Schnelles Pürieren Test: Stabmixer

Stabmixer im Test : Schnelles Pürieren

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Veröffentlicht 06.04.2020

Fast jede Küche verfügt über einen Pürierstab, das ist praktisch, denn nicht für alles muss ein großer Mixer benutzt werden. Allerdings schaffen die Stäbe nicht alles und es gibt deutliche Unterschiede in der Leistung. Wir haben 15 Modelle getestet.

Irene Wallner
Irene Wallner
ist Autorin aus München und schreibt über Beauty-Produkte, Haushaltsgeräte und Produkte für Babys und Kinder.

Nicht jeder möchte einen großen Mixer benutzen, wenn nur schnell ein paar Zutaten zerkleinert werden sollen. Für die schnelle Suppe oder einen Milchshake tut es auch ein Pürierstab bzw. Stabmixer und den bekommt man schon für wenig Geld. Doch nicht alle sind den verschiedenen Zutaten gewachsen, vor dem Kauf sollte man sich also gut informieren. Wir haben Geräte aller Preisklassen getestet, 13 unserer getesteten Mixer sind aktuell verfügbar.

Gute Leistung: Braun Multiquick 9005X

Ein guter Mixer sollte vor allem einfach zu bedienen und zu reinigen sein, außerdem muss er natürlich Pürieren können. Wenn er dabei noch günstig ist, gibt es wirklich nichts daran auszusetzen. All das vereint der Braun MultiQuick 9.

Gute Leistung

Braun MultiQuick 9

Test Pürierstab: Braun MultiQuick
Mit dem Mulitquick 9005X bekommen Sie alles klein – doch nicht immer braucht man so viel Leistung.

Das richtige Material beim Mixer ist ebenfalls wichtig. Hier wird Edelstahl verwendet, dadurch löst sich während dem Einsatz der Pürier-Funktion kein Plastik, wenn die Flüssigkeit mal heiß sein sollte. Bei Kunststoff dagegen kann das schon mal vorkommen. Edelstahl sieht zudem hochwertig aus und fügt sich mit der schlichten, aber eleganten Optik in alle Küchen. Der MultiQuick überzeugt außerdem mit 1000 Watt Leistung, das reicht auch für rohe Lebensmittel.

Trotz der tollen Optik – dieser Mixer war das schwerste Testgerät. Um den Mixer starten zu können, muss er erst entsichert werden. Das geht aber leider nur mit zwei Händen, denn die Taste zum Entsichern und die Bedientaste müssen gleichzeitig gedrückt werden, erst dann startet der Mixer.

Die Stärke bzw. Geschwindigkeit kann man über den Druck auf eine Taste steuern, je nach Stärke püriert er stärker oder schwächer. Hier hätten wir uns eher ein Stellrad für mehr Kontrolle gewünscht.

Dafür kann sich die Leistung aber sehen lassen, fast ohne Kraftaufwand wird alles schnell fein püriert. Im Praxistest hat der Mixer eine gute Figur gemacht, teilweise war es uns fast zu viel Power.

Unser Milchshake war nach wenigen Sekunden fertig und schön cremig, die Gemüsesuppe war ebenfalls kein Problem. Faserige Lebensmittel? Hitze? Kein Problem für den Multiquick. Beim Milchshake haben wir eineinhalb (reife) Bananen genommen und 200 Milliliter Milch hinzugegeben.

Wir haben damit außerdem Pesto gemacht, hier wurden die Pinienkerne ohne Probleme zerkleinert und auch mit Basilikum und Petersilie hat er locker geschafft.

Vor allem die einfache Handhabung gefällt uns beim MultiQuick. Eine ActiveBlade-Technologie sorgt dafür, dass Auf- und Abwärtsbewegungen das Schneiden erleichtern. Das soll für weniger Kraftaufwand und ein feineres Ergebnis sorgen. Im Test konnten wir feststellen, dass es tatsächlich funktioniert, wir mussten fast keine Kraft aufwenden.

Das war die Aufgabe der Pürierstäbe – es sollte eine cremige Gemüsesuppe werden.
Unser Ziel: eine fein pürierte Gemüsesuppe.

