Test: Tchibo Esperto Cafe Kaffee Arne

Günstige Kaffeevollautomaten im Test : Guter Espresso zum kleinen Preis

Veröffentlicht 22.01.2021

Die Auswahl an günstigen Kaffeevollautomaten ist nicht besonders gut. Dennoch finden man auch im niedrigeren Preissegment Modelle, die in Sachen Funktionen und Espressoqualität einiges zu bieten haben. Doch worauf ist bei der Kaufentscheidung zu achten?

Arne Preuß
ist gelernter Barista und Gründer des Blogs Coffeeness. Er testet alles rund um sämtliche Arten der Kaffeezubereitung.

Gute und günstige Kaffeevollautomaten gibt es nicht viele auf dem Markt. Dabei gibt es Modelle ohne oder mit unterschiedlichen Milchschaumsystemen und diversen Einstellungsmöglichkeiten. Wir haben 9 Geräte getestet. Dabei wurde nicht nur auf die Qualität von Espresso und Milchschaum bewertet, sondern auch die Alltagstauglichkeit.

Tolle Preis-Leistung: DeLonghi ECAM 22.110

Tolle Preis-Leistung

DeLonghi ECAM 22.110

Test: günstige Kaffeevollautomat – Testsieger Delonghi ECAM 22.110.B
Das perfekte Einsteigermodell für Kaffeeliebhaber. Mit schlichtem Design und tollem Espresso kommt er sicher in jeder Küche gut an.

Das dezente Design des DeLonghi ECAM 22.110 kann zwar nicht mit Design-Klassikern von Saeco mithalten, geht aber dennoch völlig in Ordnung. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, das Bedienfeld ist in silber gehalten und die Front bietet eine schwarze Lack-Optik. Der Kaffeeauslauf lässt sich bis zu 13 Zentimeter stufenlos höhenverstellen. Das passt dann auch für höhere Latte-Macchiato-Gläser.

Der Kaffeevollautomat hat kein Display – er wird über einen Drehregler und sechs Tasten bedient. Der Automat ist anfangs nicht selbsterklärend, sodass es sich lohnt, einen Blick in die Gebrauchsanweisung zu werfen. Die Funktionen sind jedoch alle leicht zu verstehen, sodass man den Dreh schnell heraus hat.

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Die Milchschaumlanze ist an der linken Seite angebracht und fügt sich dank einer schwarzen Kunststoffverkleidung gut ins Gesamtbild ein. Die Handhabung ist nicht so bequem wie bei einer Vollautomatik mit Milchtank, doch die Lanze liefert sehr guten, homogenen Milchschaum.

Der Vollautomat von DeLonghi bietet 13 verschiedene Mahlstufen. Bei den zwei feinsten Stufen konnte das Wasser allerdings das Kaffeepulver nicht durchdringen. Allerdings kann dies auch an den eingesetzten Bohnen liegen. Generell lässt sich feststellen, dass Kaffeevollautomaten für Zuhause teilweise Probleme mit besonders feinem Espressopulver haben. Der Espresso aus Vollautomaten ist gut, Siebträger-Espressomaschinen liefern aber das bessere Ergebnis.

In der Mitte lässt sich die Kaffeestärke einstellen. Zudem lässt sich die Wassermenge pro Tasse einstellen: Hierfür muss man die Tassensymbol-Taste drücken, bis am Bedienfeld eine LED aufblinkt und der Programmiermodus startet. Dann kann man die gewünschte Wassermenge durchlaufen lassen und den Bezug durch erneutes Betätigen der Taste beenden. Die durchgelaufene Menge wird zudem gespeichert. Die richtige Wassermenge ist zwischen 20 und 30 Millilitern.

Das Innere der Brühgruppe wird mit einem automatischen Reinigungsprogramm gesäubert, das anzeigt, wann es Zeit ist für eine Reinigung. Die Brühgruppe kann man über eine seitliche Klappe leicht entnehmen, sodass sie zudem von Hand gereinigt werden kann. Die Milchschaumlanze kann man einfach mit einem Lappen abwischen, dass Innere wird mit Wasserdampf gereinigt. Zudem bietet der ECAM 22.110 ein Entkalkungsprogramm. Es empfiehlt sich, einen Wasserfilter zu nutzen, damit sich weniger Kalk ansammelt. Zusätzlich lässt sich die Wasserhärte am Modell einstellen.

Die Schwächen fallen beim DeLonghi ECAM 22.110 vor allem aufgrund des niedrigen Preises wenig ins Gewicht: Die Optik erscheint durch das fehlende Display sehr sparsam und bei sehr fein gemahlenen Kaffeepulver gerät der Kaffeevollautomat an seine Grenzen. Dies ist aber bei den meisten anderen Modellen ebenso der Fall. Zudem verfügt das Modell nicht über eine beheizte Tassenabstellfläche, was man aber auch von einem Einsteigergerät nicht erwarten kann.

