Test: Kühlschrank

Kühlschränke im Vergleich : Gut gekühlt

Veröffentlicht 20.05.2021

Ein Kühlschrank soll Lebensmittel kühlen und so länger frisch halten. Kein Haushalt kommt ohne ein solches Gerät aus. Und trotz Dauerbetrieb gehören Kühlschränke nicht mehr zu den großen Stromfressern. Wir haben 11 Modelle miteinander verglichen.

Riccardo Düring
ist gelernter Handwerker und langjähriger Testredakteur. Er testet Produkte rund um Heimwerken, Haushalt und Technik.

Die Kühltechnik ist inzwischen so weit, dass sich der Verbrauch in Grenzen hält, obwohl der Kühlschrank im Dauerbetrieb läuft. Der durchschnittliche Jahresverbrauch des recht großen Siemens KS36VAXEP iQ500 beträgt nur 112 Kilowattstunden, was bei den aktuellen Stromkosten von 30 Cent pro Kilowattstunde nicht mal 34 Euro pro Jahr oder 2,80 Euro pro Monat ausmacht. Und das bei einem Modell, das locker für fünf bis sechs Personen reicht. Wir haben 11 Kühlschränke verglichen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Gehobene AusstattungLanglebigGünstig
Test: Siemens Ks36vai4p Iq500Test: Liebherr K 3130Test: Gorenje R6192fx
Modell Siemens KS36VAXEP iQ500 Liebherr K 3130 Gorenje R6192FX
Pro
  • Sehr sparsam und leise
  • Digitale Temperatureinstel­lung
  • 3 Temperaturzonen
  • FreshBox mit Teleskopschienen
  • Ausziehbare Glasböden
  • Sparsam
  • Leise
  • Digitale Temperatureinstel­lung
  • Sparsam
  • Sehr leise
  • Sehr günstig
  • Edelstahl-Tür
Contra
  • Hoher Preis
  • Hoher Preis
Bester Preis
  Technische Daten anzeigen

Gehobene Ausstattung: Siemens KS36VAXEP iQ500

Gehobene Ausstattung

Siemens KS36VAXEP iQ500

Test: Siemens Ks36vai4p Iq500
Mit einer Energieeffizienzklasse von A++ gehört der Siemens KS36VAXEP iQ500 zu den sparsamsten Kühlschränken und bietet eins der besten Ausstattungspakete.

Mit den Haushaltsgeräten von Siemens und Bosch liegt man nur selten falsch. Der Siemens KS36VAXEP iQ500 kommt zwar von Siemens, wurde aber zusammen mit Bosch konzipiert. Optisch macht das Modell mit der schwarzen Oberfläche aus Edelstahl auch etwas her. Mit der langen Griffstange lässt sich die Tür einfach öffnen. Dabei kann man frei entscheiden, auf welcher Kühlschrankseite die Stange angebracht wird, sodass man die Tür nach rechts oder links öffnen kann.

Der Innenraum wird von drei LEDs erleuchtet. Dabei sind sie so gesetzt, dass sie den Innenraum ausleuchten, dabei jedoch nicht blenden. Für eine noch bessere Übersicht lassen sich die Glasböden zudem aus dem Modell ziehen. Damit diese nicht vornüber kippen, ist dies aber nur zur Hälfte möglich. Das untere Gemüse- und Obstfach ist durch zwei Vollauszüge gesichert, sodass es komplett herausgezogen werden kann. So sind die gewünschten Lebensmittel schnell gefunden, die Tür bleibt somit nicht lange offen stehen, was wiederum Energie spart.

Kalte Luft fällt nach unten. Aus diesem Grund befindet sich die Kühlfläche meist oberhalb, was für eine Luftzirkulation sorgt. Öffnet man allerdings die Tür, »fällt« die kältere Luft heraus, während sich oben die wärmere Raumluft sammelt. Um dies zu verhindern und die wärmere Luft zügig abzukühlen, verfügen viele Kühlschränke – auch dieses Siemens-Modell – im Inneren über eine Lüftung, welche die Luft bewegt und zügig wieder für eine einheitliche Temperatur sorgt. Unten ist jedoch eine HyperFresh-Plus-Schublade vorhanden, die mit 0 Grad deutlich kälter ist, wodurch sie Obst, Fisch und Fleisch länger halten. Zusätzlich lässt sich mit der Funktion HyperFresh die Luftfeuchtigkeit einstellen und an den Inhalt anpassen.

