Mittelklasse-Kaffeevollautomat Test: Aufmacher Kaffevollautomat Mittel

Mittelklasse-Kaffeevollautomaten im Test : Die goldene Mitte der Kaffeevollautomaten

Veröffentlicht 25.05.2021

Eine sinnvolle Alternativen zu Kaffeemaschinen mit Kapseln und Pads sind Kaffeevollautomaten aus dem mittleren Preissegment zwischen 400 und 700 Euro. Gerade wenn das Gerät viel beansprucht wird, lohnt sich diese Investition.

Arne Preuß
ist gelernter Barista und Gründer des Blogs Coffeeness. Er testet alles rund um sämtliche Arten der Kaffeezubereitung.

Auf Luxus-Eigenschaften wie eine App-Steuerung oder ein doppeltes Mahlwerk muss man bei Kaffeevollautomaten dieser Preisklasse zwar verzichten, dennoch sind die Modelle hochwertig verarbeitet und bieten ausreichende Einstellungsmöglichkeiten. Vor allem im Büro oder für Kaffeeliebhaber zu Hause lohnt es sich, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und statt eines günstigen Kaffeevollautomaten lieber eine Preisklasse höher zu gehen.

Daher haben wir 11 Mittelklasse-Kaffeevollautomaten getestet. Wer sich auch in anderen Preisklassen umschauen möchte, dem seien unsere Tests zu günstigen Kaffeevollautomaten und High-End-Kaffeevollautomaten ans Herz gelegt.

Top Preis-Leistung: DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B

Top-Preis-Leistung

DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B

Der kompakte Dinamica ECAM 350.55.B von DeLonghi füllt dank seiner 13,5 Zentimeter Auslaufhöhe auch problemlos große Latte-Macchiato-Gläser. Nach jeder Benutzung reinigt die einstellbare Durchspülfunktion das Milchschaumsystem. Der Wassertank wird nach vorne hin entnommen, sodass die Entnahme und das Befüllen sehr komfortabel ist. Das Mahlwerk aus Edelstahl ist nicht unbedingt leise, liegt mit seiner Lautstärke jedoch noch im Rahmen.

Die Dinamica-Reihe besteht aus unterschiedlichen Modellen, wobei sich die Buchstabenkombinationen und Modellnummern auf die Farbe und kleine Unterschiede in puncto Getränkemöglichkeiten beziehen. Der Dinamica ECAM 350.55.B ist aufgrund des gebotenen Verhältnisses von Preis und Leistung die optimale Wahl.

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Bei diesem Kaffeevollautomaten erhält man bereits mit den Werkseinstellungen einen ordentlichen Latte Macchiato oder Cappuccino. Nur der Milchschaum könnte etwas üppiger ausfallen, was sich aber schnell im Menü korrigieren lässt. Mit dem variablen Milchschaumsystem kann man je nach ausgewählter Einstellung feinen, fließfähigen Schaum und Schaum mit einer festeren Konsistenz herstellen. Die Temperatur ist mit jeder Einstellung ideal.

Auch die Einstellungen für Kaffee können überzeugen: Hier stehen 13 Mahlstufen zu Verfügung. Der Kaffeevollautomat kann selbst Kaffee des feinsten Mahlgrads problemlos verarbeiten. Sogar die optimale Wassermenge von 25 Millilitern lässt sich einstellen und auch die ideale Extraktionszeit ist mit 25 Sekunden gegeben. Somit bereitet der Automat einen Kaffee von hoher Qualität zu. Zudem stehen fünf unterschiedliche Kaffeestärken zur Auswahl. Die individuellen Einstellungen lassen sich dann in vier Nutzerprofilen abspeichern. Hierbei hat man die Wahl, eigene Kreationen abzuspeichern oder die Voreinstellungen der Direktwahl-Getränke dem eigenen Geschmack anzupassen. Das funktioniert unkompliziert und schnell.

Der Dinamica bietet auch die Zwei-Tassen-Funktion, mit der zwei Espressos zugleich zubereitet werden können. Zusätzlich ist eine Long-Coffee-Funktion verfügbar, mit der größere Mengen schwarzen Kaffees gebrüht werden können. Somit eignet sich der Kaffeevollautomat auch für mehrere Personen oder Vieltrinker. Durch das sogenannte Schwallbrühverfahren – das mit geringem Druck arbeitet – ähnelt der Kaffee sehr einem Filterkaffee.

Der Automat von DeLonghi hat einen eingebauten Wasserfilter, der überschüssigen Kalk entfernt. Zudem erinnert das Modell bei Bedarf an einen nötigen Entkalkungsvorgang. Hierfür muss nur bei Inbetriebnahme die richtige Wasserhärte eingestellt werden. Im Lieferumfang findet sich ein Teststreifen, mit dem vor Ort die Wasserhärte ermittelt werden kann.