Intuitive Bedienung: Philips EP2220/10 SensorTouch

Intuitive Bedienung

Philips EP2220/10 SensorTouch

Test: Philips Ep2220/10 Sensortouch
Ein moderner Kaffeevollautomat mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Der ordentliche Espresso und die intuitive Bedienung überzeugen jeden Kaffee-Fan.

Eine positive Überraschung im Test war der EP2220/10 SensorTouch von Philips. Der Hersteller konnte sich zuletzt im Bereich der Kaffeevollautomaten nicht sonderlich profilieren. Dieses günstige Modell ist aber eine richtige Kampfansage, die auch dem Modell von DeLonghi Konkurrenz macht.

Der Automat überzeugt durch die intuitive Bedienung über das Panel mit Touch-Tasten und einem zwölfstufigen Keramikmahlwerk. Die Espressoqualität ist ordentlich und die manuelle Schaumlanze produziert einen Milchschaum mit einer angenehmen Konsistenz. Nachteilig sind die sehr laute Pumpe sowie das Gehäuse aus Kunststoff.

Insgesamt aber hat der Philips EP 2220/10 SensorTouch ein gutes Verhältnis von Preis und Leistung. Vor allem für Kaffeetrinker, die einen etwas modernen Vollautomaten mit intuitiver Handhabung suchen, sollten sich dieses Modell genauer ansehen.

Puristisch: Melitta Purista

Puristisch

Melitta Purista

Test: Melitta Purista
Perfekt für Singles oder Zwei-Personen-Haushalte, die Espresso lieben und auf eine Milchschaumlanze verzichten können.

Der Melitta Purista ist der Nachfolger des Caffeo Solo. Auch dieses Modell ist kompakt und so vor allem für Single- oder Zwei-Personen-Haushalte empfehlenswert. Bei diesem Kaffeevollautomaten steht der Espresso und all seine Varianten im Mittelpunkt. Daher gibt es hier auch kein Milchschaumsystem. Im Vergleich zum Vorgängermodell braucht man hier mit 25 Millilitern eine geringere Mindestfüllmenge, was der idealen Menge für einen Espresso entspricht.

Zudem ist hier auch das Mahlwerk der Kaffeemühle ein wenig leiser als beim Caffeo Solo. Hat man die perfekten Einstellungen für seine Espresso gefunden, kann man diese auch abspeichern. Als Upgrade zu dem Vorgängermodell ist das Modell eher nicht ratsam, als Neuanschaffung ist der Melitta Purista aber durchaus empfehlenswert.

Was gibt es sonst noch?

Der DeLonghi ESAM 3000 ist weitestgehend identisch mit dem ECAM 22.110. Das Modell bietet ähnliche Funktionen inklusive Heißwasserfunktion, auch die Qualität des Espressos stimmt. Der Vollautomat lässt sich leider nicht mit einem Wasserfilter benutzen. Man kann zwar vorgefiltertes Wasser nutzen, doch ist dies aufwändiger. Der ECAM 22.110 funktioniert auch mit einem Wasserfilter und ist zudem hübscher, leiser, sowie kompakter und daher die bessere Option.

Der Esperto Caffè von Tchibo gefällt auf den ersten Blick mit Touchscreen, schicker Optik und reduzierter Funktionalität. Das hochwertige Gehäuse besteht aus deutlich mehr Edelstahl als bei anderen Modellen in diesem Preissegment. Außerdem überzeugt der Kaffeevollautomat mit seinen kompakten Maßen und seinem niedrigen Preis. Die Espressoqualität kann allerdings nicht mit der anderer Automaten konkurrieren. Der Kaffee ist nicht ungenießbar, aber es mangelt ihm an Substanz. Selbst bei Einstellungen mit weniger Wasser, feinerem Mahlgrad und hoher Kaffeestärke schmeckte der Espresso leicht wässrig.

Bei dem Melitta Caffeo CI gefällt besonders das edle Design: Durch die minimalistische, schicke Front erinnert das Modell an deutlich teurere Vollautomaten. Für etwas mehr Geld ist das Modell auch mit einer Edelstahl-Front erhältlich. Aufgrund seiner kompakten Maße findet das Gerät in jeder Küche Platz und ist besonders für Haushalte mit ein bis zwei Personen geeignet. Allerdings hat auch dieses Modell von Melitta kein Milchschaumsystem.

Wissenswertes über günstige Kaffeevollautomaten

Trotz aller Funktionen, die Kaffeevollautomaten bieten, ist das wichtigste der Espresso. Dieser gelingt allerdings nur mit einem hohen Wasserdruck sowie fein gemahlenem Espressopulver. Das muss ein guter Vollautomat beherrschen. Echten Espresso erkennt man an einer hellbraunen Schaumschicht, der Crema.

