Kaffeemaschinen im Test : Perfekter Filterkaffee aus der Maschine

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Veröffentlicht 08.04.2020

Filterkaffee geht schnell und schmeckt gut, sofern man die richtige Kaffeemaschine dafür hat. Wir haben 12 Kaffeemaschinen getestet und geben Tipps für den perfekten Filterkaffee.

Arne Preuß
Arne Preuß
ist gelernter Barista und Gründer des Blogs Coffeeness. Er testet alles rund um sämtliche Arten der Kaffeezubereitung.

Klassischer Filterkaffee wird wieder beliebter und mit ihm auch Kaffeemaschinen. Davon gibt es aber so viele verschiedene, dass man sich kaum entscheiden kann, wenn man nicht weiß, worauf es ankommt. Daher haben wir 12 Kaffeemaschinen getestet. Unser Tester ist gelernter Barista und weiß, worauf es bei gutem Kaffee ankommt, im Test geben wir daher auch Tipps zu Kaffee und Kaufkriterien.

Durchdacht: Sage Precision Brewer

Durchdacht

Sage Precision Brewer

Test Kaffeemaschine: Sage Precision Brewer
Durchdachte Kaffeemaschine mit hoher Kapazität und vielen Einstellungsmöglichkeiten.

Die Sage Precision Brewer gefällt uns, obwohl sie wuchtig und groß ist. Dafür ist aber der Anteil an Edelstahl hoch und elegant finden wir sie auch.

Der weiße Wasserfilter aus Kunststoff stört den schönen Gesamteindruck etwas, wenn man aber gekauftes oder vorgefiltertes Wasser nutzt, braucht man ihn nicht. Ohne den Filter stimmt aber die Skala des Wasserbehälters nicht mehr, also aufpassen!

Besonders bei diesen Kaffeemaschinen sind die unterschiedlichen Filtereinsätze. Für herkömmliche Filtertüten gibt es einen Filtereinsatz, der spitz zuläuft, außerdem ist noch ein flacher Dauerfilter dabei. Man kann den Filterhalter aber auch mit flachen großen Papierfiltern nutzen. Das reicht dann auch für größere Portionen. Hier können bis 1,8 Liter Kaffee auf einmal gemacht werden.

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Der Kaffee aus dieser Maschine hat eine tolle Qualität. Das Aroma ist fruchtig dank Pre-Infusion. Das Kaffeepulver quillt, dadurch können die Aromen dann besser extrahiert werden. Außerdem gibt es hier viele Einstellungsmöglichkeiten.

Bequem sind die drei voreingestellten Zubereitungsvarianten; für den schnellen Brühvorgang »Fast«, für Gold-Cup-Standard »Gold« und für starken Kaffee »Strong«. Wir haben es mit dem Gold-Cup-Standard probiert und sehr guten Kaffee bekommen.

Individueller geht es aber auch, bei »My Brew« kann man vieles einstellen. So etwa Wassermenge für die Pre-Infusion und die Zeit. So wird die Extraktion beeinflusst. Ebenso lassen sich Wassertemperatur und Durchlaufzeit einstellen. Die haben auch Auswirkung auf die Extraktion und somit das Kaffee-Aroma.

Zudem gibt es noch eine Cold-Brew-Funktion, eine Timer-Funktion und einen Adapter für Handfilter, der ist separat erhältlich. Wir finden den Timer praktisch, denn sie kann das Gerät am Morgen rechtzeitig starten und beim Aufstehen ist der Kaffee schon fertig.

Eher eine Spielerei ist die Cold-Brew-Funktion, notwendig finden wir sie nicht. Denn dafür bräuchte man keine Kaffeemaschine, das gilt auch für den Handfilter.

Man kann die Kaffeemaschine auch mit Warmhalteplatte oder Isolierkanne kaufen, wir bevorzugen die Thermoskanne.

Die Kaffeemaschine kostet etwa 280 Euro, günstig ist das nicht. Jedoch eignet sie sich vor allem, wenn man Wert auf individuelle Einstellungen legt und das Ergebnis kontrollieren möchte.

Optimal aufgebrüht: Moccamaster KBG 741

Optimal aufgebrüht

Moccamaster KBG 741

Test Kaffeemaschine: Moccamaster Moccamaster
Kaffee automatisch wie mit der Hand aufbrühen? Das kann nur der Moccamaster. Außerdem ist er ein echter Designklassiker.

Auch die Moccamaster ist besonders und mit etwa 200 Euro nicht günstig. Das Design gefällt uns und auch die Temperatur und Brühzeit sind hier optimal, durch einen besonderen Brühvorgang bekommt man tollen Kaffee. Das Pulver wird dabei mit Wasser gleichmäßig beträufelt, so kann sich das Aroma gut entfalten. Wer Luxus-Kaffee möchte, ist hier richtig.

