Schonendes Kochvergnügen Test: Dampfgarer

Dampfgarer im Test : Schonendes Kochvergnügen

Update 28.07.2021

Dampfgaren ist seit einiger Zeit in aller Munde, sorgt es doch durch sanftes Garen dafür, dass im Gegensatz zum normalen Kochen deutlich mehr Vitamine erhalten bleiben. Ein weiterer Vorteil: beim Dampfgaren kann nichts anbrennen und das Gemüse bleibt schön knackig. Wir haben 16 Dampfgarer – allesamt Tischgeräte – auf Herz und Nieren geprüft.

Update 28. Juli 2021

Wir haben sieben weitere Dampfgarer getestet. Der Russell Hobbs MaxiCook, der Braun FS 5100 und der Korona 25303 sind neue Empfehlungen.

Sebastian Jentsch
ist Technik-Journalist, passionierter Heimwerker und Hobbykoch. Er schreibt unter anderem für Notebookjournal und Notebookcheck über mobile Technik und testet regelmäßig Küchen-, Haushalts- und Gartengeräte.

Dampfgarer gibt es als Zusatzfunktion für teure Einbauherde. Deutlich günstiger geht es mit Tischgeräten, die schon ab 30 Euro zu haben sind. Selbst die teuersten kosten nicht mehr als 100 Euro. Kochen mit einem Dampfgarer ist praktisch und man spart sich Zeit. Denn anstatt die Gerichte und Beilagen einzeln zuzubereiten, kann alles in einem Gerät erledigt werden. Außerdem kocht ein Dampfgarer von alleine, nebenbei hat man also genug Zeit, um sich den Gästen zu widmen. Dazu bedarf es aber natürlich einiger Erfahrung mit dem Gerät und auch die Rezepte wollen richtig gewählt sein. Wir haben 16 Dampfgarer getestet.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Viel PlatzPlatzsparendFür kleine HaushalteFürs Frühstücksei
Test  Schonendes Kochvergnügen: Russell Hobbs MaxiCookTest Dampfgarer: Philips HD9140/91Test: Braun Fs 5100Test: Korona 25303
Modell Russell Hobbs MaxiCook Philips HD9140/91 Braun FS 5100 Korona 25303
Pro
  • Fassungsvermögen
  • Zeit-Schnellwahl
  • Nachfüllen von Außen
  • Verzögerungstimer
  • BPA-frei
  • Sehr platzsparend konstruiert
  • Hübsches Design
  • Einfachste Bedienung
  • BPA-frei
  • Sortierte Gargut-Tabellen
  • Braucht wenig Platz
  • Kabelwickel
  • Leichte Reinigung
  • Vglw. schnelles Aufheizen
Contra
  • Kunststoff verfärbt
  • Relativ langsam
  • Kein akustischer oder optischer Hinweis auf leeren Tank!
  • Kein Wasser-Nachfüllen von außen
  • Kein Wasser-Nachfüllen von Außen
  • Kein Tropfwasserbecken
  • Heizplatte schnell schmutzig
Bester Preis

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Viel Platz: Russell Hobbs MaxiCook

Viel Platz

Russell Hobbs MaxiCook

Test  Schonendes Kochvergnügen: Russell Hobbs MaxiCook
Einfache Bedienung, ausreichend schnell, viel Fassungsvermögen, BPA-frei – alles ganz so, wie man es möchte.

Ein Dampfgarer für Familien ist der MaxiCook 23560-56 von Russell Hobbs. Er hat drei Körbe und bietet viele Variationsmöglichkeiten für Langsam- und Schnell-Garendes. Das Gerät ist leicht zu bedienen, hat einen 1,6 Liter großen Wassertank und ist zudem BPA-frei. Dank des Verzögerungstimers kann man Speisen auf den Punkt genau garen.

Durch den Turmaufbau gilt: Obenliegende Lebensmittel brauchen länger. Zudem tropfen sie auf die unteren Platten. Über die Ebenen tropft Wasser in die Tropfschale. Aus dem Sud kann man dann auch eine Soße zubereiten. Ohne die Schale würde sich das Wasser, das Gewürze, Mineralien und Fett enthält, am Heizelement festbrennen.

Die Tropfwanne und das Chassis sind verwindungsfest. Letzteres ist nicht aus Alu, sondern nur mit Aluminium verblendet. Der Tank besteht aus Polyprophylen (PP) und die Körbe sind aus einem nicht gekennzeichneten, milchigen Kunststoff. Die weiche Konsistenz deutet auf BPA-freies PP hin. Das würde sich auch mit der Herstellerangabe »BPA-frei« decken würde. Die Körbe sind unterschiedlich groß, können so platzsparend ineinander gestapelt werden und sind zudem spülmaschinenfest.