Befüllt man den Kühlschrank, steht die Kühlschranktür häufig längere Zeit offen und die neu eingeräumten Lebensmittel haben zudem eine höhere Temperatur als optimal ist. Dank dauerhafter Temperaturkontrolle und Lüfter wird die Temperatur im Gerät zügig wieder angeglichen. Die Lebensmittel sind jedoch im Inneren immer noch wärmer, sodass dieser Prozess etwas dauert. Hier hilft die »SuperCooling«-Funktion des Siemens-Modells: Mit dieser Funktion kann man für eine bestimmte Zeitspanne die Temperatur senken, sodass die warmen Lebensmittel schneller heruntergekühlt werden können.

Zudem vergleicht der Kühlschrank die Außen- und Innentemperatur und passt das Kühlverhalten an mögliche Veränderungen an. So werden schon im Vorfeld Temperaturveränderungen vermieden.

Der KS36VAXEP iQ500 stellt ein hervorragendes Gesamtpaket inklusive gehobener Ausstattung bereit. Das Modell hat ein Fassungsvermögen von 346 Litern und ist somit auch für größere Familien geeignet. Trotzdem bleibt er sparsam. Zudem ist der Kühlschrank leise und er reagiert auf Temperaturschwankungen bevor sie auftreten. Die verschiedenen Temperaturzonen sowie das HyperFresh-Fach sorgen dafür, dass die Lebensmittel stets bei der idealen Temperatur gelagert werden und so länger frisch bleiben.

Langlebig: Liebherr K 3130

Langlebig

Liebherr K 3130

Test: Liebherr K 3130
Kühlschränke von Liebherr stehen seit vielen Jahren für einen hohen Qualitätsstandard. Auch der Liebherr K 3130 bleibt dem Motto treu und liefert dazu sehr gute Verbrauchswerte.

Der K 3130 von Liebherr bietet nicht so viele Funktionen, dafür aber eine sehr gute Qualität.

Die Marke Liebherr ist seit mehr als sechs Jahrzehnten auf Kühlgeräte spezialisiert und beliefert vor allem professionelle Kunden der Gastronomie und im Handel. Die Ausfallsicherheit und Qualität spiegelt sich ebenfalls in den Geräten für den Privatgebrauch wider. Wer einen Liebherr-Kühlschrank kauft, erhält ein Modell mit einem hochwertigem Kompressor und Gemüseschubladen aus Kunststoff, die auch ein schwungvolles Einladen von Gemüse gut überstehen.

Diese Qualität hat natürlich auch ihren Preis: Der Liebherr-Kühlschrank ist zwar ein wenig günstiger als das Modell von Siemens, doch ist er als teurer zu betrachten. Das Betriebsgeräusch und die Verbrauchswerte sind identisch, jedoch muss man bei diesem Modell auf viele Komfortfunktionen verzichten. Vorhanden sind eine Lüftung, die bei einem so großen Kühlschrank auch nötig ist, und die Funktion Super-Cooling, mit der die Temperatur für höchstens 12 Stunden auf 2 Grad gesenkt werden kann.

Zudem verfügt der Kühlschrank über eine elektronische Temperaturauswahl inklusive digitaler Anzeige. Hiermit endet aber die Liste an Komfortfunktionen, und auch äußerlich machen andere Modell mehr her.

Liebherr setzt auf Qualität statt Design und technische Spielereien und denkt eher praktisch und professionell. Im K 3130 findet man daher einen qualitativ sehr hochwertigen Kühlschrank, der sicher jahrelang seinen Job verrichten wird.

Günstig: Gorenje R6192FX

Günstig

Gorenje R6192FX

Test: Gorenje R6192fx
So sparsam und leise wie unsere Empfehlung, top ausgestattet und dennoch nur halb so teuer. Das ist der R6192FX von Gorenje.

Das Gegenteil zum Liebherr-Modell ist der R6192FX von Gorenje: Dieser Kühlschrank ist größer und günstiger und zudem randvoll mit technischen Feinheiten. Die Langzeiterfahrungen fallen dafür bei Gorenje nicht so gut aus wie mit Liebherr, doch es gibt hier auch Ausnahmen.

Die Edelstahl-Tür verfügt über eine Anti-Fingerprint-Beschichtung. Grundlegend sollte aber der Türgriff genutzt werden. Er fällt aber nicht ganz so groß aus wie bei dem Modell von Siemens und ist zudem nicht aus Edelstahl.

