Wasserkocher Test: Wasserkocher Test

Wasserkocher im Test : Für perfekt temperiertes Wasser

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Veröffentlicht 16.03.2020

Ein Wasserkocher findet sich in fast jedem Haushalt, doch die kleinen Helfer können mehr, als nur Flüssigkeit zum Kochen bringen: Ob beleuchtete Glasbehälter für ein optisches Highlight oder hochwertige Edelstahlgeräte, die das Wasser auf die perfekte Temperatur für den Tee bringen – wir haben 22 Wasserkocher für verschiedene Ansprüche getestet.

Christian Lanzerath
Christian Lanzerath
schreibt als Technik-Journalist unter anderem für CHIP, Computer Bild, ITespress, ZDNet und eKitchen und testet regelmäßig IT-Produkte und Consumer Electronic.

Wasserkocher können mittlerweile weit mehr, als nur Wasser zum Kochen zu bringen: Temperaturwahl, Abschaltautomatik und Kalksieb erhöhen den Komfort, einige Geräte lassen sich außerdem mit einer Hand bedienen. Aber nicht jeder braucht solche Extras – dann tut es auch ein günstiges Gerät.

Wir haben uns normale Wasserkocher und Geräte mit speziellen Funktionen angesehen und sie alle getestet.

Schnell und günstig: Philips HD4646/20

Wenn es nur darum geht, Wasser schnell zum Kochen zu bringen und Extras wie hübsches Design oder Temperaturwahl keine Rolle spielen, muss man nicht viel Geld ausgeben. Unsere Empfehlung ist dann der Philips HD4646/20.

Schnell und günstig

Philips HD4646/20

Test Wasserkocher: Philips HD4646/20
Macht schnell das, was er soll, und kostet nicht viel.

Keine Preise gefunden.

Der schlicht gehaltene Wasserkocher von Philips hat ein Fassungsvolumen von 1,5 Litern und ist bis auf die Bodenplatte komplett aus Kunststoff. Die Farbauswahl beschränkt sich auf schlichtes Schwarz oder Weiß. Das Gerät ist solide verarbeitet und verfügt – was nicht bei allen Geräten der Fall ist – über eine außen ablesbare Skala. Das Wasser kocht auch bei maximalem Füllstand nicht über.

Die Testkriterien erfüllte der Wasserkocher ohne Probleme. Er erhitzt das Wasser in drei Minuten vergleichsweise schnell. Wie die meisten Wasserkocher verfügt das Gerät von Philips über ein entnehmbares Kalksieb, das gut verarbeitet ist und auch bei der Reinigung keine Probleme bereitet.

Einige Wassserkocher verfügen über einen Klappmechanismus für den Deckel, der durch das Drücken eines Knopfes aktiviert wird. Beim Philips zieht man einfach am Griff. Das ist zwar weniger elegant, hat aber den Vorteil, dass kein aufspringender Deckel heißes Kondenswasser verspritzen kann.

Auch die restlichen Funktionen des Wasserkochers sind minimalistisch gehalten: Angeschaltet wird das Gerät durch einen Wippschalter, eine LED weist darauf hin, dass das Wasser gekocht wird, anschließend schaltet der Wasserkocher automatisch ab. Zur Sicherheit verfügt er aber auch noch über einen Trockengehschutz.

Ein möglicher Nachteil ist der Griff, hier fehlt die Isolierung zur Außenwand, was theoretisch zu Verbrennungen führen könnte. Durch den großzügigen Abstand dazwischen dürfte das aber nicht passieren, zumal die Kunststoff-Kanne auch nicht zu heiß wird. Zur Aufbewahrung kann das Kabel platzsparend unter der Basis aufgewickelt werden.

Der Philips HD4646/20 bietet damit alles, was ein einfacher Wasserkocher braucht, mehr aber auch nicht. Auf einen Behälter aus Edelstahl oder eine Temperaturwahl muss man verzichten und das Design ist zweckmäßig aber nicht preisverdächtig – doch dafür ist der Philips unschlagbar günstig. Wer einfach nur einen guten, schlichten Wasserkocher sucht, der tut, was er soll und nicht viel kostet, liegt hier goldrichtig.