Der Timer des MaxiCook läuft höchstens 30 Minuten, da muss man bereits bei kleinen Kartoffeln einmal die Zeit verlängern. Dafür hat das Modell den größten Tank im Testfeld – ganze 1,6 Liter passen hier hinein. Daher muss man hier eher selten Wasser nachfüllen. Im Test forderte der Dampfgarer nach einer Stunde zum durch einen Signalton zum Nachfüllen des Wassers auf. Praktischerweise gibt es hierfür eine rückseitige Nachfüllöffnung. Auf der Vorderseite ist der Wasserstand deutlich zu erkennen. Während des Nachfüllens schaltet sich das Heizelement nicht ab, sondern drosselt lediglich die Leistung.

Dampfgarer Test: Dampfgarer U Russell Hobbs Maxicook 23560 56
Solange der Timer läuft hält das Heizelement auch ohne Wasser eine Temperatur von zirka 160 Grad.

Der Russell Hobbs verfügt über eine digitale Anzeige. Hier wird auch ein Hinweis gezeigt, wenn man Wasser nachfüllen muss. Über das Ende des Garvorgangs informiert ein Piepton. Auf dem kleinen Display können per Schnellwahl vorinstallierte Zeiten in 5-Minuten-Schritten ausgewählt werden. Über die Plus/Minus-Tasten kann die gewählte Zeit zu jedem Zeitpunkt nachjustiert werden. Leider ist die LCD-Anzeige nicht beleuchtet.

Vor allem am Heizelement kommt es schnell zu Kalkablagerungen. Die Reinigung bei starker Verkalkung ist bei diesem Modell etwas aufwändiger als bei anderen Geräten. Im Inneren kann man mit einem Essig-Wasser-Gemisch sowie einem schmalen Flaschenreiniger arbeiten.

Platzsparend: Philips HD9140/91

Platzsparend

Philips HD9140/91

Test Dampfgarer: Philips HD9140/91
Mit Warmhaltefunktion, Garzeiten-Tasten und Aromasieb ist der Dampfgarer von Philips gut ausgestattet.

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Die Nachteile des Intellisteam wandelt der Philips HD9140/91 zu positiven Eigenschaften um. So lässt sich hier das Kabel nicht nur aufwickeln, sondern auch beliebig in der Länge verkürzen, in dem es eingerollt wird. Außerdem tropft hier nichts, wenn man die Gefäße ausleeren möchte. Auch die Anzeige ist durchdacht: LEDs weisen auf zu niedrigen Füllstand beim Wasser hin oder zeigen an, dass die Maschine zu verkalkt ist.

Weiteres Plus: Der Aromasieb. Hier kann man Gewürzblätter einfüllen, das Sieb wird dann unter den Behälter gehängt. Eine gute Möglichkeit für aromatisches Essen.

Auf den Tasten finden sich kleine Symbole für die jeweilige Zutat, ob Fisch oder Reis, hier wird eine Garzeit vorgeschlagen, die dann natürlich noch angepasst werden kann. Für Reis eignete sich die Universalschale in unserem Test nicht. Da sich darin Wasser sammelt, wird der Reis zu nass.

Wer vor allem Wert auf ein platzsparendes Gerät legt, ist mit dem Philips-Dampfgarer gut beraten, das Aromasieb ist ein zusätzlicher Pluspunkt.

Für kleine Haushalte: Braun FS 5100

Für kleine Haushalte

Braun FS 5100

Test: Braun Fs 5100
Der kompakte Braun FS 5100 eignet sich hervorragend für 2 Personen. Material und Verarbeitung sind lobenswert.

Der FS 5100 von Braun macht optisch eine gute Figur und ist über die mechanische 60-Minuten-Zeitschaltuhr leicht zu bedienen. Die Uhr tickt deutlich hörbar und lässt sich auch rückwärts drehen. Sie und das Gehäuse wirken langlebig und robust.

Im Lieferumfang findet sich recht viel Zubehör, das aus hochwertigem PP- und TPX-Kunststoff gefertigt ist. TPX ist auch BPA-frei, allerdings durchsichtiger und härter als Polyprophylen. Im Zubehör findet sich ein einzeln herausnehmbarer Eierhalter und eine zusätzliche Tropfwanne. Dadurch kann das Tropfwasser unter beiden Körben aufgefangen werden, sodass das Fischwasser nicht das Gemüse benetzt.