Bei der Innenausstattung muss man dagegen keine Abstriche machen: Diese bietet eine 2 Grad kalte Fresh-Zone sowie eine 0-Grad-kalte Crisp-Zone. Für eine bessere Übersicht lassen sich die Glasböden zur Hälfte ausziehen, die Innenlüftung sorgt zudem für eine einheitliche Temperaturverteilung.

Auch die Funktion IonAir ist interessant, mit der Bakterien und Keime zerstört werden sollen. Diese Möglichkeit ist vor allem aus Luftreinigern bekannt: Hier werden mithilfe von elektrischen Spannungen Ionen produziert, die die Keime binden. Die Zellhülle der Keime wird durch zusätzlich produziertes Ozon zerstört und die Keime so abgetötet. Diese Desinfektion ist nicht bemerkbar: Der ganze Vorgang ist physikalisch und er hat keinerlei Einfluss auf den Menschen und die im Kühlschrank gelagerten Lebensmittel.

Der Gorenje R6192FX überzeugt in erster Linie mit seinem Preis. Doch daneben hat er auch einiges zu bieten: Er hat einen sparsamen Verbrauch, eine gute Laufruhe und glänzt zusätzlich mit verschiedenen Temperaturzonen, der Funktion IonAir und einer Edelstahltür.

Was gibt es sonst noch?

Der Bauknecht KR 19G3 erreicht als einziger Kühlschrank im Vergleich die Energieeffizienz A+++. Daneben ist das Modell auch das leiseste. Die Unterschiede zu den Empfehlungen belaufen sich hier aber nur auf 1 bis 2 Dezibel. Beim Verbrauch sieht es dagegen schon anders aus: Der Gorenje mit etwa gleicher Größe benötigt trotz Energieeffizienz A++ jährlich rund 40 kWh mehr, was je Monat etwa ein Euro mehr ist. Die Ausstattung des Bauknecht-Modells kann sich auch sehen lassen: Von Luftzirkulation über digitaler Temperatureinstellung bis zu Urlaubssparfunktion ist alles vorhanden.

Der Bomann VS 7316 bietet technisch alles Notwendige, wie verstellbare Glas-Einleger, eine LED-Innenbeleuchtung und eine Abtauautomatik. Der Kühlschrank hat die Energieeffizienz A++ und ist mit einem Betriebsgeräusch von 40 Dezibel noch relativ leise. Mehr darf man von diesem Modell nicht erwarten, das ist aber für diese Preisklasse völlig in Ordnung.

Ebenfalls zu den günstigen Modellen gehört der Medion MD 13854, er bietet aber keine herausragende Ausstattung. Der Kühlschrank hat gute Verbrauchswerte und ist zudem durch das Abnehmen der Arbeitsplatte unterbaufähig. Dafür macht der Medion vom Design etwas her: Die silberne Oberfläche wirkt wie gebürsteter Edelstahl. Die Griffe sind eingelassen und stehen somit nicht hervor und können nicht abbrechen.

Das einzige Modell im Vergleich mit Eisfach ist der Amica EKS 16171. Dadurch beträgt das Nutzvolumen nur 98 Liter, was eventuell noch für Hotelzimmer oder einen Ein-Person-Haushalt ausreichend ist. Ist man aber mit diesem Platzangebot zufrieden und möchte nur kleine Sachen einfrieren, macht man mit diesem Einbaukühlschrank nichts falsch. In Sachen Energieeffizienz sollte man aber schon genau überlegen, ob das kleine Eisfach (bis -18 Grad) wirklich notwendig ist. Der Kühlschrank erreicht zwar die Energieeffizienzklasse A++, doch werden bei dieser Klasse mit einem Eisfach andere Werte verwendet als bei Modellen ohne Eisfach. So benötigt der Bauknecht KR 19G3 nur halb so viel Energie, ist aber rund dreimal so groß. Verglichen mit anderen günstigen Kühlschränken ohne Eisfach ist der Verbrauch des EKS 16171 jedoch nur unmerklich höher.

Wissenswertes über Kühlschränke

Kühlschränke sind je nach ihrer Größe und ob sie mit einem Gefrierfach kombiniert sind in verschiedenen Bauformen erhältlich. Kühl-Gefrier-Kombinationen wurden in diesem Vergleich nicht bedacht, hierfür ist ein eigener Vergleich verfügbar. Dieser Vergleich beschränkt sich auf Vollraum-Kühlschränke. Diese Modelle sind auch teilweise mit einem integriertem Gefrierfach ausgestattet, welches jedoch nur in den seltensten Fällen der Leistungsfähigkeit eines solchen Faches entspricht. Diese Fächer sind dann auch nicht mit drei, zwei oder einem Stern gekennzeichnet. Solche Eisfächer sind vielmehr für Eiswürfel und selbstgemachtes Eis gedacht, aber nicht für eine lange Lagerung von Lebensmitteln.