Mit Edelstahl-Kanne: Severin WK 3364

Miit Edelstahl-Kanne

Severin WK 3364

Test Wasserkocher: Severin WK 3364
Der Severin bietet eine Kanne komplett aus Edelstahl zu einem günstigen Preis.

von 143 Lesern gekauft

Ähnlich minimalistisch in Design und Funktionsweise ist der Severin WK 3364, der auch preislich in der selben Liga spielt. Im Gegensatz zum Philips-Kocher aus Plastik bietet der Severin aber eine Edelstahlkanne. Das schätzen viele, denn Wasser in Plastik zum Kochen zu bringen ist nicht jedermanns Sache, schließlich können dabei unter Umständen Bestandteile aus dem Kunststoff ins Wasser gelangen.

Allerdings sind auch beim Severin WK3364 Griff und Deckel aus Kunststoff. Das Wasser kann also durchaus mit Plastik in Berührung kommen – aber immerhin kocht es nicht darin.

Wasserkocher aus Edelstahl haben allerdings auch einen Nachteil: Sie werden so heiß, dass man sich daran verbrennen kann. Das ist auch beim Severin so, denn er verzichtet auf eine Isolierung.

Der Severin hat ein Fassungsvermögen von 1,5 Litern Wasser und die Aufbewahrung des Kabels funktioniert wie beim Wasserkocher von Philips durch Aufwickeln am Boden. Der Wasserkocher lässt sich problemlos mit einer Hand bedienen, da der Deckel per Hebelmechanismus geöffnet und wieder geschlossen werden kann.

Ein Problem, das einige Wasserkocher mit sich bringen, findet sich auch hier: Die Skala ist im Inneren des Wasserkochers angebracht und somit schwieriger abzulesen. Das führt dazu, dass man gerne mal mehr Wasser kocht, als man eigentlich braucht – der Energiespareffekt, den Wasserkocher eigentlich bieten, ist dann ganz schnell dahin. Daher finden wir eine außen angebrachte Füllstandsanzeige besser.

Schnelligkeit ist nicht die Stärke des Severin-Wasserkochers und auch ein Kalksieb sucht man hier vergeblich, je nach Wasserhärte kann das für unschöne Kalkstückchen im Getränk sorgen. Das ist aber eher ein ästhetisches Problem, der Gesundheit schadet etwas Kalk nicht.

Der Severin WK 3364 ist unterm Strich eine gute Wahl für alle, die einen einfachen Wasserkocher mit Edelstahl-Kanne suchen und nicht viel Geld ausgeben möchten.

Mit Temperaturwahl: Arendo Elegant

Mit Temperaturwahl

Arendo Elegant

Test Wasserkocher: Arendo Elegant
Eleganter Wasserkocher mit Temperaturwahl und Warmhaltefunktion.

von 165 Lesern gekauft

Neben den klassischen, einfachen Wasserkochern gibt es auch Modelle, mit denen man das Wasser auf eine exakte Temperatur bringen kann. Wichtig ist das z. B. bei Tee, hier variiert die Temperatur für Grünen Tee sogar je nach Sorte und auch für Filterkaffee darf das Wasser nicht zu heiß sein, sonst wird er bitter. Allerdings nehmen es viele Modelle mit Temperaturwahl mit der Temperatur nicht allzu genau, wie unser Test gezeigt hat.

Eine Ausnahme ist der Arendo Elegant, bei dem sich die Temperatur in Fünf-Grad-Schritten einstellen und für 30 Minuten halten lässt.

Die meisten der Wasserkocher mit Temperaturwahl verfügen lediglich über festgelegte Einstellungen, die in zehn oder zwanzig Grad-Schritten erhöht werden können. Der Wasserkocher von Arendo bietet da nicht nur mehr Flexibilität als seine Konkurrenten, er bringt das Wasser auch sehr genau auf die gewünscht Temperatur: Im Test betrug die Differenz zwischen Anzeige und gemessener Temperatur maximal ein Grad.

Optisch schlicht und dennoch elegant passt der Wasserkocher in jede Küche. Die Kanne besteht innen aus Edelstahl und ist außen so gut isoliert, dass man sich nicht die Finger verbrennt, selbst kleine Kinder könnten den Wasserkocher bedenkenlos anfassen. Durch Druck auf einen Knopf in der Deckelmitte kann der Deckel geöffnet werden. Einhändig bedienen lässt er sich damit nur, wenn man den Deckel zuerst öffnet und die Kanne anschließend unter den Wasserhahn hält – schade. Dafür ist die Öffnung groß genug zum Reinigen der Kanne.

