Test: Wasserkocher

Wasserkocher im Test : Für perfekt temperiertes Wasser

Update 02.03.2021

Ein Wasserkocher findet sich in fast jedem Haushalt, doch die kleinen Helfer können mehr, als nur Flüssigkeit zum Kochen bringen: Ob beleuchtete Glasbehälter für ein optisches Highlight oder hochwertige Edelstahlgeräte, die das Wasser auf die perfekte Temperatur für den Tee bringen – wir haben 32 Wasserkocher für verschiedene Ansprüche getestet.

Update 2. März 2021

Wir haben zehn neue Wasserkocher getestet. Neue Empfehlungen sind der Severin WK 3419 und der Ecosa eo-600.

Christian Lanzerath
schreibt als Technik-Journalist unter anderem für CHIP, Computer Bild, ITespress, ZDNet und eKitchen und testet regelmäßig IT-Produkte und Consumer Electronic.

Wasserkocher können mittlerweile weit mehr, als nur Wasser zu kochen: Temperaturwahl, Abschaltautomatik und Kalksieb erhöhen den Komfort, einige Geräte lassen sich außerdem mit einer Hand bedienen. Aber nicht jeder braucht solche Extras – dann tut es auch ein günstiges Gerät.

Wir haben uns normale Wasserkocher und Geräte mit speziellen Funktionen angesehen und sie alle getestet.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Schnell und günstigGünstig mit EdelstahlExakte TemperaturenWechselnde BeleuchtungRetro-Chic
Test  Wasserkocher: Philips HD4646/20Test  Für perfekt temperiertes Wasser: Severin WK 3419Test  Wasserkocher: Arendo ElegantTest  Für perfekt temperiertes Wasser: Ecosa eo-600Test Wasserkocher: Stelton  Emma
Modell Philips HD4646/20 Severin WK 3419 Arendo Elegant Ecosa eo-600 Stelton Emma
Pro
  • Gute Verarbeitung
  • Günstig
  • Günstig
  • Schnell
  • Gefäß aus Edelstahl
  • Temperaturwahl und Warmhaltefunktion
  • Gehäuse wird nicht heiß
  • Temperaturwahl
  • Display
  • Piept wenn fertig
  • Gefäß aus Edelstahl
  • Tolles Design
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Gehäuse wird nicht heiß
Contra
  • Keine Isolierung zwischen Griff und Außenwand
  • Gefäß aus Kunststoff
  • Gehäuse wird heiß
  • Keine Temperaturwahl
  • Kein Kalksieb
  • Anleitung ungenau
  • Verschmutzt schnell durch Kalk
  • Glas wird heiß
  • Langsam
  • Teuer
Bester Preis
  Technische Daten anzeigen

Schnell und günstig: Philips HD4646/20

Wenn es nur darum geht, Wasser schnell zum Kochen zu bringen und Extras wie hübsches Design oder Temperaturwahl keine Rolle spielen, muss man nicht viel Geld ausgeben. Unsere Empfehlung ist dann der Philips HD4646/20.

Schnell und günstig

Philips HD4646/20

Der schlicht gehaltene Wasserkocher hat ein Fassungsvolumen von 1,5 Litern und ist bis auf die Bodenplatte komplett aus Kunststoff. Die Farbauswahl beschränkt sich auf schlichtes Schwarz oder Weiß. Das Gerät ist solide verarbeitet und verfügt – was nicht bei allen Geräten der Fall ist – über eine außen ablesbare Skala. Das Wasser kocht auch bei maximalem Füllstand nicht über.

Die Testkriterien erfüllte der Wasserkocher ohne Probleme. Er erhitzt das Wasser in drei Minuten vergleichsweise schnell. Wie die meisten Wasserkocher verfügt das Gerät von Philips über ein entnehmbares Kalksieb, das gut verarbeitet ist und auch bei der Reinigung keine Probleme bereitet.

Einige Wassserkocher verfügen über einen Klappmechanismus für den Deckel, der durch das Drücken eines Knopfes aktiviert wird. Beim Philips zieht man einfach am Griff. Das ist zwar weniger elegant, hat aber den Vorteil, dass kein aufspringender Deckel heißes Kondenswasser verspritzen kann.

Auch die restlichen Funktionen des Wasserkochers sind minimalistisch gehalten: Angeschaltet wird das Gerät durch einen Wippschalter, eine LED weist darauf hin, dass das Wasser gekocht wird, anschließend schaltet der Wasserkocher automatisch ab. Zur Sicherheit verfügt er aber auch noch über einen Trockengehschutz.