Auch in Sachen Energieeffizienz schneiden diese Modelle nicht ganz so gut ab: Im Kühlschrank herrschen Temperaturen zwischen 5 und 8 Grad, in einem Gefrierfach sind es deutlich unter 0 Grad. Wenn diese beiden Komponenten nicht voneinander separiert sind, arbeiten sie nicht effektiv.

Einbaukühlschrank

Diese Kühlschränke werden vollständig in die Küchenzeile integriert: Sie haben keine Arbeitsplatte, die selten besonders hübsche Tür wird mit einer Schranktür verdeckt. So ist von außen nicht ersichtlich, dass es sich bei diesen Modellen um einen Kühlschrank handelt. Das sieht optisch gut aus, hat aber auch Nachteile.

Der Kühlschrank entzieht die Wärme aus dem Innenraum und gibt sie meist auf seiner Rückseite wieder ab. Je leichter er die Wärme abgeben kann, desto effektiver kann der Kühlschrank arbeiten. Somit haben Einbaukühlschränke hier einen großen Nachteil verglichen mit freistehenden Modellen.

Bei Einbaukühlschränken ist die Auswahl stark eingeschränkt: Das liegt zu einen an der fest vorgegebenen Größe, zum anderen sind Einbaugeräte zumeist auch teurer. Das hat seinen Grund darin, dass die Verkaufszahlen dieser Modelle deutlich niedriger sind und die Hersteller trotzdem kostendeckend produzieren müssen.

Einbaugeräte werden meist mitsamt der Küche erworben und dereinst gegen ein identisches Gerät ausgetauscht.

Unterbaufähige Kühlschränke

Diese Kühlschränke haben eine Höhe zwischen 85 und 90 Zentimetern. Sie besitzen entweder keine oder eine entfernbare Arbeitsplatte. Dadurch lassen sich diese Modelle unter die Arbeitsplatte der Küche einbauen und sie fügen sich so in die Küchenzeile ein.

Bei der Höhe ist Vorsicht geboten, man sollte sich das jeweilige Modell genau ansehen. Manche unterbaufähigen Kühlschränke passen mitsamt ihrer Abdeckung vollständig unter die Arbeitsplatte, bei anderen Modelle muss man die Abdeckung abnehmen. Zudem gibt es auch freistehende Modelle, die zwar nicht als unterbaufähig ausgewiesen sind, bei denen jedoch die Abdeckung abgenommen und sie unter die Küchenarbeitsplatte eingebaut werden können.

Freistehende Kühlschränke

Freistehende Kühlschränke sind oftmals größere Modelle. Es sind aber auch kleine Geräte verfügbar, die sich neben der Küchenzeile einreihen. Ist bei diesen Modellen die Arbeitsplatte abnehmbar, sind diese »freistehend/unterbaufähig«.

In Sachen Größe gibt es keine Grenzen: Side-By-Side-Modelle können über zwei Türen oder ein Eisfach verfügen, oder eine sogenannte French-Door besitzen: Hier gibt es eine geteilte und eine durchgehende Tür. Diese Geräte werden im Vergleich »Der beste Side-by-Side-Kühlschrank« näher beleuchtet.

Wie funktioniert ein Kühlschrank?

Dem Innenraum des Kühlschranks wird die Wärme entzogen, damit die Lebensmittel frisch bleiben und diese Wärme wird hinter dem Gerät wieder abgegeben. Für diese Funktionsweise gibt es drei unterschiedliche Arbeitsweisen.

Kühlschränke mit Kompressor

Der Kompressorkühlschrank ist die geläufigste Version: Hier gibt es ein Kältemittel im Leitungssystem, das schon bei Temperaturen unter 0 siedet und dann verdampft. Die hierfür nötige Energie wird als Wärme aus dem Kühlraum entzogen. Das Kältemittel ist nun gasförmig und wird dann im Kompressor unter Druck gesetzt, wodurch der Siedepunkt erhöht wird. Das Kältemittel verflüssigt sich dadurch und gibt auf der Rückseite des Geräts die zuvor aufgenommene Wärme ab. Ehe die Leitung erneut in den Innenraum gelangt, wird in der Drossel der Druck auf 1 bar abgesenkt, das Kältemittel fängt erneut an zu sieden und erneut zu verdampfen.

