich Rillen oder Kerben auf der Klinge bilden.

Beim Schärfen können drei Schritte unterschieden werden: das Vorschärfen, der Feinschliff und das Abziehen.

Beim Vorschärfen wird erst das Messer geschliffen, Schäden und Mängel werden so entfernt. Hier nimmt man eine grobe Körnung, teils bieten die Schärfer aber keine Option fürs Vorschärfen an. Vor allem bei den manuellen Geräten ist das so. Sinnvoll ist es ohnehin nur, wenn die Messer stark beschädigt sind.

Danach kommt der Feinschliff, bei dem mit feinerer Körnung geschliffen wird. Genug für grobe Scharten ist das nicht, als erster Schritt reicht es aber.

Danach ist das Abziehen dran, das Messer wird hier entweder am Wetzstahl abgezogen oder mit einer Keramikscheibe poliert.

So haben wir getestet

Wir haben uns 26 Testgeräte ausgesucht, darunter manuelle wie auch motorbetriebene. Die Wahl fiel deshalb auf diese Mischung, da es meist nicht nur um den Feinschliff geht, sondern ebenso um den Vorschliff, um Scharten zu beseitigen.

Getestet haben wir mit Haushaltsmessern unserer Bekannten, außerdem mit den hochwertigen Messern aus unserem entsprechenden Test der besten Küchenmesser. Hierzu hatten wir die Klingen zuvor absichtlich beschädigt.

Wichtig waren uns Rutsch- und Standfestigkeit, außerdem wollten wir wissen, ob man das Gerät auch für den Vorschliff nutzen kann oder nur für Abziehen und Feinschliff. Viele günstige Geräte, vor allem die, die feststehende Steine (ohne Rollen) haben, sind für den Vorschliff nicht geeignet.

Elektronische Messerschärfer eignen sich dafür theoretisch schon, praktisch aber war oft die Messerführung ungenau und der Schleifstein drehte oft zu schnell. Korundschleifscheiben können schnell zu viel Material abtragen, wenn sie zu grob sind.

Gelingt der Vorschliff aber, braucht man für den Feinschliff noch ein weiteres Gerät. Hier haben wir aber ein Modell von Graef im Test, das dieses Problem löst.

Außerdem haben wir auf die Lautstärke geachtet und uns bei Überhitzung das Abschaltverhalten angesehen. Bei den schnelldrehenden Schrittmotoren ist das gewollt, denn bedingt durch die Technik erhitzen diese sich stark.

Kochmesser Test: Kochmesser Alle Asiasantoku
Santoku: Durchgehende Schneiden können von vorn bis hinten geschärft werden, an jedem Schleifgerät. Bei europäischen Klingen gibt es Einschränkungen.

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