Ein möglicher Nachteil ist der Griff, hier fehlt die Isolierung zur Außenwand, was theoretisch zu Verbrennungen führen könnte. Durch den großzügigen Abstand dazwischen dürfte das aber nicht passieren, zumal die Kunststoff-Kanne auch nicht zu heiß wird. Zur Aufbewahrung kann das Kabel platzsparend unter der Basis aufgewickelt werden.

Der Philips HD4646/20 bietet damit alles, was ein einfacher Wasserkocher braucht, mehr aber auch nicht. Auf einen Behälter aus Edelstahl oder eine Temperaturwahl muss man verzichten und das Design ist zweckmäßig aber nicht preisverdächtig – doch dafür ist dieses Modell unschlagbar günstig. Wer einfach nur einen guten, schlichten Wasserkocher sucht, der tut, was er soll und dafür nicht viel Geld ausgeben möchte, liegt hier goldrichtig.

Günstig mit Edelstahl: Severin WK3419

Günstig mit Edelstahl

Severin WK 3419

Test  Für perfekt temperiertes Wasser: Severin WK 3419
Günstiger Wasserkocher, der das Wasser schnell zum Kochen bringt.

Der Severin WK 3419 ist ein besonders günstiger Wasserkocher mit Edelstahlkanne. Er fasst 1,7 Liter und eignet sich so auch gut für Familienhaushalte. Zudem ist er recht fix unterwegs: Einen Liter 20 Grad warmes Wasser kocht er in 3:08 Minuten.

Die Wasserstandsanzeige befindet sich hinter dem Kunststoff-Handgriff. Im Vergleich zum Severin WK 3364 verfügt dieses Modell am Ausguss über einen Filter.

Individuelle Temperaturen lassen sich hier leider nicht einstellen und auch eine Warmhaltefunktion gibt es leider nicht. Da die Edelstahlkanne sehr heiß wird und sie auch nicht von einem Kunststoff-Gehäuse ummantelt ist, eignet sich dieser Wasserkocher eher nicht für Haushalte mit kleinen Kindern.

Der Severin WK 3419 ist eine Empfehlung für alle, die lieber eine Edelstahlkanne mögen und noch dazu nicht allzu viel Geld investieren möchten.

Exakte Temperaturen: Arendo Elegant

Exakte Temperaturen

Arendo Elegant

Test  Wasserkocher: Arendo Elegant
Eleganter Wasserkocher mit Temperaturwahl und Warmhaltefunktion.

von 165 Lesern gekauft

Neben den klassischen, einfachen Wasserkochern gibt es auch Modelle, mit denen man das Wasser auf eine exakte Temperatur bringen kann. Wichtig ist das z. B. bei Tee, hier variiert die Temperatur für Grünen Tee sogar je nach Sorte und auch für Filterkaffee darf das Wasser nicht zu heiß sein, sonst wird er bitter. Allerdings nehmen es viele Modelle mit Temperaturwahl mit der Temperatur nicht allzu genau, wie unser Test gezeigt hat.

Eine Ausnahme ist der Arendo Elegant, bei dem sich die Temperatur in Fünf-Grad-Schritten einstellen und für 30 Minuten halten lässt.

Die meisten der Wasserkocher mit Temperaturwahl verfügen lediglich über festgelegte Einstellungen, die in zehn oder zwanzig Grad-Schritten erhöht werden können. Der Wasserkocher von Arendo bietet da nicht nur mehr Flexibilität als seine Konkurrenten, er bringt das Wasser auch sehr genau auf die gewünscht Temperatur: Im Test betrug die Differenz zwischen Anzeige und gemessener Temperatur maximal ein Grad.

Optisch schlicht und dennoch elegant fügt sich der Wasserkocher in jede Küche ein. Die Kanne besteht innen aus Edelstahl und ist außen so gut isoliert, dass man sich nicht die Finger verbrennt, selbst kleine Kinder könnten den Wasserkocher bedenkenlos anfassen. Durch Druck auf einen Knopf in der Deckelmitte kann der Deckel geöffnet werden. Einhändig bedienen lässt er sich damit nur, wenn man den Deckel zuerst öffnet und die Kanne anschließend unter den Wasserhahn hält – schade. Dafür ist die Öffnung groß genug zum Reinigen der Kanne.

Eher unpraktisch ist auch hier die innenliegende Skala und was die Kochzeit betrifft, war der Arendo leider nicht der schnellste. Auch die Anleitung könnte ein wenig klarer formuliert sein, vor allem bezüglich der Warmhaltefunktion. Das »Kalksieb« ist kein echtes Sieb, sondern ein Blech mit relativ großen Löchern vor dem Ausgießer. Grobe Stücke hält das zurück, kleine rutschen durch.