Das Gerät weist leider weder akustisch noch optisch auf einen leeren Wassertank hin. Es fällt erst auf, wenn kein Dampf mehr aufsteigt. Dann geht das Heizelement auf eine niedrige Stufe und bleibt rund 130 Grad heiß, auch wenn der Tank leer ist. Die 1,3 Liter, die der Tank fasst, reichen aber für 76 Minuten Dämpfen. Daher ist ein leerer Tank nicht zwangsläufig ein Problem. Es ist nicht möglich, dass Wasser von außen nachzufüllen, den Turm muss man zwingend abnehmen.

Die ausführliche Bedienungsanleitung enthält Gargut-Tabellen, die wichtige Anhaltspunkte liefern. Mit sechs Litern Fassungsvolumen ist der FS 5100 für den Single- oder 2-Personen-Haushalt empfehlenswert.

Fürs Frühstücksei: Korona 25303

Fürs Frühstücksei

Korona 25303

Test: Korona 25303
Ideal für den Single Haushalt: Kleine Mengen zu dämpfen klappt wunderbar. Zudem ist er als Kocher für bis zu 16 Eier nutzbar.

In dem Korona 25303 können 16 Eier gekocht und Fisch, Reis oder Gemüse in kleinen Portionen gegart werden. Die Lebensmittel können in vier Schalen zubereitet werden.

Das Heizelement kühlt herunter auf 50 Grad und hält diese Temperatur dann. Die »Abschaltung« erfolgt erst, wenn das Wasser vollständig verkocht ist. Dank dieser starken Reduzierung kann man sich nicht an der offenliegenden Heizplatte verbrennen.

Das Gerät hat eine Leistung von 500 Watt und ist somit langsamer als große Modelle mit 800 bis 1200 Watt. Zudem ist die Reinigung hier nicht ganz so einfach: Das gesamte Tropfwasser und das Fett gelangt ins Kochwasser, da es hier kein Tropfwasserbecken gibt. Dadurch gelangen Mineralien, Gewürze und Fett auf der Heizplatte und brennen dort fest. Da bei diesem Dampfgarer nur 350 Milliliter eingefüllt werden, ist das Wasser schon nach 35 Minuten verkocht.

Möchte man ernsthaft dämpfen oder das Tropfwasser für einen Fond verwenden, sollte man sich für einen größeren Dampfgarer entscheiden. Die Abnahme des Turms bzw. Deckels ist hier auch nicht so komfortabel: Da die Henkel recht winzig sind, kann man schnell mit heißem Wasserdampf in Berührung kommen.

Vorteilhaft ist, dass der Korona 25303 mit seiner Stellfläche von 17 x 18 Zentimetern nicht viel Platz einnimmt. Kocht man täglich Frühstückseier, muss man das Gerät gar nicht erst wegräumen.

Was gibt es sonst noch?

Der TZS First Austria FA-5100-4 hat eine Leistung von 1200 Watt. Dadurch waren die kleinen Kartoffeln im Test schon nach 30 Minuten fertig gegart. Allerdings sind nach 45 Minuten bereits 1,15 Liter verkocht. Wasser kann man von Außen nachfüllen. Dabei verhindert ein entnehmbarer Schott, dass Dampf durch die Öffnung entweicht. Zusätzlich zur guten Anleitung gibt es ein Rezeptheft mit Garzeit-Tabellen. Nachteil ist das minderwertige Material: Schon bei der ersten Verwendung fiel der Timer-Knopf ab.

Der Tefal Vitacuisine Compact VS 4003 bietet mit der Vitamin + Taste eine Funktion, die extra Dampf in die Gefäße pumpt, zunächst automatisch am Anfang, später kann man die Funktion aber auch manuell aktivieren. Das spart Garzeit. Auch sein Zubehör kann sich sehen lassen, einzig das Nachfüllen ist umständlich und das Gerät dämpft nur für 60 Minuten.

Wenig empfehlenswert sind für uns der WMF Vitalis E Dampfgarer und der Braun FS 3000. Sie sind zwar teils BPA-frei, allerdings ist ihr Fassungsvolumen mit 2,15 bzw. 3,1 Litern extrem gering, eine Familie wird davon keinesfalls satt. Abgesehen davon ist ihre Leistung aber gut und teils bieten sie auch Zusatzfunktionen.

