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Kaffeemühlen im Test : Volles Kaffeearoma

Veröffentlicht 01.02.2021

Kaffee entfaltet sein volles Aroma nur frisch gemahlen. Wer also in den perfekten Kaffeegenuss kommen möchte, kommt um frischgemahlenes Kaffeepulver und somit um eine Kaffeemühle nicht herum. Wir haben 6 Modelle getestet.

Arne Preuß
ist gelernter Barista und Gründer des Blogs Coffeeness. Er testet alles rund um sämtliche Arten der Kaffeezubereitung.

Bei der Kaffeezubereitung schauen viele vor allem auf die Maschine. Diese verrichtet ja quasi die meiste Arbeit und ist somit auch maßgeblich für den Geschmack verantwortlich – so die Annahme.

Das ist zwar nicht völlig verkehrt, entspricht aber auch nicht ganz der Wahrheit. Denn genauso maßgeblich ist die richtige Kaffeebohne, die am besten frisch gemahlen werden sollte. Hierfür wird eine gute Kaffeemühle mitsamt den passenden Einstellungen benötigt. In unserem Test finden Sie empfehlenswerte Modelle sowie einige allgemeine Tipps.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
HochwertigManuellGünstig
Test: Eureka MignonTest: Comandante C40 Mk3 Nitro BladeTest: Rommelsbacher Ekm 200
Modell Eureka Mignon Comandante C40 MK3 Nitro Blade Rommelsbacher EKM 200
Pro
  • Top für Espresso
  • Hochwertig verarbeitet
  • Mahlgut ist homogen
  • Tolle Haptik
  • Schnelles Mahlen
  • Gutes Mahlergebnis
  • Scheibenmahlwerk aus Stahl
  • Relativ leise
Contra
  • Hoher Preis
  • Hoher Preis
  • Mahlwerk verkantet schnell
  • Weniger Leistung
Bester Preis

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Hochwertig: Eureka Mignon

Hochwertig

Eureka Mignon

Test: Eureka Mignon
Die Eureka Mignon lädt sich kaum statisch auf und sorgt für schonendes Mahlen.

Der italienische Hersteller Eureka ist seit mehr als 100 Jahren ein Spezialist für Kaffeemühlen. Die Mischung aus Qualität und Tradition wird auch bei der Mignon sichtbar. Die Kaffeemühle aus Edelstahl fällt zunächst besonders mit ihrem markanten Design und der glänzenden Oberfläche auf. Die kantige Gestaltung mag Geschmackssache sein, doch die Kaffeemühle hat eine durchdachte, stabile und sorgfältige Verarbeitung. Mit ihren 4,6 Kilo steht die Eureka zudem sicher auf ihren Gummifüßen.

Preislich zählt die Mignon zur Mittelklasse der elektrischen Kaffeemühlen. Sie ist zwar kein Modell für die Gastronomie, aber empfehlenswert für anspruchsvolle Espresso-Trinker. In den abnehmbaren Behälter aus Kunststoff finden 250 Gramm Kaffeebohnen Platz. Gemahlen werden diese mit einem 50 Millimeter großen Edelstahl-Scheibenmahlwerk. Über einen stufenlos verstellbaren Drehknopf kann der Mahlgrad reguliert werden. In dem Schacht aus Edelstahl gibt es fast keine statische Aufladung, sodass das Kaffeepulver fast vollständig abgegeben wird.

Außerdem bietet die Espressomühle weitere praktische Features: Über einen optionalen Timer kann die optimale Mahl-Zeit eingestellt werden und für den Siebträger gibt es eine verstellbare Auflagegabel. Hat man die Eureka erst einmal perfekt eingestellt, produziert sie ein für diese Preisklasse beachtliches, schön homogenes Kaffeepulver. Wenn der Mahlgrad erst einmal kalibriert ist, ist ein spontaner Wechsel auf ein gröberes Pulver – beispielsweise für Filterkaffee – nicht mehr möglich. Dafür bietet es sich an, eine Zweitmühle anzuschaffen.

Die Mignon lässt sich ganz unkompliziert reinigen: Es müssen lediglich drei Schrauben unter dem abnehmbaren Bohnenbehälter entfernt werden, um das Mahlwerk zu erreichen. Nach der Reinigung bleiben auch die Einstellungen der Kaffeemühle erhalten.

Insgesamt ist die Eureka Mignon die ideale Kaffeemühle für Espresso-Liebhaber – ergänzend zu einer Siebträgermaschine.