Der Arendo-Wasserkocher überzeugt vor allem dank seiner exakten Temperaturwahl und seiner Edelstahlkanne. Für einen angemessenen Preis bietet er viele Funktionen – und man verbrennt sich an ihm nicht die Finger.

Wechselnde Beleuchtung: Ecosa eo-600

Wechselnde Beleuchtung

Ecosa eo-600

Test  Für perfekt temperiertes Wasser: Ecosa eo-600
Dieser Wasserkocher ist nicht nur optisch ein Hingucker, sondern bietet auch gute Extrafunktionen.

Möchte man lieber einen Wasserkocher mit einem Kochbehälter aus Glas, ist der Ecosa eo-600 eine gute Wahl: Am Handgriff können über diverse Bedientasten individuelle Temperaturen zwischen 40 und 100 Grad ausgewählt werden, zudem zeigt hier ein Bildschirm den Temperaturverlauf an. Außerdem bietet dieses Modell eine Warmhaltefunktion für maximal zwei Stunden.

Eine LED-Beleuchtung im Kochgefäß zeigt beim Kochen die wechselnden Temperaturen an: Im Gegensatz zu anderen Glas-Wasserkochern wird hier nicht eine eingestellte Temperatur mit einer bestimmte Farbe symbolisiert. Vielmehr leuchtet hier der Behälter je nach Temperatur in einer anderen Farbe, zum Beispiel grün bei 50 bis 60 oder rot für 90 bis 100 Grad. Ist das Wasser fertig gekocht, wird das durch einen Piepton angezeigt.

In Sachen Schnelligkeit liegt der eo-600 im hinteren Mittelfeld: Für einen Liter Wasser benötigt er 3:15 Minuten. Obwohl im Test eine Temperatur von 100 Grad ausgewählt wurde, wurden nur 96,9 Grad gemessen. Außerdem verschmutzt der Behälter aus Glas recht schnell durch Kalkablagerungen. Allerdings sollte die Reinigung kein Problem sein, da man hier den Deckel vollständig abnehmen kann.

Der Ecosa eo-600 ist empfehlenswert für diejenigen, die einen Wasserkocher aus Glas bevorzugen. Der Farbverlauf macht nicht nur optisch etwas her, sondern man hat so auch die Temperatur stets im Blick.

Retro-Chic: Stelton Emma

Retro-Chic

Stelton Emma

Optisch überzeugt er mit seinem schlichten, reduzierten Design und den klaren Linien: Der Stelton Emma ist alles andere als ein alltäglicher Wasserkocher. Das macht sich freilich auch beim Preis bemerkbar.

Zweifellos fällt der Stelton in der Küche auf und wirkt auf den ersten Blick eher wie eine antike Waschkanne als ein Wasserkocher. Dem Design ist es auch geschuldet, dass die Markierung für den maximalen Füllstand im Inneren des Geräts liegt, eine Skala sucht man hier vergeblich. Puristisch eben.

Maximal fasst der Wasserkocher mit 1,2 Liter weniger als die Konkurrenz. Auch der Verschlussmechanismus des Deckels ist anders: er wird lediglich auf den Wasserkocher gesetzt. Von Vorteil ist das beim Befüllen, einhändig ist er dadurch aber nicht wirklich bedienbar. Auch die Öffnung könnte größer sein, um das Reinigen zu erleichtern.

Das Gehäuse des Wasserkochers erhitzt sich beim Kochen dafür kaum, hier besteht keine Verbrennungsgefahr. Die Dauer, bis das Wasser kocht, bewegt sich im Mittelfeld, das gleicht sein schickes Design allerdings wieder aus.

Wenn Sie ein Design-Statement für Ihre edle Einbauküche suchen, ist der Stelton Emma auf jeden Fall einen Blick wert.

Was gibt es sonst noch?

Ein Wasserkocher aus Glas mag auf den ersten Blick eine schlechte Idee sein, schließlich sieht man darin jede noch so kleine Kalkablagerung. Der Aigostar Adam 30GOM wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, durch die Glasoptik und die blauen LEDs gewinnt man hier aber ganz neue Einblicke in seinen Wasserkocher. Leider ist Glas schwerer als Plastik, wenn der Aigostar randvoll gefüllt ist, hat man ganz schön was zu heben.

Im Gegensatz zur Glas-Konkurrenz verfügt dieser der Aigostar über eine große Öffnung, die das Reinigen erleichtert. Er kommt mit einem Kalkfilter, Temperaturwahl bietet er nicht. Das Borosilikatglas macht einen hochwertigen Eindruck und der Wasserkocher hat ein Fassungsvolumen von 1,7 Litern, etwas mehr als die meisten anderen Modelle. Der Griff liegt gut in der Hand. Auch das Öffnen des Deckels per Knopfdruck geht einfach und der Wasserkocher lässt sich gut mit einer Hand bedienen.