Dieses Gerät verdankt seinen guten Ruf auch dem Design und natürlich dem Brühvorgang. Die Formgebung wurde schon nachgeahmt und auch die Technik wurde bei anderen Maschinen übernommen.

Vor allem die Pre-Infusion ist hier besonders. Vor der Zubereitung wird der Kaffee dabei mit Wasser durchtränkt, er kann dann kurz aufquellen. So gibt es keine Fließbahnen und Klumpen und das Aroma wird bei der Extraktion auch besser abgegeben. Durch neun Löcher läuft Wasser in den Kaffee anstatt wie sonst oft nur durch eine mittige Öffnung.

Das sorgt für ausgeglichen extrahierten Kaffee, nicht wie sonst üblich am Rand zu schwach und in der Mitte zu stark. Dank Temperatur-Kontrolle und der Technik kommt man hier recht nahe an Kaffee heran, der mit dem Handfilter zubereitet wurde.

Außerdem ist die Durchlaufzeit so schneller, nur fünfeinhalb Minuten dauert es für eine Kanne, zwei Tassen sind schon nach eineinhalb Minuten fertig. Dabei liegt die Temperatur des Kaffees zwischen 95 und 90 Grad, das ist perfekt. Auf dem Coffeeness-Blog finden Sie noch mehr Details zur Zubereitung von Kaffee.

Das Gerät kann man mit Warmhalteplatte und Glaskanne oder mit Isolierkanne kaufen. Auch aus verschiedenen Farben kann man wählen und ein Blickfang ist diese Kaffeemaschine definitiv, zudem ist die Technik toll. Fünf Jahre Garantie bekommt man auch noch.

Günstig: Philips HD7546/20 Gaia

Günstig

Philips HD7546/20 Gaia

Test Kaffeemaschine: Philips HD7546/20 Gaia
Diese Kaffeemaschine von Philips ist unser Preis-Leistungstipp. Solide Verarbeitung mit wenigen Extras.

Eine günstige Maschine ist die Philips HD 7546/20 Gaia. Die 55 Euro sollte man unserer Meinung nach mindestens für eine gute Maschine ausgeben.

Filterhalter und Isolierkanne sind hier verkleidet mit Edelstahl. Dank ihrem soliden Äußeren unterscheidet sie sich von anderen Einsteigermodellen, die eher kunststofflastig sind. Wenn der Mahlgrad vom Kaffee gut abgestimmt ist, kann diese Maschine tollen Kaffee zubereiten, der kann dann auch mit handgefiltertem mithalten.

In der vollen Kanne beträgt die Temperatur ca. 80 Grad, eine Möglichkeit, die Stärke des Kaffees einzustellen, gibt es nicht. Auch der Wassertank kann nicht entnommen werden. Wenn das nicht stört, bekommt man hier ein solides Gerät, das deutlich günstiger ist, als unsere anderen Empfehlungen.

Was gibt es sonst noch?

Von der Melitta Easy waren wir nicht begeistert und fühlten uns eher an eine billige Tupperschüssel erinnert, denn sie besteht aus Plastik.

Natürlich ist sie dafür günstig, jedoch sollte man für den täglichen Kaffee dann doch etwas mehr investieren. Man bekommt damit 1,2 Liter Kaffee und die Leistung beträgt 1050 Watt.

Bei der Severin KA 5828 bekommt man zwei Kannen, das ist durchaus speziell. Hier wird außerdem in kurzer Zeit viel Kaffee gemacht, optisch gefällt sie uns aber gar nicht. Für größere Mengen Kaffee ist sie also definitiv gut geeignet, aber dennoch können wir uns bessere Lösungen vorstellen. Hier werden nur 800 Watt Leistung geboten.

Außergewöhnlich sieht die Philips HD5407/60 aus. Trotz komfortabler Bedienung ist der Wassertank nicht abnehmbar. Zudem ist das Gerät recht hoch und dürfte in der Küche nicht an jeden Platz passen.

Wenn man also nicht einen offenen Platz für die Maschine hat, sollte man sich eher ein normal hohes Gerät kaufen.

Wissenswertes über Kaffeemaschinen

Beliebter als normaler Filterkaffee ist definitiv Latte Macchiato, Espresso oder Cappuccino. Jedoch muss eine Maschine für Filterkaffee nicht schlecht sein, ganz im Gegenteil. Neben den Plastik-Maschinen, die faden Kaffee liefern, gibt es auch intelligenter konstruierte Geräte, mit denen man tatsächlich guten Kaffee bekommt. Komfortabler als French Press, AeroPress und Handfilter sind sie außerdem. Jedoch muss der Kaffee aus einer Maschine dann auch mit den aufwändigen Alternativen mithalten können.

Der schlechte Ruf von Filterkaffee hat sicherlich auch damit zu tun, dass häufig bereits gemahlener Kaffee aus dem Supermarkt verwendet wird. Dabei gibt es bereits Grenzen bei der Qualität, ein Koch würde auch keine Konserven verwenden. So sollten Kaffeeliebhaber lieber zum frisch gemahlenen Pulver greifen.