Wichtig für guten Espresso: Die richtigen Einstellungen

Neben dem Wasserdruck ist für einen guten Espresso auch die Wassertemperatur sowie der Mahlgrad des Kaffeepulvers wichtig. Ist das Wasser zu heiß, verbrennt das Pulver und der Espresso schmeckt bitter. Ist das Pulver nicht fein genug, fehlt das Aroma und der Espresso schmeckt wässrig. Zudem ist die Zeit wichtig, mit der das Wasser durchläuft: Läuft es zu schnell, wird der Kaffee wässrig. Dauert es zu lange, wird der Espresso durch eine Überextraktion bitter.

Dennoch: Es gibt nicht den einen perfekten Espresso, denn Geschmäcker und individuelle Vorlieben gehen auseinander. Somit macht es Sinn, ein Modell zu wählen, der viele Einstellungsmöglichkeiten bietet. So kann man den Mahlgrad und die Kaffee- und Wassermenge individuell an den eigenen Geschmack anpassen.

Bei den meisten Geräten lässt sich die Kaffeemenge und der Mahlgrad variieren. Die Wassermenge dagegen kann man bei vielen Modellen nicht individuell anpassen. Bei vielen Vollautomaten ist die Wassermenge auf rund 40 Milliliter voreingestellt. Empfehlenswert ist aber eine geringere Menge von 20 bis 30 Millilitern.

Einige Vollautomaten wie der Siemens EQ.9 erlauben auch die Einstellung der Parameter über eine App und bieten zwei Bohnenbehälter für unterschiedliche Espressobohnen. Ob solche Funktionen aber wirklich notwendig sind und man bereit ist, dafür tiefer in die Tasche zu greifen, hängt von individuellen Vorlieben und Ambitionen ab.

Drei Wege zum Milchschaum

Ein weiteres Kriterium ist die Frage des Milchschaums. Hierbei gibt es unterschiedliche Varianten:

  • Modelle ohne Milchschaumsystem: Hierzu zählen die Modelle Caffeo Solo und Purista von Melitta sowie der Esperto Caffè von Tchibo
  • Modelle mit Schaumlanze: Ein Kaffeevollautomat mit Milchaufschäumer ist beispielsweise der DeLonghi ECAM 22.110
  • Modelle mit vollautomatischem Milchsystem: Sie verfügen über einen Milchbehälter sowie einen Milchschlauch, um aus kalter Milch Milchschaum zuzubereiten

Welche Variante die beste Wahl ist, hängt vom individuellen Geschmack und Komfortanspruch ab. Trinkt man seinen Kaffee lieber ohne Milchschaum, braucht man diese Funktion nicht. Dann reicht auch eine Kaffeemaschine mit Filter oder eine Espressomaschine.

High-End-Kaffeevollautomaten zaubern aus Espressobohnen und Milch auch Latte Macchiato oder Cappuccino auf Knopfdruck. Dafür muss man aber auch mehr Geld investieren, in dem getesteten Preissegment können die Modelle damit nicht mithalten.

Hygiene ist wichtig: Die Reinigung

Wasserfilterung und Hygiene sind wichtige Aspekte. Im Gehäuse der Automaten kommen Milch, Wasser und Kaffeepulver bei hohem Temperaturen zusammen. Dadurch entsteht ein perfektes Klima für Pilze und Bakterien. Überall, wo regelmäßig Wasser hindurchläuft, lagert sich zudem Kalk ab.

Somit ist die gründliche Reinigung des Automaten essentiell. Kaffeevollautomaten sind praktischerweise selbstreinigend und bieten spezielle Entkalkungs- und Reinigungsprogramme. Zudem ist es ratsam, einen Wasserfilter zu benutzen, mit dem sich die Mehrheit der Modelle betreiben lassen. Dadurch verkalkt die Maschine sehr viel langsamer und der Espresso schmeckt besser.

Bei vielen Modellen kann auch die Brühgruppe entnommen werden, meistens über eine seitliche Klappe am Gerät. So kann man die Brühgruppe auch von Hand reinigen. Bei einem Defekt lässt sie sich so auch einfacher und günstiger austauschen als eine fest integrierte Brüheinheit.

So haben wir getestet

Die Anzahl der Kaffeevollautomaten in dieser Preisklasse ist recht gering, daher fiel die Auswahl der Testkandidaten nicht schwer. Die wichtigsten Kriterien sind die Espresso- und Milchschaumqualität sowie die Reinigungs- und Einstellungsmöglichkeiten. Zudem spielten bei der Bewertung auch Kriterien wie Design und Handhabung eine Rolle.

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