Modern und stylisch kommt der Krups BW8018 daher: Das schwarze Gehäuse verfügt in der Mitte über eine Anzeige, die über die gewählte Temperatur sowie die Ist-Temperatur informiert. Am Handgriff kann man eine Temperatur zwischen 40 und 100 Grad auswählen. Die Gebrauchsanleitung informiert auch über die ideale Temperatur für bestimmte Teesorten. Zusätzlich gibt es eine Warmhaltefunktion, ein Piepton ertönt bei Fertigstellung des Kochvorgangs und der Kochbehälter wird dank Isolierung nicht allzu heiß. Mit 3:37 Minuten für einen Liter Wasser ist der Krups allerdings etwas langsam und die Temperatur betrug im Test statt 100 nur 97 Grad. Außerdem findet sich auf der Außenseite keine Wasserstandsanzeige.

Der Bosch TWK8611P verfügt über verschiedene Temperaturstufen, aus denen gewählt werden kann und über eine Warmhaltefunktion. Die gewünschte Temperatur wird beim Kochen recht genau erreicht und die Hitzeentwicklung außen am Gerät ist minimal, hier kann man sich seine Finger nicht verbrennen. Insgesamt ist der Wasserkocher gut verarbeitet und verfügt natürlich auch über Standardfunktionen wie eine Abschaltautomatik. Für uns ist der Arendo Elegant aber die bessere Wahl. Andere Modelle mit Temperaturwahl konnten im Test nicht überzeugen, vor allem, weil sie oft viel zu ungenau sind.

Auch viele Edelstahlwasserkocher enttäuschten uns im Test. Hier gibt es zwar Highlights wie den Klarstein Aquavita Chalet, doch lässt bei ihm die Verarbeitung zu wünschen übrig. Auch die Modelle von WMF schnitten überraschenderweise gerade bei der Verarbeitungsqualität schlecht ab.

Für Reisen eignet sich der günstige Camry cr-126. Dieser faltbare Wasserkocher nimmt etwas weniger Platz im Gepäck ein als seine unflexiblen Konkurrenten und kann daher nützlich sein, wenn es im Hotel einmal keinen Wasserkocher gibt. Leider finden sich keine Hinweise darauf, ob der Camry wirklich frei von Bisphenol A ist und wir haben Bedenken, wie lange das faltbare Plastik dicht bleibt.

Wissenswertes über Wasserkocher

Ob Tee, Kaffee oder ein schnelles Mittagessen ohne Aufwand – jeder zweite Haushalt verfügt über einen Wasserkocher, auch aus Büros ist er nicht mehr wegzudenken. Längst hat der Wasserkocher hier den Topf auf dem Herd abgelöst, spart er doch Strom, sofern man keinen Induktionsherd zuhause hat. Und schneller ist ein Wasserkocher obendrein, zumal der Herd keine Temperaturwahl oder Abschaltautomatik bietet.

Wasserkocher sind schon für wenig Geld zu haben und halten meist jahrelang. Was das Material betrifft, so hat man die freie Wahl zwischen Kunststoff, Edelstahl und Glas, selbst faltbare Wasserkocher für die Reise sind erhältlich.

Den Unterschied macht vor allem die Temperatur des Gehäuses: Plastik wird weniger heiß als Glas oder Edelstahl ohne Ummantelung. Wenn Kinder im Haushalt sind, empfiehlt sich ein Gerät mit Edelstahlkanne und Kunststoff-Ummantelung. Kunststoff kann Chemikalien ans Wasser abgeben, doch auch viele Modelle mit Edelstahl- und Glas-Kannen sind innen nicht immer völlig frei von Plastik. Meist kommen nur Verbindungsstücke zum Deckel oder Teile des Ausgusses mit Wasser in Berührung, manche Edelstahlmodelle haben aber auch Plastikteile in der Kanne.

Glas wird beim Kochen des Wassers sehr heiß und hat den Nachteil, dass man Kalkflecken sofort sieht, regelmäßige Reinigung mit Entkalkern – Zitronensaft tut es auch – sollte hier zum Pflichtprogramm gehören und das nimmt einige Zeit in Anspruch.

Dass das Reinigen schwierig werden kann, sieht man auch bei Modellen, die im Inneren der Kanne noch Stangen oder Heizelemente verbaut haben, einige Glaswasserkocher verfügen zudem über Rillen im Boden, in denen sich Kalk ablagern kann. Verdeckte Heizelemente sind da deutlich besser.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links, die mit markiert sind. Kaufen Sie über diese Links ein Produkt, erhalten wir eine kleine Provision. Mehr dazu.