Manuell: Comandante C40 MK3 Nitro Blade

Manuell

Comandante C40 MK3 Nitro Blade

Test: Comandante C40 Mk3 Nitro Blade
Das Mahlen mit der Comandante ist spielend leicht und die Mahlgrade sind ebenso einfach einstellbar.

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Eine manuelle Kaffeemühle ist die Comandante C40 MK3 Nitro Blade. Im Vergleich zu den automatischen Modellen kann die kleine Handmühle mit einigen Vorteilen überzeugen.

Das Design der Mühle ist klassisch-modern und durch den kompakten Aufbau liegt sie gut in der Hand. Die Verarbeitung ist insgesamt sehr hochwertig und handwerklich: Die Kaffeemühle ist zu 100 Prozent Made in Germany. Als mobiles Mahlgerät kann man sie zudem auch gut im Büro, im Co-Working-Space oder auf Reisen nutzen.

Das Mahlen von Kaffeebohnen per Hand mag sich zunächst anstrengend anhören, doch mit dieser Kaffeemühle ist das keineswegs der Fall. Das Edelstahl-Mahlwerk mit doppelter Kugellagerung bietet eine hervorragende Kraftübertragung. Dadurch dauert das Mahlen von Kaffeepulver – verglichen mit anderen Handkaffeemühlen – nur rund halb so lange.

Der relative hohe Preis der Mühle rechtfertigt sich vor allem gemessen an ihrer außergewöhnlich guten Verarbeitung. Durch die Höhe von circa 20 Zentimetern fasst sie zwar keine großen Mengen an Espressobohnen, doch mit 220 Gramm ist die Kaffeemühle ein echtes Leichtgewicht.

Somit ist die Comandante empfehlenswert für ambitioniert Espressotrinker, die eine mobile Kaffeemühle suchen und auch bereit sind, dafür ein wenig mehr Geld zu investieren.

Günstig: Rommelsbacher EKM 200

Günstig

Rommelsbacher EKM 200

Als Einsteiger möchte man nicht sofort viel Geld für eine Kaffeemühle ausgeben. Hier bietet sich die EKM 200 von Rommelsbacher an. Die elektrische Mühle hat trotz des unschlagbaren Preises (fast) alles zu bieten, womit auch die teureren Modelle aufwarten. In neun Hauptstufen mit je sieben Unterstufen bietet die Mühle insgesamt ganze 63 Mahlgrade. Dennoch ist die Bedienung leicht und sie bietet verständliche Einstellmöglichkeiten.

Bei so einem günstigen Preis muss man aber natürlich auch bereit sein, Abstriche zu machen. So kann sich das Gehäuse aus Kunststoff während des Mahlens statisch aufladen, sodass es zu Rückständen von Kaffeemehl kommt. Das Stahl-Mahlwerk ist dafür hochwertig verarbeitet, allerdings etwas kantig bei der Einstellung. Die Mahl-Zeit kann man nur nach Tassenmenge bzw. Portionsgröße und nicht separat variieren.

Dennoch überzeugt die Rommelsbacher EKM 200 insgesamt mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie eignet sich besonders für Einsteiger, die sich zunächst mit frisch gemahlenen Kaffeepulver vertraut machen möchten.

Zu diesem Modell gibt es außerdem mit der Rommelsbacher EKM 300 einen etwas teureren Nachfolger. Diese hat eine feinere Mechanik und bietet gleichmäßigere Ergebnisse beim Mahlen. Für ambitionierte Kaffee-Trinker ist aber eher eine gehobenere Kaffeemühle wie beispielsweise die Eureka Mignon empfehlenswerter.

Was gibt es sonst noch?

Ein wahrer Allrounder ist die Graef CM 800: Als Einsteigermühle überzeugt sie mit ihren Qualitäten in jeglichen Mahlgraden vom Cold-Brew- bis hin zum Espressopulver. Des Weiteren kann sie mit vielen anderen Eigenschaften punkten: Dazu gehören das klassische Design und das chromlegierte Kegelmahlwerk auch Edelstahl. Dieses ist zudem nicht allzu laut und produziert ein homogen gemahlenes Kaffeepulver in allen 40 Mahlgraden.

Dem gegenüber stehen lediglich zwei kleine Nachteile: Die Mahlgrade lassen sich nicht stufenlos einstellen, was allerdings erst wichtig ist, wenn man einen exakten Mahlgrad beansprucht. Aufgrund der statischen Aufladung des Gehäuses sowie der eingebauten Sicherung kann sich die gründliche Reinigung zudem etwas schwierig gestalten.