Eine fertig pürierte Suppe in nur sechs Sekunden und das auch noch feiner als bei der Konkurrenz – wir sind überzeugt. Hier hat sogar die mittlere Stufe für eine cremige Suppe gereicht, fast ohne Kraftaufwand oder Spritzer.

Außerdem kann man mit diesem Mixer auch Teig rühren, hierfür gibt es einen Schneebesen-Aufsatz. Durch die Power des Geräts waren wir etwas skeptisch, doch die Stärke ließ sich gut regulieren und wir bekamen einen schönen Teig.

Der Braun ist damit ein gutes Multifunktionsgerät mit tadelloser Leistung und eignet sich somit für alle Ansprüche.

Spitzenklasse: ESGE Zauberstab M250

Spitzenklasse

ESGE Zauberstab M250

Spitzenleistung, die sich seit Jahrzehnten bewährt – allerdings hat das auch seinen Preis.

Der ESGE Zauberstab bietet viele Einsatzmöglichkeiten und bringt trotz 250 Watt eine gute Leistung. Die Schweizer Firma stellt die Zauberstäbe schon seit Jahrzehnten her.

Der Mixer schafft 19000 Umdrehungen in der Minute, dank Übersetzung.

Geliefert wird er samt Multimesser, alle anderen Teile muss man dazukaufen, sie sind aber recht günstig zu haben. Wir haben uns ebenfalls das Schlagscheiben-Zubehör für Teig oder Sahne angesehen.

Die Schlagscheibe des Zauberstabs ist mal etwas ganz anderes, überzeugt aber.

Neue Ersatzteile funktionieren auch noch bei alten Geräten, das finden wir gut.

Die Ergebnisse im Test konnten sich sehen lassen. Weder Milchshake noch Suppe waren ein Problem für diesen Pürierstab.

Unser Teig für Pfannkuchen wurde ebenfalls gut, dank Schlagscheibe. Hier gab es keine Spritzer, dafür fiel aber die Scheibe kurz vor Ende vom Mixer und musste aus dem Teig gefischt werden. Das ist ärgerlich, zumal es keinen Aufsatz für Schneebesen gibt. Passiert ist uns das allerdings nur ein Mal. Das Ergebnis wies aber eine gute Konsistenz auf und stand den anderen in nichts nach.

Der einzige Grund, aus dem wir den Zauberstab nicht vollständig empfehlen können: er kostet fast 150 Euro. Für alle, die für die nächsten Jahrzehnte nur ein Gerät suchen, ist er aber definitiv empfehlenswert.

Zuverlässig: Bosch ErgoMixx

Zuverlässig

Bosch ErgoMixx

Ein zuverlässiger Mixer ist der Bosch ErgoMixx. Für wenig Geld bekommt hier ein qualitativ hochwertiges Produkt. Der Kopf ist aus Edelstahl und wirkt solide, das Handstück liegt gut in der Hand.

Für den Bananen-Milchshake brauchte der Bosch 30 Sekunden, auch hier wurde das Ergebnis schön gleichmäßig. Die Gemüsesuppe war ebenfallsschonmal in 30 Sekunden fertig püriert.

Mit im Lieferumfang ist ein Messbecher, der gleich zum Pürieren benutzt werden kann. Da es keinen Schnabel gibt, könnte es beim Ausgießen aber etwas kleckern. Eine rutschfeste Standfläche hätten wir uns ebenfalls gewünscht, dafür bekommt man aber einen Deckel.

Hier gibt es zwei verschiedene Stufen mit seperaten Knöpfen – normal und Turbo. Für Suppe und Milchshake haben wir die normale Stufe gewählt. Ein Quattroblade-Messer bietet außer den zwei Klingen aus Edelstahl zusätzlich noch zwei kleine, noch oben gerichtete Messer. Außerdem gibt es seitlich am Kopf zwei Öffnungen, das sorgt für gute Zirkulation und verhindert eine Verstopfung des Geräts.

Wählen kann man zwischen Türkis und Grau, das Gerät bringt 600 Watt Leistung. Der Mixfuß darf außerdem in den Geschirrspüler, wenn man ihn abgenommen hat. In der Bedienungsanleitung gibt es einige Rezeptideen. Zubehör gibt es ansonsten zwar nicht, aber die Qualität und Leistung sind gut.

Wir empfehlen ihn für alle, die ein günstiges, aber gutes Gerät suchen.

