Test: Sous Vide Garer

Sous-Vide-Garer im Test : Schonende Zubereitung

Update 09.06.2021

Wer Fleisch oder Gemüse zubereiten und dabei möglichst wenige Vitamine verlieren möchte, kann zuhause einen Sous-Vide-Garer oder einen Sous-Vide-Stick verwenden. So trocknet nichts beim Kochen aus und auch Mineralstoffe bleiben erhalten. Wir haben Sticks und Töpfe getestet.

Update 9. Juni 2021

Wir haben vier weitere Sous-Vide-Sticks und drei -Töpfe getestet. Bei den Sticks haben wir mit dem KitchenBoss KG310 eine neue Empfehlung.

Der Russell Hobbs 25630-56 ist ein Multitalent und deshalb eine neue Empfehlung bei den Sous-Vide-Töpfen.

Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Sous-Vide kommt aus dem Französischen und heißt übersetzt »unter Vakuum«. Die Lebensmitteln werden in Vakuumbeuteln in das Gerät bzw. in einen Topf mit Stick gegeben und dann bei unter 100 Grad gegart. Das Ganze geht relativ langsam, daher ist es aber auch eine schonende Art der Zubereitung.

Neben Sous-Vide-Töpfen gibt es auch Sticks, die ähnlich wie Tauchsieder funktionieren und das Wasser umwälzen. Wer Sous-Vide-gegartes Essen einmal ausprobiert hat, wird den Unterschied zum konventionellen Kochen zu schätzen wissen.

Sous-Vide-Sticks im Test

Sous-Vide-Sticks funktionieren mit Zeit- und Temperatursteuerung, außerdem verfügen sie über eine eingebaute Zirkulation. Dabei sorgt ein Propeller oder ein Schaufelrad dafür, dass das Wasser im Topf gleichmäßig erwärmt wird. Angegeben wird diese Leistung als Pumpenleistung und sagt aus, wie viel Wasser (in Litern) pro Minute bewegt wird.

Wieso sollte man nun einen Stick kaufen, wenn man auch einfach einen kompletten Dampfgarer benutzen könnte? Vor allem, weil Sticks deutlich günstiger sind, sie heizen genauso schnell wie Tanks, nehmen viel weniger Platz weg und passen in bereits vorhandene Töpfe oder was auch immer man passendes in der Küche stehen hat.

Nur Vorteile haben sie aber dann doch nicht. Zum Beispiel passen die Deckel nicht mehr auf die Töpfe und es kann sein, dass dadurch mehr Energie verloren geht als bei Sous-Vide-Töpfen, schließlich muss mehr geheizt werden. Bei langer Garzeit (die kann bis zu 24 Stunden dauern, je nach Zutaten) kann hier einiges an Energie verschwendet werden. Wenn es blöd läuft, sinkt auch der Wasserstand zu stark und der Stick schaltet sich aus, daher sollte man immer mal wieder ein Auge in den Topf werfen.

Dafür haben sich die Hersteller aber etwas einfallen lassen, so kann man Alufolie oder zukaufbare Isolationskugeln verwenden, um den Energieverlust niedrig zu halten.

Was bei allen Geräten mit dauerndem Wasserkontakt passieren kann: sie verkalken. Hier vor allem Heizelement und Temperatursensor. Zum Reinigen kann aber die Abdeckung entfernt werden.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
HochwertigIntuitive BedienungIntuitive BedienungSchnell und platzsparend
Test: Kitchenboss Kg310sdeTest Sous Vide Garer: Unold 58915 Stick TimeTest Sous Vide Garer: Klarstein QuickstickTest Sous Vide Garer: Severin SV 2450
Modell KitchenBoss KG310SDE Unold 58915 Stick Time Klarstein Quickstick Severin SV 2450
Pro
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Einfache Bedienung
  • Auch für flache Töpfe
  • Geniale Fixier­klemme
  • 40-90 Grad mit geringsten Temperatur­abweichung von 0,5 Grad
  • Schnelles Erwärmen in 29 Minuten
  • Einfache Bedienung
  • Zeiteinstellung mit Dreh­rad
  • Ausführliche Anleitung
  • Schnelles Erwärmen in 30 Minuten
  • Einfache Bedienung
  • Zeiteinstellung mit Dreh­rad
  • Schnelles Erwärmen in 21 Minuten
  • Kompaktes Design für flache Töpfe
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Einfache Bedienung
Contra
  • 1,6 Watt Standby-Verbrauch
  • Geringe Temperatur­abweichung 1 bis 2 Grad
  • Spartanische Anleitung
  • Geringe Temperatur­abweichung 0 bis 3 Grad
  • Beim Aufheizen bis 10 Grad Abweichung
  • Beim Soll 2 Grad Abweichung
Bester Preis