Die Handkaffeemühle Porlex Tall ist eine günstige und kompakte Kaffeemühle aus Japan. Aufgrund ihrer Maße eignet sie sich sowohl für den Einsatz Zuhause als auch auf Reisen. Das Gehäuse besteht aus solidem Edelstahl, das Mahlwerk ist aus Keramik. Das Modell hat eine gute Handhabung und bietet viele Mahlgrade, die gemessen am niedrigen Preis ein gutes Ergebnis liefern. Auch die Reinigung ist sehr einfach.

Mengenmäßig stößt die kleine Kaffeemühle aber schnell an Grenzen. Kaffeepulver für mehr als zwei Personen zuzubereiten, wird hier schwierig. Zusätzlich wäre eine Gummierung am Gehäuse gut, sodass man beim Kurbeln noch ein wenig mehr Halt bekommt. Dennoch ist diese Kaffeemühle gerade für ein Einsteiger ein lohnenswertes Schnäppchen.

Für Filterkaffee- und French-Press-Fans ist die Baratza Encore die perfekte Kaffeemühle. Als elektrische Mühle im niedrigen Preissegment ist das Gehäuse aus Kunststoff, das sich aber gegensätzlich zu anderen Modellen kaum statisch auflädt. Zudem konnte das Design mitsamt langem Stromkabel überzeugen. Das Edelstahl-Kegelmahlwerk besteht aus 40 Millimeter Mahlscheiben, die ein gleichmäßig gekörntes Kaffeepulver für alle gröberen Mahlgrade liefert.

Minuspunkte gibt es für das laute Mahlwerk und die Tatsache, dass von den 40 Mahlgraden nur rund 28 tatsächlich brauchbar sind. Die anderen 12 mahlen die Kaffeebohnen selbst für die French Press zu grob. Für die Reinigung einer Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk muss das Gerät auf jeden Fall vom Strom getrennt werden. Zudem sollte man an den Mahlscheiben auf scharfe Kanten Acht geben.

Wissenswertes über Kaffeemühlen

Es könnte sehr einfach ein: Tüte mit gemahlenen Kaffeepulver auf, in die Kaffeemaschine und fertig ist der Kaffee. Doch echte Kaffee-Liebhaber wissen, dass das vorgemahlene Pulver nicht so gut ist wie frisch gemahlenes Kaffeepulver.

Die über 800 unterschiedlichen Aromen des Kaffeegeschmacks entfalten sich erst während des Mahlens. Danach gehen aber auch etwa 30 Prozent nach kurzer Zeit verloren. Somit ist jedes verpackte, vorgemahlene Kaffeepulver keine wirkliche Alternative zu frisch gemahlenem Kaffeepulver. Möchte man in den ganzen Kaffeegenuss kommen, ist daher eine Kaffeemühle unabdingbar.

Automatisch oder von Hand?

Zunächst muss man sich hinsichtlich der Betriebsart entscheiden: Man kann hier entweder eine Handkaffeemühle oder eine elektrische Kaffeemühle wählen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Mit einer manuellen Mühle kann man ohne Strom und überall mahlen, allerdings nur geringe Mengen. Mit guter Kraftübertragung ist das Zerkleinern der Kaffeebohnen kinderleicht.

Bei einer elektrischen Kaffeemühle ist das Mahlen dank des Strombetriebs einfach. Hierbei ist die Auswahl an verschiedenen Modellen groß – mit hohen Preis- und Qualitätsunterschieden.

Welches Mahlwerk?

Das Mahlwerk ist auch ein wichtiger Aspekt bei der Wahl der richtigen Kaffeemühle. Im Folgenden werden die verschiedenen Optionen verglichen:

Am häufigsten wird das Scheibenmahlwerk eingesetzt. Hier wird die Kaffeebohne zwischen zwei Scheiben gemahlen und beim Mahlen das Pulver nach außen geleitet.

Ähnlich funktioniert auch das Kegelmahlwerk, nur das dieses in Kegelform daherkommt. Hier fällt das Pulver nach unten. Dadurch wird eine niedrigere Drehzahl benötigt.

Ein Edelstahlmahlwerk ist preisgünstig und robust, es kann allerdings zügig Hitze entwickeln.

Dagegen erhitzt ein Keramikmahlwerk kaum und es ist geschmacksneutral, dafür ist es aber schadensanfälliger als Metall.

Bei einer Kaffeemahlmaschine mit Schlagmessern werden die Kaffeebohnen – ähnlich wie bei einem Standmixer – nicht gemahlen, sondern eher ungleichmäßig geschreddert. Dies führt bei der Kaffeezubereitung zu einer unregelmäßigen Extraktion. Deswegen ist von diesen Kaffeemühlen dringend abzuraten.