Diese Kühlung ist sehr effektiv und zudem preiswert zu produzieren. Sie ist aber abhängig vom Strom, der Kompressor gibt zudem brummende Geräusche von sich.

Kühlschränke mit Thermoelektrik

Vereinfacht ausgedrückt entstehen hier Temperaturdifferenzen und Strom durchfließt zwei unterschiedliche Stoffe. Dieser Vorgang wird Peltier-Effekt genannt. Die kalte Seite wird im Kühlschrank zum Kühlen verwendet, die wärmere Seite gibt dann die Wärme außerhalb ab.

Die Methode ist nicht wirklich effektiv, sie nimmt nur sehr wenig Platz ein und arbeitet leise.

Absorberkühlschrank

Die Arbeitsweise ähnelt hier der von Kompressorkühlschränken: Hier wird auch mit Verflüssigung und Verdunstung gearbeitet. Das geschieht hier aber statt durch Druckerzeugung durch das Zuführen von Wärme sowie durch das Trennen und erneutem Verbinden von Wasser und Ammoniak. Die Wärme wird elektrisch oder mit der Abwärme eines Motors oder mit Gas erzeugt.

Auch diese Modelle arbeiten nicht besonders effektiv, aber sie sind über Fremdwärme betrieben stromunabhängig und können so zum Beispiel in Wohnmobilen eingesetzt werden. Zudem sind die Geräte lautlos und aufgrund fehlender beweglicher Teile kommt es auch nicht zu Verschleiß, wodurch diese Modelle gerne als Mini-Bars in Hotels genutzt werden.

Tipps zum Kühlschrank-Kauf

Wichtig ist zunächst einmal die Größe: Man rechnet mit einem Grundbedarf zwischen rund 120 und 150 Liter für einen Single- oder Zwei-Personen-Haushalt. Etwa 60 Liter sind für jede zusätzliche Person notwendig. Eine vierköpfige Familie benötigt somit ein Modell mit etwa 240 bis 270 Liter Volumen. Das ist mit einem unterbaufähigen Gerät nicht zu schaffen.

Ein weiterer Faktor ist die Energieeffizienz, wobei freistehende und große Kühlschränke vorteilhafter sind: Sie sind in der Lage, die Wärme besser abzugeben und ihr Verbrauch erhöht sich nicht automatisch prozentual mit ihrer Größe.

Spezielle Funktionen sind bei Kühlschränken nicht sonderlich viele vorhanden. Eine Beleuchtung und eine automatische Abtaufunktion sollten geboten sein. Denn das erspart einem ein regelmäßiges Ausräumen und den zusätzlichen Energiebedarf der mit dem erneuten Abkühlen einhergeht. Zudem sind Alarmkennzeichnungen bei einer zu hohen Temperatur im Kühlraum oder offener Tür sinnvoll. Gerade bei sehr großen Geräten ist ein Umluftsystem sinnvoll, um nach einem Öffnen des Kühlschranks wieder eine möglichst einheitliche Kälteverteilung zu erreichen.

Die Fächer sollten der Hygiene zuliebe stets aus Glas sein, da sich diese besser reinigen lassen als Gitter aus Metall. Zudem sollte die Gemüseschublade, die eine etwas kältere Frischezone schafft, nicht fehlen.

Peter Bourenane, Kundendiensttechniker bei der Miesen & Cie. GmbH, rät sich nicht allzu sehr auf eine Marke fixieren sollte. Hersteller wie Samsung, Telefunken und Co., die eher für ihre Multimedia-Produkte bekannt sind sollte man eher meiden. Ansonsten kann man nicht allzu viel falsch machen. Zwar bietet Liebherr die meiste Erfahrung, sowie die höchste Qualität und Siemens/Bosch ein tolles Preis-Leistung-Verhältnis, letztendlich besitzt jedoch ein Kühlschrank nicht allzu viel Technik. So haben auch preiswerte Produkte wie beispielsweise von Bauknecht und Medion ihre Daseinsberechtigung. Schlussendlich ist die Qualität wichtiger als der Preis und man muss selbst entscheiden, was man zu investieren bereit ist.

Was sind Klimaklassen?

Die technischen Daten geben Klimaklassen mit den Kennzeichnungen T, ST, SN und N an. Worüber geben sie genau Auskunft?