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Hochwertig: KitchenBoss KG310

Hochwertig

KitchenBoss KG310SDE

Test: Kitchenboss Kg310sde
Der hochwertige Stick hat eine sehr gute Fixierung am Topf und ein erstklassiges Bedienfeld.

Der KG310 von KitchenBoss ist vergleichsweise groß und deckt Temperaturen zwischen 40 und 90 Grad ab. So ist von Sous-Vide-Gemüse bis zu Joghurt alles möglich. Das Wasser wird durch den kleinen, metallenen Propeller unter der Heizwendel zirkuliert, sodass es überall die gleiche Temperatur hat.

Mit etwa 1,2 Kilo ist das Modell nicht gerade leicht. Das Oberteil ist aus lackiertem Kunststoff gefertigt, die zum Bediener geneigte, schwarze, abwischbare Touch-Fläche ist sehr gut zu bedienen. Die Eingabe hat eine schnelle Reaktionszeit, die Restlaufzeit wird über eine Countdown-Anzeige an der Seite mit LED-Lichtpunkten signalisiert. Dadurch lässt sich auch vom Weiten absehen, ob das Wasser Temperatur hat. Zum Starten des Garens muss nur die Zieltemperatur und die Laufzeit eingestellt und auf Start gedrückt werden. Eine WiFi-Schnittstelle für eine App ist nicht vorhanden.

Die Fixierung beinhaltet eine Rundhaltung für den Sous-Vide-Stick sowie eine Schraubklemme. So kann das Modell auch an niedrigen Töpfen ab einer Höhe von sieben Zentimetern genutzt werden. Wenn die Klemme erstmal fixiert ist, kann man den Stick einfach herausziehen, ohne an der Klemmschraube drehen zu müssen. Über diese kann der Stick aber auch fest verankert werden.

Der KG310 hat mit 0,5 Grad die geringste Temperaturabweichung im Topf. Ist die gewünschte Temperatur erreicht, macht der Stick darauf mit einem Piepton aufmerksam und geht dann direkt in die Garzeit über. Ab dem Zeitpunkt läuft die gewählte Zeit ab, währenddessen wird die Wunschtemperatur gehalten. Außerhalb des Wasserbads erhitzt sich der Stick nicht, da ein Kontrollsensor erfasst, ob Wasser vorhanden ist. Der Sensor schaltet zudem den Stick ab, wenn der Mindestwasserstand erreicht ist.

Der KitchenBoss KG310 ist leicht zu bedienen und hat eine großartige Verarbeitung. Zudem ist er mit einem robusten Propeller ausgestattet, der für Wasserzirkulation sorgt. Der Clou ist die Fixierung, die am Rand verbleibt, während der Stick schnell und einfach entfernt werden kann.

Intuitive Bedienung: Unold 58915 Stick Time und Klarstein Quickstick

Intuitive Bedienung

Unold 58915 Stick Time

Test Sous Vide Garer: Unold 58915 Stick Time
Der robuste Unold-Stick heizt schnell auf und bietet dank seines hochwertigen Touch-Display und des Drehrad eine einfache Bedienung.
Intuitive Bedienung

Klarstein Quickstick

Test Sous Vide Garer: Klarstein Quickstick
Der robuste Klarstein Quickstick bringt das Wasser schnell auf Temperatur lässt sich komfortabel bedienen.

von 20 Lesern gekauft

Zwei Geräte, die (fast) baugleich sind: Klarstein und Unold. Weil die Funktionen und Bauweise absolut identisch sind, betrachten wir die beiden hier als ein einzelnes Produkt und gehen nur auf die wenigen Unterschiede wie etwa den Preis ein. In der Qualität unterscheiden sich die Sticks nicht voneinander.