Eher unpraktisch ist auch hier die innenliegende Skala und was die Kochzeit betrifft, war der Arendo leider nicht der schnellste. Auch die Anleitung könnte ein wenig klarer formuliert sein, vor allem bezüglich der Warmhaltefunktion. Das »Kalksieb« ist kein echtes Sieb, sondern ein Blech mit relativ großen Löchern vor dem Ausgießer. Grobe Stücke hält das zurück, kleine rutschen durch.

Der Arendo-Wasserkocher überzeugt vor allem dank seiner exakten Temperaturwahl und seiner Edelstahlkanne. Für einen angemessenen Preis bietet er viele Funktionen – und man verbrennt sich an ihm nicht die Finger.

Hingucker aus Glas: Aigostar Adam 30GOM

Hingucker aus Glas

Aigostar Adam 30GOM

Test Wasserkocher: Aigostar Adam 30GOM
Wer einen Wasserkocher aus Glas will, fährt mit dem Aigostar gut.

von 39 Lesern gekauft

Ein Wasserkocher aus Glas mag auf den ersten Blick eine schlechte Idee sein, schließlich sieht man darin jede noch so kleine Kalkablagerung. Wer das kochende Wasser aber einmal in Aktion gesehen hat, wird dafür vielleicht auch häufigeres Reinigen in Kauf nehmen, denn vor allem im Dunkeln machen die mit LEDs beleuchteten Wasserkocher einiges her! Das empfehlenswerteste Modelle in dieser Kategorie ist für uns der Aigostar Adam 30GOM.

Der Aigostar wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, durch die Glasoptik und die blauen LEDs gewinnt man hier aber ganz neue Einblicke in seinen Wasserkocher und kann man die Wartezeit beim auch mit Zusehen verbringen. Leider ist Glas schwerer als Plastik, wenn der Aigostar randvoll gefüllt ist, hat man ganz schön was zu heben.

Im Gegensatz zur Glas-Konkurrenz verfügt dieser der Aigostar über eine große Öffnung, die das Reinigen erleichtert. Er kommt mit einem Kalkfilter, Temperaturwahl bietet er nicht. Das Borosilikatglas macht einen hochwertigen Eindruck und der Wasserkocher hat ein Fassungsvolumen von 1,7 Litern, etwas mehr als die meisten anderen Modelle.

Für Haushalte mit Kindern eignet er sich eher nicht, denn das Glas wird beim Kochen sehr heiß. Der Griff bleibt davon aber unbeeinträchtigt und liegt gut in der Hand. Auch das Öffnen des Deckels per Knopfdruck geht einfach und der Wasserkocher lässt sich gut mit einer Hand bedienen.

Wenn Sie einen Wasserkocher aus Glas bevorzugen und es Sie nicht scheut, dass Sie ihn sehr oft reinigen müssen, damit er nicht unappetitlich aussieht, ist der Aigostar auf jeden Fall eine gute Wahl.

Retro-Chic: Stelton Emma

Retro-Chic

Stelton Emma

Test Wasserkocher: Stelton Emma
Nicht ganz günstig, dafür aber ein echter Hingucker in der Küche.

Optisch überzeugt er mit seinem schlichten, reduzierten Design und den klaren Linien: Der Stelton Emma ist alles andere als ein alltäglicher Wasserkocher. Das macht sich freilich auch beim Preis bemerkbar.

Zweifellos fällt der Stelton in der Küche auf und wirkt auf den ersten Blick eher wie eine antike Waschkanne als ein Wasserkocher. Dem Design ist es auch geschuldet, dass die Markierung für den maximalen Füllstand im Inneren des Geräts liegt, eine Skala sucht man hier vergeblich. Puristisch eben.

Maximal fasst der Wasserkocher mit 1,2 Liter weniger als die Konkurrenz. Auch der Verschlussmechanismus des Deckels ist anders: er wird lediglich auf den Wasserkocher gesetzt. Von Vorteil ist das beim Befüllen, einhändig ist er dadurch aber nicht wirklich bedienbar. Auch die Öffnung könnte größer sein, um das Reinigen zu erleichtern.