Der Kühlschrank soll seinen Innenraum kühlen, sowie die aufgenommene Wärme außerhalb wieder abgeben. Je wärmer das Umfeld ist, desto schwerer ist das. Das kann dem Land, der Klimaregion oder dem Aufstellungsort geschuldet sein. Hierfür stehen die Kürzel, die angeben, bei welchen Umgebungstemperaturen das Gerät genutzt werden sollte:

Klimaklasse Bedeutung Umgebungstemperatur
SN
subnormal
+10 Grad – +32 Grad
N
normal
+16 Grad – +32 Grad
ST
subtropisch
+16 Grad – +38 Grad
T
tropisch
+16 Grad – +43 Grad

Das EU-Label zur Energieeffizienzklasse ändert sich

Da sich die Technik stetig verbessert, kann es sein, dass ein Modell das vor einigen Jahren eine gute Energieeffizienz hatte, mittlerweile als Stromfresser gilt. Deshalb erweiterte man die Energieeffizienzklassen um A+++, A++ und A+. Im März 2021 wird dies angepasst und neu sortiert. Zudem kann man mit dem neuen EU-Label dank eines QR-Codes leicht zusätzliche Informationen zum Modell abrufen.

Die Betriebslautstärke war auch auf dem bisherigen Label zu finden, neu ist nun die Einstufung in verschiedene Geräuschemissionsklassen, wodurch der Vergleich mehrerer Modelle erleichtert wird.

Tipps zum Energiesparen

  1. Im Innenraum des Kühlschranks ist es sehr viel kälter als in der Umgebung, öffnet man die Tür, findet so ein Wärmeaustausch statt. Dieser sollte möglichst gering gehalten und die Tür daher zügig geschlossen werden.
  2. Die entzogene Wärme des Innenraums muss nach außen wieder abgegeben werden. Je kühler das Umfeld ist, desto leichter ist das. Daher sollte das Gerät nie neben der Heizung, dem Herd oder an Orten mit direkter Sonneneinstrahlung stehen.
  3. Wärmere Luft steigt auf, kalte Luft sackt nach unten. Daher sind die Kühlflächen im Gerät stets oberhalb, sodass die Luft zirkuliert. Um diesen Vorgang nicht zu erschweren, darf das Gerät aber nicht zu voll geladen werden.
  4. Den Kühlschrank in der kalten Jahreszeit auf 8, in den Sommermonaten auf 6 Grad stellen. Sind die Lebensmittel im Sommer ein wenig kälter, verlieren diese durch das Öffnen der Kühlschranktür nicht so schnell ihre Frische und Temperatur.

So haben wir verglichen

Für diesen Vergleich wurden die Preise und Daten von vielen verschiedenen aktuellen Kühlschränken miteinander verglichen, außerdem haben wir Fachleute befragt.

Überraschend ist, dass größere Modelle nur einen unwesentlich höheren Energiebedarf haben als kleine Modelle und besonders kleine Geräte können sogar zu richtigen Stromfressern werden, betrachtet man das Verhältnis von Energieverbrauch und Volumen.

Außerdem können vor allem große Modelle einiger Marken mit speziellen Funktionen wie digitaler Temperatureinstellung, Lüfterfunktion und unterschiedlichen Temperaturzonen aufwarten. Bei kleineren Modellen finden sich diese Eigenschaften meist nicht. Daher sind große Kühlschränke definitiv empfehlenswerter: Sie bieten Komfort und haben kaum einen höheren Stromverbrauch als kleinere Modelle.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist der Innenraum: Glatte Flächen sind einfacher zu reinigen, auf Einlege-Gitter sollte man generell verzichten.

Die Materialwahl dient nicht nur der Optik: Edelstahl-Türen sehen super aus und sie bieten zudem eine robuste Oberfläche. Ist sie mit einer Anti-Fingerprint-Beschichtung ausgestattet, reagiert die Oberfläche auf Berührungen auch nicht so sensibel.

Der beste Kühlschrank hat also eine beschichtete Edelstahl-Tür, verstellbare Glasböden, unterschiedliche Temperaturzonen und hat auch für eine vierköpfige Familie ein ausreichendes Fassungsvolumen. Wird dazu noch eine Energieeffizienz von mindestens A++ erreicht und stimmt die Qualität, darf man auch guten Gewissens etwas mehr Geld investieren.

Auch der Kühlschrank-Fachmann Bourenane rät zu einem größeren Gerät. Sie verbrauchen nur marginal mehr, bieten jedoch meist die bessere Ausstattung und vor allem auch genügend Platzreserven.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links, die mit markiert sind. Kaufen Sie über diese Links ein Produkt, erhalten wir eine kleine Provision. Mehr dazu.