Woran erkennt man eine gute Mühle?

Abgesehen von technischen Details, der Betriebsart und dem Mahlwerk zeigt sich die Qualität einer Kaffeemühle erst während der Verwendung. An folgenden sieben Kriterien lässt sich eine gute Kaffeemühle erkennen:

Die Verarbeitung sollte stabil und hochwertig sein, die Handhabung leicht und man sollte den Mahlgrad stufenlos einstellen können. Zudem sollte sich beim Mahlen keine Hitze entwickeln und die Körnchen des Kaffeepulvers sollten gleichmäßig und gleich groß geformt sein. Damit die Rückstände von Kaffeemehl möglichst klein sind, sollte sich die Mühle möglichst wenig statisch aufladen.

Oft ist die Mahlleistung bei hochwertigen Kaffeemühlen in »Gramm Pulver« aufgeführt, die pro Sekunde produziert werden. Je höher diese Zahl ist, desto kürzer ist die Mahlzeit der Kaffeebohnen. Dadurch werden sie nicht so stark erhitzt, wodurch die Aromen geschützt werden.

Drei Tipps fürs Mahlen

Doch auch die beste Kaffeemühle nützt nicht viel, wenn sie nicht perfekt eingestellt ist. Unterschiedliche Kaffeesorten verlangen nach verschiedenen Mahlgraden. Nur so gelingt die Kaffee-Extraktion und es gelangen keine Krümel in die Kaffeetasse.

Damit Espresso- und Kaffeepulver vollendet gelingen, finden Sie hier drei wichtige Tipps:

Tipp 1 – Feinjustierung: Stellen Sie die Kaffeemühle richtig ein!

Kaffeebohnen sind nicht alle gleich – jede Sorte hat eine unterschiedliche Oberfläche und einen anderen Röstgrad, was auch zu unterschiedlichen Texturen des Kaffeemehls führen kann. Daher ist bei jedem Mahlvorgang neu justieren, Erfahrungen sammeln und Ergebnisverkostung notwendig. Nur so lässt sich der perfekte Mahlgrad sowie die optimale Mahl-Zeit herausfinden.

Tipp 2 – Zwischen Espresso und French Press: Mehr als eine Kaffeemühle ergibt Sinn!

Für jede Zubereitungsart wird unterschiedliches Kaffeepulver benötigt. Trinkt man am Morgen French Press, aber nachmittags Espresso, müsste so die Mühle mindestens zweimal am Tag umgestellt werden und dadurch die Feinjustierung jeweils von vorne beginnen.

Für solche Fälle ist es empfehlenswert, zwei verschiedene Kaffeemühlen zu erwerben: Etwa eine Espressomühle wie die Eureka Mignon und ein Modell für gröbere Mahlgrade wie die Baratza Encore.

Tipp 3 – Aroma ohne Kompromisse: Regelmäßig reinigen ist Pflicht!

In Kaffeebohnen ist Öl enthalten. Dieses kann sich ablagern und ranzig werden. Hinzu kommen Rückstände von Kaffeemehl. Somit ist es notwendig, die Kaffeemühle regelmäßig zu reinigen.

Hierfür gibt es zwei Optionen: Man kann die mechanischen Bestandteile der Mühle auseinander bauen und dann vorsichtig aussaugen oder einen Reinigungs-Mahlgang mit speziellen Granulaten oder Reinigungsbohnen durchführen. Es ist zwar auch möglich, die automatische Reinigung durchzuführen. Die Reinigung von Hand ist aber empfehlenswerter, da man so sichergehen kann, dass auch wirklich alles sauber ist.

So haben wir getestet

Als Erstes wurde das Äußere, sprich Design, Maße und Gewicht beurteilt. Danach wurde bei jedem Modell die Verarbeitung geprüft, um beurteilen zu können, wie hochwertig die Modelle sind.

Um die Mahlergebnisse bestmöglich bewerten zu können, wurden möglichst gleiche Bedingungen geschaffen. Allerdings sind für verschiedene Kaffee-Zubereitungsmethoden unterschiedliche Bohnen, Mahlgrade und somit auch verschiedene Kaffeemühlen nötig.

Somit kann je nach Verwendung (Espresso, Filterkaffee, Vollautomat) das eine oder andere Gerät empfehlenswerter sein. Deshalb wurden unterschiedliche, frische Kaffeebohnen mit verschiedenen Röstungen eingekauft und mit jeder Kaffeemühle für alle möglichen Kaffeevarianten gemahlen. Dadurch konnte eine große Bandbreite abgedeckt und die Spezialgebiete der einzelnen Mühlen herausgefunden werden.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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