Beide Geräte sind schnell beim Aufheizen und auch die simple Bedienung gefällt uns. Zwischen 25 und 30 Minuten brauchen die Sticks, bis das Wasser unsere Wunschtemperatur erreicht hat. Ebenfalls gut schneidet der Kunststoffpropeller ab, der wirkt, als sei er lange haltbar. Ganz ohne Werkzeug kann die Verdeckung der Heizelemente abgenommen werden, um das Gerät von Kalk oder Schmutz zu befreien, die Reinigung ist somit auch einfach.

Die Geräte verfügen über gut ablesbare, hochauflösende Displays, die die verbleibende Garzeit sowie die aktuelle und die gewünschte Temperatur anzeigen. Wie bei den meisten Geräten deutet ein Piepen an, dass das Wasser heiß genug ist, dann geht es nahtlos weiter mit dem Garen.

Für die Bedienung gibt es Touch-Tasten und ein Drehrad, mit dem man die Zeit und Temperatur einstellt, das geht angenehm schnell. Die maximale Temperatur ist hier 95 Grad, mehr kann nicht eingestellt werden. Die maximale Abweichung beim Messen der Temperatur waren vier Grad, das Ergebnis überzeugt uns. Auch eine maximale Garzeit von knapp 60 Stunden sollte für die meisten ausreichend sein.

Der einzige Unterschied zwischen den Geräten ist das Zubehör, genauer gesagt das Rezeptbuch und die Anleitung. Klarstein bietet hier sehr wenig, Unold punktet hier mit umfangreicher, mehrsprachiger Anleitung und Ideen für Rezepte.

Schnell und platzsparend: Severin SV 2450

Der Severin SV 2450 ist ein Stick, der sogar in die Küchenschublade passt. Außerdem überzeugt er uns mit einfacher Bedienung und ist beim Aufheizen des Wassers der schnellste im Test. Die Cliphalterung ist hier recht niedrig, damit kann man ihn auch für Töpfe ab 15 Zentimeter verwenden. Für uns klare Vorteile gegenüber der Konkurrenz und eine Empfehlung.

Schnell und platzsparend

Severin SV 2450

Test Sous Vide Garer: Severin SV 2450
Der kleinste Stick im Test ist besonders gut für niedrige Töpfe geeignet.

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Stahlblech und Aluminium wirken hochwertig, nur zwei Teile – Clip und obere Kappe – bestehen aus Kunststoff. Das Modell ist vergleichsweise schwer, das spricht für uns aber nur für die hochwertigen Materialien.

Für welche Topfgröße man den Stick verwendet, bleibt jedem selbst überlassen, mindestens sollte er 15 Zentimeter hoch sein und das Wasser muss immer bis zur Markierung für den minimalen Wasserstand des Sticks reichen, sonst schaltet das Gerät ab oder gar nicht erst ein. Eine sinnvolle Sicherheitsvorkehrung.

Severin SV 2450 - einfaches Bedienfeld
Severin SV 2450.

Gerademal 21 Minuten hat der Severin-Stick gebraucht, um das Wasser auf 85 Grad zu erhitzen. damit ist er der schnellste im Test. Ein Acryl-Propeller verteilt das durch die Heizspirale erwärmte Wasser im Topf – und das sogar angenehm leise.

Die Differenz zwischen angezeigter und tatsächlicher Wassertemperatur war beim Aufheizen allerdings mit bis zu 10 Grad recht groß. Sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist, sind es nur noch 2 Grad Unterschied, das ist in Ordnung.