Der Spülvorgang ist weitgehend selbstreinigend, wenn man das Einstellrädchen beim Milchsystem in die korrekte Position bringt. Tresterbehälter und Wasserauffangschale sind leicht entnehmbar und sollten von Hand gereinigt werden. Befindet sich die Brühgruppe in der Parkposition, lässt sich auch diese einfach entnehmen. Dafür muss der Automat am Hauptschalter ausgeschaltet sowie vom Stromnetz getrennt werden. Alle Bauteile sollten regelmäßig gereinigt und anschließend getrocknet werden.

Viele Extras: Melitta Caffeo CI

Viele Extras

Melitta Caffeo CI

Test: Mittelklasse-Kaffeevollautomat – Testsieger Melitta Caffeo CI
Für diese Preisklasse bringt er viele Extras mit und was noch wichtiger ist – einen tollen Espresso.

Der Caffeo CI von Melitta ist hochwertig verarbeitet und bietet vielfältige Einstellungsmöglichkeiten. Er verfügt über zwei getrennte Bohnenkammern, ein automatisches Milchschaumsystem und vier Nutzerprofile. Das alles kommt in einem kompakten und ansprechenden Design daher.

Bei diesem Kaffeevollautomaten kommen Milch und Espresso aus denselben Auslauf, sodass man das Gerät nicht umstellen muss. Nach dem Bezug wird der Milchschlauch automatisch durchgespült, was in diesem Preissegment keine Selbstverständlichkeit ist. Da sich der Auslauf bis auf 14 Zentimeter höhenverstellen lässt, passen auch Latte-Gläser darunter.

Der Caffeo CI ist nicht flüsterleise, liegt aber im Mittelfeld in Sachen Betriebslautstärke. Ein gewisser Geräuschpegel ist bei einem günstigen Automaten mit einem Mahlwerk aus Edelstahl auch zu erwarten.

Der Automat von Melitta ist in unterschiedlichen Farben und Versionen erhältlich, worauf die verschiedenen Modellnummern hinweisen.

Für kleine Mengen: Siemens EQ.3

Für kleine Mengen

Siemens EQ.3

Test Mittelklasse-Kaffeevollautomat: Siemens  EQ 3
Das Milchschaumsystem ermöglicht eine sehr einfache Reinigung.

Der Siemens EQ.3 hat für ein Modell dieser Preisklasse viel zu bieten: Das Design ist außergewöhnlich und auch die Leistung ist absolut solide. Das halbautomatische Milchsystem mit mittig platzierter Schaumlanze liefert einen hervorragenden Milchschaum für Cappuccino oder Latte Macchiato. Die Schaumlanze lässt sich auch einfach reinigen, da sie nur aus zwei Teilen besteht.

Allerdings kann die Milchschaumdüse immer nur ein Getränk zubereiten, da der Rüssel zum Aufschäumen in die Tasse gehalten wird. Bei Espresso ist aber auch ein Doppelbezug möglich.

Die Ausstattung des EQ.3 ist hinsichtlich der Einstellungsmöglichkeiten und Funktionen gut. Die Tasten und das Display sind übersichtlich, sodass die Bedienung sehr einfach ist. So lassen sich Getränke direkt zubereiten, ohne die Gebrauchsanleitung studieren zu müssen.

Mahlgrad, Kaffeestärke, Dauer des Milchaufschäumens und Wassermenge lassen sich individuell einstellen. Um die optimalen Einstellungen zu ermitteln, ist Experimentieren und Ausprobieren angesagt. Hat man diese aber einmal gefunden, erhält man einen exzellenten Espresso. Auch der wohl temperierte Milchschaum ist schön fest.

Der schnellste Kaffeevollautomat ist der Siemens EQ.3 nicht, jedoch ist er auch eher nicht auf die Akkordarbeit ausgelegt. Daher ist dieses Modell auch eher für kleinere Haushalt mit höchstens drei Kaffeeliebhabern geeignet.

Was gibt es sonst noch?

Beim Saeco PicoBaristo kann man zwischen zwölf vorprogrammierten Getränken wählen. Das Mahlwerk ist aus Keramik und bietet zehn verschiedene Mahlgrade. Der Espresso des PicoBaristo ist sehr gut und auch der Milchschaum kann überzeugen. Zudem kann man den auf der Vorderseite eingesteckten Milchtank in wenigen Handgriffen umbauen zu einem Heißwasserauslauf für Tee. Die Reinigung ist unkompliziert und insgesamt erhält man hier einen soliden und hochwertigen Automaten. Einziger Nachteil ist der Preis von mehr als 600 Euro.