Das Gehäuse des Wasserkochers erhitzt sich beim Kochen dafür kaum, hier besteht keine Verbrennungsgefahr. Die Dauer, bis das Wasser kocht, bewegt sich im Mittelfeld, das gleicht sein schickes Design allerdings wieder aus.

Wenn Sie ein Design-Statement für Ihre edle Einbauküche suchen, ist der Stelton Emma auf jeden Fall einen Blick wert.

Was gibt es sonst noch?

Der Bosch TWK8611P verfügt über verschiedene Temperaturstufen, aus denen gewählt werden kann und über eine Warmhaltefunktion. Die gewünschte Temperatur wird beim Kochen recht genau erreicht und die Hitzeentwicklung außen am Gerät ist minimal, hier kann man sich seine Finger nicht verbrennen. Insgesamt ist der Wasserkocher gut verarbeitet und verfügt natürlich auch über Standardfunktionen wie eine Abschaltautomatik. Für uns ist der Arendo Elegant aber die bessere Wahl. Andere Modelle mit Temperaturwahl konnten im Test nicht überzeugen, vor allem, weil sie oft viel zu ungenau sind.

Auch viele Edelstahlwasserkocher enttäuschten uns im Test. Hier gibt es zwar Highlights wie den Klarstein Aquavita Chalet, doch lässt bei ihm die Verarbeitung zu wünschen übrig. Auch die Modelle von WMF schnitten überraschenderweise gerade bei der Verarbeitungsqualität schlecht ab.

Für Reisen eignet sich der günstige Camry cr-126. Dieser faltbare Wasserkocher nimmt etwas weniger Platz im Gepäck ein als seine unflexiblen Konkurrenten und kann daher nützlich sein, wenn es im Hotel einmal keinen Wasserkocher gibt. Leider finden sich keine Hinweise darauf, ob der Camry wirklich frei von Bisphenol A ist und wir haben Bedenken, wie lange das faltbare Plastik dicht bleibt.

Wissenswertes über Wasserkocher

Ob Tee, Kaffee oder ein schnelles Mittagessen ohne Aufwand – jeder zweite Haushalt verfügt über einen Wasserkocher, auch aus Büros ist er nicht mehr wegzudenken. Längst hat der Wasserkocher hier den Topf auf dem Herd abgelöst, spart er doch Strom, sofern man keinen Induktionsherd zuhause hat. Und schneller ist ein Wasserkocher obendrein, zumal der Herd keine Temperaturwahl oder Abschaltautomatik bietet.

Wasserkocher sind schon für wenig Geld zu haben und halten meist jahrelang. Was das Material betrifft, so hat man die freie Wahl zwischen Kunststoff, Edelstahl und Glas, selbst faltbare Wasserkocher für die Reise sind erhältlich.

Den Unterschied macht vor allem die Temperatur des Gehäuses: Plastik wird weniger heiß als Glas oder Edelstahl ohne Ummantelung. Wenn Kinder im Haushalt sind, empfiehlt sich ein Gerät mit Edelstahlkanne und Kunststoff-Ummantelung. Kunststoff kann Chemikalien ans Wasser abgeben, doch auch viele Modelle mit Edelstahl- und Glas-Kannen sind innen nicht immer völlig frei von Plastik. Meist kommen nur Verbindungsstücke zum Deckel oder Teile des Ausgusses mit Wasser in Berührung, manche Edelstahlmodelle haben aber auch Plastikteile in der Kanne.

Glas wird beim Kochen des Wassers sehr heiß und hat den Nachteil, dass man Kalkflecken sofort sieht, regelmäßige Reinigung mit Entkalkern – Zitronensaft tut es auch – sollte hier zum Pflichtprogramm gehören und das nimmt einige Zeit in Anspruch.

Dass das Reinigen schwierig werden kann, sieht man auch bei Modellen, die im Inneren der Kanne noch Stangen oder Heizelemente verbaut haben, einige Glaswasserkocher verfügen zudem über Rillen im Boden, in denen sich Kalk ablagern kann. Verdeckte Heizelemente sind da deutlich besser.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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