Die mehrsprachige Anleitung ist recht knapp, ebenso die Gartabelle. Diese hätte deutlich umfangreicher ausfallen können, Abhilfe für dieses Problem schaffen zur Not aber Tabellen aus dem Netz. Die Garzeit einzelner Lebensmittel sollte schließlich berücksichtigt werden.

Ein wirkliches Menü gibt es hier nicht, auf dem Display wird entweder die Garzeit oder die Wassertemperatur angezeigt. Um zwischen beiden Anzeigen zu wechseln, drückt man das Zahnrad, das für die Einstellungen vorgesehen ist. Daneben gibt es noch einen Knopf zum Ein- und Ausschalten. Die Garzeit kann mit Plus- und Minustasten eingestellt und auch nachträglich geändert werden. Einstellen kann man bis zu 100 Stunden Garzeit.

Wenn die Aufwärmphase beendet ist, piept das Gerät und fängt sofort mit der Garzeit an. Praktisch. Einziger Nachteil ist der Acrylpropeller, hier hätten wir uns etwas hochwertigeres und langlebigeres wie Metall gewünscht.

Der Severin-Stick kann nicht nur praktisch verstaut werden, wenn er gerade nicht gebraucht wird, auch seine Leistung und die Bedienfreundlichkeit können sich sehen lassen. Die Verarbeitung hat uns ebenfalls überzeugt und er hat das Wasser am schnellsten aufgeheizt. Für uns eine klare Empfehlung.

Was gibt es sonst noch?

Der Quickstick Smart von Klarstein lässt sich per App auch von Weitem steuern. Ob dies sinnvoll ist, muss jeder selbst entscheiden. Dafür bietet die App aber auch Sous-Vide-Rezepte. Das Gehäuse mitsamt Metallpropeller ist hochwertig und das Design mit 977 Gramm leicht. Die Temperaturabdeckung geht von 20 bis 95 Grad. Der Stick wird mit einer separaten Klemme am Topfrand fixiert und durch eine runde Öse geschoben. So ist das Modell für alle Topfhöhen geeignet und lässt sich jederzeit schnell entnehmen.

Das Kompaktmodell Steba SV 60 eignet sich für niedrige sowie hohe Töpfe ab 10 Zentimetern. Verzichtet hat Steba auf ein breiteres Bedienfeld, daher lässt sich der Stick auch in schmaleren Schubladen verstauen. Dadurch sind aber auch die Anzeige und die Tasten vergleichsweise klein. Sie lassen sich aber trotzdem schnell bedienen. Es stehen vier voreingestellte Programme zu Verfügung. Die Temperaturabweichung fällt mit einem Grad gering aus. Das Gehäuse wiegt nur 760 Gramm, ist hochwertig und verfügt über einen robusten Metallpropeller. Leider hält die Bügelklemme den Sous-Vide-Stick nicht richtig straff, sodass er bei Erschütterungen zur Seite kippen kann.

Nicht gerade hübsch, aber dafür mit solider Leistung: Das ist der Wancle Immersion Zirkulator. Die Verarbeitung finden wir in Ordnung, herausragend ist sie nicht. Dafür hat das Gerät einen Propeller aus Metall und auch die Bedienung per Touch und Drehrad ist einfach und übersichtlich. Bis zu 100 Stunden kann man hier einstellen und das bei geringer Differenz zwischen angezeigter und tatsächlicher Temperatur – maximal 3 Grad. Einziger Kritikpunkt neben der unschönen Optik: die lange Aufwärmzeit von 39 Minuten.

Ein gummiertes Gehäuse bekommt man beim Caso SV300 – und damit sicher ein langlebiges Modell. Die Bedienung fanden wir allerdings unnötig kompliziert. Ist die gewünschte Temperatur erreicht, so muss man dies bestätigen, erst dann beginnt die Garzeit. Mitgeliefert wird eine ausführliche Anleitung, das Design kann sich sehen lassen und Bedienfeld sowie das Drehrad an der Seite machen einen soliden Eindruck. Einzig das Rad lässt sich etwas schwer drehen. Zum Aufheizen braucht der Caso ganze 43 Minuten, das können andere Sticks deutlich schneller.

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