Kaffee zubereiten ohne viel Schickschnack und lange Einstellungszeremonien – das ist mit dem Siemens EQ.5 möglich: Das Mahlwerk mit hochwertigen Keramik-Kegeln bietet nur drei Mahlgrade. Dafür lassen sich Füllmenge, Kaffeestärke und Temperatur viel feiner einstellen. Die optimale Einstellung findet man dank der einfachen Bedienung mit den eindeutigen Bildern der Touch-Tasten recht leicht. So gelingt ein guter Espresso.

Die Reinigung ist dank Spülvorgängen und automatischen Reinigungsprogrammen sehr bequem. Für eine manuelle Reinigung lässt sich das Gerät mit Ausnahme des Gerüsts auch auseinandernehmen. Dadurch lässt sich die Brühgruppe und der Milchschaumauslass leicht entnehmen und reinigen. Das erhöht die Lebensdauer des Kaffeevollautomaten und sorgt für langanhaltend guten Kaffeegeschmack.

Auch der Philips 3200 Latte Go setzt auf Einfachheit: Das Modell aus hochwertigem Kunststoff verfügt über ein Keramik-Scheibenmahlwerk mit zwölf Stufen. Die einfache Bedienung braucht keinen Touchscreen. Die Tasten verfügen je nach Funktion über eine Lichtskala, die die gewählte Stufe anzeigt. Es stehen fünf voreingestellte Getränke zur Wahl: Kaffee, Espresso, Americano, Cappuccino und Latte.

Die Ergebnisse sind gut, kleinere Schwächen bei Milchschaum und Espresso sind verzeihbar. Das automatische Milchschaumsystem ist zweiteilig und ohne Schläuche, sodass die Reinigung einfach ist. Leider ist der Automat von Philips sehr laut, sowohl beim Mahlen der Kaffeebohnen als auch beim Milchaufschäumen.

Mit dem Krups Evidence erhält man einen kompakten Kaffeevollautomaten mit leichter Bedienung. Espresso und Milchschaum sind gut, allerdings liegt die Mindestmenge des Espressos hier bei 40 Millilitern. Die ideale Menge beträgt 25 bis 30 Milliliter. Somit entspricht der Espresso hier nicht dem Ideal.

Das Kegelmahlwerk aus Edelstahl bietet drei Mahlgrade und 15 Kaffeevarianten. Kaffeestärke und Temperatur lassen sich leicht einstellen. Bei dem Automaten ist relativ viel Kunststoff verarbeitet. Die aus Metall bestehende, fest verbaute Brühgruppe kann nicht manuell gereinigt werden. Ansonsten sind die Reinigungs- und Entkalkungsprogramme gut durchdacht.

Wissenswertes über Mittelklasse-Kaffeevollautomaten

In der großen und vielseitigen Auswahl an Kaffeevollautomaten finden sich Einsteigermodelle ab rund 300 Euro. Die mittlere Preisklasse liegt hier bei etwa 500 Euro. In der Oberklasse gibt es nach oben hin preislich keine Grenzen. Die einzelnen Preisklassen unterscheiden sich etwa beim Funktionsumfang, in der Handhabung und in puncto Einstellungsmöglichkeiten.

Teure Automaten bestehen aus hochwertigeren Materialien, wodurch sie auch einer stärkeren Benutzung standhalten. Zudem bieten sich Features wie App-Steuerung, Touchscreen oder doppelte Mahlwerke. Zusätzlich stehen mehrere Nutzerprofile sowie mehr voreingestellte Getränken zur Verfügung.

Günstige Kaffeevollautomaten haben deutliche Grenzen

Diese Luxus-Features haben günstige Modelle natürlich nicht zu bieten. Der ECAM 22.110 von DeLonghi, eine unserer Empfehlungen bei den günstigen Vollautomaten, kommt sogar ohne Display aus. Zudem muss bei vielen Modellen der Milchschaum selbst hergestellt werden.

Der Espresso und Milchschaum ist bei günstigen Modellen keinesfalls schlecht. Vielmehr wurden meist minderwertiges Material verbaut oder an Einstellungsmöglichkeiten gespart. So haben günstige Geräte im Preisvergleich häufig einen höheren Plastikanteil, was die Lebensdauer des Automaten beeinflussen kann.

Die Mittelklasse bietet spannende Innovationen

Großen Luxus findet man auch bei den Kaffeevollautomaten des mittleren Preissegments eher nicht. Trotzdem finden sich hier feinere Einstellungsmöglichkeiten sowie neue Ideen bei den Milchschaumsystemen. Dadurch liefern viele Automaten der Mittelklasse Kaffee mit bester Qualität.