Möchte man sich nun eine Filterkaffeemaschine anschaffen, so wäre eine Kaffeemühle ebenfalls hilfreich. Ansonsten gibt es auch Filterkaffeeautomaten zu kaufen, diese Maschinen haben ein integriertes Mahlwerk, getestet haben wir sie hier aber nicht.

Kaffeemaschine Test: Kaffee

Beim Kaffee ist vor allem die Qualität entscheidend. So muss eine gute Kaffeemaschine einfach nur guten Kaffee machen. Der muss die richtige Temperatur haben und zu wässrig darf er auch nicht sein, ebenso wenig zu bitter.

Das »Wie« ist aber auch entscheidend, immerhin kann man nicht einfach verschiedene Maschinen selbst testen und sich dann entscheiden. Wir erklären daher, worauf es bei der Zubereitung von gutem Kaffee wirklich ankommt.

Die Durchlaufzeit

Als Laie nimmt man wahrscheinlich an, dass eine Kaffeemaschine schnell arbeiten sollte. Jedoch dauert es ein wenig bei der Extraktion durch das heiße Wasser. Gemeint damit ist jener Vorgang, bei dem aus dem Pulver das Aroma gelöst wird. Wenn diese Extraktionszeit zu kurz ausfällt, wird der fertige Kaffee lasch und wässrig. Wenn es aber zu lange dauert, schmeckt das Ganze bitter, da der Kaffee dann überextrahiert wird.

Somit ist die Schnelligkeit also kein Merkmal für gute Qualität. Zwischen acht und zehn Minuten sollte es dauern bei einem Liter Kaffee. Das Wasser könnte theoretisch zwar schneller durchlaufen, aber das würde den Geschmack ruinieren. Somit muss die Maschine also so kalibriert sein, dass die perfekte Extraktion durch die Durchlaufzeit erzielt wird.

Durch den Mahlgrad des Kaffees wird auch die Geschwindigkeit beeinflusst, mit welcher Wasser durchs Pulver läuft. So raten wir auch zur Kaffeemühle. Damit kann man den Mahlgrad nämlich selbst bestimmen und variieren.

Iso-Kanne versus Heizplatte und Temperatur

Bei Kaffeemaschinen ist die Temperatur besonders wichtig. Einerseits muss die Wassertemperatur stimmen, denn wenn das Wasser zu heiß ist, kann der Kaffee verbrennen, es sollten also maximal 95 Grad sein.

Andererseits ist auch die Kaffeetemperatur wichtig, vor allem, wenn man die Kanne herausnimmt. Hier tragen Material vom Filterhalter und von der Kanne zur Temperatur bei, auch die Durchlaufzeit ist entscheidend.

Bei Warmhaltevorrichtungen gibt es Unterschiede. Entweder es sind Isolierkannen oder bei Glaskannen Warmhalteplatten. Durch die Isolierkannen wird der Aromaverlust verhindert.

Frisch gebrühter Kaffee ist am besten, wenn er aber warmgehalten werden muss, würden wir eine Isolierkanne empfehlen. Hier wird nicht weiterhin Wärme zugeführt, der Kaffee aber dennoch warm gehalten. Bei Warmhalteplatten verliert der Kaffee das Aroma schneller, dann schmeckt er bitter.

Wenn man dagegen nur ein oder zwei Tassen Kaffee will, eignet sich die French Press gut. Bei den Filterkaffeemaschinen kann es sein, dass kleinere Mengen nicht heißt genug werden oder dann schnell in der Kanne abkühlen.

Design und Verarbeitung

Design ist grundsätzlich Geschmackssache. Wenn aber bei Verarbeitung und Material gespart wird, merkt man das an der Lebensdauer der Maschine. Zudem sind die Geräte aus Plastik wirklich nicht hübsch.

Die Automatikfunktionen

Kaffee ist mit das erste, was viele morgens machen, teils auch schon im Halbschlaf. Hier eignet sich dann die Automatikfunktion, denn so ist der Kaffee beim Aufstehen schon fertig. Bei vielen Kaffeemaschinen gibt es mittlerweile einen Timer, das ist für uns definitiv ein Vorteil.

Ebenso gilt das für die Abschaltautomatik, wenn es eine Warmhalteplatte gibt. Wenn die andauernd beheizt wird, hat das Auswirkungen auf das Kaffeearoma und es kann, wenn es blöd läuft, gefährlich werden. Bestenfalls sollte das Gerät also nach 30 Minuten von selbst ausgehen.

Der Preis

Auch der ist beim Kauf wichtig. Ob er angemessen ist, stellt man fest, indem man die Maschine mit anderen aus ihrer Preiskategorie vergleicht. Bei uns ist die erste Empfehlung zwar toll, aber auch sehr teuer, daher haben wir auch eine günstigere Alternative empfohlen.

Einige unserer Testgeräte.

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