Ein weiteres BPA-freies Modell ist der Russell Hobbs Cook at Home aus Polypropylen (PP). Den Reis kochte er im Test, ohne dass Wasser nachgefüllt werden musste. Sollte dies einmal der Fall sein, geht es schnell und ohne Probleme. Die Körbe schließen nicht so gut und auch durch ungenaues Stapeln kann schnell zu viel Dampf entweichen. Allerdings ist die Verarbeitung der Bestandteile gut, die Körbe gehen nicht kaputt, falls sie mal runterfallen und splittern nicht. Auch das Alu-Chassis macht einen soliden Eindruck. Nachteilig ist auch hier, dass es keinen Knopf zum Ausschalten gibt, die Zeitschaltuhr sollte man während des Dämpfens auch nicht einfach zurückdrehen, sonst könnte sie kaputt gehen. Im Notfall also Stecker ziehen, das ist ärgerlich und ließe sich besser lösen.

Wissenswertes über Dampfgarer

Wer das Dampfgaren erstmal ausprobieren möchte, ist mit einem Tischgerät gut beraten. So lässt sich feststellen, ob man mit der Funktionsweise zurecht kommt. Fest verbaute Dampfgarer oder hochpreisige Tischgeräte glänzen zwar mit hochwertigen Materialien und guter Verarbeitung, haben aber auch stolze Preise von 500 Euro aufwärts. Bei den Einbaugeräten gibt es dabei auch Kombigeräte für Dämpfen und Backen.

Weichmacher sind in Verbindung mit Lebensmitteln nicht mehr gerne gesehen und auch kleine Kinder sollten lieber nicht darauf kauen. Der Grenzwert wurde auf 50 Mikrogramm pro Tag  hochgesetzt, Verbaucherschützer sehen das kritisch, denn Bisphenol A kann wie ein Hormon wirken. Einige der getesteten Produkte enthalten Polycarbonat (PC), das aus BPA besteht, Polyethylen und Polypropylen (PE und PP) dagegen verzichten darauf. Wer Bedenken bezüglich der Weichmacher hat, sollte sich das Material der Dampfgarer genau ansehen und im Zweifelsfall nach einem kurzen Test zu einem teureren Produkt aus Edelstahl greifen.

Leider wird nicht immer deutlich gemacht, um welchen Kunststoff es sich handelt, um das herauszufinden sollte man sich die Behälter etwas näher ansehen, dort findet man meist Hinweise. Der Russell Hobbs Cook at Home ist das einzige sicher PC-freie Modell im Test.

Medion MD 14209 Art.Nr. 50050247A1

Wer beim Thema Weichmacher vorsichtig ist, der sollte Polycarbonat (PC) vermeiden und Dampfgarer wählen, bei denen wenigstens die Körbe und Gargutbehälter aus Polypropylen (PP) gefertigt sind. Informationen dazu sind leider rar oder gar nicht vorhanden. Auf den Behältern ist es aber an verdeckten Stellen aufgedruckt.

Dampfgarer haben standardmäßig drei Körbe, unterschiedlich bei den Produkten ist das Volumen, denn je größer das ist, desto mehr Personen werden satt. Acht Liter sollten es für eine kleine Familie oder Einzelpersonen schon sein, gerne auch mehr.

Kalkablagerung am Heizelement - nach nur einem Kochdurchgang!

Was ist sinnvoller – Durchlauferhitzer oder Heizelement? Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, Durchlauferhitzer sind schwieriger zu reinigen, Heizelemente verdampfen schneller mehr Wasser und müssen nicht so lange aufwärmen

 

Test: Dampfgarer – Testsieger Morphy Richards 48780 Intellisteam

 

So haben wir getestet

Getestet wurden nur Tischgeräte, da sie sich besser für den Einstieg ins Thema Dampfgaren eignen und günstiger zu haben sind. Wir haben Produkte ab 30 Euro gewählt und dabei Dampfgarer mit einem Volumen zwischen etwas über zwei Liter bis hin zu zwölf Litern getestet.

Auch die Nutzung wurde auf Herz und Nieren getestet, tropfen die Körbe? Ist unser Reis nach 40 Minuten bissfest? Gibt es zusätzliche Behälter z. B. für Reis?

Um uns ein möglichst vollständiges Bild von den Geräten zu machen, wurden mit ihnen diverse Gerichte gekocht, das beinhaltet natürlich verschiedene Zutaten. Sicherheit geht vor, daher lag auch auf den Sicherheitsfunktionen unser Augenmerk. Hierbei ist die Funktion ähnlich wie bei Wasserkochern, die Geräte haben einen Trockenkochschutz, schalten sich also bei zu wenig Flüssigkeit oder zu großer Hitze ab.

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