Was gibt es sonst noch?

Eigentlich ein schöner Stabmixer mit guter Leistung ist der Desire 24700-56 von Russell Hobbs. Für den Milchshake brauchte er 20 Sekunden und die Gemüsesuppe war ebenfalls fein püriert. Verarbeitung und akzeptabler Geräuschpegel überzeugen, dazu gibt es noch einiges an Zubehör und das alles zu einem guten Preis. Kunden berichten aber, dass er nicht besonders langlebig ist, deshalb können wir das Gerät nicht empfehlen.

 Stabmixer Test: Russell Hobbs Löffel
Keine Klumpen zu sehen.

Der Philips HR1604/00 ist solide verarbeitet und dabei günstig. Auch bei schwierigen Zutaten liefert er gute Ergebnisse. Allerdings ist der Mixkopf recht langgezogen und saugt sich dadurch am Boden fest. Daneben ist die Reinigung auch schwerer die Konkurrenz. Wen das nicht stört, der bekommt hier dennoch einen guten Mixer.

Der Braun Multiquick MQ 735 muss ähnlich wie unsere Empfehlung vor der Benutzung entriegelt werden, das stört bei der Benutzung, auch wenn Sicherheitsvorkehrungen grundsätzlich sinnvoll sind. Die Ergebnisse beim Pürieren sind aber gut. Für den recht hohen Preis sind ein Schneebesenaufsatz, ein Multizerkleinerer sowie ein Mess- und Pürierbecher enthalten. Auch dieser Pürierstab funktioniert mit stufenlos regulierbarer Stärke. Wen die Entriegelung nicht stört, der findet hier einen guten Mixer.

 Stabmixer Test: Braun Löffel
Auch hier keine groben Stücke.

Auch der Bosch MSM87110 wäre eigentlich ein empfehlenswerter Mixer – wenn er nicht im Langzeittest versagt hätte. Denn die Verbindungsstelle zwischen Mixer und Fuß ist gebrochen, laut Kundenbewertungen kommt das öfter vor. Leider ist eben dieses Verbindungsstück aus Plastik, Gehäuse und Mixfuß dagegen aus Edelstahl, da wurde an der falschen Stelle gespart. Schade, denn die Pürierergebnisse haben uns eigentlich überzeugt und auch der abnehmbare Fuß wäre praktisch.

Als wir das Problem bei Bosch gemeldet haben, wurde uns aber trotz abgelaufener Garantie das Verbindungsstück geliefert. Der Kundenservice ist gut, der Mixer leider eher nicht.

Der Kenwood HDP408WH bietet einen guten Preis und viel Zubehör, außerdem liefert er gute Ergebnisse. Allerdings hat er einen extrem großen Mixkopf und saugt sich beim Pürieren am Boden fest, das störte uns extrem. Dafür bietet dieser Mixer ein Dreiklingensystem. Außerdem gibt es eine Turbo-Taste. Benutzt man die aber bei weichen Zutaten, so hat man schnell Chaos in der Küche, denn dafür ist der Modus zu stark. Die Geschwindigkeit lässt sich mithilfe eines Rads am Griff regulieren. Bis zu 12 Stufen können eingestellt werden – die Leistung ist gut. Beim Milchshake haben wir die minimale Leistung gewählt, die Ergebnisse waren zufriedenstellend.

Die Suppe wurde allerdings zum Problem, denn hier blieben Stücke auf dem Mixkopf liegen, die dann durch seine Größe nicht mehr unters Messer kommen. Also: Mixer aus, Reste entfernen und Mixer wieder an – nervig. Das Ergebnis aber war gut. 800 Watt sind allerdings für Pfannkuchen zu viel, trotz Schneebesen und niedrigster Stufe. Hier gibt es viel Zubehör, die Handhabung könnte aber einfacher sein.

WMF liefert beim LINEO Edelstab wie immer Cromargan und hochwertige Verarbeitung. Das Gerät liegt gut in der Hand, kostet aber dementsprechend. Immerhin gibt es aber viel Zubehör: Messbecher, Schneebesen-Aufsatz, Milchaufschäumer und Zerkleinerer. Weniger als 20 Sekunden brauchte er für unseren Milchshake, die Suppe wurde fein. Grundsätzlich ein gutes Gerät, leider zieht er aber beim Pürieren extrem nach unten und ist kaum zu kontrollieren, daher empfehlen wir ihn nicht.