Mittelklasse-Automaten haben mehr zu bieten als die Minimal-Ausstattung, eine komfortablere Bedienung und sie sind eher für eine intensivere Beanspruchung geeignet. Wer gewisse Ansprüche hat, aber dennoch den großen Luxus nicht benötigt, ist mit diesen Modellen bestens beraten. Das betrifft am ehesten wohl Single- oder Zwei-Personen-Haushalte, Familien, Büro- und Wohngemeinschaften.

Programmierung und Einstellungen

Ein paar Einstellungsmöglichkeiten sind essentiell für einen Vollautomaten: Der Mahlgrad der Kaffeebohnen, die Kaffee- und Wassermenge sollten variabel sein. Mittelklasse-Geräte punkten hier besonders mit feineren Abstufungen als die günstigen Modelle. Zudem bieten viele Modelle der Mittelklasse die Möglichkeit, Milchschaumkonsistenz und Wassertemperatur zu variieren.

Außerdem sind mittlerweile Nutzerprofile Standard: So können individuelle Vorlieben und Einstellungen gespeichert werden. Das ist vor allem praktisch, wenn der Automat von mehreren Personen regelmäßig genutzt wird.

Espresso und Milchschaum

Der Großteile der Einsteiger-Modelle bieten nur eine Schaumlanze fürs manuelle Milchaufschäumen. Hier muss der Milchaufschäumer in den Behälter gehalten werden. Das erfordert durchaus etwas Wissen und Übung.

Kaffeevollautomaten der Mittelklasse verfügen meist über ein vollautomatisches Milchschaumsystem. Das Gerät saugt hier die nötige Menge Milch an, schäumt diese auf und gibt den Milchschaum aus.

Die Dampflanzen ähneln denen, die an Siebträgermaschinen zu finden sind. Allerdings haben Vollautomaten einen niedrigeren Wasserdruck, sodass der Milchschaum des günstigen Automaten eher nicht dem cremigen Ideal entspricht.

Vollautomaten aus dem mittleren Preissegment können dagegen dank des guten Milchsystems einen homogenen und feinporigen Milchschaum herstellen, der weder Löcher noch Blasen aufweist.

Lautstärke

Ein Kaffeevollautomat kann durchaus Lärm machen: Das Mahlen der Bohnen, die Verdichtung des Kaffeemehls, das Wasseraufheizen und das Drücken des Getränks durch die Düsen – all das geht nicht vollkommen geräuschlos von statten.

Der Geräuschpegel fällt je nach Gerät niedriger oder höher aus. Das Mahlwerk ist grundsätzlich der lauteste Bestandteil. Hauptsächlich kommt es zwar auf die Bauweise an, doch ein Mahlwerk aus Edelstahl macht mehr Lärm als eines aus Keramik.

High-End-Automaten verfügen oft über Technik für die Geräuschisolierung. Dies sollte man bei Mittelklasse-Modellen nicht erwarten. Bei diesen Geräten gibt es teils deutliche Unterschiede in Sachen Lautstärke.

Reinigung und Pflege

Kaffeevollautomaten verfügen über diverse Reinigungs- und Entkalkungsprogramme. Einige Geräte lassen sich auch in ihre Einzelteile zerlegen und manuell reinigen. Das betrifft vor allem die Brühgruppe, die meist entnommen und manuell gereinigt werden kann. Einige Hersteller setzen aber auch auf fest verbaute Brühgruppen, bei denen die Reinigungsprogramme ausreichen sollen.

So haben wir getestet

Die Kaffeevollautomaten wurden hinsichtlich ihrer Einstellungsmöglichkeiten, der Qualität des Espressos und Milchschaums, ihrer Lautstärke sowie der Pflege und Reinigung getestet und bewertet.

Alle Vollautomaten wurden, sofern möglich, mit denselben Einstellungen getestet, um vergleichbare Espresso-Ergebnisse zu erhalten. Es wurde der feinste Mahlgrad und die maximale Kaffeestärke genutzt und die Wassermenge betrug 25 Milliliter. Die Durchlaufzeit sollte rund 25 Sekunden betragen. Das Aroma hängt vom verwendeten Espresso ab. War das Ergebnis aber zu bitter oder wässrig, gab es Minuspunkte.

In Sachen Handhabung sollte man das Gerät bedienen können, ohne vorher die Anleitung zu studieren. Die Bedienung sollte so intuitiv sein, dass auch Laien die gewünschten Funktionen schnell und unkompliziert finden.

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