 Stabmixer Test: Wmf Löffel
Ebenfalls klumpenfrei.

Einen Pürierkopf aus Plastik hat der Siemens MQ5B150N, zwar BPA-frei, begeistert sind wir aber dennoch nicht. Die Verarbeitung ist aber allgemein gut, ebenso die Ergebnisse. Der Milchshake hat 27 Sekunden gedauert, die Suppe war gleichmäßig zerkleinert. Viel Zubehör bekommt man hier aber nicht. Hier gibt es beim Becher keinen Schnabel und auch der Boden ist nicht gummiert. Wen das Plastik nicht stört, der bekommt einen guten Mixer.

 Stabmixer Test: Siemens Löffel
Eine gut pürierte Suppe.

Billig verarbeitet und nach Chemie riechend konnte uns der Emerio HB-111446 nicht überzeugen. Außerdem ist er wackelig. Unser Test-Stab zog beim Pürieren nach unten und nach außen und kommt ohne Zubehör. Allerdings war er dafür beim Milchshake am schnellsten mit 13 Sekunden. Die Suppe war aber alles andere als fertig püriert.

 Stabmixer Test: Emerio Löffel
Hier sind noch Stücke zu sehen.

Bunt in der Küche wird es mit dem Clatronic SM 3577. Wahlweise kann man ihn in Orange, Brombeer, Rot oder Grün kaufen, aber mehr als einen Milchshake brachte er nicht zustande. Selbst die Bananen hätten ihn beinahe überfordert und man braucht hier viel Kraft und Zeit. Die Suppe war stückig, trotz langem Pürieren und auch das Plastik stört uns und wirkt billig.

Wissenswertes über Stabmixer

Wer schnell einige Lebensmittel zerkleinern will, sollte einen Pürierstab bzw. Stabmixer benutzen, denn damit geht es schnell und einfach. Doch ein Mixer kann nicht nur pürieren, einige kommen auch mit zusätzlichen Aufsätzen. Daher sollte man sich vor dem Kauf überlegen, wie viel Geld man investieren möchte und auf welche Funktionen man Wert legt.

Wie viel Kraft beim Mixen umgesetzt wird, zeigt die Motorstärke an. Eine höhere Wattzahl sorgt theoretisch für bessere Zerkleinerung auch harter Lebensmittel, daneben spielt aber auch die Umdrehungszahl eine Rolle, diese Angabe fehlt aber bei Stabmixern meist.

Schneebesen, Becher, Teighaken – einige Hersteller bieten viel Zubehör an, andere dagegen keines. Wer möglichst viel Verschiedenes mit dem Mixer machen möchte, sollte also auf genügend Zubehör achten. Der Stab kann einfach abgewaschen werden, manche lassen sich auch zerlegen und dürfen in die Spülmaschine.

Zwei Geschwindigkeitsstufen sollte er schon haben, außerdem wenn möglich eine Power- oder Turbo-Funktion. Ob Kabel oder Akku muss jeder selbst entscheiden, getestet haben wir nur Stäbe mit Kabel.

So haben wir getestet

Wir haben Pürierstäbe aller Preisklassen getestet, das Preisspektrum reichte von 10 bis 150 Euro. Teure Geräte sind nicht unbedingt besser.

Beim Bananen-Milchshake konnten wir keine großen Unterschiede feststelle, die Suppe trennte dann aber die Spreu vom Weizen.

Wir haben mit allen Stäben Gemüse für eine Suppe püriert und Milchshakes gemacht. Dabei haben wir überprüft, ob es während dem Pürieren spritzt und wie viel Power das Gerät hat, nicht alle haben auch die harten Zutaten fein püriert bekommen.

Beim Update haben wir außerdem die Zeit gemessen, bis der Milchshake fertig war, der Durchschnitt lag bei 20 bis 30 Sekunden. Gemüsesuppe mussten alle 30 Sekunden lang pürieren, dann haben wir uns das Ergebnis angesehen.

Bei verschiedenen Aufsätzen haben wir immer mit dem Standard-Multiaufsatz püriert. Außerdem haben wir uns Bedienfreundlichkeit, Zubehör und Verarbeitung angesehen.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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